Schwarzbraunbinden-Blattspanner

Ein großartiges Gefühl ist es, wenn Du schon 3x für halbe Stunden in Büchern geblättert hast und im Netz unterwegs warst und alles, was Du finden konntest nach diesem Tierchen durchsucht hast:

Fast warst Du schon sicher, irgendein Eulenfalter habe auf dem Baumstumpf am Frühstücksplatz gesessen und sich gesonnt, aber irgendwie hast Du genau diesen mit genau der Zeichnung nirgends finden können.

Und dann suchst Du nach einem anderen Falter, den Du fotografieren konntest, als er sich, aufgeschreckt von der staubwischenden Fjonka, wieder beruhigt und in eine Fensterecke zurückgezogen hatte (von ihm später, noch habe ich ihn nicht gefunden), und stößt, ENDLICH!!!! auf genauso eine Seite wie Du sie schon lange gesucht hattest. Mit langen Seiten voller kleiner Fotos, die per drüberfahren bei „Verdachtsfällen“ etwas größer werden – und auf Seite 5 von 7 meinst Du ihn entdeckt zu haben. Du klickst das kleine Foto an, liest, guckst näher, vergleichst – und das wohlig-warme Gefühl des erfolgreichen Entdeckers breitet sich in Dir aus: DAS ISSER!!! Der Schwarzbraunbinden-Blattspanner lebt in Deinem Garten! Alles paßt: er fliegt von Mai bis Juli tags, er lebt in feuchten Wäldern und Parks, die Raupen fressen uA an Holunder und Himbeeren…. JAAAAAAAAA 🙂

Dankedankedanke an Herrn Funk, der sich die Mühe gemacht hat, so eine aufwändige Seite einzurichten und auch für Laien benutzbar zu machen!!!!!!!

(Jetzt fehlt bloß noch eine Suchfunktion, zu und zu gern würde ich natürlich noch wissen, wie Raupe und Puppe zum Falter aussehen…….. irgendwas ist ja immer……. Andere Suchmaschine, andere Links – bittesehr: Raupe)

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Posthornschnecke

Seit ich Ichweißnichtwas im Teich habe, bin ich ein-oder zweimal jährlich dran, den Teich in Teilen freizuharken, damit es weiterhin eine offene Wasserfläche gibt. Ichweißnichtwas ist eigentlich ganz fein, denn seit es da ist, ist keine Entengrütze mehr da, außerdem scheint es auch Veralgung zu verhindern, und wenn mans rausharkt riecht es nach Meer (!), aber es wächst halt stark.

Naja, jedenfalls habe ich kurz vor Pfingsten erstmals dies‘ Jahr Ichweißnichtwas aus dem Teich geharkt. Die inzwischen vier Teichfrösche haben sich davon ü-ber-haupt nicht beeindrucken lassen. Aber mit der letzten Harke voll habe ich ein urtümlich anmutendes Wesen an Land befördert – da musste ich natürlich gleich Fotos machen.

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Eigentlich wollte ich aufs ausfahren von Augen und Co warten, aber das arme Tier wand sich so, daß ich dachte – na, vielleicht kanns ja nur unter Wasser atmen – und habs schnell wieder ins Wasser gesetzt. Dann bin ich an den Computer gegangen und habe zu suchen begonnen, und wiedermal war’s nicht schwer: es kann gar nichts anderes sein als die Posthornschnecke, sowohl optisch als auch von den beschriebenen Lebensgewohnheiten:

Die Posthornschnecke hat ein sehr großes und festwandiges Gehäuse mit 5 rasch zunehmende Umgängen, die oben wenig und unten tief eingesenkt sind. Die Umgänge sind charakteristisch gerundet und weisen keinen Kiel auf. Das Gehäuse hat eine braune Farbe und besitzt oft eine hammerschlägige Oberfläche.
Posthornschnecken findet man in pflanzenreichen stehenden und langsam fließenden Gewässern bis in 3 m Wassertiefe, auch in zeitweilig trocken fallenden Gewässern.

