Aussaaten

Hier mal eine Auflistung, vor allem für mich zum Überblick-bewahren. Die Saatlisten, die man so nicht lesen kann, sind anklickbar und dann gut lesbar.


Fläche eins: Saattüte „Druiden“ , ausgesät Frühling ’19, glaube ich

2019

Blüte Jahr 1(2019):

Lein, Boretsch, Mohn, Koriander, Dill, Kornblume, wilde Malve, Phacelia, Schwarzkümmel, Färberkamille und Ringelblume

 

 

Blüte Jahr 2 – wird laufend ergänzt – (2020):

1.7.2020

Kleiner Wiesenknopf

Ringelblume, kleiner Wiesenknopf, Margerite, (Barbarakraut, Ackerstiefmütterchen – fortan sind in Klammern gesetzte Pflanzenarten da, aber nicht in der Tütenauflistung enthalten) Färberkamille, wilde Malve, Knirrkohl, wilde Möhre, großblütige Königskerze

An dieser Mischung hab ich Freude, denn nach der Enttäuschung über all den nicht-heimischen „Füllstoff“ im 1. Jahr sieht man jetzt: doch, da kommt viel Nettes!


Fläche zwei: Kräuterrasen (von Fa.Strickler) ausgesät im September 2019. Im April ’20 die allerersten beiden Blüten! Reiherschnabel – den es vorher in meinem Garten noch nicht gegeben hatte – und die gewöhnliche Vogelmiere, also nicht die Miere aus der Mischung

Blüte Jahr 1(2020): Reiherschnabel, (Vogelmiere), Gänseblümchen. Braunelle, (Pyrenäenstorchschnabel)

Blüte Jahr 2 (2021): Gänseblümchen, (Scilla bifolia – gesetzt im Sept.20)), Primel


Fläche drei, Schattsaum (von Fa. Strickler), ausgesät August 2019. Im Mai erscheinen zaghafte erste Sämlinge. Noch kann ich nicht erkennen, was das wird. Vielleicht, wenn das so zaghaft bleibt, säe ich im Herbst nochmal nach….

1.7.2020

Blüte Jahr 1 (2020) – wird laufend ergänzt inzwischen ist da doch so einiges zu sehen: wilde Möhre, Braunelle, Ruprechtskraut, rote Lichtnelke, (Wald-Ziest), knotige Braunwurz, Wirbeldost

 

 

 


Fläche vier, Saum aus NRW, Tütchen von der Mama bekommen und ausgesät April 2020 – ach Menno – beliebtes Katzenklo….. aber Mitte Mai sehe ich: doch, da kommt was. Aber im August schauts dann doch aus, als ists bloß eine versprengte Knoblauchrauke. Abwarten, die Katzen jedenfalls gehn jetzt nicht mehr dorthin, wahrscheinlich weil gleich daneben im Boden ein großes Wespennest ist…

 

 

 

 

 


Fläche fünf, Arche-Saatgut, Probetütchen, von dem ich leider die Saatliste nicht mehr finde, ausgesät April 2018,

13.6.18

Juni 19

… an der dominierenden wilden Rauke (Diplotaxis tenuifolia) habe ich einen Kohlweißling Eier ablegen sehen.

Blüte Jahr 2 (2019) Margerite, Rauke, wilde Malve, Rotklee, Hasenklee

Blüte Jahr 3 (2020): knotige Braunwurz, Margerite, Rauke, Weißgelbes(?)Labkraut, Rainkohl, Moschusmalve, weiße Lichtnelke, Wiesenflockenblume, Hasenklee, Färberkamille

 

 

 


Fläche sechs: Neben der Birke vorn am Staudengarten habe ich 2016 ein Saattütchen ausgesät, das ich vom Naturgarten eV bekommen hatte. 2017 habe ich Fotos gemacht von dem, was da schon kam: *klick*:

Blüte Jahr2 (2017): Knirrkohl, Ferkelkraut, weißes Labkraut, Hornklee. Alle die sind bis letztes jahr wiedergekommen, außerdem blüht die wilde Karde jährlich.

