Gefluppt

Seit der Farn des Grauens bekämpft und dabei der Platz hinten erweitert wurde lag immer noch eine der riesigen Steinplatten herum. Wir hatten eine davon vor die Wintergartenstufe gelegt, als „Füße-sauber-Platte“, aber wohin bloß sollte die andere?

Um sie wieder als Fundament für eine Steinmauer zu benutzen fanden wir sie zu schade, also lag sie. Und lag.

Bis heute abend. Heute abend fiel mein Blick auf einen alten Betonklotz, und plötzlich wusste ich, was passieren soll.
Fix waren noch zwei andere, geeignete Steine gefunden, dann nur noch den Herrn F. rufen, einmal heben – und jetzt gibt es einen, ich weiß es schon jetzt, einfach wunderbaren neuen Sitzplatz für mich:

Genau die richtige Höhe, zum gucken und zum zupfen (habs ausgiebig ausprobiert), und der Blick ist genial:

Guckstu nach vorn leicht links

rechts

vorn leicht rechts manchmal mit Kuh

… und einmal umgedreht kann ich im Frühling hoffentlich den Wildbienen beim Einzug zugucken.

Fühlt sich einfach gut an, da zu sitzen. Hat definitiv das Potential zu einem neuen Lieblingsort.

Was da schon alles von ganz alleine wächst auf der durchgegrabenen Fläche! Akelei, Schöllkraut, Ackerstiefmütterchen, Ackergauchheil, Kuckuckslichtnelke, Rainkohl, jede Menge Königskerze, Bergflockenblume, Wolfsmilch, Ackerkratzdistel, rauhe Gänsedistel und mehrere für mich (noch) nicht erkennbare Pflanzen. Wenn ich richtig gucke, ist auch ein Fingerhut dabei. Und Brennesselsämlinge in Mengen. Aber die rupfe ich aus, und die Kratzdisteln dürfen nur ganz hinten stehen bleiben.

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Man muß die Dinge nehmen, wie sie kommen….

…. ist, so finde ich, ein guter Grundsatz in vielen Lebenslagen *gg* Momentan versuche ich mich im Garten daran:

Seit ich lernen musste, daß sie ein invasiver Neophyt ist, bin ich auf die Silber-Goldnessel schlechter zu sprechen als zuvor. Also, nicht daß ich sie früher besonders toll gefunden hätte, aber immerhin ist sie einigermaßen hübsch, die Hummeln mögen ihre kurze Blütezeit, und sie arrangiert sich mit dem Giersch so, daß der nicht ganz alleine die Herrschaft über die wilderen Gebiete des Gartens hat. Dann kam der Naturgartenverein, ich lernte und natürlich kam dazu: ich mußte in die Hand versprechen, daß ich fürderhin die Silber-Goldnessel (henceforth known as Sigone) ächte und bekämpfe bis an mein bitteres Ende, wollte ich tatsächlich den Rang einer Silberplakettenanwärterin (immerhin gibt es ja noch keine Plaketten *g*) einnehmen.

Späßken – neinnein, ganz so heftig sind sie nicht, die Naturgärtner. Aber immerhin: man nahm mir das Versprechen ab, die invasiven Neophyten in meinem Garten einzudämmen soweit möglich

Jetzt stand ich also in der Pflicht, und außerdem ist es so, daß ich selbst feststelle: außer Giersch und besagter Sigone wächst da nix, was ich da gern hätte von allein, und auch nicht bei Aussaat. Gleichzeitig sehe ich es weiterhin als menschenunmöglich an, die aus dem Garten zu entfernen – und nun kommt endlich, was ich eigentlich erzählen wollte, nämlich das Ende der großen Dürre.

Am Ende der großen Dürre konnte ich erfreut feststellen, daß selbst die unkaputtbare Sigone gelitten hatte. Nie war sie so schwächlich unterwegs im Dienste der Weltherrschaft wie jetzt. Außerdem ist auch sonst wenig unterwegs, außer Wühlmäusen *seufz* – aber…..

Man muß die Dinge nehmen, wie sie kommen

– und so hab ich mich heute in ein früher bodendeckend mit Storchenschnabel durchwachsen von Sigone überwuchertes Schattenbeet gesetzt und Wurzeln gerupft. Das ging deshalb so prima, weil ich sehen konnte, wo überall kleine Pflanzen sind (Sigone und Storchenschnabel kommen erst ganz klein von unten nach) UND die Wurzeln eh locker im Boden sitzen (mein Dank geht an die Wühlmäuse). Außerdem kann ich die Pflänzchen wieder gut packen und ziehen, selbst wenn mal eines nicht so locker sitzt (mein Dank geht an die Ostheopathin…..), und wo ich die Wurzeln nicht gleich mit rausgekriegt habe, hoffe ich auf die Grundschwäche (mein Dank geht an die Dürre)

 

Das Insekt des Jahres wohnt in unserem Garten :-) Außerdem Vermischtes.

Der Herr F. hat ein seltsames Tier abgelichtet, und bei der Suche – ich dachte erst, es müsse eine Wespenart sein – stieß ich darauf, daß diese Fliege (!) als Insekt des Jahres 2018 ausgewählt wurde!

Es ist die gemeine Skorpionsfliege

Diese Fliege lebt, ebenso wie ihre Larven, von toten oder geschwächten Insekten, und sie klaut sogar Spinnen deren Beute aus dem Netz! Das obige Exemplar ist ein Weibchen. Die Männchen haben ihr Genital hinten skorpionsartig verdickt – daher kommt der Name -, was man auf dem unteren Foto gut sehen kann – denn ganz offensichtlich ist auch das Tierchen, das Ende Juni, meine ich zu erinnern, auf GrafOlafs Arm gelandet war, eine solche Skorpionsfliege, aber eben ein Männchen:

Daß das Weibchen schwarz-gelb gestreift wirkt, das Männchen aber eher grün mit schwarz – das ist der Perspektive geschuldet: beide Tiere sind ober- und unterseits schwarz-gelb, die Flanken aber sind grün.

Die Skorpionsfliege ist übrigens ein häufig vorkommendes Insekt und in ihrem Bestand bisher nicht gefährdet. Sie mag dunkle, feuchte Lebensräume wie Wälder, Waldränder – oder unseren Garten.

