Insektennisthilfe – was taugt?

„Kaum nutzbar“ seien die meisten Baumarkt-Insektenhotels, schrieb ich gestern.

Aber was ist sinnvoll – worin mögen Wildbienen nisten? Und was ist nur billiger Füllstoff, vielleicht hübsch anzusehen, aber sicherlich nicht bewohnbar (außer vielleicht von ein paar Ohrenkneifern und Asseln)?

Diese Grafik stammt von Dr.Wolfram Eckloff, der mir netterweise erlaubt hat, sie hier zu benutzen – und mehr noch: er freut sich über Verbreitung!

Wer selber bauen möchte:

  • Hartholz, (ob entrindet oder nicht, darüber streiten sich die Geister, entrindet ist aber wohl besser),
  • Bohrungen immer seitlich (also senkrecht zur Faser, nicht ins Hirnholz)
  • mindestens eine Bohrerlänge tief (besser: extralange Bohrer, die allerdings, wie ich feststellen musste, schwer zu kriegen sind) und hinten geschlossen (also nicht DURCHbohren)
  • 2 – 9mm (am meisten 3 – 6 mm),
  • ausgefranstes unbedingt wegschleifen – die Wildbienen kriechen rückwärts rein und meiden splittriges Holz/ Bambus…., weil sie wohl instinktiv wissen, daß sie sich daran ihre Flügel verletzen könnten
  • aufhängen oder -stellen geschützt und sonnig.
  • Oder Röhrchen, siehe Grafik-Text. Kann man auch einfach in eine Konservendose eingipsen (also die Rörchen am Boden in etwas Gips oder Lehm stecken, damit die Vögel sie nicht so leicht rausziehen können. Und damit sie hinten zu sind)
  • Oder natürlich eine schöne Lehmröhre, wie wir sie letztes Jahr gebaut haben.

Zum Glück gibt es auch einige Hersteller von fertig zu kaufenden, sinnvollen Bienenwohnungen, hier sind sie aufgelistet: *klick*

Nicht vergessen: die allermeisten Wildbienen bauen ihre Nester eh in den Boden! Da helfen offene, gelockerte Bodenstellen, gerne sandig und sonnig gelegen, die in Ruhe gelassen werden. (Unsere Hummeln zB brauchen keinen Nistkasten von uns. Der ist eher für uns, damit wir mal so einem Volk zusehen können; ich hatte die letzten drei jahre vergeblich versucht, eines im Garten ausfindig zu machen. Normalerweise sind Hummeln mit einem alten Mausebau vollauf zufrieden, manche auch mit einer Höhlung in einem dicken, alten, nicht abgerasenmähten Grasbüschel oder einem Wandspalt; sie graben nicht selbst ….)

 

 

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Und…. (Buche, die 3.)

Wie viele Jahre lebe ich nun schon hier? Fast 25! Meine vielen Rundgänge um die Buche, auch zusammen mit dem Sachverständigen damals; die Fällung, all die Arbeiten danach; schließlich die Entdeckung, daß sie wieder austreibt – und nie sah ich dies!? Wie kann das sein???

Vor anderthalb Wochen erst, als ich mit der ichweißnichtwievielten Schubkarre voller Blätter um den großen Stubben herum fuhr, um die Blätter gen Feld im Knick abzuladen, da blitzte es plötzlich im Sonnenschein – und ich sah ihn: den Flaschenboden, der im Buchenstumpf steckt, fast schon umwachsen! Wie alt mag der sein? Wahrscheinlich so in meinem Alter, schätze ich – vielleicht hat ihn ja Jemand in einen Spalt gesteckt, um nachher dran zu denken, ihn mitzunehmen? Und dann vergessen?

Oder ist er beim wegschmeißen irgendwie quer an einem Rindenstück, das es jetzt schon nicht mehr gibt, liegengeblieben, so daß der Baum ihn beim wachsen aufnehmen musste?

Oder hat Einer den gefährlich gezackten Boden in den Baum gesteckt, nur daran denkend, daß sich Niemand den Fuß dran aufreißen soll?

Jetzt wird er irgendwann wieder hinausfallen, wenn die Buche in Jahrzehnten langsam vermodert …

 

Ach, es ist einfach herrlich!

Am Montag nach den drei Prasselregen-Sturmtagen scheint die Sonne, der Wind hat einigermaßen nachgelassen, und es ist frühlingshaft warm. Die Vögel singen schon, die Winterlinge öffnen erstmals ihre Blüten, Krokusse spitzen schon farbig hervor (aber noch geschlossen), und nach drei Stunden draußen sehe ich so aus:

Komisch, in echt ist das alles immer viel doller *gg*

Und der Garten sieht so aus:

die Totholzhecke ist schon viel höher, dem Sturm sei Dank 😉

und viel länger ist sie auch, sie geht jetzt bis zum 3. Baum, soll aber noch länger werden. (Stand Ende 2018: Ende links, auf dem Foto hinter den Zweigen des Vordergrund-Buschs) Da die Nachbarn in Richtung „wir“ ihre Schmuddelecke haben (das ist okay, so haben wir unsere Ruhe, und ich würde sie an deren Stelle auch dorthin packen, so wie die Grundstücke liegen. Ich meine das also überhaupt nicht als Kritik, nur als „isso“), ist das hübscher für uns und eh besser für Tiere.

Weiter hinten dann erhöhe ich den kaum noch sichtbaren Wall mit den Grassoden – all dies (es ist über kniehoch) kommt nur aus…..

dem winzigen Stückchen, das man rechts braun liegen sieht und dem spatenbreiten Graben, der davon abgeht. Wo soll ich bloß mit all den Grassoden noch hin? (das ganze Dreieck zwischen Ende Graben, ausgehobener Dreiecksspitze und Blättern (die das jetzige Beet anzeigen) soll noch ausgehoben werden….)

Außerdem habe ich nur von diesem Streifen zwischen Wand und Weg drei Schubkarren (!) voller Blätter und Immergrün entfernt. Warum? Weil das ein bei uns rarer geschützt-sonniger Platz ist, den das Zeug sowas von überwuchert.

Endlich also mal wieder draußen, das erste Mal „so richtig“ in diesem Jahr. Unser Dicker kam auch zwischendurch dazu, guckte neugierig, was ich da rumgrusche und fegte im vollen Galopp quer durch den Garten. Und auch einige Bienen ließen sich sehen – die Kotblase drückt wohl ….

