Ampfer-Wurzelbohrer

Schmetterlinge sind rar in diesem Jahr. Es ist das Jahr der Weißlinge, das schon. Sie sind schon seit Anfang Juni in großer Zahl unterwegs. Ansonsten aber – wenige Bläulinge, ein Zitronenfalter, ein Admiral, wenige Schornsteinfeger, ein Tagpfauenauge, einige Aurorafalter. Das wars.

Aber da sind ja noch die Nachtfalter. Ob das weniger sind als sonst weiß ich nicht, denn ich habe sie nie beachtet. Aber einige habe ich ja hier schon gezeigt, und letzt‘ hatten wir an der Wohnzimmerwand wieder einen sitzen. Den mit dem Überschriftenname. Liest sich, finde ich, nach klein, unscheinbar, grau in grau. Aber weit gefehlt – dies ist ein ziemlich auffallendes Tierchen:

Hübsche Farbe und Zeichnung – es ist ein Männchen -, eine Pudelmütze auf dem Kopf und einen Schwalbenschwanz. Und alles nur, um dann die Raupen meine Malven beknabbern zu lassen (denn außer an Ampfer- fressen sie auch an Malvenwurzeln, und von denen hab ich mehr) Und das lange, denn die Raupen überwintern ZWEIMAL!

Überhaupt führen all diese Käfer, Schmetterlinge, Wildbienen usw ein viel verborgeneres Leben als mir klar war. Viele Käfer sind JAHRELANG als Larven in Totholz, im Boden oder sonstwo unterwegs. Wildbienen fliegen erwachsen nur wenige Wochen, sind aber monatelang als Larven in den Nestern. Und nun also auch dieser Falter: zwei Jahre im Boden, zwei Monate draußen in meinem Gesichtsfeld.

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Schrecken

Neinnein, nix passiert beim Gewitter gestern! Dieser Beitrag war mit genau diesem Titel schon weit vorher geplant gewesen … das Gewitter grummelte, die vorher leergeräumten Fallrohre sind natürlich doch wieder verstopft gewesen, wir doch wieder im Starkregen mit Schirm draußen, aber es war nicht so doll, daß der Keller wieder naß geworden wäre. Und der angekündigte heftige Sturm hat sich zum Glück auch anderswo ausgetobt. Deshalb kann jetzt auch der geplante Beitrag endlich losgehn, der von ganz anderen Schrecken als denen des Wetters handelt. Bitte sehr:

Einen Schrecken kann man schonmal bekommen, wenn man sich plötzlich in Augenhöhe mit einem 4cm großen grünen Heupferd sieht….. auch dies ist mir wahrscheinlich (was die Artbestimmung angeht) schonmal passiert, und zwar an der weinbewachsenen Giebelwand der Villa Fjonka, die eh ein Lieblingsaufenthaltsort sämtlicher Heuschrecken hier ums Haus ist. Sehr viele davon gibt es nicht – schließlich habe ich einen Schattengarten, und viele Heuschrecken sind ausgesprochene Sonnenliebhaber. So wundert es dann auch nicht, daß die erste, die ich in diesem Jahr erwischt und zu bestimmen versucht habe, eine gemeine Eichenschrecke gewesen sein dürfte – wohnhaft in den Wipfeln von Eichen, auch in Laubmischwäldern – und somit eine Derer, die auch schattigere Gefilde aufsuchen. Sie saß an der Wintergartenwand, innen …. das ist wohl auch nichts soooo besonderes, denn im Netz steht zu lesen, daß sie gern mal in Häuser geht. Und sie hatte nur noch einen ihrer dicken Sprungbeine, was sie aber nicht zu stören schien. IHN nicht zu stören schien, denn, klar erkennbar an den 2 gekrümmten Hinterenden statt des weiblichen Legestachels: es ist ein Männchen.

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In der Insektenlupe hat er sich ganz wohl gefühlt, er hat sich geputzt und geduldig gewartet, bis ich ihn bestimmt hatte und wieder freilassen konnte. Beim suchen und lesen habe ich allerhand Neues über Heuschrecken erfahren, zB wusste ich nicht, daß es auch Baumwipfelbewohner unter ihnen gibt. Aber auch nicht, daß sie, bevor sie aussehen wie dieses Prachtkerlchen, mehrere Larvenstadien durchlaufen!

