Luurlüttsche Deern

28.8.: Vorhin saß ich im Schatten unter der Erle hinten – als mir plötzlich etwas kleines aufs Buch fiel. WIE klein seht Ihr hier im Vergleich mit den Buchstaben.

Natürlich habe ich gleich ordentlich Fotos mit meinem Zoom gemacht, und als ich mich dann an den Computer setzte, konnte ich sehen, daß ich hier etwas unglaublich niedliches gesehen hatte:

Voll das Kindchenschema! große Augen, weit auseinander stehend, dazu die runde, hohe Stirn … 🙂

 

Und schaut mal, es hat PONYFRANSEN *schmelz*

 

Ssssssso sssssüßßßßß!!!!!

Ich habe mich erstmal schlau gemacht – irgendwas hatte ich im Kopf, daß man an der Beinzahl erkennen kann, ob es sich um eine Raupe (Schmetterling) oder eine Larve (Käfer, Wespe, Fliege, Biene…) handelt. Und tatsächlich: Raupen haben nur höchstens acht Beinpaare (3 Brust-Beinpaare, 4 Bauchfußpaare und einen „Nachschieber“) Außerdem haben Larven nur EIN Segment ohne Beine zwischen Brust und Bauch, Raupen aber zwei. Also ist die seute Deern eindeutig eine Larve.

Weiteres suchen ergab, daß es sich wahrscheinlich um eine Blattwespenlarve handelt, jedenfalls um eine Pflanzenwespenlarve. Soso….. Gutes gedeihen, Du Kleine! Ich sitze die ganze Zeit mit breitestem lächeln vor dem Computer, Du hast mir einige wirklich sehr schöne Augenblicke geschenkt, indem Du Dich auf mein Buch hast fallenlassen! Dankeschön! 🙂

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Repaircafé privé ;-)

Daß teff und der Graf bei ihrem alljährlichen Besuch unsere Kirschbäume schneiden ist fast schon Routine geworden inzwischen – was nicht bedeutet, daß wir es weniger zu schätzen wüssten.

Aber jetzt.

Im letzten Sommer kurz bevor teff und der Graf kamen waren meine Lieblingsgartenstühle dahingeschieden. Alurahmen, unverwüstlich, drauf Teak-Latten. Ich hatte immer gedacht, diese Latten seien geschraubt, und deshalb hatte ich mich gefreut: och, die sind einfach zu reparieren: Latten besorgt, reingeschraubt, fertig. Weit gefehlt…. denn die Latten sind nicht geschraubt, sondern genietet. Und schon waren meine Handwerkskünste ausgereizt.

Der Herr F. hatte vage Ideen, schließlich hatte teff von einem mysteriösen Werkzeug mit Namen „Nietenzange“ erzählt …. aber nuja… und so standen die Stühle und standen…. Es wurde Herbst, es wurde Winter…. fast wären sie sogar schon im Schrott gelandet, denn ich hasse das, wenn überall „irgendwann guck ich mal“- Zeug rumsteht, aber da hatte der Herr F. Protest eingelegt, also standen sie noch immer. Es wurde Frühling, es wurde Sommer – die Stühle standen…. und dann kam teff, und mit ihr – aber seht selbst:

 

Loch. Ohne Gewinde – nix da schrauben…

alle Bretter ab

Die Nieten müssen rausgebohrt werden.

dazu müssen erstmal die Köpfe weg

Da war doch noch…. ein alter Lattenrost! Super geeignet für die neuen Sitze 🙂

Latten sägen

scharfe Kanten abschleifen

Und da ist sie! Die Nietenzange!!!!
Genialerweise….

… gibt es so Dinger, mit denen dann auch gleich noch ein Gewinde mit reingemacht wird, so daß wir beim nächsten reparieren bequem schrauben können!!!!

nun müssen an den richtigen Stellen Löcher in die Latten. Figgeliensch!

Aber hat geklappt, Schrauben rein – und

Jippieh!!!! Stuhl 2 ging dann schnell…..

Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ab zur EiNab, vielleicht machen’s ja Einige nach, wenn sie erst wissen, daß es sowas wie eine NIETENZANGE gibt….

