Winzling

9.6.: Man kann sie knapp sehen, sie sind unter 5mm groß – aber trotzdem fallen sie auf. Denn diese Winzlinge sind in ihrer Zipfelform trotz ihrer Kleinheit auffallend, und sie winden sich oft auf seltsame Art. „Kurzflügler“ sind es, und tatsächlich Käfer. Schon länger hatte ich mir vorgenommen, mal einen näher zu betrachten, aber nie war es geglückt – und nun kam mir kein schwarzer, sondern ein gestreifter vor die Linse: Allerdings bin ich ganz irritiert gewesen, als ich mir das nächste Foto ansah – hatte ich etwa doch keinen Kurzflügler erwischt? Dieser hat doch lange Flügel, un die Kurzflügler haben auf den Fotos im Netz immer GAR KEINE!?

Aber ein einziges Foto gabs dann doch, auf dem man die Flügel sehen konnte! Ich nehme an, daß sie meist unter den Oberflügeln verborgen sind, aber ich fand dazu nichts geschrieben.

Beim längeren beobachten dieses Tierchens – es ist der Stumpfe Schnellräuber (Tachyporus obtusus) – konnte ich dann auch sehen, was dieses „sich winden“ ist: der Kleine hat sehr ausgiebig seine Flügel geputzt!

Beim Naturspaziergang heißt es:

Der kleine, bunte Tachyporus obtusus lebt meist unter Moospolstern, im Falllaub am Boden aber auch unter loser Borke. Dort macht er Jagd auf noch kleinere Insekten.

 

Allerdings steht auch überall, er erscheine erst im Spätsommer. Auf kerbtier.de im Phänogramm ist er allerdings am häufigsten im Mai zu sehen…. nuja, egal, endlich mal scheint etwas EINDEUTIG, da will ich diese Diskrepanz gern mal übersehen….

Schnellkäfer

Dieser kleine Kerl gehört zu den SCHNELLKÄFERN, die sich blitzschnell aus Rückenlage hochschnellen können.

Ein kleines Tierchern, dieser blutrote Schnellkäfer, Ampedus sanguineus, Waldrandbewohner und Liebhaber von Doldenblütern – was ihn gut in den Garten passen läßt, in dem ich ja seit einigen Jahren gezielt Doldenblüter wie Schafgarbe angepflanzt habe*, aber auch das Kälberrohr oder den Giersch einfach wachsen und blühen lasse – wenns nicht grad in den Beeten ist 😉

Die Larven brauchen Totholzmulm – auch den gibts ja bei uns zu Genüge, und es freut mich, zu sehen, daß das, was ich im Garten tu (oder besser: lasse) Früchte in Form kleiner, vormals mir unbekannter Käfer trägt 🙂

*Schafgarbe ist ein Korb- und kein Doldenblüter, unten in den Kommentaren hat Bibo mich grad drauf hingewiesen, dankeschön!

Feuerkäfer

9.6. Weichkäfer, Schnellkäfer, Feuerkäfer…. rote Käfer in elliptischer Form gibt es viele, offenbar. Aber dieser ist ja nun wirklich ein kleiner Feuermelder 😉

Es ist der scharlachrote Feuerkäfer, (Pyrochroa coccinea). Wenn ich die Fotos auf Wikipedia recht deute, ist es ein Weibchen, was die Form der Fühler erkennen ließe, hätte ich den direkten Vergleich – so bin ich mir nicht ganz sicher. 2-3 Jahre braucht die Larve, unter Totholzrinde, um sich zu entwickeln. Schon wieder so ein Tier, das zeigt, wie wichtig Totholz im Garten ist!!!!

Die Erwachsenen saugen von Mai bis Juni Pflanzensäfte oder Honigtau. Bei uns am liebsten im Giersch.

