Klicken empfohlen!

Jemand neues hat kommentiert, sie zeigte sich optimistisch, daß meine Heckenschnitt-Ecken sicher von Insekten und Vögeln gut angenommen werden.

Wenn Jemand neues kommentiert, gucke ich natürlich, sofern vorhanden, auch mal auf dessen/ deren verlinkte Website, um zu sehen, ob da vielleicht eine für mich spannende, noch unentdeckte Seite „lauert“, und auch, weil des öfteren Menschen offenbar nur kommentieren, um andere Menschen auf ihren Werbe-Blog zu locken, was ich einfach blöde finde (und mit „nicht freischalten“ ahnde). Hier jedoch finde ich

das:

Die Hammãda auf dem Vormarsch

Eine, wie ich finde, gelungene Auseinandersetzung mit den (auch hier bei uns im Norden) immer noch auf dem Vormarsch befindlichen Kieshalden-Vorgärten. Aber auch sonst hab ich beim stöbern allerhand schönes gefunden, vor allem für Leute mit Interesse an Natur-Themen, nett geschrieben und persönlich (das mag ich ja!) – guckt doch selbst mal rein!

Außerdem gibt es da noch den

Wilden Meter

Da hat eine Frau nur einen Balkon zur Verfügung – aber was sie daraus macht…. wow! Verlinkt ist ihr neuester Beitrag, der sich damit befaßt, wie unterschiedlich verschiedene Wildbienen ihre Nester verschließen – pima Fotos von echten Kunstwerken…. aber auch eine Eidechse wohnt bei ihr, und heimische Pflanzen, und….. reingucken, auch da lohnt es!

Advertisements

Gartennotizen und -bewohner

Gestern bin ich in dem schönen Band „Schmetterlinge Schleswig-Holsteins“, der im Überraschungsweihnachtspäckchen vom Jungimker-Paar war, sozusagen beim lesen über einen bereits gefaßten und wieder vergessenen Vorsatz fürs nächste Gartenjahr gestolpert:

der Schornsteinfeger war im letzten Jahr bei uns unterwegs, sogar recht viele Exemplare – und er braucht, so konnte ich lesen, Gräser, auch länger ungemähte Flächen, zur Eiablage.

Da fiel mir wieder ein, worüber wir (auch) beim durchgehen des Gartens für die eventuelle Prämierung gesprochen hatten: daß es nämlich im Naturgarten sinnvoll ist, nicht alle Flächen gleichzeitig zu mähen.

Beim Rasen tu ich das eh nicht, allein schon aus zeitlichen Gründen und weil ich sowieso immer nur da mähe, wo es zur Nutzung gerade wirklich nötig wird. Aber die Wiese, das einzige Stück Fläche mit Gräsern, wo es längere ungemähte Zeiten gibt, die mähe ich zwar bloß 2x, aber immer alles auf einmal. Das soll im nächsten Jahr anders werden, ich will mal gucken, in wie viele Zonen ich sie dann aufteile, aber jedenfalls in mehrere, die versetzt gemäht werden. Drei vielleicht!?

Auch Ende Juli bei uns fotografiert: das Landkärtchen, 2. Generation (die der ersten sehen total anders aus!!) Die Raupen fressen Brennesseln, die Erwachsenen leben in „feuchten Waldsaumstrukturen“- da ist unser Garten also ideal.

Und auch den nächsten hat der Herr F. am selben Tag fotografiert. Es ist ein Mädchen! 🙂 Und zwar ein Faulbaum- Bläuling, ein sehr häufiger Falter, wie uns Buch und Bestimmungshilfe sagen, wohnhaft auf Efeu, Hopfen und – Logo – Faulbaum.

Der NABU Eckernförde hat eine richtig hilfreiche Bestimmungshilfe (1. PDF) sowie Links, die auch gut weiterhelfen.

