Muskelkater

Heute bin ich die schmerzensreiche Fjonka. Das bin ich deshalb, weil gestern herrlichstes Wetter war, der Garten auf mich gewartet hatte und ich seinen Rufen nicht widerstehen konnte. Eins ergab das andere:

Ich wollte mit des Herrn F. Hilfe ein weiteres Stückchen gen „mehr Natur“ gehen. Und zwar, indem die erste der zahlreichen Forsythien ausgebuddelt werden sollte. Ersetzt werden würde sie, sollte dies klappen, von dem Pfaffenhütchen, das sich selbst im Hof direkt am Kellerschacht vor bestimmt 7 oder 8 Jahren angesät hatte. Es stand am Eckpfosten des Staketenzauns, und so hatte ich die dünnen Zweige des Sträuchleins, das da wuchs und von dem ich, bis es im letzten Jahr zum ersten mal Früchte getragen hatte, nicht wusste, was es für eins war, einfach immer um die Staketen herumgewunden. Inzwischen zeigte sich aber: das wollte ein ausgewachsener Strauch werden, und als solcher würde es erstens an dieser Stelle nicht gerade glücklich werden und zweitens über kurz oder lang der Kellerschachtmauer mit seinen Wurzeln Probleme bereiten. Also wollte ich versuchen, ob es umpflanzbar wäre.

tatsächlich war es ein viel kleinerer Akt als gedacht, die Forsythie auszubuddeln – man sieht, wieso, wenn man sich den Wurzelstock betrachtet, den ich als Totholz und Deko vors neue Beet gesetzt habe:

Ganz schön wenige Wurzeln für so einen ex-großen Strauch….

A propos neues Beet: man sieht schon eine Menge Keimlinge, wenn man genau hinschaut:

Aber weiter im Text: das Pfaffenhütchen einzupflanzen war das kleinste Problem – aber woher Erde fürs Pflanzloch nehmen? Was wir da rausgeholt hatten, das bestand – wie überall bei mir – fast nur aus Gierschwurzeln….. also musste ich tun, was eh nötig wurde: den Kompost umsetzen. Aber einiges davon wollte erst einmal gesiebt sein, denn ich brauchte auch Erde für die Pflanzen, die ich zugunsten des Naturgartenvereins beim Landmarkt in Gottorf, auf dem wir wieder mit den Stand betreuen werden, gegen Spende abgeben werde. Also Karre und Kompostsieb raus, eine Karre vollgesiebt – aus dem Thermokomposter – dann den Rest rausgeschaufelt und dem Pfaffenhütchen zugegeben. Und dann aus dem Kompostgitter den Thermokomposter gefüllt, den Rest aus dem Gitter hinten aufs Beet, weil ich da auch ’ne Masse Placken rausgeholt habe, denn seit dem letzten Jahr passiert der Giersch die Edelstahlbarriere von unten – für ein paar Jahre hats gereicht, aber daß das einfach nicht tief genug war, hatte ich ja von Anfang an geahnt…..

Sieht nach wenig aus, ist aber SEHR viel Arbeit gewesen…

Naja, und nebenbei gibt es natürlich immer eine Menge zu entdecken……

3 davon liegen dicht nebeneinander im Boden, etwa bleistiftdick die Löcher – aber ich habe Niemanden gesehen, der ein- oder ausgeht

der Wollschweber im Lungenkraut – erwachsen saugt er nur Nektar, als Larve andere Insektenlarven aus….

erst letztes Jahr gepflanzt – schon in prächtiger Blüte: Primula elatio, die Waldprimel

aufgefüllte Erde vor blühendem Garten 😉 – schön, das Frühlingsgrün!!

Das Beet mit den Karden und der Wildpflanzen-Saat vom vorletzten Herbst

Auch vom letzten Herbst: die gelbe Taubnessel . Hatte ich im Topf eingesetzt, weil ich noch nicht wusste, wohin damit – und ein Absenker hat sich selbst daneben hingepflanzt 🙂 Der darf bleiben….

Der Rest aus dem Topf aber kommt dahin, wo ich vorgestern gewütet hatte *g*. Hinten sieht man schon die ersten Töpfchen für Gottorf

Keine Ahnung, wie der dahin kommt, aber er ist seit ein paar Jahren da: der gefleckte Aronstab

Richtig gefreut haben wir uns über den Dicken – wir standen so beim Futterplatz rum und guckten nach ichweißnichtwas, da kam er an und maute fröhlich. Bekam aber wohl nicht genug Beachtung – und wie ein junges Kätzchen ist er übermütig 2 Meter rauf auf den Schneeballstrauch – und gleich wieder runter, um mit gebogenem Schwanz wegzusausen! Ich erinnere: 20 wird er im Mai! Die Schmerztröpfchen scheinen zu helfen 🙂 Überhaupt ist er bei dem schönen Wetter auch wieder mehr draußen. Aber auch nach wie vor sehr viel schlafend im kühlen Haus….

