Biens und ein wichtiger Gartentipp *seufz*

spielen dieser Tage bei windstillen, wolkigen 18° nochmal Sommer:

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richtig was los da!!

Die Futterzargen waren noch drauf (leer), weil noch so viele Bienen da drin sitzen. Seit vorgestern sind sie aber wech.

Wir sind durch mit unseren Bienen: gefüttert, jeweils nur einmal (!) behandelt gegen Varroen mit sagenhaften Ergebnisse von bisher dauerhaft nur 0-2 Varroen/ Tag, und alle drei Völker tragen ordentlich Pollen ein und wirken kräftig und vital 🙂

Vielleicht haben wir ja mal Glück und bringen drei kräftige Völker ins nächste Frühjahr mit!?

Die Kringelchen, die auf weniger Waben sitzen, weil sie nicht mehr bauen mochten, platzen schier aus den Nähten. Wahrscheinlich hätten sie im August, nach/ bei der ersten Futtergabe, wieder gebaut – aber da ist ja der Wabenabriss, der uns daran hindert, ein weiteres Rähmchen einzuhängen. Da müssen sie jetzt also durch. Das Mondvolk hat die wenigsten Bienen, aber ich denke/ hoffe: genügend, um durchzukommen.

P.S. noch ein Tipp von der (nun ein wenig erfahreneren) Gärtnerin: Nie, aber auch wirklich nie!!! Odermennig im Herbst umpflanzen, ohne vorher die Triebe zu kappen. Zumindest nicht, wenn man nicht eh vorhat, sich noch am selben Tag eine schicke Kurzhaarfrisur schneiden zu lassen. Die überaus klettigen, kugeligen Samen bilden nämlich heftige Klumpen in den Haaren, die nur mit viel Geduld, geopferten Haaren und Schmerzen zu entfernen sind. Weil die Triebe nämlich A lang sind und B sehr schön hin-und herpendeln und C die Samen sehr locker sitzen – alles in allem natürlich eine prima Taktik, mit der der Odermennig sich da verbreitet. Aber nuja, in der halben Stunde, die ich mit rausziepfen verbracht habe, hat sich meine Bewunderung in Grenzen gehalten……. ich habe sehr geflucht!

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Freumich-Abend

Samstag Abend. Fahre nach der Arbeit in den Hof – sehe: ein Empfangskommittee! 🙂
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Allerdings rührt sich das erst nach Aufforderung, um mich zur Tür zu begleiten *g*
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Zweites Empfangskommittee im Garten 😉 Und ein Freumich dazu: wr gaaaaaaaaanz genau hinschaut kann sehen, daß die beiden Mirabellenbäumchen an der Grundstücksgrenze ordentlich beschnitten wurden. Dankeschön, Ihr BesucherInnen 🙂
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Die knotige Braunwurz wurde von vielen Raupen heimgesucht, es ist fast nichts über. Warum das unter „Freumich“ steht?
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Weil sie sie erst haben aussamen lassen, bevor sie zu fressen begannen!
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Biens gehts prima! Die Sternchen sind nicht drohnenbrütig, der Herr F. hat vormittags nachgeschaut. Warum sie wohl Drohnen gezogen haben? Eine Weiselzelle hat der Herr nicht entdeckt (um diese Jahreszeit basteln sich Biens manchmal eine neue Königin, wenn sie mit der alten aus irgendwelchen Gründen nicht zufrieden sind) Große Brutnester hat er bei ihnen gesehen, und auch beim Mondvolk (die Kringelchen haben den Verdunster drauf, aber auch sie tragen Pollen ein)