Schwer beeindruckt

Am Montag haben wir uns aufgerafft, nach der Arbeit gleich weiter zu ziehen.
Es gab einen Vortrag über Insekten im Garten, mit Fotos, und zwar von Lennart Bendixen, der hier gleich nahebei wohnt und sich offenbar auf der Überholspur in nur 4 oder 5 Jahren von Jemandem „für den Ökologie kein Thema war“ zu einem echten Experten gemausert hat. Ihn hat, so erzählte er, einfach interessiert, wie viele Tiere in einem Garten leben können – und er hat angefangen zu bestimmen und zu zählen.
Wie das so ist, wenn man erstmal…., hat sich sein Grundstück von etwa 3000 recht sonnigen Quadratmetern in dieser Zeit zum Naturgarten und Interesse wie Garten zum Schwerpunkt Insekten gemausert. Wiese, heimische Gehölze, Tümpel, viel auch aufrecht stehendes Totholz und ein sandiger, sonniger „Steilhang“ von 90cm sind die Zutaten, bisher bestimmt hat er um die 3000 Tiere, meine ich mich zu entsinnen.
Dreitausend Tiere!
Verschiedene!
Das größte ein Damhirsch, das kleinste (von ihm per gutem Fotoapparat bestimmbare) eine Milbe von 0,15 cm Länge, wenn ich mich recht entsinne.
Und er hat tolle Fotos gemacht, von einer parasitären Schlupfwespe zB, die gerade auf einem Raupenkopf ihr Ei ablegt. Oder von einer Grabwespe, die die von ihr gelähmte Spinne innerhalb einer sehr anstrengenden Stunde in das zuvor gegrabene Loch an einem Totholzstamm schleppt (wo die Spinne gelähmt und deshalb frischgehalten wartet, daß die Grabwespenlarven schlüpfen und von ihr essen können)
Zwei Tierarten, die er entdeckt hat, waren zuvor für S-H noch nicht als hier lebend bekannt. Ein Plattwurm und irgendwas anderes.

Also, ich habe ja was übrig für Leute, die sich so schnell und so sehr in eine Materie hineinknien. Mir ist das sowas von total fremd, es widerspricht sozusagen meinem ganzen Wesen *g* – aber ich finde es einfach großartig, daß es solche Leute gibt und stehe voller Bewunderung vor diesem Phänomen!

Nebenbei bemerkt ist der Herr F. jetzt bald NABU-Mitglied, und wir hoffen, hier in der Gegend mehr mit Gleichgesinnten tun zu können. (Ich bin ja bereits Zustifterin) Der Vortrag war nämlich vom NABU angeboten worden.

Freufreufreu!!!!

Wooohoooo!
Zum Glück hatte ich noch nicht bei der Stunde der Wintervögel gemeldet, denn wer saß eben an den Erdnüssen? Ein Distelfink!!!
Wir haben in all den Jahren hier überhaupt erst vorletztes Jahr im Sommer EINMAL einen einzigen hier im garten gesehen, und noch nie an der Futterstelle!
Ob das an den neu angesäten Karden liegt, die erstmals geblüht und gesamt haben und ja angeblich echte Magneten für Distelfinken sind?

Hier ein (sehr schlechtes, aber immerhin) Beweisfoto

Vier Tage mit Carl-Gustav

Ende August hatten wir Besuch. Viel Besuch. Erst kamen Jean-Li und Dirk aus Halle, dann teff mit dem Grafen und Nina aus Oerlinghausen und Umgebung, und dann kam auch noch Carl-Gustav.

Carl-Gustav haben wir zum ersten Mal gesehen am Tag bevor der Besuch aus Halle ankam. Da saß er gemütlich ganz hinten im Garten und hat sich die Sonne auf den Buckel brennen lassen, eine schillernde Gestalt in kupferglänzendem Anzug.

