Fürsorgliche Mutti

13.11. Diese Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) haben wir beim reinholen des Brennholzes unter der Plane auf ihrem Kokon sitzend gefunden. Sie lebte noch – nachlesen kann man, daß die Gartenkreuzspinnen im Herbst ihre Kokons mit Eiern verstecken und dann sterben. Die Jungen schlüpfen erst im nächsten Frühjahr.

Die Gartenkreuzspinne ist gut zu erkennen, weil sich ihr Kreuz aus vier länglichen Balken und einem Kreis in der Mitte zusammensetzt.

Da es in diesem Jahr bemerkenswert wenige Kreuzspinnen gegeben hat, haben wir diese Familie sowie mehrere weitere Kokons ohne Muttis hoffentlich gut untergebracht, indem wir sie auf ihrem herausgeschnittenen Planenstückchen im Schuppen geschützt hingelegt haben, den Kokon nach unten, wie es auch beim Fund war (die Plane musste eh entsorgt werden, die war zu kaputt

Im Garten. Anfänge.

Die unberührte Holunder-Geißblatt-Insel inmitten des Kahlschlags hat einen Totholzhaufen gen Teich angegliedert bekommen. Unterschlupf für potentielle TeichbewohnerInnen, Brutplatz für Insekten

ein kleines Beetstück ist schon renoviert, die geretteten Pflanzen überleben hoffentlich den winterlichen Umzug….

die prächtige, riesige Moschusmalve ist vom Hängemattenpfosten neben das Weidentor umgezogen

jeder lebende Regenwurm, den wir finden, kommt vorsichtig ins unberührte Terrain unter Blätter

Findlinge finden wir auch, und zwar nicht wenige. Dieser hat eine neue Aufgabe als Rand- und Trittstein. Obenauf Gierschwurzeln. Ich kann ja sonst nix, also widme ich mich der sinnlosen Aufgabe, die, die ich sehe, abzusammeln….

Das hatte ich zu berichten vergessen: der Kleinbagger der Verrohrer hat uns den Gefallen getan, diese große „Findlingsbank“ an eine Stelle zu setzen, an der wir sie nutzen können.

Schneebeerenwurzellager No1

und (hinten) No.2. Hier sieht man das größte Problem: Herr Baggerfahrer hatte nicht kapiert, daß die Schneebeere WEG muß, und drei winkende Menschen kamen zu spät: kreuz und quer und unter Erde begraben liegen die ganzen Schneebeeren. Ob wir sie per Hand wegkriegen ist unklar. Wenns nicht anders geht, müssen wir uns im nächsten Herbst einen Kleinbagger mieten, um den Haufen auseinanderzupulen.

Teichvergleich

Vergleich No.1. Vorher, links: Ich stehe neben den Kringelchen und blicke Richtung Kuhkoppel. Es ist Sommer 2020. rechts im Vordergrund Schneebeere (warum die weg soll? Sie ist ein invasiver Neophyt. Und das ist sie wirklich, auch in meinem Garten – sie schiebt sich mit Wurzelausläufern immer weiter vor, besonders seitdem seit dem Fall der Mirabelle mehr Licht in den Garten kommt. Und wo sie wächst, wächst nichts anderes. Außer Silbergoldnessel, dem anderen invasiven Neophyten) Im Teich die inzwischen riesige Sumpflilie. Nachher, rechts: Die ist weggebaggert, weil sie sonst den Teich völlig zum verlanden gebracht hätte. Und links daneben war eine Weide. Die raus sollte, weil die Biologin sagt: die schluckt, wenn sie größer wird, einfach zu viel Wasser für diesen Teich.


Vergleich No.2: Vom anderen Ufer aus. Rechts und links ragen Schneebeergebüsche ins Bild, gegenüber die grüne Wand – das ist das „neue Gebüsch“ Wo die Weide war, kann man gut erkennen, weil dort drunter Lehm ist – das ist kurz über dem Wasserpegel der helle Fleck am gegenüberliegenden Ufer.

