Nochmal ne Schlupfwespe

…hab ich natürlich dem Lennart für sein Projekt geschickt, aber zuvor geguckt, was es denn sein könnte. Ich kam auf Ichneumon stramentarius. Könnte es tatsächlich sein, schrieb er:

gar nicht mal schlecht! 🙂 Ichneumon stramentarius oder suspiciosus, die sind leider nur an der Scopa, also der Behaarung der Innenseite der Hinterhüften zu unterscheiden.

Okayyyyyy *gg*

 

 

zart!?

24.9. Also, zart finde ich persönlich ja nicht so die richtige Bezeichnung für die punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima). Punktierte Pummelschrecke würde es eher treffen…. aber schaut selbst:

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Schon wieder ein Tier mit weniger Beinen als es haben sollte…. fast allen Heuschrecken, die ich sehe, fehlt eines! Und dieses ganz leichte schielen – herrlich!! *gg*

Nix für Arachnophobe ;-)

15.9. Der letzte warme Sonnentag – na, da wollen wir nochmal grillen. Also wird die Kohle vorgeheizt, dann gegrillt, dann der Haufen Brombeergestrüpp (vorher umgeschichtet, damit Tiere sich retten können) nach und nach aufgelegt. Langsam wird es in der gesamten Feuerstelle wärmer – und da sitzt sie plötzlich auf einem der Umrandungssteine:

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Ich dachte ja „oh, da hat sie wohl ihren Eikokon gerade noch retten können. Aber jetzt, bei der Suche im Netz, scheint mir: das ist eine Wolfsspinne, Lycosida spec., und die tragen, so lernte ich, immer ihre Kokons mit sich herum. Und sogar später die kleinen Spinnen, einige Tage lang!

Ich konnte keine wirklich hilfreiche Bestimmungshilfe für Spinnen finden. Kennt hier Jemand eine? 🙂

Nicht Heu-, sondern Strauchschrecke

… und zwar wahrscheinlich die gemeine (Pholidoptera griseoaptera) , die am 17.8. in des Herrn Zimmer saß

„Wahrscheinlich“ sag ich, weil Heuschrecken mal wieder garnicht so einfach zu bestimmen sind wie frau erst denkt. Ich dachte: Schild, Rücken, Kopf, alles wichtige drauf auf den Fotos. Aber dann wurden bei der „einfachen“ Bestimmungshilfe wiedermal seltsame Dinge abgefragt: ob die Tympanalöffnungen* rund oder spaltförmig sind, beispielsweise.

Liebe Leute, ich wusste nichtmal, daß es Tympanalöffnungen gibt!! Und dann ist das dortige Beispiel für meine Augen spaltförmig, aber unterm Foto steht, man könne die RUNDE T. gut erkennen…. na, toll.

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So gings munter weiter, und letztlich habe ich mich an Färbung, Größe, lange Fühler (bis „Langfühlerschrecke“ ist die Bestimmung abgesichert *g* – also: Heuschrecke -> Laubheuschrecke -> Langfühlerschrecke) und den nur schmalen, nur hinten hellen Rand am Kopfschild gehalten und kam mit der größten Wahrscheinlichkeit auf die westliche Beißschrecke…. bis ich dann auf Umwegen feststellte: viel wahrscheinlicher ist es, des gelben Bauchs wegen, die gemeine Strauchschrecke – Und die gab es bei dieser Bestimmhilfe garnicht zu finden *seufz*

Wenn sie es ist, dann ist sie auf der aktuellen roten Liste S-H auf Kategorie * geführt, nicht gefährdet bedeutet das.

Die roten Listen für Schleswig-Holstein kann man hier herunterladen, sich aber auch in gedruckter Form zuschicken lassen. Das will ich tun, am Computer ist es wirklich sehr umständlich, zwischen Listen, Legenden, Erklärungen hin und her zu blättern.


Tympanalorgane sind Schalldruckgradientenempfänger (Auditive Wahrnehmung). Sie liegen bei Laubheuschrecken und Grillen in den Tibien der Vorderbeine, bei Feldheuschrecken, Zikaden und Schmetterlingen in Brust- oder Hinterleibssegment.