Jedenfalls habe ich von diesen Aktionen heute unsäglichen Muskelkater! Und es sind (natürlich) noch Restarbeiten über…….

Eine Schubkarre voll Erde steht noch rum, das Gitter muß noch neu aufgestellt werden

Und hier, wo wir das Pfaffenhütchen ausgegraben hatten, liegt ein Riesenhaufen „Zeug“ *g*

Nebenbei hatte ich ja auch noch die Randsteine ausgegraben (die waren fast im Hof versunken, wie ALLES, was man auf diesen Hof kippt – einschließlich vieler Fuhren Kies und inzwischen auch die alten Dachziegel vom hofseitigen Dach, die ja alle dort eine dicke Schicht gebildet hatten) und sie (die Randsteine) höher wieder eingesetzt.

12 Uhr 13.

Ein Teil der Restarbeiten ist schonmal erledigt. Das Hof-Beet sieht jetzt so aus (direkt am ganz linken Pfosten stand das Pfaffenhütchen, und die eingeflochtenen Zweige reichten schon bis zur Hälfte der langen Seite des Zauns.

 

Ich weiß nicht so recht was damit tun jetzt. Aber ich weiß ja, wo fragen….. eigentlich fehlt bloß noch, das Kompostgitter wieder aufzustellen. Außerdem wollen wir die Wäscheleine auf der einen Seite noch höher setzen. Aber dann könnte Sonntag sein, incl. rumsitzen und Ruhe – aber der Herr F. hat schon längst wieder den Spalter ausgepackt, gestern auch, übrigens. Die erste Matte ist schon fast voll und ein Ende seiner Arbeitswut nicht in Sicht – da will ich natürlich nicht bremsen, zumal ich derzeit so gar keine Lust auf „Holz“ habe……

 

 

 

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Ostermontag

Endlich, endlich fühle ich mich wieder weitestgehend gesund und habe sogar etwas Energie übrig! UND es gibt blaue Stücke zwischen den Wolken UND wenig Wind UND der Schnee von gestern ist weitgehend weggetaut UND die Sonne kommt immer wieder raus  – was liegt da näher als erstmals ein wenig Gartenarbeit – denn zum draußen rumsitzen ists definitiv zu kalt.

Und so habe ich mit des Herrn tatkräftiger Hilfe das 1. Miniprojekt beendet: die Elfenblumen sind ganz raus aus dem Frühstücksplatz-Randbeet, damit gibt es um die 3 qm relativ sonnigen Leerplatz. Da will ich ein weiteres kleines Schrittchen gen Naturgarten tun: zwei Schubkarren Sand untergemengt, grobes rausgeharkt und Saat- Mix von der Arche Eggebek ausgestreut, untergerecht, festgestreten – es wird noch ein paar Nachtfröste für die Frostkeimer geben, und so hoffe ich auf ein paar neue Arten im Garten. Das kleine Beet vom letzten Jahr habe ich vom Laub befreit (diese Blühpflanzen mögen ja alle lieber Sonne und mageren Boden) und jetzt auch die Karden-Reste abgeschnitten. Es gab allerhand Rosetten zu sehen und auch Rest-Pflanzen vom letzten Jahr, die noch ganz munter aussehen. Bin gespannt, wie sich das alles entwickeln wird.

Beim umpflanzen der Elfenblumenplacken haben wir dann noch weniger schönes gefunden: letztlich habe ich einen ganzen Eimer voll Maschendraht aus dem Grundstücksrand gen Straße geborgen, zum Teil ist er aber leider so in den alten Buchen eingewachsen, daß ich ihn nur dicht an den Stämmen abklipsen konnte – der Vorbesitzer hatte Hunde und deshalb das ganze Grundstück eingezäunt – aber ich hatte eigentlich gedacht, ich wüßte, wo noch Reste sind. Nix da – diese hatte ich in den über 20 Jahren nie gesehen….

Was das Tier Nr. 100 angeht – dummerweise habe ich zwar eines gefunden, war aber absolut nicht in der Lage, das zu bestimmen:

Es ist sicherlich eine Raupe eines Falters der „Spanner“-Familie, weil es auf die charakteristische Art voranrobbt. Aber welcher ist es? Es gibt Dutzende, und ihre Raupen sind so unterschiedlich gefärbt, auch innert einer Art, daß ich das unmöglich sagen kann – und deshalb auch nix eintragen. Ihr müßt also noch warten…..  Die Raupe saß an der Holzteer-Schuppenwand, eisekalt im heftigsten Schatten plus Wind – aber sie lebte.