Quelle: http://www.weichtiere.at

Viele Libellenlarven leben auch im Ichweißnichtwas. Erkannt habe ich sie sofort, hatte ja schon oft genug Fotos gesehen – aber daß die so groß sind, das wusste ich nicht. 3 – 4 cm hatten die leicht! Außerdem laufen unterschiedliche Käfer zurück ins Wasser. Ich hoffe, nicht zu viele Tiere im ausgeharkten zu ersticken. Aber wenn ichs nicht immer mal in Teilen entferne, dann erstickt irgendwann der ganze Teich, damit ist auch Niemandem gedient.

Es ist schon ein Wunder und auch irgendwie schön und beruhigend, daß ganz ohne daß ich es weiß und ohne mein Dazutun ein ganzer Kosmos von Lebewesen sich im Garten aufhält. Derzeit scheinen sich Tiere und Pflanzen dazu verabredet zu haben, sich mir zu zeigen. „Immer schon waren wir hier“, scheinen sie mir sagen zu wollen, „aber Dir war es nie wichtig genug, nach uns Ausschau zu halten“. Jetzt, da ich alte Bekannte beim Namen nennen können möchte, stellen sich auch die zuvor Unbekannten vor. Ich fühle mich irgendwie – privilegiert. In den Garten aufgenommen vielleicht – schwer auszudrücken, aber irgendsowas ist es.
Und auf jeden Fall ist es schön.

 

Wildes Tier

Nashornkäfer??

Eigentlich dachte ich: eindeutig, da sitzt ein Nashornkäfer auf meiner Liege!!!! Aber dann hab ich nachgelesen: glatte, glänzende Flügeldecke, auffälliger roter Pelz unterseits – hmmmm… aber ich finde Niemanden im Netz, der eine besser passende Beschreibung hat.

Pitzbee aber weiß Bescheid, in den Kommentaren stellt sie mir den Kopfhornschröter vor. Und tatsächlich, der sieht ganz genauso aus wie mein Tierchen 🙂 Es ist ein Männchen! Und auf der roten Liste ist er, wie schön, daß ich ihn nun schon zum 2. Mal (das erste Mal war 2013) in meinem Garten begrüßen durfte!!

 

Noch’n fleißiges Bienchen

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Allerdings hatte ich einfach nicht genug Geduld: nach einer Viertelstunde kniend vor dem Loch hat Madame beschlossen, daß sie nun weiter innen ihre Brutröhre auskleiden möchte – ich konnte sie nie gut genug sehen, um erkunden zu können, mit wem ich’s hier zu tun habe. Und leider habe ichs auch nicht hingekriegt, ein kleines Filmchen zu drehen – die Film-Funktion war in den Tiefen der Knipsen-Menüs verschwunden; ich habe sie erst Tage später mit Gebrauchsanleitung wiedergefunden…..

Übrigens – bei Wildbienen sind ja die Flugzeiten nicht unwichtig – die Bilder sind von Mitte Mai.

Nach dem Regen

Manchmal gibt’s das ja: 10°, kühler, nasser Boden, feuchte Luft – gerade das richtige Wetter für Schnecken! Ich hab gesammelt. Schnecken und Erfahrungen – denn sollte ich je in die Verlegenheit kommen, eine Schnecke für ein Schneckenrennen auszusuchen, dann weiß ich jetzt, was ich zu tun habe, dachte ich. Seht selbst:

während die Schnecken mit den Streifen sich alle Zeit der Welt lassen, waren die einfarbigen schon beim sammeln schlimmer als ein Sack Flöhe zu hüten …. naja, nicht GANZ so schlimm, aber für Schneckenverhältnisse *gg* und als die dann schon unterwegs waren gen Grün, haben sich die gestreiften überhaupt erst aus ihrem Haus getraut!

Beim verfolgen der hellen, schnellsten Schnecke fand sich noch das Babyschneckchen (Bild 3 und 4) – nüdelich, so winzig!

