Wieder da

Seit einer Woche etwa sehe ich sie wieder. Sie sitzt des öfteren im Mirabellenbaum, wie in den Jahren zuvor auch – die kleine Klappergrasmücke. Aber ob sie auch wieder über der Haustüre brütet? Das Nest ist noch zu sehen, und auch die Ranken des wilden Weines sind noch da. Nicht aber die schützenden Blätter: weil immer dicker werdende Stämme des wilden Weins den Pfosten des Törchens zum Staudengarten so weggedrückt hatten, daß das Törchen nicht mehr zu schließen war, hatte ich im Herbst diese Stämme (Ranken kann man das schon nicht mehr nennen, waren faustdick) abgesägt und entfernt. Und damit auch den ganzen wilden Wein, der über der Haustür längs um den Vorbau rum und schon bis zum hinteren Anbaufenster gerankt war. So richtig traurig bin ich nicht drüber, wuchs er doch ausschließlich ganz oben längs und ich musste deshalb immer wieder Dachrinnen etc befreien…. Aber an die kleine Klappergrasmücke hatte ich auch da schon etwas besorgt gedacht, und daran, ob sie wohl auch ohne den Schutz der Blätter wiederkäme.

Na, sie ist da – und nistet irgendwo dort, das zeigt ihre Flugrichtung. Eben habe ich mal nachgeguckt:

Familie Klagra war schon immer bescheiden, dieses winzige bißchen Irgendwas reicht als Wohnung aus.

Wenn Ihr genau hinguckt, seht Ihr’s: über der Hausnummer kommt ein weißer Putzstreifen, und darüber im dunklen rot, genau über dem „Nr.“, ist das Nestchen. Und: als ich rausgegangen bin, um zu schauen, ist ein Vögelchen erschreckt weggeflogen! Heißt: die fehlenden Blätter schrecken sie nicht, Familie Klagra ist wieder eingezogen. Wetterschutz gibt’s durch den Dachvorsprung, aber vorher war es sicher besser. Nuja, ich hoffe, der Erfolg gibt den genügsamen Untermietern recht 🙂

Aktion mit Amsel – die Ergebnisse

Das waren jetzt ereignisreiche und spannende Tage. Bzw ein Abend und ein Tag – denn abends haben wir die Netze aufgestellt und schon ein paar Vögel gefangen, und dann, am Karfreitag, ging es von frühmorgens bis 16 Uhr rund…. Aber was hat es denn nun zu sehen gegeben? Ich war ja vor allem scharf auf Vögel, die ich sonst nicht wahrnehme – als alles jenseits der alten Bekannten. Den beiden Experten war jeder Vogel recht, hier geht’s ja um die Wissenschaft – beringt wird nicht (nur) zum Spaß:

Jeder gemeldete Wiederfund eines beringten Vogels trägt dazu bei, die Ursachen der Zu- und Abnahme von Vogelarten zu verstehen. Durch Wiederfunde können wichtige Rastplätze und Winterquartiere identifiziert und somit Grundlagen für ein integriertes System von Schutzgebieten für unsere Zugvögel geschaffen werden.

(Vogelwarte Helgoland) hier gibt’s noch detailliertere Infos über den Sinn des beringens

Deshalb wäre es auch wirklich klasse, wenn jeder aufgefundene beringte Vogel gemeldet würde! Im Ring steht, wo – bei unseren Vögeln/ Ringen ist es hier Und übrigens: Niemand schimpft dort, wenn der gemeldete Vogel ein Katzen-Opfer war – man freut sich über JEDE Meldung, wurde mir versichert!!! 🙂

Und jetzt zeige ich Euch also endlich, was hier im Garten so alles los ist. Erstmal die „alten Bekannten“: (Bild anklicken, Namen lesen)

*Brutfleck: nicht ausgezupft, sondern ausgefallen sind die Bauchfedern, damit die Kohlmeise es leichter hat, die Wärme ihres Bauches an ihre Eier abzugeben. Verrückt: man sieht die riesenhafte nackte Fläche nicht! Dafür muß man erst die Federn auseinanderblasen!

