Zwischenruf: Gänsehaut

BookCrossing. Forum.
Vor etwa einer Woche berichtet eine Crosserin, daß sie ein wenig traurig ist, weil es für sie in diesem Jahr keine selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen gibt.
Jemand fragt nach, und es stellt sich heraus, daß diese Crosserin derzeit nur zwei Herdplatten zur Verfügung hat und kein Geld, um sich den Gasherd zu leisten, für den ein Anschluß da wäre.
Gelesen, zur Kenntnis genommen, gedacht: nuja, könnte sie ja mal bei freecycle oder so – und vergessen.
Bis eben, als ich wieder im Forum las.

P1040438

(Ulsnisser Kirche, ein Fundament-Stein)

Zu rekonstruieren aus ein paar Postings war dies:
offenbar sind vor zwei Stunden plötzlich zwei BookCrosser aus ihrer Stadt überraschend bei der Crosserin aufgetaucht und haben einen Gasherd vorbeigebracht! Organisiert worden war diese Aktion von einer anderen BookCrosserin, die Hunderte Kilometer entfernt wohnt und deshalb selbst nicht dabei sein konnte – über’s Forum!
Solche Winzigkeiten machen eine bessere Welt!

Flensburg hat was neues!!!!

Jahrelang habe ich sie alle beneidet- die in Münster, in Hamburg, in Berlin, sogar die in Monschau- und viele mehr! Denn alle hatten sie, was es hier nirgends gibt:

einen öffentlichen Bücherschrank

Vorbei das Leid!
Seit Anfang Oktober haben wir in Flensburg auch einen, gedankt sei’s dem Lion’s Club, der’s angeleiert und dem Selbsthilfebauverein, der den Platz zur Verfügung gestellt hat. Und jetzt waren wir da und haben diesen neuen Bücherschrank angeschaut und be-bookcrosst 😉

Da auf der Seite steht's erklärt

Da auf der Seite steht’s erklärt

Von zwei Seiten bestückbar, also viiiiiiel Platz- und alles voll!

Von zwei Seiten bestückbar, also viiiiiiel Platz- und alles voll!

Da eine Freundin von uns wesentlich an der Planung und Organisation beteiligt war (was wir erst letzte Woche erfahren haben, sowas!! *g*) hier noch ein paar Insider-Infos, die nicht in der Zeitung standen:

– Der SBV hat netterweise den Platz gepflastert und sogar die Bank aufgestellt

– Wetterfeste Materialien, Planung, Organisation, Aufstellung, Erstbestückung und regelmäßige Pflege (!) durch den Lion’s Club

– Gute Idee: es gibt einen Stempel „öffentlicher Bücherschrank- kein Weiterverkauf“, den die Pflegerin allen Büchern oben auf den Schnitt drückt (auch den neu eingestellten Büchern, die da sind, wenn sie vorbeikommt), damit möglichst keine Schnorrer und Geldgierigen den Schrank plündern

– und der Schrank wird wohl richtig gut angenommen: die Erstbestückung hatte ihn etwa 3/4 voll gemacht, und jetzt, als wir da warten, war er rappelvoll! Und obwohl die Pflegerin wohl alle paar tage da ist, waren von den sechs Büchern, die ich mitgenommen habe (ja, ich habe genausoviele reingestellt! *g*) drei ohne Stempel, also wohl recht neu drin.

Einziger Pferdefuß für uns: die location! Bewußt so ausgesucht (viel Laufpublikum wg. Nähe von Schule, Pflegeeinrichtung, vielen Anwohnern, lokalem Einkaufszentrum und Jugendzentrum/ SBV sagt: dort gibt’s nicht so viel Vandalismus/ es wird gerade an einem Staddteil-Rundweg mit Spiel- und Treffplätzen gebaut/ keine Buchläden und Büchereien in der Nähe/ Bevölkerung nicht so reich), ist der Stellplatz doch nicht fußläufig zur Innenstadt, und deshalb für Nicht-Anwohner nicht gerade attraktiv. Es gibt zwar genügend kostenlose Parkplätze, aber man muß doch einen ganz schönen Umweg fahren, um hin zu kommen: der Bücherschrank steht nämlich in Mürwik, genauer gesagt, da:

(Kartenbild anklicken, um auf eine zoombare Kartenansicht zu kommen)

Karte
Aaaaaaber: falls sich der Schrank bewährt, sind mehr davon geplant, und vielleicht ist dann ja einer davon auch für uns günstig zu erreichen. Bis dahin müssen wir halt ab und an mal einen Umweg in Kauf nehmen….. 😉

OBCZ

Seit einigen Jahren gibt es in Flensburg eine Art öffentliches Büchertauschregal- die Art, die BookCrossing-gelabelte Bücher enthält und deshalb auf bookcrosserisch Offizielle BookCrossingZone, kurz OBCZ, heißt.