Übrigens: der neue Editor ist nach wie vor ein Graus, ich habe STUNDEN gebraucht, um diesen Artikel hinzukriegen. Nach wie vor ist mir ein Rätsel, warum manche Bildvergleiche RIESIG (und deshalb auch etwas unscharf) sind, andere weiter unten eine vernünftige Größe haben. Aber prinzipiell finde ich für diesen Zweck dieses Schiebereglergimmick fein, also nutze ich dafür (und NUR dafür diese benutzerunfreundlichste aller mir bekannten Oberflächen trotzdem. Aber weiter mit dem Teich….


Vergleich No.3: Teich, trocken, von der Kuhkoppelseite aus fotografiert… hier sieht man, wie viel Schmodder da drin war, denn der Bagger hat den Teich nicht „tiefergelegt“. Alles, was jetzt an Tiefe dazugekommen ist, ist weniger an jahrzehntealten Blättern und Co. Wieder „vorher“ dominant: die Iris


Vergleich No.4: an diesem Ufer ist, außer Schneebeere, auch Boden weggekommen. Letzteres: Flachwasserbereich, um Fröschen die Möglichkeit zum laichen zu geben. Ersteres: Sonne, Licht = wärmer=amphibienfreundlicher. Deswegen wird an dieser Seite kein neues Gebüsch gepflanzt. Man kann, glaube ich, ganz gut erkennen, wie viel flacher das Ufer jetzt abfällt


Vergleich No.5: dasselbe Ufer, von unterhalb der Schneebeeren geknipst. (Die Iris bietet Orientierungshilfe) Insgesamt stelle ich fest, daß es für Jemanden, der den Garten nicht kennt, wahrscheinlich kaum möglich sein wird, meine Fotos und Beschreibungen zu verstehen. Ich hoffe, zumindest Denjenigen, die schonmal drin waren, eine Vorstellung ermöglichen zu können.


Vergleich No.6: Überblick

Was mir derzeit am meisten Sorge macht, ist allerdings der Nicht-Teich-Bereich. Da gibt es inzwischen leichte Fortschritte und Ideen, aber dazu ein anderes Mal. Nur eines: Der Herr F. war fleißig und hat eine teils knöchelhohe Schlammschicht dort, wo der Bagger stand und fuhr weggeschaufelt, die vorher entfernten Pflanzen sind wieder in der Erde – der Rest ist ZEIT und laaaangsames vorankommen, auch, weil ich nach wie vor längst nicht so kann, wie ich will. (Nur deshalb hab ich die Zeit, hier Blogbeiträge zusammenzufummeln, das ist ja immerhin was – aber anders wärs mir lieber)

 

Froschland war da

Gestern. Und zwar mit dem GROSSEN Bagger (weil ein kleiner in diesem Jahr nicht mehr zu kriegen war, und es MUSSTE ja in diesem Jahr noch geschehen – das Projekt läuft leider aus)

Daß der GROSSE Bagger käme, erfuhren wir einen Tag vorher, und ich gebe zu, daß ich nicht soooo gut geschlafen habe in der Nacht. Umso besser heute Nacht, ich war fix und fertig….

Aber seht selbst:

Damit das Monster (nicht 2m, sondern 3,20 breit – GROSSER Bagger….) überhaupt zum Teich kommt, mussten Hängemattenpfosten und zwei Weiden aus der Hecke mehr als geplant sowie einige Steine weichen. Findlinge, die wir zu 2. mit Not bewegen konnten, rollt der gaaaaanz vorsichtig mit einer kleinen Ecke der Schaufel

Das kleine Dingen, das schräg gen Bagger ragt – ist ein Hängemattenpfosten

2-3 Hapse mit der Schaufel, und ca 20qm Schneebeere verschwinden…. Zu diesem Zeitpunkt war ich zwischen aufsteigenden Tränen und gespannter Erwartung hin- und hergerissen und konnte nicht mitzählen. Fotos musste der Herr F. warten

Ein Haps Schneebeere wird durch die Luft geschwenkt, um ihn erstmal hinten abzulegen

Etwa 6 oder 7 Schaufeln Blättermodder hat der Bagger aus dem Teichgrund hervorgeholt. Der landete zum Schluß gut verteilt Ichweißauchnichtwo. Zwischendurch dachte ich, unser halbes Grundstück würde unter Modder und Aushub verschwinden, aber dann ist garnicht so viel übrig gewesen.