Jahr 5 (2020): Knirrkohl, Hornklee, Wiesen- oder weißes Labkraut, echtes Leinkraut, Natternkopf, Hornklee, wilde Karde, Moschusmalve, Natternkopf (EINER, winzig – aber da!!!!)


Hitzewelle

Diese jetzt ist so heftig, daß ich mir wirklich Sorgen um die Bäume mache.

Die Büsche zeigen’s deutlicher: Sämtliche Holunder bis auf einen sind letztes Jahr schon geschädigt gewesen und knicken jetzt ganz ein (2 halbtot, die anderen ganz), und jetzt läßt auch das Pfaffenhütchen die Blätter hängen 😦

Der Staudengarten knistert beim durchlaufen: die Blätter der Stauden sind größtenteils so trocken, daß sie wie Herbstlaub unter den Schritten zerbrechen.

Große, erfreuliche Ausnahmen:

  • die gelbe, einheimische große Fetthenne , als winziger Ableger vor 3 oder 4 Jahren in der Geltinger Birk geklaut habe, blüht nicht nur schön, sondern hat auch gleich mehrere Kinder – muß ausgesät haben, denn die sitzen neben der Einfahrt und unter der Birke (so ziemlich der trockendste Ort im Staudenbeet) Und ja, ich weiß, Ableger ziehen verboten – Naturschutzgebiet. War auch bloß ein Ästchen, das sich auf den Weg vorgewagt hatte. Wäre eh zertrampelt worden)
  • die anderen fetten Hennen: die einheimische rote große Fetthenne, (Hylotelephium telephium subsp. telephium) und eine Zuchtsorte
  • der Rainfarn
  • der Oregano
  • die Bergamottminze (Mentha piperita var.citrata)
  • Stachelnüßchen
  • der Wasserdost (zumindest, wo er nicht in der prallen Sonne steht. Wobei – an den noch etwas feuchten Plätzen halten sich auch ein paar andere wacker: Gartengamander, Eisenhut, Storchschnabel, Beifuß und sogar Kornblume )
  • der Odermennig
  • die Nachtkerze
  • die wilde Möhre
  • der Mauerpfeffer
  • die Montbretie
  • die gelbe Skabiose
  • die Japananemone

Beim klebrigem Salbei bin ich nicht sicher – hab ihn zweimal gegossen, weil ich so begeistert war, daß er jetzt, im 3. Jahr, endlich Blüten ansetzte – und er steht SEHR schattig.

Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp. telephium)

Große Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp. maximum)

Habt Ihr noch Tipps für (möglichst heimische ), auch in der Sonne trockenresistente Stauden? Ich werde vorn sukzessive darauf umstellen, denn dort müsste ich sonst in jedem Jahr immer wieder gießen, und das will ich nicht Bisher hatte ich immer wohlgetan, keine Pflanzen, die „sonnig“ mögen, anzupflanzen, denn selbst vorn ist am frühen Nachmittag die Sonne weg, hinten kommt sie dann überhaupt erst an. Aber in den letzten Jahren ist 1. der Garten sonniger geworden (Fall der Mirabelle, Kahlschlag des Mieters im Knick) und 2. das Wetter so viel trockener, daß doch manche der Pflanzen, die sonst prächtig wuchsen, jetzt einknicken oder immerhin umgepflanzt werden mussten. Bestes Beispiel ist die große Sterndolde, eine meiner Lieblinge. Hatte mehrere im letzten Herbst versetzt, weil sie nach dem Fall der Mirabelle immer mehr kümmerten – und dann kam der Mieter, und nun muß ich sie an beiden(!) auseinanderliegenden(!) schattig-feuchten Stellen, die ich ausgesucht hatte, dauernd gießen, weil die jetzt trocken-sonnig sind *seufz*. Aber ich habe gesehen: sie hat sich an einer Stelle, wo man immer um einen Kirschbaum herumlaufen muß, um sie überhaupt sehen zu können, selbst ausgesät – und dort steht sie sehr groß und prächtig!