Naja, wieder in der warmen Wohnung angekommen, hab ich mich dann ans bestimmen gemacht – und wider Erwarten feststellen müssen, daß ich wohl nur eine einzige Schneckenart eingefangen hatte, nämlich die Garten-Bänderschnecke, die es auch ganz ohne Bänder (Streifen) gibt und in unterschiedlichen Farben. Ich hatte übrigens gedacht, die mit den Streifen seien Schnirkelschnecken. Ganz falsch ist das nicht, aber eben auch nicht ganz richtig: SCHNIRKELSCHNECKE ist die Familie, der sie angehören (wie auch die Weinbergschnecken, zB)

Eisenhut-Goldeule

Diesmal war’s leicht, herauszufinden, wen genau ich wiedermal aus einem Eisenhuttrieb herausgepult hatte: ich musste bloß in die Internet-Suche „Raupe frißt Eisenhut“ eingeben, schon sah ich sie, die Eisenhut-Goldeule.

Seit Jahren habe ich die Wahl zwischen Eule und Nachtigall – wie ich jetzt weiß, zumindest in der 1. Hälfte des Sprichworts sogar wortwörtlich *g*. Die Nachtigall wäre allerdings eine prächtige Eisenhut-Blüte. Die nämlich gibt’s mit Eule nicht, denn meist sitzt eine Raupe in jedem einzelnen Trieb, die Blätter schützend über sich zusammengezogen, und läßt „ihren“ Trieb so aussehen:Nachdem ich das Räupchen durch die Fotosession nun persönlich kennengelernt habe, war mir unmöglich, wie in den letzten Jahren zu handeln und anonym einfach den Trieb zwischen den Fingern zu quetschen …. also heißt es in diesem Jahr: Eule statt Nachtigall … ganz vielleicht aber sogar beides, denn mir schien, nicht JEDER Trieb ist in diesem Jahr besetzt. Darauf, liebe Mutter Eule, könnten wir uns für die nächsten Jahre gütlich einigen. Wie wär’s?

:-)

Im Halbhöhlenbrüternistkasten, der zwei Jahre lang unbeachtet am Schuppen gehangen hat, ist Jemand eingezogen. Da ich mehrfach ein weghuschen wahrgenommen zu haben glaubte, hab ich reingeguckt, und: Nest. Vorsichtig gefühlt: Eier!

Dann die Leiter weggebracht und Mann, dies alte Laub setzt sich aber auch ÜBERALL hin:

paar Blätter weggewischt, dann ein innerliches MOOOOOMENT! Genauer hingeguckt, und:

Sozusagen in die Türlaibung geklemmt: ein hübsch mit Moos ausgepolstertes Kugelnest!

Das wird ein Zaunkönig sein, denke ich 🙂

Wir warten aufs Unwetter

Donnerstag, 10.5., Himmelfahrt

Pünktlich zum Feiertag sind schwere Unwetter angesagt. Starkregen, Gewitter. Das will vorbereitet sein: sämtliche Fallrohrklappen wollen geleert, der Kellerschacht von Blättern befreit sein, damit das Wasser abfließen kann. Zwischen den Blättern entdeckt der Herr F. diesen hier:

apart!

ins feuchte gesetzt und in Ruhe gelassen wagt er einen Blick….

…um dann seine ganze Größe zu zeigen, bevor er sich unter die Stauden verzieht

Ein paar Tage zuvor hatte ich schon ein vielleicht viertels so großes Tigerschnegelchen gesehen – offenbar gefällt’s ihnen bei uns, was uns freut, da sie ja u.a. auch Nacktschneckengelege auffressen.

Beim warten auf des Tigerschnegels Entfaltung hat uns dann noch der hier den Gefallen getan, ganz gegen seine Art offen im Licht sitzenzubleiben:

Ein Hundertfüßer.

Jetzt, während ich dies schreibe, wird es dunkel und gerade bin ich beim ersten heftigen Donnerschlag zusammengezuckt (seit einer Stunde schon grummelt es…) Und auch der Regen wird doller, Hagelkörner sind dazwischen. Mir ist mulmig, wie immer, wenn sich die Blitze nähern – mit den großen Bäumen ringsum hilft uns kein Blitzableiter – et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jotgejange….

Das sekundenzählen zwischen Blitz und Donner hilft diesmal auch nicht, denn ununterbrochen donnert es vor sich hin – der Herr F., Quell sämtlichen Weltwissens, sagt, daß eh die allermeisten Blitze zwischen den Wolken hin- und herblitzen, nur die wenigsten fahren gen Erde.

