Aus der Abteilung „Lange her“

heute ein Beitrag zum Thema „Ich höre was, was Du nicht kennst“

Dank des Tivoli-Radios mit Bluetooth, für das ich mir inzwischen auf des Herrn Fairphone eine eigene Hörliste eingerichtet habe, bin ich über ein Zeitphänomen gestolpert:

Wißt Ihr noch, damals in den 80ern? Es gab eine Phase, da war es geradezu modern, Lieder mit einem „Radio-Fake“ zu beginnen. Mit anderen Worten: es wurde musikalisch so getan, als habe Jemand im Radio mit einem Drehknopf einen Sender gesucht und den dabei typischen Mix aus Störgeräuschen und Wort- und Musikfetzen erzeugt. Das wurde dann auf die ein oder andere Art zum Einstieg ins Lied genutzt.

Beispiele: „Wish you were here“, Pink Floyd, aber auch „Am Fenster“ von City.

Naja, heute hörte ich also zufällig so ein Pink Floyd-Stück  in meiner Liste und fragte mich unwillkürlich:
Was denkt Jemand, der 12 oder 13 ist und diese Geräusche hört? Kann der das überhaupt noch als „da dreht wer einen neuen Sender rein“ identifizieren?

Fragt sich

Fjonka, heute mal wieder URALT *g*

 

PS Das Tivoli ist übrigens voll retro: mit DREHKNOPF ohne Sendersuchlauf oder mit festen Sendern belegbare Knöpfe. Hab mich schon mehrfach dabei ertappt, das ganz schön lästig zu finden *g*

 

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Schuster

Das gestern hat – was mich freut! –  ein Nachspiel. Hier ist es:

Des Paradiesapfels Opa war Schuster, schrieb sie gestern im Kommentar:

Mein Opa war reisender Schuster. Aber nicht annähernd so prächtig wie auf den Vignetten. Die Leute konnten sich nur Flicken leisten, selten neue Schuhe. Und so hauste der Opa, wenn er denn mal daheim war, mit seiner 5-köpfigen Familie in einem Häuschen in dem Werkstatt, Kochen, Schlafen und Leben in ein und dem selben kleinen Raum statt fand. Mit Abtritt aufm Hof.

Das hat mich daran erinnert, daß ich in allerhand Museen ganz fasziniert war von den Schusterlampen- Die Schuhmacher waren ja eh meist sehr arme Leute, nicht umsonst hatten sie sich diese raffinierten Lampen ausgedacht, bei denen wassergefüllte Glaskugeln die einzige Kerzenflamme/ Petroleumslampenflamme vervielfältigten und so sparsam Helligkeit erzeugten.

24183020888Bild: Museum Burg Ramsdorf, Bildrechte/-herkunft: Archäologie Nockemann, Foto: Guido Nockemann

Aber Schusterlampen gibt es auch noch gaaaanz anders, schrieb Steffi gestern in den Kommentaren:

In Blomberg gab es im 18. Jahrhundert viele Schusterbetriebe, die Ihre Waren in einem Umkreis von etwa 150km auslieferten. Da es auf den Märschen teilweise recht dunkel war und sie meist zu zweit, mit einer Stange mit Schuhen zwischen sich, über Land auf die Märkte gingen, haben sich (zumindest die hiesigen) den “Hemdschlapp” aus der Hose gezogen, quasi als Reflektor, damit sie einen gleichmäßigen Abstand halten konnten, ohne “über Kopps zu kommen”. Dieser Trick wurde und wird “Blomberger Schusterlaterne” genannt. Ob es diese Idee auch woanders gab, ist mir nicht bekannt.

Ich hatte übrigens das Schusterlaternenbild schon herausgesucht, den Beitrag hier schon bis dahin geschrieben, als der Kommentar von Steffi kam – so passend!! Diese Art Schusterlaterne war mir noch kein Begriff gewesen!! 🙂

Aus der Abteilung „Ach ja….“

P1050847Schon zu den Zeiten, als noch sämtliche LKW auf den Straßen dieses Zeichen trugen, hab ich nie verstanden, was das heißt.
Fernschnellgut? (Ein Bürokratenausdruck für „LKW-Beladung“? Oder ein Code unter LKW-Fahrern? Aber wofür steht er?)
Fern, schnell, gut?? (Aber warum, zum Teufel, hat man dann die Kommata weggelassen?)
Und wozu ist das ganze durchgestrichen????? (Um zu betonen, wie überflüssig das ganze Dingen eigentlich ist?)

Naja, egal, darum geht es heute ja nicht. Sondern darum, daß mir bis zur Sichtung dieses Schildes noch nie aufgefallen war, daß ich dieses Zeichen, was auch immer es bedeuten möge, schon seit Jaaaaahren nirgends mehr gesehen habe. .

Nun kann ich bloß hoffen, daß mir eines Tages mal irgendwo ein SNACK’S- Schild auffällt und mir mit leichter Sentimentalität klar wird: oooooh, ich hab schon seit Jaaaaahren keinen Deppenapostrophen mehr gesehen!

Ob dieser fromme Wunsch wohl in Erfüllung geht?

Aus der Abteilung „Stimmt- das gab’s ja auch mal“

heute ein Beitrag zum Thema „Dein Freund und Helfer“:

P1050657Meine Güte, ist das lange her, seit ich zum letzten Mal so einen Polizeiruf gesehen habe! Aber dann, in der Eifel- gleich zweimal kurz hintereinander: zuerst diesen hier, in Betrieb!!!!!!! am Monschauer Rathaus, und den zweiten, wo ich, wenn ich je daran gedacht hätte, daß es mal Polizeirufsäulen gab, eher erwartet hätte, darauf zu stoßen:  im Freilichtmuseum in Kommern. Dort wird grad ein 60er/ 70er-Jahre- Standort aufgebaut *g*. Bisher gibt’s ein Gasthaus (Bitte ein Bit!, Jukebox mit Singles und Holz-Eckbänke. Die „historische WC-Anlage“ allerdings gibt es eigentlich in jedem dritten Landgasthof genau so zur Benutzung – deshalb mussten sie sie auch extra absperren und dranschreiben, daß die Museum ist *gg*) Außerdem steht da ein Fertighaus-Bungalow mit greulichem 60er-Garten (Waschbetonplatten, Rasen, Bodendecker der schlimmsten immergrünen Art und eine nierenförmiger Beton- Insektentodesfalle, Teich genannt, in einer Ecke) – und eben die Notrufsäule.

Aus der Abteilung „Lange her“

heute ein Beitrag vom Herrn F. zum Thema „Medien“

„Weißt Du, was ich schon ewig nicht gesehen habe?“, fragt der Herr auf einer Fahrt gen Flensburg plötzlich
„So alte Kassetten am Straßenrand, wo das Band raushängt und flattert, die einer aus Frust aus dem Auto geworfen hat.“