abgekartet Nr. 21

Eine schöne Karte, deren Text mich von Anfang an sehr angesprochen hat (obwohl ich ja nicht so die emsige Arbeiterin bin 😉 ) So hat es auch ziemlich lange gedauert, bis ich mich jetzt von ihr trennen konnte. Danke, holle77, dafür!!


Was ist „abgekartet“?

abgekartet Nr.20

So ein Schulterglück muß halt erstmal ordentlich wachsen, aber inzwischen ists groß genug, blüht und gedeiht 🙂 Ich werde morgen zum 1. Mal wieder zur Arbeit gehn!!!!!! Per Hamburger Modell zunächst nur für zwei Stunden – wir werden sehen, ob die sechs Wochen mit sich steigernden Stundenzahlen an „Schonzeit“ ausreichen, oder ob das noch verlängert werden muß, aber ich freu mich ungeheuer drauf! 🙂

Die Karte fürs Schulterglück übrigens ist HANDGEMALT!! Zintangle nennt sich sowas – Info für Diejenigen hier, die über Feinmotorik, Geduld und ästhetisches Empfinden verfügen.

Dank an den weiblichen hamburger Teil der Tiramisu-Connection 🙂


Was ist abgekartet?

Heute ist Allerseelen.*

Gruslig, diese Grabinschrift aus Sieseby (?). Nicht nur, daß die arme Frau nur über ihr Witwendasein definiert wird, nein, das war offenbar auch noch ziemlich gräßlich – denn stellt Euch nur vor, sie hätte nach dem Tod ihres Mannes gewagt, weiterhin etwas schönes mit ihrem Leben machen zu wollen ….. da hätte sie aber Streß gekriegt von Wemauchimmer, der ihr das Grab gerichtet hat (ihre Kinder??)

Was wird sein, wenn ich nicht mehr auf der Welt bin?
Es wird nichts sein.
Ich werde erlöst von Sein sein.

Erwin Strittmatter »Der Laden, Zweiter Teil«

Ob sie solche Gedanken gedacht hat? Wahrscheinlich nicht, wenn sie auf die traurige Weise fromm war wie dort impliziert. Puh!


*Allerseelen findet jährlich am 2. November statt und soll dem Gedenken an Verstorbene gelten.

Ich denke an Folgä, an meine Omas und Opas, an Oedi, Kilian und den Dicken, an workingmum und an die Frau Frölich, die hoffentlich im Leben ihrem Namen ähnlicher war als die Grabinschrift vermuten läßt. Und ich hoffe, daß sie alle erlöst vom Sein sind. Oder, sollte ich mich täuschen, daß etwas Gutes auf sie gewartet hat.

Schwerst beeindruckt

…hat mich der Podcast „180°- Geschichten gegen den Haß“.

Weil er Preise bekommen hat, wurde er in den Nachrichten erwähnt, und weil ich derzeit ja viel laufe und dabei Zeit zum hören habe, habe ich mal reingehört – und konnte garnicht wieder aufhören, bis ich die sieben Folgen plus „Bonusfolge“ durchgehört hatte.

Einerseits die Geschichten selbst, die mit den O-Tönen der das erlebt Habenden extrem spannend sind – andererseits das Format: der Zusammenträger und Rechercheur Bastian Berbner und eine sehr skeptische Journalistenfreundin, Alexandra Rojkow, die ebenso nichtwissend, was da noch kommt, zuhört wie die da draußen vor dem Radio – aber im Gespräch mit dem Bastian Berbner ist. Das ist ne schöne Mischung, um das ganze noch interessanter zu machen. Man hat ja auch selbst Gedanken beim hören und Zweifel oder auch nicht. Beim den-beiden-zuhören wurde ich manchmal überhaupt erst auf meine eigenen Gedankengänge aufmerksam. Normalerweise bleibt ja im mithören von so einer Sendung dafür gar keine Zeit!

Hier könnt Ihr sie finden und hören *klick*

Ich empfehle dringend, erstens die Reihenfolge einzuhalten – denn manches baut aufeinander auf – und zweitens vorher nicht mehr als die dortigen wenigen Sätze zu den Folgen zu lesen!

