Sachzwänge

6.2.

Heute wurde ich zwangsberadelt.

Ich musste nämlich mein Auto in die Werkstatt bringen. Es war nötig und es war der einzig mögliche Tag, angemeldet war ich auch – und ausgerechnet an DIESEM Dienstag musste der Herr F. nach Kiel auffe Arbeit (sonst ist dienstags Heimarbeitstag). Also habe ich mein Auto ins vielleicht 5 km entfernte Dorf zur Werkstatt gebracht – und bin zurückgeradelt. Mit dem Rad, das der Herr F. mir tags zuvor noch aufgepumpt und durchgeguckt hatte, und das ich im Kofferraum zur Werkstatt mitgenommen habe….. Bei -4° und: SONNE!!! Und es war sogar windstill- bei weitem das beste Wetter, das wir seit Wochen hatten 🙂

Boah, ej! Zwischendurch dachte ich, ich bekomme gleich Krämpfe im Oberschenkel. Dann wieder wurden leichte angeliter Hügel zu schier unbezwingbaren Bergen (nein, ich bin NICHT abgestiegen. Aber es war knapp) Meine Brille musste ich in die Manteltasche stecken – es gab die Wahl zwischen erfrorener Nasenspitze OHNE Tuch drüber, Blindflug wegen total beschlagener Brille MIT Tuch – oder eben brillenloser Fahrt. Ging.
Ehrlich jetzt: im Grunde war das wirklich schön. Ruhe, die hohe, klare Luft, die Landschaft mal ausgiebig angucken können, alles fein. Aber Mann was habe ich gelitten!!! *gg* Radfahren ist nix für Weicheier!!!! Da hülfe nur Gewohnheit. Aber die wird es nicht geben, schließlich ist nichts anderes so „nah bei“ wie diese Werkstatt…..

Zwei Stunden später ein Anruf – der Fehler, der zu lauten Gedröhne des Autos und Besorgnis meinerseits geführt hatte, war gefunden und behoben: ein Hitzeschutzblech, das sich gelöst hatte und deshalb ab und an – und sehr unberechenbar, also auch nicht reproduzierbar – an den Bremsen schleifte und dröhnte.

Also nochmal aufs Rad, immer noch sonnige 5 km geradelt und das Auto abgeholt. Die Rücktour war schöner, 0°, sonnig sind halt doch angenehmer zum radeln als -4°. Jetzt konnte ich nebenher ein wenig in die Landschaft und die Gärten gucken, die dicken Knick-Stubben bewundern, drei Bücher freilassen und sogar Fotos schießen.

Das ist neu. Aber mit dem Auto hätte ich nicht zum lesen angehalten.

Danke 🙂 Wünschen hilft, man sieht’s mal wieder!!

 

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Der Vorfrühling beginnt meist Ende Februar oder Anfang März. Er wird angezeigt durch die erste Blüte von Haselnuss, Schneeglöckchen, Schwarz-Erle und Salweide, die Vollblüte des Winter-Jasmins, in den Alpen den Austrieb des Bergahorn.

(Wikipedia)

Bin draußen gewesen.
Es gibt einiges, das erfreulich ist:
– der Wasserstand im Garten ist so abgesunken, daß fast alle Büsche wieder außerhalb des Teiches stehen (wir hier im Norden versinken ja seit Monaten im Wasser, da ist sowas schon ein Grund zur Freude)
– Die ersten Winterlinge spitzen mit gelben Köpfchen aus dem Boden
– die Schneeglöckchen sind fast so weit, ihre schon abgesenkten Büten zu öffnen
– und die Knospen einiger Sträucher und Bäume beginnen, dicker zu werden!
Von erster Blüte von Haselnuß und Salweide kann noch nicht die Rede sein, aber: der Vorfrühling startet langsam!!!

 

Vorfrühling

Da draussen rauscht der Regen,
der Wind braust überm Land;
doch leise webt den Segen
des neuen Lenzes Hand.

Sie lockt aus Strauch und Bäumen
der Knospen grünen Schein,
sie schmückt mit lichten Säumen
der Wälder düstre Reih’n.

Sie webt schon an dem Kleide
der stillen Erdenbraut,
die bald zu aller Freude
dem Frühling wird getraut.

Mag jetzt der Sturm nur tosen,
er knickt die Hoffnung nicht.
Bald winken uns die Rosen
und blüh’n Vergissmeinnicht.