In dem ist es übrigens neuerdings tatsächlich (wieder) feucht: nach dem 2. Unwetter mit Starkregen wundert man sich, wie schnell sich die Pflanzen, die ja zT tatsächlich wie tot wirkten, wieder erholen. Jetzt ist es auch noch bei um die 28° bewölkt, windstill und tropisch-schwül. DAS finde ich nicht angenehm, die trockene Hitze liegt mir deutlich mehr. Ab und an lösen sich auch Tröpfchen aus der Luft, mal nieselig-klein, mal dick, aber immer eher vereinzelt. Seltsames Wetter, aber ich behaupte mal einfach, daß das jetzt reicht zum pflanzen, rupfen, schneiden und hole nach, was in den trockenheißen Wochen liegengeblieben war: das Weidentor ist geschnitten, der Frauenmantel und so einige andere unansehnlich gewordene Stauden, die nachtreiben, wenn man sie schneidet, auch. Bei dieser Gelegenheit habe ich erstmals versucht, die Bommelblume (das Brandkraut) ein wenig zu verkleinern. Bisher war das noch nicht nötig gewesen, es wächst ja recht langsam. Jetzt stellte sich heraus: das Gewächs hat steinharte Rhizome von 5-6cm Durchmesser gleich unter der Erde, die ich zT rausgraben musste, so hart sind sie. Puh! Bin ganz schön ins schwitzen geraten!

Ich hadere übrigens: ich habe ja meine Wiese in drei Abteilungen aufgeteilt, die ich im Abstand von mehreren Wochen mähen wollte. Nun war aber seit der Mahd des 1. Stücks Mitte Juni kein Regen gefallen, das 2. Stück hab ich Anfang Juli zuversichtlich gemäht – mit dem Ergebnis, daß Stück 1 und 2 jetzt exakt gleich aussehen *g* In der letzten Naturgartenzeitschrift war zu finden, was ich zuvor vermißt hatte: ein Plan zur sinnvollen Mahd in 3 Abteilungen. Damit fange ich dann im nächsten Jahr an. Aber was tu ich jetzt mit Abteil 3? Wahrscheinlich werde ichs Mitte Oktober mähen und dann wieder im Juli, wie es für eins der 3 Abteile empfohlen wird. Demnächst mehr zum warum und wie.

Auch bei Biens hadern wir: das Mondvolk ist fertig behandelt (zumindest erstmals), und jetzt wäre jahreszeitlich gesehen eigentlich dran, mit dem auffüttern zu beginnen. Alle 3 Völker hatten von uns vor der Behandlung, also vor 10 Tagen, 1/3 Kanister etwa bekommen (Zwei Kanister wären die 20 Kilo, die sie für den Winter haben sollten), und nun haben wir gewogen. Und was? Alle Völker wiegen um die 40 Kilo – das ist normalerweise der ENDSTAND nach erfolgter Fütterung! Jetzt einfach was dazugeben ist evtl kontraproduktiv: haben Biens zu viel Futter, belegen sie damit zu viele Zellen und die Königin findet keinen Platz für die Brut.

Wahrscheinlich liegts dran, daß nach wie vor Waldtracht vorhanden ist, also nicht wie sonst um diese Zeit mal grad genug für den akuten Verbrauch der Völker. Was nun??? Warten und später in zeitlichen Konflikt mit den dann ja wahrscheinlich nötigen Varroabehandlungen der beiden anderen Völker kommen? Oder diese einfach jetzt behandeln nach dem Motto „was weg ist ist weg“, auch wenn sie noch unterhalb der Schadschwelle sind? Zu letzterem neigt der Herr F., ich bin mir noch nicht recht klar…. werde gleich mal die Schubladen einlegen und schauen, wie sich die Lage in den letzten 10 Tagen entwickelt hat bei Sonnenvolk und den Kringelchen, und dann entscheiden wir.

Zum Baumeister bin ich nicht geboren…..

…das kann man hier deutlich sehen. Aber es hält. Zumindest bis zur nächsten Böe. In die Röhren, die nicht mit Lehm gefüllt sind (zu den lehmgefüllten gibts demnächst noch was), sollen noch hohle Stengel oder Bambus oder …. , und aufs Dach Hauswurz. Aber damit warte ich man lieber bis nach der nächsten Böe 😉

 

Außerdem habe ich noch eine Tränke gebaut -angesichts dessen, daß vom Teich ja nur noch ein feuchter Fleck übrig ist, der sich allerdings bisher trotz weiter anhaltender Trockenheit unverändert hält.

Diese Tränke sieht etwas solider aus, war aber auch deutlich einfacher zu bauen: eine alte Schüssel, Steine, Moos, ein Loch ausheben, Schüssel rein, Steine rein, Wasser rein, Moos rein und büschen hübschen, damit das olle Plastik nicht so zu sehen ist.

Das Moos ist übrigens nicht „für hübsch“. Aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers können selbst kleinste Wasserflächen ohne „Rettungshilfe“ dazu führen, daß Insekten auf dem Wasser quasi festkleben und ertrinken.

Wo mer widder Sommer hann…..

Großartig ist das: nach 14 Tagen „kalt“ ist der Sommer zurück! Ein echtes Sommermärchen – ich brauche dazu absolut keinen Fußball! Ist ja auch eh durch, der Fußball hier bei „uns“ – wenn ich das 1. Mal „public viewen“ gehe (weil ich mit 2-4 Stunden Wartezeit meine neuen Brillengläser eingebaut bekommen sollte, das paate ideal!), dann scheiden „wir“ gleich mal aus – ich muß sagen, das hat mir Spaß gemacht! Also, das public viewen, mit all den heftigen Reaktionen ringsum – nicht das ausscheiden. Ich hätte gern nochmal public geviewt 😉 Aber ansonsten ist mir das mit dem Fußball eher egal. Bei herrlichen windstill-sonnigen 25° noch abends um 19 Uhr würden mich eh keine zehn Pferde ins Haus vor die Glotze bringen!

Ja, aber die Flora leidet!, rufen jetzt sicher die Rasensprenger, die Gemüsegießer, die Baumarktsaisonpflanzenkäufer und Gießkannenschlepper!

Ich antworte entspannt aus dem Liegestuhl: „Tjaaaaa, liebe Leute, das ist wohl wahr – auch mein Rasen ist gelb. Aber wieso sollte mich das stören? Sobald es feuchter wird, wird er wieder ergrünen – es ist einfach seine Art, mit Trockenheit umzugehen.

Ohnehin wird es in meinem Garten nicht so schnell kritisch, wenn es trocken ist wie in vielen anderen. Das liegt einerseits dran, daß da viel Schatten ist – einen anderen Anteil hat aber durchaus mein Wirken dort: wo flächendeckend kaum kahler Boden zu sehen ist, da dauert es unter der schützenden Blätter-, Bodendecker- oder Mulchschicht lange, bis keine Feuchte mehr im Boden ist. Und auch viele der Pflanzen haben ihre Strategien – sie werden ja auch nicht dauernd umgepflanzt, ihren Nachbarn entrissen oder kommen frisch aus Gewächshäusern mit Beregnung und Düngung in den Gartenboden, und so haben sie Zeit, sich an die Verhältnisse anzupassen.