Und, glaubt es oder nicht: am selben Nachmittag war Besuch da. Wir haben unsere Bienen „vorgeführt“ (das geduldige, freundlich-friedfertige Sonnenvolk diente als Schauobjekt) und danach noch hinten gesessen – und da hatte der Herr Gast plötzlich was kleines grünes im Apfelsaftglas. Rausgefischt – es lebte noch. Und:

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Wenn DAS keine Heuschreckenlarve ist, was ist es dann???? Sicher bin ich nicht, aber hier sind Larven verschiedener Arten in verschiedenen Stadien zu sehen, und einige sehen schon so weit ähnlich aus, daß es wahrscheinlich ist. Wiedermal das altbekannte Phänomen der selektiven Wahrnehmung – ich würde mich nicht wundern, wenn ich in den nächsten Tagen über mehr Schrecken „stolperte“. August soll ja eh DER Heuschreckenmonat sein, und dazu DAS Wetter (nach wie vor, seit nunmehr mindestens 10 Wochen, Sonne, Wärme bis Hitze und Trockenheit) sowie mein geschärfter Blick…. mal abwarten.

EINE mehr hat der Herr F. bislang entdeckt und fotografiert:

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Legeröhre heißt: ein Weibchen.

Ich habe lange gesucht, aber ich wurde fündig: wir haben es hier mit der gemeinen Strauchschrecke zu tun, die sich ganz nach Beschreibung „im krautigen Bereich von Lichtungen oder Waldrändern“ – eine gute Beschreibung des Staudenbeets hinten *g* – aufhielt. Auch sie eher eine Liebhaberin schattigerer Gefilde, glaubt man den einschlägigen Seiten, und auch sie zeitweise in Baumwipfeln zu finden (nachgewiesen in Erlen – und auch Erlen gibt es hinten zu Genüge) Inzwischen habe ich auch 2x ein passendes männliches Exemplar gesehen.

 

 

Die Braunwurz ist echt der Hit!

Weil, jetzt hab ich auch noch eine Braunwurz- Blattwespe im Garten entdeckt, eine Blattwespenart, deren Raupen sich, wie auch die des Braunwurzmönches, von der Braunwurz ernähren, dieser unscheinbaren Blume, die sich vor Jahren selbst hier angesät hat, an deren Blüten unzählige Insekten schlürfen und die also auch noch Nahrungsexperten ernährt!

Seltsamerweise mögen beide Raupen (bzw sagt man bei Wespen wohl „Larven“) auch die Königskerzen. Aber die gibt es im Garten bei mir ja leider nicht mehr. Allerdings habe ich letzte Woche auf der umgegrabenen Fläche vor der neuen Totholzmauer außer einem blühenden Ackergauchheil

auch ein paar Blattrosetten entdeckt, die verdächtig danach aussehen, als ob es im nächsten Jahr doch mal wieder blühende wollige Königskerzen geben soll. Was so im Boden schlummert…. Abwarten 🙂 Dort kommt noch mehr, das ich lang nicht mehr sah: ein (ein!) Ackerstiefmütterchen und Kratzdistelrosetten. Brennesseln zupfe ich aus, Gras, Fingerkraut und Hahnenfuß auch, ansonsten darf vorerst wachsen, was meint wachsen zu wollen.

 

Baustoffe ….

Habe nach einem Sturm im Hof ein Nest gefunden. Zum Glück unbewohnt. Toll gebaut mit traditionellen Baustoffen: Moos, Federchen, zum auspolstern (Katzen-?)haare (sehen auf dem Foto eher aus wie Reisig, sind aber wirklich weiche Haare in der Art von Oberfell des Dicken) Das Nest ist stabil – sonst wäre es nicht heil aus dem Baum gefallen -, es ist weich und warm.

Dann hab ich das Nest umgedreht.

Oh!?