Diese OBCZ befindet sich in der Roten Straße im Gasthof Roter Hof. Dort haben wir ein Stück Regalbrett im Eingangsbereich neben (bzw im Sommer, wenn die Türen offen stehen, leider hinter) der Tür zum Gastraum zur Verfügung gestellt bekommen. Und obwohl das nun wahrlich kein besonders doller Platz ist, scheint sich das Regal insofern zu bewähren- daß es immer öfter relativ leer ist 😉

Wir bekommen nicht sehr viele Einträge, aber Bücher verschwinden und tauchen wieder auf (das merken wir, weil wir immer mal eine Bestandsaufnahme machen und dabei weggeholte Bücher als solche eintragen- und davon immer mal wieder welche bei weiteren Bestandsaufnahmen Monate später wieder dort stehen)- aber die meisten verschwinden nur. Und hinterlassen Lücken. Die von den wenigen nahebei wohnenden und aktiven BookCrosserInnen treu und brav immer wieder aufgefüllt werden.

Ich persönlich finde ja nun bei BookCrossing das sogenannte wild releasen am spannendsten: die Bücher, die man einfach an einen Busch hängt, auf einem Cafétisch liegen oder auf einer Bank stehen läßt. Mehr und mehr fehlte mir in den letzten Monaten jedoch dafür der „Stoff“, weil unsere OBCZ gefräßig „Nachschub! Nachschub!“ rief.

Diese Situation hat mir nicht gefallen, andererseits wollte ich aber auch nicht, daß das Regalstück im Roten Hof leer bliebe. Und so habe ich einen Hilferuf geschickt.

[OBCZ sucht] (recht neue) Romane, Krimis uÄ

habe ich im Forum meinen Spendenaufruf vor zwei Wochen betitelt, und nun seht, was passiert ist:

Tag eins. Drei Pakete mit Büchern sind angekommen.

Tag eins.
Drei Pakete mit Büchern sind angekommen.

Tag 2 uiui!! :-)

Tag 2 uiui!!
🙂

Tag 3 ...und noch ein Paket!

Tag 3
…und noch ein Paket!

Bevor Ihr Euch wundert, warum es beim letzten Foto etwas weiter unten wieder so leer aussieht auf dem Tisch, zitiere ich mal aus einem Jounaleintrag von gestern:

Gerade heute hatte ich ein wenig aufgeräumt in den „will ich auch noch lesen“ und „darf gleich in die OBCZ“-Stapeln, die ja auch noch zwischen „noch nicht eingetragen“ und „eingetragen“ sortiert sind (ja, vier große Stapel!! *g*) und ein paar Stapel ihren endgültigen Zwischenlagerplätzen zugeführt- da kommt der Postbote mit dieser Kiste :-)))
Natürlich kommt dieses Buch (das aus dessen Eintrag ich hier zitiere) nach Deiner persönlichen Empfehlung auf der beigelegten Karte auf den Reststapel mit „will ich noch lesen und ist schon eingetragen“-Büchern. Die anderen landen erstmal auf den beiden „noch nicht eingetragen“- Stapeln, und in den nächsten Tagen werde ich dann auch dafür Einträge schreiben.
Jetzt schonmal ein ganz dickes DANKE – die OBCZ wird sich freuen – und ich freu mich jetzt schon, denn da ist so einiges dabei, das ich auch lesen mag 🙂

Tag 4- gerade hatte ich begonnen, wegzuräumen, da kam - ein Paket!! :-)

Tag 4
gerade hatte ich begonnen, wegzuräumen, da kam – ein Paket!! 🙂 Der nach aufräumen und Paketbüchersortieren größte Stapel ist nun der „noch nicht eingetragen, will ich noch lesen“-Stapel *g*

Ganz dollen Dank an Leseliese, calisson, catbook, kissyberlin, Nordkind, Hadija und weddingring für ihre wunderbaren Bücherkisten – der Nachschub für die OBCZ ist damit sicherlich für Monate gesichert!
Ob nun „schon“ das Ende der Päckchenzeit gekommen ist, das weiß ich nicht genau – es bleibt spannend!

Und an alle Nicht-BookcrosserInnen hier:
ja, so sind sie, die BookCrosserinnen 🙂 Nicht, daß ich’s nicht schon mehrfach erwähnt hätte, aber das kann man ja eigentlich auch garnicht oft genug erwähnen, oder??

BookCrossing meets Blog, oder: der wahrscheinlich beste Wildcatch meines Lebens

Wooooohoooooo, wie geil ist das denn?