Die einen lassen die Blätter erbärmlich hängen. So sparen sie Naß, werden aber auch nicht so stark von der Sonne ausgedörrt – und schützen selbst den Boden unter sich zusätzlich vor der Austrocknung. Sobald die gnadenlose Sonne weg ist, sind sie aber schon dabei, sich wieder aufzurichten. Und morgens, mit dem winzigen Rest Nachtfeuchte, den es (noch) gibt, stehen sie ordentlich stramm. Die Storchenschnäbel machen es so, auch die Sterndolde oder die Knöteriche.

Sterndolde, in Aufrichtung begriffen

Andere bleiben einfach klein. Viel niedriger als sonst sind zB die Margeriten, der Wasserdost oder der Odermennig. So müssen sie nicht so viel Masse mit dem lebensnotwendigen Naß versorgen und können trotzdem Blüten ausbilden.

Manchen scheint das Wetter schlicht egal zu sein. Frauenmantel, Pfefferminze oder Weidenröschen benehmen sich ganz genau so, als wäre es normal-kühl-wechselhaft-stürmisch-naß – alles wurscht. Man steht, blüht, wächst. So oder so.

Es gibt aber auch die, die dieses Wetter genauso genießen wie ich. Der Eisenhut beispielsweise steht stramm und hat grooooße Knospenrispen. Oder die fette Henne, die Bartnelken, der Oregano – ich glaube, die freuen sich richtig! Und wenn Ihr Euch mal die Straßenränder anschaut, dann seht Ihr: die sind in diesem Jahr bunt wie sonst nie bei uns im nassen, kühlen Schleswig-Holstein. Da blühen Königskerzen, Weidenröschen und alle möglichen anderen, die’s abkönnen mit denen um die Wette, die sonst nicht oder viel spärlicher zum blühen kommen. So wie Schafgarbe, Kamille oder die kleineren, gelben Kleesorten, Wicken und die unterschiedlichsten Sauerampferarten.

Und, zurück in den Garten, für den Notfall hat der Regen, den es in den kalten Tagen gegeben hat, ja den Wassertank aufgefüllt. Dem heimische-Saaten-Beet helfe ich da schonmal, die sind ja alle noch so klein…. oder die frischgepflanzten Heimischen im Hof – die bekommen auch mal einen Guß. Denn so ein ganz klein wenig Unterstützung dürfen die Kleinen schon beanspruchen, sie können ja nix dafür, daß der Sommer zurück ist….

die Kleinen dürfen alle paar Tage mal Tank-Wasser kosten.

Ganz einzelne jedoch leiden wirklich. Zum Beispiel das an der Giebelwand rankende Immergrün:

Darf ich ehrlich sein?

Es ist eh am falschen Platz, denn eigentlich ists ein bodendeckender Schattenliebhaber, und es nimmt den Pflanzen, die den brauchen (wie zB Lavendel oder einigen Sedum-Sorten), den raren sandigen Trockensonnenplatz dort an der Hauswand. Außerdem ist es eine heftig rankende Sorte, die, statt zumindest die kahlen unteren Regionen des Weins zu begrünen, sich dorthin schlingt, bloß um dann nach vorn zu fallen und alles, was da unten die Sonne genießen möchte, zu ersticken. Aber ich kriege es da einfach nicht weg, weil es so mit dem wilden Wein verwachsen ist. Sollte es jetzt den Platz freigeben, ich wäre nicht traurig drum, so fies sich das lesen mag – immerhin verdurstet hier Jemand langsam. Aber eigentlich bin ich ziemlich überzeugt davon, daß auch dieser erbärmliche Anblick nicht von Dauer sein wird – zumindest von unten wird wahrscheinlich frisch gestärkt das Immergrün immer wieder grünen, sobald der nächste Regen gefallen ist…..

Fundstücke

Fertig bin ich mit dem hinteren Stück Garten, alles ist durchwühlt, eine neue Totholzmauer aufgesetzt….

Auf der großen Steinplatte, der wir noch keinen neuen Platz „zugewiesen“ haben, liegen Fundstücke

Schön geodnet – links Metall (von oben nach unten Draht, Nägel, ???), daneben Plastik, dann Porzellan und Glas, ganz rechts Sonstiges….

Klar, da waren auch alte Balken und so, aber Draht!?

Ich meine, den runden Knopf irgendwoher zu kennen und irgendwann vermißt zu haben, komme aber nicht drauf… von diesen roten, kabelbinderartigen Dingern gabs viel mehr, bloß hab ich nicht von Beginn an gesammelt. Einiges landete gleich im Müll.

Früher gabs hier mal Kinder…. ein vielleicht letztes Spielzeug von so einigen, die ich im Laufe der Jahre gefunden habe. Dahinter nach langer Zeit mal wieder ein Stück Eierkohle, rechts daneben Teerpappe oder sowas

Außerdem noch ein Seitenschneider, festgerostet, den wir vor Jahren lange gesucht hatten und mehr Glas und Porzellan – auch das war im Müll gelandet, bevor ich auf die Idee kam, diese Müllmengen mal zu zeigen Jetzt ist natürlich die Teichfolie der potentielle nächste Müll, sonst aber sollte die ehemailge Müllkippe nur noch Erde, Steine und die Mengen von Regenwürmern in sich tragen, die ich gefunden habe

Erstmal bleibt das frisch umgegrabene Stück wie es ist, denn sobald ein Tropfen Regen fällt, muß ich wieder Farne, die aus übriggebleibenen Wurzelstücken sprießen, entfernen. Bis das vorbei ist lohnt es nicht, irgendwas zu säen oder zu pflanzen. Auf Dauer möchte ich aber schon noch ein paar Stauden vor dem Holzhaufen und zwischen den Findlingen haben.

Hat Spaß gemacht 🙂

 

Lignum habet spem:

praecisum rursum virescit

Das Holz hat Hoffnung: abgehauen, grünt es wieder

Von nahem sieht man: ganz so doll ist das noch nicht – aber fürs erste Jahr nach dem Kahlschlag bin ich froh, daß es überhaupt so aussieht! Nun muß ich sicherlich heftig die Heckenschere benutzen, damit nicht bloß oben, im hellen, Blätter sprießen, sondern die Lücken auch unten die Chance haben, sich zu schließen. Aber noch nicht!