Eine Eule und ein Wickler

Wieder dachte ich: so auffallend, das wird leicht. Und dann hab ich mir doch einen Wolf gesucht – warum? Weil das Foto in der Insektenbox so aussieht: *klick*

Es ist Diachrysia Chrysitis, die Messing-Eule

Und weil ich nach „grün“ suchte, nicht nach „messingfarben“ … letztlich war aber klar: es MUSSTE ein Eulenfalter sein, also hab ich nochmal hier beim naturspaziergang gesucht und alles näher angeschaut, das recht gerade Farbfelder aufzuweisen hat. Und da las ich dann „messingfarbene bis grüngoldene Bänder“ – Aha!? Die Bildersuche bemüht- und juchu: hier war sie, ganz eindeutig.

Noch dazu las ich bei Wikipedia, daß sie gern an Taubnesseln frißt – und beim ausreißen einiger verblühter Taubnesseln flog die Eule denn auch auf – um sich ruhig wieder in eine weitere, noch stehende zu setzen und sich schön knipsen zu lassen. Wäre sie nicht aufgeflogen, ich hätte sie trotz der glänzenden Flügelfelder niemals gesehen, sie sah aus wie ein Pflanzenteil…..

RAAAAAH – die Fotos sind weg! Und ich hab sie nicht mehr im Foto-Ordner…. 😦 Oh Mann, dabei ist das ein so hübscher, schillernder Falter *jammer*


Und dann ein weiterer Winzling, den ich aber richtig hübsch schnell gefunden habe, erstaunlicherweise, obwohl ich nur dachte „Motte“? Es war aber ein Wickler, ganz ohne deutschen Namen: Eulia ministrana.

Wickler, weil diese Tierchen Blätter zu einer Röhre aufwickeln, in der sie auch überwintern und in der sie sich im April verpuppen. Sie leben von Laubblättern.

Garten-Raubfliege. Vielleicht. ;-)

Ob es nun eine Neomochtherus geniculatus ist, oder ob es eine andere Raubfliege ist – jedenfalls finde ich die Fotos ausnehmend schön (ja, ich weiß, Eigenlob stinkt. Aber wenns doch stimmt…. *gg*) Aber hier gibt es NOCH schönere: *klick*

Neomochtherus geniculatus – wenn’s denn stimmt

Portrait

Wäre ich so ein kleines Tierchen, wie es unter der Knospe der Färberkamille zu erahnen ist, wäre es mir bei diesem Blick Angst und Bange …

Hübsches Tierchen. Aber.

Aber es ist die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Als ich das mit Hilfe der Insektenbox herausgefunden hatte, hab ich sie dann lieber nach draußen verfrachtet…. *g*

Weichkäfer

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Während im letzten Jahr richtig viele veränderliche Weichkäfer unterwegs waren, sehe ich momentan eher gemeine Weichkäfer (Cantharis fusca). Es mag aber auch daran liegen, daß die anderen erst später auftauchen, im letzten Jahr wars ja auch Mitte Juli. (Update 6.7.: stimmt, jetzt sind sie unterwegs – wenn mal der Regen nachläßt)

Die tagaktiven Tiere jagen auf Pflanzen nach kleinen Insekten, sie fressen aber auch tote Insekten. Gelegentlich ernähren sie sich auch von jungen Pflanzentrieben. Die Larven sind schwarz behaart und machen am Boden Jagd auf kleine Insekten und Schnecken. Sie sind sehr kälteresistent und kriechen an milden Wintertagen sogar auf Schnee umher. Nach einigen Häutungen verpuppen sie sich.

Wikipedia

Bestimmt falsch bestimmt….

Seit einiger Zeit breitet sich im Garten ein Gras aus, das mir überhaupt nicht gefallen mag. Es hat sehr dicke Ansätze ganz unten, so daß es sich nach dem mähen unangenehm an den Füßen anfühlt (sogar mit Schuhen) es verdrängt andere, zartere Gräser, und die dicken Triebe legen sich seitlich flach hin, so daß der Mäher sie nicht gut erwischt und es sich schon deshalb gut ausbreiten kann.

Am 13.5. habe ich die ersten Blüten gesehen und mich an der Bestimmung versucht. Dabei bin ich zuerst auf die falsche Spur geraten: es kann eigentlich nur der Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) sein, dachte ich.