Wikipedia

Tipula

Ein sehr leicht zu beobachtendes Tier saß da auf dem roten Knöterich:

Es hat eine ganze, lange Weile gedauert, bis klar wurde, wieso es so garnichts sagte, egal wie nah man dran ging: diese Schnake war bereits verstorben, saß aber sicher und fest an der Blüte. Vielleicht hätte sie sich plastinieren lassen, wäre sie ein Mensch geworden, jedenfalls schien sie sich im Tode geradezu zeigen zu wollen, und ich habe das Angebot dankbar angenommen.

…. daß es eine Schnake war, war bald klar, bis TIPULA bin ich mit meiner Bestimmerei gekommen – wahrscheinlich wird es eine Wiesenschnake (Tipula paludosa) gewesen sein, oder aber eine Kohlschnake, die sehen sich wohl sehr ähnlich. Dreist wie ich bin finde ich, die im Netz befindlichen Fotos sprechen alle für die Wiesenschnake.

Dies hier ist ein Mädchen (Ihr wißt es genau wie ich, ich sag nur „Legestachel“). Falls sie eine Wiesenschnake ist und es noch geschafft hat, Eier zu legen, so sind ihre Larven für mich(!) willkommen – sie fressen nämlich an Graswurzeln, und das tuende Geschöpfe helfen in unserem Garten, mehr Blühpflanzen die Aussaat in Rasen und Wiese zu ermöglichen. Wahrscheinlich hat sie ihre Eier aber auf in – sie versenkt sie einzeln leicht in den Boden – die Kuhkoppel gelegt, denn diese Schnaken mögen eher die offenen Flächen nutzen.

 

Splitter

Ich stelle fest, daß ich ungeheuer gern Kühen beim essen zuhöre. Neuentdeckte kleine Freuden, wenn frau wenig Möglichkeiten hat….

(*rupfrupf* *rülps* *rupf* *mööööööööh* *rupfrupfrupf*)

Gefräßig

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Binnen weniger Tage sah die Stachelbeere so aus…. immerhin durften wir noch naschen, die Beeren sind reif. Wer ist das?

Es ist KEIN Schmetterling – und somit keine Raupe, sondern eine Larve. Und zwar die der Gelben Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii), eines nur wenige Millimeter großen Insekts. Hatte ich auch noch nie…. *g*

All you Zombies….

11.8. Elsa hat den Herrn F. auf einen Zombie aufmerksam gemacht. Tatzte sie ihn an, hat er wild geruckt, das ist bei Elsa eine schlechte Überlebensstrategie – sie ist ein echtes Spielkind. Egal ob ein wehendes Blatt oder ein sich windender Zombie – was sich bewegt wird totgespielt. Aber der Herr F. kam grad vorbei und hat, Monster, das er ist, dem armen Kätzchen das Spielzeug weggenommen und dann mich samt Knipse gerufen.

HUCH!? Erst als das Tier aus seiner Schockstarre erwachte (die es einnahm, als es nicht mehr angeschubst wurde), und es sich mit dem Horn zuhinterst aus dem Staub zu machen begann, kam mir die Erleuchtung: Horn HINTEN? Raupe!

HINTERteil. Leider hab ich kein scharfes Foto vom Gesicht hingekriegt, Frau Zombie wollte nicht mehr modeln, sondern nur noch weg.

Also das Buch „Raupen und Schmetterlinge Europas und ihre Futterpflanzen“ geholt. In so einem Fall ist das hilfreich, denn vorn drin sind die typischen Silhouetten unterschiedlicher Schmetterlingsfamilien aufgezeichnet. Ein Horn hinten? Schwärmer!!

