Reibung erzeugt…

Nein. In diesem Fall nicht Wärme, sondern Wunden:

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Der Baumpfleger war da. Unter anderem hat er dieses Stück Ast hinterlassen: hier wuchsen zwei Äste überkreuz zu dicht aneinander und rieben/drückten sich dadurch ab einer bestimmten Dicke dauernd aneinander Der Ast ist statt normal rund an den Seiten flach-breit gewachsen und hat dabei charakteristische Ohren gebildet. Die Innenseite ist wie ausgehöhlt – eingepaßt war der andere Ast. Gleichzeitig hat die Buche von außen die Stelle zu überwallen begonnen, die sie von innen abzuschotten versucht.. Daraus werden dann (vielleicht) im Laufe vieler Jahre zwei Äste, die aussehen, als gingen sie in einen einzigen über, mit gemeinsamer Rinde – und sich ein Stück weiter wieder teilen.

Es gab noch ein sehr viel größeres Beispielstück, sagt der Herr F.. Der Baumpfleger hatte gebeten, es als Anschauungsmaterial mitnehmen zu dürfen (er macht auch Infostände und Vorträge), und leider hat der Herr F. versäumt, es zuvor zu fotografieren. Na, vielleicht sehen wir es ja bei den nächsten Insektentagen in Unewatt, da wird der Baumpfleger auch wieder einen Stand haben, wo er als solcher und auch als Wespenumsiedler und Wildbienenschützer auftritt.

Tintlinge.

Aber sind es überzuckerte Tintlinge? Oder Weidentintlinge? Auf Totholz der alten Weide im Knick jedenfalls gedeiht diese Ansiedlung prächtig!

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Tintlinge heißen übrigens so, weil ihre Hüte im Alter schwarzwerdend „zerfließen“, und daraus früher eine dokumentenechte Tinte gewonnen wurde – sicherlich sehr zum Ärger der Pilze, denn in dieser Flüssigkeit sind ihre Sporen!

Die Tintlinge werden zur Gattung Coprinus gerechnet, aber das stimmt so auch wieder nicht, denn

In mehreren DNA-Analysen offenbarte sich (…), dass die Tintlinge polyphyletisch sind, also Arten enthalten, die jeweils näher mit anderen Pilzgruppen verwandt sind als untereinander. Teilweise gehören diese Gattungen sogar zu unterschiedlichen Familien. Scott A. Redhead et al. schlugen deshalb eine Aufteilung in vier Gattungen (Coprinus, Coprinellus, Coprinopsis und Parasola) vor, wobei nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Arten in Coprinus verbleibt. Die Familie der Tintlingartigen (Coprinaceae), deren Typusgattung Coprinus ist und die nur noch einen Bruchteil der restlichen Arten enthält, muss deshalb in Faserlingsverwandte (Psathyrellaceae) umbenannt werden, weil Coprinus innerhalb der Champignonverwandten (Agaricaceae) steht.

Wikipedia

Jetzt bin ich vollends verwirrt und weiß nicht, wohin ich diese kleinen Pilze in meiner Liste schreiben soll *gg*

Pilze, vom Auskenner benamst :-)

Netterweise hat Bibo einen Auskenner auf meine Pilze angesetzt, und das ist dabei rausgekommen (Zitate aus dem Kommentar zum Originalartikel)

Das ist schon was „besseres“: Ich halte das für einen Erdmuschel-Seitling oder Erdmuscheling (Hohenbuehelia petalodes). Allerdings mit der Einschränkung, dass ich, da ich das Bild nicht vergrößern kann, ihn auch nicht genauer ansehen kann.

Samtfuß-Rüblinge (Flammulina velutipes)in verschiedenen Altersstadien, es ist also alles eine Art. und genau diesen Pilz habe ich heute als „Weißling“ gefunden, d. h., der Pilz ist schneeweiß. Ist eine sehr seltene Farbvariante …

Dies zeigt einen Winter-Helmling (Mycena tintinnabulum – hoffentlich hab ich den richtig geschrieben… ).

Das Foto zeigt eine Striegelige Tramete (Trametes hirsuta), noch recht jung. Du erkennst sie daran, dass sie so ein wenig filzig aussieht.