Splitter

Ich stelle fest, daß ich ungeheuer gern Kühen beim essen zuhöre. Neuentdeckte kleine Freuden, wenn frau wenig Möglichkeiten hat….

(*rupfrupf* *rülps* *rupf* *mööööööööh* *rupfrupfrupf*)

Gefräßig

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Binnen weniger Tage sah die Stachelbeere so aus…. immerhin durften wir noch naschen, die Beeren sind reif. Wer ist das?

Es ist KEIN Schmetterling – und somit keine Raupe, sondern eine Larve. Und zwar die der Gelben Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii), eines nur wenige Millimeter großen Insekts. Hatte ich auch noch nie…. *g*

All you Zombies….

11.8. Elsa hat den Herrn F. auf einen Zombie aufmerksam gemacht. Tatzte sie ihn an, hat er wild geruckt, das ist bei Elsa eine schlechte Überlebensstrategie – sie ist ein echtes Spielkind. Egal ob ein wehendes Blatt oder ein sich windender Zombie – was sich bewegt wird totgespielt. Aber der Herr F. kam grad vorbei und hat, Monster, das er ist, dem armen Kätzchen das Spielzeug weggenommen und dann mich samt Knipse gerufen.

HUCH!? Erst als das Tier aus seiner Schockstarre erwachte (die es einnahm, als es nicht mehr angeschubst wurde), und es sich mit dem Horn zuhinterst aus dem Staub zu machen begann, kam mir die Erleuchtung: Horn HINTEN? Raupe!

HINTERteil. Leider hab ich kein scharfes Foto vom Gesicht hingekriegt, Frau Zombie wollte nicht mehr modeln, sondern nur noch weg.

Also das Buch „Raupen und Schmetterlinge Europas und ihre Futterpflanzen“ geholt. In so einem Fall ist das hilfreich, denn vorn drin sind die typischen Silhouetten unterschiedlicher Schmetterlingsfamilien aufgezeichnet. Ein Horn hinten? Schwärmer!!

Also weiter, Feinabstimmung. Grobsuche auf den Bildtafeln, dann lesen – denn ein blaßlila Zombie mit gelbem „Gesicht“ hinten und blauem Horn war da nicht zu finden. Aber im Beschreibungsteil gabs 3x „blaues Horn“: Nachtpfauenauge, Taubenschwänzchen, Lindenschwärmer. Bei letzterem war zu lesen, daß er sich vor der Verpuppung blaugrau verfärbt. Ab in die Bude, zum Computer, und – tadaaaaaa:

der Lindenschwärmer , Mimas tiliae, ists! Gleich noch’n paar andere Seiten aufgerufen, und: Das mit dem rucken konnte ich nachlesen („vor der Verpuppung, bei Störung“), daß die Raupe nicht nur in Linden, sondern auch mal in Birken frißt (unter der trafen wir Elsa mit ihr an), und daß sie sich kurz unterm Boden, in lockerer Erde (ohje! JETZT lockere Erde….) oder Grasbüscheln/ unter Laub verpuppt. Okay, das kann sie tun, wir hatten sie zur Sicherheit (vor Elsa und vor Menschenfüßen) in den Giersch unter der Birke gelegt.