Hier die (mir) Neuen:

 

Insgesamt haben wir  54 Vögel gefangen, Das sind viel mehr als die von den beiden Erfahrenen erwarteten 20-30, trotz des schlechten Wetters. Kann ich stolz sein auf meinen Garten? Neeee: „Das liegt sicher zum guten Teil an der Futterstelle“, sagt der Herr I. Nuja….

Hier die genaue Liste:

  1. Hausspatz: 14
  2. Kohlmeise: 9
  3. Blaumeise: 7 (7 VERSCHIEDENE – die mit der Ring-Endnummer 56 ist echt döschig, die war bestimmt 4x im Netz….)
  4. Feldspatz: 6
  5. Amsel: 5
  6. Buchfink: 4
  7. Heckenbraunelle: 3
  8. Zilpzalp: 2
  9. Singdrossel: 1
  10. Rotkehlchen: 1
  11. Mönchsgrasmücke: 1
  12. Buntspecht: 1 (FRAU Specht konnte sich 2x befreien und war dann aus Schaden klug geworden…)

Der schwerste war eine Amsel mit 93,2 Gramm, der leichteste ein Zilpzalp – das kleine Federbäuschlein wog gerade mal 6,9 Gramm!

Der Herr I. meinte, hätten wir nicht so schlechtes Wetter gehabt, wären mehr Arten ins Netz gegangen. Die einzige Zug-Art ist die Singdrossel, alle anderen sind Stand-Arten, will heißen, solche, die hier im Garten oder in der Nähe wohnen. Bei besserem Wetter wäre noch die ein oder andere Zug-Art zu finden gewesen …

gesehen, aber nicht erwischt haben wir in der Zeit noch:

  • Grünfinken
  • Stockenten
  • Stare
  • eine Elster
  • Ringeltauben
  • einen Storch!!! Echt jetzt, der zog gleich über uns weg gen Kuhkoppel 🙂
  • Und genau jetzt, während ich hier schreibe, soll mich der Teufel holen, wenn ich nicht in der Mirabelle erstmals in diesem Jahr auch wieder die Klappergrasmücke, die immer im wilden Wein über der Tür ihr Nest baut, gesehen habe….

Zum guten Schluß ein Wort zum Streßfaktor: ja, die Vögel haben Angst. Der Herr I., Biologe und seit Jahrzehnten im Vogelschutz tätig, hat es so erklärt:
Vögel sind von ihrer ganzen Lebensweise darauf ausgelegt, sehr schnell in Streß zu kommen – aber auch sehr schnell wieder zu entspannen:

„Ein Schatten über mir? ADRENALIN! Ein Raubvogel! – Puh, nur eine Wolke. – Da, eine Bewegung im Augenwinkel! ADRENALIN! Eine Katze!? – Puh, nur ein Kaninchen!“.

So geht es den ganzen Tag. Und so konnten wir dann auch sehen: Gleich nach dem freilassen aus der Hand hatte so mancher Spatz, so manche Meise nichts anderes vor – als stracks wieder zu genau der Futterstelle zu fliegen, bei der eben das Netz zur Falle wurde – aber nun obendrüber, und ab, fressen… Wenn eine echte oder vermeintliche Gefahr vorbei ist, wird halt unmittelbar entspannt – alles ist gut.

Wir jedenfalls fanden die Aktion großartig. Wie klein, wie leicht so ein Vogel ist! Wie unterschiedlich sich bei den Arten das Federkleid anfühlt, wie viel zarter die Zeichnung des Gefieders als man von weitem sieht! Wie viele Vögel bei uns sichere Nahrung finden (heute morgen geguckt beim Frühstück: an der Futterstelle jede Menge Vögel – nur einer davon mit Ring….), wie viele Arten da leben, auch solche, die ich noch nie gesehen habe! Und das jetzt waren ja bloß die Vögel …. *g* Mein Garten? Ha! Von wegen! – Allerdings habe ich es in der Hand, ob all die anderen sich dort wohlfühlen! Ein bißchen Gebüsch für Die, die sich gern verstecken, ein paar Bäume, uneinsichtige Ecken mit Laub zum futterfinden, eine Wasserstelle, eine freie Fläche für Diejenigen, die gern sehen, ob sich eine Gefahr nähert – und überall ist Leben, auch wenn ich gar nichts davon mitkriege.