Am nächsten Tag waren dann die Hallenser schon da. Wir hatten uns eine Apfelsaftschorle gemixt und saßen so um den Tisch herum, als Carl-Gustav zu uns stieß. Er spricht nicht viel, deshalb habe ich erst nicht verstanden, was er wollte, aber als er dann suchend um die Gläser herumstrich, ja sogar auffordend dranstieß, da hab ich dann doch verstanden und ihm auch einen Schluck Apfelschorle angeboten – und was soll ich sagen? Er war begeistert! Große Mengen hat er weggesoffen, war seine Portion leer, suchte er nach mehr. Dirk aus Halle hat Fotos von ihm gemacht, die ich netterweise hier posten darf:

Stundenlang hat er uns an mehreren Tagen schweigend und trinkend Gesellschaft geleistet, und so kam es, daß wir schließlich im Internet nachgeschaut haben, mit wem wir es denn wohl zu tun haben könnten, und so fanden wir seinen Sippennamen:

Moschusbock

und dann zackzack, er muß es telepathisch übermittelt haben, war auch der ganze Name da:

Gestatten – Von Bock. Carl-Gustav Moschus von Bock

Ein sympathischer Suffkopp (leiderleider hat ihn Niemand beim trinken geknipst), der einmal, als der nachschub zu lange ausgeblieben war, sogar in des Herrn Glas gelandet war und zum Glück noch rechtzeitig von mir gerettet werden konnte. Das hat aber seiner Lust auf Apfelschorle keinerlei Abbruch getan.

Carl-Gustav wird, glaubt man dem oben verlinkten Wikipedia-Artikel, inzwischen wohl nicht mehr unter den Lebenden weilen. Ich hoffe sehr, daß er rechtzeitig für Nachwuchs gesorgt hat. Totholz und Weiden stehen in unserem Garten für die Kids zur Verfügung….

 

Die ausgewachsenen Moschusböcke (Imagines) ernähren sich von Pollen und ausfließenden Säften von Bäumen. Daher sind die Tiere unter anderem in Wäldern, insbesondere in totholzreichen Hartholz- und Weichholzauen, Gärten oder Parks auf Blüten anzutreffen. Dabei bevorzugen sie aufgrund ihrer Größe Blütendolden, wie etwa die vom Schwarzen Holunder. Die Imagines leben nur wenige Wochen im Sommer. Man findet die Käfer von Juni bis August.
Die Larven des Moschusbocks benötigen für ihre Entwicklung zum ausgewachsenen Käfer zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit ernähren sie sich xylobiont bevorzugt vom Holz von Weiden. Aber auch andere Weichhölzer wie Pappeln oder Erlen werden befallen. Besonders häufig erfolgt die Eiablage auf älteren, bereits anbrüchigen Bäumen. Ein ideales Habitat stellen Kopfweiden für diese Käferart dar. Aber auch Auwälder und Erlenbrüche sind ideale „Kinderstuben“ für den Moschusbock.
Aufgrund des Rückganges von Erwerbszweigen wie der Korbflechterei ist die Pflege und Bewirtschaftung der Kopfweiden stark zurückgegangen. Durch Entwässerung und intensive forstwirtschaftliche Nutzung verbleiben auch immer weniger Auwälder und Erlenbrüche, in denen sich die Larven entwickeln können. Diese Faktoren haben zu einem merklichen Rückgang des Bestandes geführt. Dem Moschusbock wurde daher gemäß BNatSchG und BArtSchV der Schutzstatus „besonders geschützt“ eingeräumt.

Wikipedia

 

Marderhunde

Am Feiertag wurde hinterm Grundstück der Mais gemäht. Dabei waren mehrere Jäger samt Hunden, die rings um das Feld standen und warteten. Ich bin rausgegangen, weil einer davon direkt am Knick stand, und habe gefragt: Marderhunde waren das Ziel, nicht, wie ich erst vermutet hatte, Wildschweine.

Anfangs war der junge Mann recht verhalten. Erst als ich mit einem Kaffee wiederkam, haben wir uns etwas unterhalten, und es wurde klar, warum: Selten sei es, daß man einen Kaffee angeboten bekomme, häufig würde man eher angefeindet. Gestern seien sie an einer Stelle gewesen, da waren sie richtig angebrüllt worden, es sei nichtmal möglich gewesen, ins Gespräch zu kommen.