Also weiter, Feinabstimmung. Grobsuche auf den Bildtafeln, dann lesen – denn ein blaßlila Zombie mit gelbem „Gesicht“ hinten und blauem Horn war da nicht zu finden. Aber im Beschreibungsteil gabs 3x „blaues Horn“: Nachtpfauenauge, Taubenschwänzchen, Lindenschwärmer. Bei letzterem war zu lesen, daß er sich vor der Verpuppung blaugrau verfärbt. Ab in die Bude, zum Computer, und – tadaaaaaa:

der Lindenschwärmer , Mimas tiliae, ists! Gleich noch’n paar andere Seiten aufgerufen, und: Das mit dem rucken konnte ich nachlesen („vor der Verpuppung, bei Störung“), daß die Raupe nicht nur in Linden, sondern auch mal in Birken frißt (unter der trafen wir Elsa mit ihr an), und daß sie sich kurz unterm Boden, in lockerer Erde (ohje! JETZT lockere Erde….) oder Grasbüscheln/ unter Laub verpuppt. Okay, das kann sie tun, wir hatten sie zur Sicherheit (vor Elsa und vor Menschenfüßen) in den Giersch unter der Birke gelegt.

Raupen

Die Raupen werden 55 bis 65 Millimeter lang und sind grün oder blaugrau. Nach dem Schlupf sind die noch sehr schlanken Tiere blassgrün und etwa sechs Millimeter lang. Das Analhorn ist dunkel und etwa so lang wie ein Drittel des Körpers. Nach und nach bilden sich seitlich am Körper zunächst hellgelbe, später dunkelgelbe Schrägstreifen aus. Im vierten Stadium können sich an der Vorderseite der Schrägstreifen kleine rote Streifen ausbilden. Der Körper ist dann gelb- oder blaugrün gefärbt und trägt zahlreiche kleine gelbe Tuberkel. Ausgewachsene Raupen sind schlanker als die der anderen Arten der Gattung. Ihr Körper ist am vorderen Teil deutlich schlanker als im hinteren. Die Kopfkapsel ist fast dreieckig. Das Analhorn ist oberseits blau oder violett, die Seiten und die Unterseite sind rot und gelb. Die Analplatte ist rötlichgelb und mit Tuberkeln versehen. Kurz vor der Verpuppung verfärben sich die Tiere auf der Unterseite blass grün-violett, auf der Oberseite graubraun. Die Tuberkel sind dann cremefarben, die roten Streifen verblassen. Der Körper der Tiere schrumpft in diesem Stadium deutlich.

https://www.biologie-seite.de/

14.8. – auch ElMauski meint, zu unserer naturkundlichen Bildung beitragen zu wollen: nur 3 Tage später hat er ein jüngeres Raupenexemplar vorgeführt:

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Möget Ihr den Schrecken, die Fotosession, die Hitze und die Verpuppungszeit überstehen, kleine Zombies!!! Wir sehen uns im nächsten Mai 🙂

Schnepfe …

10.8. So langsam bekomme ich „einen Blick“. Auf den allerersten dachte ich, ich hätte es hier mit einer Schnake oder Mücke zu tun, aber das Foto ließ mich auf „Fliege“ tippen, und bei denen fand ich das Tier dann auch. Es ist eine goldgelbe Schnepfenfliege, (Rhagio tringarius)

Die Goldgelbe Schnepfenfliege (Rhagio tringarius) findet man von Juni bis September an Waldrändern, in Gärten oder auf der Wiese. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in feuchte Erde, die im Boden lebenden lebenden Larven fressen Kleininsekten und deren Larven. Auch die Imagines ernähren sich räuberisch, kleine Insekten werden erbeutet und mit dem Stechrüssel ausgesaugt. Die Imagines dieser Art können eine Größe von 8 bis 14mm erreichen.

digital-nature.de

Ich kann hinzufügen: man findet sie auch in Wintergärten an der Scheibe 😉 Nirgends gefunden habe ich, woher denn wohl ihr Name kommt – goldgelb erschließt sich ja – aber es gibt eine ganze Familie namens „Schnepfenfliegen“, zu deren Namensgebung ich nichts finden konnte. Den Schnepfen (Vögeln) sehen sie jedenfalls meiner Ansicht nach nicht ähnlich…..