Derweil sind die Kringelchen und das Mondvolk eifrig in den Krokussen unterwegs und sammeln Pollen. Das Sonnenvolk aber summt zwar vor sich hin, sendet aber kaum ein Bienchen nach draußen. (EDIT: um 14:30 plötzlich ein großes Getümmel, auch Pollitas sind zu sehen – während bei den anderen trotz gleicher Besonnung jetzt wenig los ist. Immer wieder ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Völker sind!!) Und ich habe die erste Hummelkönigin gesehen. Wenn mich nicht alles täuscht, war’s eine Ackerhummel. In diesem Jahr werde ich keine Mause- und andern Löcher abseits der Wege mehr zutreten. Im letzten Jahr erst ist mir klargeworden, daß die allermeisten Wildbienenarten im Boden nisten und viele von ihnen dafür auf schon vorhandene Gänge anderer Tiere angewiesen sind.

In den letzten Tagen habe ich das wirklich feine Buch „Der Drei-Zonen-Garten“ vom Gastl gelesen, dem mit dem Hortus Insectorum. Tolles Buch, das – und was mir uA richtig gut gefallen hat, ist, daß ich jetzt gut begründen kann, warum es eigentlich ja richtig toll ist, daß ich – wie hier schon oft erwähnt – ja eine Stückeles-Macherin bin, die fast nie was zuende macht und immer von hier nach da und dorthin hüpft und macht, oft spontan und ungeplant – das ist nämlich für die Natur einfach mal gut so!!! Weil man dadurch immer in kleinen Einheiten neue Lebensbedingungen schafft und nur selten mal große Areale völlig verändert (Beispiel: auch ein Rasenschnitt kann schon zu solch einer großflächigen Veränderung zählen – viel besser, in Etappen zu mähen, so daß immer unterschiedliche Gras- und Krauthöhen und -wuchsstadien auf engem Raum zu finden sind. VIELFALT!!! 🙂 )

So. Nun will ich aber noch ein wenig raus. Mal sehn, was ich noch so anfangen und nicht beenden kann… *gg*

 

Vom Frust zum Glücksgefühl in 2 Sekunden!!!!

Frustriert vom 2. Werkstattaufenthalt meines Autos, vom 3. Infekt diesen Winters, vom feuchten grau in grau, vom seit mehreren Nächten wieder sehr schlechten Schlaf und der daraus (und aus dem Infekt, schätze ich) resultierenden heftigen Mattigkeit habe ich mich vorhin aufgerafft, kurz hinaus in den Garten zu gehen, um, so lange es meine übrigens derzeit auch wieder ziemlich schmerzenden Knochen zulassen würden, weitere Quadratmeter Elfenblumen auszubuddeln

Elfenblumen! Was für ein täuschender Name, auf den ich, zusammen mit hübschen Blütenbildern und dem Versprechen auf unkompliziertes bodendecken, da hereingefallen war….. – Ja, sie haben hübsche Blüten. Die man nur sieht, wenn man zeitig im Jahr die alten Blätter abschneidet. Ja, die neuen, frischen Blätter sind wunderschön und zart – aber auch nur dann sichtbar, wenn man zeitig die alten abschneidet. (Ich hätte Euch gern Fotos gezeigt, kann sie aber einfach nicht finden) Ja, sie decken unkompliziet den Boden – aber keineswegs zart und licht. Nein, sie bilden einen schier undurchdringlichen Filz, unter dem nichts anderes mehr wächst – der es aber, ich habs versucht, leider trotzdem nicht mit Giersch und Co aufnehmen kann. Und sie bedecken inzwischen an die 10 Quadratmeter meines raren, kostbaren Staudenbeet-Bodens. Eine Stelle, an der sie besonders wuchern, wollte ich von ihnen befreien und für Neues bereitmachen.

überall, wo der Boden dunkel ist, waren vorher Elfenblumen. Ausschließlich. In 2 Einsätzen habe ich, wie man sieht, vielleicht die Hälfte entfernt (rechts neben dem Spaten, das ist „der Rest“)

Wie viel schon weg ist, sieht man hier – vielleicht schaffen sie’s ja dort, samt Wurzelplatten auf den Giersch gesetzt am Knick. Wenn nicht – dann nicht.

Irgendwann fuhr ich also die 2. heutige Karre voller Wurzelplatten zum Knick, setzte sie dort auf („ein“ kann man das nicht nennen), drehte mich um – und dann kam es! In zwei Sekunden vom Frust zum Glücksgefühl, durch diesen Anblick:

Lang erwartet, jetzt da – die erste Kornelkirschenblüte!!!!!!!!!