Wir aber sprachen nun, und ich habe Interessantes erfahren:

  • Marderhunde (hier eigentlich nicht heimisch, sondern aus Pelzfarmen in der damaligen UDSSR entwichen, von wo sie sich bis hierher vorgearbeitet haben) werden mehr und mehr zum Problem: Sie fressen, was sie erwischen können, machen Vogelgelege platt, fangen Vögel und Kleinsäuger und räumen sogar Fuchsbauten aus. So massiv, daß befürchtet wird, daß in 20 Jahren der Fuchs hier nicht mehr vorhanden sein wird. Im Winter 2014 hatten sie hier im Revier noch eine einstellige Zahl erjagt, 2015 waren’s schon 12, im letzten Jahr über 40 – und erjagt wird ja nur ein Bruchteil der vorhandenen Population…
  • Wildschweine sind ja seit einigen Jahren schon auch in dieser Gegend „hinter’m Kanal“ angekommen und vermehren sich, Mais sei dank (Nahrung und wunderbares Versteck) wie die Karnickel. Man könne wenig machen, obwohl es dringend nötig sei, weil sie viel kaputtmachen und auch in den Dörfern unterwegs seien
  • Er persönlich finde auch, daß nicht alles richtig und gut laufe in der Jägerschaft, aber daß man so pauschal angefeindet werde inzwischen, das sei schon schwierig. Wenn man strittige Dinge nicht mal mehr diskutieren könne, dann laufe was falsch (da waren wir uns übrigens einig)

Ich persönlich denke, daß vieles falsch läuft bei den Jägern, ich weiß aber nicht, ob es dieselben Dinge sind, die der Herr Jäger nicht richtig findet: Rehe und Damwild zB werden mE viel zu wenig gejagt! Es gibt ja keine natürlichen Feinde mehr für sie, und in der jetzigen Dichte richten sie im Wald (und natürlich auch in meinem Garten *g*) viel zu viel Schaden an. Waldbesitzer müssen beispielsweise Waldstücke einzäunen, in denen sie sich eine natürliche Waldverjüngung wünschen, weil Rehe und Co die Winz-Bäumchen und den anderen Unterwuchs geradezu ausrotten. Da könnten die Jäger mehr für den Naturschutz tun statt an ihre Pfründe (leichtes schießen, Trophäen) zu denken. In unserer hiesigen Kulturlandschaft wäre es fatal, der (eh nicht mehr vorhandenen) Natur ihren Lauf zu lassen. Ohne Jäger würden auch zB dank Marderhunden und Waschbären noch viel schneller unsere Vögel große Probleme bekommen als es durch Insektensterben und industrielle Landwirtschaft eh schon der Fall ist. Insofern finde ichs zwar nicht toll, wenn Tiere geschossen werden, sehe aber die Notwendigkeit.

In unserem Maisfeld war übrigens kein Marderhund versteckt. Auch keine Wildscheinrotte.


Nur damit das klar ist: Meine Ansichten sind angelesenes Halbwissen und möchten hier bitte auch so verstanden sein. Ich habe mich nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt, sondern „nur“ gelesen, was mir zufällig in die Finger kam (davon allerdings im Laufe der Jahre so einiges, so daß es auch nicht „Bauchgefühl“ allein ist, was ich schreibe)

Streckfuß

Am Sonntag haben wir zum allerletzten Mal die Bienenbeuten geöffnet und dabei etwas ganz besonderes gefunden:

In unserem Schmetterlingsbuch war diese Raupe nicht zu finden, aber im Internet sind wir fündig geworden: es ist die Raupe eines Falters mit dem schönen Namen „Streckfuß“. Warum er so heißt kann sehen, wer sich die Seite anschaut

Er kommt wohl häufig vor, wir aber hatten so eine Raupe noch nie gesehen. Ich wollte heute noch ein besseres Bild machen, aber leider – das Tier war offenbar umgezogen, nichts zu sehen unterm Deckel. Schade!