🙂

 

Aktion mit Amsel – Und? Was macht man da so??

Zuallererst wartet man. Darauf, daß Vögel sich in den Netzen fangen. Dummerweise (für Spätaufsteher wie mich) tun sie das am allerhäufigsten morgens „ab Sehhelligkeit“, um diese Jahreszeit also etwa ab halb sechs….


Die tapfere Amsel und der ebenso tapfere Herr I. hatten denn auch schon fleißig gefangen, als ich mich um sieben Uhr rum aus dem Bett quälte (natürlich waren die Netze über Nacht eingeklappt, man will ja nicht, daß Jemand stundenlang da rumhängt) Was hier hängt,

das ist Vorrat 😉 Zeitweise flogen (gleich morgens halt) so viele Vögel in die Netze, daß da fünf oder sechs Überraschungstüten hingen, jeweils mit einem Vogel drin. Als ich runterkam, entspannte sich die Lage insofern, als ich „den Schreibjob“ übernehmen konnte, so daß die BunteAmsel weitere Vögel aus den Netzen befreien konnte.

Was pro Vogel getan wird:

Beringen (hier: ein Herr Amsel), Ringnummer notieren, Vogelart und Geschlecht. Bei manchen Arten, zB Meisen, kann der Experte auch erkennen, ob es ein vorjähriger oder ein noch älterer Vogel ist (unterschiedliche Farben an bestimmten Feder-Stellen am Flügel)

Flügellänge messen und notieren (eine Kohlmeise)

Teilfederlänge messen (3. Schwingenfeder) und notieren

Vogel einglasen 😉 und Gewicht notieren

….und dann vielleicht noch ein Foto für die Laien (morgen…..*g*), und ab nach draußen…..

Quak

Vorhin in Flensburg – rechts und links der St.Jürgen-Treppe, mitten in der Stadt, sind naturnahe Anlagen, durch die man statt stracks treppauf gehen kann. Schön. In der einen Anlage ein winziger Tümpel, und da dann tat mir im vorbeigehen Jemand den Gefallen, sich zu bewegen. Sonst hätte ich sie übersehen: Dutzende Frösche! Eine Weile ruhig verhalten, dann ging das Froschkonzert los, und man fing an, zu hüpfen, zu schwimmen, sich zu paaren…. Eine ganze Weile habe ich im Tröpfelregen gehockt und geguckt, und als ich ging fiel mir auf, daß ich lächelte

Will wer was…

…für die Bienen tun? Klar! In allen Zeitungen werden sie derzeit gehypt, modern sind sie! Jeder mag Bienen, fragt man in die Gegend, wenn nicht „persönlich“, dann doch als Prinzip, sozusagen 😉 Prima, eigentlich!

Dann gucke ich in die Vorgärten und sehe: Kiesaufschüttungen. Pflastersteine. Möblierung. „Pflegeleichtes“ Gestrüpp ohne Blüten.

Dann lausche ich ins Dorf und höre: Kettensägen.
Gekappte Großbäume überall, gekappte Linden, Buchen, Birken gar! Baumtod auf Raten, weil diese Baumarten das nicht abkönnen.

Dann schnuppere ich und rieche: nichts. Sofern nicht grad Gülle gefahren wird. Weil da kein Heu trocknet, keine Blüten in die Nacht duften.