Ist das etwa…..? Auseinandergezupft:

Tatsächlich. Das ist Rockwolle!

Klar, die isoliert toll und ist schön warm – da kann man schonmal über modernere Baustoffe nachdenken als Vogelpapa oder -mama. Aber man sollte besser etwas länger nachdenken: man stelle sich drei oder fünf nackte, kleine Küken im Nest vor, und dann regnet es ordentlich. Rockwolle saugt sich voll und trocknet nur sehr langsam wieder ab. Vorbei ist die isolierend-warme Wirkung, die Kleinen werden klamm und kalt. Ich schätze, das kann durchaus tödlich sein 😦

Also, liebe Vogeleltern: bei auf den ersten Blick super wirkendem, neumodischem Kram am Bau – lieber erst kundig machen. Und im Zweifelsfall doch bei den bewährten Materialien bleiben oder zumindest warten, bis es in der Vogelgazette mal einen fundierten Test der Verbraucherzentrale zum Thema gibt.

Die Rockwolle ist jetzt in der Mülltonne….

Extrafrüh

Heute extrafrüh aufgestanden. Jetzt ist 11 Uhr 18, und Buchen- und Buchshecke sind geschnitten, der Schnitt ist verräumt. War nötig, auf den Gehweg paßte schon kein Kinderwagen mehr *g*

Der Doc sagt, es ist noch ne deutliche Schwellung in der Nase, aber nix schlimmes. War aber ganz gut, da gewesen zu sein, denn gestern wachte ich mit üblen Muskel-Kopfweh auf, und er konnte mir ganz gute Übungen zeigen, um das wieder hinzukriegen. Klappte. Aber geht nicht so schnell: heute morgen dasselbe. Klappte wieder, ist schon fast weg trotz schuften.

Außerdem werde ich auf Rheuma getestet, wegen der Gelenkschmerzen überall. Daumendrücken, muß wirklich nicht sein. Andererseits: wenns das nicht ist, was dann???? Jetzt in der trockenen Hitze wars ganz okay, aber seit es geregnet hat, wirds wieder doller, und mir gruselt schon vor den kühleren Zeiten. Nuja, abwarten. Altwerden ist nichts für Weicheier und so….

Gestern zum Feierabend noch eine kleine Freude: zwei sich paarende(!) Großlibellen flogen(!) an uns vorbei. Leider haben wir sie aus den Augen verloren. Und der Herr F. hat wieder ein seltsames Tier entdeckt, eine Hummel wie wir sie noch nie sahen. Nach ein wenig suchen konnte er es herausfinden: es ist eine Wiesenhummel! Die sechste Hummelart hier im Garten!

 

Und dann, während ich eben noch hier schrieb, ein Anruf und frohe Kunde: Besuch „von früher“ wird kommen, eine Gymnasiumsfreundin, zu der der Kontakt lange eingeschlafen war, sich aber in den letzten Jahren wieder gefestigt hat. Ich freue mich 🙂

Das Insekt des Jahres wohnt in unserem Garten :-) Außerdem Vermischtes.

Der Herr F. hat ein seltsames Tier abgelichtet, und bei der Suche – ich dachte erst, es müsse eine Wespenart sein – stieß ich darauf, daß diese Fliege (!) als Insekt des Jahres 2018 ausgewählt wurde!

Es ist die gemeine Skorpionsfliege

Diese Fliege lebt, ebenso wie ihre Larven, von toten oder geschwächten Insekten, und sie klaut sogar Spinnen deren Beute aus dem Netz! Das obige Exemplar ist ein Weibchen. Die Männchen haben ihr Genital hinten skorpionsartig verdickt – daher kommt der Name -, was man auf dem unteren Foto gut sehen kann – denn ganz offensichtlich ist auch das Tierchen, das Ende Juni, meine ich zu erinnern, auf GrafOlafs Arm gelandet war, eine solche Skorpionsfliege, aber eben ein Männchen:

Daß das Weibchen schwarz-gelb gestreift wirkt, das Männchen aber eher grün mit schwarz – das ist der Perspektive geschuldet: beide Tiere sind ober- und unterseits schwarz-gelb, die Flanken aber sind grün.