Kurzerhand habe ich gestern abend hinten einen weiteren Kahlschlag fabriziert – hier sieht man den Unterschied vorher (links) – nachher (rechts), jeweils im Vordergrund:

Und hier sieht man den Effekt:

Weitblick über die Kuhkoppel, und – das war der Sinn – Abendsonne, auch wenn diese schon tief steht. Ich schätze, die Weiden werden das auch um diese Jahreszeit gut wegstecken, und Nester gab’s da drin nicht.

Und wißt Ihr, was hier grad passiert? Es REGNET! Just als wir zu den Bienen wollten ging das los, nach dem einen Starkregenguß Mitte Mai, der auch schon auf eine lange, sonnige Trockenphase gefolgt war, der erste Regen. Das Radar sagt, nachmittags soll’s wieder trocken sein. Okay, dann halt nachmittags zu Biens….

Heute

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wie Ihr seht, geht wieder was. Nämlich das Bildbearbeitungsprogramm.
Allerdings nur eingeschränkt bisher, denn von der Karte des Fotoapparats weigert es sich, die Bilder zu nehmen. Ich muß sie auf den Desktop ziehen, dann gehts….
Noch ne Baustelle…..

Oder aber vielleicht doch. Eine Bildergeschichte von Tag 3

Des Herrn F. Aufgabe: Ein heißes Feuer unterhalten, um nach und nach den Farn samt Wurzeln wegzuheizen. Und um den Reisighaufen loszuwerden, in dem auch noch Farn sitzt.

Meine Aufgabe: einen Graben für die Wurzelsperre ausheben

Vorher muß ich aber Erde und Totholz umschichten, um dafür Platz zu haben – vorher nicht genug nachgedacht heißt doppelte Arbeit nachher….

Hier wird inspiziert. „Alles gut, Dicker?“ „Na, soooo tief muß man doch ein Katzenklo auch wieder nicht ausheben!“

Folie zurechtschneiden – 50cm müssen langen, tiefer war der Farn zum Glück nicht im Boden.

links das erste Probestück ist soweit fertig (höher wird der Haufen dann allmählich werden und erst, wenns ganz fertig ist)

Eigentlich war ich „durch“ – aber dann hab ich doch noch alle Farne hinter und neben der Weide ausgegraben

…. das ganze hat bis zum späteren Nachmittag gedauert, dann ein Spontanbesuch (hej, Ihr 2, das war eine schöne Zwangspause!! 🙂 ) und danach (und währenddessen) weiter das Feuer unterhalten. Der Reisighaufen musste weg, die ganze Wurzelei auch (inzwischen war trotz ständigen abtragens der Wurzeln seitens des Herrn F. noch eine zweite Schubkarre nötig, um all diese Wurzeln und Strünke vom Farn zu fassen). Im Reisighaufen wachsen nämlich auch noch Farne *seufz*

Am Ende des Tages, als die Sonne so weit weg war, daß es kühl wurde, blieb für Tag 4, wann immer der kommen mag (wahrscheinlich kommen eher Klein-Aktionen, dafür an mehreren Tagen):

  • Reste des Reisighaufens verfeuern
  • etwa eine gestrichen volle Karre Strünke und Wurzeln verfeuern
  • den restlichen Graben ausheben
  • die restliche Wurzelsperre einbringen und, das mühsamste des Rests:
  • das Stück zwischen Wurzelsperre und Bärlauchbeet von Giersch- und Farnwurzeln befreien. Denn dort muß nicht nur der Farn, sondern auch der Giersch weg, weil’s kein Rasenstück ist, in dem der durch mähen in Schach gehalten werden kann, sondern Beet

… werd‘ ich wohl nicht mehr los

Tatsächlich hatte ich geahnt, daß es schwierig werden würde, des Farns Herrin zu werden. Aber…..

als ich mal wieder einen schönen Tag frei hatte (sprich: einige Tage nach der ersten Spontan-Aktion) hab ich den verbliebenen Rest Totholzhaufen abgetragen und nach Farnwurzeln gesucht. Außerdem das hoffentlich farnwurzelfeie Gelände weiter nach hinten ausgedehnt, denn inzwischen gibt es einen Plan, wenn auch keinen, von dem ich wüsste, ob er auch funktioniert. Nochmal das Gelände:

links Steinmauer mit Teufelsfarn, mittig noch Totholzhaufen-Reste, rechts sieht man die Weide, rechts vor der Weide (ca 2-3m sind dazwischen) das Bärlauch-Beet

Der Plan:

  • das Gartengelände wird bis zur Weide gezogen, die ja von alleine einen schönen Abschluß gebildet hat, indem sie sich seitlich gen Licht streckt
  • vom Ende der Steinmauer links im Bogen bis zum Bärlauch-Beet wird aus noch daliegender nie benutzter alter Teichfolie eine Wurzelsperre angelegt
  • dann kommt vor die Wurzelsperre der neue Totholzhaufen, fertig.

Das liest sich jetzt alles nicht so schlimm, gell? Aber.

Die Wirklichkeit:

Der restliche Totholzhaufen war „schnell“ beseitigt, aber ich wollte auch den Farn zwischen den Findlingen weghaben,. mit möglichst vielen Wurzeln, damit der nicht wieder neue Ausläufer losschickt. Und dazu mußten die Findlinge, zwischen denen er sich eingenistet hatte, weg. Okay…. einfach anfangen….

allerdings stellte sich ziemlich schnell heraus, daß unter den eh schon schweren Findlingen alte Betonplatten-Bruchstücke im Boden versenkt lagen – die müssen da schon mindestens vom Vorbesitzer liegen, ich kannte die nicht…. aber sie sind 10-15cm dick und groß …. mit anderen Worten: SCHWER. Und mussten alle weg. Und dann wieder hin, nachdem der Farn und seine Wurzeln entfernt waren.

hier liegt eine der Betonplatten schon wieder

Ich wusste schon vorher, daß ich die Brocken, zwischen denen der Farn steht, nicht wegkriegen werde, da die nur mit Bagger oÄ bewegbar sind. Aber bis dahin wollte ich kommen.

so weit, so gut.

Also ausgebuddelt so weit es ging, zwischen den Felsen Wurzeln gepult so weit möglich – und jetzt heißt es für die nächsten Jahre „dranbleiben“, dann sollte das machbar sein.

Von vor der Koppel aus gesehen der IST-Stand am Ende von „Tag 2“. Rechts von der Schaufel beginnen die nicht wegräumbaren Felsbrocken und schon wieder gibt es einen kleinen Haufen „Farn und Wurzeln“

Ich bin sehr gespannt, was morgen früh mein Rücken sagt…. weiter geht’s erst, wenn wir mal zu 2. Zeit haben, denn die Sache mit der Teichfolie benötigt MINDESTENS 4 Hände. Ob sie dann funktioniert, steht in den Sternen, denn Folie wabbelt nunmal, und mit wabbeligem eine vernünftige Wurzelsperre hinzukriegen ist schwierig.