Und wer genau guckt, sieht: auch die Kirschbäume sind fachkundig beschnitten 🙂
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… und dann hab ich noch glücklicherweise ein extrem unattraktiv wirkendes Buch mit dem überaus dämlichen Namen „Spaß mit den Zaubertanten“ zu lesen begonnen. Es lohnt sich: ein wenig ists wie früher, als mein Vater mit Fips und Kasper, den beiden Handpuppen, mit mir spielte – da passierten auch immer völlig unglaubliche Dinge, Gegenstände bekamen Leben und alles war haarscharf so, daß es aber vielleicht doch stimmen könnte *g* So auch hier. Und dann in diesem netten, altmodischen Tonfall geschrieben, den es in den peppigen Kinderbüchern heutzutage nicht mehr gibt.
P1110701Als letztes Highlight dann noch die mir vertraute Büchereitechnik (keine Bange, es ist ein ausgemustertes Büchereibuch!) mit Stempelzettel und Kartenhalter. Ach, wie gern wollte ich als Kind in der Bücherei arbeiten! Und warum? Weil man da immer Bücherstapel stempeln durfte!!!! 🙂

Jetzt aber noch schnell den Wermutstropfen: in der Mittagspause hab ich den Fehler gemacht, meinen ersten Macchiato zu trinken seit ich die Brecherei hatte – und nun ist mir wieder schlecht. Also weiter warten….

Und jetzt ab, raus in die Sonne, den jetzt begonnenen Urlaub genießen, bevor tatsächlich die angekündigten Gewitter kommen!!!!

Freumich-Abend 🙂

Au weia!

Mondvolk: um die 750 Varroen von FR auf SA. Sternchen um die 600. Und die nächsten Tage ging es munter genauso weiter, mal fand ich 400, mal 800, mal 200 – pro Tag und Volk.

Okay, man sagt: wenn 30 am Tag eines natürlichen Todes sterben (das war ja die Ausgangslage gewesen) dann sind hundertmal so viele im Volk, also um 3000. Wir sollten also froh sein, daß es nun so schnell Entlastung für Biens gibt.

Aber: das ist wirklich erschreckend. Ich hoffe sehr, daß in diesem Jahr zumindest nach der Behandlung (und zwar schon nach der ersten, bittesehr!) eine merkliche Dezimierung der Varroen zu sehen (zu zählen) ist. Wir hatten ja auch schon den Fall, daß sie starben wie die Fliegen – aber trotzdem nix zu merken war.

Verdunsten tut alles jedenfalls vorschriftsmäßig – nach etwa einem Viertel der Behandlungsdauer war am Samstag auch etwa ein Viertel der Säuren-Menge verdunstet. Noch 3-4 Tage hat der Verdunster jetzt Zeit, sein Werk fortzusetzen….Ich bin froh, daß wir diese Verdunster haben und nicht mehr mit dem Schwammtuch herumhantieren, das war ja doch immer sehr unsicher in der Wirkung.

Varroa

Mond- und Sternenvolk haben seit Dienstag den Verdunster drin (Ameisensäure)

Es ist erschreckend: gestern, nach 1 Tag, beim Mondvolk 170 Varroen gezählt, bei den Sternchen 130.

Immerhin funktioniert’s.

Die Bienen herbsteln

Gestern, am Samstag. 17° bei Dauernieselregen und heftiger Bewölkung. Ich bin auffe Arbeit, und währenddessen schuftet auch das Mondvolk: Drohnenschlacht!!

Uns fiel das auf, als wir heute – 18°, Wolken und immerhin kein Regen – zu den Bienen wollten, um ihnen den ersten Futterstoß zu verpassen: Oweh, was ist das? Ganze Klumpen toter Bienen vor dem Mondvolk! Beim näheren hinschauen sahen wir dann: alles Drohnen!

Damit sagen uns Biens also: Leute, das mit der Sommertracht wird nix mehr, es geht gen Herbst: Wir entsorgen die nutzlosen Fresser und sehen zu, daß wir uns für den Winter rüsten! Früh sind sie dran, meist findet die Schlachterei erst Mitte/ Ende August statt, aber im Jahr 2011 hatten wir’s auch schon Mitte Juli. Bei Sternchen und Kringelchen ist noch nichts zu beobachten – meist folgen die anderen Völker aber schnell.