Die Skorpionsfliege ist übrigens ein häufig vorkommendes Insekt und in ihrem Bestand bisher nicht gefährdet. Sie mag dunkle, feuchte Lebensräume wie Wälder, Waldränder – oder unseren Garten.

In dem ist es übrigens neuerdings tatsächlich (wieder) feucht: nach dem 2. Unwetter mit Starkregen wundert man sich, wie schnell sich die Pflanzen, die ja zT tatsächlich wie tot wirkten, wieder erholen. Jetzt ist es auch noch bei um die 28° bewölkt, windstill und tropisch-schwül. DAS finde ich nicht angenehm, die trockene Hitze liegt mir deutlich mehr. Ab und an lösen sich auch Tröpfchen aus der Luft, mal nieselig-klein, mal dick, aber immer eher vereinzelt. Seltsames Wetter, aber ich behaupte mal einfach, daß das jetzt reicht zum pflanzen, rupfen, schneiden und hole nach, was in den trockenheißen Wochen liegengeblieben war: das Weidentor ist geschnitten, der Frauenmantel und so einige andere unansehnlich gewordene Stauden, die nachtreiben, wenn man sie schneidet, auch. Bei dieser Gelegenheit habe ich erstmals versucht, die Bommelblume (das Brandkraut) ein wenig zu verkleinern. Bisher war das noch nicht nötig gewesen, es wächst ja recht langsam. Jetzt stellte sich heraus: das Gewächs hat steinharte Rhizome von 5-6cm Durchmesser gleich unter der Erde, die ich zT rausgraben musste, so hart sind sie. Puh! Bin ganz schön ins schwitzen geraten!

Ich hadere übrigens: ich habe ja meine Wiese in drei Abteilungen aufgeteilt, die ich im Abstand von mehreren Wochen mähen wollte. Nun war aber seit der Mahd des 1. Stücks Mitte Juni kein Regen gefallen, das 2. Stück hab ich Anfang Juli zuversichtlich gemäht – mit dem Ergebnis, daß Stück 1 und 2 jetzt exakt gleich aussehen *g* In der letzten Naturgartenzeitschrift war zu finden, was ich zuvor vermißt hatte: ein Plan zur sinnvollen Mahd in 3 Abteilungen. Damit fange ich dann im nächsten Jahr an. Aber was tu ich jetzt mit Abteil 3? Wahrscheinlich werde ichs Mitte Oktober mähen und dann wieder im Juli, wie es für eins der 3 Abteile empfohlen wird. Demnächst mehr zum warum und wie.

Auch bei Biens hadern wir: das Mondvolk ist fertig behandelt (zumindest erstmals), und jetzt wäre jahreszeitlich gesehen eigentlich dran, mit dem auffüttern zu beginnen. Alle 3 Völker hatten von uns vor der Behandlung, also vor 10 Tagen, 1/3 Kanister etwa bekommen (Zwei Kanister wären die 20 Kilo, die sie für den Winter haben sollten), und nun haben wir gewogen. Und was? Alle Völker wiegen um die 40 Kilo – das ist normalerweise der ENDSTAND nach erfolgter Fütterung! Jetzt einfach was dazugeben ist evtl kontraproduktiv: haben Biens zu viel Futter, belegen sie damit zu viele Zellen und die Königin findet keinen Platz für die Brut.

Wahrscheinlich liegts dran, daß nach wie vor Waldtracht vorhanden ist, also nicht wie sonst um diese Zeit mal grad genug für den akuten Verbrauch der Völker. Was nun??? Warten und später in zeitlichen Konflikt mit den dann ja wahrscheinlich nötigen Varroabehandlungen der beiden anderen Völker kommen? Oder diese einfach jetzt behandeln nach dem Motto „was weg ist ist weg“, auch wenn sie noch unterhalb der Schadschwelle sind? Zu letzterem neigt der Herr F., ich bin mir noch nicht recht klar…. werde gleich mal die Schubladen einlegen und schauen, wie sich die Lage in den letzten 10 Tagen entwickelt hat bei Sonnenvolk und den Kringelchen, und dann entscheiden wir.