Buchen und Eiche und…

Letztens war wiedermal der Baumpfleger da, ein anderer diesmal, den wir beim Insektentag in Unewatt kennengelernt hatten. Er scheint uns die richtige (baumfreundliche) Einstellung zum Baumschnitt zu haben, macht außerdem Gartenanlage für naturnahe Gärten und Seminare, Exkursionen etc zum Thema Wildbienen und Wespen- und Hornissenumsiedlungen. Zum gucken, was wir uns vorstellen und was nötig sein könnte war er schon hier. Und sah diesen hier, den auch ich schon als möglichen Überltäter ausgemacht hatte:

Es ist der Riesenporling (Meripilus giganteus)

Das Auftreten dieses Schwächeparasiten deutet auf zersetzte Wurzeln hin und weist somit auf eine Gefährdung der Standsicherheit hin! Er zersetzt die Wurzeln zunächst von unten und bildet später eine intensive Weißfäule bis in den Stammfuß aus. Sofern bereits Vitalitätseinbußen in der Krone erkennbar werden ist von fortgeschrittener Wurzelzersetzung auszugehen!

Oberweiser

Ups. Allerdings befindet er sich am Fuße der noch in Vor-Blog-Zeiten abgetragenen Buche mit dem Druckzwiesel. Trotzdem müssen wir das im Auge behalten, denn diese Buche stand ja genau zwischen zwei anderen, ganz dicht, und wer weiß, ob der Porling nicht auch in deren Wurzeln übergeht!?

Ansonsten gilt es noch, bei den Nachbarn der brandkrustenpilzbefallenen gefällten Buche gut nachzusehen (alle fünf Jahre wurde uns empfohlen – sechs sind schon wieder rum, huschusch, ehe ichs bemerkt hatte), ein paar Pflegeschnitte sind nötig, und auch die Eiche mit den Sanddünen von den gefräßigen Käferlarven muß er sich genauer ansehen. Sowie leider auch meine Lieblingsbuche, die heftige Trockenschäden zeigt. Insgesamt haben die Buchen in diesem Jahr sehr kleine Blätter ausgetrieben und sehr viele Bucheckern bekommen. Die Kronen sind dadurch erheblich lichter als sonst. Da lag die Vermutung nahe, daß sie im letzten, trockenen Jahr gelitten haben, aber wir hatten gedacht, das sei eine vernünftige Reaktion: kleine Blätter verdunsten weniger, Eckern sichern den Nachschub, falls es doch schlimm werden sollte…

lichte Krone, oben kahle Zweige… nie war der Garten so sonnig wie in diesem Jahr, denn auch die anderen Buchen sind lichter als sonst. Mein Liebling sieht aber am schlechtesten aus.

Aber inzwischen habe ich schon mehrfach gelesen, daß Buchen üble Trockenschäden erlitten haben bis hin zum Tod, und auch bei meiner einen kann es durchaus sein, daß sie sich nicht wird erholen können. Die nächsten Jahre werden’s zeigen, aber erst einmal müssen wir gucken, ob es akute Gefahren abzuwenden gibt.

Das wird spannend ….. und hoffentlich nicht ZU schlimm….. am 5.10. gehts los mit genauer Begutachtung und ersten Taten.

Naß von oben und von unten

Da ist er also, der langersehnte Regen. Seit Montag pladdert es, fisselt, nieselt oder schüttet. Dunkel ists dabei, und ich habs – unschwer zu erraten – schon wieder satt, obwohl mir klar ist: dieses Naß ist dringendst notwendig.

Naß ist es allerdings auch im Keller! Zwar nicht so wie damals, Heilig Abend 2014, aber mehrfach hatte sich seit dem Frühjahr eine Wasserlache um den Bodenablauf im Keller gebildet, so daß wir meinten, vorbeugende Maßnahmen treffen zu wollen. Angesichts immer häufigerer Starkregenfälle vielleicht nicht ganz unsinnig.