Gucke ich in mein Postfach und sehe eine Journal-Meldung. Reingeklickt: oh, schön- ein wild freigelassenes Buch aus dem Wendland-Urlaub wurde eingefangen und :

Habe das Buch an der Villa Wendland in Güstriz während der Kulturellen Landpartie gefunden und mit nach NRW genommen. Demnächst wird es in Münster (Westf.) wieder freigelassen – aber noch will ich es lesen … Der Garten hat aber derzeit noch Vorrang 🙂

Fein! Und- ah, da ist ja gleich noch ein Eintrag für dasselbe Buch darunter!

Habe meine Kennung doch noch gefunden und werde nach der Lektüre das Buch bald in Münster aussetzen ..

Hmmmm… Profil anklicken: ja, da hat Jemand seit 2011 ein BookCrossing- Profil, aber nur ein einziges Buch registriert… ich habe eine Karteileiche reaktiviert 😉 wie schön!

Aber dann kommt’s erst so richtig: ein Kommentar hier im Blog, beim Wendland-Artikel!

Hat Die(?)jenige doch tatsächlich auch mein Blog besucht, den Artikel über die Kulturelle Landpartie gefunden und dort auch noch was über den Buchfund geschrieben

Wir sind auch gerade von der Kulturellen Landpartie zurück in NRW – es ist immer wieder super dort :-) Habe auch dein Buch am Zaun der Villa Wendland gefunden und werde es bald lesen … Jetzt wartet nach 1 Woche Abwesenheit aber der Garten auf mich … LG Steineflora

Ich freu mir grad einen Klops ans Bein!!!!!!

Juijui, willkommen hier, und willkommen zurück bei BookCrossing, steineflora

Die Birnen von Ribbeck

Heute habe ich seit langem mal wieder dagestanden mit breitestem grinsen der Welt  im Gesicht und Tränen in den Augen.
Grund: ein Buch, den Namen seht Ihr oben im Titel
Aber nicht wegen des Inhaltes, nein! Sondern wegen der Geschichte, die dieses Exemplar zu mir geführt hat. Und die beginnt im Jahre 2005:

Damals besuchte ich ein BookCrosser-Treffen in Kiel, und da stand im Regal ein dünnes, kleines Buch, in dem ich mich schon während des Treffens etwas festgelesen hatte, und das ich dann mit nach Hause nahm. Es war ein Exemplar von „Die Birnen von Ribbeck“, geschrieben von Friedrich Christian Delius. Gefallen hat mir das damals ganz gut. Überwältigt war ich nicht, aber beeindruckt, daß man ein ganzes Buch in nur einem einzigen Satz schreiben kann, ohne daß das unlesbar wird.
Dieses Buch habe ich dann auch in meine Bookbox „deutsche Sprache“ gesteckt. Da passte es gut rein.

Was ich damals noch nicht wusste, ist, daß dieses Buch mich wirklich nachhaltig beeindruckt hatte. Immer wieder habe ich an es gedacht- ob ich eine Birne gegessen habe, oder ob es hier oder da in einem Gespräch um „Sprache in Büchern“ ging- immer dachte ich an die „Birnen“ und immer wieder habe ich auch gedacht- och, eigentlich würde ich das wirklich gern noch einmal lesen.
Es war aber nie so vordringlich, daß ich mich drum gekümmert hätte.

Nun war in den letzten Wochen im BC-Forum ein thread namens „Sprachstil-talk“ , und auch in diesem thread habe ich mich wieder an das Buch erinnert und geschrieben:

Ich habe eine Allergie gegen

fehlende Groß-/Kleinschreibung. Halte ich selbst bei Blogs nur ganz schwer aus (da muß mich der Blog schon extrem interessieren, damit ich weiterlese). In Büchern: gar nicht. Kommt so-fort weg. *g*
Sonst habe ich auch oft Stil-Probleme, kann die aber nie so recht orten oder auf den Punkt bringen.
Ich hatte mal ein ganzes Buch, das nur aus einem einzigen Satz bestand, und der Autor hat es geschafft, das lesbar und interessant zu halten. Das war immerhin so beeindruckend, daß ich heute noch oft dran denke.
Das würd ich inzwischen- eben weil ich so oft dran denken muß- gern nochmal lesen….
Ja, und nun?
Nun lag eben grade  in meinem Briefkasten ein Päckle- angekündigt durch eine Adreß-Anfrage von lady-liberty wegen einer Überraschung. Ich hatte nicht die geringste Ahnung- eine Überraschung finde ich aber immer gut, und nun war sie also da. Ich öffne das Päckle, und- ein Exemplar von den „Birnen“!!!!!!
Da war diese Frau auf dem riesigen, mehrtägigen BookCrossertreffen in Leipzig, sieht da, im Gewimmel von Menschen und Büchern auf dem Büchertisch das Buch liegen- und denkt an mich und diesen Beitrag im Forum!!!!!!!  Steckt das Buch ein- und schickt es mir zu!!!! Ist das zu glauben????
Eigentlich nicht. Aber genauso ist es passiert.
Danke, Du Liebe! YMMD!!!!

