Teichspaziergang

Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Wochen zeige ich Euch mal den „vorher“- Zustand unseres Tümpels, bevor irgendwann der Bagger kommt….

Wir starten gleich rechts neben den Bienen – Ihr seht den Zufluß (Tonrohr) und rechts daneben die Stufen hinunter. Iris (mittig) und Weide (links) werden entfernt, weil sie sonst früher oder später den ganzen Tümpel überwuchern.

geht man wenige Schritte nach links, sieht man bis ganz über’n Teich 😉

wenige Schritte nach rechts: der „Ausstieg“ gegenüber. Was kahl wirkt zeigt nur, wie viel Sigone* ich schon entfernt habe – hauptsächlich „vor Schulter“, und auch in Mini-Portionen seitdem *seufz*

Nun sind wir auf der anderen Seite, überm „Ausstieg“ von eben. (Der Weg dorthin ist so dichtgewachsen, daß nix fotografierbar ist). Dieser Teil des Schneebeerengebüschs kommt weg (baggerbagger….), um mehr Licht und Wärme ans Wasser zu lassen – zugunsten der Amphibien

hier ist der Mirabellenrest am „anderen Ende“ des Schneebeergebüschs (ganz links im Bild sieht man die äußersten Schneebeerenausläufer) Ich hoffe, die Mirabelle darf bleiben – an Stelle der Schneebeeren soll ein Flachwasserbereich angelegt werden (wärmeres Wasser, in dem dann hoffentlich die vorhandenen Frösche auch mal laichen mögen).

Hier sieht man nochmal, daß ich fleißig war: die ganze jetzt noch immer kahle Fläche war bis zum letzten Jahr komplett mit Sigone vollgewuchert. Nur noch ca 20qm sind unangefasst.

Für mich gibt es noch viele offene Fragen – ich bin durchaus nicht sicher, daß nachher alles besser sein wird. Aber der Schneebeere werde ich allein nicht Herr, die Iris krieg ich auch nicht weg, ebenso die Weide – und daß die faulenden Blätter von über 20 Jahren (wahrscheinlich eher über 50 Jahren) rausgeholt werden – das kann auch nicht schlecht sein. Insofern….. ich bin SEHR gespannt!

*Sigone: *klick*

Aussaaten

Hier mal eine Auflistung, vor allem für mich zum Überblick-bewahren. Die Saatlisten, die man so nicht lesen kann, sind anklickbar und dann gut lesbar.


Fläche eins: Saattüte „Druiden“ , ausgesät Frühling ’19, glaube ich

2019

Blüte Jahr 1(2019):

Lein, Boretsch, Mohn, Koriander, Dill, Kornblume, wilde Malve, Phacelia, Schwarzkümmel, Färberkamille und Ringelblume

 

 

Blüte Jahr 2 – wird laufend ergänzt – (2020):

1.7.2020

Kleiner Wiesenknopf

Ringelblume, kleiner Wiesenknopf, Margerite, (Barbarakraut, Ackerstiefmütterchen – fortan sind in Klammern gesetzte Pflanzenarten da, aber nicht in der Tütenauflistung enthalten) Färberkamille, wilde Malve, Knirrkohl, wilde Möhre, großblütige Königskerze

An dieser Mischung hab ich Freude, denn nach der Enttäuschung über all den nicht-heimischen „Füllstoff“ im 1. Jahr sieht man jetzt: doch, da kommt viel Nettes!


Fläche zwei: Kräuterrasen (von Fa.Strickler) ausgesät im September 2019. Im April ’20 die allerersten beiden Blüten! Reiherschnabel – den es vorher in meinem Garten noch nicht gegeben hatte – und die gewöhnliche Vogelmiere, also nicht die Miere aus der Mischung

Blüte Jahr 1(2020): Reiherschnabel, (Vogelmiere), Gänseblümchen. Braunelle, (Pyrenäenstorchschnabel)


Fläche drei, Schattsaum (von Fa. Strickler), ausgesät August 2019. Im Mai erscheinen zaghafte erste Sämlinge. Noch kann ich nicht erkennen, was das wird. Vielleicht, wenn das so zaghaft bleibt, säe ich im Herbst nochmal nach….

1.7.2020

Blüte Jahr 1 (2020) – wird laufend ergänzt inzwischen ist da doch so einiges zu sehen: wilde Möhre, Braunelle, Ruprechtskraut, rote Lichtnelke, (Wald-Ziest), knotige Braunwurz, Wirbeldost

 

 

 


Fläche vier, Saum aus NRW, Tütchen von der Mama bekommen und ausgesät April 2020 – ach Menno – beliebtes Katzenklo….. aber Mitte Mai sehe ich: doch, da kommt was. Aber im August schauts dann doch aus, als ists bloß eine versprengte Knoblauchrauke. Abwarten, die Katzen jedenfalls gehn jetzt nicht mehr dorthin, wahrscheinlich weil gleich daneben im Boden ein großes Wespennest ist…

 

 

 

 

 


Fläche fünf, Arche-Saatgut, Probetütchen, von dem ich leider die Saatliste nicht mehr finde, ausgesät April 2018,

13.6.18

Juni 19

… an der dominierenden wilden Rauke (Diplotaxis tenuifolia) habe ich einen Kohlweißling Eier ablegen sehen.