Das ist auch eine Tramete im Jugendstadium. Welche genau, kann ich nicht sagen. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und bename sie mit Buckel-Tramete (Trametes gibbosa).

Die Trameten und die Helmlinge sind ungenießbar bis leicht giftig. Den Erdmuscheling kann man essen, wenn man am verhungern ist; die Samtfüße dagegen sind ausgesprochen lecker.

Zitatende.

Ich danke sehr herzlich!!

Den Name der Samtfuß-Rüblinge finde ich zumindest was den Fuß betrifft selbsterklärend ;.) Man erkennt ja besonders bei den lütten selbst auf dem Foto, wie samtig der Stiel aussieht! Und auch Winter-Helmling – logo. Das Kerlchen hat einen Helm, und es kommt im Winter raus…. daß ich die Tramete immerhin als solche erkannt habe, das macht mich fast ein wenig stolz, schließlich sehen Seitlinge ua auch nicht so GANZ anders aus. Daß das weiße Zeug allerdings AUCH eine Tramete ist – ja, lieber Himmel, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen!!!

Daß ich den eigentlich ja charakteristischen Trichter des Muschelings nicht erkannt habe liegt an der gemeinen Art dieser Pilze – bei „meiner“ Pilzsuchmaschine waren alle Erdmuschelinge weiß, und das „Hauptbild“, das erscheint, zeigt auch noch den Pilz eher von unten – man sieht den Trichter nicht. … Im Text steht, daß sie auch braun sein können, aber ich klicke ja nicht jeden einzelnen noch so anders aussehenden Pilz an… Ähnlich die striegelige Tramete. Wenn ich mit ihrem Namen die Bildersuche im Netz anschmeiße, dann sieht man auch diese gestreift-bräunlichen, aber bei der Pilzsuchmaschine nicht. Den Winter-Helmling dagegen hätte ich durchaus finden können, aber auch der ist auf der „Übersichtsseite“ mit einem eher farblosen Exemplar vertreten…

Ich glaube, ich sollte meine Pilzbestimmungsbemühungen einstellen, das hat wenig Zweck, wenn man so ahnungslos ist wie ich es bin.

Na, umso schöner, wenn ich dann jetzt trotzdem wieder ein wenig mehr weiß, nochmal danke an Bibo und den Auskenner Thomas Pruß 🙂

Wie war das noch?

Es ist April, oder??? 😉

Heute erstmals in der Frühlingssonne auf der Bank gesessen, ganz wie geplant. Die Bienen flogen eifrig…

Der Bewuchs wächst auch schon, sowohl in als auch vor der Mauer 🙂

… und zwischen Gelb- und Blasenflechte was seltsames. Blasenflechte? Stimmt, die hatten wir noch nicht: Blattförmige Blasenflechte….: Hypogymnia physodes

Anderthalb Stunden zuvor gab es Graupelschauer……

Mehr Pilze

Welche es sind? Keine Ahnung. Es gibt soooo viele Arten und Erscheinungsformen!

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…und je länger Du auf den Seiten rumsuchst und liest und guckst, desto unsicherer wirst Du….. *SEUFZ*

Dieser Winter ist ein super Pilzwinter, mild und feucht! Weniger freuen sich überwinternde Wildbienen – ihre Larven werden in solchen Wintern oft Opfer von – Pilzen.

Überhaupt – Pilze! Ich habe sie ja in meiner Liste und bei den Blog-Kategorien, wie auch die Flechten, unter „Flora“ einsortiert, wohl wissend, daß sie keine Pflanzen sind, sondern eine eigene Gruppe bilden. Ich liege mit dieser Zuordnung noch falscher als ich wusste:

Die Pilze (Fungi) bilden das dritte große Reich eukaryotischer Lebewesen neben den Tieren (Animalia) und den Pflanzen (Plantae). Sie sind wie die Pflanzen, zu denen sie lange gerechnet wurden, sesshaft, können jedoch keine Photosynthese treiben. Daher müssen sie sich wie Tiere durch die Aufnahme organischer Substanzen ernähren (Heterotrophie), die sie jedoch in gelöster Form aus der Umgebung aufnehmen. Nach heutiger Kenntnis sind die Pilze näher mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt.

Wikipedia

Wieder was gelernt! Ich überlege noch, ob ich mir die Mühe machen und das hier alles ändern soll….

