Schub!

Der Gartentest hat mir einen Motivationsschub beschert 🙂

Letztes Jahr schon hatte ich ein kleines Stück Wegesrand von Giersch etc befreit (rechter unterer Bildrand zeigt das eine Ende davon) und wollte das ganze Jahr schon mein Beet hinterm Hügelgrab erweitern, damit ich einerseits leichter den Weg mähen kann und andererseits ein hübscheres Beet habe. Und jetzt hab ichs getan: Giersch und Goldnessel hatten die ganze Fläche bedeckt, und so habe ich gleich mein Versrechen eingehalten, die böse Nessel jedes jahr ein wenig weiter einzudämmen. Allerdings kann ich auch versprechen: in DEM Tempo gehts nicht weiter, denn was ich jetzt im Garten noch so an Goldnessel-Flächen habe ist nicht potentielle Beetfläche sondern in Gebüschen, zwischen Wurzeln, Steinen, Holzhaufen etc – also wesentlich schwieriger wegzumachen. Na, aber immerhin: etwas ist getan. Bis zum späten Frühling werde ich noch nichts pflanzen, um zu sehen, ob ich nicht Wurzeln vergessen hatte, die ich so leicht noch entfernen kann.

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Faux-pas

Für das „neue Gebüsch“ hatte ich uA zwei Kreten bestellt – und mich schon bei Abholung über deren Baum-Form gewundert, weil ich eher buschigen Wuchs erwartet hatte. Jetzt tragen die „Kreten“ erstmals Früchte:

zwei Kilo, saftige, leckere Zwetschgen…….

Der Kuchen ist prima, aber nuja… der Standort ist reichlich blöd für Zwetschgenbäume, viel zu dunkel und eng und dann zum ernten: über dem Teich-Steihang. Schlecht!
Schiefgegangen sein muß das schon bei der Baumschule, bei dem die Gebüsch-Pflanzen bestellt worden waren, die „meine“ Gärtnerei nicht vorrätig hatte, denn dort hatten sie schon ein Schild um, auf dem stand, sie seien Kreten. Tja.

Nun warte ich noch auf die ersten Kornelkirschen. Rita vom Naturgartenverein hat mir gesagt, bei ihrer Kornelkirsche habe es sechs Jahre bis zur ersten Blüte gedauert, insofern gibts noch Hoffnung. Die Sträucher sind schon größer als ich …

Mein Garten als Testobjekt

Letzten Sonntag war es soweit: Zwei Frauen vom Naturgartenverein kamen mittags an, um meinen Garten auf Herz und Nieren zu prüfen – wie weit ist er auf dem Weg zum Naturgarten, und was kann ich noch ändern/ besser machen? Aber auch (denn mein Garten dient als Testgarten): sind die Kriterien, die man im Verein ausgearbeitet hat, stimmig? Ist der Bewertungsbogen verständlich? Ist die Prüfung so umsetzbar? Auch darum ging es, und so hatte ich nachher einen Feedbackbogen auszufüllen.

Um es gleich vorwegzunehmen: das Ergebnis für unseren Garten war besser als gedacht! Gäbe es die Prämierung genau nach den Kriterien, die jetzt getestet werden, dann hätte ich eine silberne Plakette bekommen, wenn – ja, wenn nicht die Silber-Goldnessel wäre….. Hier das ist sie, die Übeltäterin:

Hübsches Laub, bei Hummeln beliebte Blüte im Frühjahr, ABER sie ist nicht nur ein Neophyt*, sondern auch noch einer von der schwarzen Liste der INVASIVEN Neophyten, das heißt, sie verdrängt agressiv heimische Pflanzen. Und damit ist sie ein k.o-Kriterium für einen Naturgarten: wo ein invasiver Neophyt wächst, da ist kein Naturgarten.

Eigentlich.