Blüte Jahr 2 (2019) Margerite, Rauke, wilde Malve, Rotklee, Hasenklee

Blüte Jahr 3 (2020): knotige Braunwurz, Margerite, Rauke, Weißgelbes(?)Labkraut, Rainkohl, Moschusmalve, weiße Lichtnelke, Wiesenflockenblume, Hasenklee, Färberkamille

 

 

 


Fläche sechs: Neben der Birke vorn am Staudengarten habe ich 2016 ein Saattütchen ausgesät, das ich vom Naturgarten eV bekommen hatte. 2017 habe ich Fotos gemacht von dem, was da schon kam: *klick*:

Blüte Jahr2 (2017): Knirrkohl, Ferkelkraut, weißes Labkraut, Hornklee. Alle die sind bis letztes jahr wiedergekommen, außerdem blüht die wilde Karde jährlich.

Jahr 5 (2020): Knirrkohl, Hornklee, Wiesen- oder weißes Labkraut, echtes Leinkraut, Natternkopf, Hornklee, wilde Karde, Moschusmalve, Natternkopf (EINER, winzig – aber da!!!!)


Fläche7: hinten, nach dem entfernen der Bergamottminze. Zwei blütenmeer2020-Tüten eigesät am 1.10.2020

Froschland

Juchhu, es geht los! Unser Teich wird amphibienfreundlich optimiert!! Der Vertrag mit „Froschland“ ist unterschrieben, der Bagger kommt, wenn der Mais nebenan abgeerntet ist und die Molche an Land ihre Winterverstecke aufgesucht haben. Also wohl gen Oktober.

Und das ist Froschland:

Alte Gewässer werden saniert, neue angelegt und die Habitate möglichst großräumig vernetzt. Das Projekt startete Ende 2009 und wird zu 100 % vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert. Die Anlage von Teichen wird komplett aus diesen Mitteln finanziert, so dass die Eigentümer, die der Natur ein Stück zurück geben möchte, selbst kein Geld in die Hand nehmen brauchen. Sie verpflichten sich im Gegenzug, die Gewässer langfristig zu erhalten und nicht für private Zwecke zu nutzen.

Seit dem Jahr 2009 sind schon mehr als 400 Teiche im Rahmen des Projektes entstanden oder konnten wiederhergestellt werden. Die Zielarten sind vor allem Amphibien wie Laubfrosch, Moor- und Grasfrosch, die Wasserfrösche, Erd- und Knoblauchkröten sowie Berg-, Teich- und Kammmolche. Gewässer sind aber immer ein Kristallisationspunkt für die Artenvielfalt in einer Landschaft. Insekten wie Libellen und Wasserkäfer gehören zu den ersten Bewohnern der neuen Lebensräume, gefolgt von Wasserpflanzen, Reptilien und – meist zuletzt – den Brutvögeln der Feuchtgebiete.

(Zitat von www.komittee.de)

Hier ist die Internetseite, verlinkt ein Beitrag, in dem auch ein „Krater“ wieder zum Teich wurde.

Leider endet das Projekt in diesem Jahr wohl endgültig, d.h. unser Teich wird einer der letzten sein, die noch in diesen Genuß kommen…. Ganz so wie im verlinkten Text wird es bei uns nicht werden, dafür fehlt der Platz. Aber zu Nachbars hin wird die Schneebeere weggeschoben (ich hoffe, mit VIEL Wurzelwerk!!!), so daß dort ein flacherer Bereich, der auch Sonne bekommt, entstehen kann. Die Iris kommt weg, ebenso die Weide, die sich nach Sturm Christian aus einem ins Wasser gefallenen Ast selbst angesiedelt hatte. Und es wird viel Aushub anfallen, Schmodder und Blätter von mindestens 35 Jahren…. der wird wohl erstmal auf dem Rasendreieck gelagert werden müssen, bis wir ihn per Schubkarre langsam abtragen können …. mal sehn, wie viel es wird – Ideen zur sinnvollen Entsorgung habe ich, es hängt aber natürlich alles von der Masse ab….

Mit Glück ist beim modellieren des Flachwasserbereichs Lehm zu finden, der würde dann gen Au geschoben, um zu versuchen, den Teich etwas langsamer Wasser verlieren zu lassen. Das wars dann auch schon. Der Sinn des ganzen: mehr Licht, mehr Wärme, flachere Bereiche – damit die Frösche wärmeres Wasser finden, in dem sie dann auch laichen können/ mögen. Und vielleicht taucht dann ja auch mal eine Ringelnatter auf. Oder mehr Molche. Oder andere/ mehr Frösche…..

Damit allerdings der Bagger aufs Land kommt, müssen wir zuvor eine Zweimeter-Schneise in die Weidenhecke hinten zum Maisacker schlagen (macht nix, wächst nach). Und danach ist sicher erstmal ordentlich Wüstenei und Chaos – die ganzen Schneebeeren müssen ja auch irgendwohin und später zerkleinert und aufgebrannt werden. Ich hoffe bloß, daß ich bis dahin wieder fit bin.

Nochmal Teich

Zum Vergleich: 29.4., vor dem Regen

2.Mai, nach zweieinhalb Tagen mit „immer wieder Regen“

So schnell tut sich da was, das sind locker mal 20cm mehr Pegelhöhe!

Die Biologin von „Froschland“ war da und meinte, sie läßt sich das nochmal durch den Kopf gehen übers Wochenende, aber sie meint schon, unser Tümpel lohnt den Einsatz. Sie hat gesehen, was ich nie gesehen hatte, jetzt aber plötzlich auch alleine sehe: Wasserasseln und jede Menge Wasserflöhe („Wasserfloh“ ist ein verallgemeinernder Oberbegriff für alle möglichen Arten winziges Gewusel *g*) Und war beeindruckt von den Kammmolch-Fotos 🙂

Wasserassel, sich auf dem Rücken liegend totstellend

… und gen Wasser flüchtend

Prinzipiell: „der Teich funktioniert“. Aber er könnte besser funktionieren.