Ich werde berichten….. *g*

EDIT heute, Pfingstsamstag: Auch 4 Tage später, jetzt, merke ich diese Aktion noch im ganzen Körper. Und gleich gehts weiter, denn am heutigen recht kühl-wolkigen Tag steht der Versuch mit der Wurzelsperre auf dem Programm, und das heißt: Gräben graben…. wünscht mir einen stabilen Rücken 😉

Garten, Garten, Garten….

Man könnte meinen, ich hätte kein anderes Leben außerhalb. Es ist aber auch zu und zu schön: jeden Tag, an dem ich frei habe, gibt es Neues – heute zB habe ich festgestellt, daß eine Hornisse in unserem Windschutzzaun Nistmaterial sammelt (sie ist RIESIG und friedlich, wenn sie mir an der Nase vorbeibrummt, gen Nest, aber einfach zu schnell, deshalb gibt es nur ein Hinterteil-Foto, obwohl ich mich auf der Leiter auf die Lauer gelegt hatte)

Aber in echt ists anders – de ole Lüüd werden besucht, die Arbeit gegen Lohn will gemacht sein (da gibts erfreuliche Perspektiven – näheres, wenn’s sicher ist), der monatliche Doppelkopf-Damenabend, viel zu selten Treffen mit Freunden, demnächst auch mal wieder ein Wochenendbesuch von liebgewonnenen BookCrossern, auf den ich mich sehr freue … durchaus gibt es anderes. Aber der erfreulichste Teil des Lebens ist derzeit halt: der Garten samt seinen tierischen, pflanzlichen, menschlichen Bewohnern! Und da ich ja seit geraumer Zeit übe, eher den positiven Seiten des Lebens Beachtung zu schenken, findet hier halt hauptsächlich Garten statt. Isso.

Derzeit blüht die Bachnelkenwurz, die sich erfreulich schnell vermehrt und eine für menschliche Augen besonders hübsche Zufallsnachbarschaft zum Waldmeister pflegt.

 

Der Goldmohn wollte natürlich auftrumpfen und überschatten mit seiner knalligen Pracht, aber da habe ich rupfend eingegriffen – auch für ihn gibt es Beetstellen, an denen er mal schlicht unerwünscht ist…..

Die Geister, die ich rief….

Es ging ganz harmlos los:

am frühen Abend, das Abendbrot lag schon hinter uns, guckte ich gen Totholzhaufen und sah mit Schrecken: ein Farn des Grauens spitzte unten raus!

Farn des Grauens?

Ja, allerdings. Ich hatte vor einigen Jahren getan, was ich nie wieder tun werde: mir allen Warnungen zum Trotz einen hübschen Farn geben lassen. Die Warnungen der abgebenden Freundin lauteten: „Tu’s nicht, der breitet sich rasant aus. Wenn Du den irgendwo pflanzt, dann nur, wo er wirklich nicht stören kann! Aber besser ist, laß ihn hier“

Hätte ich bloß erstmal bei Wikipedia nachgelesen, denn da stehts schwarz auf weiß:

Es findet eine lebhafte vegetative Vermehrung durch über 0,5 m lange, unterirdische Ausläufer statt.

Aber wahrscheinlich hätte ich auch das nicht hören wollen, so hübsch wie er aussah, der Straußenfarn, denn so heißt er offiziell, mein Farn des Grauens. Ich sah nämlich die Chance, daß dieser Farn hinter’m Knick im Giersch eine Chance haben könnte. Und da konnte er doch nun wirklich nicht stören…..

Die Chance nahm der Farn wahr. Bloß stellt sich seit 2 Jahren heraus, daß ihm die große Fläche dort nicht genügt: er wandert gen Rasen, und seit letztem Jahr reicht nichtmal mehr mähen aus – ich habe fast täglich kleine Farne ausgebuddelt, von den Bodenausläufern, an deren Ende er neue Farne gen Himmel schickt, die man auch nicht einfach mit abmähen kann – sie bilden harte Knubbel im Rasen, aus denen sie immer wieder neu austreiben…. von wegen „da kann er nun wirklich nicht stören!“ Er kann, und zwar sehr heftig 😦

Und nun also im Totholzhaufen…..

Hier ist ein Bild, wie diese idyllische Ecke bis zum frühen Abend noch aussah (das Bild ist vom letzten Jahr, also ohne Farn des Grauens – man sieht ihn aber überall im Hintergrund:

Dann wollte ich den am rechten Ende hervorlugenden Farn entfernen. Und jetzt sieht das da so aus:

Glücklich bin ich nicht, muß ich sagen.

Das sind Reste, die auf den neuen Totholzhaufen dürfen

das auch.

Zwei hoch volle Karren fast vermodertes mit Gierschwurzeln drin hat der Herr F. hinten im Knick aufgestapelt. Falls noch Larven und so drin sind, wovon wir ausgehen, können die sich dort zuendeentwickeln

Das sind hauptsächlich Wurzeln. Farn, Brennesseln und Giersch. Müssen wir ein heißes Feuer machen, das muß TOT ;-|

Das war immer eine richtig schöne Ecke gewesen, jetzt ists häßlich und Baustelle. Es hat sich nämlich im buddeln herausgestellt, daß sowohl der Totholzhaufen (der in den unteren 20cm nur noch Mulm ist) als auch der Boden von Farnausläuferwurzeln durchzogen sind (abgesehen davon waren da auch ordentlich Brennesseln und Giersch, logo) Deshalb hab ich weiter und weiter den Haufen abgetragen und werde das auch noch zuende führen. Aber dann weiß ich nicht weiter. Denn:

  • tu ich nix, habe ich in kürzester Zeit Giersch, Farn, Brennesseln in Rasen und Beeten
  • schichte ich eine frische Totholz“mauer“ auf, wird die nicht, wie „nur“ bei Giersch und Brennesseln, 15 Jahre lang das dollste in Schach halten: der Farn nämlich wird sich dadurch nicht beeindrucken lassen.

Was ich brauche ist eine Wurzelsperre. Und zwar eine gute und tiefe. Und dann muß ich die schon vorhandenen Ausläufer möglichst komplett aus dem Rasen und dem nebendran liegenden Wiesenstück rauskriegen, damit die wirken kann. Im Prinzip würde ich am liebsten den Farn ganz entfernen. Ob das noch gelingen kann ist offen. Aber momentan habe ich nicht mal eine Idee, was ich als Sperre nehmen könnte.

Das hier „muß noch“

Oh, Schiet.