Denn zum Glück ist man sich über dieses Totschlagkriterium noch nicht ganz einig, vielleicht hat mein Garten also doch noch eine Chance auf seine silberne Plakette. Die Frage ist nämlich: wenn, wie bei mir, man den Garten schon voll mit dieser Pflanze übernommen hat und sie auch nicht eben mal auszupfbar ist (was bei mir so ist, weil die Nessel flächendeckend überall dazwischen ist, auch in Gebüschen etc) – ist es dann nicht zu hart, dem ansonsten bemühten Gartenbesitzer mit dieser einen Sache jede Chance auf die Prämierung zu nehmen?

Ich hab da auch noch die kanadische Goldrute, die ist auch so ein invasiver Neophyt. Aber die ist insofern nicht so ein Problem, als ich sie entfernen kann und werde (stattdessen kommt dann die heimische Goldrute in den Garten, die ist eh angenehmer zu haben, weil sie keine Wurzelausläufer bildet)

Aber was braucht denn so ein Garten eigentlich, um sich als Naturgarten zu qualifizieren? Beispiele seht Ihr in diesen drei Fotos (Anklicken, um zu sehen was jeweils Pluspunkte gab)

 

Kurz zusammengefasst

  • über 50% heimische Pflanzen
  • keine Chemie (egal ob zB Gartenmittelchen, kesseldruckimprägnierte Hölzer oder Kunstdünger) und kein Torf
  • regionale und Recyclingmaterialien für Bauten
  • tierfreundlich muß er sein (insektenfreundliche Beleuchtung – möglichst wenig und wenn „warmweiß“ ist hier ein guter Anhaltspunkt; Ausstiegshilfen aus Kellerschächten, Wasserkübeln etc; Nisthilfen für Insekten und Vögel; kein Mähroboter; Regenwassernutzung;  keine Wasserpumpen; Totholz; Frühblüher; durchgängig Blühendes für Insekten…. )
  • möglichst viele Wände, Wege und Dächer begrünt, Flächen nicht versiegelt
  • hohe Tierartenvielfalt

Wobei dies KANN-Kriterien sind, die (kleiner aufgedröselt, oben das ist ja nur eine grobe Zusammenfassung: es gab zwei engbeschriebene Seiten dazu) mit Punkten jeweils von 0-4 bewertet werden. Die werden dann nachher zusammengezählt – und mein Garten landete dabei dann mit 68 Punkten im Silber-Mittelfeld 🙂

Wir haben dafür um die vier Stunden im Garten verbracht, zT besichtigend, zT sitzend und besprechend – es war hochspannend für mich und sehr schön. Wir haben einige Anregungen bekommen (und geben können). Und ich habe zu meiner Freude festgestellt, daß ich verdammt viel schon selbst gewußt und beherzigt habe in den Jahren mit meinem Garten.
Was auch klar wurde: mein Fokus liegt durchaus darauf, Tieren eine Heimat zu geben – und ich weiß, daß gerade die Larven, Maden, Raupen etc dazu auf heimische Pflanzen angewiesen sind. Trotzdem werde ich einige Neophyten nicht aus meinem Garten werfen. ZB ist die Schneebeere so ein Kandidat, zum Glück nicht invasiv, aber eben nicht heimisch. Sie bietet aber Nektar, wenn’s nicht mehr viel gibt ringsum (jetzt!!), und sie ist in meinem Garten ein wichtiges, weil abgrenzendes und Sichtschutz bietendes Gebüsch.
Was ich aber vermehrt tun werde: bei Neupflanzungen nicht nur auf Insektenfreundlichkeit achten, sondern auch auf Früchte (für Vögel im Winter) und einheimische Arten (für „Baby-“ und seltene Insekten) Und bei „Einbauten“ mehr auf die Materialien achten. ZB wärmeimprägnierte Hölzer kaufen, auch wenn sie etwas teurer sind als kesseldruckimprägnierte, wo es unbehandelte nicht tun. Auch die Sache mit den regionalen Materialien muß ich mir nochmal genauer anschauen. Bisher hatte ich nicht viel gekauft – aber wenn, habe ich mich nie drum gekümmert, woher zB Kies, Hölzer oder die Steine kamen, die ich benutzt habe.