  • wenn einmal grundsätzlich der jahrzehntealte Modder aus Tonnen von Blättern entfernt würde. Der sich, klar, danach wieder sammelt. Aber dann gäbe es wieder Jahrzehnte Aufschub, bis der Teich „umkippen“ könnte – was prinzipiell durch die Faulgase passieren könnte oder aber durchs langsame verlanden. Beim reinstecken eines Stocks begann es zu blubbern und hörte minutenlang nicht wieder auf – nicht gesund für die Teichbewohner.
  • Außerdem würde die Schneebeere auf der Au-zugewandten Seite weggeschoben und dort ein Flachwasserbereich entstehen. Gut für viele Tiere – und mehr wärmere Bereiche (Flachwasser) und Sonne (Gebüsch weg), so daß sich zB die Frösche auch noch wohler fühlten und evtl mal laichen würden
  • Iris und Weide (die sich aus einem reingefallenen Ast der Christian-abgeknickten Weide selbst angesiedelt hat) kämen weg (die Iris wird zu schnell zu groß -> Verlandung; die Weide ist per se problematisch -> Wachstum/ fallende Zweige führen zu weiteren Weiden….)
  • und man würde gucken, ob es Lehm zu finden gibt, den man dann, im Versuch die Wasserstandswechsel etwas zu entschleunigen, abdichtend gen Au schieben würde. ODER man fände beim auskoffern tatsächlich eine Rohrleitung, die man dann wegnähme – sie vermutet aber, nein. Die Au ist ja eine tief gelegene Entwässerungsau aus der Flurbereinigung. Wahrscheinlich fließt das Wasser einfach durch die Bodenschichten so schnell ab
  • Der Rest wäre „in Ruhe lassen“ – also nix bunter „Vorzeigenaturgartenteich“ – das ist ein Waldtümpel, das bleibt ein Waldtümpel. Und daß wir Molche und (seit es durch den Mirabellenfall mehr Licht gibt) auch Frösche da haben heißt: der ist okay

Das also läßt sich die Biologin durch den Kopf gehn, und dann ist da noch die Frage: wie kriegt man einen wenn auch kleinen Bagger auf unser Grundstück…. WENN das losgeht, dann gegen Oktober, wenn man am wenigsten Schaden in der fauna anrichtet. Ich bin sehr gespannt, ob nun ein Vertrag zustandekommt und was von den angedachten Dingen geht und getan wird.

Teich

Unser Teich hat viele Gesichter….

Idealzustand

 

Sommer 2019

 

Winter 19/20

 

meistens ist es irgendwas dazwischen („vor dem Regen“, gestern)

 

und auch das gab es einstmals… …in der Wintersonne 2011…

Da die Wasserstände so extrem wechseln, außerdem der Teich eher so eine Art Krater ist (wie tief isser eigentlich wirklich, da sind ja noch meterweise Blättermodderschichten… keine Ahnung), bis die Mirabelle in Sturm Christian fiel auch noch zappenduster lag und mit großem Gerät nicht zugänglich ist, liegt er da so rum. Vielleicht ändert sich das demnächst – nachher kommt M. von der Initiative „Froschland“. Erstmal zum gucken. Eventuell zum Tippgeben. Und wer weiß – ganz vielleicht werden wir in deren Programm mit aufgenommen, dann passiert größeres. Ich bin hammergespannt!

Garten-Challenge

6.4. Es zeichnet sich in diesen Tagen ab, daß, wenn ich einigermaßen vernünftig bin, in diesem Jahr nichts NEUES im Garten entstehen wird. Denn es wird mehr Zeit als es gibt kosten, den im letzten Jahr geschaffenen IST-Zustand zu halten!

Ich habe gleich mehrere Flächen von Silber-Goldnessel (Sigone) befreit, die ja, wie ich beim Naturgarten-Test erfahren musste, ein invasiver Neophyt ist. Mir war von vorneherein klar, daß da noch Wurzelwerk über ist und ich würde nacharbeiten müssen, Das war bisher noch immer so, wenn ich irgendwas irgendwo entfernt habe – ein bis zwei Jahre viel Nacharbeit, danach nur noch vereinzelt und alljährlich aufpassen, daß nichts wieder einwandert, ob Giersch, Brennessel, Brombeere oder auch Walderdbeere oder Waldmeister, die in jeweils einem Beet die Alleinherrschaft hatten übernehmen wollen.

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Jetzt, wo alles auszutreiben beginnt, zeigt sich, daß ich mir allerhand vorgenommen habe. Habe schon viele winzige Sigönchen entfernt – und außerdem war im letzten Jahr ein unglaublich starkes Buchen-Mastjahr, und schon jetzt kommen Hunderte kleine Buchen aus allen Ritzen. Die Erfahrung sagt, daß es Tausende werden. EDIT: das war am 31.3. Jetzt sind es ZEHNtausende!!! Und das ist zurückhaltend geschätzt. Habe mich heute auf die Fläche 3 gehockt und soweit der Arm reichte ringsum Buchen gezupft. Es waren 85!! An einer Stelle, an der ich gestern erst alle Buchen gerodet hatte, die gestern dort sichtbar gewesen waren!

nach dem buchenzupfen ist vor dem buchenzupfen….