Jetzt läßt der Regen schon wieder ein wenig nach, das dollste scheint vorbei zu sein – nachher kommt noch eine 2. Gewitterzelle, mal sehn, was DAS wird. Aber nun geh ich erstmal zurück zu meinem superspannenden Buch – über BookCrossing habe ich den neusten Arne Dahl-Krimi bekommen. Tjüs, Ihr 🙂

 

Lilienhähnchen

Manchmal gibt es ungeahntes Wissen in verborgenen Schubladen des Hirns – so zum Beispiel am Samstag nach der Arbeit, als ich dieses Käferchen sah:

Sofort war der Name „Lilienhähnchen“ in meinem Kopf, und tatsächlich konnte ich diesen Namen verifizieren.

Unbekannt bleibt dieses ca 1cm lange Räupchen, das freitags auf dem Fensterbrett saß.

Beim suchen stieß ich auch noch auf die frustrierende Information, daß manche Raupen sich im Laufe ihrer Häutungen mehrfach völlig verändern (das kleine Nachtpfauenauge zB von „ähnlich meinem Räupchen“ hin zu quietschgrün gemustert ….. ) Wie soll frau sich da zurechtfinden? Ich finde, die Schmetterlinge könnten da ruhig ein wenig mehr Rücksicht auf uns interessierte Laien nehmen…. 😉

Bald, nächste Woche oder so, kommt ein neues S-H-Schmetterlingsbuch ins Haus, das wir im Rahmenprogramm des Habeck-Besuchs auf einem Infotisch fanden. Sollte sich da was finden, geb ich Bescheid….

Rotschopf und Rotpelz!

22.4.

Wir haben von Mieters ein Bienchen bekommen, frisch aus dem Spinnennetz…. es war nur ganz kurz drin gewesen, denn sie hatten es reinfliegen hören und gleich befreit. Aber es war schon sehr spinnwebverklebt, und da Mieters dachten, es sei eine unserer Bienen und vielleicht würde es ja auch stechen wollen, haben sie es uns auf einem Stück Pappe umme Ecke gebracht.

Wir haben sehr vorsichtig ziemlich viele Spinnweben entfernt, das Bienchen ließ sich dazu widerstandslos auf den Rücken drehen und zwischen den Fingern halten. Etwas Bienenkunde für Mieters gabs kostenlos dazu. Daß dies keine Honigbiene ist und woran man’s sehen kann. Daß dies Bienchen wahrscheinlich nicht mal stechen könnte, wenn es wollte und warum. Und daß ich mich sehr darüber freue, daß es hier im Garten ist, dies aber definitiv nichts damit zu tun hat, daß es evtl deshalb hier wohnt, weil es meint, wo Honigbienen sind, lasse sich gut leben – sondern wohl eher damit, daß es hier, weil wir uns darum bemühen, offenbar sowohl die Nist- als auch Futtermöglichkeiten hat, die es braucht. Das alles hat eine Weile gedauert 😉

Beine und Flügel schienen danach wieder gut beweglich zu sein, aber bis abends saß das Bienchen noch auf seinem Podest, krabbelte nur mal hier-, mal dorthin. Verdünnten Honig mochte es nicht anrühren. Einmal kam ein gleiches Bienchen angeflogen, guckte kurz und flog wieder weg.

Morgens dann war Bienchen weg – ich fürchte, daß es einfach verklammt und gestorben ist, wenn ich auch im Rasen unter dem Podest nichts gesehen habe.  Vielleicht aber auch nicht – denn Anja hat nicht nur herausgefunden, was für ein Bienchen es ist – nämlich eine rotschopfige Sandbiene – , sondern dadurch auch gleich noch den Zusammenhang hergestellt zu den Röhren in meinem Garten, hier nochmal das Foto von einer davon:

Ich hatte schon am Tag vorher und am nämlichen Tage ziemlich viel Zeit damit verbracht, immer wieder zu gucken, ob ich nicht jemanden ein- und ausgehen sehe, aber Fehlanzeige – bis ich tags nach dem Bienchenfund wiedermal dort längsging (ich habe bis heute noch Urlaub….). Hier ist die Mail, die ich kurz darauf noch ganz beeindruckt an Anja geschrieben habe:

WOOOOHOOOO – ich hab sie gesehen!!! In der Röhre!!!
Bin eben raus, Pöttchen füllen für Ableger und wie die letzten Tage schon gucke ich im Vorbeigehen zu den Röhren – und da saß sie! Ein Zwilling zum geretteten Bienchen, Hintern in der mittleren Röhre, ruckelte vor und zurück, und zog sich dann in ihr Nest zurück.
Eine ganze Weile hab ich noch ihr Gesicht gesehen, konnte sogar noch die Knipse holen – und das verdammte Dingen hat ausgerechnet da eine Macke und sagt mir x Mal „schalten Sie die Kamera ein und aus“ …. Als sie’s dann endlich gepackt hat und an war, war Bienchen in der Röhre verschwunden und ward nicht mehr gesehen solange meine Geduld reichte…..
:-))))))))

Wer weiß, vielleicht war’s ja das gerettete Bienchen – oder der Kollege (bzw dann die Kolleigin), der (die) kurz vorbeigeschaut hatte….

26.4.

Ein echter Aprilwettertag, ich also nur mal kurz raus, dementsprechend keine Knipse mit….. logisch, daß genau dann etwas quietschorangenes an mir vorbeifliegt und sich dekorativ auf einem Winterlings-Blatt so ruhig und lange hinsetzt, daß ichs wunderbar hätte knipsen können, es mir so aber nur ausführlichst betrachtet habe. Und dann nix wie rein, ins Internet und gesucht – sehr eindeutig habe ich eine jetzt also nicht nur eine rotschopfige sondern auch eine rotpelzige Sandbiene im Garten gesehen! (Oder ein Männchen und ein Weibchen, denn im Link kann man nachlesen, daß die Männchen der rotpelzigen leicht mit den rotschopfigen zu verwechseln sind…. hmmmm…. edit: nein, doch nicht, sonst hätte ich ja EIN MÄNNCHEN in der Röre gesehen! Also beide Arten hier im Garten!!)

So sieht die rotpelzige Sandbiene aus, bloß das „mein“ Exemplar röter und orangener war. Mag aber am Foto liegen, denn dies‘ Bienchen heißt auch „fuchsrote Sandbiene“, und das trifft eher, was ich sah als was auf diesem Foto zu sehen ist:

 

Bild: Wikipedia, SteveK

Übrigens: zwei der drei Niströhren vom Foto oben sind noch bewohnt: im Regen waren sie zugespült worden, jetzt sind sie wieder schön ordentlich rund offen. Einen Kopf hab ich auch noch einmal gesehen, gestern.

Catocala!

Die rätselhafte Raupe vom Ostermontag hat uns keine Ruhe gelassen.

Erst bin ich Bibos Vorschlag gefolgt und habe einen Herrn, der eine Schmetterlingsbestimmungsseite hat, angemailt – aber er wusste auch nicht weiter. Dann aber kam Anja. Die hat für mich in einer FB-Gruppe nachgefragt, und tatsächlich:

„Sicher kein Spanner- aber die reduzierten Beinchen können natürlich schon irrleiten 😉 Zur Unterscheidung: Spannerraupen haben lediglich ein Bauchbeinpaar- sind es zwei Bauchbeinpaare, wie bei dem Tierchen hier, handelt es sich um eine der Eulenarten (Noctuidae), welche ebenfalls Bauchbeinchen rückgebildet haben.
Im konkreten Fall sollte es sich um eine Catocalen-Raupe handeln. Da das Räupchen aber noch nicht ihre volle Größe erreicht hat, würde ich nicht weiter als „Catocala spec.“ bestimmen. Jedenfalls Gratulation: Catocalen sind allesamt nicht allzu häufig :)“

Natürlich musste ich nun erstmal nachschauen, was denn wohl eine Catocala- Raupe wird, wenn sie mal erwachsen ist. Zu meiner Verwunderung wurde ich nicht so richtig fündig. Musste mich erst über die Noctuidae rantasten, kam über die zu deren Unterfamilie Catocalinae und von denen wiederum ist eine Gattung „Catocala“ Ob die nun allesamt Ordensband-Falter sind oder nur diejenigen, die man so findet im Netz, das weiß ich nicht, denn diese Info konnte ich nirgends finden…. jedenfalls KÖNNTE unser Räupchen später so aussehen, so oder so. Oderoderoder….