Nachtrag: wenige Tage später wurde entschieden, daß der Umgang mit den invasiven Neophyten zählt (aktives Zurückdrängen), nicht die Anwesenheit, da in fast jedem Garten welce gefunden wurden. Ich hab Silber!!!! 🙂

PS: falls Jemandem aufgefallen ist, daß ich hier dauernd zwischen „wir“ und „ich“ wechsele – das liegt einerseits daran, daß ich den Garten länger betreue als des Herrn und meine gemeinsame Zeit ist (fast doppelt so lang sogar) und andererseits daran, daß wir zwar viel gemeinsam drin machen, aber der Garten trotzdem „meins“ ist, so daß der Herr F. eher hilft, wenn ich allein nicht weiterkomme und ich bestimme, was geschieht (wenn auch bei größeren Dingen in Absprache mit ihm) Wobei des Herrn F. Interesse stetig im wachsen begriffen ist, was ich ziemlich klasse finde 🙂 Jedenfalls solange ich weiter bestimmen darf 😉


*Als Neobiota (Sing. Neobiont; von griechisch néos „neu“ und bíos „Leben“) bezeichnet man Arten und untergeordnete Taxa, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren.[1][2] Neobiotische Pflanzen nennt man Neophyten (Sing. Neophyt), neobiotische Tiere Neozoen (Sing. Neozoon) und neobiotische Pilze Neomyceten (Sing. Neomycet). Diese drei Bezeichnungen sind vor allem im deutschsprachigen Raum gebräuchlich. Im Englischen werden vorwiegend zusammenfassende Bezeichnungen wie alien species (fremde Art) oder, bei verdrängenden Potenzen, invasive species (invasive Art) verwendet, ohne Unterscheidung zwischen Pflanzen, Tieren und Pilzen.

Quelle: Wikipedia

Gehört auch in die EINAB. Will Werbung machen für Naturgärten 🙂

Während schon die Blätter fallen

Ja, die Buchen lichten sich auch ohne Wind, die Bucheckern knallen zu Hunderten auf die Dächer und verstopfen die Dachrinnen – das ist jetzt unser Stück „goldener Herbst“ – für zurückgekommenen Sommer ist das eindeutig zu herbstlich. Und schön isses, ich genieße das! 🙂

Starkregen.

Dieser Sommer war geprägt vom Regen. Ja, er war– inzwischen ist es so herbstlich, daß die Herbstzeitlosen blühen, die Bucheckern fallen und die Luft, selbst wenn es, wie heute, mal sonnig ist, herbstlich klar und kühl ist.

Eine lange Trockenperiode gab es im späten Frühjahr, das ja, aber seitdem hat es so viel und stark geregnet, daß ich mit Fug und Recht sagen kann: sowas hab ich noch nicht gesehen:

Der Teich, sonst ein tiefer Krater mit etwas Wasser unten drin, ist so gefüllt wie noch nie-  wir können ahnen, wie es aussähe, würden wir eine Teichfolie installieren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Erstmals standen auf dem Hof  Lachen von Wasser, und in der letzten Woche fand ich mich splitterfasernackt mit Regenschirm auf dem Balkon wieder, um ein total verstopftes Fallrohr zu säubern.- Das ist ja an sich nichts so fürchterlich besonderes – nur war dieses Fallrohr vor dem „Schauer“ frisch gesäubert, und jetzt schaffte ich es kaum, einzelne Blätter/ Fasern etc rauszupulen, so viel war da mit einem solchen Druck binnen 10 Minuten Starkregen zusammengepreßt worden! Zum Glück funktioniert unsere kanalisation ganz gut, woanders kamen Gullydeckel hoch, und Gelting stand sogar hüfthoch unter Wasser! Auch das eine Premiere in der Zeit, in der ich hier wohne (das letzte Mal war’s wohl nach der Schneekatastrophe ’78/’79 so, als der Schnee schmolz)

Das alles ist nicht sehr schön, zumal mit dem Wetter auch eine ziemliche Kälte einherging, mehr als 17° hatten wir seit langen Wochen nicht mehr – wenn man von den 2 Tagen absieht, an denen wir unsere Varroabehandlung versucht hatten.