 

 

Wenn der Name paßt

Dieser Kerl hat einen vielsagenden Namen

Na, wie heißt er wohl?

Richtig! Wie könnte ein schmalbrüstiger Bockkäfer mit vier Binden auf dem Rücken anders heißen als –

vierbindiger Schmalbock (Leptura quadrifasciata)

*gg*? Dies hier ist ein Mädchen. Sieht man sofort, gell? Sonst hätte sie ja auch nicht die gelben Fühlerenden….

Die Imagines ernähren sich von Pollen und Blütenteilen. Man findet sie ab Mitte Juni bis August auf Doldenblüten und Totholz. Die Larven entwickeln sich xylobiont in Tot- bzw. Moderholz, bevorzugt im Holz von Weiden, aber auch in anderen Laubhölzern wie Eichen, Buchen, Birken, Erlen oder Hasel.

Wikipedia

Madame hat sich aber nicht auf einer Doldenblüte niedergelassen, sondern auf einem Skabiosenblatt. Das mit dem Totholz und seiner Wichtigkeit im Garten muß ich nicht schon wieder hervorheben, oder? Und jetzt zackig:

alle, die noch keinen Totholzhaufen haben, sollen aufstehn! – Und einen anlegen. Los! Ich hab die richtige Musik zum arbeiten 😉

Kuckucksspeichel

Diesen Spuckefladen fand ich in einer Weide.

Natürlich ist es KEIN Kuckuksspeichel, auch wenn mans so nennt – es ist der Schutz für eine Larve einer Schaumzikade,(Cercopida)

Leider konnte ich nicht herausfinden, welche es sein könnte, obwohl die Schaumgebilde wohl in Konsistenz und Größe recht verschieden sind. Erlenschaumzikaden, Weidenschaumzikaden und wohl auch Wiesen- und gemeine Blutschaumzikaden kommen laut den unterschiedlichen Websites in Frage, sie alle leben wohl auch mal in Weiden

Bernsteinschnecke. Irgendeine.

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Es gibt eine ganze Schneckenfamilie namens „Bernsteinschnecken“ (Succineidae) Mit welcher wir es hier zu tun haben, läßt sich nicht klären. Sie finde ich am Teich oder bei der Au, denn sie mögen’s feucht.

Noch’n Spanner

… und zwar der achte, den ich im Garten entdeckt habe, und wieder einer mit gut identifizierbaren Kennzeichen und passendem, wenn auch etwas langem Namen:

der Vauzeichen-Eckflügelspanner, Macaria wauaria hat ein V und verhältnismäßig eckige Flügel. Er wird auch „Braunes V“ genannt – und ja, das V ist braun *g* – oder Johannisbeerspanner (die Raupen mögen Johannisbeer-, aber auch Stachelbeerblätter) Bei mir saß der Falter im Buchsbaum, weshalb ich erstmal geguckt habe, wie denn der Buchsbaumzünsler aussieht (TOTAL anders)

Und hier isser, der gute:

Der siebte ist kein Siebenpunkt

…sondern ein nierenfleckiger Kugelmarienkäfer (Chilocorus renipustulatus)

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Der Kleine saß gaaaanz still in einer knotigen Braunwurz, wo er sich vom Herrn F. entdecken und dann in allen Lagen fotografieren ließ.

Es gibt übrigens auch Zweipunktmarienkäfer, die nicht rot-schwarz, sondern schwarz-rot sind. Aber dieser hat einen im Vergleich winzigen Kopf, einen kugeligen Körper und außerdem kann man den abgesetzten Rand seines Körpers auf einem Foto gut erkennen – Kennzeichen dafür, daß es wirklich ein Kugelmarienkäfer ist. Sie sind Blatt- und Schildlausfresser und „eigentlich“ auf Laubbäumen zu finden. Da ist dieser wohl runtergeweht …. oder er suchte mal ein wenig Abwechslung *g*

Achja – wieso überhaupt „der siebte“?

Weil er schon die siebte Marienkäferart ist, die in meiner Liste verzeichnet ist 🙂