Mein Buch des Jahres

Mein persönliches Buch des Jahres ist eines, das ich als Überraschung geschickt bekam:

„Das Geräusch einer Schnecke beim essen“.

Ich mochte den Titel, den ich zuvor schon einige Male gelesen hatte, und hatte tatsächlich deshalb schon überlegt, das Buch zu kaufen – aber wer weiß schon, was hinter einem schönen Titel steckt?

Dahinter steckt in diesem Fall ein recht dünnes Buch, das in lakonischem Ton eine Geschichte vom „sich abfinden müssen“ mit „was draus machen“ und ganz viel „lernen“ für den/ die LeserIn verbindet. Und die Geschichte ist halb-autobiographisch (heißt: ziemlich so gewesen, aber – dies ist ein Roman – nicht genauso):
Frau Bailey hat sich einen heftigen Virus eingefangen, der sie immer wieder für Wochen, gar Monate ans Bett fesselt. In dieser Situation schenkt eine Freundin ihr einen Topf mit Veilchen, an dem sie eine winzige Gehäuseschnecke entdeckt. Diese Schnecke wird zur Gefährtin der nächsten Monate. Und der Prozeß des kennenlernens ist so schön beschrieben und dabei mit so viel Wissen und auch Liebe zur Natur ergänzt, daß ich völlig fasziniert vom Buch war und bin.

Im echten Leben ist Frau Bailey Gärtnerin und Journalistin. Beides merkt man: sie kann einfach gut schreiben, und sie hat einen echten Bezug zur Natur. Mit den Schnecken hat sie sich aber laut Buch-Info erst während ihrer Bekanntschaft mit „ihrer“ Schnecke in ihrer Krankheitszeit befasst.

Für mich trifft der Bezug zur Natur, den Frau Bailey im Laufe des Buches schildert, sehr genau das Gefühl:

Du kannst nur mögen, was Du kennst.

Bernsteinschnecke. Feuchte liebend und im Frühjahr (als es noch feucht war *g*) zuhauf in Teichnähe zu finden.

Hier betrifft das eine Schnecke, die Frau Bailey dazu führt, von Schnecken ganz allgemein fasziniert zu sein, weil sie diese eine gut kennenlernt. Mir geht es so mit meiner Umgebung, die ich ja in diesem Jahr auch viel intensiver kennengelernt habe, indem ich versuchte, ihre BewohnerInnen zu identifizieren. In diesem Prozeß ist mir aber auch viel klarer geworden als zuvor:

Was Du nicht kennst, das kannst Du nicht vermissen.

Und schon ist der Bogen geschlagen zur Naturschutzarbeit, zu dem, was ich bei Stand-Betreuungen und auch im Gespräch mit KundInnen oder Bekannten immer wieder merke: daß der direkte Bezug zur Natur um uns herum doch sehr verlorengegangen ist, daß Viele nicht mal die allerhäufigsten Vögel auseinanderhalten können (geschweige denn anderes Getier) und nichts über Zusammenhänge wissen. Auch Frau Bailey merkt erst beim beobachten ihrer Topf-Schnecke nach geraumer Zeit, daß so ein Töpfchen mit nur einer Pflanze drin als Lebensraum und Futterspender nicht genug ist für ihr Schnecklein. Aber als sie es merkt, da tut sie was….. und ich hoffe, daß das den Menschen genauso gehen wird, die Frau Baileys Buch lesen oder auf irgendeinem anderen Weg einen persönlichen Bezug zu dem, was um sie herum geschieht, bekommen.

Hoffen und harren hält manchen zum Narren„, würde jetzt wieder einmal mein Vater sagen. Aber ich glaube fest dran, daß die meisten Menschen nicht Roundup spritzen, ihre Gärten schottern oder große Bäume fällen um der Natur zu schaden, sondern schlicht, weil sie den Zusammenhang nicht präsent haben zwischen ihrem eigenen Wunsch nach Ordnung und Arbeitserleichterung und dem Natursterben ringsum.

Okay.

Los, Frau Bailey, erklimmen Sie, langsam, aber hartnäckig die Bestsellerlisten – so wie Ihr Schnecklein das Veilchen 🙂 Das Zeug dazu hat Ihr Buch! Und es kann bei mir ausgeliehen werden, in BookCrosserkreisen ist es bereits unterwegs.