Dabei wäre es so leicht! Pflegeleicht sogar – einfach alles ein wenig in Ruhe lassen. Wachsen lassen. Nicht mehr wöchentlich den Rasen mähen, sondern zweimal im Jahr. Da wachsen dann an manchen Orten auch Brennesseln. Oder Disteln. Aber genau über die freuen sich die Bienen (Schmetterlinge/ Vögel/ Käfer/ ……….) Und die zweimal sind natürlich etwas aufwändiger, ersparen aber unzählige andere Male! Ich zB mache es so, daß ich die Plätze mähe, an denen ich sitzen oder liegen möchte und deren Zuwegungen. Der Rest ist in meinem Garten hohes Gras (weil: dunkel, unter den großen, ungekappten Buchen)
Auch die Staudenbeete kann man ruhig in Ruhe lassen, gucken: welche Pflanze mag diesen Ort – die wächst. Die anderen, die man dauernd schützen oder nachpflanzen müsste – gehen lassen. Die, die bleiben, sind allermeistens prima für die Insekten, weil es robuste, unkomplizierte Sorten sind, die oft ungefüllte und nektarbietende Blüten haben.
Belohnt wird der faule Gärtner durch große Blütenfelder – ich mache das seit Jahren so (seit wir die Bienen haben fällt deutlich weniger Zeit zum zupfen und rupfen ab). In meinen Staudenbeeten ist das wichtigste und arbeitsintensivste, einmal im Jahr von den Rändern her den Giersch dran zu hindern, hineinzuwachsen. Ansonsten merke ich, wenn mir etwas so nicht mehr taugt und mache dann erst was. Im letzten Jahr habe ich zB ein riesiges Asternfeld ausgegraben, weil die Astern an dieser Stelle eh selten zur Blüte kamen, aber alles andere verdrängten. Nun werde ich sehen, wer sich den Platz erobert, der dadurch frei geworden ist. Da überall Saat ist und Zwiebeln eh, siehts bereits jetzt nicht mehr leer aus. Und immer, wenn ich so rumlaufe, zupfe ich hier, da und dort Grasbüschelchen aus. Achja, und an einigen Stellen muß ich dicke Laubschichten entfernen. Die dünnen auf den größten Flächen dürfen bleiben. Das wars.
Dann noch drauf achten, daß irgendwo ein Reisighaufen rumliegt (und liegenbleibt, mit Nachschub immer mal) , und sollte man einen Baum oder Strauch pflanzen, sich vorher informieren: wer paßt und ist möglichst noch insektenfuttertauglich. Schon hat man zwar keinen Gottweißwie anspruchsvollen Naturgarten mit X unterschiedlichen Biotopen für jedes einzelne Insekt – aber doch einen Garten, der vielen Insekten und Vögeln und Pflanzen und Kleinsäugetieren Heimat bietet.

Das ist dann gar nicht so viel arbeitsintensiver als ein Kiesschüttgutvorgarten mit Gabiolen oÄ: wenn der nicht nach ein bis zwei Jahren nur noch verwahrlost aussehen soll, muß man Laub einsammeln, Unkraut zupfen, was gegen Grünalgen tun (will heißen: Dampfreiniger oder Giftspritze) Als Minimum. Wenn das viele Menschen merken und es wagen würden, ihren Garten unordentlich sein zu lassen, dann gäbe es ein wenig Hoffnung für die derzeit massiv einbrechende Insekten- und Vogelpopulation auf unseren Dörfern. Und auch die Bienen müssten wir Imker nicht, wie in den letzten Jahren immer öfter, zwischen Raps und Linde mit Zuckerwasserfütterungen am Leben halten, weil sie mangels Blütenangebot sonst verhungern würden. Und das wiederum müsste doch Ansporn sein für all Die, die wenn nicht die gehypten Bienen, dann doch Igel, Fledermäuse oder zumindest niedliche Eichhörnchen und buntschillernde Schmetterlinge wieder öfter hüpfen und flattern sehen wollen!?
Und stellt Euch vor, dann würde auch noch die Landwirtschaft umgestellt oder zumindest würden endlich die Subventionen auf andere Füße gestellt (nicht nach Fläche, sondern nach Qualität zB)

Hoffen und harren hält manchen zum Narren, ich weiß. Aber träumen muß erlaubt sein, wenn ich demnächst, wenn der Frühling richtig kommt, wieder meinen Bienen zuschaue, hier und da ein Vogelnest entdecke, vielleicht ja sogar mal wieder einen Molch oder einen Kolibrischwärmer sehe und abends die Fledermäuse ums erleuchtete Wohnzimmerfenster flitzen……. ich jedenfalls versuche, meinen Garten so zu gestalten, daß möglichst viel davon noch möglichst lange zu sehen sein wird.