Sogar im Flensburger Tageblatt: BookCrossing!

Am 15.2. auf der Kinderseite, heute gesehen und eingescannt (meine Kollegin bringt mir die Zeitung mit, damit wir was für den Ofen zum anzünden haben. Und manchmal les‘ ich sie sogar *g*)

BC

Wer hat da wohl in Berlin die schönen Tüten? (Die gibt’s nämlich nur bei freiwilligen Großaktionen engagierter BC-ler als Sammelbestellung und -herstellung übers deutsche Forum)

Nostalgie …

Da hat doch humptydumpty einen BC-thread von vor FÜNF Jahren herausgekramt und wieder nach oben (im Forum) gepusht, und dieser thread war von mir eröffnet und ist Nostalgie pur für Alle, die in den 70ern und 80ern groß wurden.
Ich habe ganz zu Beginn dieses threads von meiner Jeans erzählt. Von DER Jeans. Der mit den vielen Lederflicken. Damals gab’s sie noch, wenn auch schon seit Jahren im Schrank. Inzwischen – *seufz*- ist sie tatsächlich im Müll gelandet. Aber auch nur, weil sie im Schrank (dem im fast unbeheizten Gäste“trakt“) Schimmel angesetzt hatte. Und daß ich sie nie wieder tragen würde, das war eh klar….
Aber lest selbst die Geschichte meiner Lederflickenjeans- Anlaß war damals ein Buchring- Gernot Gricksch „Im Schrank“:

Habe nun doch schon die erste Geschichte (Anm.:des Buches) gelesen, und – ohweh – Gernot Gricksch und seine alte Lederjacke – das ist die Geschichte von mir und meiner Lederflickenjeans!!!!
Die Gute hab ich seit 1986.
Das weiß ich deshalb so genau, weil sie ein Einkauf für meinen großen Schritt weg von daheim war: weg vom Rheinland, hin zur Lehre in Franken, wo ich keinen Menschen kannte.
Damals war sie noch ne normale Jeans.
1988 dann war ich um einiges dicker geworden und trug eh nur noch Pumphosen, selbstgeschneidert (das allerdings nicht, weil ich SO furchtbar dick gewesen wäre, sondern weil ich die toll fand). Da hab ich sie meinem damaligen Freund geliehen.
ICH meine: geliehen. ER sagt: geschenkt. Naja.
Jedenfalls, als er mich dann schändlich verraten und verlassen hatte, da hab ich sie mir zurückgeholt, schon aus Prinzip. Und weiter nicht getragen, weil ich ja meine Pumphosen hatte.
Aber dann: 1989!!! Der Umzug nach Flensburg, Neuanfang, ich kurze Zeit später fast 10 Kilo leichter – und stolz in meiner Jeans!!! Die ungeheuer bequem und schön war. Und getragen wurde. Und getragen. Und getragen.
Dann das erste Loch, und da mein (nun anderer) Freund gut nähen konnte und sogar Maschinen zur Verfügung hatte, die Leder schafften: der erste Lederflicken. Am Knie.
Dann gings rapide: 5 Jahre, in denen ich fast keine andere Hose trug, und die Flickenlandschaft wurde immer ausgedehnter. Und ich hab diese Hose GELIEBT!!!!
Tja, und dann?
Sie liegt immer noch im Schrank. Sie paßt auch noch, das ist es nicht.
Aber ich bin inzwischen 41, und deshalb paßt sie dann irgendwie doch nicht mehr, und das auch schon seit – na, vielleicht etwa 9 oder 10 Jahren.
Jedes Jahe ein- oder 2 mal hab ich so richtig Lust auf meine Hose.
Dann zieh ich sie an – stell mich vor den Spiegel – sehe eine von diesen übriggebliebenen Altfreaks, die gar nix mehr merken, seufze SEHR tief, zieh sie wieder aus – und schmeiße sie NIE in den Müll!!!!
Genausowenig wie die Lieblingspumphose, die hat aber immerhin noch ne Aufgabe: einmal im Jahr erschreckt sie den Schornsteinfeger, weil der im Keller das Licht anmacht – und da hängt sie, zusammen mit den wunderbaren Elefantenschuhen mit den Wollsocken drin, einer Lieblings- Rüschen- ewiglang- Flowerpowerbluse und einem Windeltuch um den nichtvorhandenen Hals das Abbild der Oedi, wie sie sich 1992 am liebsten mochte…….
*S_E_U_F_Z*!!!!!