Uns Menschen paßt das ganz gut, denn auch wir sind der Ansicht, daß es dringend geboten ist, die Völker gen Winter vorzubereiten: sie haben sehr viele Varroen (mehr als 30/ Tag!!!! Bei Mond und Sternchen!!!) und wenig Aussicht auf weiteren Honigertrag: die Linde ist verregnet, danach kommt eh nix mehr. Also haben sie heute einige Kilo Futtersirup bekommen, und der Plan ist, am Dienstag dann die Nassenheider Verdunster reinzutun, damit wir hoffentlich ordentlich Varroen dezimieren!

Die Kringelchen sind in jeder Hinsicht die Ausnahme: sie haben das bißchen Honig vom Mondvolk aufgesetzt bekommen und werden am Dienstag noch nicht behandelt, denn sie haben – der langen Brutpause durch die Zeit ohne Königin sei dank – nur 2 Varroen pro Tag fallenlassen. So können sie erstmal noch ohne Ameisensäure-Streß weiter dafür sorgen, ihr Volk aufzubauen. Futter haben sie dafür genug; wir hoffen, daß sie den Honig aus den aufgesetzten Waben nach unten umtragen und wir die heilen Waben fürs nächste Jahr lagern können. Wenn nicht, müssen wir die Waben halt kaputtmachen und ihnen das ganze auf diese Art füttern.

… und eine weniger gute.

Seit etwa zwei Wochen ist das Wetter äußerst – nunja – wechselhaft. Will heißen: kaum mal kommt die Sonne durch, dicke Wolken ziehen im Wind schnell über den Himmel, grau in grau sind die Tage, und oft regnet es stundenlang – oder aber Starkregenschauer wechseln sich mit kurzen trockenen Phasen ab. Das alles bei 17-22°. Kacke also, mit anderen Worten….
Das eine ist, daß es inzwischen schon wieder zügig gen „Wasser im Keller“ zu gehen scheint. Machen können wir nichts, bloß hoffen. Das andere aber ist, daß das zur Folge hat, daß die Bienen leiden. Obwohl sie in jeder trockenen Minute fliegen und obwohl die Linden blühen (normalerweise DER Nektarspender, DIE Honigernte im Jahr) und obwohl unsere Linde auch durchaus immer wieder summt vor Geschäftigkeit mußte ich feststellen, daß Biens Hunger leiden!

Eigentlich wollte ich bloß gucken, ob unsere Sternchen denn wohl Stifte haben, weils mir ja vorkam, als ob sie recht wenig Pollen eintrügen. Zwischen zwei Schauern hatte ich mehrere Waben gründlich angeschaut – und erst, als ich schon wieder im Haus war, fiel mir auf: oh! Nur eine Wabe hatte einen Futterkranz (sozusagen also ein Honig-Vorratslager) über den Brutzellen! Und die normalerweise am Ende des Brutnestes sitzenden Vorratswaben waren auch leer gewesen. Ganz zu schweigen vom Honigraum, einem leeren Nichts! 😦
Also habe ich mit (erstmal) einem Glas Honig Nothilfe geleistet (eigener, natürlich!!), bei etwas besserem Wetter nachmittags dann auch noch eine fette Schale Sirup nachgelegt, weil der Honig sehr fest ist und sie ihn deshalb nicht so schnell auffuttern können. Bei dieser Gelegenheit sah ich dann: auf der anderen Hälfte des Brutnests war doch ein wenig Honig-Vorrat. Aber eben wirklich „ein wenig“. Schlimm daran ist, daß es gut sein kann, daß wir zu spät aufmerksam geworden sind, und deshalb die Königin ihr Brutnest so stark eingeschränkt hat Um diese Zeit rechnet doch Niemand mit sowas!!!!!

Das Mondvolk hatte immerhin eine volle Honigwabe im Honigraum, aber auch bei ihnen gab es sonst nicht viel Nektar zu betrachten. Also hab ich auch ihnen ein Glas Honig hineingestellt und die Wabe nach unten hinters Trennschied gehängt, zum aufbrauchen. Ihr Brutnest ist schön groß, und auch Stifte hab ich gesehen.

