Mein Buch des Jahres

Mein persönliches Buch des Jahres ist eines, das ich als Überraschung geschickt bekam:

„Das Geräusch einer Schnecke beim essen“.

Ich mochte den Titel, den ich zuvor schon einige Male gelesen hatte, und hatte tatsächlich deshalb schon überlegt, das Buch zu kaufen – aber wer weiß schon, was hinter einem schönen Titel steckt?

Dahinter steckt in diesem Fall ein recht dünnes Buch, das in lakonischem Ton eine Geschichte vom „sich abfinden müssen“ mit „was draus machen“ und ganz viel „lernen“ für den/ die LeserIn verbindet. Und die Geschichte ist halb-autobiographisch (heißt: ziemlich so gewesen, aber – dies ist ein Roman – nicht genauso):
Frau Bailey hat sich einen heftigen Virus eingefangen, der sie immer wieder für Wochen, gar Monate ans Bett fesselt. In dieser Situation schenkt eine Freundin ihr einen Topf mit Veilchen, an dem sie eine winzige Gehäuseschnecke entdeckt. Diese Schnecke wird zur Gefährtin der nächsten Monate. Und der Prozeß des kennenlernens ist so schön beschrieben und dabei mit so viel Wissen und auch Liebe zur Natur ergänzt, daß ich völlig fasziniert vom Buch war und bin.

Im echten Leben ist Frau Bailey Gärtnerin und Journalistin. Beides merkt man: sie kann einfach gut schreiben, und sie hat einen echten Bezug zur Natur. Mit den Schnecken hat sie sich aber laut Buch-Info erst während ihrer Bekanntschaft mit „ihrer“ Schnecke in ihrer Krankheitszeit befasst.

Für mich trifft der Bezug zur Natur, den Frau Bailey im Laufe des Buches schildert, sehr genau das Gefühl:

Du kannst nur mögen, was Du kennst.

Bernsteinschnecke. Feuchte liebend und im Frühjahr (als es noch feucht war *g*) zuhauf in Teichnähe zu finden.

Hier betrifft das eine Schnecke, die Frau Bailey dazu führt, von Schnecken ganz allgemein fasziniert zu sein, weil sie diese eine gut kennenlernt. Mir geht es so mit meiner Umgebung, die ich ja in diesem Jahr auch viel intensiver kennengelernt habe, indem ich versuchte, ihre BewohnerInnen zu identifizieren. In diesem Prozeß ist mir aber auch viel klarer geworden als zuvor:

Was Du nicht kennst, das kannst Du nicht vermissen.

Und schon ist der Bogen geschlagen zur Naturschutzarbeit, zu dem, was ich bei Stand-Betreuungen und auch im Gespräch mit KundInnen oder Bekannten immer wieder merke: daß der direkte Bezug zur Natur um uns herum doch sehr verlorengegangen ist, daß Viele nicht mal die allerhäufigsten Vögel auseinanderhalten können (geschweige denn anderes Getier) und nichts über Zusammenhänge wissen. Auch Frau Bailey merkt erst beim beobachten ihrer Topf-Schnecke nach geraumer Zeit, daß so ein Töpfchen mit nur einer Pflanze drin als Lebensraum und Futterspender nicht genug ist für ihr Schnecklein. Aber als sie es merkt, da tut sie was….. und ich hoffe, daß das den Menschen genauso gehen wird, die Frau Baileys Buch lesen oder auf irgendeinem anderen Weg einen persönlichen Bezug zu dem, was um sie herum geschieht, bekommen.

Hoffen und harren hält manchen zum Narren„, würde jetzt wieder einmal mein Vater sagen. Aber ich glaube fest dran, daß die meisten Menschen nicht Roundup spritzen, ihre Gärten schottern oder große Bäume fällen um der Natur zu schaden, sondern schlicht, weil sie den Zusammenhang nicht präsent haben zwischen ihrem eigenen Wunsch nach Ordnung und Arbeitserleichterung und dem Natursterben ringsum.

Okay.