(Emerenz Meier 1874-1928)

… und dann kam die Sonne raus….

…. und mit ihr nochmal ein Energieschub. Und als die Sonne eine Dreiviertelstunde später weg war, war das auch die Restarbeit:

Ja. Sieht übel aus. Bin gespannt, ob’s in einem oder erst in zwei Jahren wieder okay ist.

in der Breite ist etwa ein halber Meter weggekommen.

Übrigens hab ich den Schnitt einer hoffentlich sinnvollen Verwendung zugeführt: ist ja recht haltbar und sehr sparrelig-kleinteilig, und ich hab ihn so wie er von der Hecke runterkam (als viele knorrig-verästelte Kleinstbüsche) in zwei „toten Ecken“ aufgehäuft. Etwa 5-6 Schubkarren, gehäuft voll. Ich stelle mir vor, daß das für Vögel, Insekten, Kleinstlebewesen, Kröten und Igel nutzbar ist.

 

High energy… :-)

Es ist schon herrlich, wenn mal wieder ENERGIE da ist!

Genug Energie, um

  • sonntags Holz zu spalten und einzufahren
  • montags zu arbeiten (und meine neue Arbeit ist körperlich fordernd!)
  • und dann dienstags dies zu tun:

Ja. Sieht erbärmlich aus jetzt. Aber….

war nötig. Die Hecke wächst bei normalem schneiden jedes Jahr trotzdem um einige Zentimeter. Und so schön eine hohe Buchenhecke ist, so blöde ist sie da, wo zu wenig Platz dafür ist. In der Höhe wg. Schattenwurf. In der Breite muß wohl auch noch allerhand weg, sonst können wir bald nicht mehr in den Hof fahren….

Hier sieht man im Vergleich mit „umme Ecke“ die frühere Höhe. Die mache ich, den Vögeln zuliebe, erst, wenn dieser Teil dicht nachgewachsen ist.

 

Daß sowas geht, bedeutet für mich dreierlei. Nämlich, daß ich mich erstens inzwischen körperlich und geistig so auf der neuen Arbeit eingelebt habe, daß ich Ressourcen für solche Aktionen übrig habe. Zweitens, daß der Schritt zu wechseln richtig war (was ich auch schon ab und an bezweifelt habe, „aus Gründen“, es ist auch dort nicht alles gold *g*), denn nur wer schläft und geistig nicht ununterbrochen um die Arbeit kreist, der kann Energie haben. Und drittens bedeutet es natürlich ein großes Plus an Lebensfreude, denn: was zu schaffen, draußen zu sein, auch was geschafft ZU HABEN – das sind drei ganz wichtige Sachen für mich. Heute ist übrigens wieder „Arbeit“ angesagt, ich hoffe, es ist noch genug Energie über….. *g*

Daß es optisch SO schlimm werden würde war mir zum Glück vorher nicht ganz klar. Und es wird ja noch schlimmer, wenn ich in den nächsten Tagen irgendwann auch noch an die Breite rangehe – etwas, das garnicht beabsichtigt war. Denn da das so langsam geht mit der Hecke hatte ich nicht bemerkt, wie unglaublich breit die im Laufe der vergangenen 23 Jahre geworden war. Das wird also letztlich demnächst erstmal aussehen wie ein paar ärmliche Stümpfe – auf den Knick gesetzt sozusagen… aber ich weiß ja, es bleibt nicht so. Die können das ab, diese Rotbuchen.

Danke übrigens, ladypark, für den Schubs – ohne Deine Frage zum Heckenschnitt hätte ich das nicht gemacht! 🙂

 

Gestern

windstill plus Sonne. Erste Blüten am Mistmistmistichweißesnichtmehrstrauch*, erste Bienen vor den Kästen, dringend nötige Holzspaltaktion (des bereits geng getrockneten, aber bisher erst gesägten Holzes, das wir dazugekauft hatten) und dann noch einen Spaziergang über die Kuhkoppel, die selbst an den höchsten Stellen und trotz Drainage patschnaß ist (quatschquatsch bei jedem Schritt), obenauf noch die Schneereste von Donnerstag.