Also her mit dem Fachmann. Der Bodenablauf, irgendwann nachträglich eingebaut und sowieso eher höchster Punkt im Keller, sollte weg. Herr Sani(tär- und Heizungsbauer) meinte, der wird mit Silikon verklebt und gut is‘. Ich war skeptisch und äußerte das auch, aber beugte mich dem fachlichen Urteil. Mit dem Effekt, daß AUF der Silikonschicht wenige Wochen später, beim nächsten dolleren Regen, wieder Wasser stand. Also wieder angerufen.

Lange gedauert hat’s, aber jetzt war Herr Sani wieder da. Er hat den Bodenablauf rausgestemmt, den Boden drumrum geöffnet – und zu unserer Überraschung zeigte sich, daß alles gaaaaaaanz anders ist als gedacht.

Wir hatten immer gedacht, ein Rohr führe vom Bodenablauf zum Schacht mit der Treppe draußen, von dort werde das Wasser in den Ablauf im Hof geschickt. Jetzt stellte sich heraus: nix da! Offenbar läuft auch das Wasser, das in den Treppenschacht kommt, IN den Keller – und von dort UNTER dem ganzen Keller längs, (mit Abzweig nach oben zum Bodenablauf) Richtung „Böser-Mann-Schacht“  Ob es wirklich dortHIN läuft, bezweifle ich (meiner Meinung nach war der Schacht dafür einfach zu trocken), jedenfalls läuft das Wasser über ein Tonrohr irgendwohin Richtung Garten. Blöde, denn damit ist der Plan, das Wasser ganz grundsätzlich aus dem Keller auszusperren, dahin.

Nun ist erstmal ein Stopfen auf dem Bodenablaufsrohr, um das ganze mal einige Zeit beobachten zu können. Aber erst, nachdem wir ordentlich gespült hatten, um zu sehen, ob vielleicht das Problem in einer Verstopfung liegen könnte (was offenbar nicht so ist) Alles lief gut ab, trotz des leichten Gefälles vom Schacht aus in die falsche Richtung (nämlich in Richtung Keller) Sollte in den nächsten Wochen nichts auffälliges geschehen lautet der Plan: Bodenabfluß dichtmachen, Beton drüber, fertig.

Am Freitag kommt eh ein weiterer Handwerker, wegen des Sumpfkalkputzes im Keller, der ja auch schon länger neu soll. Der macht auch Kellersanierungen etc. – eine 2. Meinung schadet nie, ich werde ihm das auch mal zeigen….

 

Wiese

Ganz sicher hab ich doch davon berichtet, daß ich vor zwei Jahren oder so begonnen hatte, die schattige, trockene Wiese unter den Buchen anders zu behandeln – aber ich finde es nicht wieder!

Also von vorn:

unser Garten hat ein Stück, das man wirklich zu nix gebrauchen kann :

  • es liegt direkt unter den großen Buchen gen Nachbars und ist damit sehr schattig
  • es ist abschüssig Richtung Frühstücksplatz und ist damit (und wegen der Buchen, die ihre Wurzeln drunter haben) recht trocken und schwer „be-sitz-bar“
  • es ist vom Bürgersteig aus voll einsehbar und
  • dort windet es eigentlich ständig

Viele Jahre lang hab ichs einfach mitgemäht, wann immer ich den Rasen mähte und schon was gewachsen war (also etwa 5-6x jährlich, das Gras wächst dort wegen all der Gegebenheiten recht langsam). Im Frühling sind dort botanische Krokusse, die ich in Etappen gepflanzt habe und Narzissen, danach nur noch Gras.

Irgendwann hab ich mir gedacht: „Warum mähst Du das eigentlich immer mit, es wird ja doch nicht begangen!?“, und habe seitdem nur noch 1-2x jährlich gemäht, wenn es Party gab (denn dazu taugt das Stück) und zum Herbst.

Das ist natürlich nix, wenn frau

  1. einen Naturgarten haben möchte und
  2. lernt, daß viele Schmetterlingspuppen an Gräsern überwintern oder Raupen an ihnen fressen

Also kam mit einem ziemlich tollen Artikel in unserer Mitgliedszeitschrift ein Drei-Stufen-Plan zum tragen. Drei Felder hatte nun die Wiese.