EDIT drei Tage später:

Das ganze wird sich, wie Ihr noch lesen werdet und ich beim anfangen glücklicherweise nicht wissen konnte, zu einer (noch) größeren Aktion auswachsen, denn ….  Teil 2 der Geschichte,  Teil 3  und Teil 4

Nochmal die Sache mit der selektiven Wahrnehmung

Seit ich in diesem Frühjahr plötzlich überall über Insekten stolpere, die ich nie zuvor wahrgenommen hatte – und seit ich, kaum schaue ich nach ihnen, plötzlich auch Dinge sehe wie „da fliegt was rotes – oh, es krabbelt unter ein Scharbockskraut. Wo ist es denn? (hebt Blättchen hoch und sieht ein Loch im Boden) -oh, wieder eine Niströhre“ oder „schon wieder was rotes. Oh, es setzt sich. Nein, das ist anders, das hat überall rotbraune Haare, und größer ist es auch. Mal sehen….. WEG, schade!“ oder „ohneee, wer schwimmt denn da in meinem Kaffee? Oh! Ist ja gar keine Fliege! WINZIG, aber …. also, ich glaube, auch das ist ein Bienchen“ usw – seitdem hab ich mal so überlegt, wie stark sich meine Wahrnehmung des immer selben Gartens in den 24 Jahren, die ich in ihm inzwischen fast schon verbringe, verändert hat.

Als ich hier einzog, war der Garten ein wesentlicher Faktor gewesen, überhaupt dieses Haus zu kaufen. Er war (relativ) groß und vor allem war er mit seinen großen Bäumen, den Wegen und Winkeln sehr eingewachsen und gemütlich.

Viele Jahre lang habe ich mich hauptsächlich damit befaßt, ihn gierschfrei zu halten, neue Staudenbeete zu „erschließen“, mir wind- und schattengeschützte (mit anderen Worten warme, sonnige) Plätze einzurichten und zu erhalten. Das alles (selbstverständlich) ohne Spritzmittel und mit viel „Unkraut“- und „Unordnungs“- toleranz. Selbst der Giersch durfte weite Flächen behalten, bloß in meinen Beeten wollte ich ihn halt nicht auch noch haben. Und ich mochte es schon immer, wenn Pflanzen mit- und ineinander wachsen, nicht jede in einem braunen, freien Erdbereich alleine steht. Oder wenn die Beetpflanzen in die Wege hineinwachsen bzw man sich die Wege praktisch durch die Pflanzen mäht.

Schön, wenn alles von allein wächst

In den ersten Jahren war ich damit beschäftigt, abzuwarten, was wo wächst und wie wirkt, den Vorgarten-Staudenbereich durchzuwühlen, um ihn vom Giersch zu befreien (gegen alle Unkenrufe ist das nachhaltig gelungen, worauf ich immer noch ein bißchen stolz bin, zumal es ein halbes Jahr Arbeit an meinem von links nach rechts durch den Staudengarten wandernden „Gierschgraben“ bedeutet hat. Wobei ich jede einzelne Staude von Erde und Rest-Wurzeln (des Giersch) befreit habe, bevor sie zurück in den Boden durfte.)

Dann kamen entspannte Jahre mit einem Garten, der im Prinzip einfach genau richtig war. Meine Arbeit: dafür zu sorgen, daß es so bleibt. Im Grunde ist es noch immer so, bloß daß ich in diesen Jahren keinen groß sich ändernden Blickwinkel auf den Garten hatte.

Jetzt ein Sonnennickerchen….

Das änderte sich mit den Bienen. Und mit denen änderte sich dann auch der Garten:
plötzlich durften sich Blumen, die die Bienen mochten, fast ungehindert ausbreiten, wo ich vorher zugunsten der Vielfalt eingegriffen hatte.
Plötzlich schienen mir die vielen riesigen Buchen ums Grundstück nicht mehr ganz so toll wie zuvor:
Ich bin im Schatten? Ich kann weg.
Die Bienen sind im Schatten? Sie entwickeln sich schlechter…..
plötzlich hatte die Forsythienblüte einen unangenehmen Beigeschmack: so viele Blüten, und kein Fitzelchen Nektar oder Pollen!!!
Und nach dem Umsturz der schönen Mirabelle suchte ich die Ersatzpflanzen, unser „Gebüsch“, danach aus, daß es nektar- und pollenreiche Blüten gibt, wenn ringsum wenig zu holen ist. Insgesamt war mir der „Pflanzen-Teil“ des Gartens in dieser Zeit weniger wichtig geworden, zeitweise habe ich ihn mehr als Nektar- und Pollenlieferanten für Biens gesehen. Aber weil mein Blick immer öfter weniger auf den Blumen ruhte als auf den Bienen habe ich auch viel mehr andere Tiere gesehen – bzw beachtet.

Das ging ein paar Jahre so, dann hatte sich mit diesem neuen Fokus eine andere Wahrnehmung des Gartens eingeschlichen: die Wahrnehmung des Gartens nämlich als einem Stückchen Ausgleich für das, was es „da draußen“ immer weniger gibt: Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Nahrung für unterschiedlichstes Gekreuch und Gefleuch – ein Refugium nicht nur für mich/ uns und die von uns betreuten Tiere, sondern für Alle, die sich hier einfinden möchten (Ausnahmen bestätigen die Regel: Quecke, Saatkrähen und Bremsen: not welcome *gg*) Dadurch kam es zB zum ganzjährigen Vogelfüttern – was dann wieder offenbar zu einer Zunahme der Arten (zumindest der für mich sichtbaren Arten) geführt hat – ein sich selbst ständig verstärkender Prozeß, denn solche Erfolgserlebnisse führen natürlich dazu, daß frau Lust hat, zu überlegen, was denn noch so zu tun sein könnte, um weitere Tierarten anzulocken….

Da war dann die Entdeckung des „Naturgarten e.V.“ nur noch eine logische Folge, die das ganze aber noch erheblich verstärkt und beschleunigt hat.
Die quartalsmäßig erscheinende Zeitschrift hat dazu geführt, daß ich momentan viel auf den Boden schaue, nicht um meine Blumen zu betrachten (doch, schon, auch, aber eben nicht mehr nur), sondern um nach Insekten zu schauen. Und daß ich nochmal eine ganze Menge mehr von inneren Zusammenhängen verstanden habe. Was wiederum Konsequenzen hat….. zB wusste ich bis zum letzten Jahr noch nicht, daß die allermeisten Wildbienen im Boden nisten und dazu unterschiedliche Bereiche brauchen.  Was mich dazu bringt, an manchen Stellen doch wieder mehr einzugreifen.
Oder daß die hier heimischen Pflanzenarten überlebensnotwendig für spezialisierte Schmetterlinge sein können, was bedeutet, daß es keinen solchen Schmetterling mehr geben KANN, wenn es genau die nötige Futterpflanze nirgends mehr gibt.
Weswegen ich überlege, welche neuen Pflanzen ich an freigewordenen Stellen ansiedeln könnte, statt, wie vorher, diese Stellen mit Ablegern schon vorhandener Sorten, die ich mag, aufzufüllen. Beispiel: meine beiden neuen Beete mit den heimischen Saaten.