Grüner Blütenspanner

Im Schatten unter der Kletterhortensie an der Hauswand habe ich einen echten Winzling entdeckt:

Es ist mit ziemlich großer Sicherheit der obengenannte, der laut Wikipedia ein recht verbreiteter Nachtfalter ist, dessen Raupen es mit Brombeeren, Holunder und ähnlichen Allerweltspflanzen als bevorzugtem Futter relativ leicht haben, sich „zu halten“

Von nahem ist er recht hübsch, finde ich:

Vorwarnlistenflattermann :-)

Das hier ist ein Stachelbeerspanner

Der Herr F. hat beim Brennholzreinholen mitten auf dem Weg in den Schuppen fast auf ihn draufgetreten. Erst dachten wir, er lebt nicht mehr, denn ich wurde gerufen, lief zur Knipse ins Haus, die lag aber im 1. Stock, also hoch, wieder runter, ganz ums Haus zum Schuppen – und nach wie vor präsentierte sich der Falter so schön wie auf dem Foto, trotz tiefen Schattens. Er ist ein Nachtfalter, vielleicht war er von einem Holzscheit gefallen und jetzt ganz irritiert – erst als ich ihn auf ein Blatt zu locken versuchte, um ihn aus dem Weg zu bekommen, ist er weggeflattert, zur Türlaibung, um sich dort wieder niederzulassen.

Da er in Deutschland seltener wird, ist er auf der Vorwarnliste gelandet – willkommen hier an unseren Stachelbeeren, kleiner Falter. Lege viele Eier, uns stört es nicht, wenn Deine Raupen sich sattfressen….

Schidde, secht Fidde

Man soll ja immer aufpassen, was man sich wünscht….

Ich zum Beispiel wünschte mir ja viele neue Tiere in Haus und Hof zum kennenlernen – und nun weiß ich: ich hätte präziser formulieren sollen…

Neulich nämlich sind wir zu Biens gegangen, um die Bienenflucht aufzusetzen. Die Lindenblüte war vorbei, einige Tage vergangen, in denen die Bienen unserer Meinung nach genug Zeit gehabt hatten, den Honig zur Reife zu bringen, und so haben wir die vom Frühjahr aufgehobenen übrigen und seither gut „verpackten“ Futterwaben mitgenommen, um Biens die hungrige Zeit zwischen Lindenblüte und dem aufpäppeln per Winterfutter zu überbrücken. Und was soll ich sagen?

Schidde, secht Fidde!

Trotz guter Verpackung (verschlossene Fluglöcher, oben ritzfrei zugemacht, unten Gitterboden, drunter Gemüllschublade) – also trotz Sorgfalt unsererseits, trotzdem lebten die Waben…. die große Wachsmotte Galleria Melonella war sowohl in mehreren stattlichen ewachsenen Exemplaren als auch mit Fraßgängen, Gespinsten, Puppen eingezogen….

Was eklig aussieht und für uns ziemlich blöde war.  – „Ach ja“, sprach der Herr F., „jetzt fällt mir ein, daß ich mal irgendwo gelesen habe, daß in den Waben schon Eier sein können, und dann hilft alles verpacken nichts“ Genauso wird es wohl dazu gekommen sein, aber wenn Einem das im Nachhinein einfällt nützt es auch nix mehr….

Ein Bild des „herrlichen Tieres“ (O-Ton GrafOlaf, dessen Foto ich benutzen darf, dankeschön 🙂