Blütenstand

Beim nachlesen über dieses Gras kam mir ein Gedanke: Seit einigen Jahren mähe ich weniger. Der Rasen darf länger stehen, vor allem aber die Wiese wird anders behandelt als zuvor, mit nur einmaligem bis zweimaligem Schnitt. Kann es damit zusammenhängen, daß der Fuchschsschwanz sich so stark ausbreitet? Denn ich lese:

Der Wiesen-Fuchsschwanz ist ein (…) Obergras mit hohem Futterwert (Weidefutter und Heu). (…) Obergräser sind hochwüchsige, an blühenden und auch nichtblühenden Halmtrieben reiche Gräser, die teilweise unter für sie günstigen Verhältnissen die übrigen Wiesenpflanzen unterdrücken sollen. Sie sollen die Masse des Wiesenheus bringen. Diese Gräser eignen sich meist nicht zur dauerhaften Beweidung.

Wikipedia

Aha. Viel beweiden (also auch mähen) mag er nicht, und er soll sogar unterdrücken…. na, toll!

Am Ackerrand wurde gepflügt, Da sieht man gut die unterirdischen Ausläufer 😦

Und dann steht da noch (das habe ich zusammengefaßt und verkürzt):

Der Wiesen-Fuchsschwanz wird von Rostpilzen befallen. Deren auftreten scheint klimatisch bedingt zu sein, kann aber durch die Bewirtschaftung besonders Mulchen beeinflusst werden.

Nun lasse ich ja keinen Grasschnitt mehr liegen (zumindest nicht länger), weil ich ja nicht möchte, daß NOCH mehr Nährstoffe in den Garten kommen, aber Blätter und Co mulchen ja trotzdem. Leider wird aus dem Artikel nicht klar, ob mulchen gut oder schlecht für den Pilz ist…. jedenfalls scheint es dem Wiesen-Fuchsschwanz sehr gut zu gefallen bei mir. Da wird wohl nur „abfinden“ übrigbleiben, schätze ich. Sonst habe ich keine Idee. Vielleicht wird er irgendwann genauso plötzlich wieder weniger wie er jetzt mehr wird 😦

Aber tatsächlich war das die falsche Spur! Denn am 27.5. sah ich plötzlich, daß direkt aus den graugrünen Gräsern „nochmal“ andere Ähren herauskamen, und dann guckte ich NOCH genauer hin und musste feststellen: der Wiesenfuchsschwanz wächst direkt dazwischen, aber der borstige Übeltäter ist anders. Ich suchte und suchte, aber alle ähnlichen Gräser waren dann irgendwie doch nicht ähnlich *gg* Letztlich landete ich beim wolligen Honiggras (Holcus lanatus) Aber so richtig genau so sieht es auch wieder nicht aus….und mit den Bestimmungsmerkmalen komme ich nicht klar. Wir haben dann mal plantnet befragt, die Pflanzenbestimmungs-App. Die gab als allerersten Vorschlag tatasächlich das wollige Honiggras heraus, und die Fotos, die man dort sah, ließen mich glauben, daß ich nun vielleicht doch weiß, wer das fiese Gras ist. Immerhin wäre es dann eines OHNE Ausläufer. Ist ja auch schon was.

Oder es ist doch was anderes. Ich weiß es doch auch nicht…. *seufz*

Das mit den Gräsern scheint mir ähnlich schwierig wie die Sache mit den Wildbienen oder den Pilzen oder…. *gg*

Auch schön: letztens sah ich erstmals im Garten eine strahlend hellblaue, kleine Libelle. Ui, schön, dachte ich, das wird leicht werden 🙂

Weit gefehlt…. nur mal so als ein einziges Beispiel ein Zitat aus einer Libellen – Seite

Eventuell gehören Sie ja zu denjenigen, welche bereits bei mir nachgefragt oder in anderen Foren ein Foto einer Gemeinen Becherjungfer hoch geladen haben, um die Art bestimmen zu lassen. Als Antwort kommen dann Sätze wie: aufgrund der fehlenden „Coenagrion-Naht“ und den relativ weit voneinander getrennten Humeral- und Antehumeralstreifen handelt es sich um die Gemeine Becherjungfer. In der Regel bedanken Sie sich für die korrekte Bestimmung, haben aber gar nicht verstanden um welche Merkmale es denn nun eigentlich geht und stellen ein paar Tage später erneut ein Foto einer Becherjungfer ein.