Zwischendurch wurde ich von einer Hunde-Gängerin angesprochen, sie hatte die Bienenstöcke im Garten gesehen – ob wir wohl Honig hätten? Ein netter Schnack übern Zaun, und sie möchte mehr wissen, wenn sie mal mehr Zeit hat.


Dienstag. Wunderbarerweise ist es heute ganz genauso schön draußen! Die Folge: jetzt, um 10 Uhr 14, bin ich schon ein wenig k.o. von vielen Karren voller weggefahrener Blätter aus dem Staudenbeet/ Vorgarten. A propos Blätter – da hadere ich ja seit Jahren schon mit mir…

Engel links, Teufel rechts (hier: Insektenliebhaberin links, Pflanzenliebhaberin rechts)

rechts: „los jetzt, Fjonka, diese Massen von Laub ersticken Dir jeden Winterling und Krokus, wenn Du die jetzt nicht wegmachst!“

links: „aber denk doch mal an all die Insekten, die jetzt da überwintern, denen Du den Garaus machst! Und außerdem können die Frühblüher das ab, die wachsen ja in der Natur auch im Wald, wo Niemand ihnen Laub wegharkt“

rechts: „okay, die schon, aber was ist mit all den Stauden, die Du ja extra an die Sonnenplätze gepflanzt hast – DIE sind das nicht gewöhnt!“

In diesem Jahr lautet der Kompromiß wie folgt: vorne, im „Sonnenbeet“ habe ich viele Karren voll mit Blättern und dicht sich hinlegenden Staudenresten zB von Iris und Montbretien entfernt, aber keine Stengel abgeknickt – wer das drüberharken übersteht (und das sind erstaunlich viele) darf samt evtl drin überwinternder Insektenlarven stehenbleiben. Alle anderen Beete sind eh Schattenbeete – da müssen die Pflanzen das abkönnen, wenn Laub draufliegt (UND dort liegt eh weniger Laub – vorne, zwischen den Buchenhecken, fängt sich das immer richtig heftig)

Jetzt also erstmal ein wenig schreiben, dann ein Käffchen in der Wintergartentüre (auch ein Kompromiß – da ists geschützt, jetzt sonnig und von hinten warm) und dann ab in den Graben 😉 Denn ab eins ists vorbei mit der Gartenfreude: nachmittags gibts anderweitig Programm ….

Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge 3

Habe letztens in der Nähe des Zentralortes an einem Haus ein Schild gesehen „Lehmsteine zu verschenken“ Natürlich gleich an Anja gedacht, die demnächst in Eckernförde ihren Unverpackt-Laden eröffnen wird und dort auch einen Rollrasen-„Garten“ hat, den sie noch in einen Naturgarten umbauen möchte …. angehalten und ein wunderbares Sanierungsprojekt gezeigt bekommen:

schon seit Jahren hatte ich gesehen, daß dort sehr allmählich eine zuvor schon einstürzende Reetdachkate wieder aufgebaut wurde. Jetzt stellt sich heraus: in Abersowasvon-Eigenleistung, ich bin vor Bewunderung gerade noch so nicht in die Knie gesunken:

  • fürs Reetdach wurde das Reet selbst geerntet; gedeckt haben sie eh selbst, logo…. 😉
  • Balken fürs Fachwerk? Selbst gesägt.
  • Steine für die Fächer? Aus Abbruchhäusern geholt.
  • Steinfliesen? Aus Alt-Steinen selbst aufgeschnitten.
  • Alle Innenwände aus Lehmsteinen gebaut, mit Lehmputz verputzt.
  • Fundament? Aus Altsteinen von Friedhöfen
  • Fensterrahmen mit Bleigußfenstern? Alles selbstgemacht – die Bleieinfassungen mit einer Kurbelmaschine von 1734 gezogen. Dabei durften wir mal zusehen, man hat ja keine Ahnung, wie sowas geht – die Kurbel hat sicher 1,20m Länge! Die Übersetzung braucht sie aber auch, trotzdem muß der Bauherr sich mit Kraft reinlegen, damit sich die dreht.  – Ja, und so geht das weiter. Sieben Jahre arbeiten sie da schon, aber der Plan ist, diesen Sommer einzuziehen. Wow!

Anja hat tatsächlich eine Menge Steine brauchen können und letztlich abgeholt. Nun waren wir dran…. Ergebnis siehe oben.

Und nun dürft Ihr mal raten, warum der Stapel Lehmsteine, der da jetzt im Carport lagert, unter der Überschrift Wintergartenarbeit à la Naturgarten abgebildet ist 😉 EIN Teil ist ja schonmal klar, wir haben die bei klirrendem Frost und Sonnenschein ein- und wieder ausgeladen, zwei Kofferräume voll. Winter und Arbeit wären damit abgehakt 😉

P.S.: gestern haben der Herr F. und ich dann das nächste Stück der Buchenhecke rasiert – das ist zwar Winter und Arbeit aber nicht gerade á la Naturgarten. Nötig ists aber, denn nun sind wir an der „Bürgersteigfront“, und zT kamen schon Wurzeln aus dem Bürgersteig hoch…. außerdem hatte der nur noch 2/3 Breite, den Rest hat die Hecke sich erobert…. okay. Jedes Jahr etwas – die Spatzen haben noch genug Platz zum ausweichen, und übernächsten Winter werden sie dann wohl auch wieder den im letzten Winter gekappten Teil nutzen können.

Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge2

Momentan habe ich mir die „Natur&Garten“-Hefte vorgenommen, die bei mir herumliegen.

Mein eigener Beitrag in der neusten Sonderausgabe, in der unterschiedlichste Gärten vorgestellt wurden, hat mich dazu veranlaßt, im Shop Hefte zum verschenken zu bestellen, und da habe ich gleich zugeschlagen und mir die früheren Sonderausgaben mitbestellt. Außerdem habe ich ja die Hefte, die man als Vereinsmitglied eh bekommt, und so gibt es einen ganzen Stapel, den ich mir nach und nach zu Gemüte führe.

Das Heft, das mir mit am besten gefallen hat, weil es ungeheuer informativ, dazu sachlich fundiert, praxisnah UND auch noch gut zu lesen ist, ist das Heft über Nisthilfen für Wildbienen und Wespen. Das hab ich Silvester zu lesen begonnen, und trotz Erkältung und Mattigkeit konnte ich Neujahr – die Sonne schien, der Sturm toste – nicht an mich halten und habe in minutenlanger Arbeit eine Nisthilfe für Bewohner markhaltiger Stengel gebaut.

Ja, minutenlange Arbeit *g*

Das ist nämlich wirklich, wirklich einfach!