Es ist auch die einzige, aber wo erstmal, nach, glaube ich, fünf Jahren* die erste ist, da werden, da bin ich zuversichtlich, im nächsten Jahr schon mehr sein! Im letzten jahr schon hatten alle Kornelkirschen die 2m-Marke erreicht, waren dabei ordentlich verzweigt. Da dachte ich schon: jetzt MUSS es doch mal losgehn! Und jetzt also ist der Anfang gemacht!!!

Ick freue mir 🙂

Danke, PurpurBête!!!!

* fündig im Archiv! Tatsächlich: 2013 gepflanzt

Der Vorfrühling beginnt meist Ende Februar oder Anfang März. Er wird angezeigt durch die erste Blüte von Haselnuss, Schneeglöckchen, Schwarz-Erle und Salweide, die Vollblüte des Winter-Jasmins, in den Alpen den Austrieb des Bergahorn.

(Wikipedia)

Bin draußen gewesen.
Es gibt einiges, das erfreulich ist:
– der Wasserstand im Garten ist so abgesunken, daß fast alle Büsche wieder außerhalb des Teiches stehen (wir hier im Norden versinken ja seit Monaten im Wasser, da ist sowas schon ein Grund zur Freude)
– Die ersten Winterlinge spitzen mit gelben Köpfchen aus dem Boden
– die Schneeglöckchen sind fast so weit, ihre schon abgesenkten Büten zu öffnen
– und die Knospen einiger Sträucher und Bäume beginnen, dicker zu werden!
Von erster Blüte von Haselnuß und Salweide kann noch nicht die Rede sein, aber: der Vorfrühling startet langsam!!!

 

Vorfrühling

Da draussen rauscht der Regen,
der Wind braust überm Land;
doch leise webt den Segen
des neuen Lenzes Hand.

Sie lockt aus Strauch und Bäumen
der Knospen grünen Schein,
sie schmückt mit lichten Säumen
der Wälder düstre Reih’n.

Sie webt schon an dem Kleide
der stillen Erdenbraut,
die bald zu aller Freude
dem Frühling wird getraut.

Mag jetzt der Sturm nur tosen,
er knickt die Hoffnung nicht.
Bald winken uns die Rosen
und blüh’n Vergissmeinnicht.

(Emerenz Meier 1874-1928)

… und dann kam die Sonne raus….

…. und mit ihr nochmal ein Energieschub. Und als die Sonne eine Dreiviertelstunde später weg war, war das auch die Restarbeit:

Ja. Sieht übel aus. Bin gespannt, ob’s in einem oder erst in zwei Jahren wieder okay ist.

in der Breite ist etwa ein halber Meter weggekommen.

Übrigens hab ich den Schnitt einer hoffentlich sinnvollen Verwendung zugeführt: ist ja recht haltbar und sehr sparrelig-kleinteilig, und ich hab ihn so wie er von der Hecke runterkam (als viele knorrig-verästelte Kleinstbüsche) in zwei „toten Ecken“ aufgehäuft. Etwa 5-6 Schubkarren, gehäuft voll. Ich stelle mir vor, daß das für Vögel, Insekten, Kleinstlebewesen, Kröten und Igel nutzbar ist.

 

High energy… :-)

Es ist schon herrlich, wenn mal wieder ENERGIE da ist!

Genug Energie, um

  • sonntags Holz zu spalten und einzufahren
  • montags zu arbeiten (und meine neue Arbeit ist körperlich fordernd!)
  • und dann dienstags dies zu tun:

Ja. Sieht erbärmlich aus jetzt. Aber….

war nötig. Die Hecke wächst bei normalem schneiden jedes Jahr trotzdem um einige Zentimeter. Und so schön eine hohe Buchenhecke ist, so blöde ist sie da, wo zu wenig Platz dafür ist. In der Höhe wg. Schattenwurf. In der Breite muß wohl auch noch allerhand weg, sonst können wir bald nicht mehr in den Hof fahren….

Hier sieht man im Vergleich mit „umme Ecke“ die frühere Höhe. Die mache ich, den Vögeln zuliebe, erst, wenn dieser Teil dicht nachgewachsen ist.

 

Daß sowas geht, bedeutet für mich dreierlei. Nämlich, daß ich mich erstens inzwischen körperlich und geistig so auf der neuen Arbeit eingelebt habe, daß ich Ressourcen für solche Aktionen übrig habe. Zweitens, daß der Schritt zu wechseln richtig war (was ich auch schon ab und an bezweifelt habe, „aus Gründen“, es ist auch dort nicht alles gold *g*), denn nur wer schläft und geistig nicht ununterbrochen um die Arbeit kreist, der kann Energie haben. Und drittens bedeutet es natürlich ein großes Plus an Lebensfreude, denn: was zu schaffen, draußen zu sein, auch was geschafft ZU HABEN – das sind drei ganz wichtige Sachen für mich. Heute ist übrigens wieder „Arbeit“ angesagt, ich hoffe, es ist noch genug Energie über….. *g*