Oben das Feld ist gut für blühende Pflanzen, gemäht wird im Juli und im Oktober

Mittleres Feld : Mahd nur im Oktober, für die „neue Generation“ von Insekten und die „Auswanderer“ aus gemähten Bereichen

und im unteren Feld wird nur Mitte Juni gemäht, hier können Larven und erwachsene Insekten gut überwintern und die Larven sich bis zur Mahd entwickeln und schlüpfen.

Im letzten Jahr ist ab Juni allerdings fast nix gewachsen, Trockenheit sei Dank.

Juni 2018, VOR der 1. Mahd und der langen Trockenheit. Vorne, bis etwa Hinterkante Tisch, sind inzwischen Mauer und Kräuterrasen-Stück

Aber in diesem Jahr sieht man, wo die Felder sind – und Feld 3 ist etwas geschrumpft, zugunsten der Mauer mit Kräuterrasenbereich davor.

1.9.19 Dieselbe Perspektive, jetzt mit Rückseite der Mauer. Der Sand dahinter wird ja noch mähbarer Kräuterrasen, dahinter die drei Felder

Das ist natürlich alles ein Versuch im Miniaturformat – aber je mehr unterschiedliches im Garten, desto mehr Chancen für unterschiedliches, zu leben. Seit ich nur noch selten mähe und, wichtig, auch das Gemähte immer konsequent nach ein paar Tagen abstransportiere ist schon ein wenig was geschehen: es sind jetzt Gundermann, Ruprechtskraut und am Rand auch Veilchen in der Wiese, immerhin. Und seit die Gräser blühen sehe ich erst, wie viele verschiedene da sind!

Was schlecht ist: ich mähe bislang mit meinem normalen Rasenmäher, auf höchster Stufe. Damit häcksle ich allerdings auch Insekten mit…. aber mit Sense kann ich nicht. Ich habs versucht, das Gras ist zu zart. Ich krieg mit Sense nur Brennesseln und Giersch einigermaßen ab. Balkenmäher wäre gut, die gibts inzwischen auch für Handbetrieb. Aber da muß ich mich noch kundiger machen: gehen die auch für den Rest (Rasen)? Schön wäre auch, richtig sensen zu lernen – aber wo und wie???

Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird 🙂

Platsch!

Tagelang hörten wir immer wieder dieses Geräusch, wenn wir um die Ecke vom Wintergarten in den Garten bogen. Platsch! Und dann….. dann hatte man uns als ungefährlich eingestuft! Erst gaaaaaanz vorsichtig, von weitem, ein Foto

näher ran, gaaaaanz laaaangsam…. skeptischer Blick, aber keine Bewegung:

Also weiter. Noch näher hin. Hübsches Kerlchen, vielleicht möchte er ja geküßt werden!? Unser Teich ist nicht mal ganz leer in diesem Jahr, und doch hat es ihn zur Emailleschüssel gezogen….

Hier erkennt man gut die Färbung. Und ja, er lebt *g* – die ganze Zeit hielt er mich gut im Blick, und die Kehle bewegte sich beim atmen.

Wir nehmen an, wieder einen Teichfrosch vor uns zu haben, ganz sicher sind wir aber nicht.

Magnetische Worte – 143 –

Wenig Besuch diesen Sommer – und der da war hatte keine Lust aufs magnetisieren …. aber nun gibt es doch noch ein paar schöne, neue magnetische Worte auf unserer Tafel, denn der Graf war wieder zu Besuch, mit teff und Schmutzfuß. Hier ist das erste Werk, verständlich besonders im Rückblick:

2017

 

Auch 2018: Hosenkauf. Allerdings ohne Magneterwähnung. Und offenbar schon vorher dasselbe, denn sonst wäre diese tief philosophische Frage ja nicht 2017 schon aufgekommen…. aber nun, holla:

 

Soso…. 😉

Jungfer

Vor gaaaaanz vielen Jahren bekam ich vom Folgä mal ein Päckchen mit Saat zum Geburtstag. Jungfer im Grünen stand drauf und war drin. Weil, so eine sei ich doch, da müsse doch sowas auch in meinen Garten 🙂