  • Raus in den Knick,
  • Brombeerranken suchen (ich habe Brombeer- und Heckenrosen gefunden)
  • lange, dicke Stücke abknipsen. Jetzt kommt das schwierigste:
  • eine sonnige Stelle suchen. Tja. Aber da ist ja die Dachdeckerleiter am Wintergarten. Die Clematis, die da hochranken hätte sollen, ist schon vor einigen Jahren eingegangen. So richtig, richtig sonnig ist das nicht, aber sonniger geht in unserem Garten nunmal nicht, immerhin ist vormittags bis in den Nachmittag hinein Sonne da.
  • Die Stengel einzeln möglichst wackelfrei befestigen (denn, so steht es für sämtliche Nisthilfen geschrieben: die „drei großen S“ des Nisthilfenbaus lauten Sonnig, Sicht frei, Stabil)
  • fertig

So sieht das jetzt aus:

Brombeeren, einzeln senkrecht befestigt, werden am besten besiedelt, schreibt Werner David, der „Wildbienenpapst“. In die Erde stecken ist nicht so sinnvoll, weil die Stengel dann zu schnell rotten und umkippen. „Einzeln“ ist deshalb gut, weil die zukünftigen Mütter auf der Suche nach guten Nistplätzen die Umgebung fliegend nach einzelnen, senkrechten oder schrägstehenden Strukturen absuchen, die sie dann näher angucken. „Einzeln“ ist wohl relativ – bezogen auf die winzigen Wildbienen sind auch 15cm auseinander angebundene Stengel „einzeln“, das sieht man auf den Beispielfotos von gut angenommenen Nisthilfen. Nicht so gut funktionieren aber Bündel.

Es gibt zwölf Wildbienenarten (darunter mehrere Grab- und Mauerbienen), elf Grabwespenarten und eine Lehmwespe, die solche Stengel als Nistplatz brauchen. Und zehn parasitär lebende Wespenarten, die dort nach Opfern suchen. Da lohnt sich doch die „Arbeit“!! 🙂

Wer nun auch loslegen möchte (das geht auch auf Balkonien und ist so schön einfach!!): es eignen sich außer Brombeeren, die am besten angenommen werden, auch Beifuß, Königskerze, Distel, Heckenrose, Sonnenblume und Himbeere. Man kann auch eingetrocknete Pflanzenstengel im Garten einfach auf ca 1,50m Höhe abschneiden und stehenlassen. Das werde ich nächsten Herbst machen, wenn hoffentlich die 2018 endlich wieder zahlreichen Königskerzen geblüht haben- die Tierchen müssen abgebrochene oder -geknickte Stengel finden, sie können sie ja nicht selbst abbrechen. Hier wird auch erklärt, warum das sinnvoll ist und wie es taugt:

Ich hoffe, von Beobachtungen berichten zu können – vielleicht Ihr ja auch? Ich würde mich freuen, wenn ich Jemanden zur Tat motiviert hätte 🙂

Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge1

Sonntag. Der letzte für 2018.

Endlich einmal wieder scheint die Sonne, ein milder Wind pustet bei 8° – und so ist ein tolles Wetter für den Garten. Der Herr F. hat Dachrinnen gesäubert, ich Büsche versäubert. Das heißt, ich habe, wie im natürlichen Garten zugunsten von Insekten und Vögeln empfohlen, wenige vollständig runtergeschnitten (bis wenige cm überm Boden – damit sie von unten dichter nachwachsen, oben nicht so hoch werden), die meisten in Ruhe gelassen (damit nicht Vögeln und anderem Getier per Kahlschlag allzuviel auf einmal weggenommen wird).
So ganz hab ich mich allerdings nicht dran gehalten: manche der „neuen“, die ja auch schon seit vier Jahren stehen, wirkten mir zu spillerig, um sich von einem totalen Rückschnitt zu erholen. Ich habe ja sehr starken Schatten, da wachsen die neu gepflanzten eher mit wenigen Ästen schnell gen Licht, statt sich schön zu verzweigen. Dann hilft es meist, die Hälfte dieser langen, dünnen Dinger ganz runterzuschneiden (sonst wachsen sie so weit oben wie möglich wieder raus) Ein wenig Kraft aus der übrigen Hälfte bleibt erhalten, und nächstes oder übernächstes Jahr ist die Resthälfte dran

(Ein Bild anklicken, bitte, denn 1. steht was drunter und 2. kann man das erste in der Galerie nicht richtig erkennen, ist oben abgeschnitten)

Sieht lütt aus? Ist aber über 3m hoch und mit zwei (kleinen, weil meinen) Händen unten nicht mehr zu umfassen

Die neue Totholzhecke soll mal die Grenze zu Nachbars anzeigen, wenn sie „groß ist“, denn der Wall, der da mal war, ist im Laufe der Jahre fast verschwunden, und mehr und mehr wuchern Gartengeräte, alte Rohre etc zu uns rüber *gg*. Außerdem ist deren neuer Wellblechschupf ästhetisch nicht das allerschickste und wird so ein wenig mehr verdeckt. Für Nachbars ists halt die „Rummelecke“ hinter den Holzschupfen, für uns aber sichtbares Gartengelände…. Groß wird die neue Totholzhecke schnell werden: der erste Abschnitt von 2016 kann gar nicht so schnell wegrotten wie es Nachschub an Ästen gibt, und er ist schon so hoch wie er darf.

Außerdem hab ich noch was richtig gemeines getan: Es gibt da einen Weißdorn, der sich selbst ausgesät hat. Auch der ist wegen des Schattens als einstämmiger Baum statt als Busch gewachsen, und er wurde höher und höher, im Kronenbereich auch immer ausladender. Da die Dinger unglaublich übel pieken, und er sowohl den Mirabellen, von denen ich gern naschen möchte, als auch dem Weg hinterm Tunu-Gebüsch Platz streitig machte und ich in den letzten Jahren trotz wegschneiden hier und da immer wieder mit den Haaren in seinen Dornen hängengeblieben bin, habe ich mich jetzt zu Grausamem entschlossen:

dieser Weißdorn wird ein natürliches Insektenhotel.

Baumfrevel.

Dafür muß er sterben – heute habe ich unten am Fuß eine tiefe Kerbe ringsum eingesägt, so daß der arme Kerl nun von seinen Wurzeln nicht mehr versorgt werden kann. Aber stehenbleiben wird er, noch sehr lange, und – das Holz ist hart – nur langsam von Käfern, Pilzen, Vögeln als Brutplatz- und Nahrungsspender zernagt werden. Im Moment nagt allerdings erst meine Tat, und zwar an meinem Gewissen. 😐 Ein schnelles absägen ist schlimm genug, für einen langsamen Tod verantwortlich zu sein – ich weiß noch nicht, ob ich damit so wirklich gut um kann…. andererseits möchte ich gern zusehen, was geschieht.