Wenn Sie diesen Artikel lesen und sich die Grafik genau ansehen, werden Sie in der Lage sein, die Frage „Becherjungfer oder Azurjungfer?“ zu beantworten. Falls nicht, freue ich mich über jeden Hinweis, an welcher Stelle ich nachbessern sollte.

(libellenwissen.de)

Die Grafik ist eine wirklich tolle* – aber soll ich dann als Nachbesserungswunsch schreiben „aber bitte, wie kann ich die denn unterscheiden, wenn ich gar nicht nah genug rankomme, um zu sehen, ob diese winzigen Tierchen überhaupt irgendeine Naht haben“? 🙂

Tja…. So viel zum Thema „Banause im Garten“ *g*


*bitte verstehe mich Niemand falsch – ich finde die WIRKLICH toll, und ich amüsiere mich hier über meine eigene hoffnungsfrohe und ziemlich naive Zuversicht, nicht über den Libellenfachmann, der sich solche Mühe mit seiner schönen Seite gibt!!!!!

Noch ein Marienkäfer! Und El Mauski ist mein Held😃

Hier ist die sechste Marienkäfer-Art in meinem Garten 🙂 Dabei gibt es immer nur sehr wenige Marienkäfer zu sehen; ich erinnere mich an frühere Jahre (meiner Kindheit), in denen rote, schwarzgepunktete so zahlreich waren, daß eigentlich überall, wo man hinschaute, der Blick auf einen der kleinen Glücksbringerchen fiel. Liegt es an meinem Garten, an Schleswig-Holstein oder sind diese Zeiten ganz allgemein mit Glyphosat, industrieller Langwirtschaft und Insektiziden vorbei? Ich weiß es nicht. Dies jedenfalls ist der Vierzehnpunkt, Propylea quatuordecimpunctata

… und sitzt auf der 1. aufgeblühten Margerite 🙂

Dafür, daß er so klein ist, ist er ganz schön gefräßig: Bei Nahrungsüberschuß kann eine Larve pro Tag 20 Blattläuse fressen, ein erwachsener Käfer sogar 55!


Highlight des gestrigen Tages: ich will mit Elsa raus, öffne die Tür zum Garten und locke sie. Sie steht im Wiga, da kommt El Mauski rein.
Elsa duckt sich und faucht – und Mauski? Latscht ganz in Ruhe mit kurzem Seitenblick an ihr vorbei, ab in die Küche! 😃

Cooler Typ, der!!!!!


P.S. Noch ist nichts zu sehen vom „neuen, verbesserten“ Editor…

Grünrüssler

Ich glaube, RÜSSELKÄFER kennen dann doch alle, zumindest als Begriff. Oder?

Aber daß es eine ganze, sogar große Untergruppe namens GRÜNRÜSSLER (Phyllobius) gibt – das war zumindest mir neu. Einen von diesen Tierchen habe ich im Garten entdeckt, ein winziger Kerl, dessen auffälligen Rüssel ich wie auch die Zacken an den Beinen erst auf dem Foto gesehen habe – aufgefallen ist er durch sein schillern. Wenn man ein Foto genauer anschaut sieht es aus, als hätte er lange, grüngolden schillernde Haare 🙂

Welcher Grünrüssler hier sitzt konnte ich nicht herausfinden. Kerbtier.de meint denn auch „Fotobestimmung nicht möglich“, okay……

Eine Bildergeschichte

Finde die Katze

Krrrrr – da isse, da isse, da isse krrrrrrrr

Ach, da isse ja!

Ja, aber warum schimpfst Du denn so, kleiner Zaunkönig?

Oh, was ist das?

Ohwei – koooooomm, schnell, koooommmmm, Mauski!!!