Nur die Kringelchen machen, was das angeht, keine Sorgen: zwei dicke, volle Honigwaben zeugen davon, daß sie die Zufütterung zu Beginn gut angenommen haben (und gut brauchen konnten)

Heute kam dann der neue Infobrief vom Bieneninstitut – und siehe da: unsere Bienen sind nicht allein! Dammich! Offenbar haben sogar viele ImkerInnen (hauptsächlich in West- und Süddeutschland) gar keinen Honig von der Frühtracht ernetn können, und momentan herrscht überall Hunger bei Biens.

 

Eine gute Nachricht….

Komm‘ ich vorhin vom Frühdienst, guck‘ ich bei Biens, seh‘ ich die Kringelchen mit dicken Pollenhosen einfliegen. Ha! Gestern waren da auch immer mal ein paar, jetzt deutlich mehr, da wird doch wohl nicht…. hebe kurzentschlossen und ohne jeden Rauch oder Schutz den Deckel ab, schiebe die zwei Honigwaben zur Seite, hieve die 3. Wabe nach oben – und sehe: Stifte!!!!

Madame Kringel hat ihren Hochzeitsflug überstanden und beginnt pünktlich mit dem Brutgeschäft!

Schön!

Erste Ernte: 11 Kilo

Das ging jetzt schnell- der Raps-Anteil in unserem Frühjahrshonig scheint echt hoch zu sein, denn normalerweise dauert es ja erheblich mehr als nur fünf Tage, bis der Honig so zäh fließt und trübe ist, daß es Zeit wird, ihn einzuglasen. So haben wir auch nur drei Tage lang gerührt – ich bin gespannt, ob der trotzdem cremig wird oder sehr hart…

Ein Dadant-Honigraum voller voller Waben bringt also etwa 11 Kilo Honig, das wissen wir dann jetzt auch, nachdem wir volles und danach leeres Equipment endlich mal gewogen haben. Viele große und kleine Gläser stehen nun im Keller und warten darauf, ein hübsches Etikett verpaßt zu bekommen 😉

Eigentlich langt das jetzt schon, aber die zweite Ernte hat bisher immer mehr Honig geliefert als die erste…. warten wir’s ab!

Erntezeit

16. 6.

Ja, das war also das erste, was wir morgens getan haben. Die Bienenflucht* hat gut gewirkt, kaum Bienen abzufegen, dementsprechend ruhig lief das ganze ab. Zum Glück – denn sehr schnell bekamen die Damen der Kringelchen mit, daß hier Honig zu holen war. Zum Schluß mussten wir fix werden, damit wir nicht die einen Bienen abfegen – und doppelt so viele wieder drauffliegen. Aber da waren wir ja schon fast fertig.

Ab mit der Zarge nach drinnen, und die Waben ausgeschnitten, gepreßt und in die Eimer. Wer noch nicht gesehen hat, wie das funktioniert, der klicke hier. Die Reste dürfen die Sternchen ausschlecken 🙂 Und wir lassen nun tropfen. Ein, zwei Tage und ein, zweimal umgerührt, und alles (naja, das meiste) ist draußen. Dann kommt die Ernte in den Pott, wird wenn nötig abgeschäumt (Schaum obenauf entfernt) dann täglich gerührt, bis sie zu kristallisieren beginnt und abgefüllt – fertig. Aber das dauert noch, jetzt haben wir Wartepause.

Danke, ihr Bienchen 🙂 Ihr bekommt dann später die Reste, die aus dem gepreßten Wachs nicht austropfen möchten, zum ausschlecken und macht die schön sauber, damit ich wiederum schönes, sauberes Wachs ohne Honigreste für Kerzen habe. Ach, Ihr seid schon toll!