Pflanzen im Fjonk’schen Garten

Hier ist alles aufgelistet, was auf unserem Grundstück wächst und für mich bestimmbar ist. Ich ergänze laufend. (sicher einheimische Arten sind kursiv gedruckt)

BÄUME

  1. Birke
  2. Buche
  3. Eiche
  4. Erle
  5. Linde
  6. Mirabelle, 2 Sorten
  7. Sauerkirsche, 2 Sorten
  8. Trompetenbaum
  9. Walnuß
  10. Weide: Sal-,
  11. Purpur-
  12. Silber(?)-
  13. sowie 2 Sorten, von denen ich nicht weiß, welche es sind

BÜSCHE/ HECKEN

  1. Ahorn (Hecke)
  2. Brombeere (wird nur hinterm Knick geduldet, ist aber immer wieder auch im Garten…)
  3. Buchsbaum
  4. Efeu, Buschform
  5. Felsenbirne, Kupfer-
  6. Flieder
  7. Forsythie
  8. Gelber Blasenstrauch
  9. Hartriegel
  10. Hasel
  11. Himbeere
  12. Holunder
  13. Johannisbeere; rote-,
  14. schwarze-,
  15. Kornelkirsche
  16. Krete
  17. Lonicera purpusii (Geißblatt, Buschform)
  18. Perückenstrauch
  19. Pfaffenhütchen
  20. Rose, 5 Sorten
  21. Rotbuche (Hecke)
  22. Scheinquitte
  23. Schneeball, runzelblättriger
  24. Schneebeere
  25. Schneeforsythie
  26. Spiere: Kolben-
  27. Schnee- (Braut-)
  28. Stachelbeere; grüne-,
  29. Josta(?)
  30. Traubenkirsche
  31. Weißdorn

MEHRJÄHRIGE

  1. Akelei
  2. Ampfer: krauser
  3. stumpfblättriger-
  4. Wiesensauer-
  5. Astern, mehrere Sorten
  6. Baldrian
  7. Beinwell
  8. Bergflockenblume
  9. Blutweiderich
  10. Brandkraut (Bommelblume)
  11. Breitwegerich
  12. Brennessel
  13. Christrose, 2 Sorten
  14. Ehrenpreis: Persischer-,
  15. Stauden-
  16. Eisenhut, 2 Sorten
  17. Elfenblume, zwei Sorten
  18. Ellenrispe (Schein-Alraune)
  19. Eselsohr (ich glaube, das ist der wollige Ziest!?)
  20. Farn: Hirschzungen-,
  21. Straußen– (der „Farn des Grauens“)
  22. Wurm (oder Wald-Frauen-?)
  23. Felberich,
  24. auch Gold-
  25. Fingerkraut, kriechendes
  26. Ferkelkraut, gemeines X
  27. Fetthenne,
  28. auch 2 Zuchtsorten
  29. Gänseblümchen
  30. Garten-Gamander
  31. Gedenkemein (Omphalodes verna)
  32. Giersch. (*seufz*)
  33. Glockenblume: pfirsichblättrige,
  34. nesselblättrige,
  35. eine mit herzförmigen Blättern und Rhizomen, die nur alle paar Jahre blüht
  36. und eine winzige, aber nicht die Zwerg-
  37. Goldmohn
  38. Günsel, kriechender
  39. Gundermann
  40. Goldrute (hoffentlich seit 2018 nur noch die heimische…)
  41. Gräser Glatthafer(?)
  42. Quecke 😦
  43. Wiesen-Rispen-(?)
  44. Knäuel-(?)
  45. Hahnenfuß, scharfer-  (Butterblume),
  46. kriechender-
  47. Helmkraut, hohes
  48. Hornveilchen (seit Jahren nicht mehr, wahrscheinlich zu wenig offener Boden)
  49. Iris, 4 Sorten
  50. Kälberkropf, (Taumel-?)
  51. Karde, schlitzblättrige
  52. Kaukasus-Vergißmeinnicht
  53. Klee: Horn-,
  54. Rot-
  55. Schnecken- (Zwerg-?)
  56. Weiß-
  57. Knöterich: Kerzen-
  58. Schlangen- („Pfeifenreiniger“)
  59. Schnecken-
  60. Knotige Braunwurz
  61. Labkraut, weißes-,
  62. Kletten-
  63. Lavendel
  64. Leberblümchen
  65. Leinkraut
  66. Lenzrose
  67. Lichtnelke, rote
  68. Löwenzahn
  69. Lungenkraut, geflecktes
  70. Margerite: Wiesen-,
  71. Stauden-
  72. Mauerpfeffer, weißer –
  73. Minze, 3 Sorten
  74. Mutterkraut
  75. Mutter-Malcha-Blume
  76. Nelkenwurz: Bach-
  77. echte-
  78. Ochsenzunge, ausdauernde (Pentaglottis sempervirens) Das mit dem „heimisch“ ist etwas zweifelhaft, bei Wikipedia steht sie aber als an wenigen Orten S-Hs wild vorkommend
  79. Oregano
  80. Phlox
  81. Porzellanblümchen
  82. Primula elatio (Waldprimel)
  83. und 4 andere Primelsorten
  84. Rainfarn
  85. Rhabarber
  86. Sauerklee, europäischer-
  87. Wald-
  88. Erdbeere, Schein-,
  89. Wald-
  90. Schlangenkopf
  91. Seifenkraut
  92. Sigmarswurz
  93. Silber-Goldnessel (leider. Wird versucht zu entfernen, weil invasiver Neophyt)
  94. Skaniose, gelbe (Scabiosa ochroleuca)
  95. Stauden-Mohn
  96. Stendelwurz, entferntblättrige (letzte Blüte 2016, kommt aber eh nur alle paar Jahre, mal sehen….)
  97. Sternmiere, große
  98. Stinkende Nieswurz
  99. Stockrose
  100. Storchschnabel, 14 Sorten. U.a. Brauner-,
  101. blutroter-(sanguineum)
  102. glattfrüchtiger (-aequale) oder weicher (-molle)
  103. stinkender-(robertianum), Ruprechtskraut
  104. Wiesen-(pratense)
  105. Taubenkropf-Leimkraut (Knirrkohl)
  106. Taubnessel, weiße-,
  107. rote-,(Lamium purpureum)
  108. gefleckte-
  109. gelbe
  110. Thymian, 2 Sorten
  111. Türkenbund, gelber
  112. Veilchen
  113. Veronika, 3 Sorten
  114. Wald-Geißbart
  115. Walderdbeere
  116. Waldmeister
  117. Wald-Ziest
  118. Wasserdost
  119. Weidenröschen, zottiges-
  120. schmalblättriges-
  121. Wiesenraute, akeleiblättrige-
  122. gelbe-
  123. Zimbelkraut