Raupen

Die Raupen werden 55 bis 65 Millimeter lang und sind grün oder blaugrau. Nach dem Schlupf sind die noch sehr schlanken Tiere blassgrün und etwa sechs Millimeter lang. Das Analhorn ist dunkel und etwa so lang wie ein Drittel des Körpers. Nach und nach bilden sich seitlich am Körper zunächst hellgelbe, später dunkelgelbe Schrägstreifen aus. Im vierten Stadium können sich an der Vorderseite der Schrägstreifen kleine rote Streifen ausbilden. Der Körper ist dann gelb- oder blaugrün gefärbt und trägt zahlreiche kleine gelbe Tuberkel. Ausgewachsene Raupen sind schlanker als die der anderen Arten der Gattung. Ihr Körper ist am vorderen Teil deutlich schlanker als im hinteren. Die Kopfkapsel ist fast dreieckig. Das Analhorn ist oberseits blau oder violett, die Seiten und die Unterseite sind rot und gelb. Die Analplatte ist rötlichgelb und mit Tuberkeln versehen. Kurz vor der Verpuppung verfärben sich die Tiere auf der Unterseite blass grün-violett, auf der Oberseite graubraun. Die Tuberkel sind dann cremefarben, die roten Streifen verblassen. Der Körper der Tiere schrumpft in diesem Stadium deutlich.

https://www.biologie-seite.de/

14.8. – auch ElMauski meint, zu unserer naturkundlichen Bildung beitragen zu wollen: nur 3 Tage später hat er ein jüngeres Raupenexemplar vorgeführt:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Möget Ihr den Schrecken, die Fotosession, die Hitze und die Verpuppungszeit überstehen, kleine Zombies!!! Wir sehen uns im nächsten Mai 🙂

Schnepfe …

10.8. So langsam bekomme ich „einen Blick“. Auf den allerersten dachte ich, ich hätte es hier mit einer Schnake oder Mücke zu tun, aber das Foto ließ mich auf „Fliege“ tippen, und bei denen fand ich das Tier dann auch. Es ist eine goldgelbe Schnepfenfliege, (Rhagio tringarius)

Die Goldgelbe Schnepfenfliege (Rhagio tringarius) findet man von Juni bis September an Waldrändern, in Gärten oder auf der Wiese. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in feuchte Erde, die im Boden lebenden lebenden Larven fressen Kleininsekten und deren Larven. Auch die Imagines ernähren sich räuberisch, kleine Insekten werden erbeutet und mit dem Stechrüssel ausgesaugt. Die Imagines dieser Art können eine Größe von 8 bis 14mm erreichen.

digital-nature.de

Ich kann hinzufügen: man findet sie auch in Wintergärten an der Scheibe 😉 Nirgends gefunden habe ich, woher denn wohl ihr Name kommt – goldgelb erschließt sich ja – aber es gibt eine ganze Familie namens „Schnepfenfliegen“, zu deren Namensgebung ich nichts finden konnte. Den Schnepfen (Vögeln) sehen sie jedenfalls meiner Ansicht nach nicht ähnlich…..

 

 

Froschland

Juchhu, es geht los! Unser Teich wird amphibienfreundlich optimiert!! Der Vertrag mit „Froschland“ ist unterschrieben, der Bagger kommt, wenn der Mais nebenan abgeerntet ist und die Molche an Land ihre Winterverstecke aufgesucht haben. Also wohl gen Oktober.

Und das ist Froschland:

Alte Gewässer werden saniert, neue angelegt und die Habitate möglichst großräumig vernetzt. Das Projekt startete Ende 2009 und wird zu 100 % vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert. Die Anlage von Teichen wird komplett aus diesen Mitteln finanziert, so dass die Eigentümer, die der Natur ein Stück zurück geben möchte, selbst kein Geld in die Hand nehmen brauchen. Sie verpflichten sich im Gegenzug, die Gewässer langfristig zu erhalten und nicht für private Zwecke zu nutzen.

Seit dem Jahr 2009 sind schon mehr als 400 Teiche im Rahmen des Projektes entstanden oder konnten wiederhergestellt werden. Die Zielarten sind vor allem Amphibien wie Laubfrosch, Moor- und Grasfrosch, die Wasserfrösche, Erd- und Knoblauchkröten sowie Berg-, Teich- und Kammmolche. Gewässer sind aber immer ein Kristallisationspunkt für die Artenvielfalt in einer Landschaft. Insekten wie Libellen und Wasserkäfer gehören zu den ersten Bewohnern der neuen Lebensräume, gefolgt von Wasserpflanzen, Reptilien und – meist zuletzt – den Brutvögeln der Feuchtgebiete.