 

 

Herzinfarkt. Jedenfalls fast.

Raus zum Komposthaufen. Auf dem Weg eine Ranke aufgehoben. Weiter zu dem, was mal ’ne Benjeshecke werden könnte. Stehe da, gucke hoch in die Buche zu den Krähen – plötzlich bricht direkt neben mir laut flatternd was riesiges aus dem Farn – eine Fasanin

Raaaaah!

Fazit.

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…und das ist der Ursprung des schönen Ausdrucks „den Garaus machen“.

Nach gut einem Jahr kann ich sagen:

meine Igel- und Krötentreppe scheint ein voller Erfolg zu werden! Nicht einer Kröte, keinem Kammmolch, auch keinem Igel hat die Todesfalle Kellerschacht in diesem Jahr den Garaus gemacht – und zumindest Kröten gab es sonst wirklich in jedem Jahr. Ich musste auch kein Tier retten!

Zur Nachahmung empfohlen!!!!

 

Landkärtchen, Sommergeneration

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Der Erwachsene liebt unseren Oregano

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Die Raupe, so lasen wir, ernährt sich von Brennesseln

Die Frühjahrsgeneration sieht übrigens völlig anders aus – und ist als einzige in unseren Schmetterlingsbüchern zu finden – war garnicht einfach, diesem Tierchen einen Namen zuzuordnen. Der Herr F. hats dann hingekriegt – hier könnt Ihr beide Generationen anschauen – *klick*

Vögelein wollen nicht rebloggen. Deshalb: Dschungel

Das Äppelken hat einen VIEL besseren Fotoapparat und unendliche Geduld. Das hat zur Folge, daß sie wunderbare Fotos von den Meisentassen-Vögeln machen konnte (und auch überhaupt, aber das nur nebenher). Leider funktioniert aber seit einiger Zeit das rebloggen bei wordpress wieder nicht, deshalb kann ich alle, die das interessiert, nur bitten, doch mal zu klicken. Und zwar hierhin, wenn Ihr den Specht mal ordentlich betrachten möchtet, dahin, wenn Ihr jedes einzelne Kohlmeisenfederchen sehen wollt und da, wenn Ihr insgesamt mal gucken möchtet, was das Äppelken so für Bilder macht (sie hat ja auch in den letzten Jahren u.a. viel in unserem Garten fotografiert, auch Blumen und so.)

Zum anfixen gibts einen Dschungel, ein von ihr, die eher Details aufs Korn nimmt, eher ungewohntes Foto. Ich war aber ganz fasziniert, weil ich unseren Garten so noch nie gesehen hatte – und es ist unser Garten!!!

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Wer tut denn sowas???

Genau hingucken.... am Boden...

Genau hingucken…. am Boden…

..ist das hier.

..ist das hier.

Von ganz nahem

Von ganz nahem

Das Portal (anders kann man diesen kunstvollen Eingang ja kaum nennen) ist übrigens schon seit drei Tagen unverändert. Und sehr fest, habe es betastet. Das wift so schnell nix um 😉

Wer weiß was? Ich habe nämlich keine Idee!

Außerdem konnten wir mehrfach eine Wildbiene beobachten, die in ein kleines Loch im sandigen, aber harten Boden flog (und ich hab sie auch am Giersch naschen sehen) Sie ist etwa anderthalb Zentimeter lang (also relativ groß), pelzig und scharz mit hellgrauen, wolligen Streifen. Auch da: kennt die Jemand beim Namen?

Und einige Winzlinge, die vorn hellblau, hinten rostrot schillern. Wunderhübsch. Und ganz glatt, vielleicht 0,5cm lang. Auch da wurde ich im Netz nicht fündig. EDIT: jetzt doch: es könnte eine Feuer-Goldwespe sein

Artenportrait: Turdus merula kolibriensis

Durch gezielte Evolutionstätigkeit hat sich binnen zwei Jahren im Norden Deutschlands eine neue Amsel-Unterart entwickelt: die Kolibri-Amsel (Turdus merula kolibriensis)

Die kolibriensis unterscheidet sich von anderen Amseln dadurch, daß sie, wie ein Kolibri,  in der Luft stehend ihre Nahrung aufnimmt, die sich zusammensetzt aus Erdnüssen, Sonnenblumenkernen und anderen Saaten, vermischt mit Fett.