Und da man mich da nun WIRKLICH nicht wieder erkennt, hier ganz öffentlich ein Bild aus der Pumphosenzeit (’86)- und 2 aus der Fast-noch-ungeflickten-Flickenjeanszeit (’89) Übrigens: die 10 abgespeckten Kilos kamen einzig und allein daher, daß es in Franken superleckere Torten bei jedem Bäcker gibt- und Flensburg damals die totale Torten-Diaspora war. Zum Glück habe ich die 10 Kilo noch nicht wieder drauf, obwohl sich das geändert hat *g* Die 5, die wieder drauf sind, die liegen aber auch nicht an Torten. Eher an Chips. Und am Alter.

  

Und wer jetzt auch nostalgisch aufgelegt und etwa in dem richtigen Alter ist, dem empfehle ich den thread- da gibts ziemlich viel „damals pur“: hier klicken zum lesen

Und für Diejenigen, die sich jetzt vielleicht wirklich da festlesen: die besprochene Party in Frankfurt hat es dann wirklich gegeben, schön war’s 🙂

Boah, ej! Oder: die Gänsehaut zum Tage

Wieder mal ein Beitrag zum Thema „Was mich bei BookCrossing hält“.

Vor einigen Tagen bekam ich eine Mail, in der ich darauf hingewiesen wurde, daß die wahrscheinlich älteste BookCrosserin Deutschlands, Patschouli aus Berlin, heute 90 wird. Sie ist seit einigen Jahren bei BC, aktiv im Forum und bei den Berliner Treffen, und sie hat auch das große Deutschlandtreffen in diesem Jahr mitorganisiert.  Finde ich schon ziemlich faszinierend, daß Jemand in diesem Alter noch mit einem (in ihrem Fall muß man wohl sagen weiteren) Hobby voll durchstartet. Und dann noch mit einem computer-affinen- etwas, womit sich viele Leute meinen Alters schon recht schwer tun- und sie ist fast doppelt so alt wie ich!

Jedenfalls hatten sich die Berliner BookCrosser zu diesem besonderen Fest etwas in einiger Hinsicht BC-typisches ausgedacht:

sie haben ein Büchlein in einer OBCZ gefunden, es registriert und ganz vielen BookCrossern, die im Forum aktiv sind und denen Patschouli daher oder vom Berlin-Treffen ein Begriff ist, dieselbe mail geschickt, die ich bekam und in der auch die BCID zu dem Büchlein war. Bis eben jetzt (8.11.) haben schon fast 90 Leute Glückwünsche eingetragen. Ich wette, Patschouli freut sich einen Stein ans Bein!! Aus einigen Einträgen folgere ich übrigens, daß sie in ihrem Stammcafe uA mit BookCrossern feiern wird. Wenn das nicht schön ist!

Ich jedenfalls hatte beim lesen schon einige Gänsehäute und die Mundwinkel mochten nicht mehr sinken.

Klick hier zum gucken

Mein erster Computer

Es war einmal das Jahr 2004. Die Fjonka hieß damals noch ganz anders, weil sie gar nicht wusste, daß es sowas wie Gravatare und Nicknames überhaupt gibt, und sie war der Überzeugung, daß sie erst dann einen Computer würde haben wollen, wenn man per Telefon oder Fernseher computern würde können- also allerfrühestens 2050 oder so 😉

Dann sah sie diesen kleinen Artikel im SPIEGEL:

und es war um sie geschehen. Die Fjonka hatte einen fortschrittlichen guten Freund, bei dem durfte sie mal in seinem Computer gucken, was das denn so war im Internet mit den Büchern. Und es ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Aber nur für so ein vielleicht nettes neues Hobby so viel Geld ausgeben????
Der gute Freund wusste Rat: so viel Geld musste es nicht sein, es gab ja gebrauchte Computer. Das sollte völlig ausreichen. Dazu gabs dann ein Modem.  Denn von sowas wie flatrate, ISDN, WLan oder so hatte man noch nie gehört im nördlichen Schleswig-Holstein.

Jedenfalls: gesagt, getan: Computer bestellt und eingerichtet (das machte dann wieder der Freund… wie gesagt, ein GUTER, immerhin hat er einen ganzen und noch einen halben Tag damit verbracht- nix mit „vorinstalliert“ und so …. und danach noch viele Male support geleistet, wenn der kleine Grundkurs, der den zweiten halben Tag dauerte, läääängst noch nicht ausreichte)

Bei Bookcrossing hat die Fjonka sich dann Oedi02 genannt. Sie war sicherheitsbewusst und hatte gehört, man solle immer Buchstaben und Zahlen kombinieren, und sie dachte sich „Oedi02, das vergeß ich nie, denn Oedi, der Herzenskater, ist 2002 gestorben“. Sie hatte recht – nur nicht mit ihrem Sicherheitsdenken- denn sie hatte den Unterschied zwischen Paßwort und Screenname nicht kapiert….das 02 hat sie dann später auch aus ihrem Screename gestrichen.