Ich gestehe, ein wenig neidisch auf Euch zu sein, die Ihr diesen Podcast frisch und neu hören „dürft“! Schon lange hat mich keine Sendung/ kein Buch oÄ mehr so mitgenommen!

Es gibt übrigens auch ein Buch desselben Namens, ich habe es gekauft und gelesen. Einiges ist doppelt – und in allen Fällen finde ich (die ich ja eigentlich Leserin bin, selten hören mag) die Hörversion besser und spannender – aber zu lesen gibt es auch andere, ebenfalls interessante Geschichten und ergänzende Fakten. Insofern: ich verleihe das Buch gern.

Bin gespannt, ob Jd. Von Euch den podcast schon kennt und ob Ihr auch so beeindruckt wart. Oder auf die Höreindrücke, falls Jd. meiner Empfehlung folgt. Berichtet doch mal, bitte!!😃


PS: Jemand, der auch schon seit Jahren gegen den Haß unterwegs ist, ist Gerburgis, die mir eigentlich über ihren Bienenblog bekannt ist. Durch den kamen wir in langen Abständen ins mailen und dann auch auf andere Themen.

Neu ist diese Website: Kurze Interviews mit Geflüchteten vieler Jahrzehnte : *klick*  Ansehenswert und ebenfalls sehr beeindruckend. Und für Die, die grad nicht so viel Zeit haben, auch häppchenweise zu genießen 😉

Spielerei…..

Zu meinem großen Glück hat WordPress uns nun mit dem neuen Editor NICHT zwangsbeglückt 🙂
Aber da Einige BloggerInnen in meinem Feed das nicht gleich bemerktr haben, haben sie rumgespielt – und eine hat dabei etwas entdeckt, das ich toll finde für Vorher-nachher- Geschichten. Nun hab ichs mal mit einer anderen Sache ausprobiert, nämlich mit dem Redensart-Erklärer des Nürnberger Museums. Hi!! Die mittige Linie kann nämlich mit der Maus von Euch hin und her geschoben werden – und ich kann tatsächlich über den EINEN Link mit meinem einfachen Alt-Editor weiterschreiben, mit einem ANDEREN Link aber Beiträge im neuen Editor basteln und also so etwas wie dies hier basteln. Toll!

abgekartet Nr.19

Diese schöne Karte hat Bibo mir zum Neuanfang auf der jetzigen Arbeit geschickt – ist auch schon wieder anderthalb Jahre her, und mich zu trennen fiel mir nicht leicht. Ich hatte mich sehr drüber gefreut 🙂

Zum Thema: mal bin ich ganz d’accord, mal denke ich mir: nein! Ich will einfach nur irgendwann meine Ruhe haben!!!! Da es aber so ist, daß frau eh oft keine Wahl hat, ist es ja eigentlich ganz egal – ich gehorche und höre nie auf, neu anzufangen … ob freiwillig oder nicht 🙂 Und im Grunde gehört es ja auch nicht anders- Leben eben….

Was ist abgekartet?

 

Die letzten Tage…

Als ich Deinen neuen Beitrag im Reader gesehen habe, kam so eine Endzeitstimmung bei mir auf„, sagte der Herr F. eben. „Die letzten Tage im Garten, ohje!

Als er dann weitergelesen hat, hat er verstanden, was ich gemeint hatte: „IN DEN letzteN TageN“ – und so kam bei uns die Frage auf, ob „die letzten Tage“, so gemeint, rheinisch ist oder fränkisch oder norddeutsch, oder ob das ganz allgemein ein überall bekannter umgangssprachlicher Ausdruck ist!? Beispiele:

  • „Die letzten Tage war mir immer fröhlich zumute“
  • „Das hat ja die letzten Tage ununterbrochen geregnet!“ (wobei: da DAS zu sagen, das ist norddeutsch. Im Rheinland hätte man ES hat (platt: Et hätt) gesagt – aber das ist wieder ein anderes Thema *g*)
  • „Ich weiß ja nicht, die letzten Tage ist irgendwie der Wurm drin, dauernd vertippe ich mich“

Könnt Ihr uns weiterhelfen?

Kennt Ihr „die letzten Tage“ im Sinne von „in den letzten Tagen“? Versteht Ihr’s nur, oder ists für Euch ganz normaler Sprachgebrauch – und woher kommt Ihr jeweils?