Noch vor einem Jahr konnte die Entdeckerin der neuen Amsel-Unterart, Frau Fjonka aus M. in Angeln, dieses Verhalten nicht beobachten. Alle am Standort vorhandenen Amseln mussten sich mit dem begnügen, was andere Vögel (Meisen, Grünfinken, Spechte oder der schon bekannte Kolibri-Spatz, Passer domesticus kolibriensis) beim naschen fallenließen. Doch mit der neuen Generation hat sich dann offenbar das Kolibri-Gen durchsetzen können, und seither – seht selbst:

Erst genau gucken, ob’s auch lohnt – und dann der Kolibri-Flug!


(Und ja, ich weiß, daß das mit Evolution aber auch rein garnichts zu tun hat)

 

Umzug

zu groß für den Pott geworden

zu groß für den Pott geworden

... und SCHWER!!!

… und SCHWER!!!

Neue Heimat

Neue Heimat

Und guckt mal, wie groß die jetzt schon sind!!!

Und guckt mal, wie groß die jetzt schon sind!!! 10.5. und…

...gerade eben. Guten Morgen!

…gerade eben. Guten Morgen!

 

 

Herr Specht …

… hat sich, wie auch Frau Specht, die durch den ihr fehlenden roten Fleck am Hinterkopf leicht von ihm zu unterscheiden ist, eine besondere, neue Technik im Umgang mit dem Inhalt der Meisentassen angewöhnt und mir damit doch wieder ein Stöffchen zum drüber-schreiben beschert 😉

Beide fliegen zur Tasse, holen sich eine Erdnuß heraus, mit der im Schnabel geht es an genau diese Stelle am Woll-Schneeball-Strauch.

ganz rechts im Bild: der Erdnußspender

ganz rechts im Bild: der Erdnußspender, ein Stück weiter hängt die Tasse.

Denn dort ist eine Spalte im Stamm.

Die Spalte und der Herr Specht

Die Spalte und der Herr Specht

 

In diese Spalte wird die Erdnuß geklemmt, die nun gemütlich zerlegt und aufgefressen werden kann.

Im vorletzten Jahr hatten wir auch noch Kind Specht da. Aber noch nicht diese Erdnuß-Technik. Man darf gespannt sein… ich jedenfalls bin’s 🙂

Gelernt (Vögel füttern)

a fragte neulich nach Teilhabe an dem, was ich aus dem Buch im Baum gelernt habe. Aber gerne doch, ich wusste vieles, aber auch vieles nicht.

Das Buch plädiert sehr für ganzjähriges füttern von Vögeln. Gute Gründe dafür gibt es:

  • In den letzten Jahren gibt es dramatische Einbrüche in der Insektenpopulation – man muß nur mal überlegen, wann man im Sommer das letzte Mal die Scheiben von toten Insekten säubern musste – und wie oft man das noch vor 15 Jahren tat. Ebenso schlecht sieht es mit Körnern, Früchten, Saaten für vegetarische Vögel aus in unserer aufgeräumten Industriegarten- und Agrarlandschaft
  • Man konnte inzwischen nachweisen, daß es ein Märchen ist, die Vögel würden durchs füttern „faul“ und nicht mehr in der Natur nach Nahrung suchen. (Wer wissen will, wie und Beispiele lesen, der kaufe das Buch *g*)
  • Viele Vogelarten sind bereits in ihren Beständen zusammengebrochen, als Beispiel mal der Spatz – früher allgegenwärtig, steht er heute unter Naturschutz. Warum? Spatzen sind sehr standorttreu (Futtersuchradius ca 400m ganzjährig). Früher haben Horden generationenlang von Misthaufen, Kuhställen, auch dem weniger aufgeräumten Umgang mit Müll profitiert- das ist selten geworden. Folge: Spatzen sind selten geworden. Da ärgere ich mich doch gleich viel weniger, wenn unsere Spatzenhorde die Meisentasse ausräumt 😉