Offener Brief

Hallo, ihr doofen Rehe!

Diesmal haben wir vorgebeugt! Unsere schönen Efeubüsche fresst Ihr nicht ein drittes Mal runter*!

Es ist genug für Euch im Garten. Ihr könnt Zweige entrinden (wohlgemerkt: ABBE Zweige, es liegen mehrere Stapel bereit und wir wissen, daß Ihr die mögt!), Ihr könnt Gras äsen, es stehen Stauden da (die BLÄTTER sind für Euch, nicht aber die zeitigen Knospen im Frühjahr!!), und auch immergrüne Büsche gibt es, von denen Ihr Blätter abbeißen dürft, weil die schon groß genug sind, im Gegenatz zu den Efeus.

Ach ja, und dies ist für Dich, Du Rehbock, Du Obermacho: wage es nicht, unser Gebüsch, die Walnuß und den Trompetenbaum weiter zu entrinden – es gibt Erlen, Holundersträucher, Weiden, an denen Du gern das juckende Gehörn fegen darfst.

Also, Ihr ollen Rehe – im Gegensatz zu anderen Leuten hier ziehen wir keine anderthalb Meter hohen Zäune ums Grundstück. Wir sind kompromißbereit, also seid Ihr es auch, bitteschön! –

Mit nicht nur leicht genervten Grüßen

Fjonka und der Herr F.

 

 

*(Jedenfalls nicht ohne größere Mühen *räusper*)

 

 

Weißes C

Ende September, einer der paar schönen Tage war es, da hat der Herr F. ihn entdeckt – den vorerst für uns noch namenlosen Schmetterling, der beim flüchtigen hinschauen aussah wie ein alter, zerfledderter kleiner Fuchs…. aber weit gefehlt!

Erstmal hat der Herr F. Fotos gemacht, und dann das Schmetterlingsbuch geholt – und was fanden wir? Eindeutig hat dieses Tierchen den höchst seltsamen Namen

Weißes C

Das weiße C ist häufig, steht da. Aber wir haben bei uns im Garten definitiv noch nie eines gesehen und uns drüber gefreut.

P.S. es gibt lääääängst noch nicht genug Ideen für den geplanten Adventskalender, vielleicht, wenn Ihr Euch anstrengt, kriegen wir ja zumindest einen halben zusammen!?

 

Emsig

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auch Andere sind fleißg tätig, und so gibt’s im Insektenhotel in disem jahr viele belegte Zimmer 🙂

Keine Ahnung, wie die Mieter heißen. Aber ich freue mich über sie.

Am Insektenhotel

Höchst seltsame Insekten flogen Ende Juni zu Dutzenden das Insektenhotel an, zT sichtlich beladen mit Lehmklümpchen.
Das geht die ganze Zeit so, ein Tummelum, man sitzt aber auch herum, erholt sich minutenlang.
Immer.
Außer, wenn ich das fotografieren möchte. Nach ewig langer Warterei sowie mehreren Fotos ohne Insekt (weil es zwischen „klick“ meines Fingers und Reaktion beim und Auslöser, Fluch über moderne Knipsen, schon wieder weg war) habe ich dieses wunderbare Beweisfoto hingekriegt *g*

Dann habe ich versucht, herauszufinden, wer das ist. Schließlich sogar sämtliche Prinzipien über den Haufen geschmissen und die Google-Bildersuche bemüht, mit dem sensationellen Ergebnis, daß es ziemlich wahrscheinlich dies ist:

Animal

Okayyyyyy, das hätte ich selbst auch vermutet, schlaue Suchmaschine, Du!