Naja, aber das ist es ja noch nicht: die Giersch-Gräben wollen, wie jedes Frühjahr, gepaßt werden, und dann war da ja noch die Schneebeere – auch die hatte ich ja an mehreren Stellen in ihre Schranken gewiesen, auch die ist eine invasive Neophytin, und auch sie läßt sich das entfernen nicht so einfach bieten. Die Wurzeln gehen knietief und flache Ausläufer wandern meterweit, bevor neue Schneebeeren aus dem Boden schießen – auch da also wartet ordentlich Arbeit, möchte ich die Flächen freihalten. Uuuuuund auf der Fläche3 schrieb ich so vorlaut oben was davon, daß dort der Hartriegel WAR …. nuja, auch Hartriegel bildet Ausläufer, und zwar nicht zu knapp. Und ein Strauch steht da drin noch, zusammengewachsen mit einer Forsythie, also auch nicht eben mal zu entfernen. Ich hätte dort aber lieber Anderes, zB das Pfaffenhütchen (das sich gut entwickelt) und die Mispel, die immer noch im Topf auf eine Stelle wartet, wo genug Platz für sie ist.

Der Lohn all der Entfernungs-Mühen ist übrigens – nuja, zwiespältig 😉

Es ist durchaus so, daß sich über die von den übermächtigen Pflanzen befreiten Flächen andere Pflanzen freuen. Bloß sind es nicht unbedingt die, über die ICH mich freue….. hier, der stinkende Storchschnabel auf der Buchen-Fläche, der ist ja immerhin hübsch. Dort kommen auch Kälberrohr, Scharbockskraut etc.
Prima!

stinkender Storchschnabel in frischer Frühlingspracht mit alten Herbstfärbungsblättern – schön isser!

Anders sieht es auf den anderen Flächen aus. Da schreien Brennesseln „HURRA“, der Giersch freut sich mit – und Buchen, Buchen, Buchen nutzen den lockeren Boden …..

Also, meine Gartenchallenge in diesem Jahr: Sigone, Giersch, Schneeball, Hartriegel und Buchen in den zugewiesenen Grenzen halten…. und achtgeben, daß nicht der eine Invasor vom nächsten abgelöst wird. Puh!

Welche Garten-Challenges habt Ihr so?

 

 

Wie war das noch?

Es ist April, oder??? 😉

Heute erstmals in der Frühlingssonne auf der Bank gesessen, ganz wie geplant. Die Bienen flogen eifrig…

Der Bewuchs wächst auch schon, sowohl in als auch vor der Mauer 🙂

… und zwischen Gelb- und Blasenflechte was seltsames. Blasenflechte? Stimmt, die hatten wir noch nicht: Blattförmige Blasenflechte….: Hypogymnia physodes

Anderthalb Stunden zuvor gab es Graupelschauer……

Tierchen ….

Damit Elsa die Katzenklappe nutzt haben wir in den sauren Apfel gebissen und vor einigen Tagen das vor Wind und Kälte schützende Wolltuch vorerst wieder entfernt. Hat ja auch geklappt.

Heute morgen dann:

direkt vor der Katzenklappe, innen, Fellbüschel. Weiße und rötliche. Viele.

El Mauski machte eigentlich morgens einen normalen Eindruck, Wunden sind nicht zu finden. Jetzt aber, gegen Mittag, tigert er mit dünnem Gesicht, schrickt bei jedem Geräusch zusammen, mochte auch nicht gern raus.

Wir gehen davon aus, daß der Rotweiße mal wieder reingucken wollte (beim 1. Mal war dasebenfalls  bei entferntem Tuch gewesen, seither – Tuch davor – nicht mehr). Auf der Wildkamera war er zu sehen, aber die steht derzeit an anderm Ort, wo sie bisher auch Amseln, Spatzen, eine Meise und ein Rotkehlchen fotografierte, zeigt also nicht, ob er rein ging. Gut, daß wir einen wehrhaften Wachkater haben …. schlecht, daß er jetzt wieder keine Ruhe findet. Schlecht für Elsa, die deshalb auch keine findet – zum rausgehen braucht sie mauskilose Zeit, selbst wenn ich mit ihr zusammen raus will. Deshalb sitzen jetzt beide Menschen gaaaaaanz ruhig oben an ihren Computern: dann ist die Chance größer, daß auch El Mauski oben Ruhe findet. Bisher putzt er sich noch. Ich warte auf Meldung „kringelt sich ein, Schwanzspitze ist ruhig“ *gg*

Vorhin haben wir, hoffend, daß die Vögel sie annehmen und an den ausgesuchten Plätzen mehr Bruterfolg haben, zwei gekaufte Rauchschwalbennisthilfen im Carport angebracht, an den Stirnseiten direkt unterm Dach, damit Eichhorn, Katze und Co es schwerer haben. Außerdem einen Fledermauskasten außen am Carport oben, direkt da, wo’s ans Haus grenzt. Falls Jemand Nisthilfen braucht – die verlinkte Firma wird in Naturschutzkreisen wärmstens empfohlen.

Und da die Spatzen den Reisighaufen, der vom Baumpfleger auf der Wiese zwischengeparkt war, toll finden, hab ich den nicht „entsorgt“, sondern nur versetzt. Sollen sie gucken, ob sie die Stelle auch mögen. Der Garten wird immer mehr vom Garten zum kleinen Naturschutzgebiet *gg*, nicht ganz die Art „Naturgarten“, wie sie vom Verein propagiert wird, dafür ist er nicht ansehnlich genug – aber doch ein Naturgarten….