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Magnetische Worte – 139 –

Frühlingskleid …. Mannomann, hab ICH lang keine magnetischen Worte mehr hier aufgenommen, wieso eigentlich????

Novemberwetter

Jetzt, in der Adventszeit, ist das typische Novemberwetter hier angekommen: es fisselt ständig, teils regnet’s auch ergiebig, den ganzen Tag wird es nicht hell, und die Temperaturen liegen bei 10°.

Mir solls recht sein, solange das nicht glatt ist – die Nässe braucht der Garten, und draußen sein ist eh nur noch in kleinen Häppchen wie an dem einen schööööönen Tag in Eckernförde möglich.

Derweil habe ich heute zum 1. Mal Krankengymnastik gehabt – und eine Gewichtsmanschette mitbekommen, mit der ich die kranke Schulter „pendeln“ soll: in Schrittstellung leicht vorgebeugt hinstellen, mit der linken Hand abstützen, die rechte mit Manschette runterhängen lassen. Dann anschubsen – nach vorn oder seitlich – und ohne Kraft und Führung(!) per Schwerkraft auspendeln lassen. Immer mal neuen Anschubs geben, aber sonst ganz lose lassen.

Okay, Frau KG, wird gemacht….

Und sonst? Ofen, Katze, TV, lesen, ole Lüüd besöken, Friseur, Weihnachtsgeschenke besorgen – ich habs schon gut, finde ich….. gestern war ich auffe neuen Arbeit, erste Dienstpläne abholen, und als ich mit Frau Chefin sprach, sagte ich so, daß ich mich auf die neue Arbeit freue – da schallte es aus dem Off „Wir freuen uns auch!“ – das war die neue Kollegin, mit der ich auch beim probearbeiten zusammengearbeitet hatte.

Hab ich mich ziemlich drüber gefreut!

 

Ein schöööööner Tag….

Ich bin krankgeschrieben.

Das liest sich jetzt erstmal alles andere als schön. Aber ist es eigentlich nicht, denn ich bin krankgeschrieben mit einer Entzündung in der Schulter, die runterzieht bis in den Daumen, und die mich am Montag auffe Arbeit nicht richtig arbeiten ließ: Kartons heben? Sachen einräumen? Alles nur unter Schmerzen möglich, und mit Hinfall-Risiko, weil ich schwerere Dinge (und das ist in dem Fall schon, Daumengelenk, eine Kilopackung Mehl) einfach nicht richtig festhalten kann. Also zum Doc. KG und eine Cortison-Stoßtherapie.

Aber: im Privatleben stört das nicht wirklich, schonen ist oberste Maxime, aber schulterschonend kann ich im schönsten Sonnenschein Eckernförde besuchen, endlich die lange bestellte und schon vor 14 Tagen angekommene Jacke abholen, die ich mir gegönnt habe: Mufflon, sauteuer, aber 100% Wolle, gefilzt und schön warm,  mir super passend, schön aussehend und bis auf die Reißverschlüsse plastikfrei. Dachte ich jedenfalls, bis ich unten ein Zuziehbänzel entdeckte, das völlig überflüssig ist, nuja….

*räusper* – also, in echt sieht die wirklich schön aus…. und nicht so rustikal *g*

Dann hatte ich noch über eine Stunde Zeit, bis ich mich mit Anja treffen wollte, also habe ich noch in einen Secondhandladen geguckt, und da sprang SIE mich an – sowas hatte ich noch nie, aber ich finds ausnehmend schön, die passt wie angegossen und ich fühlte mich trotz „das sieht aber ganz schön edel aus“ gleich richtig wohl drin. Ist leichtere Wolle, gewebt:

Auch hier: irgendwie ist das schwierig mit dem fotografieren…..

So soll shoppen sein, rein, sehen, paßt, kaufen, alles gut!!!! 🙂

Dann noch im Strandkorb in der Sonne am Strand gesessen, mit Cappuccino – solange es irgendwie geht, draußen zu sein, kann ich die Location direkt am Strand am Ostseeinfozentrum wirklich sehr empfehlen! Drin ists allerdings nix, da sitzt man wie im Kiosk.