Also mühsam weiter über Bestimmungsseiten (nein, ich habe NICHT gesehen, wie viele Flügelpaare die Viecher haben. Und ob die eher kegel- oder walzenförmig sind, die Flügel, kann ich auch nicht erkennen!) und Auflistungen. Getippt hatte ich ja auf „irgendeine Schlupfwespe“, also habe ich Grab- und Schlupfwespen durchgeguckt – am ähnlichsten scheint mir jetzt optisch eine, über die ich dabei gestolpert bin, diese hier. Aber die lebt parasitisch, was fraglich ist, weil ich die Viecher ja mehrfach mit besagten Lehmklümpchen fliegen sah. Was ich aber leider nicht geschafft habe zu knipsen. Die besten „Tier am Bau“-Bilder sind diese beiden…..

Vielleicht kann ja EineR von Euch weiterhelfen, interessieren würde mich das schon!

Edit: tatsächlich, gabee hat sie gefunden, es ist die Gemeine Töpferwespe bzw. Töpfergrabwespe (Trypoxylon figulus). DANKE!!!! 🙂

Insgesamt kommt unser Insektenhotel trotz meist schattiger Lage mit nur wenigen Sonnenstunden täglich ganz gut an, besonders die Bambusstengel sind gut besetzt (aber ich weiß ja inzwischen auch, daß man kein Stirnholz nehmen soll, sondern seitlich Löcher in Hartholz bohren soll, wenn man will, daß Insekten einziehen) Einige Lehm-Löcher werden auch genutzt, aber nicht sehr viele.

 

 

Großes, dickes Baby…

23. Juni

Im letzten Jahr hatten Herr und Frau Buntspecht zwei Küken, die sie regelmäßig mit zum Futterplatz brachten. Irgendwann waren sie dann wohl der Ansicht, sich genug geplagt zu haben – und fortan sahen wir wieder nur Herrn und Frau Specht. Bis vor etwa 14 Tagen. Diesmal gab es nur ein dickes Küken, und noch etwas ist anders: seit einigen Tagen ist Baby Specht allein unterwegs – und bedient sich munter am Futter. Muddern und Vaddern sind auch da, aber einmal konnte ich beobachten, wie Muddern Baby davonjagte, um sich selbst an den Nüssen zu versorgen.

Man darf gespannt sein, wie das weitergeht – leider werden wir bald nicht mehr erkennen können, ob die Erwachsenen, die man sieht, Muddern und Vaddern sind oder das erwachsen gewordene Baby…

Jetzt sieht mans noch prima:

  • Mudder: schwarzer Scheitel
  • Vadder: roter Fleck am Hinterkopf
  • Baby: roter Scheitel (und grau, was bei den Erwachsenen weiß ist. Und DICK! *gg*)

Noch was: die Kringelchen fangen schon jetzt an regnerischen, warmen  Tagen wie dem heutigen an mit „wir lungern und bilden dabei einen Bienenbart“ – sobald der erste Sonnenstrahl herauskommt löst sich das ganze zwar in emsiger Geschäftigkeit auf, trotzdem: wohin soll DAS noch führen *gg* ????

Ein Igel lebt

Samstags, nache Arbeit, ich gemütlich auf dem Sofa, der Herr F. guckt nochmal raus – und kommt zu mir: „Guck mal, ich hab hinten einen Igel gefunden, der sieht irgendwie komisch aus“, sagt er und hält mir sein Fairphone vor die Nase.

was man hier sieht ist nur ein kleiner Teil der weißen Blasen 😦

Ach Du Sch***, was ist DAS denn???? Ich zoome rein, und wir sind uns einig: was auch immer das ist, das ist nicht gut! Tierarzt!!! Ach neee, Samstag abend….. „Wir fahren nach Satrup, da sind doch die mit der Igelhilfe, weißt Du noch?“ „Nö. Igelhilfe?“ „Da waren wir doch mal zum Tag der offenen Gärten! Wenn ichs sehe, weiß ich, welches Haus das ist. Hoffentlich ist Jemand da!“

Gesagt, getan. Kiste und Zeitungen und Handschuhe geholt, rausgegangen – der Igel ist noch da, und jetzt sehe ichs auch in echt. Eklig!!!! Erst als wir schon im Auto sind, sage ich „Du, das könnten Zecken sein, aber so viele? Und weiß???“ „Stimmt eigentlich“, sagt der Herr F., aber wir sind uns einig: auch wenns bloß Zecken sind, in dieser Masse ist das nicht normal!