EIN-BIS ZWEIJÄHRIGE

  1. Ackergauchheil
  2. Ackerstiefmütterchen
  3. Distel, Rauhe Gänse-
  4. Fingerhut (in manchen Jahren)
  5. Hirtentäschel, gewöhnliches
  6. Hohlzahn, gemeiner
  7. Königskerze, wollige
  8. Klatschmohn
  9. Kornblume
  10. Labkraut, Kletten- (*seufz*)
  11. Nachtkerze
  12. Rainkohl, gewöhnlicher
  13. Schöllkraut
  14. Silberblatt
  15. Sonnenwend-Wolfsmilch
  16. Spörgel, Spergula arvensis
  17. Vergißmeinnicht (Mysotis. Welches???)
  18. Vogel-Knöterich
  19. Wiesen-Bocksbart (2jährig)
  20. Wiesenkerbel
  21. Wilde Möhre (2jährig)

KNOLLEN und ZWIEBELN

  1. Aronstab, gefleckter – (Arum maculatum)
  2. geaderter (Arum italicum)
  3. Buschwindröschen
  4. Bärlauch
  5. Hasenglöckchen
  6. Krokus, mehrere Sorten
  7. Kugellauch
  8. Leberblümchen
  9. Lerchensporn, gefingerter-
  10. hohler-
  11. Märzenbecher
  12. Milchstern
  13. Montbretie, 2 Sorten
  14. Osterglocke, mehrere Sorten
  15. Schachbrettblume
  16. Scharbockskraut
  17. Schneeglöckchen, Elwes- (Galanthus elwesii)
  18. kleines – (Galanthus nivalis)
  19. gefülltes – (Galanthus nivalis ‚Flore pleno‘)
  20. Schneeglanz
  21. Scylla
  22. Strahlenanemone
  23. Traubenhyanzinthe
  24. Tulpe, 3 Sorten
  25. Wald-Goldstern
  26. Winterling

KLIMMENDE

  1. Clematis
  2. Efeu
  3. Geißblatt, 3 Sorten
  4. Hortensie
  5. Wilder Wein, selbstklimmender
  6. und rankender

SONSTIGE

  1. Froschkraut, schwimmendes (Wasser)
  2. Krebsschere (Wasser)
  3. Moose, mindestens mal 4 für mich deutlich auseinanderhaltbare Arten
  4. Sumpfcalla (Drachenwurz, Wasser)
  5. Tannenwedel (Wasser)

PILZE (Ja, eigentlich nicht wirklich Pflanzen. Aber Tiere ja irgendwie erst recht nicht….)

  1. Birkenpilz
  2. Brandkrustenpilz (hoffentlich nicht mehr….)
  3. Champignon, brauner Kultur-
  4. weißer-
  5. Hallimasch
  6. Judasohr
  7. Täubling
  8. Zitterling, goldgelber
  9. Zystidenrindenpilz (welcher???)

Und, EINZIG:

  1. der zweigstielige Herrling

Gefluppt

Seit der Farn des Grauens bekämpft und dabei der Platz hinten erweitert wurde lag immer noch eine der riesigen Steinplatten herum. Wir hatten eine davon vor die Wintergartenstufe gelegt, als „Füße-sauber-Platte“, aber wohin bloß sollte die andere?

Um sie wieder als Fundament für eine Steinmauer zu benutzen fanden wir sie zu schade, also lag sie. Und lag.

Bis heute abend. Heute abend fiel mein Blick auf einen alten Betonklotz, und plötzlich wusste ich, was passieren soll.
Fix waren noch zwei andere, geeignete Steine gefunden, dann nur noch den Herrn F. rufen, einmal heben – und jetzt gibt es einen, ich weiß es schon jetzt, einfach wunderbaren neuen Sitzplatz für mich:

Genau die richtige Höhe, zum gucken und zum zupfen (habs ausgiebig ausprobiert), und der Blick ist genial:

Guckstu nach vorn leicht links

rechts

vorn leicht rechts manchmal mit Kuh

… und einmal umgedreht kann ich im Frühling hoffentlich den Wildbienen beim Einzug zugucken.

Fühlt sich einfach gut an, da zu sitzen. Hat definitiv das Potential zu einem neuen Lieblingsort.

Was da schon alles von ganz alleine wächst auf der durchgegrabenen Fläche! Akelei, Schöllkraut, Ackerstiefmütterchen, Ackergauchheil, Kuckuckslichtnelke, Rainkohl, jede Menge Königskerze, Bergflockenblume, Wolfsmilch, Ackerkratzdistel, rauhe Gänsedistel und mehrere für mich (noch) nicht erkennbare Pflanzen. Wenn ich richtig gucke, ist auch ein Fingerhut dabei. Und Brennesselsämlinge in Mengen. Aber die rupfe ich aus, und die Kratzdisteln dürfen nur ganz hinten stehen bleiben.

Man muß die Dinge nehmen, wie sie kommen….

…. ist, so finde ich, ein guter Grundsatz in vielen Lebenslagen *gg* Momentan versuche ich mich im Garten daran:

Seit ich lernen musste, daß sie ein invasiver Neophyt ist, bin ich auf die Silber-Goldnessel schlechter zu sprechen als zuvor. Also, nicht daß ich sie früher besonders toll gefunden hätte, aber immerhin ist sie einigermaßen hübsch, die Hummeln mögen ihre kurze Blütezeit, und sie arrangiert sich mit dem Giersch so, daß der nicht ganz alleine die Herrschaft über die wilderen Gebiete des Gartens hat. Dann kam der Naturgartenverein, ich lernte und natürlich kam dazu: ich mußte in die Hand versprechen, daß ich fürderhin die Silber-Goldnessel (henceforth known as Sigone) ächte und bekämpfe bis an mein bitteres Ende, wollte ich tatsächlich den Rang einer Silberplakettenanwärterin (immerhin gibt es ja noch keine Plaketten *g*) einnehmen.