*Gerade lange gesucht, aber offenbar hab ich hier im Blog nur notiert, was ich evtl mal für das neue Gebüsch haben WOLLTE, nicht, was ich wirklich gepflanzt habe. Und jetzt hab ich den einen Strauch vergessen 😦 – es waren je zwei

  • Kornelkirschen von Purpurbête
  • Purpurweiden
  • Salweiden
  • Felsenbirnen
  • Traubenkirschen
  • Erbsensträucher
  • Kreten, die sich aber dann als Pflaumen (oder Zwetschgen!?) entpuppt haben
  • Winterforsythien
  • und JA!!! BEIM auflisten ist es mir jetzt doch wieder eingefallen: zwei Geißblätter!!!

Außer den beiden Erstgenannten haben alle schon geblüht. Bei den Kornelkirschen hoffe ich auf dies‘ Jahr, denn inzwischen haben sie mich schon an Größe überholt!!

Erst wenige Jahre ists her, und doch würde ich bei der Auswahl inzwischen etwas anders machen – denn jetzt wäre ein Faulbaum dabeigewesen, oder ein Pfaffenhütchen – jedenfalls wäre heutzutage nicht nur Nektar- und Pollenvorkommen für mich wichtig, sondern auch, daß alle einheimisch sind. Tja. Nichtsdestotrotz finde ich’s schön, daß da schon etwas blüht. Und die Schneeglöckchen spitzen auch schon raus. Weiße Köpfchen sind erst an 2 Stellen in Anfängen zu sehen, aber immerhin.

Montagmorgen: gut, daß wir die Zeit gestern genutzt haben und draußen waren. Heute nämlich ists grau- weiß und schneit wieder. Und dann soll es viel wärmer werden, aber regnen.

Konjunktiv

Wenn es draußen so aussieht,

dann ist es schön, vom holzholen reinzukommen und sich mit auf die warme Ofenbank gelegten Füßen im Schaffellsessel aufwärmen zu lassen.

WÄRE. Dann WÄRE es schön……

Kleinvieh

Heute aus der Reihe „Umweltschutz durch seinlassen“

Diese Sorte Umweltschutz liegt mir, ich erwähnte es ja bereits des öfteren, besonders nahe *g* Als natural born Faultier ist nichts schöner, als wenn man ganz einfach feststellt: OH! Ich muß ja nur dies weglassen, das nicht tun oder jenes ignorieren – schon ist mein Leben wieder ein Quentchen umweltfreundlicher!

Diesmal hat mir Anja dabei geholfen, wahrscheinlich ganz unbeabsichtigt *g*
Anja nämlich, die ich hier bei vollem (Vor-)Namen nenne, weil sie’s in den Kommentaren selbst auch tut *g*, hat mir zum vorletzten Geburtstag eine Buddel selbstgepreßtes(!) Bio-(!)-Rapsöl geschenkt. Eigentlich ja für Salat und so – aber nuja, ich und Salat … Salat ist umständlich (waschen! schleudern! rupfen! anrichten!), man wird nicht satt davon und er ist kalt im Bauch…. drei gute Gründe, Salat nur zu machen wenn es 25° und mehr hat, was bei uns so gut wie nie der Fall ist. Also habe ich etwas anderes getan: ich habe begonnen, meine Körperpflege umzustellen.
Bevor Anja mir die Buddel geschenkt hat, habe ich nach jedem duschen Gesicht, Arme, Füße und Beine mit Lotion oder Creme eingeschmiert, weil ich an diesen Stellen zu trockener Haut neige. Lotion oder Creme aber ist nur in Plastikverpackung zu haben. Warum also nicht gutes Öl verwenden, dachte ich mir, zumal ich eh bereits davon gelesen hatte, daß Rapsöl wunderbar für die Haut zu benutzen ist. Also hab ich umgestellt.
Nun ist Rapsöl allerdings ein Öl. Das bedeutet: es zieht langsamer ein als Lotion oder Creme. Manchmal hatte ich aber nicht genug Zeit zu warten, bis ich meine Socken anziehen konnte. Dann hab ichs weggelassen – und siehe da:
seit etwa einem Jahr schon hat es sich jetzt so eingespielt, daß ich sogar an den Fußseiten und Unterschenkeln nur noch ganz selten einschmiere, wenn ich merke: es schuppt oder spannt. Offenbar hat sich die Haut durchs wenig- bis nichtstun so regeneriert, daß sie bloß noch selten nach Öl verlangt! Im Gesicht ists anders, das spannt meistens. Wenige Tropfen Öl reichen aus, mit dem Rest reibe ich die Hände ein – gut is‘!