Und die Sonnenstunden liegen auch weit unter dem Durchschnitt.

Nun hoffe ich, daß ein schlechter Sommer durch einen guten Winter ausgeglichen wird. Und, falls da oben Jemand mitliest: GUT heißt: ohne Schnee, ohne Glatteis- kalt, sonnig, trocken!!! Und wenn ich davon nicht Alles haben kann, so bitte ich vordringlich um

NO SNOW

Neulich, im Garten

Ich komm ja zu nix im Moment…. aber ein paar Fotos hab ich gemacht, letzte Woche und gestern – so sieht das aus bei uns, wenn man bei 25° hinten auf der Decke liegt und mal ringsum fotografiert:

    und das sagt der Staudengarten:

 

Noch ’ne Mauer

Letzte Woche wollte ich unsere Einfahrt mähen. Den Randstreifen jedenfalls. Auf dem Bild hier unten ist er schon gemäht, aber trotzdem: angucken, das hat einen Grund *g*. Jedenfalls mäh ich so, und zum gefühlt (und wahrscheinlich auch wirklich) hundertundsiebten Mal gerate ich mit dem Mähermesser an einen der ein winziges Bißchen über den Boden herausragenden Steine.

„Kacke. Jetzt aber!!“ Denke ich, hole den Spaten, um diesen blöden Stein endlich auszubuddeln. Zwei Stunden später finde ich mich mit Rückenschmerzen und einer Schubkarre voll Gierschwurzeln, aber auch mit etwa zweieinhalb Metern neuer Mauer, neuem Beet und gestutzter Hecke wieder: an der Grundstücksgrenze entlang muß es wohl früher mal eine niedrige Natursteinmauer gegeben haben, die inzwischen bis auf die 2, 3 Steine, an denen sich der Rasenmäher aufhängte, völlig in Boden und Giersch versunken war

 

Alle diese Steine lagen im Boden!! (Die anderen Meter hab ich tags drauf ausgebuddelt, der Rest kommt dann später mal) Mein reifer Kompost ist so gut wie alle, alles in den Beeten – und wenn es denn mal regnen würde, würde ich auch noch ordentlich was sich-von-Giersch-nicht-unterkriegen-lassendes einpflanzen.

Dieser Geselle mit der netten Baskenmütze und dem entenschnabelähnlichen Mund hat einen Ehrenplatz bekommen, leider sieht man auf dem Foto nicht so gut, daß sogar kleine Augen-Knubbel an den richtigen Stellen sitzen.

Blaue Wochen

Jedes Jahr aufs Neue läutet bei mir im Staudengarten das verblühen des Scharbockskrauts die blauen Wochen ein: nun ist der ganze Staudengarten für einige Zeit in blau-lila Blüten getaucht … das endet zum Ende der Akeleienblüte, dann kommt Anderes dazu, aber jetzt:

 


Früher einmal fand ich das doof und hab erfolglos versucht, das mit der Anpflanzung Andersfarbener zu durchbrechen. Inzwischen finde ich’s schön (es ist ja nur für ’ne Zeit), und rupfe gnadenlos den orangenen Mohn aus, den Einzigen, der sich von allein reingeschummelt hat…. Aber keine Bange: nur im Staudengarten vorn, überall sonst darf er blühen. Und tut’s auch kräftig!!

P.S.

5 Minuten, nachdem der vorherige Artikel fertig ist. Frau F. beschließt, daß das einfach nicht sein kann: so ein Wetterchen, und sie drinnen. Geht raus. Denkt: es ist genau die rechte Zeit, um meine Forsythien zu beschneiden. Sucht die große Astschere.