Für ImkerInnen ist die Wachsmotte also wahrlich nichts schönes, in der Natur aber hat sie durchaus ihre Berechtigung: sie ernährt sich von den Hinterlassenschaften (Kot, Verpuppungshäutchen usw) in den mehrfach bebrüteten Bienenwaben, die sie durch ihre Fraßgänge nachhaltig zerstört. Sie sorgt dadurch dafür, daß die Bienen frische Waben bauen und sich Krankheiten so im alten Wabenwerk nicht festsetzen und verbreiten können. Und sie nervt die Bienen zwar (nehme ich an), aber sie schadet ihnen nicht wirklich. Und so lebt sie auch in den meisten Bienenstöcken, ohne groß aufzufallen, weil sie vom Bienenvolk offenbar nur in den gerade wenig genutzten Wabenbereichen geduldet wird und durch des Imkers ständiges Wabenerneuern und eingreifen auch keine größeren Bestände bildet. Aber in den von uns aufgehobenen und mehrere Monate nicht beachteten Restfutterwaben (die ja im letzten Jahr bebrütet gewesen waren und dadurch auch für Wachsmotten interessant – und halt wahrscheinlich auch bereits mit Eiern besiedelt), in denen konnten sie sich wunderbar aufhalten und vermehren.

Was haben wir mit den betroffenen Waben getan?

Verbrennen wäre eine Option gewesen, wenn nicht die wochenlange Trockenheit, gepaart mit Hitze UND Wind das zu gefährlich gemacht hätten. Also habe ich ein größeres Loch ausgehoben, die Waben vergraben und ordentlich Erde draufgehäuft. Und das ganze festgestampft. Denn diese Melange zum kerzenmachen aufzubereiten, das war mir dann doch zu eklig….

Schade drum!!

Klassischer „einmal-und-nie-wieder“-Fehler, jeder alte Imker sagt „nur unbebrütete Waben ins Lager“, und jeder, der Futterwaben wieder benutzen will, wird beim 2. Mal besser vorsorgen. Im Nachhinein haben wir da durchaus im Kopf, dazu was gelesen zu haben….. aber nuja, im Nachhinein…. siehe oben…..

 

… und dann:

vorgestern nachmittag, hinten, das:

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Diese Art des Sonnebades habe ich letztens von ganz nahem bei einem Herrn Amsel beobachten dürfen. Erst dachte ich, der ist krank, als er sich so breit ausgestreckt, Flügel und Schwanz gespreizt, hinlegte und sich dann mehrere Minuten lang bei halb offendem Schnabel nicht rührte. Aber nein, auch er putzte sich danach ausgiebig und flog dann weg.

Sssssso sssssüß!!!

Ich hatte Euch ja schonmal gezeigt, daß der Zaunkönig in der Schuppentür-Laibung brütet.

Nun waren wir am 8.7. mal unterwegs gucken, weil noch immer/ schon wieder ein Elterntier aus dem Nest huschte, als ich den Schupf betrat – und mit vereinten Kräften, einer kleinen Leuchte und ein paar Blindfotos (richtig reingucken konnten wir nämlich nicht, dazu ist der Eingang zu klein) konnten der Herr F. und ich ein schöne Kükenfotos schießen:

hier sieht man schön die Größe (bzw Kleine) der Öffnung und des Kükens

Und hier, wie sorgsam das Nestchen gerichtet ist – und es sind drei Küken drin! Auf einem schlechteren Foto konnten wir noch Schnabel und Kopfrundung eines dritten sehen, hier erkennt man bloß zwei Kleine

Das muß eine Zweitbrut sein – jetzt Sonntag, am 15. also, war das Nest leer, und der Herr F. konnte ohne zu stören unser Brennholz reinbringen 🙂 Mal sehen, ob sie noch eine Drittbrut anlegen…..

Hausmutter

Nein.

Ich bin nie ein Hausmütterchen gewesen, und ich werde wohl auch keins mehr werden. Meine mütterlichen Wesenszüge sind eher rudimentär vorhanden, aber hausmütterlich ist an mir, glaube ich, eigentlich bloß, daß ich lieber zuhause bin als verreise und lieber Gäste habe als zu Gast zu sein.

Aber es geht hier ja auch nicht um mich. Und es geht auch nicht um irgendwelche Erlebnisse mit irgendwelchen Hausmütterchen. Genauer gesagt geht es ja nichtmal überhaupt irgendwie um Hausmütterchen!

Nein, dieser Beitrag dreht sich um

die Hausmutter

und die Hausmutter, das ist der letztens erwähnte große Falter, der es so garnicht mochte, tags durch ein Staubtuch aufgeschreckt zu werden!