Wenn die Buddel Rapsöl nicht irgendwann umkippt, werde ich genug Hautpflege bis an mein Lebensende haben – und jede Menge Müll und industriell gefertigten Kosmetiksch*** eingespart. Und eine gesündere, sich selbst passende Haut hab ich gratis dazu. Ich kann also Rapsöl als Hautpflege uneingeschränkt empfehlen!

Danke, Anja 🙂

 

Gartennotizen und -bewohner

Gestern bin ich in dem schönen Band „Schmetterlinge Schleswig-Holsteins“, der im Überraschungsweihnachtspäckchen vom Jungimker-Paar war, sozusagen beim lesen über einen bereits gefaßten und wieder vergessenen Vorsatz fürs nächste Gartenjahr gestolpert:

der Schornsteinfeger war im letzten Jahr bei uns unterwegs, sogar recht viele Exemplare – und er braucht, so konnte ich lesen, Gräser, auch länger ungemähte Flächen, zur Eiablage.

Da fiel mir wieder ein, worüber wir (auch) beim durchgehen des Gartens für die eventuelle Prämierung gesprochen hatten: daß es nämlich im Naturgarten sinnvoll ist, nicht alle Flächen gleichzeitig zu mähen.

Beim Rasen tu ich das eh nicht, allein schon aus zeitlichen Gründen und weil ich sowieso immer nur da mähe, wo es zur Nutzung gerade wirklich nötig wird. Aber die Wiese, das einzige Stück Fläche mit Gräsern, wo es längere ungemähte Zeiten gibt, die mähe ich zwar bloß 2x, aber immer alles auf einmal. Das soll im nächsten Jahr anders werden, ich will mal gucken, in wie viele Zonen ich sie dann aufteile, aber jedenfalls in mehrere, die versetzt gemäht werden. Drei vielleicht!?

Auch Ende Juli bei uns fotografiert: das Landkärtchen, 2. Generation (die der ersten sehen total anders aus!!) Die Raupen fressen Brennesseln, die Erwachsenen leben in „feuchten Waldsaumstrukturen“- da ist unser Garten also ideal.

Und auch den nächsten hat der Herr F. am selben Tag fotografiert. Es ist ein Mädchen! 🙂 Und zwar ein Faulbaum- Bläuling, ein sehr häufiger Falter, wie uns Buch und Bestimmungshilfe sagen, wohnhaft auf Efeu, Hopfen und – Logo – Faulbaum.

Der NABU Eckernförde hat eine richtig hilfreiche Bestimmungshilfe (1. PDF) sowie Links, die auch gut weiterhelfen.

Nachtrag, was die Wäsche betrifft

Nicht JedeR mag ja Aufwand treiben und Waschmittel aus Kastanien selbst machen. Und nicht JedeR traut dem einfachen und schnipselt ein paar Efeublätter in ein Säckchen.

Für all die, die doch lieber ein „richtiges“ Waschmittel benutzen (auch wir haben ja immer eines rumstehen und nutzen mal dies, mal jenes), habe ich Interessantes gefunden.

Bisher konnte ich nämlich nie so recht begründen, warum ich, wenn, Öko-Waschmittel kaufe statt eines normalen Baukasten-Mittels (außer, daß sowas kaum noch zu kriegen ist….) Denn die Zutatenliste hinten drauf hilft mir da nicht recht weiter, weil ich sie nicht richtig verstehe und vergleichen kann. Jetzt hat mein Bauchgefühl Fakten gefüttert bekommen, und die sind interessant. Ich habe nämlich auffe neuen Arbeit ein Bio-Handel-Fachblatt rumliegen sehen, im Personalraum, also auch zur gefälligen Bedienung, und da gab es einen Waschmittel-Beitrag. Also hier die Unterschiede zu konventionellen Waschmitteln:

  • Öko-Waschmittel waschen auf Seifen- oder Tensidbasis
  • Diese Seifen/ Tenside werden ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt (konventionell: oft Zutaten auf Erdöl-Basis)
  • Keine synthetischen Farb- und Duftstoffe (außer Ecover!!)
  • keine Gentech-Enzyme
  • keine optischen Aufheller
  • keine Konservierungsstoffe (alles Inhaltsstoffe, die in konventionellen Waschmitteln enthalten sind, und deren Reste nachher im Wasser landen)
  • nach Gebrauch sind alle Öko-Waschmittel vollständig biologisch abbaubar

Markenunterschiede:

  • Ecover und Klar: Tensidbasis, Zutaten der Tenside aus konventionellem Anbau (Öko ist nicht gleich bio!!) oder aus Waschnüssen (Problematik: werden aus Indien herangekarrt und sind dort inzwischen aufgrund des Kaufdrucks in Europa überteuert, was dazu führt, daß dort vermehrt mit konventionellen, aber billigeren Waschmitteln gewaschen wird. Absurdistan, mal wieder……)
  • Sonett: Baukastenprinzip (Seifenbasis)
  • Sodasan: ökologische und CO2-freie Produktion

Soweit also die Infos aus dieser Zeitschrift, kurz zusammengefaßt (und, es sei extra betont, nicht selbst nachgeprüft!!) Vielleicht kann dies manchem/r bei der Entscheidungsfindung helfen, der/ die nicht selbstbasteln möchte, aber trotzdem überlegt, ob das derzeit benutzte Waschmittel okay ist.

Übrigens musste ich auch lesen, daß Frosch (von denen hab ich Kanister mit Neutralseife und Essigreiniger im Keller) mitnichten so Öko ist wie gedacht, aber die Info in der Zeitschrift ist schwammig:

Zahlreiche Produkte dieser Marken waschen mit Tensiden aus Erdölbestandteilen und Enzymen von gentechnisch veränderten Organismen

Okay, dachte ich, such ich mal, tasächlich gibt es auf der Froscheite auch Inhaltsstoffe zu sehen, Beispiel hier. Dumm bloß: die kapiere ich wieder nicht. Und unten, der Link zu den wieterführenden Infos – tadaaaa – führt auf eine Seite der EU-Kommission da kapiere ich erst recht nichts, das hilft NULL weiter…. aber meinen Essigreiniger mache ich ja inzwischen eh selbst, da überbrücke ich mit dem Restkanister nur die zitrusfruchtlosen Zeiten, und für den Neutralreiniger überlege ich dann weiter, wenn sich die Kanister leeren……

Einab!

 

Kleinvieh

Der Herr F. und ich, wir leben, Ihr wißt es, nach dem Motto „Ich spüre das Tier in mir! Es ist ein Faultier!“… deshalb dachte ich, das waschen mit Efeu ist super für uns. Weit gefehlt: jedesmal nach draußen zu laufen, um Efeublätter zu holen, sie dann zu zerschnippeln – da machte der Herr nicht mit und ich (die ich eh seltener wasche) habe auch des öfteren lieber zum griffbereit stehenden Öko-Waschmittel gegriffen. Gewurmt hat mich das aber schon, denn da es bei uns in der Nähe nach wie vor keinen Unverpackt-Laden gibt (der in Kiel ist faktisch nicht erreichbar, weil des Herrn Arbeitsroute dafür nochmal um eine halbe Stunde länger würde) bedeutet diese Faulheit immer auch: mehr Müll.

Ich habe dann hier und da Rezepte für selbstgemachte Waschmittel gelesen, aber Anrührerei am Tag vor jedem Waschgang, reiben von Kernseife oder ähnliche Mühen sind für uns einfach nicht realistisch. Wie schön daher, als ich bei Alttrifftneu auf die grandioserweise bereits getestete Methode des Faultierwaschens mittels Roßkastanien stieß!! Das wollte ausprobiert sein, denn eine Großaktion für monatelanges Waschmittel – das ist eher meine Variante des Umgangs mit solchen Sachen. Angenehmerweise fiel das erscheinen des Beitrags auch noch mit der Kastanienzeit zusammen – also nix wie los, suchen. Letztlich hatte ich 2 Baumwolltaschen voll, genug für längere Experimente. Die Kastanien hab ich erstmal vorgetrocknet, Unser Ofendach eignet sich für sowas super.

… und das ist längst nicht alles…

Dann mußte ich Hilfe finden, denn wir besitzen keine Küchenmaschine, und die Kastanien mussten gehackt werden…. ich wusste, im Freundeskreis gibt es zwei der leistungsstarken Dinger, und a hat sich netterweise meiner und der Kastanien erbarmt. Mann, war das LAUT – Leute, Ohrstöpsel sind beim nachmachen Pflicht!! (Allerdings muß ich sagen: Dackel und Jack Russel von a haben es bei meiner Ankunft gemeinsam geschafft, genauso laut zu sein. Mindestens. *g*) Das Maschinchen hatte keine Probleme, die zwei Beutel Kastanien zu hacken. Danach kamen sie nochmal zum fertigtrocknen auf den Ofen

Nachtrocknen ist dringend geboten, wenn’s nachher nicht schimmeln soll.