Und so startete die rasante Fahrt ins Computerzeitalter mit einem kurzen Artikelchen in der Zeitung….

P.S. Wie ich da jetzt drauf komme? Ich wurde in letzter Zeit wieder mal gefragt, wie ich denn zu BC kam, und was mein Screenname bedeutet. Und das Artikelchen hängt immer noch an meiner Arbeitszimmer-Magnetwand.
P.P.S.: Hej, Freund, meld Dich doch mal!!!

Wildfänge

Das schönste am crossen sind – für mich – die Wildfänge.

Wildfänge- das heißt, die Bücher, die ich irgendwo hinlege,

-hänge,

-setze,

-stelle

und die dann Irgendjemand findet, mitnimmt- und darüber auch etwas im Netz schreibt.

Ganz besonders schön ist es natürlich, wenn der richtige Mensch das richtige Buch findet.

Das passiert wirklich manchmal! So auch gestern abend. Da komm ich heim und finde einen Eintrag für ein schon recht betagtes Buch: es war „Der norddeutsche Kuriositätenführer“. Ich hatte es auf einem Kieler Treffen auf dem Büchertisch gefunden und dann einige Zeit als WC-Lektüre genutzt. Einiges gibt es sicherlich nicht mehr, denn das Buch ist aus den 70ern, aber andere Sachen sind eher zeitlos gewesen.

Wie auch immer, obwohl das Buch schon so alt war, fand ich es durchaus weiterhin lesenwert und hatte es deshalb wieder freigegeben, auf einem kleinen Weihnachts- und Kunstmarkt in der Nähe. Und jetzt, 10 Monate später, diesen Eintrag bekommen:

…beim Aufräumen auf dem Lindauhof entdeckt. Durchgeblättert und an vielen herrlichen Titeln & Geschichten hängengeblieben. Beruhigt festgestellt, daß die Welt schon immer und auch im ‚bessern Früher‘ ein skurriler Ort mit bezaubernden Menschen war und meine Wahlheimat Schleswig noch ein bißchen mehr in’s Herz geschlossen. Merke: es lohnt sich durchaus, die kleinen, feinen und alltäglichen Geschichten aus dem Heute zu notieren – irgendwann werden es vielleicht auch kleine Lesefreuden sein – für die Enkel oder Urenkel oder überhaupt.

Und nun dabei noch das bookcrossing entdeckt – wunderbar!!

Lieber Finder: You made my day!!!!! 🙂

Kunst, Crosser, Bienen – und ein ungelöstes Rätsel.

Alles begann  damit, daß meine Freundin Komma mir ein Foto von der documenta in Kassel schickte.

Dieses Foto:

Mein Interesse war geweckt: Wie konnte es sein, daß Bienen so ganz ohne Schutz, ohne Höhle, dort bleiben und sogar offenbar Waben bauen? Wieso suchten sie sich keinen anderen Ort? War vielleicht die Königin eingekäfigt? Aber würden die Bienen selbst dann über längere Zeit dort bleiben? Ich begann zu suchen, im Netz, nach Infos. Komma wusste nur: das Dingen stand in der Karlsaue. Ich fand: nichts.

Was mache ich seit geraumer Zeit, wenn ich nichts finde im Netz?

Richtig!

Ich frage im BC-Forum. Dort gab’s eh einen thread zur documenta.

Und siehe da: wie immer wurde mir geholfen. Ich bekam den Künstler-Namen (Pierre Huyghe) und suchte damit weiter. Aber ich fand- zu meinen Bienen-Fragen: nichts.

Also hakte ich das Thema innerlich ab- bis eine Woche später heixly berichtete:

Wir waren heute dort bei den Bienen des Herrn Huyghe und wir haben gefragt, wie es funktioniert … extra gefragt 🙂 … aber mehr als die Antwort „Das ist geheim“ haben wir nicht erfahren können.

Schadeschade…. aber was für eine Überraschung: extra gefagt! Hach- meine BookCrosser wieder… 😉

Gedanklich hat mich das Ganze immer noch mal wieder beschäftigt: ist das eigentlich Tierquälerei, genau so gegen jede Natur, wie wenn man Hühner in die Legebatterie steckt? Was geschieht mit diesem Bienenvolk später im Jahr- es kann doch kein Winterfutter einlagern!? Wird es wohl rechtzeitig umgesiedelt? Wird es überhaupt so lange überleben können?

Dann, letzte Woche, eine BC-mail von flatterbuch: sie war mit ihrem Freund auch auf der documenta gewesen, und sie hatten noch einige Fotos von der Dame für mich gemacht (alle außer dem obersten Bild sind von ihnen, vielen Dank, daß ich sie hier zeigen darf :-)).