Daß es optisch SO schlimm werden würde war mir zum Glück vorher nicht ganz klar. Und es wird ja noch schlimmer, wenn ich in den nächsten Tagen irgendwann auch noch an die Breite rangehe – etwas, das garnicht beabsichtigt war. Denn da das so langsam geht mit der Hecke hatte ich nicht bemerkt, wie unglaublich breit die im Laufe der vergangenen 23 Jahre geworden war. Das wird also letztlich demnächst erstmal aussehen wie ein paar ärmliche Stümpfe – auf den Knick gesetzt sozusagen… aber ich weiß ja, es bleibt nicht so. Die können das ab, diese Rotbuchen.

Danke übrigens, ladypark, für den Schubs – ohne Deine Frage zum Heckenschnitt hätte ich das nicht gemacht! 🙂

 

Gestern

windstill plus Sonne. Erste Blüten am Mistmistmistichweißesnichtmehrstrauch*, erste Bienen vor den Kästen, dringend nötige Holzspaltaktion (des bereits geng getrockneten, aber bisher erst gesägten Holzes, das wir dazugekauft hatten) und dann noch einen Spaziergang über die Kuhkoppel, die selbst an den höchsten Stellen und trotz Drainage patschnaß ist (quatschquatsch bei jedem Schritt), obenauf noch die Schneereste von Donnerstag.

*Gerade lange gesucht, aber offenbar hab ich hier im Blog nur notiert, was ich evtl mal für das neue Gebüsch haben WOLLTE, nicht, was ich wirklich gepflanzt habe. Und jetzt hab ich den einen Strauch vergessen 😦 – es waren je zwei

  • Kornelkirschen von Purpurbête
  • Purpurweiden
  • Salweiden
  • Felsenbirnen
  • Traubenkirschen
  • Erbsensträucher
  • Kreten, die sich aber dann als Pflaumen (oder Zwetschgen!?) entpuppt haben
  • Schneeforsythien
  • und JA!!! BEIM auflisten ist es mir jetzt doch wieder eingefallen: zwei Geißblätter!!!

Außer den beiden Erstgenannten haben alle schon geblüht. Bei den Kornelkirschen hoffe ich auf dies‘ Jahr, denn inzwischen haben sie mich schon an Größe überholt!!

Erst wenige Jahre ists her, und doch würde ich bei der Auswahl inzwischen etwas anders machen – denn jetzt wäre ein Faulbaum dabeigewesen, oder ein Pfaffenhütchen – jedenfalls wäre heutzutage nicht nur Nektar- und Pollenvorkommen für mich wichtig, sondern auch, daß alle einheimisch sind. Tja. Nichtsdestotrotz finde ich’s schön, daß da schon etwas blüht. Und die Schneeglöckchen spitzen auch schon raus. Weiße Köpfchen sind erst an 2 Stellen in Anfängen zu sehen, aber immerhin.

Montagmorgen: gut, daß wir die Zeit gestern genutzt haben und draußen waren. Heute nämlich ists grau- weiß und schneit wieder. Und dann soll es viel wärmer werden, aber regnen.

Gartennotizen und -bewohner

Gestern bin ich in dem schönen Band „Schmetterlinge Schleswig-Holsteins“, der im Überraschungsweihnachtspäckchen vom Jungimker-Paar war, sozusagen beim lesen über einen bereits gefaßten und wieder vergessenen Vorsatz fürs nächste Gartenjahr gestolpert:

der Schornsteinfeger war im letzten Jahr bei uns unterwegs, sogar recht viele Exemplare – und er braucht, so konnte ich lesen, Gräser, auch länger ungemähte Flächen, zur Eiablage.

Da fiel mir wieder ein, worüber wir (auch) beim durchgehen des Gartens für die eventuelle Prämierung gesprochen hatten: daß es nämlich im Naturgarten sinnvoll ist, nicht alle Flächen gleichzeitig zu mähen.

Beim Rasen tu ich das eh nicht, allein schon aus zeitlichen Gründen und weil ich sowieso immer nur da mähe, wo es zur Nutzung gerade wirklich nötig wird. Aber die Wiese, das einzige Stück Fläche mit Gräsern, wo es längere ungemähte Zeiten gibt, die mähe ich zwar bloß 2x, aber immer alles auf einmal. Das soll im nächsten Jahr anders werden, ich will mal gucken, in wie viele Zonen ich sie dann aufteile, aber jedenfalls in mehrere, die versetzt gemäht werden. Drei vielleicht!?

Auch Ende Juli bei uns fotografiert: das Landkärtchen, 2. Generation (die der ersten sehen total anders aus!!) Die Raupen fressen Brennesseln, die Erwachsenen leben in „feuchten Waldsaumstrukturen“- da ist unser Garten also ideal.