Seit ich meine Tier- und Pflanzenliste führe, hat sich auch noch ein bißchen Ehrgeiz eingeschlichen *g* Jetzt möchte ich noch stärker alles, was zu sehen ist, beim Namen nennen können! Ich bin weit davon entfernt, auch nur annähernd dieses Ziel zu erreichen. Die Möglichkeiten sind natürlich schier unendlich! Wenn ich allein dran denke, wie viele Büsche im Garten ich nicht namentlich kenne! Und Insekten! Moose! Vögel! Wasserpflanzen! Unkräuter! *g*
Es macht einen Heidenspaß, und bei den Tieren bin ich immerhin schon – Stand heute – bei 107 angelangt, bei den Pflanzen bei 167.

Na? Wie viele Pflanzensorten? Ich komme auf 8 🙂

Ich bin ziemlich gespannt, wohin mich mein Garten noch führen wird…. sicher gibt es noch viel mehr Blickwinkel, Möglichkeiten und zu entdeckendes. Immer gleich geblieben ist allerdings, daß ich beim zupfen, gucken, graben, hören und wieder zupfen Zeit und Raum zeitweise vergessen kann – etwas, das gar nicht zu überschätzen ist und das ich Jedem/r hier gönne, egal bei welcher Beschäftigung.

 

Muskelkater

Heute bin ich die schmerzensreiche Fjonka. Das bin ich deshalb, weil gestern herrlichstes Wetter war, der Garten auf mich gewartet hatte und ich seinen Rufen nicht widerstehen konnte. Eins ergab das andere:

Ich wollte mit des Herrn F. Hilfe ein weiteres Stückchen gen „mehr Natur“ gehen. Und zwar, indem die erste der zahlreichen Forsythien ausgebuddelt werden sollte. Ersetzt werden würde sie, sollte dies klappen, von dem Pfaffenhütchen, das sich selbst im Hof direkt am Kellerschacht vor bestimmt 7 oder 8 Jahren angesät hatte. Es stand am Eckpfosten des Staketenzauns, und so hatte ich die dünnen Zweige des Sträuchleins, das da wuchs und von dem ich, bis es im letzten Jahr zum ersten mal Früchte getragen hatte, nicht wusste, was es für eins war, einfach immer um die Staketen herumgewunden. Inzwischen zeigte sich aber: das wollte ein ausgewachsener Strauch werden, und als solcher würde es erstens an dieser Stelle nicht gerade glücklich werden und zweitens über kurz oder lang der Kellerschachtmauer mit seinen Wurzeln Probleme bereiten. Also wollte ich versuchen, ob es umpflanzbar wäre.

tatsächlich war es ein viel kleinerer Akt als gedacht, die Forsythie auszubuddeln – man sieht, wieso, wenn man sich den Wurzelstock betrachtet, den ich als Totholz und Deko vors neue Beet gesetzt habe:

Ganz schön wenige Wurzeln für so einen ex-großen Strauch….

A propos neues Beet: man sieht schon eine Menge Keimlinge, wenn man genau hinschaut:

Aber weiter im Text: das Pfaffenhütchen einzupflanzen war das kleinste Problem – aber woher Erde fürs Pflanzloch nehmen? Was wir da rausgeholt hatten, das bestand – wie überall bei mir – fast nur aus Gierschwurzeln….. also musste ich tun, was eh nötig wurde: den Kompost umsetzen. Aber einiges davon wollte erst einmal gesiebt sein, denn ich brauchte auch Erde für die Pflanzen, die ich zugunsten des Naturgartenvereins beim Landmarkt in Gottorf, auf dem wir wieder mit den Stand betreuen werden, gegen Spende abgeben werde. Also Karre und Kompostsieb raus, eine Karre vollgesiebt – aus dem Thermokomposter – dann den Rest rausgeschaufelt und dem Pfaffenhütchen zugegeben. Und dann aus dem Kompostgitter den Thermokomposter gefüllt, den Rest aus dem Gitter hinten aufs Beet, weil ich da auch ’ne Masse Placken rausgeholt habe, denn seit dem letzten Jahr passiert der Giersch die Edelstahlbarriere von unten – für ein paar Jahre hats gereicht, aber daß das einfach nicht tief genug war, hatte ich ja von Anfang an geahnt…..

Sieht nach wenig aus, ist aber SEHR viel Arbeit gewesen…

Naja, und nebenbei gibt es natürlich immer eine Menge zu entdecken……

3 davon liegen dicht nebeneinander im Boden, etwa bleistiftdick die Löcher – aber ich habe Niemanden gesehen, der ein- oder ausgeht

der Wollschweber im Lungenkraut – erwachsen saugt er nur Nektar, als Larve andere Insektenlarven aus….

erst letztes Jahr gepflanzt – schon in prächtiger Blüte: Primula elatio, die Waldprimel

aufgefüllte Erde vor blühendem Garten 😉 – schön, das Frühlingsgrün!!

Das Beet mit den Karden und der Wildpflanzen-Saat vom vorletzten Herbst

Auch vom letzten Herbst: die gelbe Taubnessel . Hatte ich im Topf eingesetzt, weil ich noch nicht wusste, wohin damit – und ein Absenker hat sich selbst daneben hingepflanzt 🙂 Der darf bleiben….

Der Rest aus dem Topf aber kommt dahin, wo ich vorgestern gewütet hatte *g*. Hinten sieht man schon die ersten Töpfchen für Gottorf

Keine Ahnung, wie der dahin kommt, aber er ist seit ein paar Jahren da: der gefleckte Aronstab

Richtig gefreut haben wir uns über den Dicken – wir standen so beim Futterplatz rum und guckten nach ichweißnichtwas, da kam er an und maute fröhlich. Bekam aber wohl nicht genug Beachtung – und wie ein junges Kätzchen ist er übermütig 2 Meter rauf auf den Schneeballstrauch – und gleich wieder runter, um mit gebogenem Schwanz wegzusausen! Ich erinnere: 20 wird er im Mai! Die Schmerztröpfchen scheinen zu helfen 🙂 Überhaupt ist er bei dem schönen Wetter auch wieder mehr draußen. Aber auch nach wie vor sehr viel schlafend im kühlen Haus….