Los, Frau Bailey, erklimmen Sie, langsam, aber hartnäckig die Bestsellerlisten – so wie Ihr Schnecklein das Veilchen 🙂 Das Zeug dazu hat Ihr Buch! Und es kann bei mir ausgeliehen werden, in BookCrosserkreisen ist es bereits unterwegs.

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Gemeiner Ohrwurm

Ganz anders als sein Name ist der gemeine Ohrwurm überhaupt nicht gemein, er kriecht nämlich in kein Ohr hinein, wenn man ihn nicht zwingt. Ganz harmlos isser, zumindest für menschliche Ohren, und die beeindruckenden Zangen (Cerci) verwendet er nicht zum kneifen (deshalb ist auch der Name „Ohrkneifer“ eine echte Verunglimpfung), sondern zum Beutefang oder, beim Männchen, um das Weibchen bei der Paarung festzuhalten

Das große da links am Fühler ist übrigens ein Bienenbeinchen… ganz schön klein, der Ohrkneifer…

Es gibt unterschiedliche Arten. Diesen, den gemeinen eben, erkennt man an den hellen Flanken und daran, daß die Ansatzteile der Cerci breit und flach sind und im Übergang zu den runden Enden ein einzelner Zahn sitzt.

Unsere Ohrkneifer wohnen in Großfamilien unter den Deckeln der Bienenkästen, und auch unten in den Schiebern sitzen sie gern. Da können sie dann Varroen ausräumen, wenn die Gemüllschubladen drin sind.

 

Gemeine Feldschwebfliege

Es ist ein Junge!!!! 😉 Schwebfliegen sehen wespenähnlich aus, manche auch bienenähnlich. Sie sind nämlich total wehrlos, und so tarnen sie sich mit den Warnfarben der gefährlicheren stachelbewehrten (sehr!!!!!) entfernten Verwandten

Die ist ein Bild aus dem Archiv, vom Juli)

Zufällig kam am Dienstag bei NaturAG Bramsche auch ein Schwebfliegen-Portrait einer anderen Art. Und dort wurde noch mehr interessantes zu Schwebfliegen geschrieben, u.a. auch, wie man sie von den Wespen unterscheiden kann: *klick*

Brummer

Seit Jahren fliegen die Hornissen bei uns im Garten herum, meist sehen wir sie im Frühsommer am Palettenzaun, da holen sie Nistmaterial. Oder dann im späteren Sommer hinten am Staudenbeet. Da jagen sie Insekten. Haben sie eine Fliege oder Biene erbeutet, werden Kopf, Flügel und Beine sorgfältig abgebissen. Den nahrhaften Rest nimmt die Hornisse dann mit. Immer geht es gen Knick, Richtung Nachbar. Nie konnten wir verfolgen, wohin genau es geht. Und immer sind sie zu flink unterwegs, um fotografiert zu werden.

Jetzt saß im September eine sterbende Hornisse auf dem Gartentisch hinten. Gelegenheit für mich, mal genauer hinzugucken und Fotos zu machen, nachdem sie verstorben war.

Ein beeindruckendes Gesicht

Gedrungener als erwartet ist sie, und garnicht sooooo groß.

Daß die Fühler gelb sind hatte ich auch noch nie so recht wahrgenommen.

Ich mag Hornissen sehr. Ihr tiefes brummen ist beruhigend anzuhören, sie sind eher freundlich (ich habe schon mit dem Fotoapparat wenige Zentimeter entfernt eine beim morsches-Holz-holen zu knipsen versucht, und als Madame sich gestört fühlte, weil ich so nah kam, ist sie – einfach weggeflogen, dicht an meinem Ohr vorbei. Und selbst dem Nest, das wir mal auf einem Ausflug in einem Wurzelstock gefunden hatten, durfte man bis etwa einen Meter nahekommen mit dem Fotoapparat, bevor das lauter und höher werdende brummen der Wächterinnen ein deutliches „jetzt is‘ genug!“ signalisierte. Wenige Zentimeter zurückweichen – schon beruhigten sie sich wieder.