Und auch den nächsten hat der Herr F. am selben Tag fotografiert. Es ist ein Mädchen! 🙂 Und zwar ein Faulbaum- Bläuling, ein sehr häufiger Falter, wie uns Buch und Bestimmungshilfe sagen, wohnhaft auf Efeu, Hopfen und – Logo – Faulbaum.

Der NABU Eckernförde hat eine richtig hilfreiche Bestimmungshilfe (1. PDF) sowie Links, die auch gut weiterhelfen.

Türchen 3.12.: Der Blick aus dem Küchenfenster

I

Meisentasse
Spatzen flattern
Da! Ein Kleiber!
Sumpfmeischen schimpft, wartend, laut.
Frühstückszeit.


II


 III

Links zwei Buchen an der Straße,
vorne drei zum Nachbarn hin,
rechts ein Durchblick bis zur Koppel
und davor ist „Wo ich bin“
Denn davor, da ist der Garten,
jedenfalls ein großes Stück,
das ich seh‘ beim tagesstarten:
Frühstücksküchenfensterblick.
Vorn im Busch die Meisentasse,
dann die Wiese, langes Gras…
Alles so wie’s soll! –  Ich bin
beruhigt vom Blick durchs Fensterglas

 

Mutig

Gerade eben war ich extrem mutig.

Ich bin nämlich Holz holen gegangen, und als ich so einen Blick nach rechts und links warf, sah ich etwas, das mich den Knick erklimmen ließ. Dort bot sich mir dieser Anblick:

Ich wohne jetzt seit 23 Jahren hier, und DAS habe ich noch nie gesehen! Noch nie gab es dort auch nur eine kleine Pfütze!

Seit Wochen laufen wir durch den Garten, und bei jedem Schritt macht es „quatsch quatsch“. Okay. Seit Wochen beobachten wir mit Argusaugen den Teich und freuen uns an jedem Tag, an dem der Pegel etwas sinkt. Das war in den letzten paar Tagen der Fall gewesen, aber seit vorgestern schüttet es. Jetzt ging ich also zum Teich und sah dies:

Au weia! Das kommt ziemlich an DAS heran, was wir sahen, bevor der Herr F. im Keller in Wasser stapfte! Meine erste Reaktion: „Ich geh in den nächsten Tagen nicht da runter!“
Aber dann habe ich mir doch ein Herz gefaßt, und siehe da: noch ist alles trocken da unten.

Ich fühle mich gerade SEHR mutig und erwachsen *augenroll*

Oh bittebitte, liebes Wetter!! Seit Frühjahr gibt es Regen, Regen, Regen! Kein Sommer, kein goldener Herbst, nur Nässe, Kälte, Dunkelheit – bittebitte laß den Winter trocken bleiben!!!!!!!

 

Defensive

Wir verteidigen uns wacker gegen die grüne Hölle, die uns umgibt *gg

„Vorher“ war da kein Licht, wo jetzt die Lücke ist, sondern eine weitere Erle in Buschform

Allgäu-Saat, wo zuvor nichts als Walderdbeeren wucherten

und immerhin 17 Secondhandtöpfe mit einheimischen Stauden für den Tauschmarkt in Eckernförde (morgen, 14 bis 16 Uhr, NUR heimisches. Saat und Pflanzen. Ort: UIZ

Viel raus, wenig rein – die Devise bei Büchern und Pflanzen *gg* Allerdings müssen wir auch rigoros sein, sonst gibt’s überhaupt keine Sonne mehr und im Baumschatten Monokulturen aus (je nachdem) Giersch, Storchenschnäbeln, Hahnenfuß und der ollen Goldnessel

PS: diesen Beitrag hab ich schon letzte Woche geschrieben. Heute gießt es wie aus Kannen, der Herr F. ist krank und ich bin zwar wieder gut daheim angekommen, aber „durch“ mit diesem Tag

Schub!

Der Gartentest hat mir einen Motivationsschub beschert 🙂

Letztes Jahr schon hatte ich ein kleines Stück Wegesrand von Giersch etc befreit (rechter unterer Bildrand zeigt das eine Ende davon) und wollte das ganze Jahr schon mein Beet hinterm Hügelgrab erweitern, damit ich einerseits leichter den Weg mähen kann und andererseits ein hübscheres Beet habe. Und jetzt hab ichs getan: Giersch und Goldnessel hatten die ganze Fläche bedeckt, und so habe ich gleich mein Versrechen eingehalten, die böse Nessel jedes jahr ein wenig weiter einzudämmen. Allerdings kann ich auch versprechen: in DEM Tempo gehts nicht weiter, denn was ich jetzt im Garten noch so an Goldnessel-Flächen habe ist nicht potentielle Beetfläche sondern in Gebüschen, zwischen Wurzeln, Steinen, Holzhaufen etc – also wesentlich schwieriger wegzumachen. Na, aber immerhin: etwas ist getan. Bis zum späten Frühling werde ich noch nichts pflanzen, um zu sehen, ob ich nicht Wurzeln vergessen hatte, die ich so leicht noch entfernen kann.