In meinem Erlebnis mit ihm erklärt zeigt sich übrigens auch schon der Ursprung seines Namens: dieser Falter mag gern in Häusern ruhen, und deshalb wurde er so genannt, sagt Wikipedia. Auf dem Foto sieht man schön die Unterflügel – als die Hausmutter panisch durchs Zimmer flatterte, da sah sie eher aus wie ein orangefarbener Schmetterling als wie ein brauner….

Hausmütter gibt es übrigens von Island bis Ägypten, und selten sind sie nirgends. Trotzdem habe ich noch nie eine bewußt gesehen. Willkommen in meinem Haus, ein Hausmütterchen hat uns hier noch gefehlt… 😉

 

Gute Nacht, kleines Bienchen!

Originalstellung, Kopf nach oben, senkrecht!

Tatsächlich schlafen manche Wildbienen in Blüten. Ich hatte davon gelesen, aber es selbst noch nie gesehen. Das hier sieht ja nun wirklich äußerst gemütlich aus, wenn man davon ausgeht, daß es prinzipiell möglich ist, in der Senkrechten gemütlich zu schlafen 😉

 

und ja, sie leben – irgendwann fliegen sie nämlich weg, wenn man zu lange mit der Knipse rummacht! Hier ist sie schon etwas genervt und nah am Abflug….

Man kann sogar im Netz finden, daß offenbar Storchenschnäbel als Bienenbetten beliebt sind: *klick*

Werner David hat bessere Bilder als ich gemacht, ziemlich lustig: *klick*

Welche Biene hier in meinem Storchenschnabel geruht hat, das habe ich (noch?) nicht herausgefunden. Ich denke, es ist eine Scherenbiene. Am ehesten wohl eine kurzfransige Glockenblumen-Scherenbiene (wieder so ein toller Name…), Osmia campanularum, deren Männchen wohl nicht so auf Glockenblumen spezialisiert sind, sondern auch mal einen Storchenschnabel anfliegen – aber nuja, so genau weiß man’s nicht … dafür sind meine Fotos einfach nicht aussagekräftig genug.


Tags drauf. Nun hatte ich so viel von glockenblumenbewohnenden Scherenbienen gelesen, also hab ich mir meine Glockenblumen näher angeguckt. Es ist nicht zu fassen!!!! Alle diese Fotomodelle haben nicht etwa Nektar gesaugt oder sowas, sondern wirklich still in oder an den Blüten geruht – sogar, wenn ich die Richtung Linse bog, festhielt, mehrfach knipste – bis es ihnen dann irgendwann zu doll wurde

Die letzte, die mit den weißen Streifen, könnte gut und gerne eine Osmia rapunculi sein. KÖNNTE.

Schwarzbraunbinden-Blattspanner

Ein großartiges Gefühl ist es, wenn Du schon 3x für halbe Stunden in Büchern geblättert hast und im Netz unterwegs warst und alles, was Du finden konntest nach diesem Tierchen durchsucht hast:

Fast warst Du schon sicher, irgendein Eulenfalter habe auf dem Baumstumpf am Frühstücksplatz gesessen und sich gesonnt, aber irgendwie hast Du genau diesen mit genau der Zeichnung nirgends finden können.

Und dann suchst Du nach einem anderen Falter, den Du fotografieren konntest, als er sich, aufgeschreckt von der staubwischenden Fjonka, wieder beruhigt und in eine Fensterecke zurückgezogen hatte (von ihm später, noch habe ich ihn nicht gefunden), und stößt, ENDLICH!!!! auf genauso eine Seite wie Du sie schon lange gesucht hattest. Mit langen Seiten voller kleiner Fotos, die per drüberfahren bei „Verdachtsfällen“ etwas größer werden – und auf Seite 5 von 7 meinst Du ihn entdeckt zu haben. Du klickst das kleine Foto an, liest, guckst näher, vergleichst – und das wohlig-warme Gefühl des erfolgreichen Entdeckers breitet sich in Dir aus: DAS ISSER!!! Der Schwarzbraunbinden-Blattspanner lebt in Deinem Garten! Alles paßt: er fliegt von Mai bis Juli tags, er lebt in feuchten Wäldern und Parks, die Raupen fressen uA an Holunder und Himbeeren…. JAAAAAAAAA 🙂

Dankedankedanke an Herrn Funk, der sich die Mühe gemacht hat, so eine aufwändige Seite einzurichten und auch für Laien benutzbar zu machen!!!!!!!