Die Meisentasse ist übrigens offenbar ein ganz guter Kompromiß zwischen dem, was ich will (nicht zentnerweise Futter ranschaffen wie bei beim Streufutterbuffet, Vögel beobachten können, möglichst viele Arten erreichen) und dem, was gut für die Vögel wäre (MEHR Futter, unterschiedliche Darreichung – auch als offenes Streufutterbrett oder als gestreute Gabe zB bei der neuen Benjeshecke, damit Zaunkönige und andere scheuere Gesellen auch profitieren)

Sehr wichtig ist aber, wie man sich auch entscheidet, eines: Konsequenz und Zuverlässigkeit! Das wurde an einem Beispiel sehr gut erklärt:
eine Blaumeise wiegt etwa 20g. Und von diesen 20g kann sie in einer frostigen Winternacht leicht mal 2g zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen verbrauchen. ZEHN PROZENT! Und wenn sie dann zuverlässig weiß: jeden Morgen kann ich mich zuallererst mal an dieser Stelle da wieder sattfressen, und jeden Abend den Kropf für die Nacht füllen, dann ist das etwas, was (Stichwort ausgeräumte Landschaften) überlebenswichtig sein kann.
Dieses Beispiel erklärt aber auch gut, warum etwas anderes überhaupt keinen Sinn hat, nämlich: viele Leute (so auch ich bis vorletztes Jahr) beginnen erst bei frostigen Temperaturen und/ oder geschlossener Schneedecke zu füttern. So ein Vogel braucht aber Zeit, um eine neue Futterstelle überhaupt zu finden. Und gerade dann, wenn er sie am allernötigsten braucht, ist sie zwar da – aber unser Vogel weiß das nicht! Bis er sie gefunden (und sich hingetraut) hat, vergehen einige Tage – und das kann durchaus zu lange sein. Man sollte also unbedingt spätestens im September zuverlässig und kontinuierlich zu füttern beginnen, wenn man sich entscheidet, nur im Winter zu füttern.

Aber auch für die ganzjährige Fütterung sollte man zuverlässig sein – es wurde zB festgestellt, daß Meisen zwar ihre Jungen mit Insekten füttern, aber oft weit dafür fliegen müssen (Stichwort Insektenmangel) – „daheim“ angekommen, bekommen die Küken die Beute, dann fliegen die Alten zur Futterstelle und versorgen sich dort mit Fettfutter (gute, schnell verstoffwechselbare Reserve für weite Flüge), um sich dann zu neuen Beuteflügen für die Küken aufzumachen. Das zeigt, wie wichtig füttern auch im Sommer sein kann. Außerdem bekommen viele Jungvögel die Futterstelle gezeigt (das haben wir letztes Jahr auch beobachten können) und wissen dann im Winter schon, wo es sichere Nahrung gibt.

Tipp für ImkerInnen: Bienenlarven werden ausdrücklich als besonders gutes Futter gelobt – wer eine große Gefriertruhe hat, kann Brutwabenstücke einfrieren und im Winter füttern. Die Autoren halten die Vögel für dümmer als sie sind: man solle die Waben vorher entdeckeln *g* – unsere Vögel tun das selbst, einfach aufhängen, die Waben! Aber eben: entweder im Frühsommer, wenn die Bienen nicht dort rangehen, oder im Winter. Nicht im Sommer/ Herbst. Dann gehen Biens an die Nektarreste in den Waben, und damit kann man Krankheiten verbreiten. Ist im übrigen deshalb auch verboten!
Und wer Jäger im Freundeskreis hat, kann auch ein Fell aufhängen – es gibt ein Foto davon, wie eine ganze Schar Meisen Fett- und Fleischreste davon aberntet. Ich überlege allerdings, wie man es hinkriegt, sich dabei weder Ratten noch den Zorn von Nachbarn einzufangen 😉