Noch während es alles angenehm riechend vor sich hintrocknete habe ich den ersten Test gemacht. Das Kastaniengehackte kommt in einem Säckchen in die Waschtrommel: Mein Säckchen ist ein großes, dünnes Stofftaschentuch (eh viel zu groß, um es in der Hosentasche mit sich zu tragen – wo hat Vaddern, von dem ichs geerbt habe, das bloß früher hingestopft??? Muß ihn mal fragen) Der Verschluß ist ein kleines Gummi. Sollte sich diese Art zu waschen etablieren, werde ich da noch was besseres zaubern, ich denke an einen Ziehverschluß oder so. Mal sehen. Vorerst kommt das Provisorium mit in die Trommel, gefüllt mit 4 Eßlöffeln Kastanienhack (etwa 70g). Warum etwa 70g? Weil’s im verlinkten Beitrag so steht *g* Vielleicht teste ich demnächst mal aus, ob weniger gleich wirkt.

Als erstes hab ich nach dem waschen das Säckchen entfernt und dran gerochen – hmmmmm, das riecht frisch nach Kastanien, lecker. Leider rochen nicht alle Kleider so – ein Arbeitspulli hatte offenbar im Wäschesack Feuchtigkeit gezogen und müffelte nun ganz fürchterlich nach feucht getrockneter Wäsche. Damit hatte er anliegende Wäschestücke „infiziert“, so daß ein Teil der Wäsche müffelte, der andere ganz normal frisch roch. Nach dem trocknen war allerdings davon nichts mehr zu riechen, und bei den folgenden Wäschen trat das auch nie mehr auf. Es lag also, wie vermutet, nicht an den Kastanien.

Inzwischen haben wir mehrere Kastanienwäschen bei 30° gemacht, und alles ist gut. Meine Arbeitsschürze hatte einen Fettfleck, den hab ich – wie beim normalen Waschmittel auch – mit Gallseife vorbehandelt. Im Grunde ists so: es gibt keinen merklichen Unterschied zwischen Kastanie und Kauf-Waschmittel, außer dem fehlenden Geruch. Wer’s lieber duftend mag, der kann ein Tröpfchen ätherisches Öl nach Wahl ins Waschmittelfach geben. Achja, und noch ein wichtiger Tipp: wer wirklich faul ist wie wir und die Kastanien vor dem hacken nicht schält, der sollte damit keine Weißwäsche waschen. Die Schalen färben nämlich etwas, hier sieht man’s am Taschentuch:

Naja, soooo gut sieht man’s nicht *g* Ist halt leicht gelblich, und es hängen kleine Schalenkrümel drin. Insgesamt habe ich übrigens jetzt vier riesengroße Weckgläser voll Kastanienhack

Also, ich habe bislang keinen Nachteil an dieser Art des müllfreien waschens gefunden – die Kastanienhäcksel können nach Gebrauch in den Kompost- ich will aber mal versuchen, was ich las: daß sie auch mehrfach verwendbar sind. Ich denke, dazu werde ich sie zwischendrin wieder trocknen, denn sonst schimmelt das vielleicht noch. Wir waschen ja seit Marias genialem Wäschepflege-Artikel seltener als vorher – auch das ein guter Beitrag zum Umweltschutz 🙂 Mein Kastanienwaschmittel ist zwar nur „nachgemacht“, trotzdem will ichs bei Einab verlinken – dort gucken ja immer mal wieder neue Leute rein, und solange es keinen Index gibt, sucht man sich tot – vielleicht nützt es ja da etwas, wenn doppelt gemoppelt wird…..

 

 

Oooooh

Gestern große Kinderaugen beim Sonnen(!)spaziergang im Frost:

Am 2. niederschlagslosen Tag in Folge* gab es auf der Nebenstraße schönes zu sehen: die zwei Tage zuvor patschnaß geregneten Straßen waren relativ, aber nicht ganz abgetrocknet, dann kam der Frost – und nun, in der Sonne, gab es regenbogenfarbenes glitzern bei jedem Schritt, auf dem Rückweg, die Sonne im Rücken, dann silbriges.