Trompeten, Suchfahrten und Nebenwissen

Dezember 2019: Beim genauen betrachten der Stummelfüßchen letztens sah ich auf dem Foto auch noch kleine Trompeten, die aus den Flechten zwischen den Pilzen hervorwuchsen. Flechten kenn ich ja, also so grob und insgesamt (mit anderen Worten: ich weiß, es gibt sie, ich weiß, es gibt viele verschiedene, und ich weiß, sie reagieren empfindlich auf Luftverschmutzung) Aber was sind diese Trompeten???

Wieder habe ich mich auf abenteuerliche Suchreisen begeben 😉

Und letztlich schätze ich, daß ich auf die gewöhnliche Gelbflechte, Xanthoria parietina, gestoßen bin. Wieder so etwas, das ich letztlich aber nie, nie, nie genau wissen werde, gibt es doch nur wenige Experten, die nach mikroskopischen Untersuchungen (oder waren es gar makroskopische??) sicher sagen können, welche Flechte genau vorliegt. Ich suche aber trotzdem gern völlig aussichtslos herum, denn man stößt dabei auf spannendes Nebenwissen!

Gelernt habe ich auf meiner Suchreise zum Beispiel:

  • die Trompeten sind gar keine (ach!! *g*) Nein, sie sind Apothecien. Und Apothecien sind offene, schüssel-, scheiben- oder becherförmige Fruchtkörper bei Schlauchpilzen oder Flechten. So, jetzt wisst Ihr’s.
  • sollte dies die gewöhnliche Gelbfechte sein, dann seht Ihr auf diesen Fotos eine der wenigen Flechten, die in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden sind. Warum? Weil sie es stickstoffreich mag, und ihr dadurch die Überdüngung unserer Landschaft hilft.
  • Noch vor 20 Jahren hatten Flechten aufgrund der hohen Schwefeldioxidbelastung der Luft in vielen Regionen kaum eine Überlebenschance. Doch inzwischen konnte der Schwefeldioxidausstoß durch Einführung des Katalysators und der Rauchgasentschwefelung drastisch gesenkt werden. Infolge dessen sind heute selbst in Ballungszentren wieder viele Flechten auf den Bäumen zu finden.
  • Und noch ein Nebenwissen: es gibt sieben (SIEBEN!!) Schmetterlingsarten, deren Raupen zum überleben auf Flechten angewiesen sind!

Da isses wieder – das, was mich immer aufs neue fasziniert: ALLES hängt mit ALLEM irgendwie zusammen, und nie, nie, nie werde ich müde drauf, wieder einen Beweis dafür irgendwo zu lesen….

So. Und jetzt noch eine weitere Flechte, die ich VIELLEICHT bestimmen konnte *g*

Flavoparmelia caperata, die Caperatflechte. Auch sie war schon einmal Flechte des Jahres

… und damit habe ich gleich noch ein wenig Nebenwissen hier kundgetan: oder wusstet Ihr, daß seit 2004 schon eine „Flechte des Jahres“ gekürt wird? Die erste war übrigens – tadaaaaaa – die gewöhnliche Gelbflechte…..

Und jetzt seid Ihr dran: ist das spannend, oder ist das spannend????? 😉

 

Stummelfüßchen

Ein Stückchen totes Holz ist beim Sturm von einer Buche gefallen. Etwas leuchtet weiß heraus – so auffallend, daß der Herr F. das Ästchen aufgehoben und für mich aufbewahrt hat. So klein es ist, bietet es doch Lebensraum für eine winzige Gemeinschaft – wie winzig, das sieht, wer weiß, daß die grünen Blätter außen rum Buchsbaumblätter sind. Die ja an sich schon eher klein sind.

Jetzt guckt man also genauer hin, und man sieht seltsame Gestalten, eine ganze WG lebt da offenbar auf dem fingerdicken Ästchen. Am auffälligsten sid die weißen Gebilde! Außen wie bepelzt, innen zart altrosa mit klaren Strukturen.