Gewöhnliche Wespe

Ich dachte, ich hätte eine ganz besondere Art gefunden, denn die Wespen, die an der Insektentränke zu finden waren, sahen so ganz anders aus als die anderen, viel dunkler gefärbt. Aber weit gefehlt, es sind wiedermal die „breitgespannten Farbvarianten“, die es auch bei der gemeinen oder gewöhnlichen Wespe gibt.

Immerhin war es mit der Kopfansicht einer Toten möglich, sie überhaupt genauer zu bestimmen:

eine Kurzkopfwespe ist sie (weil die Augen unten bis an die oberen Kauwerkzeuge reichen), und die Färbung des Gesichts ließ mich dann feststellen: och nö, nix besonderes, im Gegenteil: die häufigste Wespenart Deutschlands…. und eine der beiden nervigen, die sich mit Menschen im Spätsommer um Früchte, Marmeladenbrot und Wurst streiten…. *g*

Diese hier ist keine so dunkle – leider hatte ich die Fotos zum Vergleich leichtfertig gelöscht.

Sowas hab ich ja noch nie gesehen!!!

Dieses Foto hab ich mal extragroß gelassen, klickt es mal an, dann seht Ihr: hier ist ein Falter mit Fächerflügeln wie aus Federn! Winzigklein (etwa daumennagelbreit) saß er an der Tür zur Küche!

Ich war ratlos, und nach einigem suchen dachte ich „naja, vielleicht ist das ja nichtmal ein Falter!“ und habe kurzerhand eine „bitte um Hilfe“- Mail geschrieben – und nichtmal eine halbe Stunde später diese Antwort vorgefunden:

besten Dank für Ihre Anfrage. Dass Sie den Falter nicht auf unseren Seiten finden konnten, ist kein Wunder: Es ist ein (im landläufigen Sinne so genannter) Kleinschmetterling und wir haben uns seither auf die Großschmetterlinge beschränkt.

Zufällig kenne ich den aber: Es ist ein Federgeistchen der Gattung Alucita, nämlich Alucita hexadactyla. Weitere Abbildungen finden Sie hier: http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Alucita_Hexadactyla und bei Wikipedia finden Sie einen kleinen Überblick über die Familie Alucitidae: https://de.wikipedia.org/wiki/Federgeistchen_(Familie).

Freundliche Grüße

Herbert Fuchs

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Naturschutzbüro Zollernalb e.V.

Auch von hier aus nochmal: DANKEDANKEDANKE!!!! 🙂

Fledermäuse päppeln

Mit Anja, die hier öfters auch unterwegs ist, habe ich letztlich über Threema hin- und hergeschrieben. (Threema, das ist wie WhatsApp, bloß ohne datensaugen *g*) Und da man da auch Fotos schicken kann, bekam ich eines mit Fledermauskot in einem Vogelkasten.

Daraufhin gingen Fragen und Antworten von hier nach da und von da nach hier – und letztendlich hatte ich so viele mir neue und wichtige (ja, wichtige!!) Infos über Fledermäuse bekommen, daß ich Anja fragte, ob es okay wäre, die in einem Bericht hier zu verbreiten. War es. Danke dafür!

Also los:

Es ist nämlich so, daß es ganze 15 Fledermausarten gibt, die hier bei uns in Schleswig-Holstein zuhause sind! Ich sehe Silhouetten „groß“ und „klein“ am Haus vorbeihuschen, das wars an Unterscheidung *g*. (Anja kann manche am Kot erkennen!!) Aber zweimal in meinen vielen Jahren hier hatte ich eine nähere Begegnung mit einer Fledermaus: einmal fand der Dachdecker beim Abriß der alten Gaubenverkleidung eine vor, der er aber leider den Flügel gebrochen hatte. Wir haben sie getötet, weil wir dachten, etwas anderes können wir nicht für sie tun 😦

Beim 2. Mal habe ich eine aus einem Fallrohr befreit. Die hab ich getrocknet, gewärmt, und als sie munter wurde in einen Spalt entlassen, in den sie auch gekrabbelt ist.

solche perforierten Stellen können allein wieder zuwachsen. Wie zart die Haut ist, wie dünn die kleinen Knochen….!