P.S. auch Elsa ist nicht wirklich beliebt – die Zaunkönigbilder sind beim spazierengehn im Garten mit ihr entstanden! Der kleine Kerl läßt sie nicht aus den Augen, schimpft furchtbar – und kommt mir dabei noch viel näher als hier. Aber ist trotzdem sauschwierig zu knipsen… Es muß mindestens zwei Paare im Garten geben, den einen hier im Hof, wo El Mauski nah beim Nest herumturnt – und den Wüterich im Garten. Der begleitet uns von Frühstücksplatz bis zum blauen Vogelhäuschen, ich geh davon aus, daß sein Nest irgendwo im Gestrüpp der Totholzhecke sitzt, mag aber nicht genauer suchen.

Trockenrasen…

… haben wir zwar nicht, aber der Trockenrasenmarienkäfer lebt trotzdem hier 🙂

Besondere Kennzeichen: er ist bloß 3-4mm groß, und die hintersten Flecken sind nierenförmig. Obwohl er so winzig ist, ernährt er sich doch von Blattläusen! Und so klein das Tierchen ist, so groß (bzw lang) ist sein lateinischer Name: Coccinula quatuordecimpustulata. Denn sein anderer Name ist: Vierzehnfleck

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Blauer Erlenblattkäfer (?)

Also, das war jetzt wieder so garnicht eindeutig, obwohl das Tierchen so markant aussieht…. wir sind uns wohl einig, daß es ein Blattkäfer ist, und nach Betrachtung von gefühlten zweiundsiebzig Seiten, Arten und Beschreibungen sowie Abgleich auf kerbtier.de schätze ich, richtig zu liegen….

Und ja, es ist DERSELBE Käfer… obwohl er auf dem 2. Foto so völlig anders aussieht! Was Perspektive und Licht ausmachen! Ohne das 1. Foto hätte ich den nie gefunden, aber das 2. war wg. Beinfarbe und Fühlern auch wichtig.

Agelastica arni ist ein häufiger Erlenblätterfresser … und Erlen gibts hier ja auch. Nicht mehr so viele wie zuvor, nach des Mieters Kahlschlag, aber es gibt sie 😉

Gelber Langfühler und zackenbindiger Rindenspanner

24.4. Der kleine Kerl heißt auf lateinisch Nematopogon swammerdamella

Bei Wikipedia las ich: Seine Räupchen entwickeln sich von Sommer bis Frühling u.a. auf Buchen. Dort minieren sie zunächst Blätter; später formen sie als ältere Raupen aus Blattstücken sowie einem Gespinst einen flachen Sack. In diesem entwickeln sich die Raupen des Gelben Langfühlers am Boden (ich nehme an, indem sie im Herbst mit „ihrem“ Blatt runterfallen) und verpuppen sich auch darin. Am Boden fressen die Raupen von Nematopogon swammerdamella vermutlich an Falllaub, ferner an sich zersetzendem Pflanzenmaterial oder auch an krautigen Pflanzen. In dem Blatt-Gespinst-Sack überwintern sie zweimal (!)

Da es aber mehrere sehr ähnliche Arten gibt, ist es zwar WAHRSCHEINLICH, daß dies genau dieses Kerlchen ist (denn es ist wohl eine der häufigsten Arten), aber durchaus nicht SICHER!


Ebenfalls Ende April habe ich diesen kleinen Falter gesichtet.

Mit meinem profunden Fachwissen (jaja…) habe ich gleich auf einen „Spanner“ getippt. Von denen gibt es ja schon so einige in meiner Liste. Aber wiedermal hab ich mir einen Wolf gesucht. Und blieb erfolglos. Am wahrscheinlichsten schienen mir der Wellenlinien-Rindenspanner oder aber der glattbindige Rindenspanner zu sein. Aber irgendwie… keine meiner Annahmen konnte ich bestätigen. Also hab ich mal wieder im Lepiforum nachgefragt. Ein dort sehr aktiver Nutzer meinte, es sei ein ganz anderer, nämlich der zackenbindige Rindenspanner Ectropis crepuscularia. Warum ich den nicht finden konnte, erschließt sich schnell, wenn man hier guckt: Bestimmungshilfe Wer so variabel auftritt und dazu noch keine „vernünftigen“ Charakteristika aufweist, der ist für mich Laiin (also ähm- die mit dem profunden Wissen, Ihr wisst schon…..*g*) ein hoffnungsloser Fall. Ich kann auch nicht wirklich sagen, wie der Lepiforumsmensch den nun erkannt hat und ob das stimmt, was er denkt – ich verlass mich da einfach mal drauf…..