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1f/2007-10-25Nigella_damascena_10.jpg/601px-2007-10-25Nigella_damascena_10.jpg

  Jungfer im Grünen  Bild von Wildfeuer

Lange Jahre stand sie auch dort, denn der Garten-Schwarzkümmel (der andere Name der Jungfer) sät sich gern wieder aus. Und in diesem Sommer habe ich mtr mal wieder eine Samenkapsel gemopst, in Gedenken an Folgä 🙂

Aber es gibt noch eine andere Jungfer in meinem Garten: die blaugrüne Mosaikjungfer, und von der hat bei ihrem Besuch satay-spiess ein schönes Bild machen können, das ich hier nutzen darf

(Blaugrüne Mosaik-)Jungfer im Grünen

Derzeit fliegt sie im Hof, hinten bei der Au, und eben auch um die Kirschbäume – da wir immer nur eine zur Zeit sehen, weiß ich allerdings nicht, ob wir mehrere haben oder nur dies eine Weibchen.

Fleißiges Wespchen

Woooohooooo!

Ich weiß nicht, wen wir da von Anfang an beim anlegen ihrer Niströhre beobachten konnten, aber ich habe Filmchen und Fotos vom Bau einer Niströhre machen können! Erst sah ich sie länger suchen, und dann wurde offensichtlich, daß ein Plätzchen direkt vor meinem Gartenstuhl ihr Wohlgefallen gefunden hatte Der Beginn – sieht irgendwie so aus, als wird das nix …

Aber es wird doch, und zwar gar nicht so langsam!

 

und bloß eine Viertelstunde später sieht man Frau Wespe schon nur noch sporadisch, wenn sie Abraum aus der Grube schafft, die schon tiefer als Frau Wespe lang ist. Verrückt, wie effektiv und schnell so ein Tier graben kann!

Kann man das auf dem „am nächsten Tag“-Bild erkennen? Aus dem Abraum ist ein richtiger Hügel entstanden, auf der „Blattseite“ niedriger als zur hinteren Seite.

Nach längerer Suche und abgleichen von Fotos und Lebensweise boin ich ziemlich sicher, es mit irgendeiner Frau Grabwespe zu tun zu haben.

 

 

Seht Euch mal die Wanze an….

Ein wirklich winziges Tierchen leuchtete mir Anfang Juli entgegen (wie winzig sieht man daran, wie deutlich man die Härchen am Pflanzenstengel erkennen kann), ließ mich aber nur dieses einzige Foto machen – und mich lange im Unklaren darüber, was es wohl sei. Bis ein Durchgang mit Web-Bildersuche sämtlicher Wanzen, die bei der Insektenbox gelb-schwarz aussahen, mich auf

Grypocoros sexguttatus

aufmerksam machte, die offenbar manchmal dann doch genau die Zeichnung hat wie mein Wänzelein. Hier sieht man’s *klick* In der englischen Wikipedia fand ich, es solle sie eigentlich in ganz Europa geben, in „spruce forest edges“ – spruce wurde mit „schmuck“ oder aber „Fichte“ übersetzt. Beides ist in meinem Garten eher nicht zu finden, weder schmucke Ecken noch solche mit Fichten *gg*. Aber das Wänzelein. Tja.

Aber tanzen sah ich bisher noch keine meiner Wanzen, obwohl ich doch dieses Liedchen immer so geliebt habe als Kind – kennt Ihr’s? „Seht Euch mal die wan an, wie die Wan tan kann – auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wan  ….“

Prädikat: nicht lernfähig!

Gestern:
Gehe raus in den Garten. Die Sonne scheint, wie schön! Möchte mich ausruhen, diese erste Arbeitswoche nach drei Wochen „krank“ hat es in sich: gleich FÜNF Tage (normalerweise arbeite ich ja 3 oder 4), und dann ist der eigentlich freie Tag auch noch von zwei Stunden Arbeit unterbrochen, Notfall. Sowieso ist „ausruhen“ relativ: Termine und in diesen einen freien Tag gepacktes sind bereits erledigt oder warten noch.