Die Schneeglöckchen erobern sich Orte zurück: dort, wo die Buchenhecke geschnitten ist, wuchern sie am Gehsteigrand – in den Jahren zuvor war da nie ein Schneeglöckchen, zu dunkel. Und auch die von Schneebeere freigeschnittenen Flächen sind gut bewachsen. Jetzt kommen langsam auch die Winterlinge, heute deutlich mehr als die einzelnen Vorreiter in den letzten Tagen – obwohl es heute deutlich kühler ist als letzte Woche.

Jetzt schreibe ich noch eine Ergänzung betr. „Kuschelturm“ zu meinem hoffentlich oft gelesenen Fledermausartikel. Bald kommen sie aus den Winterquartieren, dann wird das aktuell. Also schnell nochmal nachlesen, wie man Kranken oder verlorenen Babies oder…. helfen kann: hier

So. Meldung „Mauski entspannt im Sessel“ – los geht’s *gg*

Eingesät

Am 19.9. hab ich ihn endlich eingesät, meinen mähbaren Kräuterrasen. Und gewalzt. Nun heißt es abwarten.

Vorn, in dem wegen des längere Zeit dort gelagerten Sandes etwas kahlen Fleck, habe ich 2 Sorten Klappertopf gesät. Das ist ein Halbschmarotzer, der an Graswurzeln schmarotzt und dadurch, wenn er denn mal Fuß gefaßt hat, die Gräser ein wenig im Zaum hält. Allerdings braucht er zum keimen Frost und Schnee, und er ist ziemlich anspruchsvoll …. mal abwarten.

30.9. Überall Sämlinge!

Keine Ahnung, was da keimt, jedenfalls nix, was aus dem Kiesgemisch kommt, denn zumindest die am häufigsten zu findenden Keimlinge sehen unbekannt aus. Müssen wohl aus der Mischung sein 🙂 Und das ist drin:

Der Reiherschnabel hat gefiederte Blätter, sonst keins davon. Wird der wohl sein….. als Pionierpflanze muß er ja eh schnell sein, das paßt 😉

In den letzten zehn Tagen sind Bucheckern über Bucheckern gefallen – so heftig wars noch nie. Auf der Straße ist eine glitschige Schicht, und vom Bürgersteig und aus der Gosse haben wir in drei Etappen zehn hoch volle Schubkarren voller Bucheckern entfernt – und schon wieder liegen da welche…. natürlich werden auch die zarten Sämlinge von oben unter Beschuß genommen, und liegen danach im Dunklen. Einmal habe ich bereits vorsichtig abgerecht, und das werde ich sicherlich mindestens noch einmal tun. Wenn auch ungern, zu groß ist die Angst, die Kleinen kaputtzumachen.

Von den Katzen gibt es nicht viel neues. Oder vielleicht doch, dies: Elsa kann nun allein auch die widerständigere Magnetklappe zum Wintergarten bedienen. Wir müssen jetzt also höllisch aufpassen, wenn wir rein und raus gehen *gg* Und Mauski freut sich über ein Büschel Gras von draußen, das ich in einen alten Nachttopf gepflanzt habe, nachdem mir aufgefallen war, daß er immer wieder an einer Zimmerpflanze zu kauen versuchte. Sonst ist alles beim alten: Elsa schießt munter treppauf und treppab, Mauski beobachtet unser Tun aus sicherer Sofa-Ecke und bewegt sich nur zum Klo, zum fressen und mal auf ein anderes Plätzchen im grünen Zimmer. Meist haut er ab, wenn man sich neben ihn setzt, kommt später zurück, bleibt aber in Nicht-anfaß-Distanz. Jedes unbekannte Geräusch, jede heftige Bewegung erschreckt ihn, es ist wirklich schwer anzusehen. Wir hoffen auf Zeit und spielen – zaghaft macht er mit, im liegen oder sitzen, in seiner Sofaecke (ja, auch das war schon besser – das ist das schlimmste: daß wir RÜCKschritte sehen im Vergleich zu der Zeit, bevor er sich ins OG geflüchtet hatte) Und weil Mauski sich so wenig bewegt, sind seine Krallen so lang, daß er viel hängenbleibt. Auch das: doof für ihn.

Geduld, Fjonka, nur Geduld!!!!! 😉


Zum nachgucken: anlegen von Beet und Mauer

Beginn
kahle Erde 😉
Sand
Mauer1- graben
Mauer2 – geht los
Mauer fertig

 

 

 

Wiese

Ganz sicher hab ich doch davon berichtet, daß ich vor zwei Jahren oder so begonnen hatte, die schattige, trockene Wiese unter den Buchen anders zu behandeln – aber ich finde es nicht wieder!

Also von vorn:

unser Garten hat ein Stück, das man wirklich zu nix gebrauchen kann :

  • es liegt direkt unter den großen Buchen gen Nachbars und ist damit sehr schattig
  • es ist abschüssig Richtung Frühstücksplatz und ist damit (und wegen der Buchen, die ihre Wurzeln drunter haben) recht trocken und schwer „be-sitz-bar“
  • es ist vom Bürgersteig aus voll einsehbar und
  • dort windet es eigentlich ständig

Viele Jahre lang hab ichs einfach mitgemäht, wann immer ich den Rasen mähte und schon was gewachsen war (also etwa 5-6x jährlich, das Gras wächst dort wegen all der Gegebenheiten recht langsam). Im Frühling sind dort botanische Krokusse, die ich in Etappen gepflanzt habe und Narzissen, danach nur noch Gras.

Irgendwann hab ich mir gedacht: „Warum mähst Du das eigentlich immer mit, es wird ja doch nicht begangen!?“, und habe seitdem nur noch 1-2x jährlich gemäht, wenn es Party gab (denn dazu taugt das Stück) und zum Herbst.