(Zitat von www.komittee.de)

Hier ist die Internetseite, verlinkt ein Beitrag, in dem auch ein „Krater“ wieder zum Teich wurde.

Leider endet das Projekt in diesem Jahr wohl endgültig, d.h. unser Teich wird einer der letzten sein, die noch in diesen Genuß kommen…. Ganz so wie im verlinkten Text wird es bei uns nicht werden, dafür fehlt der Platz. Aber zu Nachbars hin wird die Schneebeere weggeschoben (ich hoffe, mit VIEL Wurzelwerk!!!), so daß dort ein flacherer Bereich, der auch Sonne bekommt, entstehen kann. Die Iris kommt weg, ebenso die Weide, die sich nach Sturm Christian aus einem ins Wasser gefallenen Ast selbst angesiedelt hatte. Und es wird viel Aushub anfallen, Schmodder und Blätter von mindestens 35 Jahren…. der wird wohl erstmal auf dem Rasendreieck gelagert werden müssen, bis wir ihn per Schubkarre langsam abtragen können …. mal sehn, wie viel es wird – Ideen zur sinnvollen Entsorgung habe ich, es hängt aber natürlich alles von der Masse ab….

Mit Glück ist beim modellieren des Flachwasserbereichs Lehm zu finden, der würde dann gen Au geschoben, um zu versuchen, den Teich etwas langsamer Wasser verlieren zu lassen. Das wars dann auch schon. Der Sinn des ganzen: mehr Licht, mehr Wärme, flachere Bereiche – damit die Frösche wärmeres Wasser finden, in dem sie dann auch laichen können/ mögen. Und vielleicht taucht dann ja auch mal eine Ringelnatter auf. Oder mehr Molche. Oder andere/ mehr Frösche…..

Damit allerdings der Bagger aufs Land kommt, müssen wir zuvor eine Zweimeter-Schneise in die Weidenhecke hinten zum Maisacker schlagen (macht nix, wächst nach). Und danach ist sicher erstmal ordentlich Wüstenei und Chaos – die ganzen Schneebeeren müssen ja auch irgendwohin und später zerkleinert und aufgebrannt werden. Ich hoffe bloß, daß ich bis dahin wieder fit bin.

Mauer und Wiese

Die Mauer und der Kräuterrasen davor sehen schön aus, finde ich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und der Herr F. bestätigt das alte Sprichwort von der Übung, die den Meister macht. Er hat den nächsten Wiesenteil gemäht, und der ist schon viel ebenmäßiger geworden.

Blick von „frisch gemäht“ über „kommt noch“ zu „letztens“ bis zur Mauer

Das hier ist ein typischer Anblick des frisch gemähten Stücks von nahem

Buchen mit etwas Gras ….

Dann kommt eine zupfende Hand

das sind ca 50 Buchen (KEIN Scherz)

und danach sieht so ein Fleck so aus

Das erstgemähte Stück ist inzwischen buchenfrei, mal gucken, ob wir das mit diesem auch bis zum Winter schaffen. Ich kann derzeit nicht Hand anlegen, zupfen wird mit sofortigen Schmerzen von nicht unter zwei Stunden Dauer bestraft.

Wen’s interessiert: Überhaupt waren die letzten drei Tage eine Qual, die verordneten Tabletten waren ein Schuß, der nach hinten losging – seit gestern nachmittag ists wieder normal. Im Sinne von 3x Schmerzmittel wieder bitter nötig, aber damit geht es wenigstens, und ich marschiere auch nicht mehr um halb drei nachts durchs Dorf.

Schwamm drüber.

 

Wenn der Name paßt

Dieser Kerl hat einen vielsagenden Namen

Na, wie heißt er wohl?

Richtig! Wie könnte ein schmalbrüstiger Bockkäfer mit vier Binden auf dem Rücken anders heißen als –

vierbindiger Schmalbock (Leptura quadrifasciata)

*gg*? Dies hier ist ein Mädchen. Sieht man sofort, gell? Sonst hätte sie ja auch nicht die gelben Fühlerenden….