 

Das Jahr der Ölkäfer

scheint 2020 zu sein. Heute, 5.4., hab ich schon den 3. violettblauen (Meloe violaceus) gesehen, diesmal in unserem Garten:

Ein beeindruckendes Tier! Ich hatte gleich auf ihn getippt, aber dann… war nicht der Hinterleib deutlich zu klein? So wie auf dem letzten Foto (von 2013) kenn ich den eigentlich. Im Netz habe ich aber Niemanden gefunden, der auch nur annähernd ähnlich aussähe, und es gab auch Fotos mit ebenso kurzen Hinterleibern. Also wirds wohl einer sein.

Aus den Eiern schlüpfen die ca. drei Millimeter langen Dreiklauer (Triungulinus). Diese erklimmen eine Blüte, wo sie sich an ein anfliegendes Insekt (…) klammern. Nur wenn sie eine solitäre Wildbiene (…) erwischen, haben sie eine Chance zu überleben. Sollte die Larve versehentlich eine Honigbiene ausgewählt haben, stirbt sie im Bienenstock. Dies erklärt die hohe Anzahl an abgelegten Eiern, da die Verlustrate sehr hoch ist. (…) Anschließend leben die Larven parasitisch in den Nestern ihrer Wirte. Nachdem sie zunächst das Ei und danach das Nektar-Pollengemisch der Vorratskammer der Biene gefressen haben, verlassen sie das Nest. Sie häuten sich ein weiteres Mal und sind danach eher madenartig und kaum beweglich, mit zurückgebildeten Beinen. Diese Larven verpuppen sich, aus der Puppe schlüpft der fertige Käfer zwischen März bis Mai („Maiwurm“).

Wikipedia

Es gibt außerdem auch schwarzblaue Ölkäfer. Die sind Käfer des Jahres 2020! Ich hab noch nie einen gefunden.

Der Name „Ölkäfer“ bezieht sich auf die Fähigkeit dieser Käferfamilie, giftige Abwehrstoffe zu produzieren. Bei Gefahr können sie eine gelbliche Flüssigkeit aus Poren an ihren Beingelenken austreten lassen. Diese erinnert stark an Öltröpfchen und gab den Käfern ihren Namen. Der Hauptwirkstoff ist Cantharidin, dieses schützt die Käfer vor allem vor Ameisen und Laufkäfern. (…) Beim Menschen hat das Cantharidin eine Bedeutung als Aphrodisiakum („Spanische Fliege“) und wurde früher auch als Medikament zum Beispiel gegen Darmerkrankungen genutzt. Allerdings sind schon geringere Mengen für den Menschen hochgiftig. Als Reiz- und Nervengift führt es zur Blasenbildung auf Haut und Schleimhäuten.

NABU

„Mein“ Kerlchen war aber ganz handzahm, obwohl ich ihn zum knipsen ein wenig hin- und hergetragen und -gewendet habe… danach kam er wieder ins Scharbockskraut, das frisst er gern 🙂 Wahrscheinlich war „er“ übrigens eine „sie“: die Fühler sind recht gerade. Schwanger war sie wohl auch noch nicht, deshalb der kurze Hinterleib. Ich las nämlich, daß dieser lange, aufgeblähte, hinterhergeschleppte Hinterleib wie bei der Dame von 2013 von enormen Eiermengen herrührt.

Übrigens hab ich auch noch einen stinknormalen Siebenpunkt-Marienkäfer gefunden:

Über den hab ich mich sehr gefreut, gab es doch letztes Jahr nur schwarzgelbe (22-Punkt-) oder asiatische zu sehen…. ich freue mich darüber so ganz allgemein, aber auch, weil er ein neues Tier für meine Liste ist … No. 184 🙂