10 Minuten später: hat die große Astschere schließlich im Keller gefunden. Jetzt erinnert sie sich auch: klar, hatte sie extra reingeholt, damit das Teil im Winter im Schuppen nicht rostet. Geht raus. Schneidet 3 Forsythien. Die 3. steht in einem Gebüsch. Am Rand des Gebüschs stehen 2 Stachelbeerbüsche. Im tiefen Schatten unter einer großen Buche und mehreren anderen Sträuchern. Deshalb hängen die auch mehr Richtung Sonne, als daß sie stehen. Könnte frau doch auch gleich mitschneiden…. die stehen da seit Frau F. 1994 einzog, unberührt rum.

ca. 45 Minuten später:  unter und neben den Stachelbeersträuchern fand sich eine Natursteinmauer!!

vorn, das ist Alles nur Stachelbeer (hinten liegt noch büschen Friedhofsgewächs von Nachbars Hecke, das zu doll zu uns hin wucherte)

hier sieht man sie schon, die Mauer.  (Den grossen Brocken links hat man natürlich vorher auch schon gesehen, aber ich dachte, es sei ein Einzel-Teil.) Vorher hab ich natürlich kein Bild gemacht, da wusste ich ja von nix *g*

Die Mauer ist jetzt freigelegt, Gierschwurzeln so weit entfernt, daß es keinen „Abhang“ mehr gibt, die Stachelbeeren sind geschnitten. Der Weg ums Gebüsch wird nun etwa einen halben Meter weiter links an der Mauer entlang verlaufen ….  Dieser Garten ist einfach ein Schatzkistchen, es ist nicht zu glauben, daß sich nach so vielen Jahren immer noch wieder ein neues Goldstückchen findet!

Hach!! Noch siehts kahl aus, aber das kommt schnell….

Frau F. ist im Moment wirklich glücklich!

P.P.S: Der Verdacht, daß Frau F. nicht vom Affen, sondern vom Wildschwein abstammt, verdichtet sich immer mehr – wer sonst ist am glücklichsten, wenn er Wurzeln und/ oder Steine ausbuddeln kann?

P.P.P.S: die restlichen 2 Forsythien stehen ungeschnitten im Garten rum….

Lang geladen, endlich gekommen :-)

Es gibt so Pflanzen, die sollen in meinen Beeten wachsen. Und ich meine, die müssten das auch wollen. Manche davon sind ganz meiner Meinung – einmal eingepflanzt, wachsen sie, vermehren sich munter, und immer, wenn wir uns begegnen, lächeln wir uns freundlich an. Null Problemo, gemütliche WG, Alles gut.

Dann sind da aber auch die Anderen – wo zB müsste sich ein Buschwindröschen, wo ein Lerchensporn wohler fühlen als in meinem Garten – lichter Laubwald, wenig Störung durch Rumgerupfe oder Umgegrabe – das ist doch wie ringsum in der Natur, wo sie ganze Felder bilden. Wo ich mich darüber jedes Jahr so freue. Und mich frage, warum die nicht von ganz allein auch unter meinen Buchen stehen.  Also verschicke ich Einladungen: „gemütlicher Platz zum ausbreiten geboten, Schutz vor garstigem Giersch inclusive, freundliche Umgebung, Ruhe satt“ …. und um dem ganzen etwas Nachdruck zu verleihen, pflanze ich schonmal ein Lockpflänzchen. Macht man doch bei Enten auch: ne Holzente auf den Teich zum anlocken der ersehnten Bewohner…. ich pflanze allerdings ein echtes Lock-Buschwindröchen, einen echten Lerchensporn …. und ich warte.

So weit, so gut. Seit Jahren. Immer wieder. Ohne Erfolg. Selbst die Lockpflänzchen verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Ich habe A-L-L-E-S versucht: an verschiedenen Stellen gepflanzt, verschiedene Sorten genommen, an ähnlichen Stellen ausgebuddelt, A-L-L-E-S.

Und dann – letztes Jahr:

Unglaublicherweise blühten plötzlich an mehreren Stellen kleine Buschwindröschen!!! Jahre zuvor dort gepflanzt, längst vergessen (oder jedenfalls die Enttäuschung verdrängt) – und plötzlich sagt eine kleine Wurzel: „ok. Jetzt, meine ich, ist die Zeit gekommen. Das Mensch hat uns aufgegeben – lasst uns loslegen!!“ Ihre Artgenossen an anderen Gartenstellen hören das – und legen los! Ich konnte mich kaum einkriegen im letzten Jahr – und in diesem hab ich schon geguckt und gesucht – und tatsächlich!!!!

