Wölkchen – ein schönes Wort!!!! :-)

Tatsächlich haben wir, als wir in Mölln waren, die erste Fledermaus gesehen!

Es wird Zeit, nochmal drauf aufmerksam zu machen, was man tun kann, sollte man eine Fledermaus auf dem Boden finden! Für alle neuen LeserInnen hier: der unten verlinkte Beitrag wurde von mehreren FledermausexpertInnen gegengelesen, bevor er hier und später ähnlich in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde. Die Infos stimmen also: *klick*

Still sitzen.
Nichts tun.
Der Frühling kommt.
Das Gras wächst.

Aus dem Zen-Buddhismus

 

 

 


Also, nicht daß ich das mit dem stillsitzen und nichtstun hinkriegen würde. Aber der Gedanke ist ein schöner, und es täglich mal für ein paar Minuten zu versuchen – das kann nicht schaden.

Wie kahl und jämmerlich würde manches Stückchen Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse!

Wilhelm Raabe, 1831 – 1910*

Genau so kahl und jämmerlich! Glyphosat-Land im Februar 2020. Zuletzt gespritzt im Spätsommer 2019.

Das konnte man sich achtzehnhundertschlagmichtot noch garnicht vorstellen, daß einmal weite Teile freien Landes für Monate so kahl und jämmerlich aussehen würden, und daß das als ganz normal empfunden werden würde! In manchen Dingen ging es den Leuten damals doch besser als heute! (Mir fallen da spontan noch die Möglichkeit von Stille und Dunkelheit ein, zumindest auf dem Land)

*Raabe beobachtete besonders stark die irreparablen Risse zwischen Altem und Neuem, zwischen Geborgenheit und technischer Industrialisierung, welche sich auf Kosten der Natur und der Gemütskultur vergrößerten und vertieften. Als einer der ersten Umweltromane gilt sein Werk Pfisters Mühle, in dem er das Schicksal eines idyllischen Ausflugslokals der Wasserverschmutzung durch eine Zuckerrübenfabrik gegenüberstellte. Das Lokal musste dann dem Neubau einer Fabrik weichen.

(Zitat aus Wikipedia)

Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen,
Die Vögel schwirren aus dem Kraut –
Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen niedrig Haus
Steht einsam hier und sonnbeschienen;
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu,
Er träumt von seinen Honigernten.
– Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm: Gedichte

 

PS: ich komme heute aus der großen, hektischen Stadt zurück … mal sehn, wie die aufgeregte Zeit sich bei uns daheim benimmt ….

Brrrrrrrrr – exit

(Diese Kolumne hat Tonio Keller geschrieben und es mir netterweise erlaubt, sie hier zu veröffentlichen. Ich fand sie so witzig und treffend, daß ich ihn darum gebeten hatte. Danke, Tonio!)

Jeder sich selbst

Der italienische Schriftsteller Leonardo Sciascia hat einmal beschrieben, wie er als Lehrer im Sizilien der 1950er Jahre in einer verwilderten Schulklasse das Amt des Klassensprechers einführen wollte, um sie zur Demokratie zu erziehen. Beim ersten Wahldurchgang stellte er fest, dass jeder sich selbst gewählt hatte. Das blieb noch ein paar Mal so, bis den Schülern allmählich dämmerte, dass es so wohl nicht geht.

Ähnliches können wir derzeit im britischen Parlament beobachten, der ältesten noch bestehenden Demokratie der Welt. Da werden gerade immer wieder aufs Neue verschiedene Vorschläge zum Brexit zur Abstimmung gebracht. Auch hierbei sollte es rein rechnerisch klar sein, dass schon bei mehr als zwei Anträgen mit genügend großer Unterstützung nie einer von diesen die Mehrheit bekommt, wenn jeder immer alle außer dem eigenen ablehnt – erst recht bei acht oder zwölf Anträgen, wie sie in London derzeit vorgelegt werden.

Wie ging übrigens die sizilianische Geschichte aus? Nach zähem Ringen gelang es einem, durch Versprechungen und Drohungen genügend Anhänger um sich zu scharen. Kaum gewählt, sah er es als seine Hauptaufgabe an, die anderen zu drangsalieren. Dies nur der Vollständigkeit halber, mit den Briten hat das natürlich nichts zu tun.

 

Wenn Einer Äpfel und Birnen hat, sei sicher, daß er sich nach Quitten sehnt

Aus Armenien.

Isso. Oft genug jedenfalls.