*Für alle nichtganzsonorddeutschen BlogleserInnen: es ist mehr als nur die nie dagewesene Pfütze:

Hier hat es in den letzten Monaten so viel und so dauerhaft geregnet, daß Ernten ausfielen (Kartoffeln, Mais – die Bauern konnten nicht aufs Feld), ebenso wie Aussaaten fürs nächste Jahr, und die Bauern haben jetzt Sondergenehmigungen, Gülle in Erdlagern unterzubringen, weil sie seit August nicht rauskommen, um die auszufahren. (Problem: es gibt nicht genug der dazu nötigen Spezialfolie im Handel… jaja, die industrielle Landwirtschaft verursacht schon spezielle Probleme…)
Trecker versanken bis zur Achse in Feldern, Seenplatten liegen um Bäche, und hier im Garten quatscht jeder Schritt. Es ist wirklich heftig!

Schnee, oder: Wunder gibt es immer wieder!

Nein. Ich mag ihn nach wie vor nicht.

  • Lästig ist er, denn wir haben einen langen Gehweg zu schippen
  • weiß ist er, und das macht schlechte Laune. Mir jedenfalls. Diese Abwesenheit jeglicher Farbe ist schauderhaft – es sei denn, die Sonne scheint, was sie aber hier nur sehr selten bei Schnee tut.
  • Er macht alles rutschig und
  • es wird Salz gestreut, was die Pflanzenwelt nicht freut

Aber

wundersamerweise bin ich tiefenentspannt, was kein Mensch glauben wird, der mich vor vielleicht drei oder vier Jahren erlebt hat, wenn die ersten kleinen Flöckchen fielen.

Schon im letzten Jahr war plötzlich alles besser. Ich konnte wieder schlafen, auch wenn weiß von oben angekündigt war, und ich kam auch nicht mehr als nervliches Wrack woauchimmer an, wenn ich durch weiße Landschaften fahren musste. Aber jetzt – ich kanns selbst kaum glauben: ich sehe beim Wetterpropheten, daß genau zu meiner Heimfahrzeit ein dickes Schneegebiet mit ordentlich Masse über meinen Heimweg ziehen wird, aber es macht mir nix. Ich denke „nuja, wir werden sehen“, und bringe meine Arbeitszeit hinter mich. Pünktlich eine Stunde vor Ladenschluß seh ichs draußen wehen, und – nehme dies zur Kenntnis. Und fahre dann vorsichtig und nicht allzu schnell, aber in Ruhe nach Hause.

Nun hatten wir bisher noch keine wirklich beängstigenden Schneemassen, auch keine Verwehungen. Aber die hatte es jahrelang auch garnicht gebraucht, um mich aus der Bahn zu werfen – momentan denke ich mir: wenns richtig heftig werden sollte, dann ist es auch durchaus erlaubt, bangbüxig zu sein, aber jetzt ist es (wieder) so, daß ich mich nicht dann verrückt mache, wenn gar kein Anlaß dazu besteht, und das ist wirklich, wirklich eine große Erleichterung und sehr entspannend!

Ich fühle mich wieder wie ein normaler Mensch, es ist einfach wunderbar!

Zum Schluß noch ein kleiner Hinweis im Sinne des Tierschutzes:

gefunden bei de.webfail.com

 

 

Türchen 3.12.: Der Blick aus dem Küchenfenster

I

Meisentasse
Spatzen flattern
Da! Ein Kleiber!
Sumpfmeischen schimpft, wartend, laut.
Frühstückszeit.


II


 III

Links zwei Buchen an der Straße,
vorne drei zum Nachbarn hin,
rechts ein Durchblick bis zur Koppel
und davor ist „Wo ich bin“
Denn davor, da ist der Garten,
jedenfalls ein großes Stück,
das ich seh‘ beim tagesstarten:
Frühstücksküchenfensterblick.
Vorn im Busch die Meisentasse,
dann die Wiese, langes Gras…
Alles so wie’s soll! –  Ich bin
beruhigt vom Blick durchs Fensterglas

 

Mutig

Gerade eben war ich extrem mutig.

Ich bin nämlich Holz holen gegangen, und als ich so einen Blick nach rechts und links warf, sah ich etwas, das mich den Knick erklimmen ließ. Dort bot sich mir dieser Anblick:

Ich wohne jetzt seit 23 Jahren hier, und DAS habe ich noch nie gesehen! Noch nie gab es dort auch nur eine kleine Pfütze!