Die Imagines ernähren sich von Pollen und Blütenteilen. Man findet sie ab Mitte Juni bis August auf Doldenblüten und Totholz. Die Larven entwickeln sich xylobiont in Tot- bzw. Moderholz, bevorzugt im Holz von Weiden, aber auch in anderen Laubhölzern wie Eichen, Buchen, Birken, Erlen oder Hasel.

Wikipedia

Madame hat sich aber nicht auf einer Doldenblüte niedergelassen, sondern auf einem Skabiosenblatt. Das mit dem Totholz und seiner Wichtigkeit im Garten muß ich nicht schon wieder hervorheben, oder? Und jetzt zackig:

alle, die noch keinen Totholzhaufen haben, sollen aufstehn! – Und einen anlegen. Los! Ich hab die richtige Musik zum arbeiten 😉

Kuckucksspeichel

Diesen Spuckefladen fand ich in einer Weide.

Natürlich ist es KEIN Kuckuksspeichel, auch wenn mans so nennt – es ist der Schutz für eine Larve einer Schaumzikade,(Cercopida)

Leider konnte ich nicht herausfinden, welche es sein könnte, obwohl die Schaumgebilde wohl in Konsistenz und Größe recht verschieden sind. Erlenschaumzikaden, Weidenschaumzikaden und wohl auch Wiesen- und gemeine Blutschaumzikaden kommen laut den unterschiedlichen Websites in Frage, sie alle leben wohl auch mal in Weiden

Bernsteinschnecke. Irgendeine.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es gibt eine ganze Schneckenfamilie namens „Bernsteinschnecken“ (Succineidae) Mit welcher wir es hier zu tun haben, läßt sich nicht klären. Sie finde ich am Teich oder bei der Au, denn sie mögen’s feucht.

Zum Ausgleich…

…. beim abendlichen Regenspaziergang goldenes Licht über der dampfenden Kuhkoppel. Hinter mir ein ununterbrochen mauender El Mauski. Was hat er bloß? Als ich mich umdrehe: über mir das in diesem Licht unwirklich strahlende, außerdem herrlich duftende Geißblatt. Das also wollte er mir zeigen, der Gute!*


*zumindest kommt’s mir, Mittelpunkt meiner eigenen schmerzenden, egozentrierten Welt, in dem Moment so vor

Noch’n Spanner

… und zwar der achte, den ich im Garten entdeckt habe, und wieder einer mit gut identifizierbaren Kennzeichen und passendem, wenn auch etwas langem Namen:

der Vauzeichen-Eckflügelspanner, Macaria wauaria hat ein V und verhältnismäßig eckige Flügel. Er wird auch „Braunes V“ genannt – und ja, das V ist braun *g* – oder Johannisbeerspanner (die Raupen mögen Johannisbeer-, aber auch Stachelbeerblätter) Bei mir saß der Falter im Buchsbaum, weshalb ich erstmal geguckt habe, wie denn der Buchsbaumzünsler aussieht (TOTAL anders)

Und hier isser, der gute:

Sommers

Im Sommer schreit der Garten ununterbrochen

TU WAS!!!!

Ich tu ja, lieber Garten, ich tu ja!
Will heißen: ich zupfe einhändig; ich mähe die ebenen Flächen, wenn der Herr F. mir den Rasenmäher anmacht; ich schnipple mir der kleinen Einhand-Zange …. Das darf ich auch, in Maßen – ich soll sogar, der Arm soll in Bewegung bleiben. Manchmal allerdings merke ich die Grenzen erst nachher. Wenn sie schon überschritten sind. Au.