Mir fallen da grad meine Haare ein, nur so als Beispiel, weil ich just beim Friseur war: Ich habe viele davon – so viele, daß es bei jedem Friseurbesuch irgendwann heißt „Sie haben aber auch wirklich viele Haare!!“ Sie sind so „straßenköterblond“, daß die grauen/ weißen erst langsam aufzufallen beginnen, obwohl ich schon 53 bin. Und sie haben genug Wirbel, daß sie nie platt rumliegen, sondern sich auch ohne fönen so hinlegen, daß es meistens ganz okay aussieht.

Äpfel und Birnen zu Genüge!

2017: „lang“ Viel länger wirds nicht.

Aber ach – sie wachsen nie so lang, daß man eine wirklich hübsche Hochsteckfrisur hinkriegen kann, vorher splissen sie kaputt. Aber sie sind auch zu viele, daß eine kurze Frisur so schön fransig aussieht wie bei anderen Frauen- bei mir sieht’s immer sehr brav stufig aus. Und, das schlimmste: keine Locken! Nirgends!

Quitten, Zwetschgen und Bananen!!! *gg*

Okay. Das ist wahrlich ein Beispiel mit wenig Leidenspotential 😉  aber so ist es immer wieder in allen möglichen Bereichen. Kennt Ihr sicher auch, oder?

Mein Aprilvorsatz: Äpfel und Birnen genießen!
Im April bedeutet das wahrscheinlich vor allem: Sich nicht nach warmen Sommertagen sehnen, sondern sich über die frühlingshaften freuen, darüber, was alles schon blüht und daß es schon (hoffentlich) Tage gibt, an denen draußen zu sein Spaß macht!
Sich darauf konzentrieren, wie lang so ein Vormittag vor der Arbeit ist und was frau da alles machen kann, wenn sie um sieben schon hoch ist (heute prompt um acht, der Zeitumstellung sei Dank….) statt sich nach den Zeiten zu sehnen, zu denen ich um halb zehn erholt gemütlich aufstand (und mir wünschte, ich wäre früher wach und hätte mehr vom Tag, logo *g*. Jetzt bin ich’s, aber eben nicht erholt….)
Die klare Luft an sonnigen Tagen zu genießen, statt sich an einen wärmeren Ort zu wünschen.

Wenn das gelingt, dann gibt es demnächst ein „Motto des Monats“.
Und vielleicht macht ja die und der ein oder andere mit und läßt auch Quitten Quitten sein 🙂

 

Die Hoffnung und das halbvolle Glas

Gestern, als wattundmeer im letzten Blogbeitrag hier kommentierte, daß sie mit mir darauf hoffe, daß das bayrische Volksbegehren Wirkung zeige, vielleicht sogar auf Restdeutschland gleich mit – da fiel mir sofort ein:

Hoffen und harren hält manchen zum Narren

Das ist eine Art Automatismus. Ich bin damit aufgewachsen, daß Vaddern diesen Spruch wirklich jedes Mal anbringt, wenn Jemand erwähnt, auf irgendetwas zu hoffen.

Gestern dachte ich dann aber gleich: NÖ!!!! Schließlich ist der Spruch ja in manchen Fällen auch gar nicht passend. Hier zum Beispiel: Ich hoffe, das schon, aber ich harre nicht, sondern tue aktiv mehr und mehr dafür, daß sich meine Hoffnung bewahrheitet. In meinem Garten, im Blog, im Naturgartenverein, mit meiner Arbeit, mit meinem immer ein wenig mehr auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Leben.

Ich dachte mir also: Nö! Ich mag lieber

Die Hoffnung stirbt zuletzt

denn das läßt immerhin die Möglichkeit offen, bis zum vorletzten Moment noch selbst Einfluß nehmen zu können.

Auf alle Fälle sehe ich inzwischen ein, daß es kein „Schönreden“ ist, sondern faktisch genauso wahr, vom halb vollen wie vom halb leeren Glas zu sprechen. Faktisch genauso wahr(!), aber mit freundlicherer Sicht auf die Welt. In diesem Sinne:

Es ist unmöglich, daß ein Mensch in die Sonne schaut, ohne daß sein Angesicht hell wird

(Friedrich von Bodelschwingh)

 

 

Zum neuen Jahr

Herr, setze dem Überfluß Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden.

(…)

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.

Herr, sorge dafür, daß wir in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort.

 

Pfarrer Hermann Kappen von St. Lamberti zu Münster, 1883(!)