Das ist natürlich nix, wenn frau

  1. einen Naturgarten haben möchte und
  2. lernt, daß viele Schmetterlingspuppen an Gräsern überwintern oder Raupen an ihnen fressen

Also kam mit einem ziemlich tollen Artikel in unserer Mitgliedszeitschrift ein Drei-Stufen-Plan zum tragen. Drei Felder hatte nun die Wiese.

Oben das Feld ist gut für blühende Pflanzen, gemäht wird im Juli und im Oktober

Mittleres Feld : Mahd nur im Oktober, für die „neue Generation“ von Insekten und die „Auswanderer“ aus gemähten Bereichen

und im unteren Feld wird nur Mitte Juni gemäht, hier können Larven und erwachsene Insekten gut überwintern und die Larven sich bis zur Mahd entwickeln und schlüpfen.

Im letzten Jahr ist ab Juni allerdings fast nix gewachsen, Trockenheit sei Dank.

Juni 2018, VOR der 1. Mahd und der langen Trockenheit. Vorne, bis etwa Hinterkante Tisch, sind inzwischen Mauer und Kräuterrasen-Stück

Aber in diesem Jahr sieht man, wo die Felder sind – und Feld 3 ist etwas geschrumpft, zugunsten der Mauer mit Kräuterrasenbereich davor.

1.9.19 Dieselbe Perspektive, jetzt mit Rückseite der Mauer. Der Sand dahinter wird ja noch mähbarer Kräuterrasen, dahinter die drei Felder

Das ist natürlich alles ein Versuch im Miniaturformat – aber je mehr unterschiedliches im Garten, desto mehr Chancen für unterschiedliches, zu leben. Seit ich nur noch selten mähe und, wichtig, auch das Gemähte immer konsequent nach ein paar Tagen abstransportiere ist schon ein wenig was geschehen: es sind jetzt Gundermann, Ruprechtskraut und am Rand auch Veilchen in der Wiese, immerhin. Und seit die Gräser blühen sehe ich erst, wie viele verschiedene da sind!

Was schlecht ist: ich mähe bislang mit meinem normalen Rasenmäher, auf höchster Stufe. Damit häcksle ich allerdings auch Insekten mit…. aber mit Sense kann ich nicht. Ich habs versucht, das Gras ist zu zart. Ich krieg mit Sense nur Brennesseln und Giersch einigermaßen ab. Balkenmäher wäre gut, die gibts inzwischen auch für Handbetrieb. Aber da muß ich mich noch kundiger machen: gehen die auch für den Rest (Rasen)? Schön wäre auch, richtig sensen zu lernen – aber wo und wie???

Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird 🙂

Neulinge 1: Saattüte „Druiden“

Angeblich insektenfreundliche Saaten-Mischungen sind ja derzeit der ganz große Hit in den Supermärkten. Meist sind auf Effekt ausgelegte Billigsaaten drin; hübsch anzusehen im ersten Jahr, wenn sich Honigbienen und Hummeln auf Phacelia, Kornblume und Klatschmohn tummeln – im 2. Jahr schon ziemlich ausgedünnt und im 3. ärgert sich der gutmeinende Kunde, daß da ja „nur“ noch Gras, Brennesseln und/ oder „ortsübliches Unkraut“ unscheinbar vor sich hin blühen und ergänzt frustriert seine Kiesschüttung, wo er zuvor durch die 10 qm „Insektenmischung“ das gute Gewissen aufrechterhalten hatte.

Ja, ich weiß, das ist jetzt sehr zynisch. Ich will damit auch weniger den Insektenmischung kaufenden Gärtner kränken, sondern ein wenig übertrieben zeigen, was das Problem mit vielem ist, was „Hype“ ist: es wird billig in den Super- und Baumärkten verwurstet, und hier ist oft eben nicht auch gut, was günstig ist. Weil die „Effekttütchen“ halt zum größten Teil Einjährige enthalten. Die schön bunt sind, aber außer für Honigbienen und Hummeln nicht sehr viel Attraktivität haben – und sich nicht lang halten,

  1. weil Ackerbegleitflora (Mohn, Kornblume, Kamille und Co) auf bearbeiteten Boden zur Keimung angewiesen ist, einjährige Sommerblumen (oft um 90% des Inhalts der Tütchen) sich meist nicht weiter aussäen, weil sie die Witterung hier nicht vertragen (siehe Punkt 3) oder sich gegen die wieder aufkommenden Gräser nicht durchsetzen können. Es muss also nicht nur eine neue Tüte gekauft werden, sondern für eine erneute Einsaat auch der Boden umgebrochen werden – der Tod für alle Insekten, deren Larven in abgestorbenen Halmen oder in Bodennähe überwintern.
  2. weil am buntesten nunmal Blumen auf Magerstandorten blühen – deren Saaten sich aber auf unseren fetten Böden in S-H nicht wohl fühlen.
  3. weil zum größten Teil nicht einheimische Pflanzen in den Tüten sind, die zwar hübsch aussehen, aber unseren gefährdeteren Insekten nunmal nicht weiterhelfen, da diese zT, wie ichs schon mehrfach berichtet habe, nunmal auf Pflanzen angewiesen sind, die es hier natürlicherweise gibt – um ihre Jungen aufziehen zu können. Und da helfen Schlafmützchen, Cosmeen, Kokarden, Ringel- und andere Sommerblumen nicht wirklich weiter

Jedenfalls ist das, was da verkauft wird, sehr oft nichts als ein hübsches, aber wenig nachhaltiges Blumenbeet. Und auch die bunten Blühstreifen am Ackerrand enthalten zahlreiche nicht einheimische Arten, die von den meisten gefährdeten Insektenarten nicht genutzt werden können, denn ihre Blühmischungen sind auf die Bedürfnisse von Honigbienen zugeschnitten.