Späßken – neinnein, ganz so heftig sind sie nicht, die Naturgärtner. Aber immerhin: man nahm mir das Versprechen ab, die invasiven Neophyten in meinem Garten einzudämmen soweit möglich

Jetzt stand ich also in der Pflicht, und außerdem ist es so, daß ich selbst feststelle: außer Giersch und besagter Sigone wächst da nix, was ich da gern hätte von allein, und auch nicht bei Aussaat. Gleichzeitig sehe ich es weiterhin als menschenunmöglich an, die aus dem Garten zu entfernen – und nun kommt endlich, was ich eigentlich erzählen wollte, nämlich das Ende der großen Dürre.

Am Ende der großen Dürre konnte ich erfreut feststellen, daß selbst die unkaputtbare Sigone gelitten hatte. Nie war sie so schwächlich unterwegs im Dienste der Weltherrschaft wie jetzt. Außerdem ist auch sonst wenig unterwegs, außer Wühlmäusen *seufz* – aber…..

Man muß die Dinge nehmen, wie sie kommen

– und so hab ich mich heute in ein früher bodendeckend mit Storchenschnabel durchwachsen von Sigone überwuchertes Schattenbeet gesetzt und Wurzeln gerupft. Das ging deshalb so prima, weil ich sehen konnte, wo überall kleine Pflanzen sind (Sigone und Storchenschnabel kommen erst ganz klein von unten nach) UND die Wurzeln eh locker im Boden sitzen (mein Dank geht an die Wühlmäuse). Außerdem kann ich die Pflänzchen wieder gut packen und ziehen, selbst wenn mal eines nicht so locker sitzt (mein Dank geht an die Ostheopathin…..), und wo ich die Wurzeln nicht gleich mit rausgekriegt habe, hoffe ich auf die Grundschwäche (mein Dank geht an die Dürre)

 

Lehm-Nisthilfen für Insekten bauen

Letztlich gabs eine Bastel-Aktion bei einer Exkursion des Naturgarten-Vereins. Wir haben mitgemacht, und so sind zwei Lehmröhren für mein neues „Insektenhaus“ entstanden. War ziemlich einfach und hat Spaß gemacht, deshalb hier das Rezept

25 Kilo Lehmoberputz, fein 06 (es geht aber auch mit etwas groberem) mit 3 Litern Wasser und 5 Litern vom feinsten Sand, der zu kriegen ist, mischen. Das dauert, denn 3 Liter Wasser sind auf eine solche Menge nicht viel, es ist wichtig, daß alles gut durchgemischt ist.

Wenns fertig ist, Tonröhren kurz wässern. Wer keine Tonröhren hat, der nehme einen Blumentopf oder auch eine große Konservendose – wichtig: 15cm Tiefe sollten die Gefäße mindestens haben. Warum? Weil die Bienen diesen Platz für ihre Gelege brauchen: sie bauen eine Röhre, in der voreinander mehrere Eier mit jeweils einem eigenen Packen Pollen-Proviant für die Raupen plaziert werden.

Dann die Lehmmischung in die Gefäße füllen. Alle 2-3 Doppelhändevoll (ein schönes Maß, gell?) mit einem dicken Ast stampfen. Aber nicht zu fest, die Wildbienen wollen da ja auch noch reingraben können! Die härten nach!!! Ich habe das zu spät mitgekriegt – meine ist zu hart geworden. Da werden Wildbienen höchstens im Laufe der Zeit erodierende Lehmteilchen als Nestverschluß nutzen können. Schade! Des Herrn Röhre ist besser)

Fertig! Und nein, zu unser aller Erstaunen fällt der Lehmmix nicht aus der Röhre! Die Nisthilfen werden nachher schön sonnig und regengeschützt waagrecht irgendwo hingelegt, gern auch windgeschützt und etwas erhöht (weil sie dann nicht zuwachsen). Bei mir liegen sie im Insektenhaus. Man kann etwa 5cm tief ein wenig vorbohren, angeblich lockt das Wildbienen an, die auf der Suche nach einem Hang oder einer Abbruchkante, der Natur-Chance auf eine senkrechte Lehm-Sand-Fläche, sind.

Das Insekt des Jahres wohnt in unserem Garten :-) Außerdem Vermischtes.

Der Herr F. hat ein seltsames Tier abgelichtet, und bei der Suche – ich dachte erst, es müsse eine Wespenart sein – stieß ich darauf, daß diese Fliege (!) als Insekt des Jahres 2018 ausgewählt wurde!

Es ist die gemeine Skorpionsfliege

Diese Fliege lebt, ebenso wie ihre Larven, von toten oder geschwächten Insekten, und sie klaut sogar Spinnen deren Beute aus dem Netz! Das obige Exemplar ist ein Weibchen. Die Männchen haben ihr Genital hinten skorpionsartig verdickt – daher kommt der Name -, was man auf dem unteren Foto gut sehen kann – denn ganz offensichtlich ist auch das Tierchen, das Ende Juni, meine ich zu erinnern, auf GrafOlafs Arm gelandet war, eine solche Skorpionsfliege, aber eben ein Männchen:

Daß das Weibchen schwarz-gelb gestreift wirkt, das Männchen aber eher grün mit schwarz – das ist der Perspektive geschuldet: beide Tiere sind ober- und unterseits schwarz-gelb, die Flanken aber sind grün.

Die Skorpionsfliege ist übrigens ein häufig vorkommendes Insekt und in ihrem Bestand bisher nicht gefährdet. Sie mag dunkle, feuchte Lebensräume wie Wälder, Waldränder – oder unseren Garten.

In dem ist es übrigens neuerdings tatsächlich (wieder) feucht: nach dem 2. Unwetter mit Starkregen wundert man sich, wie schnell sich die Pflanzen, die ja zT tatsächlich wie tot wirkten, wieder erholen. Jetzt ist es auch noch bei um die 28° bewölkt, windstill und tropisch-schwül. DAS finde ich nicht angenehm, die trockene Hitze liegt mir deutlich mehr. Ab und an lösen sich auch Tröpfchen aus der Luft, mal nieselig-klein, mal dick, aber immer eher vereinzelt. Seltsames Wetter, aber ich behaupte mal einfach, daß das jetzt reicht zum pflanzen, rupfen, schneiden und hole nach, was in den trockenheißen Wochen liegengeblieben war: das Weidentor ist geschnitten, der Frauenmantel und so einige andere unansehnlich gewordene Stauden, die nachtreiben, wenn man sie schneidet, auch. Bei dieser Gelegenheit habe ich erstmals versucht, die Bommelblume (das Brandkraut) ein wenig zu verkleinern. Bisher war das noch nicht nötig gewesen, es wächst ja recht langsam. Jetzt stellte sich heraus: das Gewächs hat steinharte Rhizome von 5-6cm Durchmesser gleich unter der Erde, die ich zT rausgraben musste, so hart sind sie. Puh! Bin ganz schön ins schwitzen geraten!