Wiedermal habe ich lange gesucht, bis ich beschlossen habe: das dürften Pilze sein, genauer gesagt Stummelfüßchen (Crepidotus)

Von denen gibt es hierzulande etwa 30 Arten, und welche das nun ist – ich weiß es nicht! Es gibt das gemeine, das wollige, das kugelsporige, das erdwachsende, auch das flaumige, das verdrehte, das filzfüßige und das Filzbecherstummelfüßchen… Sicher ausschließen kann ich immerhin das zinnoberrote, das braune, das safranblättrige und das braunschuppige Stummelfüßchen…. ach, ich LIEBE die Pilznamen!!!!! 🙂

Die Stummelfüßchen sind übrigens von der freundlichen Art – Pilze, die Lebewesen nicht angreifen, sondern sich von Totem ernähren, meist von totem Holz oder Pflanzenresten.

Neben den auffälligen Pilzchen gibt es noch grüne Lebewesen zu sehen. Es sind Flechten, und die wiederum sind gar keine allein für sich stehenden Pflanzen, Tiere oder wasauchimmers, sondern nochmal ganze Lebensgemeinschaften in sich!

Als Flechte (Lichen) bezeichnet man eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem oder mehreren Pilzen, den so genannten Mykobionten, und einem oder mehreren Photosynthese betreibenden Partnern. Diese Photobionten sind Grünalgen oder Cyanobakterien. (…) Die Eigenschaften der Flechten setzen sich deutlich von jenen der Organismen ab, aus denen sie sich zusammensetzen. Erst in der Symbiose bilden sich die typischen Wuchsformen der Flechten heraus, und nur in Lebensgemeinschaft mit einem Photobionten bilden die Mykobionten die charakteristischen Flechtensäuren. (…) Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten. In Mitteleuropa kommen davon etwa 2000 vor.

Wikipedia

Zu diesen Lebewesen später mehr.

 

 

Nadelholz

An allen Tannenstamm-Stücken, die wir von Freunden bekommen hatten, wächst dieser Pilz.

Eine der zahlreichen Trameten? Aber überall finde ich da nur „auf Laubholz“ Also doch ein Porling? Ein Schichtpilz? Oder ganz was anderes? Ich konnte bei meinen Bestimmungsversuchen nicht weiter kommen…. Obwohl man immer wieder hört: besser is‘ Laubholz, für Tiere und Pflanzen und Zwischenwesen wie Pilze – man sieht: auch im Nadelholz, im toten, ist Leben! 🙂

„Aus Gründen“ (siehe unten), hier mal zwei Stammstücke, eines mit Pilz sogar am seitlichen Holz (mehr ist an den Schnittstellen)

:-)

Das sind Fruchtkörper des Schlauchpilzes Geweihförmige Holzkeule Xylaria hypoxylon. Hübsch, gell? Sie sind derzeit überall in der naturinteressierten Blogwelt zu finden (seit naturfund uns auf sie aufmerksam gemacht hat), aber auch draußen in der Natur auf verrottendem Laubholz 😉 Bei mir im Garten wachsen sie aus den älteren, schon stark zersetzten Stücken in der Totholzmauer hinten. Sie sind winzigklein, wie man hier gut (naja *g*) sieht. Die Mauer ist etwa kniehoch, da kann man sich vielleicht vorstellen, wie winzig diese dort zu sehenden weißen Geweihe sind …

Übrigens bin ich sehr glücklich, mich getraut zu haben, über ebay-Kleinanzeigen nochmal genau die kleine Knipse nachzukaufen, mit der ich ich seit Jahren glücklich gewesen war, aber die leider nicht mehr richtig zoomen mochte. (Neu wird die oder eine, die mir ähnlich gut taugen würde leider nicht mehr hergestellt) Nun kann ich wieder wunderbare Makrofotos machen, ohne dafür zentnerschwere (Fjonk’sche Überteibung, ich weiß!!!) Ausrüstung mit mir rumschleppen zu müssen. Das Knipschen paßt in die Hosentasche, und ich habe mir geschworen, die mitgelieferte Tasche zu benutzen. Denn daß der Zoom des alten nicht mehr wollte war ein hörbar mechanisches Problem. (Sandkorn? Winzige Delle?) Ich habe nun vier Knipschen daliegen und drei Akkus, sollte wieder was sein, versuche ichs im Repaircafe. Denn der „Fachhandel“ war nicht in der Lage, eine Reparatur anzubieten, dafür aber jede Menge neue Knipsen, die alle nicht das boten, was ich wollte, was den „Fachmann“ nicht daran hinderte, mir sie aufschwatzen zu wollen. Sehr übles Erlebnis, zumal es labge gedauert hatte, überhaupt noch einen „Fachhandel“ zu finden.