Also einmal durch den Garten schlendern, dann schön mit dem Buch hinsetzen und die Sonne genießen!

Anderthalb Stunden später finde ich mich neben einem großen Haufen Ranken und Zweige wieder, der Rücken schmerzt, die Hände ebenso. Huch, was ist passiert?????

Bei meinem Gang war mir aufgefallen, daß die böse Sigone derzeit lange Ranken bildet und vom Tunu-Gebüsch aus auf dem Weg ist, Gebiete zurückzuerobern, aus denen ich sie bereits erfolgreich verbannt hatte. Das geht natürlich nicht, also weg mit den Ranken – und dann auch gleich samt der Wurzeln, von denen sie ausgehen. Zwei Meter entfernt. Mitten im Gebüsch. Da sind noch viel mehr…. und da…. und da….. und – was ist DAS!? Der Hartriegel hat Bodenabsenker gebildet, die schon Wurzeln getrieben haben …. das will ich da aber nicht, so hat das Pfaffenhütchen, das ich dorthin umgepflanzt hatte, keine Chance! Raus damit….

Tja. Heute und morgen arbeiten mit Händen, die nur schlecht greifen können und einem Rücken, der trotz Massage zwickt und zwackt.

Prädikat: nicht lernfähig!

Und jetzt setze ich mich mit meinem Zweitfrühstück GANZ IN RUHE IN DEN SONNIGEN GARTEN

 

 

Disteln – ich mag sie halt

Das steht auf einem T-shirt, das ich habe, und im Prinzip stimmt es – wenn die pieksenden Rosetten nicht grad mitten auf dem Weg oder im Staudenbeet sind – autsch! 😉

In unserem Garten sind die raue Gänsedistel

und eine ganz besondere (also – ähm – dachte ich), die dies‘ Jahr ganz von allein hinten wuchs:

Im Bestimmungsbuch stand sie unter Lanzett-Distel. Okay – schön und gut, aber offenbar ist das nur ein anderer Name für die Alltagsdistel „Gewöhnliche Kratzdistel“, (Cirsium vulgare)…. na, soll mir auch recht sein, Hauptsache, Hummeln und Schmetterlinge haben ihren Spaß 😉

Dafür habe ich allerdings dann nirgends eine Acker-Kratzdistel gefunden, und von der, so dachte ich immer, wären die Rosetten – die sich dann als die der Lanzettdistel herrausgestellt haben…. also doch nur zwei, vorläufig 😉

 

Nichts!

Komme in die Küche, gucke auf die Uhr

Oh mein Gott!!!

In einer Stunde muß ich schon los zur Arbeit! Wie kann das sein, ich habe doch nocht nichts gemacht, und ich bin doch schon um halb neun aufgestanden!?

Innegehalten.

Nachgedacht.

Nichts:

  • den nächsten Rundbrief für den Naturgartenverein vorbereitet
  • die Abrechnung für gestern, Insektentag in Unewatt, Stand für ebenden Vrrein, gemacht
  • mehrere Mails beantwortet
  • Spülmaschine ausgeräumt
  • Gepflanzt, gesät
  • Silbergoldnessel gerupft
  • Entengrütze abgefischt
  • Varroen gezählt

…und danach kam ich also in die Küche….

Neulinge 1: Saattüte „Druiden“

Angeblich insektenfreundliche Saaten-Mischungen sind ja derzeit der ganz große Hit in den Supermärkten. Meist sind auf Effekt ausgelegte Billigsaaten drin; hübsch anzusehen im ersten Jahr, wenn sich Honigbienen und Hummeln auf Phacelia, Kornblume und Klatschmohn tummeln – im 2. Jahr schon ziemlich ausgedünnt und im 3. ärgert sich der gutmeinende Kunde, daß da ja „nur“ noch Gras, Brennesseln und/ oder „ortsübliches Unkraut“ unscheinbar vor sich hin blühen und ergänzt frustriert seine Kiesschüttung, wo er zuvor durch die 10 qm „Insektenmischung“ das gute Gewissen aufrechterhalten hatte.