Einen Kritikpunkt habe ich: Im Buch gehts eigentlich ziemlich ausschließlich um Vögel. Ich aber finde es – auch im Sinne der Vögel – wichtig, ein wenig weiter zu denken. Beispiekl: Meisenknödel werden im Buch als prima Basisfutter gelobt. Aber mit keinem Wort werden die Plastik-Einwegnetze kritisiert. Dabei ist das selbermachen wirklich einfach (es wird übrigens auch beschrieben), und Futter ist entweder in großen Säcken zu bekommen, oder man kann sich beim Fachhandel kleinere Portionen aus Großsäcken abfüllen lassen, statt Ein-oder Zweikilo-Plastiksäckchen zu kaufen. Ich mache es mit großen Teedosen (die Größe die im Teeladen in den Regalen stehen): eine für Erdnüsse, eine für Körnermischungen, und dann habe ich einen Papiersack mit kleinen Bio-Haferflocken. All das mische ich NICHT mit Palmöl (Umwelt!!!!), sondern mit Kokosfett, bio. Besser noch ist Rindertalg, aber da habe ich keine Bezugsquelle. Es gibt auch nur einen kleinen Abschnitt darüber, wie man den Garten vogelfreundlich gestalten kann – schade.

Meine persönlichen Konsequenzen aus dem Buch (gleich versehen mit noch nicht erwähnten Infos *’gg*):

  1. Ich werde besser auf Sommer- und Winterfutterkörnermischungen achten (einige Arten brauchen zur Jungenaufzucht dringend sehr kleine Saaten, die sie im Kropf vorverdauen können, bevor die Küken sie bekommen. Die sind in Winterfuttermischungen nicht enthalten)
  2. Ich werde mir eine Erdnußspendersäule als zweites „Standbein“ meiner Fütterung zulegen. Als Urlaubsvertretung (wegen der Zuverlässigkeit) – so eine Tasse langt oft nur für 2 Tage – und als Ergänzung.

Das ist jetzt nur eine Zusammenfassung dessen, was ich für interessant gehalten habe. Das Buch bietet mehr, und es hat einen großen Teil mit Artenportaits, die auch gut gemacht sind. Also, falls dies jetzt interessant war: Link zum Kosmos-Verlag


 

Gesagt-getan. Ostersamstag. Mal sehn, wie lang die Vögelchen brauchen, um sich wieder zur Futterstelle zu wagen.

Gesagt-getan. Ostersamstag gegen Abend. Mal sehn, wie lang die Vögelchen brauchen, um sich wieder zur Futterstelle zu wagen.

Nicht lange – Am Ostersonntag morgens war die erste Blaumeise zu sehen, dann gings schnell. Nur die Buchfinken habe ich noch nicht am Spender gesehen, die Tasse nutzen sie aber weiterhin.

Ostermontag gegen Abend

Ostermontag gegen Abend. Tasse leer, Spender zeigt oben schon einen leeren Rand.

Es waren schon vier Vögelken gleichzeitig am Spender zu sehen, nicht nur läppische zwei wie auf dem Foto *g*…. sie werden mir die Haare vom Kopf fressen, ich weiß es genau!!

Neulich, vor’m Frühstück

Komme runter in die Küche, Gucke aus dem Fenster. Irgendwas ist anders….

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Oh!? 🙂
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Nix wie raus: OH!? Ein reisendes Buch!? Möchte da Jemand, daß ich etwas lerne?

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Buch abgehängt, reingeguckt – keine BCID. Der Verdacht ist da, daß ein Vögelchen mir etwas sagen möchte. Ich werde lesen….und lernen….
Auf alle Fälle hat man mich beobachtet und gewartet, nicht nur ich will frühstücken; bin grad erst wieder drin, schon ist die Tasse besetzt!

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Regelmäßige Gäste: Spatzen, Blau, Sumpf- und Kohlmeisen, Grünfinken, Buchfinken, Rotkehlchen

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Länger nicht gesehen: Specht, Kleiber, Amsel (ja, es gab eine, die sich flatternd bediente!), Schwanzmeise, Dompfaff, Zaunkönig