Hier kann man erahnen, wie gewaltig dieser Bagger ist

Ich möchte das Ergebnis gern dem „Vorher“ gegenüberstellen, aber dafür werde ich noch einige Zeit brauchen, wer es nicht abwarten kann, kann ja gern vorbeikommen und sich unsere Schlammwüste ansehen…. ;-|

Neinnein, soooo schlimm isses nicht! Ich habe genug Vorstellungsvermögen, um mir denken zu können, wie Teich und Böschung in ein, zwei Jahren aussehen werden. Was mir Sorgen macht, sind die plattgewalzten Strukturen, formerly known as „Beete“, mit tiefen Fahrspuren etc. Da fehlt mir noch die Idee, wie wir das wieder einigermaßen hinkriegen sollen *seufz* Aber kommt Wochenende, kommt Rat (hoffe ich)

Der Rest ist „Arbeit“, aber machbar. Und da – worüber ich mich eigentlich freue – auch die Schneebeere auf der anderen Teichseite mit weggekommen ist (Reste sind an allen Rändern da und fallen unter den Punkt „machbare Arbeit“) muß ich mir nun auch überlegen, was dieses Gebüsch ersetzen soll. Werde wohl einige Zeit über Pflanzlisten vom Naturgartenverein brüten…. Vieles wird zu hoch, ich brauche GEBÜSCH (höchstens 2-3m natürliche Wuchshöhe, struppig wachsend), keine weiteren Bäume, auch keine halbhohen oder solche, die dauernd zurückgeschnitten werden müssen. Tipps werden gern entgegengenommen, aber heimisch solls schon sein!!!

 

 

Gesammelte Unbekannte 2020 – kennt Jemand hier Jemanden?

1. Eine Wildbiene. Maskenbiene? Welche??

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2. Eine „Bibionidae“(Haarmücken)- Art? Im Mai

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3. Eine Schnake, Nephrotoma?, im Juni

4. Ein Grashüpfer, wahrscheinlich, weil winzig, Larvenstadium, im Juni. Danke, pflanzwas, das ist sehr wahrscheinlich eine Nymphe der gemeinen Strauchschrecke, (Pholidoptera griseoaptera)

5. ????????? Bei diesem Kleinen habe ich NULL Idee, es glänzt feucht – das ist keine Nässe „von außen“, und es KÖNNTE sein, daß die Fraßspuren von ihm kommen

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6. Könnte das die zurückgebliebene Haut einer Feldgrille sein? Leider ging kein besseres Bild, weil die Knipse immer auf das Gitter scharf stellte, und abnehmen konnte ich das Teil auch nicht. Antwort aus dem Internet-Off 😉 Eine LIBELLE ist da geschlüpft! Danke, Luc, fürs aktivieren eines Freundes 🙂 Ich bin darauf nicht gekommen, habe zwar auch in meinem Teich schon Libellenlarven gesehen, aber dhatte die damit nicht in Verbindung gebracht. „Meine“ waren auch erheblich kleiner, aber es gibt ja auch sehr unterschiedlich große Libellen….

 

7. Noch ne Schnake!? Im Juli geknipst.

8. Ende Mai: Ist das vielleicht sogar eine Mauerbiene? Welche??

9. Im Juni. Eine Raubfliege. Aber welche????

10. Im Juli: muß ne Fliege sein (Fühler!!), aber ich finde da nix passendes! Wow – nochmal danke an pflanzwas – das ist doch ganz eindeutig, Laphria flava, die gelbe Mordfliege! Warum ich die nicht selbst gefunden hab, ist mir ein Rätsel, aber es war so. Hab lang gesucht, weil die so schön eindeutig aussah, eigentlich…. 🙂

Ich würde mich sehr freuen, wenn Jemand mir unter die Arme griffe, besonders Tierchen No5 ist mir ein völliges Rätsel; da würde mir schon eine Familie oder Gattung weiterhelfen; aber auch „richtige“ Bestimmungen der anderen wären toll

..wie die Wanze tanzen kann…

Ende Oktober

Neee, tanzen hab ich sie nicht gesehen, aber die Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale) war fix unterwegs, und so ist uns nur dieses eine gute Foto geglückt.