Ich hadere übrigens: ich habe ja meine Wiese in drei Abteilungen aufgeteilt, die ich im Abstand von mehreren Wochen mähen wollte. Nun war aber seit der Mahd des 1. Stücks Mitte Juni kein Regen gefallen, das 2. Stück hab ich Anfang Juli zuversichtlich gemäht – mit dem Ergebnis, daß Stück 1 und 2 jetzt exakt gleich aussehen *g* In der letzten Naturgartenzeitschrift war zu finden, was ich zuvor vermißt hatte: ein Plan zur sinnvollen Mahd in 3 Abteilungen. Damit fange ich dann im nächsten Jahr an. Aber was tu ich jetzt mit Abteil 3? Wahrscheinlich werde ichs Mitte Oktober mähen und dann wieder im Juli, wie es für eins der 3 Abteile empfohlen wird. Demnächst mehr zum warum und wie.

Auch bei Biens hadern wir: das Mondvolk ist fertig behandelt (zumindest erstmals), und jetzt wäre jahreszeitlich gesehen eigentlich dran, mit dem auffüttern zu beginnen. Alle 3 Völker hatten von uns vor der Behandlung, also vor 10 Tagen, 1/3 Kanister etwa bekommen (Zwei Kanister wären die 20 Kilo, die sie für den Winter haben sollten), und nun haben wir gewogen. Und was? Alle Völker wiegen um die 40 Kilo – das ist normalerweise der ENDSTAND nach erfolgter Fütterung! Jetzt einfach was dazugeben ist evtl kontraproduktiv: haben Biens zu viel Futter, belegen sie damit zu viele Zellen und die Königin findet keinen Platz für die Brut.

Wahrscheinlich liegts dran, daß nach wie vor Waldtracht vorhanden ist, also nicht wie sonst um diese Zeit mal grad genug für den akuten Verbrauch der Völker. Was nun??? Warten und später in zeitlichen Konflikt mit den dann ja wahrscheinlich nötigen Varroabehandlungen der beiden anderen Völker kommen? Oder diese einfach jetzt behandeln nach dem Motto „was weg ist ist weg“, auch wenn sie noch unterhalb der Schadschwelle sind? Zu letzterem neigt der Herr F., ich bin mir noch nicht recht klar…. werde gleich mal die Schubladen einlegen und schauen, wie sich die Lage in den letzten 10 Tagen entwickelt hat bei Sonnenvolk und den Kringelchen, und dann entscheiden wir.

Zum Baumeister bin ich nicht geboren…..

…das kann man hier deutlich sehen. Aber es hält. Zumindest bis zur nächsten Böe. In die Röhren, die nicht mit Lehm gefüllt sind (zu den lehmgefüllten gibts demnächst noch was), sollen noch hohle Stengel oder Bambus oder …. , und aufs Dach Hauswurz. Aber damit warte ich man lieber bis nach der nächsten Böe 😉

 

Außerdem habe ich noch eine Tränke gebaut -angesichts dessen, daß vom Teich ja nur noch ein feuchter Fleck übrig ist, der sich allerdings bisher trotz weiter anhaltender Trockenheit unverändert hält.

Diese Tränke sieht etwas solider aus, war aber auch deutlich einfacher zu bauen: eine alte Schüssel, Steine, Moos, ein Loch ausheben, Schüssel rein, Steine rein, Wasser rein, Moos rein und büschen hübschen, damit das olle Plastik nicht so zu sehen ist.

Das Moos ist übrigens nicht „für hübsch“. Aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers können selbst kleinste Wasserflächen ohne „Rettungshilfe“ dazu führen, daß Insekten auf dem Wasser quasi festkleben und ertrinken.

Was vom Teiche übrig blieb….

Das ist unser Teich letzten November

Ich erinnere mal daran, daß er voll war wie nie, daß die Schneebeeren am hinteren Rand „bis zu den Knien“ im Wasser standen, daß sogar der Weg nach hinten zeitweise geflutet war. Monatelang.

Das ist unser Teich jetzt

Unten mittig, da wo’s etwas grün ist, holen die Bienen ihr Wasser. Selbst diese kleinen Wesen kommen nicht in Gefahr, dabei zu ertrinken…… fraglich ist, ob die Krebsscheren und die anderen Wasserpflanzen das überleben werden. Abwarten….

Inzwischen versagen langsam aber sicher die von mir letzlich noch gepriesenen Trockenheitsstrategien , Vieles läßt die Blätter hängen, auch im Schatten – und sogar der Giersch ist schlapp – auch etwas, das ich in fast 25 Jahren noch nicht erlebt habe.

Derweil tost der Wind. Der Sommergenuß ist leider dadurch sehr getrübt. Die Brandgefahr wächst – am Dienstag soll es etwas Regen geben, danach: trocken und wieder heiß, soweit die Prognosen reichen…. ich bin wirklich gespannt, wie der Garten damit zurechtkommt….

Wo mer widder Sommer hann…..

Großartig ist das: nach 14 Tagen „kalt“ ist der Sommer zurück! Ein echtes Sommermärchen – ich brauche dazu absolut keinen Fußball! Ist ja auch eh durch, der Fußball hier bei „uns“ – wenn ich das 1. Mal „public viewen“ gehe (weil ich mit 2-4 Stunden Wartezeit meine neuen Brillengläser eingebaut bekommen sollte, das paate ideal!), dann scheiden „wir“ gleich mal aus – ich muß sagen, das hat mir Spaß gemacht! Also, das public viewen, mit all den heftigen Reaktionen ringsum – nicht das ausscheiden. Ich hätte gern nochmal public geviewt 😉 Aber ansonsten ist mir das mit dem Fußball eher egal. Bei herrlichen windstill-sonnigen 25° noch abends um 19 Uhr würden mich eh keine zehn Pferde ins Haus vor die Glotze bringen!

Ja, aber die Flora leidet!, rufen jetzt sicher die Rasensprenger, die Gemüsegießer, die Baumarktsaisonpflanzenkäufer und Gießkannenschlepper!