Seit Wochen laufen wir durch den Garten, und bei jedem Schritt macht es „quatsch quatsch“. Okay. Seit Wochen beobachten wir mit Argusaugen den Teich und freuen uns an jedem Tag, an dem der Pegel etwas sinkt. Das war in den letzten paar Tagen der Fall gewesen, aber seit vorgestern schüttet es. Jetzt ging ich also zum Teich und sah dies:

Au weia! Das kommt ziemlich an DAS heran, was wir sahen, bevor der Herr F. im Keller in Wasser stapfte! Meine erste Reaktion: „Ich geh in den nächsten Tagen nicht da runter!“
Aber dann habe ich mir doch ein Herz gefaßt, und siehe da: noch ist alles trocken da unten.

Ich fühle mich gerade SEHR mutig und erwachsen *augenroll*

Oh bittebitte, liebes Wetter!! Seit Frühjahr gibt es Regen, Regen, Regen! Kein Sommer, kein goldener Herbst, nur Nässe, Kälte, Dunkelheit – bittebitte laß den Winter trocken bleiben!!!!!!!

 

Murphy schlägt zu.

Heute haben wir eine neue Duschabtrennung gekauft. Unsere alte ist 20 Jahre alt und die Dichtungen, mit denen sie auf dem Wannenrand aufsitzt, rissen nun immer schlimmer ab. Ein Reparaturversuch ist kläglich gescheitert, und so haben wir also eine neue eingeladen und sind guten Mutes heimgefahren

Und dann ging’s los.

Offenbar saß Murphy schon auf der Lauer.

  1. Zehn Minuten vergehen im Versuch herauszufinden, wie die Schiene abzukriegen ist, in die später die Duschwand eingeschoben werden wird (Bei der alten Wand gabs Angeln, ganz einfach…..) Immerhin kann ich in dieser Zeit die alte Halteschiene abmontieren und das Silikon abfräsen. Ist auch besser, wenn ich das währenddessen tu. Würde ich dabeisein, gäb’s erste Beziehungskrisen *g*
  2. Die eingefrästen Bohrlöcher in der Halteschiene liegen natürlich in anderen Abständen als die Dübellöcher, die von der vorherigen Duschwand vorhanden sind. Das hatten wir uns schon gedacht, läßt sich aber durch neue Bohrungen gut und schnell beheben
  3. Die mitgelieferten Schrauben sind viel zu lang, so tiefe Löcher gehn nicht in unsere Wand
  4.  Im Keller sind unendlich viele Schrauben in schön sortierten Kästchen in allen Größen und Dicken.
    Außer in 5×3.
    5×3 ist aber die einzige Größe, die paßt.
    Während ich dies schreibe, sucht der Herr F. im „Sammelsurium“-Kasten…. und wird fündig, hurra!!! Wir können also die Wand an die Wand schrauben.
  5. Was danach kommt, hat mit Murphy wenig zu tun, aber viel mit „Baumarkt-Ware“: Im Karton ist eine Montageanleitung, in der steht, was gebraucht wird. Und das ist unter anderem Silikon. Na, toll. Sowas wäre AUSSEN drauf nützlich, während man noch im Baumarkt ist. Will heißen: die Wand ist dran, duschen aber nicht möglich, denn im Vorrat sind Acryl, weiß und transparent und Silikon, grau. Nicht aber Silikon, weiß.

Beim nochmaligen durchlesen finde ich: sooo schlimm klingt das jetzt garnicht. Aber mitten im machen ists echt blöd, wenn sich dauernd neue Hürden auftun. Egal, nun ists so gut wie fertig. Nur noch vier Tage, dann kann ich SCHON wieder duschen *seufz*:  morgen ist Sonntag, am Montag hab ich keine Zeit, zum Baumarkt zu fahren, DI kann ich dann alles regeln, und Mittwoch wieder duschen (das Silikon muß einen Tag lang aushärten) …. wir haben ja nun den Luxus einer weiteren Dusche oben, aaaaaaber: Die Dusche oben benutze ich nur sehr ungern, weil ich keine Lust habe, sie nach jedem duschen trockenzuwischen. Und anders ist hartnäckigsten Kalkrändern nicht beizukommen, denn ich hatte den großen Fehler gemacht, Klarglas schön zu finden und einbauen zu lassen. NIE WIEDER!!!! Bei gemustertem Plastik (also, außen reliefartig) hat man bei ganz normalem säubern über 15 Jahre Ruhe, erst dann merkt man den Kalk optisch in den Ritzen zu den Rahmen. Ich hoffe, daß das auch bei dem neuen Modell wieder so sein wird.