Ein interessanter mailwechsel entspann sich. Auch flatterbuch sieht das ganze kritisch, hatte aber auch einen spannenden Gedanken:

Meine persönliche Haltung: Lebewesen haben in der Kunst nichts zu suchen, wenn sie es nicht selbst entscheiden können.
Andererseits: wenn man davor steht, sieht es schon etwas anders aus. Der Spruch „Mir brummt der Schädel“ hat jetzt definitiv für mich ein Bild!

Und sie hatten etwas beobachten können:

  

Ob das aber nun ein Nacht-Schutz ist, damit  die Brumsel wenigstens des Nachts mal in Ruhe ausspannen kann (muß unendlich stressig sein, dieses ungeschützte rumhängen) oder ob’s mehr als Anti-Vandalen-Schutz gedacht ist- ich weiß es nicht. flatterbuch konnte berichten, daß anderen Tags der Kasten drumrum wieder abgebaut war, sie waren also nicht zufällig dazugekommen, als die Bienen umgesiedelt werden sollten.

Immer noch ist das ursprüngliche Rätsel das Geheimnis geblieben, das der Künstler drum macht. Und doch – Ideen, Gedanken, ein schöner neuer BC-Kontakt, MiträtslerInnen, und wieder einmal das Gefühl, daß „dieses internet“ eine riesengroße  Bereicherung für mich ist- wegen all der Menschen, die dahinterstehen und der unendlich viel größeren Möglichkeit, auf diese Menschen zu stoßen.

Ihr könnt Euch jetzt selbst eine Reihenfolge ausdenken- wahrscheinlich ists für mich eher „Die BookCrosser, ein ungelöstes Rätsel um Bienen und die Kunst“ , wenn die Frage ist, worum es nun eigentlich überhaupt geht in diesem Beitrag hier. Aber vielleicht ist das auch ganz egal……..

Anders spenden, die nächste….

Anläßlich meines allerersten BookCrossing-Wildfanges mit persönlicher Ansprache (darüber hab ich mich wirklich gefreut, zumal der Finder dieses Buches auch Käufer ist und sich hätte ärgern können) habe ich beschlossen, daß ich wieder eine- diesmal privat-persönliche- Spendenchallenge fürs Tierheim ausrufe:

für jedes Buch von mir, das von nun an (zunächst mal für ein Jahr) wild gefangen wird, spende ich 2 Euro.

Den Anfang macht das oben erwähnte:

  1. 3.7.:  Die FlüchtigeIch hoffe, es kommen viele dazu- ich werde sie hier im Artikel sammeln.
  2. 4.7.: Dieses Buch ist gleichzeitig mein 333. Wildcatch!!!
  3. 16.7.: Ein Bookcrosser in der OBCZ Flensburg
  4. 21.7.:  Noch mehr BookCrosser in der OBCZ 😉
  5. 21.7.: Auf einer Fähre – SONDERFALL: dieses Buch spielt FÜNF Euro ein, schließlich steht’s so im release-alert: es hatte bei der letzten Spendenchallenge mitgemacht, und ist zwar etwas spät dran- aber daran soll’s nicht liegen! 🙂
  6. 21.7.: Und wieder die OBCZ (zur Erklärung: ich ließ dort Bücher frei- 2 davon wurden auf einem später stattfindenden meetup mitgenommen. Da sie aber vorher dort ganz regulär wild freigelassen worden waren, zählt das trotzdem mit. Für’s meetup mitgebrachte Bücher zähle ich nicht!)
  7. 31.7.: Juchu! Es finden also DOCH „Fremde“ die Bücher in der neuen OBCZ!! Und dann noch ein so enthusiastischer Eintrag, klasse!!
  8. 31.7. Ein Pathologe beim Inder
  9. 7.9. Vom Geocache in Mohrkirch nach Flensburg. Und gelesen wurde das Buch auch noch 🙂
  10. 8.9. So lange nix, und dann 2 an einem Tag!! Dieses Buch war 2 Jahre lang auf Reisen, von Thüringen ists nach Sachsen-Anhalt gekommen, um dort von einem Holländer rezensiert zu werden 🙂
  11.  13.9.  Vor 4 Jahren in Kiel freigelassen, jetzt in HH einen newbie geworben
  12.  25.9. Ein Klostergeist reist in Regensburg
  13. 1.10. Ein schöner Fang- denn dieses Buch haben wir in den Händen der neuen „Besitzerin“ gesehen- sie kam uns mit ihren Eltern auf unserem Rundweg um Stubbe mit Buch in der Hand entgegen und fragte nach dem Weg 🙂
  14. 6.10. Juchu- DER ist klasse :-)))
  15. 26.10.Noch einer aus Regensburg
  16. 20.12. Zunächst schweigsam, hat sich der Finder dann doch noch geäußert- zum wieder-freilassen des Buches nämlich.
  17. 28.12. Impotenter Mann gefällt nicht. Kann ich verstehen…. 😉
  18. 11.1. 2013 Quotenmord auf der Taarstedt-Tour
  19. gleich noch einer am selben Tag
  20.  13.1. Ein Neuling freut sich über’s Buch und aufs meetup 🙂
  21. 16.1. inaktiver BCler aktiviert durch ein Q
  22. 4.2. ein wirklich richtig schöner Eintrag, den mir da mein Buch (!) hinterlassen hat
  23. 24.2. Chaosqueen im Geocache
  24.  21.3.    Moselblut im Rheinland
  25. 19.5. nach laaaanger Pause endlich: Nonne erfreut Anonymous
  26. 20.5. WOW. Das war wirklich DER Wildcatch schlechthin!!!!
  27. 25.5. Anonymous denkt dasselbe vom Buch wie ich
  28. 31.5. Jetzt hagelt es wieder Einträge *freu*. Noch einer von der Kulturellen Landpartie
  29. 17.6. Fette Fische lagen lange in Regensburg!!!
  30. 18.6. Vom Tag der offenen Gärten