Bienenfleißig auch im Regen

Heute morgen nach dem Honig geschaut – und? Die regnerischen Tage haben den Biens geholfen*: einen Honigraum voll mit fast vollständig verdeckelten Waben haben wir aus den Honigräumen von Sternchen und Mondvolk, die wir ja dem Mondvolk zum pflegen übergeben hatten, zusammengestellt!

Die Bienenflucht ist eingelegt – morgen wird geerntet!!!

Den Sternchen, die ja inzwischen wieder erstarken, haben wir einen leeren Honigraum aufgesetzt – können sie schauen, was sie machen. Eine Wabe mit unverdeckeltem Honig ist drin, zum hochlocken. Und das Mondvolk hat den Honigraum mit den unverdeckelten und unausgebauten Waben der zwei Honigräume unter der Bienenflucht.

Morgen früh… ich muß noch abwaschen! Und die Küche säubern! Und ….. *g*

*Wieso hilft Regen den Bienen, ihren Honig zu verdeckeln?

Weil im Regen Biens kaum aus der Beute herauskommen. Das hat zwei Effekte: einerseits sind mehr Bienen im Kasten, die Zeit haben, den Honig wieder und wieder umzutragen (erst durch diese Prozedur und dadurch, daß dabei Wasser entzogen sowie Enzyme etc zugegeben werden wird aus Nektar Honig) und Feuchte aus dem Kasten zu fächeln. Und zweitens kommt kein neuer, wäßriger, frischerNektar herein. Jetzt ist über 2/3 verdeckelt, und Biens wissen meist ganz gut, wann der Honig reif ist (nur reifer wird verdeckelt) – wir können also ernten 🙂

Kurzer Nachtrag:

heute morgen haben wir dann noch den Honigraum der Sternchen dem des Mondvolkes aufgesetzt – sie können ihn einfach besser pflegen (Grund: mehr Bienenmasse) Eine volle Wabe habe ich aber den Sternchen hinters Trennschied gehängt, für eventuelle Futter-Engpässe. Nun hoffen wir, daß das Mondvolk sich ranhält, den Honig zu verdeckeln.

Nach dem Flugling, Teil zwei

Bei dem Bombenwetter müssen Imkers morgens früh aufstehen, wenn sie im Naturwabenbau Waben ziehen möchten, ohne Gefahr zu laufen, Abrisse zu verursachen….

das haben wir am Sonntag getan, morgens um halb neun gings „in die Bienen“. Und etwas später konnte man zwei sehr zufriedene Imker frühstücken sehen, denn:

schöne Weiselzelle :-)

schöne Weiselzelle, verdeckelt, bei den Kringelchen 🙂

Weitere Ergebnisse: Ein Mondvolk voller Brut, stark und kräftig wie sie zur Rapsblüte hätten sein sollen (aber what shall’s) mit inzwischen doch mal mehreren ausgebauten Rähmchen im Honigraum und tiefenentspannten Bienen

Und den Sternchen sind wirklich heftigst viele Bienen entflogen – die Königin stiftet wunderbar, es gibt mehrere Waben mit Stiften – aber die Bienenmasse lässt zu wünschen übrig, und das, obwohl sie ja SECHS Waben voller verdeckelter Brut hatten, von der nun nur noch Reste verdeckelt waren. Wir haben uns entschlossen für die „Wartezeit“ (vom Stift zur Biene dauert’s ja 3 Wochen) Überbrückungshilfe zu geben: wir haben dem Mondvolk eine Wabe voller verdeckelter Arbeiterinnenbrut entnommen und den Sternchen gegeben. Dann bekommen sie in den nächsten Tagen nochmal ordentlich „Anschub“, und den können sie brauchen, weil fast keine Biene im Honigraum war. Und der sollte ja eigentlich jetzt – er ist voller Nektar – gepflegt und verdeckelt werden, damit wir ernten können!

Fürs Mondvolk ist das auch okay, sie haben unglaublich viel Brut und sitzen auf 10 Waben. Anstalten, schwärmen zu wollen, machen sie nicht, selbst die Spielnäpfchen waren abgebaut – aber den Verlust einer Wabe können sie jetzt, wo eh nicht viel Tracht zu holen ist, unserer Meinung nach leicht verkraften.