Wölkchen – ein schönes Wort!!!! :-)

Tatsächlich haben wir, als wir in Mölln waren, die erste Fledermaus gesehen!

Es wird Zeit, nochmal drauf aufmerksam zu machen, was man tun kann, sollte man eine Fledermaus auf dem Boden finden! Für alle neuen LeserInnen hier: der unten verlinkte Beitrag wurde von mehreren FledermausexpertInnen gegengelesen, bevor er hier und später ähnlich in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde. Die Infos stimmen also: *klick*

Still sitzen.
Nichts tun.
Der Frühling kommt.
Das Gras wächst.

Aus dem Zen-Buddhismus

 

 

 


Also, nicht daß ich das mit dem stillsitzen und nichtstun hinkriegen würde. Aber der Gedanke ist ein schöner, und es täglich mal für ein paar Minuten zu versuchen – das kann nicht schaden.

Wie kahl und jämmerlich würde manches Stückchen Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse!

Wilhelm Raabe, 1831 – 1910*

Genau so kahl und jämmerlich! Glyphosat-Land im Februar 2020. Zuletzt gespritzt im Spätsommer 2019.

Das konnte man sich achtzehnhundertschlagmichtot noch garnicht vorstellen, daß einmal weite Teile freien Landes für Monate so kahl und jämmerlich aussehen würden, und daß das als ganz normal empfunden werden würde! In manchen Dingen ging es den Leuten damals doch besser als heute! (Mir fallen da spontan noch die Möglichkeit von Stille und Dunkelheit ein, zumindest auf dem Land)

*Raabe beobachtete besonders stark die irreparablen Risse zwischen Altem und Neuem, zwischen Geborgenheit und technischer Industrialisierung, welche sich auf Kosten der Natur und der Gemütskultur vergrößerten und vertieften. Als einer der ersten Umweltromane gilt sein Werk Pfisters Mühle, in dem er das Schicksal eines idyllischen Ausflugslokals der Wasserverschmutzung durch eine Zuckerrübenfabrik gegenüberstellte. Das Lokal musste dann dem Neubau einer Fabrik weichen.

(Zitat aus Wikipedia)

Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen,
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen,
Die Vögel schwirren aus dem Kraut –
Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen niedrig Haus
Steht einsam hier und sonnbeschienen;
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu,
Er träumt von seinen Honigernten.
– Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm: Gedichte

 

PS: ich komme heute aus der großen, hektischen Stadt zurück … mal sehn, wie die aufgeregte Zeit sich bei uns daheim benimmt ….

Brrrrrrrrr – exit

(Diese Kolumne hat Tonio Keller geschrieben und es mir netterweise erlaubt, sie hier zu veröffentlichen. Ich fand sie so witzig und treffend, daß ich ihn darum gebeten hatte. Danke, Tonio!)

Jeder sich selbst

Der italienische Schriftsteller Leonardo Sciascia hat einmal beschrieben, wie er als Lehrer im Sizilien der 1950er Jahre in einer verwilderten Schulklasse das Amt des Klassensprechers einführen wollte, um sie zur Demokratie zu erziehen. Beim ersten Wahldurchgang stellte er fest, dass jeder sich selbst gewählt hatte. Das blieb noch ein paar Mal so, bis den Schülern allmählich dämmerte, dass es so wohl nicht geht.

Ähnliches können wir derzeit im britischen Parlament beobachten, der ältesten noch bestehenden Demokratie der Welt. Da werden gerade immer wieder aufs Neue verschiedene Vorschläge zum Brexit zur Abstimmung gebracht. Auch hierbei sollte es rein rechnerisch klar sein, dass schon bei mehr als zwei Anträgen mit genügend großer Unterstützung nie einer von diesen die Mehrheit bekommt, wenn jeder immer alle außer dem eigenen ablehnt – erst recht bei acht oder zwölf Anträgen, wie sie in London derzeit vorgelegt werden.

Wie ging übrigens die sizilianische Geschichte aus? Nach zähem Ringen gelang es einem, durch Versprechungen und Drohungen genügend Anhänger um sich zu scharen. Kaum gewählt, sah er es als seine Hauptaufgabe an, die anderen zu drangsalieren. Dies nur der Vollständigkeit halber, mit den Briten hat das natürlich nichts zu tun.