Dann ein schönes Treffen mit Anja, und auch noch die Latschen, die im 1. Versuch de ole Fru nicht passten, umgetauscht – und jetzt ab vor den Ofen, allerdings vorher noch duschen, da steh ich ja nicht so drauf, aber irgendwas ist ja immer 😉

Ein guter Tag!!!!

Was ist ein Test?

Wenn Euch Jemand fragt

möchtest Du mal ausprobieren, ob es Dir taugt, einen Automatik zu fahren statt des gewohnten Autos mit Schaltgetriebe? Vielleicht findest Du’s ja toll!?

Und Du sagst

Okay, kann ich ja mal testen

Dann heißt das nach meinem Verständnis: ich setz mich mal rein und fahre ein paar Kilometer, und dann kann ich sagen „ohja, fein, der ist ja super“, oder ich sage „oh, Kacke, das paßt mir aber garnicht, ich will zurück in mein gewohntes Auto!!“

WordPress scheint das anders zu sehen.

WordPress hat mich gefragt, ob ich mal den neuen Editor testen mag, und weil ich aus bisheriger Erfahrung schon Bauchgrimmen bekomme, wenn ich von WordPress nur das Wort „neu“ höre, hab ich mir gedacht „okay, Fjonka, bevor Du jetzt schon genervt bist, daß irgendwann wieder so eine Katastrophen-Änderung auf Dich zu kommt, guckst Du Dir den halt mal an. Vielleicht ists ja nicht so schlimm, dann kannst Du es ruhig auf Dich zukommen lassen. Oder Du überlegst echt mal, ob Du irgendwo anders hin wechselst.“

Gesagt, getan – festgestellt: ohweh, das ist richtig, richtig blöde!!! Verkomplizierung ohne Nutzwert! Verdammt!!! Ich wollte den Test beenden – aber, und jetzt wird es erst richtig blöde: nirgends gehts zurück zum alten Editor!

Ich konnte es erst nicht glauben, aber es ist wohl wirklich so: wenn WordPress fragt

Möchtest Du testen?

Dann meint das

Laß mich Dir etwas neues dauerhaft aufzwingen

Ich komme tatsächlich aus der Nummer nicht mehr raus 😦

Ich hab schon alles mögliche probiert:

  • auf der Seite im Dashboard nach dem entsprechenden „klick“ zu suchen natürlich als erstes,
  • mir dort den „Erklärbär“ zum Editor anzusehen, der ALLES erklärt außer was der Sch*** soll und wie man da wieder rauskommt
  • Cookies und Browserverlauf zu löschen
  • und, nach einem Tipp aus dem BC-Forum, ein entsprechendes Plugin zum deaktivieren des neuen Editors zu nutzen – aber Plugins installieren geht nur auf kostenpflichtigen Seiten….

Nach zwei Tagen, nach unendlicher Sucherei und sinnlosem Herumgeklicke, nach genervtem Gefluche und, ja, nach „den Tränen nahe“ – Abbrüchen habe ich jetzt immerhin herausgefunden wie man innerhalb dieses neuen Kack-Editors an die Funktionen herankommt, die ich als elementar und ganz normal empfinde und deshalb unkompliziert weiter nutzen möchte – sowas wie kursiv oder fett zu schreiben, ein Wort farblich abzusetzen, eine Liste anzulegen …… – all das ist im neuen Editor nur auf komplizierteste Art und nicht, wie zuvor, eben mal nebenher erreichbar. Ich habe jetzt aber immerhin rausgefunden, daß es möglich ist (wenn auch, weil nicht von vorneherein angeboten, offenbar unerwünscht), innerhalb der

wunderbaren, neuen Welt der Blöcke

(Zitat WordPress, ich könnte kotzen!!)

auf Umwegen an einen Block namens „classic“ zu gelangen, der ähnlich einfaches schreiben wie zuvor zuläßt. Das hat mich allerdings Stunden sinnlosen Genervs gekostet. Und wird vor dem schreiben jeden neuen Beitrags einige Zeit beanspruchen, um genau dorthin zu gelangen, wo man vorher automatisch war. Fast genau – denn ein paar Dinge funktionieren trotzdem nur über mehr klicken und umständlichere Prozeduren. Wahrscheinlich sollte ich dankbar sein, daß sie überhaupt funktionieren, denn – dem geschenkten Gaul…. aber wenn der geschenkte Gaul vorher ein freundlicher, angenehm zu reitender war, der jetzt gegen einen bissigen, buckelnden ausgetauscht wurde, dann ist das mit der Dankbarkeit schwierig.