Ja, ich weiß, das ist jetzt sehr zynisch. Ich will damit auch weniger den Insektenmischung kaufenden Gärtner kränken, sondern ein wenig übertrieben zeigen, was das Problem mit vielem ist, was „Hype“ ist: es wird billig in den Super- und Baumärkten verwurstet, und hier ist oft eben nicht auch gut, was günstig ist. Weil die „Effekttütchen“ halt zum größten Teil Einjährige enthalten. Die schön bunt sind, aber außer für Honigbienen und Hummeln nicht sehr viel Attraktivität haben – und sich nicht lang halten,

  1. weil Ackerbegleitflora (Mohn, Kornblume, Kamille und Co) auf bearbeiteten Boden zur Keimung angewiesen ist, einjährige Sommerblumen (oft um 90% des Inhalts der Tütchen) sich meist nicht weiter aussäen, weil sie die Witterung hier nicht vertragen (siehe Punkt 3) oder sich gegen die wieder aufkommenden Gräser nicht durchsetzen können. Es muss also nicht nur eine neue Tüte gekauft werden, sondern für eine erneute Einsaat auch der Boden umgebrochen werden – der Tod für alle Insekten, deren Larven in abgestorbenen Halmen oder in Bodennähe überwintern.
  2. weil am buntesten nunmal Blumen auf Magerstandorten blühen – deren Saaten sich aber auf unseren fetten Böden in S-H nicht wohl fühlen.
  3. weil zum größten Teil nicht einheimische Pflanzen in den Tüten sind, die zwar hübsch aussehen, aber unseren gefährdeteren Insekten nunmal nicht weiterhelfen, da diese zT, wie ichs schon mehrfach berichtet habe, nunmal auf Pflanzen angewiesen sind, die es hier natürlicherweise gibt – um ihre Jungen aufziehen zu können. Und da helfen Schlafmützchen, Cosmeen, Kokarden, Ringel- und andere Sommerblumen nicht wirklich weiter

Jedenfalls ist das, was da verkauft wird, sehr oft nichts als ein hübsches, aber wenig nachhaltiges Blumenbeet. Und auch die bunten Blühstreifen am Ackerrand enthalten zahlreiche nicht einheimische Arten, die von den meisten gefährdeten Insektenarten nicht genutzt werden können, denn ihre Blühmischungen sind auf die Bedürfnisse von Honigbienen zugeschnitten.

Das war jetzt eine lange, aber wichtige Vorrede für das, was ich eigentlich berichten will::

Wir haben beim Gottorfer Landmarkt ein Tütchen mit „Insektenmischung“ von der Druidenloge geschenkt bekommen. Der zugehörige Mensch sagte zum Herrn F. auf dessen Frage: Dochdoch, das seien einheimische Pflanzen. Hmmmmm –
tatsächlich zeichnet sich eine vernünftige Saatmischung schonmal zuallererst dadurch aus, daß draufsteht, was drin ist! (Obwohl das leider im Umkehrschluß nicht heißt: überall, wo was draufsteht ist auch Gutes drin)
Hier jedenfalls gab es tatsächlich eine lange Liste. Deshalb hab ich mir die Tüte auch aufgehoben und einen Test gemacht. Mal gucken, was drin ist von dem, was draufsteht. Und was bei mir wächst. Und ob es tatsächlich einheimische sind.

Durch den Mauerbau war ein kahler Fleck entstanden, wo vorher das „Baustoffdepot“ gewesen war. Den habe ich, weil einigermaßen sonnig, mit dem Tütchen eingesät. Und tataaaa, inzwischen keimt einiges.

Leider auch so einiges, das auf „schon wieder so ein sinnloses Billigzeugs“ hinweist – aber nicht nur. Und so habe ich mich mal dran gegeben, die lateinischen Namen nachzugucken, mir die deutschen rauszuschreiben und das ganze mit dem, was ich schon erkennen kann, abzugleichen:

die Häkchen im Kreis sind die Pflanzen, die ich bereits entdecken konnte. Die Punkte dahinter bedeuten „hatte ich schon vorher im Garten“. Das Bild ist groß und kann zur besseren Lesbarkeit angeklickt werden

Auf dem Tütchen gab es 2 Abschnitte (bei mir links und rechts getrennt), es stand aber nicht da, was das zu bedeuten hat. Wenn man jetzt abgleicht, sieht’s für mich so aus: links sind die großenteils tatsächlich einheimischen und durchaus sinnvollen Pflanzen – rechts der „Füllstoff“, der schon reichlich keimt.