Faux-pas

Für das „neue Gebüsch“ hatte ich uA zwei Kreten bestellt – und mich schon bei Abholung über deren Baum-Form gewundert, weil ich eher buschigen Wuchs erwartet hatte. Jetzt tragen die „Kreten“ erstmals Früchte:

zwei Kilo, saftige, leckere Zwetschgen…….

Der Kuchen ist prima, aber nuja… der Standort ist reichlich blöd für Zwetschgenbäume, viel zu dunkel und eng und dann zum ernten: über dem Teich-Steihang. Schlecht!
Schiefgegangen sein muß das schon bei der Baumschule, bei dem die Gebüsch-Pflanzen bestellt worden waren, die „meine“ Gärtnerei nicht vorrätig hatte, denn dort hatten sie schon ein Schild um, auf dem stand, sie seien Kreten. Tja.

Nun warte ich noch auf die ersten Kornelkirschen. Rita vom Naturgartenverein hat mir gesagt, bei ihrer Kornelkirsche habe es sechs Jahre bis zur ersten Blüte gedauert, insofern gibts noch Hoffnung. Die Sträucher sind schon größer als ich …

Mein Garten als Testobjekt

Letzten Sonntag war es soweit: Zwei Frauen vom Naturgartenverein kamen mittags an, um meinen Garten auf Herz und Nieren zu prüfen – wie weit ist er auf dem Weg zum Naturgarten, und was kann ich noch ändern/ besser machen? Aber auch (denn mein Garten dient als Testgarten): sind die Kriterien, die man im Verein ausgearbeitet hat, stimmig? Ist der Bewertungsbogen verständlich? Ist die Prüfung so umsetzbar? Auch darum ging es, und so hatte ich nachher einen Feedbackbogen auszufüllen.

Um es gleich vorwegzunehmen: das Ergebnis für unseren Garten war besser als gedacht! Gäbe es die Prämierung genau nach den Kriterien, die jetzt getestet werden, dann hätte ich eine silberne Plakette bekommen, wenn – ja, wenn nicht die Silber-Goldnessel wäre….. Hier das ist sie, die Übeltäterin:

Hübsches Laub, bei Hummeln beliebte Blüte im Frühjahr, ABER sie ist nicht nur ein Neophyt*, sondern auch noch einer von der schwarzen Liste der INVASIVEN Neophyten, das heißt, sie verdrängt agressiv heimische Pflanzen. Und damit ist sie ein k.o-Kriterium für einen Naturgarten: wo ein invasiver Neophyt wächst, da ist kein Naturgarten.

Eigentlich.

Denn zum Glück ist man sich über dieses Totschlagkriterium noch nicht ganz einig, vielleicht hat mein Garten also doch noch eine Chance auf seine silberne Plakette. Die Frage ist nämlich: wenn, wie bei mir, man den Garten schon voll mit dieser Pflanze übernommen hat und sie auch nicht eben mal auszupfbar ist (was bei mir so ist, weil die Nessel flächendeckend überall dazwischen ist, auch in Gebüschen etc) – ist es dann nicht zu hart, dem ansonsten bemühten Gartenbesitzer mit dieser einen Sache jede Chance auf die Prämierung zu nehmen?

Ich hab da auch noch die kanadische Goldrute, die ist auch so ein invasiver Neophyt. Aber die ist insofern nicht so ein Problem, als ich sie entfernen kann und werde (stattdessen kommt dann die heimische Goldrute in den Garten, die ist eh angenehmer zu haben, weil sie keine Wurzelausläufer bildet)

Aber was braucht denn so ein Garten eigentlich, um sich als Naturgarten zu qualifizieren? Beispiele seht Ihr in diesen drei Fotos (Anklicken, um zu sehen was jeweils Pluspunkte gab)

 

 

 

Kurz zusammengefasst

  • über 50% heimische Pflanzen
  • keine Chemie (egal ob zB Gartenmittelchen, kesseldruckimprägnierte Hölzer oder Kunstdünger) und kein Torf
  • regionale und Recyclingmaterialien für Bauten
  • tierfreundlich muß er sein (insektenfreundliche Beleuchtung – möglichst wenig und wenn „warmweiß“ ist hier ein guter Anhaltspunkt; Ausstiegshilfen aus Kellerschächten, Wasserkübeln etc; Nisthilfen für Insekten und Vögel; kein Mähroboter; Regenwassernutzung;  keine Wasserpumpen; Totholz; Frühblüher; durchgängig Blühendes für Insekten…. )
  • möglichst viele Wände, Wege und Dächer begrünt, Flächen nicht versiegelt
  • hohe Tierartenvielfalt