Nun stellt sich im Dialog mit Anja heraus: beides war nicht die beste Lösung. Anja ist nämlich (auch) Fledermauspäpplerin, das heißt: wenn eine Fledermaus in Nöten ist, ist sie bei ihr in guten Händen. Sie läßt sie verarzten und päppelt sie danach wieder auf, bis sie ausgewildert werden kann. Und da las ich nun dies:

Ich habe gerade zwei Katzenopfer.
Der eine hatte auch einen offenen Bruch, wo ein Stück amputiert werden musste, aber er fliegt wieder. Wollte mein vogelkundliches und fledermausfreundliches Tierärzte-Ehepaar in Kiel auch nicht glauben, aber ich verbinde die dann immer mit Frau Dr. Keil (Fledermausexpertin in Hannover) und die behandeln dann nach ihrer Vorgabe.

Fledermaus eins hätte also sogar gerettet werden können, denn, siehe oben und hier (samt Beispielfotos; überhaupt lohnt es sich, da mal rumzuklicken – ich hab ein-, zweimal die Tränen in den Augen gehabt!): mit Zahnstochern uÄ, Pins und Knowhow werden heute Fledermausflügel geschient und Brüche geheilt!!! Hätte ich nicht gedacht!

Fledermaus 2 war nach der Zeit im Fallrohr sicher gestreßt, wahrscheinlich aber nicht nur naß von außen, sondern auch dehydriert und hungrig von innen. Sie kann nicht allzu lange drin gewesen sein, denn nachmittags zuvor hatte ich zum letzten Mal das Rohr gesäubert. Und doch ….

Hier kommt jetzt zusammengefaßt das, was ich für uns LaiInnen wichtig finde, nämlich:

Was kann man tun, wenn man eine Fledermaus findet?

  1. Eine Fledermaus hat sich in die Wohnung verirrt? – Fenster öffnen, rausfliegen lassen. Auch tagsüber, das können die 😉 P.S. offenbar sind sich da die unterschiedlichen FledermauspäpplerInnen nicht so einig, siehe Kommentare unten. Besser also: erst nachts fliegen lassen, evtl sogar mal eineN PäpplerIn vorher draufgucken lassen
  2. Auch wenn die Fledermaus offenbar ganz normal rumhängt und nicht krank aussieht: eine Fledermaus, die tags für Unsereins sichtbar dahängt oder herumkrabbelt, mit der stimmt was nicht. Beobachten also. Und wenn sie nach einiger Zeit (kurzer! Nicht über Nacht hängen lassen! Warum? *klick*) noch immer da ist: eingreifen. Erste Hilfe: in einen warm aufgestellten Schuhkarton (gut geschlossen, aber mit Luftlöchern versehen) setzen. Aber nur mit Arbeitshandschuhen, denn so ein kleines Tierchen kann schmerzhaft beißen („meine“ beiden allerdings waren superfriedlich…) und es kann Tollwutübeträger sein.
  3. Einer geschwächten Fledermaus kann man dann Wasser anbieten. Anja sagt, Wassertropfen, an einem Wattestäbchen von unten ans Mäulchen gehalten werden oft gern angenommen. Nähere Tipps zur „ersten Hilfe“ gibt es hier (auch auf dieser Seite ist „weiterklicken“ sehr lehrreich und spannend!)
  4. Mehlwürmer sind dann eine gute Option. Oder Drohnenlarven. Aber wer hat schon Mehlwürmer zuhause, oder Drohnenlarven? *g* Selbst Insekten fangen geht auch, aber Anja schreibt, daß die Tierchen ganz schön heikel mit Essen sein können…. Also heißt es, sich an eineN FledermauspäpplerIn zu wenden. Wo man eineN findet? Über die Fledermaushotline des NABU.
  5. Dasselbe gilt, wenn man eine Verletzte findet. Viele Tierärzte kennen sich nämlich mit Fledermäusen nicht aus, aber es gibt durchaus welche, und die können dann telefonisch dem Haustierarzt unter die Arme greifen. Auch da also: Hotline anrufen.
  6. Nicht zu lange warten, denn diesem Tierchen links, einer Großen Abendseglerin, ging es so: Sie lief mindestens fünf Tage auf Beton zwischen Wohnblocks, bis eine Anwohnerin die NABU-Hotline anrief. Nun sind die Daumenkrallen abgelaufen und wachsen leider nur sehr, sehr langsam nach*. Hinten sieht man das Moskitozelt, wo die Fläuse bei Anja leben.
  7. Kann eine Fledermaus letztlich guten Gewissens wieder in die Freiheit entlassen werden, dann bitte NICHT in die Luft werfen, sondern selbst abfliegen lassen – das minimiert die Verletzungsgefahr.
  8. Wenn die gefundene Fledermaus schon tot ist: auch dann ist es sinnvoll, sich zu melden, denn, so Anja:

Vor kurzem haben z.B. Katzen im Sauerland an einem Winterquartier-Ausflug Fledermäuse „abgeklatscht“. Dabei waren auch Bechstein-Fledermäuse (FFH-Anhang-II-Art*) unter den Toten, die zuvor trotz Kartierungen in der Höhle nicht gefunden worden waren.

*FFH-Anhang-II-Art: besonders geschützte Arten. Dort stehen nur 15 Säugetiere, darunter 7 Fledermausarten!

Interessant ist vielleicht auch noch die Info, dass man leicht denken kann, dass eine Fledermaus tot ist, wenn sie in Tagesstarre ist. Anja hat mal eine vermeintlich tote Flaus abgeholt und in der Hand im Auto ist sie dann aufgewacht. Das dauert rund eine halbe Stunde, bis die richtig wach sind.

Mir war vieles davon völlig neu, deshalb bin ich mal einfach davon ausgegangen, daß es Vielen genauso geht, die hier mitlesen. Wenn man schonmal weiß, daß es so eine Notfall-Hotline gibt, dann setzt sich das sicherlich im Kopf fest, und man kann bei Bedarf auf Suche danach gehen, so meine Hoffnung. Ich jedenfalls finde Fledermäuse ziemlich knuffig und bin ein bißchen traurig, daß ich aus lauter Unwissenheit nicht „besser“ geholfen habe. Vielleicht bekomme ich ja nochmal eine Chance….


* Anja schreibt dazu: „Vielleicht abgestürzt, Prellungen und zu kalt? Flügel waren okay. Auch keine anderen äußeren Verletzungen. Nur arg mit Ungeziefer voll. Sie hatte auch kaum Untergewicht, war viel in Starre, aber saß wohl jeden Tag woanders auf dem Boden und wurde von den Leuten immer wieder in Büsche gehängt…“

Gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht!

Grüne Stinkwanze

Eine der häufigsten Baumwanzen ist die, heißt es, die sich vor dem überwintern braun verfärbt. Diese hier hat der Herr F. Mitte September aufgenommen – da dachte sie offenbar noch nicht ans einwintern. Kein Wunder, bei DEM Wetter! Bombastisch, nach wie vor…. ein echter goldener Herbst, in jeder Beziehung (Wetter, Farben – alles paßt)

 

Und DU????

Dieses zarte Wesen traf ich am letzten Septembertag bei den (zweitblühenden) weißen Taubnesseln an. Leider habe ich nur ein einziges Foto hingekriegt.

Nach einigem suchen tippe ich auf alle Fälle auf eine Schlupfwespe, aber die gelbe (die ich erst im Verdacht hatte, ihre normalerweise gelbschwarzen Bänder unter den Flügeln gut verborgen zu haben, wie einige andere Fotos im Netz es nahelegten) konnte es dann doch nicht sein, weil „meine“ kein gelbes Scutellum hat.

Außerdem „noch offen“: dieser hübsche Käfer, gefunden im Juli, meine ich, bei dem ich mit meiner Suche auf unterschiedlichen Inernetseiten schon mehrfach gescheitert bin. Auch hier- Bestimmungshilfe wird SEHR gern angenommen 🙂

12.10.: Weitere Recherche und Hilfe in den Kommentaren lassen mich mit einiger Sicherheit vermuten, daß der kleine Käfer der Gartenglanzkäfer, Glischrochilus hortensis, ist. Ein häufig vorkommender Winzling (im linken Bild ist zum Größenvergleich ein Fingernagel zu sehen) Bei der Schlupfwespe hoffe ich weiter auf Hilfe – irgendwie, irgendwo, irgendwann……

Wer bist denn DU??