Na, umso froher bin ich jetzt 😃

Und die Fotos sind prima, finde ich!!

Herbstfarbe

Das hier ist der Orangerote Becherling (Aleuria aurantia), ein „Folgezersetzer“. Prächtige Farbe, auch im Kontrast zum Herbstlaub 🙂 Er wächst ein Stückchen neben der Stelle, an der zuvor der Riesenporling zu finden gewesen war. Etwas weiter weg vom Stamm der verstorbenen Buche. Also wohl auf der sich zersetzenden Wurzel. 123pilzsuche ist eine prima Seite, um auch als Laie Pilze bestimmen zu können, denn …. guckt selbst *g* Unterdessen blühen heute, am 27.10. noch bzw wieder ganz schön viele Blumen, zB mehrere Glockenblumenarten, darunter diese in meiner Mauer:

Der Kräuterrasen hat sich weiterentwickelt, allerdings musste ich noch einmal rechen, eine dicke Schicht Bucheckernhülsen liegt drauf…. wie man sieht wird es im nächsten Jahr wohl eine Buchenwiese geben, viele Eckern bleiben auch nach dem rechen – wie gut, daß man im 1. Jahr häufiger mähen soll….

wer hat eine Idee, was das ist? von meiner Saaten-Liste paßt für meine Begriffe nix, aber es ist häufig auf der eingesäten Fläche und mir unbekannt, also wird’s was vom eingesäten sein

Auch die Tierwelt ist noch nicht ganz abgetaucht. Auf den wenigen Astern, die bei mir stehen, finden sich Schwebfliegen:

und trotz erster Nachtfröste und Tagestemperaturen im einstelligen Bereich sieht man immer mal Betrieb bei den Bienen.

Die Rauke und der Schmetterling

28.8.: Rauke ist ein Kreuzblüter und damit beliebt bei Kohlweißlingsraupen. Außerdem ist Rauke zuhauf aus einer der Tütchenmischungen aufgegangen, die ich zum testen mal eingesät habe (eine derer ohne Saatliste, aber laut Beschriftung mit einheimischen Pflanzen, und das scheint auch weitgehend zu stimmen) Die ist jetzt im 2. Jahr. Und ständig flatterten Kohlweißlinge über der Rauke, als sie im August zu blühen begann

Kohlweißling

an der Rauke. Man beachte den gekrümmten Hinterleib, denn:

Kohlweißlingsei 🙂

Kohlweißlinge können bis zu dreimal im Jahr Eier ablegen. Für gewöhnlich geschieht dies im April, Juni und Oktober, und zwar grundsätzlich einzeln an die Unterseite der Blätter. Aus den Eiern entwickeln sich innerhalb eines Monats die Larven, die fressen und sich dann verpuppen. Die letzte Generation eines Jahres überwintert als Puppe und schlüpft im Frühling des Folgejahres.

Tja – dieser hier legte am 28. August….. 🙂


PS heute morgen kan dem Herrn F. eine kleine Katze im Bad besuchen! Die erste Katzenklappe ist in Betrieb … und morgen um 11 holen wir El Mauski ab *bibber*

Buchen und Eiche und…

Letztens war wiedermal der Baumpfleger da, ein anderer diesmal, den wir beim Insektentag in Unewatt kennengelernt hatten. Er scheint uns die richtige (baumfreundliche) Einstellung zum Baumschnitt zu haben, macht außerdem Gartenanlage für naturnahe Gärten und Seminare, Exkursionen etc zum Thema Wildbienen und Wespen- und Hornissenumsiedlungen. Zum gucken, was wir uns vorstellen und was nötig sein könnte war er schon hier. Und sah diesen hier, den auch ich schon als möglichen Überltäter ausgemacht hatte:

Es ist der Riesenporling (Meripilus giganteus)

Das Auftreten dieses Schwächeparasiten deutet auf zersetzte Wurzeln hin und weist somit auf eine Gefährdung der Standsicherheit hin! Er zersetzt die Wurzeln zunächst von unten und bildet später eine intensive Weißfäule bis in den Stammfuß aus. Sofern bereits Vitalitätseinbußen in der Krone erkennbar werden ist von fortgeschrittener Wurzelzersetzung auszugehen!