Bereits blühendes:

  • Lein,
  • Boretsch,
  • Mohn,
  • Koriander,
  • Dill,
  • Kornblume,
  • wilde Malve,
  • Phacelia und
  • Schwarzkümmel.
  • September: Färberkamille und
  • Ringelblume

Schwarzkümmel, Dill, Koriander, Boretsch und Phacelia sind schonmal nicht einheimisch. Mohn und Lein hab ich nicht nachgeschaut, die Malve ist eine einheimische. Und die Kornblume ist eine Sorte, denn sie ist pastellblau statt wie die einheimische kornblumenblau. Das geht leider also nicht gut los, wenn es auch alles Pflanzen sind, die von Insekten zumindest als Nahrungsspender gemocht werden.

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Ich bin gespannt, was sich weiter tun wird und werde das unter Beobachtung halten! Einige Keimlinge habe ich ja schon identifizieren können (siehe „Haken im Kreis“), aber es ist ja noch genug Potential, sowohl in der Liste als auch bei den mir unbekannten Keimlingen.

Und irgendwann gibt’s dann auch „Neulinge 2 und 3“, denn ich hab ja noch die GUTEN (hoffe ich): den „mähbaren Kräuterrasen“ und den „Schattsaum ohne Gräser“, auch die mit Artenlisten und letzterer bereits in Teilen ausgesät. Aber erst vor kurzem. Und der Kräuterrasen kommt erst im September raus, nachdem ich wie empfohlen Keimlinge aus dem Sand/ Kies (die auch tatsächlich grad momentan massenhaft aufgehen) gejätet habe


Ich möchte hier, weil es dazu paßt (von wegen billig ausnutzen, daß Laien es gut meinen), zu und zu gern nochmal auf das wunderbar anschauliche Faltblatt von Dr. Eckloff zum Thema „Insektenhotel“ aufmerksam machen. Also, bitte, wer’s noch nicht kennt oder nochmal auffrischen möchte:  *klick*)

Wenn der Schwanz nicht weiß, was der Kopf sich ausgedacht hat…..

dann kommt sowas dabei raus:

Die Post will Büchersendungen abschaffen. Bzw will sie, daß man Bücher, die dicker als 5cm MIT VERPACKUNG sind, als Päckchen schicken muß, für 3,79 Euro statt wie bisher für 1,70 Euro.
Nun gibt es aber eine Übergangsfrist bis 31.12., und ich weiß das. Nicht aber die Angestellte- und in der neuen Preis-Info wird es nicht erwähnt. Also hat sie sich geweigert, meine Büchersendung anzunehmen.
Wenn sie’s annähme, sagte sie, dann würde sie Ärger kriegen, man sähe dann ja, daß der Kasten hinterm Tresen von ihr befüllt sei. Sie war völlig überfordert …. Ich also: okay, dann geben Sie mir die Marken, ich werf’s draußen in den Kasten …. *g*
Aber das wäre ja zu einfach: Büchersendungen dürfe man garnicht in Briefkästen werfen (!) Die müsse man abgeben, wie Päckchen, das sei immer schon so gewesen!
Ich konnte von Glück sagen, daß sie mir die Marken noch verkauft hat…..
Habe ihr gesagt, daß ich nicht die einzige bin, die seit Jahren den Postkasten benutzt, aber auch das hat sie mir nicht geglaubt. Langsam war’s mir dann auch wurscht, ich hab das Buch reingeworfen und Schluß! Zum Glück war’s nicht zu dick für den Schlitz….

Hier steht übrigens die Info, die man bei der Post offenbar nicht nötig hat, zu kommunizieren:
https://www.deutschepost.de/—/buechersendung_national.html