Wobei dies KANN-Kriterien sind, die (kleiner aufgedröselt, oben das ist ja nur eine grobe Zusammenfassung: es gab zwei engbeschriebene Seiten dazu) mit Punkten jeweils von 0-4 bewertet werden. Die werden dann nachher zusammengezählt – und mein Garten landete dabei dann mit 68 Punkten im Silber-Mittelfeld 🙂

Wir haben dafür um die vier Stunden im Garten verbracht, zT besichtigend, zT sitzend und besprechend – es war hochspannend für mich und sehr schön. Wir haben einige Anregungen bekommen (und geben können). Und ich habe zu meiner Freude festgestellt, daß ich verdammt viel schon selbst gewußt und beherzigt habe in den Jahren mit meinem Garten.
Was auch klar wurde: mein Fokus liegt durchaus darauf, Tieren eine Heimat zu geben – und ich weiß, daß gerade die Larven, Maden, Raupen etc dazu auf heimische Pflanzen angewiesen sind. Trotzdem werde ich einige Neophyten nicht aus meinem Garten werfen. ZB ist die Schneebeere so ein Kandidat, zum Glück nicht invasiv, aber eben nicht heimisch. Sie bietet aber Nektar, wenn’s nicht mehr viel gibt ringsum (jetzt!!), und sie ist in meinem Garten ein wichtiges, weil abgrenzendes und Sichtschutz bietendes Gebüsch.
Was ich aber vermehrt tun werde: bei Neupflanzungen nicht nur auf Insektenfreundlichkeit achten, sondern auch auf Früchte (für Vögel im Winter) und einheimische Arten (für „Baby-“ und seltene Insekten) Und bei „Einbauten“ mehr auf die Materialien achten. ZB wärmeimprägnierte Hölzer kaufen, auch wenn sie etwas teurer sind als kesseldruckimprägnierte, wo es unbehandelte nicht tun. Auch die Sache mit den regionalen Materialien muß ich mir nochmal genauer anschauen. Bisher hatte ich nicht viel gekauft – aber wenn, habe ich mich nie drum gekümmert, woher zB Kies, Hölzer oder die Steine kamen, die ich benutzt habe.

Nachtrag: wenige Tage später wurde entschieden, daß der Umgang mit den invasiven Neophyten zählt (aktives Zurückdrängen), nicht die Anwesenheit, da in fast jedem Garten welce gefunden wurden. Ich hab Silber!!!! 🙂

PS: falls Jemandem aufgefallen ist, daß ich hier dauernd zwischen „wir“ und „ich“ wechsele – das liegt einerseits daran, daß ich den Garten länger betreue als des Herrn und meine gemeinsame Zeit ist (fast doppelt so lang sogar) und andererseits daran, daß wir zwar viel gemeinsam drin machen, aber der Garten trotzdem „meins“ ist, so daß der Herr F. eher hilft, wenn ich allein nicht weiterkomme und ich bestimme, was geschieht (wenn auch bei größeren Dingen in Absprache mit ihm) Wobei des Herrn F. Interesse stetig im wachsen begriffen ist, was ich ziemlich klasse finde 🙂 Jedenfalls solange ich weiter bestimmen darf 😉


*Als Neobiota (Sing. Neobiont; von griechisch néos „neu“ und bíos „Leben“) bezeichnet man Arten und untergeordnete Taxa, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren.[1][2] Neobiotische Pflanzen nennt man Neophyten (Sing. Neophyt), neobiotische Tiere Neozoen (Sing. Neozoon) und neobiotische Pilze Neomyceten (Sing. Neomycet). Diese drei Bezeichnungen sind vor allem im deutschsprachigen Raum gebräuchlich. Im Englischen werden vorwiegend zusammenfassende Bezeichnungen wie alien species (fremde Art) oder, bei verdrängenden Potenzen, invasive species (invasive Art) verwendet, ohne Unterscheidung zwischen Pflanzen, Tieren und Pilzen.

Quelle: Wikipedia

Gehört auch in die EINAB. Und zur Linkparty „ProPiep“. Will Werbung machen für Naturgärten 🙂

So soll ein Garten sein, wenns nach mir geht. Ich mag ihn!!

(Anklicken oder über die Bilder fahren, um die Texte zu lesen)

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Das jetzt ist die Zeit, in der ich meinen Garten einfach großartig finde, so wild und vor Kraft und Pflanzen und Tieren strotzend. Wenn ich da mittenmang sitze, dann gehöre ich in diese Welt 🙂