Das war jetzt eine lange, aber wichtige Vorrede für das, was ich eigentlich berichten will::

Wir haben beim Gottorfer Landmarkt ein Tütchen mit „Insektenmischung“ von der Druidenloge geschenkt bekommen. Der zugehörige Mensch sagte zum Herrn F. auf dessen Frage: Dochdoch, das seien einheimische Pflanzen. Hmmmmm –
tatsächlich zeichnet sich eine vernünftige Saatmischung schonmal zuallererst dadurch aus, daß draufsteht, was drin ist! (Obwohl das leider im Umkehrschluß nicht heißt: überall, wo was draufsteht ist auch Gutes drin)
Hier jedenfalls gab es tatsächlich eine lange Liste. Deshalb hab ich mir die Tüte auch aufgehoben und einen Test gemacht. Mal gucken, was drin ist von dem, was draufsteht. Und was bei mir wächst. Und ob es tatsächlich einheimische sind.

Durch den Mauerbau war ein kahler Fleck entstanden, wo vorher das „Baustoffdepot“ gewesen war. Den habe ich, weil einigermaßen sonnig, mit dem Tütchen eingesät. Und tataaaa, inzwischen keimt einiges.

Leider auch so einiges, das auf „schon wieder so ein sinnloses Billigzeugs“ hinweist – aber nicht nur. Und so habe ich mich mal dran gegeben, die lateinischen Namen nachzugucken, mir die deutschen rauszuschreiben und das ganze mit dem, was ich schon erkennen kann, abzugleichen:

die Häkchen im Kreis sind die Pflanzen, die ich bereits entdecken konnte. Die Punkte dahinter bedeuten „hatte ich schon vorher im Garten“. Das Bild ist groß und kann zur besseren Lesbarkeit angeklickt werden

Auf dem Tütchen gab es 2 Abschnitte (bei mir links und rechts getrennt), es stand aber nicht da, was das zu bedeuten hat. Wenn man jetzt abgleicht, sieht’s für mich so aus: links sind die großenteils tatsächlich einheimischen und durchaus sinnvollen Pflanzen – rechts der „Füllstoff“, der schon reichlich keimt.

Bereits blühendes:

  • Lein,
  • Boretsch,
  • Mohn,
  • Koriander,
  • Dill,
  • Kornblume,
  • wilde Malve,
  • Phacelia und
  • Schwarzkümmel.
  • September: Färberkamille und
  • Ringelblume

Schwarzkümmel, Dill, Koriander, Boretsch und Phacelia sind schonmal nicht einheimisch. Mohn und Lein hab ich nicht nachgeschaut, die Malve ist eine einheimische. Und die Kornblume ist eine Sorte, denn sie ist pastellblau statt wie die einheimische kornblumenblau. Das geht leider also nicht gut los, wenn es auch alles Pflanzen sind, die von Insekten zumindest als Nahrungsspender gemocht werden.

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Ich bin gespannt, was sich weiter tun wird und werde das unter Beobachtung halten! Einige Keimlinge habe ich ja schon identifizieren können (siehe „Haken im Kreis“), aber es ist ja noch genug Potential, sowohl in der Liste als auch bei den mir unbekannten Keimlingen.

Und irgendwann gibt’s dann auch „Neulinge 2 und 3“, denn ich hab ja noch die GUTEN (hoffe ich): den „mähbaren Kräuterrasen“ und den „Schattsaum ohne Gräser“, auch die mit Artenlisten und letzterer bereits in Teilen ausgesät. Aber erst vor kurzem. Und der Kräuterrasen kommt erst im September raus, nachdem ich wie empfohlen Keimlinge aus dem Sand/ Kies (die auch tatsächlich grad momentan massenhaft aufgehen) gejätet habe


Ich möchte hier, weil es dazu paßt (von wegen billig ausnutzen, daß Laien es gut meinen), zu und zu gern nochmal auf das wunderbar anschauliche Faltblatt von Dr. Eckloff zum Thema „Insektenhotel“ aufmerksam machen. Also, bitte, wer’s noch nicht kennt oder nochmal auffrischen möchte:  *klick*)

Zehn Minuten

Habe mich, als grad die Sonne drauf schien, zehn Minuten vor den Altholzstapel gesetzt, der schon seit mindestens 22 Jahren an derselben Stelle vor sich hin steht.

Ein Foto von 2015

Gestapelt hatte ich den damals aus Holz, durch das es kein durchkommen gab: der Spalter prallte dran ab, die Säge war zu klein dafür, es waren dicke Holzscheiben mit Rinde, von denen auch Folgä – der ja von Beruf Tischler war – nicht sagen konnte, von welchem Baum dieses monsterharte Holz wohl sein könnte.

nach wie vor: besondere Strukturen!

Viele Jahre lang hatte man dann auch wirklich fast das Gefühl, das müsse eine Halbwertszeit von 227 Jahren haben oder so – es passierte rein garnichts. Macht nix, ist hübsch – und da ich damals noch nicht um die Bedeutung von Totholz im Garten wusste, hatte ich es eh aus dekoratiǘen Zwecken dort aufgetürmt. Aber irgendwann ging doch die Rinde ab, die ein oder andere dünnere Scheibe, die unten feucht lag, zerbröselte – und da ich nun eine Goldwespe darauf herumturnen gesehen hatte, dachte ich mir: oh, FOTO!!! und setzte mich.