(Jetzt fehlt bloß noch eine Suchfunktion, zu und zu gern würde ich natürlich noch wissen, wie Raupe und Puppe zum Falter aussehen…….. irgendwas ist ja immer……. Andere Suchmaschine, andere Links – bittesehr: Raupe)

Posthornschnecke

Seit ich Ichweißnichtwas im Teich habe, bin ich ein-oder zweimal jährlich dran, den Teich in Teilen freizuharken, damit es weiterhin eine offene Wasserfläche gibt. Ichweißnichtwas ist eigentlich ganz fein, denn seit es da ist, ist keine Entengrütze mehr da, außerdem scheint es auch Veralgung zu verhindern, und wenn mans rausharkt riecht es nach Meer (!), aber es wächst halt stark.

Naja, jedenfalls habe ich kurz vor Pfingsten erstmals dies‘ Jahr Ichweißnichtwas aus dem Teich geharkt. Die inzwischen vier Teichfrösche haben sich davon ü-ber-haupt nicht beeindrucken lassen. Aber mit der letzten Harke voll habe ich ein urtümlich anmutendes Wesen an Land befördert – da musste ich natürlich gleich Fotos machen.

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Eigentlich wollte ich aufs ausfahren von Augen und Co warten, aber das arme Tier wand sich so, daß ich dachte – na, vielleicht kanns ja nur unter Wasser atmen – und habs schnell wieder ins Wasser gesetzt. Dann bin ich an den Computer gegangen und habe zu suchen begonnen, und wiedermal war’s nicht schwer: es kann gar nichts anderes sein als die Posthornschnecke, sowohl optisch als auch von den beschriebenen Lebensgewohnheiten:

Die Posthornschnecke hat ein sehr großes und festwandiges Gehäuse mit 5 rasch zunehmende Umgängen, die oben wenig und unten tief eingesenkt sind. Die Umgänge sind charakteristisch gerundet und weisen keinen Kiel auf. Das Gehäuse hat eine braune Farbe und besitzt oft eine hammerschlägige Oberfläche.
Posthornschnecken findet man in pflanzenreichen stehenden und langsam fließenden Gewässern bis in 3 m Wassertiefe, auch in zeitweilig trocken fallenden Gewässern.

Quelle: http://www.weichtiere.at

Viele Libellenlarven leben auch im Ichweißnichtwas. Erkannt habe ich sie sofort, hatte ja schon oft genug Fotos gesehen – aber daß die so groß sind, das wusste ich nicht. 3 – 4 cm hatten die leicht! Außerdem laufen unterschiedliche Käfer zurück ins Wasser. Ich hoffe, nicht zu viele Tiere im ausgeharkten zu ersticken. Aber wenn ichs nicht immer mal in Teilen entferne, dann erstickt irgendwann der ganze Teich, damit ist auch Niemandem gedient.

Es ist schon ein Wunder und auch irgendwie schön und beruhigend, daß ganz ohne daß ich es weiß und ohne mein Dazutun ein ganzer Kosmos von Lebewesen sich im Garten aufhält. Derzeit scheinen sich Tiere und Pflanzen dazu verabredet zu haben, sich mir zu zeigen. „Immer schon waren wir hier“, scheinen sie mir sagen zu wollen, „aber Dir war es nie wichtig genug, nach uns Ausschau zu halten“. Jetzt, da ich alte Bekannte beim Namen nennen können möchte, stellen sich auch die zuvor Unbekannten vor. Ich fühle mich irgendwie – privilegiert. In den Garten aufgenommen vielleicht – schwer auszudrücken, aber irgendsowas ist es.
Und auf jeden Fall ist es schön.