Wie ihr Name schon sagt, ist sie eine Baumbewohnerin, lebt aber auch in Hecken. Weißdorn und Ebereschen mag sie besonders. Und sie zählt zu den häufigsten Wanzen. Für mich ists die erste ihrer Art…

Splitter zum Winter

Wir Menschen haben 250 Haare pro Quadratzentimeter auf dem Kopf. (…)Schon ein Hund kann – je nach Rasse – bis zu 9.000 Haare auf der gleichen Fläche haben. Biber (Castor fiber) sind dann mit ca. 35.000 Haaren pro Quadratzentimeter dabei – und ein Fischotter (Lutra lutra)wird wohl nie frieren, denn er wird von 60.000 bis 80.000 Haaren pro Quadratzentimeter Haut gewärmt!
Unglaublich, oder? So eine feine warme Fell-„Decke“ lässt einen jeden Winter überstehen…
Auch an die Haarmenge eines Bibers kommen wir nicht heran. So bleibt uns in den kommenden Herbst- und Winterwochen nur ein „so-tun-als-ob“. Die schlauen Strategien der Tiere stehen uns nicht offen. Aber wir können uns mit Wollsocken und einer Wollmütze behelfen, wenn uns kalt wird! Und dabei sollten wir dann auch immer ein „Dankeschön!“ an das Schaf richten, dessen Wolle wir da an der eigenen Haut tragen…

Aus dem Rundbrief „trotzdem glücklich verwildern“ der Wildnis-Werkstatt

Hornissenschwebfliege

25. August: Dieser große Brummer (Volucella zonaria)war leicht zu identifizieren – aber ich kann mir vorstellen, daß er nicht nur hungrige Vögel, sondern auch so manchen Menschen über seine Identität täuschen kann 🙂

Die völlig harmlose Schwebfliege sieht einer Hornisse wirklich ziemlich ähnlich! Es ist ein Weibchen – zu erkennen an dem breiten gelben Band zwischen den Augen.

Hornissen-Schwebfliegen legen ihre Eier in WEspennestern ab, wo sich die Larven von toten Wespen, die unter den Waben herumliegen, ernähren – eine wichtige Hygiene-Aufgabe! Jetzt werden die Larven schon verpuppt sein: sie überwintern in deer Erde als Puppen.

Nochmal ne Schlupfwespe

…hab ich natürlich dem Lennart für sein Projekt geschickt, aber zuvor geguckt, was es denn sein könnte. Ich kam auf Ichneumon stramentarius. Könnte es tatsächlich sein, schrieb er:

gar nicht mal schlecht! 🙂 Ichneumon stramentarius oder suspiciosus, die sind leider nur an der Scopa, also der Behaarung der Innenseite der Hinterhüften zu unterscheiden.

Okayyyyyy *gg*

 

 

zart!?

24.9. Also, zart finde ich persönlich ja nicht so die richtige Bezeichnung für die punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima). Punktierte Pummelschrecke würde es eher treffen…. aber schaut selbst:

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Schon wieder ein Tier mit weniger Beinen als es haben sollte…. fast allen Heuschrecken, die ich sehe, fehlt eines! Und dieses ganz leichte schielen – herrlich!! *gg*

Nix für Arachnophobe ;-)

15.9. Der letzte warme Sonnentag – na, da wollen wir nochmal grillen. Also wird die Kohle vorgeheizt, dann gegrillt, dann der Haufen Brombeergestrüpp (vorher umgeschichtet, damit Tiere sich retten können) nach und nach aufgelegt. Langsam wird es in der gesamten Feuerstelle wärmer – und da sitzt sie plötzlich auf einem der Umrandungssteine:

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Ich dachte ja „oh, da hat sie wohl ihren Eikokon gerade noch retten können. Aber jetzt, bei der Suche im Netz, scheint mir: das ist eine Wolfsspinne, Lycosida spec., und die tragen, so lernte ich, immer ihre Kokons mit sich herum. Und sogar später die kleinen Spinnen, einige Tage lang!

Ich konnte keine wirklich hilfreiche Bestimmungshilfe für Spinnen finden. Kennt hier Jemand eine? 🙂

Teichspaziergang

Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Wochen zeige ich Euch mal den „vorher“- Zustand unseres Tümpels, bevor irgendwann der Bagger kommt….