Jedenfalls habe ich von diesen Aktionen heute unsäglichen Muskelkater! Und es sind (natürlich) noch Restarbeiten über…….

Eine Schubkarre voll Erde steht noch rum, das Gitter muß noch neu aufgestellt werden

Und hier, wo wir das Pfaffenhütchen ausgegraben hatten, liegt ein Riesenhaufen „Zeug“ *g*

Nebenbei hatte ich ja auch noch die Randsteine ausgegraben (die waren fast im Hof versunken, wie ALLES, was man auf diesen Hof kippt – einschließlich vieler Fuhren Kies und inzwischen auch die alten Dachziegel vom hofseitigen Dach, die ja alle dort eine dicke Schicht gebildet hatten) und sie (die Randsteine) höher wieder eingesetzt.

12 Uhr 13.

Ein Teil der Restarbeiten ist schonmal erledigt. Das Hof-Beet sieht jetzt so aus (direkt am ganz linken Pfosten stand das Pfaffenhütchen, und die eingeflochtenen Zweige reichten schon bis zur Hälfte der langen Seite des Zauns.

 

Ich weiß nicht so recht was damit tun jetzt. Aber ich weiß ja, wo fragen….. eigentlich fehlt bloß noch, das Kompostgitter wieder aufzustellen. Außerdem wollen wir die Wäscheleine auf der einen Seite noch höher setzen. Aber dann könnte Sonntag sein, incl. rumsitzen und Ruhe – aber der Herr F. hat schon längst wieder den Spalter ausgepackt, gestern auch, übrigens. Die erste Matte ist schon fast voll und ein Ende seiner Arbeitswut nicht in Sicht – da will ich natürlich nicht bremsen, zumal ich derzeit so gar keine Lust auf „Holz“ habe……

 

 

 

Ostermontag

Endlich, endlich fühle ich mich wieder weitestgehend gesund und habe sogar etwas Energie übrig! UND es gibt blaue Stücke zwischen den Wolken UND wenig Wind UND der Schnee von gestern ist weitgehend weggetaut UND die Sonne kommt immer wieder raus  – was liegt da näher als erstmals ein wenig Gartenarbeit – denn zum draußen rumsitzen ists definitiv zu kalt.

Und so habe ich mit des Herrn tatkräftiger Hilfe das 1. Miniprojekt beendet: die Elfenblumen sind ganz raus aus dem Frühstücksplatz-Randbeet, damit gibt es um die 3 qm relativ sonnigen Leerplatz. Da will ich ein weiteres kleines Schrittchen gen Naturgarten tun: zwei Schubkarren Sand untergemengt, grobes rausgeharkt und Saat- Mix von der Arche Eggebek ausgestreut, untergerecht, festgestreten – es wird noch ein paar Nachtfröste für die Frostkeimer geben, und so hoffe ich auf ein paar neue Arten im Garten. Das kleine Beet vom letzten Jahr habe ich vom Laub befreit (diese Blühpflanzen mögen ja alle lieber Sonne und mageren Boden) und jetzt auch die Karden-Reste abgeschnitten. Es gab allerhand Rosetten zu sehen und auch Rest-Pflanzen vom letzten Jahr, die noch ganz munter aussehen. Bin gespannt, wie sich das alles entwickeln wird.

Beim umpflanzen der Elfenblumenplacken haben wir dann noch weniger schönes gefunden: letztlich habe ich einen ganzen Eimer voll Maschendraht aus dem Grundstücksrand gen Straße geborgen, zum Teil ist er aber leider so in den alten Buchen eingewachsen, daß ich ihn nur dicht an den Stämmen abklipsen konnte – der Vorbesitzer hatte Hunde und deshalb das ganze Grundstück eingezäunt – aber ich hatte eigentlich gedacht, ich wüßte, wo noch Reste sind. Nix da – diese hatte ich in den über 20 Jahren nie gesehen….

Was das Tier Nr. 100 angeht – dummerweise habe ich zwar eines gefunden, war aber absolut nicht in der Lage, das zu bestimmen:

Es ist sicherlich eine Raupe eines Falters der „Spanner“-Familie, weil es auf die charakteristische Art voranrobbt. Aber welcher ist es? Es gibt Dutzende, und ihre Raupen sind so unterschiedlich gefärbt, auch innert einer Art, daß ich das unmöglich sagen kann – und deshalb auch nix eintragen. Ihr müßt also noch warten…..  Die Raupe saß an der Holzteer-Schuppenwand, eisekalt im heftigsten Schatten plus Wind – aber sie lebte.

Derweil sind die Kringelchen und das Mondvolk eifrig in den Krokussen unterwegs und sammeln Pollen. Das Sonnenvolk aber summt zwar vor sich hin, sendet aber kaum ein Bienchen nach draußen. (EDIT: um 14:30 plötzlich ein großes Getümmel, auch Pollitas sind zu sehen – während bei den anderen trotz gleicher Besonnung jetzt wenig los ist. Immer wieder ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Völker sind!!) Und ich habe die erste Hummelkönigin gesehen. Wenn mich nicht alles täuscht, war’s eine Ackerhummel. In diesem Jahr werde ich keine Mause- und andern Löcher abseits der Wege mehr zutreten. Im letzten Jahr erst ist mir klargeworden, daß die allermeisten Wildbienenarten im Boden nisten und viele von ihnen dafür auf schon vorhandene Gänge anderer Tiere angewiesen sind.

In den letzten Tagen habe ich das wirklich feine Buch „Der Drei-Zonen-Garten“ vom Gastl gelesen, dem mit dem Hortus Insectorum. Tolles Buch, das – und was mir uA richtig gut gefallen hat, ist, daß ich jetzt gut begründen kann, warum es eigentlich ja richtig toll ist, daß ich – wie hier schon oft erwähnt – ja eine Stückeles-Macherin bin, die fast nie was zuende macht und immer von hier nach da und dorthin hüpft und macht, oft spontan und ungeplant – das ist nämlich für die Natur einfach mal gut so!!! Weil man dadurch immer in kleinen Einheiten neue Lebensbedingungen schafft und nur selten mal große Areale völlig verändert (Beispiel: auch ein Rasenschnitt kann schon zu solch einer großflächigen Veränderung zählen – viel besser, in Etappen zu mähen, so daß immer unterschiedliche Gras- und Krauthöhen und -wuchsstadien auf engem Raum zu finden sind. VIELFALT!!! 🙂 )

So. Nun will ich aber noch ein wenig raus. Mal sehn, was ich noch so anfangen und nicht beenden kann… *gg*