Also, liebe Leute – sollte Euch eine Website je fragen, ob Ihr irgendetwas ausprobieren wollt: ich warne Euch! Tut das nur, wenn Ihr sicher seid, im Zweifelsfall das auszuprobierende auf Dauer ertragen zu können! Denn wer weiß schon, welche alternativen Bedeutungen Eure Website dem Wort „Test“ verleiht…….


P.S.: Natürlich könnte ich jetzt zu zahlen beginnen, dann könnte ich das Plugin herunterladen, das dazu führt, daß ich wieder wie zuvor meine Beiträge schreiben kann. Aber dort, wo ich nachgelesen hatte steht auch, daß auch zahlenden Menschen diese Möglichkeit nur noch kurz offenstehen wird. Denn WordPress hat angekündigt, die Welt bald schon vollständig zwangszubeglücken. Der neue Editor wird eingeführt – nicht als Wahlmöglichkeit, sondern alternativlos. Das bringt also auch nichts.


PPS Hallelujah! Auf absolut unlogische Art KANN man aus der Nummer raus, wattundmeer hat mich in den Kommentaren drauf gebracht, dankedankedankedanke!!!! :-))))))))

Gemeiner Ohrwurm

Ganz anders als sein Name ist der gemeine Ohrwurm überhaupt nicht gemein, er kriecht nämlich in kein Ohr hinein, wenn man ihn nicht zwingt. Ganz harmlos isser, zumindest für menschliche Ohren, und die beeindruckenden Zangen (Cerci) verwendet er nicht zum kneifen (deshalb ist auch der Name „Ohrkneifer“ eine echte Verunglimpfung), sondern zum Beutefang oder, beim Männchen, um das Weibchen bei der Paarung festzuhalten

Das große da links am Fühler ist übrigens ein Bienenbeinchen… ganz schön klein, der Ohrkneifer…

Es gibt unterschiedliche Arten. Diesen, den gemeinen eben, erkennt man an den hellen Flanken und daran, daß die Ansatzteile der Cerci breit und flach sind und im Übergang zu den runden Enden ein einzelner Zahn sitzt.

Unsere Ohrkneifer wohnen in Großfamilien unter den Deckeln der Bienenkästen, und auch unten in den Schiebern sitzen sie gern. Da können sie dann Varroen ausräumen, wenn die Gemüllschubladen drin sind.

 

Ole Katz

Die Ofenbank ist wirklich SEHR warm, und nach einiger Zeit springt der Dicke immer runter und legt sich flach auf den kalten Boden …. ich mache mir stets ein wenig Sorgen, wenn er dort länger liegt, daß das alte Herz das vielleicht nicht mitmacht – andererseits: einen schöneren Tod kann man sich doch eigentlich garnicht vorstellen, als dort einzuschlafen….

Es geht nun schneller, daß der Dicke „weniger wird“, finde ich.

Hier sieht mans: zauselig, hinten etwas eingefallen …

Die Augen sind trüb, trotz Schmerzmitteln sind die Bewegungen oft steif, der Appetit ist nicht der beste, oft merkt man, wie mühsam das hinlegen ist. Und manchmal steht er in Wohnung oder Garten ein, zwei Minuten rum „wie bestellt und nicht abgeholt“. Dann wird mir ganz weh ums Herz, mein Eindruck: er weiß in dieser Zeit gar nicht, was er gerade eben noch wollte (im besten Fall. Im schlechteren: wo er grad ist)

und nein, er hat nicht zugenommen – bei alten Leuten verteilt sich das vorhandene bloß manchmal ein winziges Bißchen ungünstig *gg*

Aber solange er noch so wohlig liegen kann, auch manchmal auf dem Schoß, und schnurrt, manchmal auch spielt; solange er uns, wenn er denn mitkriegt, daß wir kommen, noch von der Tür abholen kommt; solange er noch aufs Sofa hüpft und sich dort gemütlich einkringelt (wenns auch länger dauert); solange er noch rausgeht, nicht nur um schnell zu pinkeln sondern auch um sein Revier zu inspizieren (das Klo drin steht wieder leer da, seit der Infekt weg ist – möge er endgültig weg bleiben, bitte); solange er sogar noch Nachbars Luzie im Sprint vertreibt – solange ist er einfach nur ein alter Herr mit allen blöden Zipperlein, die dazu gehören.

