Hahnenfuß

Kennt Ihr eigentlich die „one and only“ Überlebenspflanze, den „Hahnenfuß“?
Bzw DIE Hahnenfüße?
Hahnenfuß – das ist zB die Butterblume, die eigentlich „scharfer Hahnenfuß“ bzw Ranunculus acris heißt, und die es immer seltener gibt, weil die Wiesen mit so starkwüchsigen Gräsern eingesät und so stark gedüngt werden, daß selbst diese eigentlich robuste Fettwiesenpflanze keine Chance hat.
Oder der kriechende Hahnenfuß, Ranunculus repens. Zum Glück kann der kriechende Hahnenfuß auch nährstoffreichen, verdichteten Boden ab, er blüht sowohl auf Rasen (zumindest wenn der nicht täglich be-robotert wird), dann als niedriges Pflänzchen, als auch hoch aufgerichtet in feuchten Hängen oder Knicks, und er bildet lange, hammerfest verwurzelte, haarige Ausläufer, die meterweit bis IN unseren Teich hinein ragen.

Hahnenfuß. Ziemlich schwierig, glänzend-gelbe Blüten im Sonnenschein bei Wind zu knipsen, aber einen Eindruck habt Ihr 😉

Auch die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) ist ein Hahnenfuß, ebenso wie das Scharbockskraut Ficaria verna – so weit sind sie sich ja sehr ähnlich: die typischen glänzend-gelben Blüten in hübschem Rund um die Mitte geordnet- aber hättet Ihr gedacht, daß auch die Akelei, die Japan-Anemone und sogar der Eisenhut zu den Hahnenfußgewächsen gehören? Ich war sehr verblüfft, als ich das las.

Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann einmal, mich in diese ganze Systematik der Pflanzen- und Tierbeschreibungen einzuarbeiten. Bisher sind mir die Einordnungen oft ein Rätsel, und selbst die Begriffe – Art, Familie, Unterart, Gattung usw – kann ich nicht recht verstehen und ordnen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Flora.

14 Kommentare zu “Hahnenfuß

  1. pflanzwas sagt:

    Diese Verwandtschaften sind für mich immer wieder rätselhaft, auch im Insektenreich. Wenn sich dann noch was verändert, weil man mal wieder ein neues Gen oder so gefunden hat, ist der Laie ganz raus. Bis vor kurzem wußte ich nicht mal, daß Butterblumen giftig sind, tzzz.

    • Fjonka sagt:

      Ach!? Das wusste ich bis genau JETZT nicht.

    • Fjonka sagt:

      …aber irgendeine erkennbare Systematik muss ja dahinterstecken.
      Oder vielleicht hat auch nur irgendwann Jemand mit ganz vielen Zettelchen mit Pflanzennamen und verbundenen Augen da gesessen und die Zettel willkürlich in ein paar Körbchen mit den Oberbegriffen geworfen!? Man weiß es nicht… 😉

      • pflanzwas sagt:

        Nein, man weiß es nicht 😉 Vielleicht so ähnlich, lach. Heute wird die Ordnung ja durch neue Erkenntnisse anhand von Genanalysen umgeworfen. Das kann man von außen erst Recht nicht mehr nachvollziehen. Wenn man wenigstens noch eine Ähnlichkeit erahnen kann!
        Mal eine Frage: fütterst du bei deinen Bienen im Sommer zu, wenn das Nahrungsangebot knapp wird? Hier hat gestern eine Biene einen Zuckerwassertropfen, der für eine Hummel gedacht war, mal eben weggeschlürft. Ich habe hier oben kaum Bienen. Draußen ist allerdings auch so ziemlich alles abgeblüht oder vertrocknet. Hummeln sieht man fast gar nicht mehr, höchstens noch Bienen.

        • Fjonka sagt:

          Normalerweise ist zufüttern, wenn überhaupt, nach Raps/ vor Linde nötig. Jetzt ist die Zeit, zu der man regulär auffüttert, d.h. den Bienen ihr Winterfutter gibt, wenn man zuvor Honig geerntet hat.
          Manchmal stellen wohlmeinende Menschen ein Honigglas für die Tiere raus – BITTE NICHT, denn im Honig sind oft Spuren der anerikanischen Faulbrut, der übelsten Bienenkrankheit.

          • pflanzwas sagt:

            Danke für die Info! Ja, das mit dem Honig wußte ich, zum Glück. Ich war überrascht, wie gierig die Bienen danach waren, aber wer kann Zucker schon widerstehen 😉 Ich habs aber wieder weggenommen. Es muß ja einen dazugehörigen Imker in der Gegend geben, der sich um seine Bienen kümmert. Ich habe nur gerade den Eindruck, alles ist hektisch auf der Suche nach Futter.