Hier!!!! Und da!!!

Und das allerbeste hab ich dann vorgestern gesehen: auch der Lerchensporn, ein ebenfalls seit vielen Jahren heißersehnter Mitbewohner, hat es sich endlich gemütlich gemacht! In diesem Jahr gibts erstmals Nachwuchs!!!!

Hier der Beweis, um die Mama rum viele kleine Babies 😉 : An anderer Stelle ists noch etwas einsamer:  Und hier gibts eine andere Sorte zu sehen: Langsam scheinen sich die neuen Mitbewohner doch heimisch zu fühlen – ich habe keine Ahnung, wieso jetzt und wieso zuvor lange Jahre über nicht – aber what shall’s, ich freu mich sehr über den Zuwachs!! Und, wer weiß, vielleicht gibt’s ja dann in … 20 Jahren…. oder so…. doch weiße und lila Teppiche im Garten!?

selbst gesät

Heute gibts selbstgesätes zu sehen – dieses Schneeglöckchen stand dort im letzten Jahr noch nicht – einen schönen Platz hat es sich ausgesucht!!

Sicher hat Jemand damals, 1920, beim anlegen des Gartens, daran gedacht, die Frühblüher zu setzen – aber daß sie sich nach wie vor so fein immer wieder an neuen Stellen zeigen und sich so schön vermehren, das ist ihnen ganz allein zu verdanken!

hier sieht man gut die verschiedenen Schneeglöckchen-Sorten

sind diese gelben und weißen Felder nicht wunderhübsch?

4 Krokusse, 3 Bienen…. wenn das dann nächstes Jahr erst noch UNSERE sind!!

Vor 3 oder 4 Jahren erstmals gesichtet: ein helllila Krokus mitten im Baumstumpf – vor 2 Jahren wars dann schon ein richtiges Nest, und heute musste ich vor dem fotografieren ersteinmal eine kleine Forsythie und eine Buntnessel jäten….
Ich sehe grad: vor 2 Jahren waren es deutlich mehr Blüten- (das Bild rechts ist von damals). Mal sehen, wie sich das entwickelt…

Außerdem wollte ich Euch noch einen absoluten Vorreiter zeigen- Keine ist so weit wie sie (links) 😉

Und dann gibts noch diese hübsche, kleine Zwiebelblume (rechts). Vor Jahren ’ne Packung gekauft, eingesetzt, und wacker wandern sie im Staudengarten herum, winzigklein wie sie sind (zur Orientierung: die Blätter daneben sind vom Scharbockskraut). Nie sehe ich sie 2x an derselben Stelle, aber nie vermehren sie sich auch…. immer sind es so etwa 7-8 Stück, die unverzagt gleich nach den frühesten Krokussen ihre Blütentrauben entfalten.

P.S. der link führt zu meinem Lieblingsblog – ach, könnte ich nur auch so schön schreiben und fotografieren……

Die Gletscher sind angekommen


Heute bei minus 12 Grad und Sonnenschein dafür gesorgt, daß nach der belgischen Kirche nicht auch noch ein hiesiger  Wintergarten einstürzt

Dann mal den Garten inspiziert und festgestellt, daß die Gletscher sich gerade bis in unseren Gartenteich vorschieben


Bis ganz hinten können wir nicht trockenen Fußes vordringen – obwohl ich mit meinen gefütterten Gummistiefeln besser ausgerüstet bin als der Herr sind die Schneewehen dazu zu tief

Hier noch ein paar Impressionen mehr:


Wein

In diesem Jahr rötet sich der Wein besonders schön, finde ich.
Hier ein paar Bilder, allerdings etwas „veraltet“ von letzter Woche, jetzt hat sich das Laub leider schon merklich gelichtet, es ist nicht mehr ganz so hübsch….