Ein echter Winzling hat sich im Juli auf meinem Buch niedergelassen. Im Vergleich zu den Buchstaben auf dem Buchrücken sieht man, wie klein das Tierchen ist
So gut es mit meinen Programmen möglich war, habe ich das Kleine vergrößert und verdeutlicht. Man sieht die markanten Zangen – wen es damit wohl halten will?

Mein erster Gedanke war „Larve“, und ich schätze, das stimmt auch. Aber eine Marienkäferlarve (2. Gedanke) scheint es nicht zu sein. Jedenfall ist es ganz schön struppig:

Hier nochmal von oben – der fies schuppige Untergrund ist übrigens mein Finger, igitt!

Ich habe wenig Hoffnung, herauszufinden, welcher Winzling sich da so martialisch gibt – viele Larven verändern sich in ihrer Entwicklung optisch offenbar mehrfach grundlegend, und das bei Tausenden Arten…. falls Jemand helfen kann – zu und zu gern 🙂


Tatsächlich hat Muri einen heißen Tipp: es könnte eine Florfliegenlarve sein! 🙂

Spanner

Nö.

Mal wieder nicht, was Ihr jetzt denkt *g*

Nur eine Faltergruppe, und ich habe einen weiteren ziemlich sicher identifizieren können. Es ist ein sehr häufiges, winziges Tierchen, das, ganz wie es beschrieben wird, sich tags im Wohnzimmer an der hellen Wand ausruhte:

ein grauer Zwergspanner

Wer jetzt den Link anklickt wird feststellen, daß „mein“ Falter dem dort abgebildeten nicht sehr ähnlich sieht. Das ist eine Erfahrung, die ich in diesem Jahr gesammelt habe: oft finde ich die gesuchten Tierchen nicht dort, wo ich zu suchen beginne. Diesmal zB habe ich bei der „Insektenbox“ zu suchen begonnen. Dort stieß ich auf den braungewinkelten Zwergspanner und dachte schon „Hab Dich!“. Aber weit gefehlt, trotz aller „breitgespannten Variabilität der Zeichnung“ – ein Ausdruck, der mir sehr häufig begegnet *seufz* – hat der IMMER in der Kerbe im Flügel einen braunen Winkel. Beim Foto-Abgleich stieß ich dann aber auf die Seite des Naturschutzbüros Zollernalb eV – und da dann – durchscrollend – auf „meinen“ Falter. Dann noch die Ixquick-Bildersuche bemühen – STRIKE!!

 

Federführung nicht zielführend, aber immerhin…. ;-)

Habe die Nistkästen gesäubert. In einem verborgen hängenden war ein sehr sparsames Nest (vielleicht anderthalb cm Reisig), das aber mit mehreren solcher Federn „gepolstert“ war (die Anführungsstriche beziehen sich darauf, daß Schwungfedern ja nun eigentlich nicht wirklich weich sind….)

Ich hatte ja gleich einen Verdacht, doch der Herr, dem ich das Nest zeigte, meinte ganz überzeugt „Oh! Meise!“ und hat mich erstmal ernüchtert. Aber so recht glauben mochte ich ihm nicht, die gelben Stellen der Meisen sind doch nicht so knallig!? „Kannst ja mal im Netz suchen“, meinte der Herr daraufhin, und das ging dann viel einfacher als gedacht:

Tadaaaaaa: (links im Menü bei „Bestimmungsführer“ auf „gelb“ klicken)

Es war wirklich ein Stieglitz, der aber wohl bloß als Federlieferant gedient haben wird – denn ich las beim weitersuchen, daß Stieglitze Freibrüter sind. Menno, hatte mich schon gefreut, daß der hier brütet! Gesehen hatten wir ihn im Winter ja mehrfach.

Wer also das wenig komfortable Nest in den Kasten gebaut hat bleibt unklar.