            • Fjonka sagt:

              Klar sind sie das. Brauchen ja Winterfutter 😃 Besonders hektisch und gierig unterwegs sind sie übrigens, wenn im Stock welche „Supertracht in der Nähe“ tanzen. Also, zum Beispiel genau dann, wenn sie grad gefüttert werden, denn „Futter gleich oben im Stock“ können sie nicht tanzen, bloß „nahebei“, und dann suchen Viele hektisch….

  2. ladypark sagt:

    Jetzt wo du’s sagst klingt es logisch, dass auch die Japanannemone ein Hahnenfußgewächs ist, die Blütenform ist doch sehr ähnlich. Von der Farbgebung her wäre ich nie darauf gekommen.
    Aber ich kann mir die ganzen Bezeichnungen eh nur schwer merken, dafür beschäftige ich mich zu wenig damit.

  3. Bibo59 sagt:

    Obsidentify kann auch Pflanzen.
    Aber wie immer bei Schwarmintelligenz: Jeder Schwarm ist nur so intelligent wie der dümmste Fisch. Wenn es eindeutig ist, ist es schön, wenn nicht, hast Du Pech gehabt. Der Wassersalat von neulich wurde von Obsidentify als Kammmolch bestimmt.

  4. Bibo59 sagt:

    Ist eigentlich genauso wie bei Tieren:
    Eselsbrücke: Sieh keine Ordnung für gering an
    Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art
    Dann gibt es noch Unterart und Rasse.
    Beispiel: Stamm: Chordata (Chordatiere), Unterstamm Vertebrata (Wirbeltiere), Ordnung: Carnivora (Raubtiere) Unterordnung Caniformia (Hundeartige) Familie: Canidae (Hunde) Gattung: Canis (Wolfs und Schakalartige) Art: Canis lupus (Wolf) Unterart: Canis lupus familiaris (Haushund) Rasse: Rauhaardackel
    Wenn man mal gelernt hat Pflanzen zu bestimmen nicht nach den Bilderbüchern sondern mit Schmeil-Fitschen Flora von Deutschland ist es eigentlich eindeutig (aber mühsam) Ohne Blüte geht bei mir gar nichts, aber es irritiert mich immer noch, dass in den Bilderbüchern die Pflanzen nach der Blütenfarbe sortiert sind. Und eben nicht Kreuzblütler, Lippenblütler usw. Wie sich das gehört.
    Der wohl am häufigsten von mir abgesonderte Satz im Frühjahr: Kann ich erst bestimmen, wenn es blüht.

    Bei mir hat dieses Jahr der Hahnenfuß geblüht und ist jetzt vertrocknet.

    • Fjonka sagt:

      Hm, ja, diesen Baum sehe ich auch bei Wikipedia etc. Aber das Verständnis, was was bedeutet fehlt. Vorgestern zB waren wir bei einem Vortrag über Wiedeherstellung der Artenvielfalt in Grünland, da erfuhr ich, daß zB das Knäuelgras, das ich sehe, zwar.sicher Knäuelgras ist, nicht aber sicher hiesiges Knäuelgras. Weil meist züchterisch verändertes derselben Art inzwischen „übernommen“ habe. Hmmmm… so richtig verstehe ich nicht, woran sich denn dann festmacht, was ich da.sehe.
      Allerdings bin ich auch garnicht sicher, ob das für mich wirklich so wissenswert ist, daß ich’s genauer zu kapieren versuchen will 😎

      • Bibo59 sagt:

        Systematik ist ja auch nicht ganz so einfach und oft nur mit der Lupe zu bewältigen.
        Aber nehmen wir mal einfach ein Gänseblümchen. Du denkst vielleicht, das ist eine Blüte, das Gelbe in der Mitte sind die Staubblätter und das weiße außenrum die Blütenblätter. Weit gefehlt: Gänseblümchen sind Korbblüter. Das Gelbe sind viele kleine Blüten auf einem Haufen und die „Blütenblätter“ außenrum sind auch einzelne Blüten. So und jetzt kommt das züchterisch veränderte, Gänseblümchen ins Spiel: Das ist nämlich gefüllt, weil es so schön aussieht im gepflegten Beet. Und vielleicht ist es rot statt weiß. Das gefüllte Gänseblümchen hat vielleicht doch noch ein paar Staubfäden und weil es zur selben Art gehört, lässt es sich mit der wilden Fruchtbar kreuzen. Dann bekommst Du eben plötzlich Gänseblümchen mit mehr als einer Reihe Außenblüten oder weiß mit roten Spitzen. Das ist dann Gänseblümchen aber nicht mehr richtig wild.
        Systematik hat Carl von Linné erfunden.

Platz für Klönschnack ...

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