 

Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, wiedermal, daß sich im Grunde allzuviel nicht ändert über die Jahrhunderte *seufz*

Euch ein gutes neues Jahr, und daß in diesem Jahr 2019 die uralten Wünsche endlich erfüllt werden. Danach aussehen tut es allerdings nicht. Mauern und Zäune verstärken Grenzen noch, alternative Fakten ersetzen Wahrheiten und unsere Regierenden? Schwurbeln munter weiter vor sich hin von KONsequenzen, DIStanzierung und VERsprechungen (achtet mal drauf, die falsche Erstsilbenbetonung greift im POlitischen Berlin gerade MAssiv um sich) Vielleicht sollte ich öfter mein „wünschen hilft“- T-shirt tragen!?

Abgekartet Nr. 16

Diese Karte hab ich, es ist auch schon wieder ziemlich lange her, von Xirxe geschickt bekommen. Der Text gefällt mir so gut, er trifft mein Gefühl von „schöner Tag“ und erinnert mich an meine Urlaube in Norwegen:
ich wußte, daß es jetzt „richtig“ ist, wenn ich in einem mentalen Zustand war, der mich an jeder Wegkreuzung fühlen ließ: Da fühlt es sich besser an, da fahr ich lang! Meine Wege führten mich nach diesem Prinzip mal an wunderbare Stellen, mal nicht – aber immer fühlte ich mich da richtig, wo ich grade war. Herrlich! 🙂

Vorüberleins

Das den Vorüberleins gewidmete Gedicht haben wir im Allgäu-Urlaub in einem von einer Grundschule gestalteten öffentlichen Garten gefunden.

Jetzt ist die Zeit der Vorüberleins erst einmal wieder vorbei. Uns bleibt, zurückzublicken: viele Vorüberleins begegneten uns, sobald wir einen Fuß nach draußen setzten, jeden Tag aufs neue. Oft haben wir sie garnicht wirklich wahrgenommen – ich habe in diesem Jahr verstärkt meinen Blick auf sie gerichtet und Euch mit meinen Entdeckungen geradezu bombardiert. 😉

Nun gilt es zu hoffen, daß im nächsten Jahr nicht alle Namen schon wieder vergessen sind und die Stehrümchens zu betrachten (und, je nachdem, vielleicht sogar auszudünnen *g*), die in den Wohnungen auf Beachtung warten.

Aus einem hübschen öffentlich besuchbaren Schulgarten im Allgäu

Muß mir demnächst unbedingt mal einen Schnirkelschneckenwitz erzählen lassen! Der einzige Witz überhaupt, den ich mir merken kenne, ist ja der vom Reh:

Wie heißt das Reh mit Vornamen?
Kartoffelpü

Wer hat das gesagt?

Ich weiß nicht immer, wovon ich rede. Aber ich weiß, daß ich recht habe!

Na, wer fällt Euch spontan ein? Niemand?? Dann vielleicht nach lesen des nächsten Zitates!?

Es ist schwierig, bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich.

Okay. Alles klar!?
Das muß doch von ….. sein, oder?

Aber jetzt wird es tückisch:

Ich sagte, ich bin der Größte.
Ich sagte nicht, ich bin der Klügste!

Hmmmm……
Wieso ich so frage?

Eben bin ich beim „ich guck mal durch mein eigenes Blog“- klicken in einem Beitrag vom Januar 2013 auf diese Zitate gestoßen und hatte beim ersten drüberfliegen sofort „Ah! Trump!“ im Kopf. Bloß daß der mir damals noch gar kein Begriff gewesen ist.
Und dann las ich Zitat 3 nochmal richtig. Nein, so ein Understatement liegt dem nicht 😉

Laut Dirk Luther stammen diese Zitate denn auch nicht von Donald Trump sondern von Muhammed Ali. Ich hatte sie mir damals beim Schleswig-Holstein-Magazin-gucken rausgeschrieben und hier veröffentlicht.

 

 

 

Ein Sommernachmittag, drei Minuten nachdem der Regen aufgehört hat. Kein Mensch weit und breit. Ein Reh schaut mit nassen Ohren aus dem Wald, erste Schmetterlinge fliegen schon wieder, die Luft schwer, naß, Vögel rufen, K. legt den Arm um mich. Das einsehen: Besser wird es nicht. All die Arbeit, das Geld, die Mühe, diese verfluchte Energie, die man aufbringt, um das alles irgendwie zu schaffen, den Alltag zu überstehen, der Welt zu widerstehen, alles irgendwie zu verstehen, all das mündet hier. Wo eigentlich gar nichts ist. Und dieses gar nichts ist so großartig, dass man es nicht zu spät begreifen sollte. Glaube ich.

Zitat vom Wieselblog.

Gerade eben gelesen. Gedacht: ganz genau so ist es. Danke, daß Sie das ganz genau so formuliert haben!