Einige Stunden später dann klingelte das Telefon: Freunde aus der Gegend hatten gleich ZWEI Schwärme gleichzeitig, aber nur EINEN Schwarmfangkasten – ob wir nicht vielleicht aushelfen könnten? Klar konnten wir! Ein sehr großer und ein kleiner Schwarm wurden eingetütet und in Kellerhaft gebracht…. überall hört und liest man von diesem dollen Schwarmjahr – nur bei uns ist wiedermal, wie immer, alles gaaaaanz anders! JETZT aber hoffe ich, daß sie auch dabei bleiben, nicht schwärmen zu wollen, denn jetzt, nach Fluglingsbau, schröpfen etc., sollten all unsere Völker nicht mehr so scharm-resilient sein. Will sagen: jetzt wäre es für keines mehr gut abzufangen, würde es einen Schwarm losschicken…..

 

Nach dem Flugling

Sonntag, der Tag eins „danach“ zeigt folgendes Bild:
Bei den Kringelchen starker Flugbetrieb, von unten in die Beute gelugt, hängen Bienentrauben bis unten und auch in der Ecke der Beute hinterm Trennschied (sie haben ja nur drei Waben und zwei Anfangsstreifen und müssen sich erstmal die neuen Waben ausbauen – zu wenig Platz für so viele Bienen)

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Links, vor dem Trennschied, großes Gedränge. Rechts, dahinter, ist weniger los

DIESE Bienen haben jetzt zwei Aufgaben: Wabenbau und Königinnenbasteln.
Bei den Sternchen hört man emsiges lüften und sausen, sieht aber wenige Bienen ein und aus fliegen: sie haben ja alle Flugbienen verloren, und nun müssen sich erstmal neue Bienen entscheiden, herauszufliegen… aber sie haben ja auch genug Pollen und Nektar eingelagert, um sich zu versorgen. Und täglich schlüpfen viele junge Bienen, um das geschröpfte Volk zu verstärken. DEREN Aufgabe: die Königin soll sich mal mit brüten weiter so gut ranhalten, damit sie schnell wieder erstarken!

Am Montag ists ähnlich, aber es fliegen schon mehr Bienen bei den Sternchen. Man stellt sich um….. über den Tag konnte ich dann beobachten, wie immer mehr Bienen aus dem Stock kamen, sich einflogen und dann – auch mit Pollen – zurückkamen.

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Man vergleiche: morgens: nüscht los bei Sternchens

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Abends bietet sich schon ein besseres Bild. (Zwischendrin war mehr los, aber da flog man sich auch fleißig ein….

Kringelchen (Flugling machen)

Vorhin, nach der Arbeit 🙂

Zweieinhalb Wochen warten wir nun schon, es ist schon gaaaanz Ende Mai, der Raps fast verblüht- und jedesmal, wenn wir Sternchens durchgeguckt haben, gab es massig Spielnäpfchen, aber keine Weiselzelle. Dabei platzen sie fast aus den Nähten! Heute nun herrscht (endlich mal wieder) eitel Sonnenschein, und wir haben für 5 Tage die letzte Chance, den geplanten Flugling zu machen. Ich hoffe auf die erwartete Weiselzelle! (Begriffserklärungen unten!!)

Also los

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Alles durchgeguckt, und zwar gründlich – und nix da. Immer noch nur Spielnäpfchen!

Spielnäpfchen

Spielnäpfchen, da links!

Aber in einer Wabe junge Stifte- okay, beschließen wir, dann müssen sie sich eben daraus eine Königin ziehen – der Flugling wird jetzt gemacht! Natürlich (!) haben wir wieder die Königin nicht entdeckt, also machen wir die kürzlich in einem Artikel gefundene „Version für Blinde“:

Die drei Waben, die den Grundstock für das neue Volk, die Kringelchen, bilden sollen, werden abgestoßen und -gekehrt, damit die Königin nicht auf ihnen sitzen kann.