 

Gemeine Feldschwebfliege

Es ist ein Junge!!!! 😉 Schwebfliegen sehen wespenähnlich aus, manche auch bienenähnlich. Sie sind nämlich total wehrlos, und so tarnen sie sich mit den Warnfarben der gefährlicheren stachelbewehrten (sehr!!!!!) entfernten Verwandten

Die ist ein Bild aus dem Archiv, vom Juli)

Zufällig kam am Dienstag bei NaturAG Bramsche auch ein Schwebfliegen-Portrait einer anderen Art. Und dort wurde noch mehr interessantes zu Schwebfliegen geschrieben, u.a. auch, wie man sie von den Wespen unterscheiden kann: *klick*

Unterwegs – eine Sommer-Exkursion

14. Juli 2018

So hübsch behütet kann der alte Stamm noch lange als Futter- und Nistort für Vögel und Insekten dienen

Dunkle Wolken liegen über Schwansen, als wir am Straßenrand parken, um endlich mal wieder bekannte und (uns noch) unbekannte Naturgarten-Liebhaber zu treffen. Wir sind vom Naturgarten e.V. eingeladen, den Garten von Ilse gezeigt zu bekommen, und gemeinsam Insekten-Nisthilfen aus Tonröhren und Lehm zu bauen. Danach soll es noch in einen Schmetterlingsgarten einige Kilometer weiter gehen. Wir sind gespannt.

Der erste Eindruck: hier bei Ilse ist es richtig schön kuschelig! An allen Wänden wachsen Klimmpflanzen, überall sind Wege, Nischen, Sitzplätze, und eine uralte, hohle Eiche beschirmt das Gelände. Je mehr man schaut, desto mehr kann man entdecken: Nisthilfen überall, für Vögel und für Insekten. Totholzzäune. Steine. Durchgänge. Wir sind beeindruckt.

Nach einer kurzen Begrüßung werden wir – fast dreißig Leute sind gekommen – in zwei Gruppen aufgeteilt. Ilse erklärt die Vorbereitung für unsere Nisthilfenbastelei, denn damit kann Gruppe eins schonmal anfangen, während Gruppe zwei den Garten gezeigt bekommt. Es stellt sich schnell heraus: was wir da bewundert haben, war erst ein Anfang! Es gibt auch noch einen großen Sonnengarten hinterm Haus, und hier blühen Karde, Steinklee, Oregano, Teufelsabbiß und jede Menge anderer Pflanzen ungeachtet der wochenlangen Trockenheit prächtig, Wildbienen und Hummeln sind in Hundertschaften unterwegs.

Die alte Eiche beschattet das Garten-WC

Und dann ist da ja auch noch der Senkgarten, angelegt in der ehemaligen Klärgrube, deren eine Hälfte noch Teich ist- und an diesem Teich dann der tiefe, windgeschützte Sitzplatz, umgeben von Findlingen und natürlich wild wuchernden Pflanzen – aber zurück in den Hof, nun wird gearbeitet. Das Rezept für die Lehmröhrennisthilfen hab ich Euch hier im Blog ja letztlich schon verraten, also überspringen wir hier mal den Bericht über die arbeitsame Zeit 😉

Nun setzen wir uns ans verdiente Essen, jedeR hat etwas fürs Buffet mitgebracht, und so können wir ordentlich schlemmen und dabei jede Menge spannende Gespräche führen.

Sehr schnell ist schon Zeit, weiterzufahren, es erwartet uns ja noch der Schmetterlingsgarten auf dem Biohof Schoolbek. Und der ist auf eine ganz andere Art beeindruckend! Hier wurde Mutterboden abgetragen, Kies-Schotter-Sand kam hin, es wurden kleine Hügel und eine Senke mit Steintreppen und Teich drin angelegt. Die ganze Bepflanzung ist darauf ausgerichtet, daß Schmetterlinge hier nicht nur für sich selbst Nektar, sondern auch für ihre Nachkommen Futterpflanzen finden können, wie uns Marx Harder erklärt.