Ich antworte entspannt aus dem Liegestuhl: „Tjaaaaa, liebe Leute, das ist wohl wahr – auch mein Rasen ist gelb. Aber wieso sollte mich das stören? Sobald es feuchter wird, wird er wieder ergrünen – es ist einfach seine Art, mit Trockenheit umzugehen.

Ohnehin wird es in meinem Garten nicht so schnell kritisch, wenn es trocken ist wie in vielen anderen. Das liegt einerseits dran, daß da viel Schatten ist – einen anderen Anteil hat aber durchaus mein Wirken dort: wo flächendeckend kaum kahler Boden zu sehen ist, da dauert es unter der schützenden Blätter-, Bodendecker- oder Mulchschicht lange, bis keine Feuchte mehr im Boden ist. Und auch viele der Pflanzen haben ihre Strategien – sie werden ja auch nicht dauernd umgepflanzt, ihren Nachbarn entrissen oder kommen frisch aus Gewächshäusern mit Beregnung und Düngung in den Gartenboden, und so haben sie Zeit, sich an die Verhältnisse anzupassen.

Die einen lassen die Blätter erbärmlich hängen. So sparen sie Naß, werden aber auch nicht so stark von der Sonne ausgedörrt – und schützen selbst den Boden unter sich zusätzlich vor der Austrocknung. Sobald die gnadenlose Sonne weg ist, sind sie aber schon dabei, sich wieder aufzurichten. Und morgens, mit dem winzigen Rest Nachtfeuchte, den es (noch) gibt, stehen sie ordentlich stramm. Die Storchenschnäbel machen es so, auch die Sterndolde oder die Knöteriche.

Sterndolde, in Aufrichtung begriffen

Andere bleiben einfach klein. Viel niedriger als sonst sind zB die Margeriten, der Wasserdost oder der Odermennig. So müssen sie nicht so viel Masse mit dem lebensnotwendigen Naß versorgen und können trotzdem Blüten ausbilden.

Manchen scheint das Wetter schlicht egal zu sein. Frauenmantel, Pfefferminze oder Weidenröschen benehmen sich ganz genau so, als wäre es normal-kühl-wechselhaft-stürmisch-naß – alles wurscht. Man steht, blüht, wächst. So oder so.

Es gibt aber auch die, die dieses Wetter genauso genießen wie ich. Der Eisenhut beispielsweise steht stramm und hat grooooße Knospenrispen. Oder die fette Henne, die Bartnelken, der Oregano – ich glaube, die freuen sich richtig! Und wenn Ihr Euch mal die Straßenränder anschaut, dann seht Ihr: die sind in diesem Jahr bunt wie sonst nie bei uns im nassen, kühlen Schleswig-Holstein. Da blühen Königskerzen, Weidenröschen und alle möglichen anderen, die’s abkönnen mit denen um die Wette, die sonst nicht oder viel spärlicher zum blühen kommen. So wie Schafgarbe, Kamille oder die kleineren, gelben Kleesorten, Wicken und die unterschiedlichsten Sauerampferarten.

Und, zurück in den Garten, für den Notfall hat der Regen, den es in den kalten Tagen gegeben hat, ja den Wassertank aufgefüllt. Dem heimische-Saaten-Beet helfe ich da schonmal, die sind ja alle noch so klein…. oder die frischgepflanzten Heimischen im Hof – die bekommen auch mal einen Guß. Denn so ein ganz klein wenig Unterstützung dürfen die Kleinen schon beanspruchen, sie können ja nix dafür, daß der Sommer zurück ist….

die Kleinen dürfen alle paar Tage mal Tank-Wasser kosten.

Ganz einzelne jedoch leiden wirklich. Zum Beispiel das an der Giebelwand rankende Immergrün:

Darf ich ehrlich sein?

Es ist eh am falschen Platz, denn eigentlich ists ein bodendeckender Schattenliebhaber, und es nimmt den Pflanzen, die den brauchen (wie zB Lavendel oder einigen Sedum-Sorten), den raren sandigen Trockensonnenplatz dort an der Hauswand. Außerdem ist es eine heftig rankende Sorte, die, statt zumindest die kahlen unteren Regionen des Weins zu begrünen, sich dorthin schlingt, bloß um dann nach vorn zu fallen und alles, was da unten die Sonne genießen möchte, zu ersticken. Aber ich kriege es da einfach nicht weg, weil es so mit dem wilden Wein verwachsen ist. Sollte es jetzt den Platz freigeben, ich wäre nicht traurig drum, so fies sich das lesen mag – immerhin verdurstet hier Jemand langsam. Aber eigentlich bin ich ziemlich überzeugt davon, daß auch dieser erbärmliche Anblick nicht von Dauer sein wird – zumindest von unten wird wahrscheinlich frisch gestärkt das Immergrün immer wieder grünen, sobald der nächste Regen gefallen ist…..

Im Hof

Im Hof ist es auch grad recht schön:

Ich hab das Beet neugemacht, weil die Randsteine schon versunken waren und außer Vogelmiere und Frauenmantel nix mehr da war (wie man sieht: ent-vogelmiert ist hier erst die linke Seite, inzwischen hab ich aber alles….)

Und da, wo’s „neu“ ist, sind Knoblauchsrauke, Eselsohr, ein Wiesenknopf und eine Skabiose (nicht im Bild) eingezogen

Die Kletterhortensie ist inzwischen riesig und blüht toll

Im letzten, supernassen Jahr kam die Frage auf, ob wir bezüglich des Hofbodens „was tun“ müssten: die Dachziegel, die eine fette Schicht im Hof gebildet hatten, sind großenteils schon wieder im Boden verschwunden, eine Erdschicht ist drüber, Löwenzahn und Gras, aber auch Flechten wachsen. Es war an einigen Stellen ziemlich glitschig, und es standen Pfützen, aus denen das Wasser garnicht recht abfließen mochte

Jetzt, wo’s wieder trockener ist, scheint das schon wieder unwichtig ….. auch, weil mir keine gute Lösung einfällt. Schön wäre Natursteinpflaster, aber da müssten wir ohne Ende Laub fegen – und es bräuchte vor allem einen vernünftigen Unterbau – schwierig mit riesigen Buchen mit ebenso großen Wurzeln im Hof. Alles andere wäre „noch was obendrauf kippen“. Und das Bodenniveau ist bereits recht hoch (merkt man am Gully, zu dem es abwärts geht)

Wir werden es wohl noch weiter aussitzen *g*


P.S.: seit gestern sind 2 unserer 3 Honigernten nicht mehr im Eimer. Sondern in Gläsern. 🙂