Wir starten gleich rechts neben den Bienen – Ihr seht den Zufluß (Tonrohr) und rechts daneben die Stufen hinunter. Iris (mittig) und Weide (links) werden entfernt, weil sie sonst früher oder später den ganzen Tümpel überwuchern.

geht man wenige Schritte nach links, sieht man bis ganz über’n Teich 😉

wenige Schritte nach rechts: der „Ausstieg“ gegenüber. Was kahl wirkt zeigt nur, wie viel Sigone* ich schon entfernt habe – hauptsächlich „vor Schulter“, und auch in Mini-Portionen seitdem *seufz*

Nun sind wir auf der anderen Seite, überm „Ausstieg“ von eben. (Der Weg dorthin ist so dichtgewachsen, daß nix fotografierbar ist). Dieser Teil des Schneebeerengebüschs kommt weg (baggerbagger….), um mehr Licht und Wärme ans Wasser zu lassen – zugunsten der Amphibien

hier ist der Mirabellenrest am „anderen Ende“ des Schneebeergebüschs (ganz links im Bild sieht man die äußersten Schneebeerenausläufer) Ich hoffe, die Mirabelle darf bleiben – an Stelle der Schneebeeren soll ein Flachwasserbereich angelegt werden (wärmeres Wasser, in dem dann hoffentlich die vorhandenen Frösche auch mal laichen mögen).

Hier sieht man nochmal, daß ich fleißig war: die ganze jetzt noch immer kahle Fläche war bis zum letzten Jahr komplett mit Sigone vollgewuchert. Nur noch ca 20qm sind unangefasst.

Für mich gibt es noch viele offene Fragen – ich bin durchaus nicht sicher, daß nachher alles besser sein wird. Aber der Schneebeere werde ich allein nicht Herr, die Iris krieg ich auch nicht weg, ebenso die Weide – und daß die faulenden Blätter von über 20 Jahren (wahrscheinlich eher über 50 Jahren) rausgeholt werden – das kann auch nicht schlecht sein. Insofern….. ich bin SEHR gespannt!

*Sigone: *klick*

Nicht Heu-, sondern Strauchschrecke

… und zwar wahrscheinlich die gemeine (Pholidoptera griseoaptera) , die am 17.8. in des Herrn Zimmer saß

„Wahrscheinlich“ sag ich, weil Heuschrecken mal wieder garnicht so einfach zu bestimmen sind wie frau erst denkt. Ich dachte: Schild, Rücken, Kopf, alles wichtige drauf auf den Fotos. Aber dann wurden bei der „einfachen“ Bestimmungshilfe wiedermal seltsame Dinge abgefragt: ob die Tympanalöffnungen* rund oder spaltförmig sind, beispielsweise.

Liebe Leute, ich wusste nichtmal, daß es Tympanalöffnungen gibt!! Und dann ist das dortige Beispiel für meine Augen spaltförmig, aber unterm Foto steht, man könne die RUNDE T. gut erkennen…. na, toll.

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So gings munter weiter, und letztlich habe ich mich an Färbung, Größe, lange Fühler (bis „Langfühlerschrecke“ ist die Bestimmung abgesichert *g* – also: Heuschrecke -> Laubheuschrecke -> Langfühlerschrecke) und den nur schmalen, nur hinten hellen Rand am Kopfschild gehalten und kam mit der größten Wahrscheinlichkeit auf die westliche Beißschrecke…. bis ich dann auf Umwegen feststellte: viel wahrscheinlicher ist es, des gelben Bauchs wegen, die gemeine Strauchschrecke – Und die gab es bei dieser Bestimmhilfe garnicht zu finden *seufz*

Wenn sie es ist, dann ist sie auf der aktuellen roten Liste S-H auf Kategorie * geführt, nicht gefährdet bedeutet das.

Die roten Listen für Schleswig-Holstein kann man hier herunterladen, sich aber auch in gedruckter Form zuschicken lassen. Das will ich tun, am Computer ist es wirklich sehr umständlich, zwischen Listen, Legenden, Erklärungen hin und her zu blättern.


Tympanalorgane sind Schalldruckgradientenempfänger (Auditive Wahrnehmung). Sie liegen bei Laubheuschrecken und Grillen in den Tibien der Vorderbeine, bei Feldheuschrecken, Zikaden und Schmetterlingen in Brust- oder Hinterleibssegment.

Wikipedia