Anyway, eine sehr spannende Sache, das!! Ganz dickes Danke an die HelferInnen, und ich füge jetzt mal einfach ein „Catocala“ in meine Tier-Liste ein 🙂

 

Selektive Wahrnehmung

Es ist immer wieder putzig: kaum befaßt sich frau mit einem bestimmten Thema, schon knallt ihr von allen Seiten dazu passendes ins Gesichtsfeld:

  • Hat es je so viele unterschiedliche Fensterarten gegeben wie damals, als ich die Tropneholzdinger, die dazu noch undicht waren, ersetzen wollte?
  • Nie gab es so viele Sorten Dachziegel wie ganz plötzlich zu der Zeit, als mein Dach neu eingedeckt werden sollte
  • Oder die Bienen – seit wir die Bienen haben, sehe ich unsere ganze Landschaft mit völlig anderen Augen. Vorher fand ich Schleswig-Holstein wegen seiner Landschaft so schön: die Wiesen, die Knicks dazwischen….. jetzt sehe ich, wie wenig „Wiese“ unsere Wiesen hier sind. Wie langweilig  die Gärten. Wie wenig Wald es gibt. Aber ich weiß jetzt auch, was ich nie wußte: wann blühen die Weiden? Ach, das gelbe da sind Kornelkirschen!? Und so sehen sie also aus, die Felsenbirnen. Und ich freue mich an dem Neuen, das ich entdecke.

Lange Rede, kurzer Sinn: meine Tierliste *gg* Kaum habe ich sie veröffentlicht, schon sind überall neue Tiere zu finden. Allein schon die Vogelfutterstelle – letztlich der Bergfink – und dann saß ich natürlich immer wieder am Fenster, um vielleicht doch noch ein vernünftiges Foto machen zu können (nein, es hat nicht geklappt!) und sah einen ganz seltsamen Spatzen. Einen, der so komisch mit dem Schwanz zuckte. Der ganz anders hüpfte als die anderen – und Moment mal, ist das braun des Rückens nicht anders? Rotbraun, nicht so graubraun wie bei Spatzens?

Und tatsächlich, Fotos gemacht

und nein, das ist gar kein Spatz! (Ich brauche dringend einen besseren Fotoapparat…..“in echt“ sieht man deutlich die rotbraune Ober- im Gegensatz zur grauen Unterseite. Aber man erkennt immerhin den spitzeren, längeren Schnabel) Vielmehr wagt sich die scheue Heckenbraunelle tatsächlich ausgiebig und garnicht scheu an den Futterplatz und pickt gemeinsam mit Buch- und Grünfinken, der Spatzenhorde, Amseln und werweißwasnoch am Boden herum, wobei sie viel häufiger Blätter wendet – auf der Suche nach Insekten – als die Spatzen!

Wenn mans erstmal weiß, kann man sie eigentlich überhaupt nicht verwechseln……

In der Liste ist sie zwar schon, dank der Fangaktion im letzten Frühjahr. Aber sie so in Aktion beobachten zu können – das ist dann doch gleich wieder ganz was anderes 🙂

Bombylius major

Da denkt man ja gleich an eine Hummel („Bombus“), aber nein, der klangvolle Name gehört zu einem Hautflügler aus der Familie der Wollschweber, dem großen Wollschweber, und der hat es sich an der Hauswand gemütlich gemacht:

Wieder ein neues Tier für meine Liste – und wieder eine Erstsichtung 🙂

Nicht neu, aber eine Freude auch diese dicke Dame, auch sie hat sich an der Hauswand ausgeruht:

Dunkle Erdhummel

Und was gabs noch an diesem ersten (eigentlich zweiten, aber samstags hab ich gearbeitet und nicht viel davon gehabt) echten Frühlingstag letzten Sonntag? Einen Zitronenfalter, ein Tagpfauenauge und einen nicht zu stoppenden Herrn F., der samstags gesägt hatte und sonntags Holz spaltete …. und spaltete…. und spaltete…. zwischendurch konnte ich ihn noch dazu bringen, mit mir zusammen die Wäscheleine neu aufzuspannen (Achtung, BesucherInnen über 1,90m: die spannt sich jetzt über den Weg *gg*) und die Bienen durchzuschauen, aber das wißt Ihr ja schon. Derweil habe ich unter den Walderdbeeren gewütet, die im letzten Jahr vom niedlich-leckerfrüchtigen Bodendecker zur alleserstickenden Matte geworden waren und abends auch noch dafür gesorgt, daß die Brennesseln nicht in die Liegewiese wachsen. Um diese Jahreszeit kann man die wunderbar samt Wurzelausläufern einfach rausziehen, sehr befriedigende Arbeit, diese langen Wurzeln meterweit zu verfolgen … und wech …. außerhalb dürfen sie gern wachsen, sind ja sehr beliebte Nahrungspflanzen für viele Tiere, zum Beispiel auch für den hier unten: Aber der ist im Bestand eh nicht gefährdet, weil er davon profitiert, daß in unserer überdüngten Landschaft die Brennesseln als stickstoffliebende Stauden supergut leben. Deshalb mach ich mir auch keinen Kopf, ob ich ein paar mehr davon wegzupfe oder ein paar weniger. Hier kann, wer mag, Interessantes zur Brennessel und „ihren“ Tieren lesen: *klick*

Zwischendurch ein Käffchen hier, ein Essen da, ein kleiner Schnack – und dann wieder meditatives spalten oder zupfen *gg*

Ein Tag, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen kann – nur mein Rücken fand den offenbar nicht so gelungen *gg* – aber weet’s wat? Dor kanns nix bi moken – echool! Ick bin tofreedn 🙂

 

HUNDERT!!!!

Ostermontag, auch die 2. „IchpüsselimGarten-Sequenz“ ist beendet, da stehen wir in der Küche und gucken Vögel am Futterplatz.

Und dann – Jemand buntes, der völlig fremd aussieht, pickt am Boden!!!!
Husch, weg isser, ich versuche, im Bestimmungsbuch was passendes zu finden, scheitere aber, da ruft der Herr F. : „DA!“
Gucken, merken, suchen – ja, kann das? Ist das??
Da isser wieder, und diesmal kann ich ein superduperschlechtes, aber immerhin ein Foto machen:

Ein Bergfink ist bei uns zu Besuch – und ein Besuch muß es sein, denn diese Vögel wohnen zur Brutzeit vom südlichen Norwegen bis hin nach Kamtschatka, nicht aber weiter südlich. Außerhalb dieser Zeit aber sind sie auch weiter südlich unterwegs – und das bevorzugt in lichten Laubwäldern, wo sie gern Bucheckern fressen – aber auch unter Futterstellen, wo sie am Boden nach Sonnenblumenkernen suchen – genau unser Biotop also 😉

Dummerweise bedeutet das jetzt, daß Niemand von Euch gewonnen hat – denn Niemand hat auf „Vogel“ getippt. Aber gestern gab es ja auch noch die Raupe, die ich nicht bestimmen konnte, „eigentlich“ ist Tier No.100 deshalb ja ein Falter – und deshalb lautet mein Beschluß: Bibo gewinnt und darf sich ihren Gewinn aussuchen 🙂 Glückwunsch!!

Ostermontag

Endlich, endlich fühle ich mich wieder weitestgehend gesund und habe sogar etwas Energie übrig! UND es gibt blaue Stücke zwischen den Wolken UND wenig Wind UND der Schnee von gestern ist weitgehend weggetaut UND die Sonne kommt immer wieder raus  – was liegt da näher als erstmals ein wenig Gartenarbeit – denn zum draußen rumsitzen ists definitiv zu kalt.