 

Zum Vergleich: am 23.9. sah’s so aus:

Verdrängungskampf mit ungleichen Mitteln…

Seit ich hier wohne ist mein Lieblingsfeind im Garten der GIERSCH.
Er vermehrt sich hauptsächlich über Wurzelausläufer, und die sind so vital, daß jeder im Boden übersehene Millimeter (keine Übertreibung!!) binnen kurzer Zeit ein neues Pflänzchen incl. neuer Wurzelausläufer bildet.
Es gibt keinen Quadratmeter, den er mir kampflos für Stauden, Rasen oder Blumen überlässt, und mit den Jahren habe ich mir so einige Taktiken angeeignet, um mir meine paar Staudenbeete zu erhalten:
Erste Maßnahme, damals, als ich hier einzog: das vordere Staudenbeet wurde mit einem spatentiefen Graben von rechts nach links durchzogen. Dieser Graben rückte laaaangsam binnen einer Gartensaison von der einen Beetseite zur anderen, jeder Krümel Erde rieselte dabei durch meine Finger und wurde von diesen fiesen, langen, immerhin freundlicherweise gelblich-weißen Wurzelausläufern, die der Feind mir entgegensetzte, befreit. Jede vorhandene Staude musste ihre Wurzeln vorweisen, und wenn die nicht entfilzt werden konnten, so daß ich wirklich SICHER war: hier ist kein Millimeter Giersch-Würzelchen mehr drin, dann wurde sie gnadenlos entsorgt.

Es hat geholfen.
Entgegen allen Unkenrufen ist dieses Beet bis heute gierschfrei.

Nun kann ich aber diese Maßnahme leider nicht überall ergreifen, denn an anderen Stellen, an denen der Giersch und ich uns um nette Plätzchen streiten, stehen Bäume oder Büsche. Deren Wurzeln kann ich ja nun nicht auseinanderzupfen. Außerdem sind Teile der von mir als Beete gedachten Gartenstückchen zT in weiten Flächen von Gierschflächen umgeben (zumindest von 2 Seiten oÄ)
Also mussten hier andere Taktiken angewandt werden.
Einen nur wenig ins Beet ragenden Baumwurzelbereich hab ich für 2 Jahre mit Teichfolie bedeckt – das hält selbst ein Gierschwürzelchen-Rest nicht aus.
Den Rest verteidige ich mit Grenzgräben – jedes Frühjahr hebe ich die neu aus, um in der „schlimmsten“ Wachstumsphase gleich alle sich ins Beet vorwagenden Ausläufer zu entfernen.

Nun werde ich ja nicht jünger  und mein Rücken nicht besser. Ein großer Vorteil für den Feind, der das natürlich sofort gut zu nutzen weiß und seine Erkundungsreihen immer weiter vorzuschieben droht.

Was nun?

In diesem Jahr habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht und übe mich nun in
experimenteller Gierschbekämpfung
Versuch 1: Teichfolie, eingegraben an den „Grenzen“


Über der Pflanze  sieht man noch ein Stückchen vorlugen, die Folie liegt hier im Bild sozusagen von oben nach unten, links am Stein beginnend.
Ich musste feststellen, daß das nur für GANZ kleine Stückchen taugt – die Folie ist einfach zu wabbelig, es ist kaum machbar, sie richtig senkrecht anliegend in den Graben zu bringen und zuzuschütten

Versuch 2: Edelstahlblech

Möglich wurde mir das durch- wie sollte es anders sein?? *g*- BookCrossing. Nirtaks Freund Basti konnte mir so eine Rolle Blech besorgen, und in den letzten 2 Tagen hab ich ordentlich gebuddelt, wie man sieht. (DANKE nochmal!!!)
Das geht WESENTLICH besser als mit der Teichfolie, ich bin bloß ein bißchen im Zweifel, ob ich tief genug im Boden bin oder, falls das Ganze gutgeht, die nächste Rolle etwas breiter sein müsste.
Vorerst bin ich jedoch ziemlich begeistert von meinem neuen Vorstoß – was man oben sieht ist ein kleines Teststück, aber im Frühjahr muß ich wieder an den „großen Graben“ (ca 15 m lang), und da rein kommt dann der Rest der Rolle –

Giersch, it’s your turn…. 🙂