Und was es alles zu entdecken gab in diesen zehn sonnigen Minuten!!

Ein Admiral kam zum sonnen

mehrere verschiedene Wildbienen der kleine, unscheinbaren Art flogen herum – und besetzten die kleinen Löcher, die nun doch „schon“ in den Holzstücken zu sehen sind – auf allen Fotos aber sind sie „schon weg“ – die kurze Auslöser-Verzögerung schlägt mir oft ein Schnippchen.

Ein Tagpfauenauge sonnte sich

unbeabsichtigt habe ich beim ausrupfen eines trockenen Grasbüschels eine Ameisenkolonie ihres Brutnests beraubt – Eier wurden in großer Hast in Sicherheit gebracht – in so großer Hast, daß mir leider auch davon kein schrfes Foto gelungen ist…. Auch die Glanzwespe tauchte mehrfach auf und untersuchte Holzstellen – aber immer zu eilig, um sich knipsen zu lassen, ebenso war’s mit der Hummel am Zimbelkraut

Fliegen sonnten sich

das hier ist wahrscheinlich eine Fleischfliege (Sarcophagidae)

Verschlossene und geöffnete (Schlupfwespen??) Niströhren zeigen, daß Insektenhotels total überflüssig sind, wenn frau bloß Totholz, am besten (für die Wildbienen jedenfalls) stehend und sonnig irgendwo hinstellt und stehenläßt

Und ich habe dann, beeindruckt, wie ich war, gleich nochmal dafür gesorgt, daß noch mehr Auswahl an Futter und Nistplätzen entsteht:

Irgendwann neuer Nistplatz „aufrecht stehendes, besonntes Totholz“

Und ich habe da, wo auch der verschmähte Hummelnistkasten stand, erste Teile des „Schattsaum“ ausgesät.

Dies ist der Platz – die Nische da, direkt vor Nachbars Lattengerüst-„Carport“

Sieht winzig aus, sind aber doch so einige Quadratmeter. Davon mehr, wenn die Saat beginnt, aufzulaufen.

 

Wer kennt schon den Moosen?

Der Moosen bedeckt bei uns all die Stellen, an denen wir gern regelmäßig sitzen oder laufen – und ich mag ihn seit je, habe deshalb nie versucht, etwas gegen seine Entwicklung zu unternehmen. Aber nie hatte ich gewußt, daß er ein Moosen ist *gg* – bis Bibo mir einmal dieses Wort beigebracht hat. Und jetzt hat sie sogar einen sehr schönen Artikel über den Moosen und seine zweifellos vorhandenen Vorzüge geschrieben, der auch noch lustig zu lesen ist.

Ich lege Euch sehr ans Herz, über den „Moosen in Zeiten des Klimawandels“ zu lesen und ein für den Standardgärtner mit schattigen Gartenteilen zuvor ständiges Ärgernis danach mit neuen Augen zu betrachten – denn der Moosen ist außer weich und angenehm auch noch gut fürs Klima,

  • indem er dafür sorgt, daß weniger gemäht werden muß,
  • indem er CO2 speichert,
  • indem er Humus aufbaut
  • und indem er mannigfaltiges Leben zuläßt.

Also bitteschön, laßt Euch vom Moosen überzeugen!!

Ein vorerst letztes Mal: die Mauer

Die ganzen Findlinge, die wir für die Mauer dann doch nicht gebraucht haben, haben eine zweite Mauer vervollständigt

So sieht die Blickachse jetzt aus

der Hol-Nis- Stein

Und der „T.Eisstock“

von hinten: Bruch, Sand/ Kies und die ersten beiden Pflanzen

die Margeriten bestimmen das „Wildpflanzenbeet! vom letzten Jahr.

Die Mauer ist fertig!!!!

Gestern haben der Herr F. und ich von Freunden eine fantastische, dicke Eichenbohle aus einem alten Schiff für unsere Mauer als Sitzplatz bekommen. Ich war so begeistert, gestern noch habe ich sie eingebaut:

Heute dann habe ich sie erst mit 80er, dann 120er- und 240er- Schleifpapier geschliffen und schließlich mit Leinöl eingelassen – nicht daß sie das bräuchte, aber das lässt die Farben und Strukturen so toll rauskommen!

Wahnsinn, oder? Und so sieht nun die fertige Mauer aus – mit Bepflanzung und Sitzbank. Ich habe IN der Mauer Thymian, Zimbelkraut, eine kleine Glockenblume und Hauswurze

und hinten im Sand/Kies, ganz oben, eine Grasnelke und eine andere Glockenblume. Erstmal.

Zwei besondere Ziegelsteine sind eingebaut, einer mit Prägung „Holnis“ und einer mit „T. Eisstock“. Sonst gibt es unterschiedliche alte Steine, die hier schon waren, Dachpfannen vom alten Dach, Klinkersteine vom Anbau, Natursteinplatten und -steine, Tonröhren, die auch schon rumlagen und zwei, die wir als Insektennisthilfen auf der letztjährigen Exkursion gebaut hatten, dann den Niststein (als einziger gekauft, oben im Bild senkrecht – naja, etwas schräge senkrecht *gg* – zu sehen) und Lehmmörtel aus den geschenkten Lehmsteinen.

Ich muß sagen: ich bin sehr begeistert von meiner Mauer, und ich freue mich schon drauf, im nächsten Frühling dort zu sitzen und zu gucken, was da schon so wächst (im September wird der mähbare Kräuterrasen gesät). Jetzt habe ich noch Kies/ Sandreste zu verteilen, und das wars auch.