Und so habe ich mit des Herrn tatkräftiger Hilfe das 1. Miniprojekt beendet: die Elfenblumen sind ganz raus aus dem Frühstücksplatz-Randbeet, damit gibt es um die 3 qm relativ sonnigen Leerplatz. Da will ich ein weiteres kleines Schrittchen gen Naturgarten tun: zwei Schubkarren Sand untergemengt, grobes rausgeharkt und Saat- Mix von der Arche Eggebek ausgestreut, untergerecht, festgestreten – es wird noch ein paar Nachtfröste für die Frostkeimer geben, und so hoffe ich auf ein paar neue Arten im Garten. Das kleine Beet vom letzten Jahr habe ich vom Laub befreit (diese Blühpflanzen mögen ja alle lieber Sonne und mageren Boden) und jetzt auch die Karden-Reste abgeschnitten. Es gab allerhand Rosetten zu sehen und auch Rest-Pflanzen vom letzten Jahr, die noch ganz munter aussehen. Bin gespannt, wie sich das alles entwickeln wird.

Beim umpflanzen der Elfenblumenplacken haben wir dann noch weniger schönes gefunden: letztlich habe ich einen ganzen Eimer voll Maschendraht aus dem Grundstücksrand gen Straße geborgen, zum Teil ist er aber leider so in den alten Buchen eingewachsen, daß ich ihn nur dicht an den Stämmen abklipsen konnte – der Vorbesitzer hatte Hunde und deshalb das ganze Grundstück eingezäunt – aber ich hatte eigentlich gedacht, ich wüßte, wo noch Reste sind. Nix da – diese hatte ich in den über 20 Jahren nie gesehen….

Was das Tier Nr. 100 angeht – dummerweise habe ich zwar eines gefunden, war aber absolut nicht in der Lage, das zu bestimmen:

Es ist sicherlich eine Raupe eines Falters der „Spanner“-Familie, weil es auf die charakteristische Art voranrobbt. Aber welcher ist es? Es gibt Dutzende, und ihre Raupen sind so unterschiedlich gefärbt, auch innert einer Art, daß ich das unmöglich sagen kann – und deshalb auch nix eintragen. Ihr müßt also noch warten…..  Die Raupe saß an der Holzteer-Schuppenwand, eisekalt im heftigsten Schatten plus Wind – aber sie lebte.

Derweil sind die Kringelchen und das Mondvolk eifrig in den Krokussen unterwegs und sammeln Pollen. Das Sonnenvolk aber summt zwar vor sich hin, sendet aber kaum ein Bienchen nach draußen. (EDIT: um 14:30 plötzlich ein großes Getümmel, auch Pollitas sind zu sehen – während bei den anderen trotz gleicher Besonnung jetzt wenig los ist. Immer wieder ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Völker sind!!) Und ich habe die erste Hummelkönigin gesehen. Wenn mich nicht alles täuscht, war’s eine Ackerhummel. In diesem Jahr werde ich keine Mause- und andern Löcher abseits der Wege mehr zutreten. Im letzten Jahr erst ist mir klargeworden, daß die allermeisten Wildbienenarten im Boden nisten und viele von ihnen dafür auf schon vorhandene Gänge anderer Tiere angewiesen sind.

In den letzten Tagen habe ich das wirklich feine Buch „Der Drei-Zonen-Garten“ vom Gastl gelesen, dem mit dem Hortus Insectorum. Tolles Buch, das – und was mir uA richtig gut gefallen hat, ist, daß ich jetzt gut begründen kann, warum es eigentlich ja richtig toll ist, daß ich – wie hier schon oft erwähnt – ja eine Stückeles-Macherin bin, die fast nie was zuende macht und immer von hier nach da und dorthin hüpft und macht, oft spontan und ungeplant – das ist nämlich für die Natur einfach mal gut so!!! Weil man dadurch immer in kleinen Einheiten neue Lebensbedingungen schafft und nur selten mal große Areale völlig verändert (Beispiel: auch ein Rasenschnitt kann schon zu solch einer großflächigen Veränderung zählen – viel besser, in Etappen zu mähen, so daß immer unterschiedliche Gras- und Krauthöhen und -wuchsstadien auf engem Raum zu finden sind. VIELFALT!!! 🙂 )

So. Nun will ich aber noch ein wenig raus. Mal sehn, was ich noch so anfangen und nicht beenden kann… *gg*