Die Essenz …

… des BookCrossing – das kam mir eben in einem Forumsthread so aus den Tasten geflossen- ist irgendwie ja auch die Essenz überhaupt:

Im Grunde muß es so sein, daß man wirklich den Anspruch an ein Buch aufgibt, wenn man es freiläßt.
Ich vergesse all diese Bücher sofort- und dementsprechend kann ich mich dann über jeden Journaleintrag immer noch freuen! Und ärgere mich nicht über all die NICHT erfolgten Einträge…
Für mich ist der wildrelease die eigentliche Essenz des BookCrossing – alles andere folgt nur daraus: die netten Bekannt- und Freundschaften, die schönen Erlebnisse (für die Neulinge mal wieder ein Hinweis auf die Geschichtensammlung), all das sind Nebeneffekte…sehr tolle Nebeneffekte, aber eben nur Nebeneffekte des wilden freilassens und eben auch LOSlassens. 🙂

Beim bookcrossen fällt mir das loslassen nicht schwer- bei vielem anderen wird es mit den Jahren etwas leichter, aber es bleibt schwierig:

  • Freundschaften, die sich auseinanderleben – inzwischen muß ich nicht mehr jahrelang damit hadern und kämpfen, aber trauern tu‘ ich noch immer
  • alt werdende Tiere (und Menschen, aber nuja, das ist NOCH ein ganz anderes Thema) – all das „sich schonmal vorbereiten“ wird letzten Endes wohl wieder überhaupt nichts geholfen haben, wenn der Tag des Verabschiedens gekommen ist
  • Lebensträume, für die es ja kein 2. Leben gibt, die aber in diesem nicht mehr verwirklichbar sein werden – der Resthof zum Beispiel ist so ein Traum: selbst wenn ich jetzt sofort einen bekommen könnte, wäre er mir doch inzwischen eher eine Belastung, die kaum zu stemmen wäre. Und deshalb ist er inzwischen ein Traum, den ich losgelassen habe. Und doch….

Und so kann ich nur hoffen, daß mir irgendwann wie beim loslassen meiner inzwischen über tausend Bücher auch im richtigen Leben die tollen Nebeneffekte des frei- und loslassens klar werden, statt mich über die nicht erfolgten Einträge (die dann vielleicht all die nicht erlebten Erlebnisse sind) zu grämen…

meint eine
heute mal ganz grundsätzliche
Fjonka

Anders spenden – Bilanz

Die challenge ist beendet. Es sind großartige 438 gemeldete Bücher zusammengekommen, das heißt also für jeden Spender, daß 438 Euro gespendet werden mussten. Eine ganz schöne Summe- mit so viel hatte Niemand von uns gerechnet!

Insgesamt haben wir also 2190 Euro gespendet. 3 Tierheime, ein Artenschutzprojekt und eine Doggenhilfe profitieren davon.

Ich hatte ja schon eine erste Rate ins Tierheim Flensburg gebracht , aber irgendwie hab ich die Zeit dazu diesmal nicht gefunden und habe meinen Restbeitrag einfach schnöde überwiesen….

Back from Berlin

12o BookCrosserInnen (von denen ich gefühlt höchstens die Hälfte gesehen habe), über 1200 Bücher, 3 Tage ununterbrochenes Geschnatter – bin noch immer etwas heiser- und Berlin selbst ist, obwohl sehr anders als beim letzten Besuch vor etwa 10 Jahren, noch immer eine einfach grandiose Stadt.

Und die Stadtratte oben hätte ich gar nicht gesehen, wenn dschinny mich nicht auf etwas namens street art aufmerksam gemacht hätte, das ich insgesamt allerdings  so faszinierend nicht finde. Aber dies finde ich schön!! 🙂