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Dann kommen sie in den Kringelchen-Brutraum, zusammen mit zwei Rähmchen mit Anfangsstreifen, und werden über einem Absperrgitter auf den Sternchen-Brutraum aufgesetzt. Wegen des Absperrgitters kann die Königin nicht hoch, dafür aber die Arbeiterinnen-Bienen, die natürlich die Brut versorgen wollen, die oben ja nun ganz allein und ungewärmt sich selbst überlassen ist. Etwa eine Stunde lassen wir  den Bienen Zeit, nach oben zu krabbeln, um sich um die Brut zu kümmern.

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Dann kommt die eigentliche Aktion: Runter mit der Kringelbeute, die Sternchen auf den neuen Platz gestellt, die Kringelchen auf den alten Sternchen-Platz, fertig

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Nun sind all die Flugbienen, die emsig draußen Nektar sammeln, irritiert: als sie heimkommen, steht da ein ganz anderer Kasten!? Und drin bloß 5 Rähmchen statt, wie vorher, 10!? Kein Honigraum, nirgends – und, schlimmer: keine Königin! Tja, damit müssen sie nun klarkommen. Schnell werden sie schalten, wenn alles so geht, wie die Natur es vorsieht, und aus einem der Stifte eine Weiselzelle ziehen. Die Kringel-Beute hat durch all die Flugbienen, die ja auf den Ort eingeflogen sind, an dem ihr Zuhause steht, ordentlich Verstärkung bekommen, um die Zeit, bis ihre neue Königin zu brüten beginnt, überstehen zu können. Und aus den hineingehängten Waben werden ja auch noch viele Bienen schlüpfen. Wir werden nur aufpassen müssen, daß das Futter den Bienen nicht ausgeht….

Irritierter Flugverkehr

Irritierter Flugverkehr

Na, hoffentlich klappt das alles so, wie’s soll….

Die Sternchen aber haben nun ordentlich Bienenmasse verloren: erstmal haben wir ja zwei Brutwaben weggenommen, und dann sind auch noch all ihre Flugbienen zu den Kringelchen umgezogen. Sie haben aber noch sechs Waben voller Brut – es werden Bienen, die normalerweise noch im schützenden Stock blieben, vorzeitig zur Flugbiene „umschulen“ müssen, damit weiterhin die Versorgung mit Nektar und Pollen gewährleistet ist – aber auf sowas sind Bienen eingestellt, es dauert halt ein Weilchen…..

Und das alles konnte so prima dokumentiert werden, weil das Äppelken zu Besuch ist 🙂 Danke für die Fotos!!!


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Weiselzelle

Spielnäpfchen seht Ihr oben im Foto. Es sind die Anfänge von Weiselzellen, den Zellen, in denen Biens ihre neuen Königinnen heranziehen, bevor sie schwärmen. Ihren Namen haben Spielnäpfchen von ihrer Napfform.

Wenn die Königin dann ein solches Spielnäpfchen befruchtet, dann wird das lang ausgezogen wie links im Bild. Die Made darin wird mit anderem Futter versorgt als Arbeiterinnen oder Drohnen, dem Gelée Royal. Und sie wird anders temperiert. Nur durch diese Sondermaßnahmen wird der völlig normale Stift nicht zur Arbeiterin, sndern zur Königin (ein weiteres Bienen-Wunder!!!)

 

Mühlentag

Gestern haben wir einen vergnüglichen und interessanten Mühlentag-Nachmittag mit F. aus dem Jemen und Ab. bei der Mühle Renata verbracht.

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Die Mühle zu besichtigen war schon fein, wir waren alle vier recht beeindruckt von den riesigen Holzkonstruktionen, dem zuschaltbaren Motor aus den 30ern (der zu Showzwecken trotz reichlicher Windstärken lief) und den großen Mühlsteinen. Für die beiden Araber aber war der Hit der Leierkastenmann im Hof – F.wäre am liebsten in den Kasten hineingekrochen, war mein Eindruck, und hat sich sehr in die Drucklufttechnik vertieft (es war ein echter Leierkasten!)