Und wenn wir dann schonmal dabei sind …. *gg* auch eine Ringeltauben- und eine (Feld- oder Haus-, das konnten wir nicht erkennen) spatzenfeder aus dem Garten haben wir noch bestimmen können.

 

Eumenes

Seit mein Fotoapparat spinnt benutze ich den des Herrn F., denn der benutzt eh fast nur noch das Fairphone. Ich hab mit seiner Erlaubnis die Knipse ein wenig aufgeräumt – ich kann nämlich nicht gut mit hunderten unnützer Bilder/ Icons auf Desktops/ nicht mehr gebrauchter Mails und ähnlichem um. Manchmal hat solch ein Spleen ja auch sein gutes, denn dabei bin ich auf einige interessante Fotos gestoßen.

Eumenes heißt das seltsam anmutende Wesen mit der Wespentaille, mit Nachnamen eventuell pedunculatus. Aufgenommen wurde es vom Herrn F. im Juli 2015 (Kinder, wie die Zeit vergeht…..),Weil es einige sehr ähnliche Arten gibt, bleibt der Nachname ungewiß.

Eumenes ist eine Faltenwespe (auch unsere stinknormalen Nerv-Wespen auf der Kaffeetafel am Pflaumenkuchen sind Faltenwespen), und unter dem Link oben könnt Ihr mehr von ihm lesen.

Wie kommen solche Formen zustande, wie die Farbkombis, wie die Lebensweise (dieses Tier zB legt in ein urnenförmiges Lehmnest 10 gelähmte Spannerraupen als Proviant für die Jungen, las ich)? Evolution ist schon was großes … wieder mal kommt mir da in den Sinn:

Et jibt nix, wat et nit jibbt.

Was bist denn Du???

Wir sahen dies kleine Wesen und waren erstmal ratlos.

Habe Fotos gemacht, und bin auf die Suche gegangen:

Das ist die Larve eines asiatischen Marienkäfers. Hätten wir gewußt, daß der einheimische Sorten verdrängt und überhaupt …. hätten wir ihn auch nicht zerdrückt 😉 Und so sieht der aus, wenn er erwachsen ist:

P1020351

Ich sollte dazu anmerken: so wie es auf den Fotos wirkt, ists nicht. Die Larve ist kleiner als der fertige Käfer, vielleicht halb so lang!?

Immerhin gibt es überhaupt mal wieder einzelne Marienkäfer, außer diesem, bisher nur als Larve, habe ich einen Zweipunkt und einen vierzehnpunktigen (je EINEN!) im Garten gesehen, außerdem einen, den ich nicht einzuordnen weiß. Alle Ende Juli, Anfang August erst, und das bei diesem grandiosen Blattlausjahr…. tja.

Bloggucken bildet *g*

Wochenlang hatte ich diesen kleinen Flattermann, der nachts von außen an der Küchenfensterscheibe hing, auf dem Desktop:

Immer wieder hatte ich auf unterschiedlichen Bestimmungsseiten gesucht, ohne jedoch fündig zu werden. Und dann. Dann klickte ich, wie fast täglich, auf den neuen Feed der NaturAGBramsche in meinem Feedreader. Das schöne an diesem Blog ist, daß fast täglich irgendein Tierfoto mit Namen des Tieres gepostet wird. Ich habe dort schon einige Bekannte entdeckt – und diesmal dachte ich: Och, der sieht man irgendwie ähnlich aus wie mein Desktophocker! Also den Namen bei Wikipedia eingegeben – und tataaaa- schon wieder konnte ich ein Tier im Garten bestimmen.

Fjonka proudly presents: den Vogelschmeiß-Spanner, auch hübscher Schwarzrand-Harlekin genannt. Obwohl, das mit dem Vogelschmeiß…. man liest, der Name komme daher, daß die hübsche Zeichnung des Nachtfalters ihn als Vogel-Häufchen tarne…. tja, die Wege der Natur sind unergründlich… *g* Der Wieauchimmererheißenmag-Flatterer ist jedenfalls häufig (was für seine Tarnung spricht), und die Raupen nagen uA an Hasel oder Birke – beide stehen im Garten für sie bereit.