Der Herr F. tut auch, mehr denn je. Aber er muß ja „nebenher“ auch noch arbeiten und ganz allein die Bienen und den vielen Honig passen, und außerdem ist er sehr gut im auswählen, worauf er grad Lust hat. Und so wartet manches, das ich als sehr dringlich empfinde, seit Wochen (zum Beispiel das mähen der Knickböschung), anderes wird täglich getan, bringt aber nicht allzuviel Effekt, sag ich mal so (Bärlauchsamensammeln zum Beispiel)

Der Garten sagt dann

Ich kann auch anders!

Und das stimmt.
Was er nämlich kann ist: explodieren.
Jetzt, nach (und während) Regen und Sturm ist aus unserem wunderschönen Frühsommergarten einer geworden, in dem man die Wege manchmal kaum benutzen kann.
Von den Seiten drängeln: Schneebeere. Giersch, der noch nicht gemäht ist. Fingerhüte, Stockrosen, Margeriten und Glockenblumen, die halb umgeweht sind.
Von oben hängen tief: Weide, Linde, Holunder, Geißblatt, regenschwer.

Auch in den Beeten legen sich die höheren naß auf die niedrigeren Pflanzen, die schon samenden, die eigentlich längst abgeschnitten gehörten auf die niedrigen, kleinen, die gern blühen wollen würden, bekämen sie denn etwas Luft. Und Diejenigen, die die Alleinherrschaft anstreben hindere ich nur unzureichend daran, ihren Weg zu machen.

Spannend ist dabei: Im Prinzip ist das jedes Jahr so. Jedes Jahr um diese Zeit weiß ich garnicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Jedes Jahr denke ich „Mensch, sieht das alles zerfleddert aus! Vor zwei Wochen wars doch noch so schön!!“ Jedes Jahr kommt der Vogelschutz in Konflikt mit dem Gefühl, daß man jetzt aber doch mal die Hecke vom Bürgersteig wegschneiden sollte.
Und jedes Jahr wieder kommt das alles völlig überraschend: nach der wunderbaren und entspannten Frühlings- und Frühsommerzeit, in der frau noch überlegte, was sie denn evtl in diesem Jahr mal neues anlegen und tun könnte (okay, letzteres nicht in diesem Jahr) kommt der Sommer, der Garten explodiert und frau reagiert nur noch.

Natürlich ist es dies Jahr etwas extremer, und ich bin sehr gespannt, ob sich mein Ausfall bös‘ rächen wird (durch Giersch mitten in den Beeten zum Beispiel, durch Brombeerranken im Garten statt nur im Knick, durch das endgültige verschwinden der unter Pflanzenmassen begrabenen Kleinstauden, oder durch die Rückkehr der Sigone in schon befreit geglaubte Zonen), oder ob der Garten nachsichtig lächeln und sich mit der wilden Natur einigen wird, daß es ganz so schlimm ja nun nicht kommen muß.
Und vielleicht, gaaaaanz vielleicht schicken die zwei uns ja sogar ein paar Pflanzen und Tiere, die nie gekommen wären, hätte ich gewirbelt, gezupft und geschnitten wie sonst auch.

Wer weiß?

 

Der siebte ist kein Siebenpunkt

…sondern ein nierenfleckiger Kugelmarienkäfer (Chilocorus renipustulatus)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Kleine saß gaaaanz still in einer knotigen Braunwurz, wo er sich vom Herrn F. entdecken und dann in allen Lagen fotografieren ließ.

Es gibt übrigens auch Zweipunktmarienkäfer, die nicht rot-schwarz, sondern schwarz-rot sind. Aber dieser hat einen im Vergleich winzigen Kopf, einen kugeligen Körper und außerdem kann man den abgesetzten Rand seines Körpers auf einem Foto gut erkennen – Kennzeichen dafür, daß es wirklich ein Kugelmarienkäfer ist. Sie sind Blatt- und Schildlausfresser und „eigentlich“ auf Laubbäumen zu finden. Da ist dieser wohl runtergeweht …. oder er suchte mal ein wenig Abwechslung *g*

Achja – wieso überhaupt „der siebte“?

Weil er schon die siebte Marienkäferart ist, die in meiner Liste verzeichnet ist 🙂