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Lochkarte einlegen – Bei „Donna Klara“ haben ein alter Mann und ich laut mitgesungen…

Der Leierkastenmann hat gern erklärt und war auch sonst recht kommunikativ, und so wurden Filme und Fotos gemacht ohne Ende. Im Schuppen gab’s Kaffee und Kuchen, und zu dem haben wir zum Wetter passende Themen gehabt: Eisbaden zum Beispiel. Und skifahren *gg*

Danach sind wir dann zum aufwärmen noch ein Stück gelaufen, bis zum Reiterhof in der Nähe – und der kam dann so richtig gut an! F. hat fast die ganze Stunde, die wir dort verbracht haben, mit dem Herrn F. bei den ersten drei Pferdeboxen verbracht. Ist ja auch was schönes, so eine weiche Pferdenase … währenddessen haben Ab. und ich den ganzen Stall besichtigt und auf dem Platz den Leuten beim reiten zugeschaut. Und ganz zum Schluß hat ein Pferd noch eine besondere Überraschung parat gehabt- eine Selbsttränke hatten alle beide offenbar noch nie gesehen „Deutschland gut!“, war der Kommentar, nachdem erstmal die erstaunte Frage „was ist das“ und dann ein fassungsloses „Warum???“ zu hören war *gg*

Auf dem Weg habe ich dann noch vieles von Ab. erfahren, z.B. warum er überhaupt nach Deutschland gekommen ist (Zusammenfassend könnte man sagen: „Sch***-Krieg und, dadurch, null Perspektive“), und der Herr F. hat Heftiges von F. erzählt bekommen. F. kann nicht zurück, er würde, wenn stimmt, was er sagt (wovon ich ausgehe) nicht lange überleben.

Ich habe F. gestern zum ersten Mal über längere Zeit präsent (geistig) und dazu auch noch gutgelaunt erlebt. So oft hatten wir noch nicht miteinander zu tun, aber immer war er nach kurzer Zeit in sich zusammengesunken und wie abwesend gewesen. Heute gab es das nur ein-, zweimal ganz kurz, dann war er wieder „anwesend“. Ein schönes Erlebnis. Es war sehr deutlich, daß die beiden den Nachmittag genossen haben, und sie haben das auch beim Abschied sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Und wir haben auch wieder viel ausgiebiger geschaut und mehr mitgekriegt als wenn wir allein losgewesen wären.

Vormittags waren wir übrigens trotz kalter 12° mit Sturmböen bei erstaunlich friedlichen Biens. Musste sein, denn einerseits kann jetzt jederzeit die Schwarmzeit losgehn, andererseits müssen wir auch zusehn, daß sie genug Platz haben. Wir hatten ja vor einer Woche versuchsweise das Absperrgitter entnommen, hoffend, daß sie dann den Honigraum besser annehmen würden. Die Sternchen habens auch getan (UND ihre zwei neuen Waben fast vollständig ausgebaut), sie bauen, und was bebaut ist, das ist auch mit Nektar gefüllt. Beim Mondvolk will man weiterhin leiber im Brutraum Honig haben – oben waren sie aber immerhin bei einer Wabe auch mit bauketten aufgehängt…. wir haben die Absperrgitter wieder eingelegt und durchgeschaut: riesige Brutnester mit größtenteils verdeckelter Brut, und auch genug Futtervorräte. Alles gut. Keine Weiselzellen, aber Spielnäpfchen. Wenn all die Brut ausgeschlüpft ist, wirds wohl lisgehn mit dem schwärmenwollen, schätze ich… Schade natürlich, daß JETZT alles blüht, aber DANN die vielen Bienen schlüpfen – bis das soweit ist, ist die Haupttracht rum…. nuja, kannste machen nix