warme Senke mit Teich, dahinter die sonnige, magere Wiese

Aber auch Kreuzottern, jede Menge Käfer, Wildbienen, Wanzen undundund leben hier. Und pünktlich kommt auch die Sonne hervor, denn ohne Sonne ist das ja schwierig mit dem beobachten von Schmetterlingen. 😉 Überall sieht man jetzt Menschen sitzen oder knien, die Niströhren im Boden studieren, versuchen, Pflanzen zu bestimmen oder sich erklären lassen, was einen Hauhechel-Bläuling von einem Faulbaum-Bläuling unterscheidet. Mark Harder erkennt sie sogar bei zusammengeklappten Flügeln…..

Als Bonbon obenauf gibt es dann noch eine kurze Wanderung (vorbei an kornduftendem Roggenfeld mit Kamille, Ochsenzunge und Kornblume – weil biologisch bewirtschaftet) zu einer ganz besonderen Fläche: wir erklimmen eine leichte Kuppe und stehen plötzlich im Paradies: eine Dauerweide, seit 30 Jahren ökologisch bewirtschaftet, auf leichtem Sandboden ist per se der Traum jedes Naturgärtners – hier bietet sie auch noch den Blick auf See-, Au- und Waldflächen.

Die Lerchen singen (wirklich, mehrere!!!!), die Sandglockenblumen blühen, der Himmel zeigt sich himmelblau mit Schäfchenwolken – wenn wir uns hier umsehen, dann wissen wir wieder ganz genau, warum wir uns weiterhin für mehr Natur stark machen wollen….

Ich möchte mich noch gerne einem eindringlichen Appell Frau v. Redeckers anschließen: Politisch wählen können wir nur alle paar Jahre mal, und ob unsere Wahlen so viel ändern, das sei noch dahingestellt. Aber wir können täglich wählen, ob wir Bioware einkaufen und dadurch solche Flächen wie diese oder den blühenden Roggenacker fördern wollen oder ob wir mit unseren Einkäufen die konventionelle Landwirtschaft unterstützen – wir haben es (mit) in der Hand, wie unsere Landschaft aussieht!


Fast genauso ist dieser Artikel übrigens just in der neuen „Natur & Garten“ erschienen. Ich wollte dem nicht vorgreifen, daher erst jetzt hier. Und auch mein Beitrag über die selektive Wahrnehmung wurde, umgearbeitet und mit neuen Fotos versehen, auf mehreren Seiten abgedruckt. Das ist schon toll, so gedruckt wirkt das nochmal anders, und ich bin durchaus ein wenig stolz … 🙂

 

 

Aus einem hübschen öffentlich besuchbaren Schulgarten im Allgäu

Muß mir demnächst unbedingt mal einen Schnirkelschneckenwitz erzählen lassen! Der einzige Witz überhaupt, den ich mir merken kenne, ist ja der vom Reh:

Wie heißt das Reh mit Vornamen?
Kartoffelpü

Tanzen!?

Dieses Wochenende steht im Zeichen der Musik:

Sonnaaaahm’d Abend, also heute, ist im Kühlhaus „Tanzwerk“ – ich hoffe sehr auf tanzbare Musik für mich. Auf alle Fälle ist es sowas wie die einzige Chance, wenn frau in Flensburg als Ü-50-jährige weder Lust auf Tanztee noch auf Wolle Petry und Helene Fischer hat. Und auch nicht auf Techno.

Vielleicht hat ja von Euch noch Jemand nix davon mitgekriegt und mag sich nun auch auf die Beine machen!?

Und morgen abend haben wir Konzertkarten für ein Flensburger Urgestein, die Charlie-Schreckschuß-Band.

Ich kann mich vage erinnern, daß ich die einmal zu meiner Anfangszeit hier, Angang der 90er also, gesehen und gut gefunden habe. Mal gucken, ob das was wird für uns. Auf alle Fälle sind wir in guter Gesellschaft und essen in dieser zuvor noch lecker indisch. Und sollte es dann „nichts sein“, so kann ich, hoffentlich vom heutigen Abend noch gut durchtanzt, einfach bräsig in der Ecke sitzen 😉

Die Tanzerlaubnis ist übrigens fotografiert im leiderleiderleider aufgelösten wunderbaren Bönstruper Dorfmuseum