In Satrup angekommen, erkenne ich tatsächlich das Haus relativ sicher wieder, und da da auch Jemand draußen zugange ist, gehen wir erstmal ohne Igel fragen. Und sind gleich richtig. Igel also geholt, und tatsächlich: das sind Zecken, Dutzende. Auch an Rücken und Bauch hat er welche, und die beiden Igelhelfer machen sich gleich mit Pinzette und Handschuhen ans Werk.
Nein, das ist wirklich nicht normal, alles voll mit diesen widerlichen Viechern, und da krabbeln auch noch kleine, nicht vollgefressene überall!!! Bäh!!
Das bedeutet: unser Igel hat schon ein schwaches Immunsystem. Er ist auch eingefallen und schlapp, aber hat noch Kraft, sich zusammenzuziehen, immerhin. An der Größe der Pfoten sieht die Igelfrau: das ist schon ein älteres Tier, nicht von diesem oder letztem Jahr. Dafür ist er wirklich sehr klein und dünn……Nachdem die meisten Zecken erstmal weg sind, bekommt er einen Platz im Außengehege sowie Futter und Wasser. „Wenns so einem Igel sehr schlecht geht, dann ist es nicht sicher, ob er das überlebt. Am wichtigsten ist jetzt erstmal, daß er frißt und trinkt“

Wir lassen unsere Nummer und einen Spendenbetrag dort („das haben wir auch nicht oft, daß das Jemand anbietet!“- Schade eigentlich) und verabreden, daß wir voneinander hören und unseren Igel, wenn er denn parasitenfrei und ein wenig gepäppelt ist, wieder zu uns holen und im Garten freilassen. Mit einem guten Gefühl fahren wir nach Hause. Ob er’s schafft, ist nicht klar – aber ohne diese Aktion hätte er’s ganz sicher nicht geschafft. Insofern – alles richtig gemacht.

Auf dem Rückweg kribbelt und juckt es überall… aber das sind keine kleinen, krabbelnden Zecken, das ist der Insekten-Effekt: jedes ganz normale kribbeln fühlt sich jetzt an wie eine krabbelnde Jungzecke…. iiiiiigitt!


Sonntags eine Woche drauf dann war es so weit: nachdem ich Mitte der Woche nochmal dort gewesen war, um nachzufragen (Es ist ein Mädchen! In den ersten Tagen musste sie sogar zum fressen geweckt werden, so kaputt war sie, aber jetzt hatte sie schon auf 650g zugenommen und war ein wenig agiler, und am Wochenende können wir dann mal anrufen, dann ist sie vielleicht so weit, daß sie wieder heim kann) hieß es jetzt: grünes Licht zur Heimholung 😉

Genervtes Mädchen *gg*

Also los, ein Häuschen bekam das Mädel mit, und dann:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Um halb neun wurde es klamm, wir sind reingegangen, und nuja – das Igelmädchen lag immer noch in seinem Karton. Nachtaktiv halt….

Am nächsten Morgen war sie dann verschwunden – maach et joot, Kleene, die Igelfrau meinte, es ist jetzt Paarungszeit, vielleicht findest Du ja noch Jemanden und kannst ein paar Igelkinder aufziehen. Aber nicht wieder ins Zeckennest legen!!!


* Wer nie ‚die Nas* am Igel hatt‘
weiß nicht wie Stacheln pieken.

Ich schätze, der weise, alte Dicke hatte schonmal – er hat SEHR ausgiebig geschnuppert, aber sich dann ohne den Karton näher zu untersuchen verzogen *g* Aber, Ihr seht: die Welt interessiert ihn noch! 🙂