Oberweiser

Ups. Allerdings befindet er sich am Fuße der noch in Vor-Blog-Zeiten abgetragenen Buche mit dem Druckzwiesel. Trotzdem müssen wir das im Auge behalten, denn diese Buche stand ja genau zwischen zwei anderen, ganz dicht, und wer weiß, ob der Porling nicht auch in deren Wurzeln übergeht!?

Ansonsten gilt es noch, bei den Nachbarn der brandkrustenpilzbefallenen gefällten Buche gut nachzusehen (alle fünf Jahre wurde uns empfohlen – sechs sind schon wieder rum, huschusch, ehe ichs bemerkt hatte), ein paar Pflegeschnitte sind nötig, und auch die Eiche mit den Sanddünen von den gefräßigen Käferlarven muß er sich genauer ansehen. Sowie leider auch meine Lieblingsbuche, die heftige Trockenschäden zeigt. Insgesamt haben die Buchen in diesem Jahr sehr kleine Blätter ausgetrieben und sehr viele Bucheckern bekommen. Die Kronen sind dadurch erheblich lichter als sonst. Da lag die Vermutung nahe, daß sie im letzten, trockenen Jahr gelitten haben, aber wir hatten gedacht, das sei eine vernünftige Reaktion: kleine Blätter verdunsten weniger, Eckern sichern den Nachschub, falls es doch schlimm werden sollte…

lichte Krone, oben kahle Zweige… nie war der Garten so sonnig wie in diesem Jahr, denn auch die anderen Buchen sind lichter als sonst. Mein Liebling sieht aber am schlechtesten aus.

Aber inzwischen habe ich schon mehrfach gelesen, daß Buchen üble Trockenschäden erlitten haben bis hin zum Tod, und auch bei meiner einen kann es durchaus sein, daß sie sich nicht wird erholen können. Die nächsten Jahre werden’s zeigen, aber erst einmal müssen wir gucken, ob es akute Gefahren abzuwenden gibt.

Das wird spannend ….. und hoffentlich nicht ZU schlimm….. am 5.10. gehts los mit genauer Begutachtung und ersten Taten.

Disteln – ich mag sie halt

Das steht auf einem T-shirt, das ich habe, und im Prinzip stimmt es – wenn die pieksenden Rosetten nicht grad mitten auf dem Weg oder im Staudenbeet sind – autsch! 😉

In unserem Garten sind die raue Gänsedistel

und eine ganz besondere (also – ähm – dachte ich), die dies‘ Jahr ganz von allein hinten wuchs:

Im Bestimmungsbuch stand sie unter Lanzett-Distel. Okay – schön und gut, aber offenbar ist das nur ein anderer Name für die Alltagsdistel „Gewöhnliche Kratzdistel“, (Cirsium vulgare)…. na, soll mir auch recht sein, Hauptsache, Hummeln und Schmetterlinge haben ihren Spaß 😉

Dafür habe ich allerdings dann nirgends eine Acker-Kratzdistel gefunden, und von der, so dachte ich immer, wären die Rosetten – die sich dann als die der Lanzettdistel herrausgestellt haben…. also doch nur zwei, vorläufig 😉

 

Woher, bitte, kommt DER denn?

Ein kleiner Stackel, vielleicht 30cm hoch, mit winzigen Blütelein, stach mir vor einigen Tagen am Beetrand zum Rasen hin ins Auge. Was’n DAS??? Mir völlig unbekannt!

Plantnet half, eine ziemlich tolle App fürs Smartphone, bei der man Fotos knipsen und hochladen kann, die dann abgeglichen werden und oft sehr gute Bestimmungsergebnisse zeitigen. So auch hier (nachdem ich in meinen Bestimmungsbüchern auch nicht annähernd auf etwas derartiges gestoßen war).

es ist der Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia), tatsächlich sogar eine hier beheimatete Pflanze, die es aber in Norddeutschland nur verstreut geben soll. Ungeklärt bleibt: warum ist er nun plötzlich in meinem Garten???? Willkommen ist er mir, ich finde ihn sehr hübsch und hoffe, daß er sich aufmacht, mit Ausläufern von hier aus die norddeutsche Welt zu erobern!