Den Winter überleben – Lektion fünf

Beitragsupcycling No 4 ….

In Lektion vier erwähnte ich ja schon, daß etwas fehlt. Und was leider dem dort gezeigten, sonst ja recht schönen Sitz-, Hör- und Leseplatz fehlt, das ist :

Feuer

ein ganz wichtiger Überlebens- und Wohlfühlfaktor!


was hier schlecht zu sehen ist, ist der Trick – anzuwenden nach solch besch****** Sommern wie diesem. Denn nur ein Ofen und ein Feuer nützen gar nix, wenn man das den ganzen Sommer über schon hatte, weil es da so kalt und naß war… dann wende man diesen Trick an:

Man schneide einen Apfel in Scheiben und lege ihn ins Wärmfach des Ofens- prompt durchzieht nach etwas Wartezeit ein wunderbarer Duft den Raum, und nach etwas längerer Wartezeit gibt’s angewärmte Apfelscheiben. Und ganz zum Schluß getrocknete Äpfel- hmmmmm!! Ein wirklich winterlicher Genuß! Und nur „richtig“ vom Ofen, nicht etwa aus der Bratröhre.

Wer also, wie ich, ein echter Wintermuffel ist, der besorge sich un-be-dingt einen Ofen!

2022: Leider ist genau das DER große Nachteil an unserem ansonsten ja wunderbaren neuen Kachelofen: Äpfel trocknen funktioniert nur bedingt und niemals so geruchsintensiv. Weil es an keiner Stelle so heiß wird wie im Wärmfach des Kaminofens. So trocknen die Äpfel zwar gesünder weil schonender – aber es duftet jetzt nicht mehr so gut bei uns.

Dafür gibts aber inzwischen eine Ofenbank. Die eigentlich der Herr F. unbedingt haben wollte. Nutznießer sind Andere….

😉

 

 

Den Winter überleben – Lektion vier

Beitrags-Upcycling, die dritte…. Diesmal lassen sich deutliche Veränderungen erkennen! Los geht’s:

Was hilft noch, dem Winter gute Seiten abzugewinnen?
Ganz klar etwas, das es dem Menschen ermöglicht, sich bei allem  kätzischen Beistand beim aussitzen nicht zu Tode zu langweilen – und das wären

Musik und Bücher

2022

2011

Geeignet sind hier vor allem Bücher, die spannend genug sind, das ganze Elend da draußen vergessen zu machen …. und Musik, die beruhigt, aber nicht einschläfert- Tom Waits, J.J.Cale, Little Feat – das ist typische Wintermusik.

Aber etwas fehlt hier noch…. wartet auf Lektion No5 *g* ….

Tja,  das mit der Musik hat sich verändert: Ihr seht zwar eine ordentlich gewachsene CD-Sammlung – aber die Musik meiner CDs höre ich inzwischen eigentlich nur noch über Bluetooth-Lautsprecher und -Radio. Bluetooth ist die neue Mixkassette, denn ich habe sämtliche CDs auf dem Handy und kann eine meiner Listen aussuchen. Das, was ich 2011 beschrieb, wäre jetzt die RUHE-Liste. Aber oft höre ich einfach eine „Mix all“
Was die Bücher bzw diesen Leseplatz angeht – er war und ist so gut wie unbenutzt, und das, obwohl der Sessel echt superbequem ist. Aber die Leselampe taugt nicht recht, die Ecke ist zu dunkel, der Blick fällt auf die Straße – Alles suboptimal, wenn frau nebenan ein kuscheliges Sofa stehen hat, das gut ausgeleuchtet und mit Blick ins Feuer dasteht.
Inzwischen ist „mein Zimmer“, dieses, dann ja auch noch Arbeitszimmer des Herrn F.. Aber das wäre so nicht gekommen, hätte ich es vorher viel und gern genutzt.
Irgendwann einmal wird der Sessel aber noch zu Ehren kommen, ich spüre das!!!!!

Lesen ist in diesem Winter übrigens schwierig. Ich kann mich auf wenige Bücher konzentrieren und sitze eher und viel vor der Glotze. Sendungen wie „Zwischen Tüll und Tränen“, „Leopard, Seebär und Co“, „Der Hundeprofi“ und „Kitchen impossible“ sind der Stoff, aus dem die heile Welt ist. Ihr dürft gern spotten – aber es ist so, diese Art Sendungen schaffen es, mich aus dem Gedankenkarussell herauszuholen und sind tröstlich. Wer hilft hat recht!!!

Den Winter überleben – Lektion drei

Weiter geht’s mit dem Upcycling alter Blogbeiträge 😉

Es gibt ja, ich habe es in der zweiten Lektion (die war damals über Adsventskalender, und da ich über unsere diesjährigen Exemplare schon geschrieben habe, hab ich sie ausgespart) schon angedeutet, noch eine zweite Sache, die es nur im Winter gibt und auf die zu freuen sich trotzdem wirklich lohnt- was ich denn auch kräftig tue! Jedes Jahr wieder ist es ein echtes Highlight, wenn der Postmann zweimal klingelt und ein riesengroßes M-Paket bringt, vollgepackt mit

Plätzchen

von des Herrn Mutter. Und das ist elf Jahre später noch immer so!!! 🙂

Diese Frau ist ein Phänomen! Moment mal, ich mach mal ’nen kleinen Teller zurecht mit einer winzigen Auswahl….

bitte sehr:

Also, nicht, daß jetzt irgendjemand dem Irrtum erliegt, das seien alle Sorten! Das mit der winzigen Auswahl stimmt ganz wörtlich, ich habe bloß 2 Keks Plätzchendosen geöffnet. Zwei von 5, und in allen sind immer nochmal mehrere andere Sorten! Und wer sich jetzt über das durchgestrichene Wort wundert: auch das ist ein böööööses Wort. Das merkt, wer es wagt, die Plätzchen mit diesem gar schröcklichen Wort zu bezeichnen- sofort protestiert der Herr F. aufs allerschärfste (auch im Ton- huh! Ich erbleiche schon, wenn ich nur dran denke!!) Kekse sind nämlich….. aber das soll er lieber selbst erklären. In jedem einzelnen Jahr seither hat die Frau Mama, inzwischen auch schon über 80 Jahre alt, angekündigt „Dies‘ Jahr back i aber nimmer so viele Sorten!“. Und jetzt, 2022, hat sie es leiderleider wirklich wahrgemacht! Noch immer gibt es VIELE Sorten, aber ausgerechnet zwei meiner liebsten sind (unter anderem) weggefallen. 

Jedenfalls schmecken die Plätzchen der Frau (inzwischen Schwieger-) Mama genau so köstlich wie sie aussehen und sind damit ein wesentlicher Grund, dem Winter nicht allzu gram zu sein!

Den Winter überleben – Lektion eins

Draußen wie drinnen: kalt.
Selbst wenn der Ofen bullert friert’s mich, der Rücken schmerzt, weil sich vor Kälte alles zusammenzieht.
Schätze, das kommt von innen.
Kann nicht, bitte, in dieser fiesen Zeit wenigstens mal länger die Sonne rauskommen?

Nein. Kann sie nicht. Aber ich brauche ein wenig Unterstützung, und die finde ich – gaaaaaanz treue LeserInnen werden sich VIELLEICHT erinnern – in alten Beiträgen. Vielleicht freut sich ja der oder die ein oder andere auch, alte FreundInnen wiederzusehen, denn seit 2011 – aus diesem Jahr ist die „Den Winter überleben“-Reihe – hat sich hier doch einiges verändert.

Genug der Vorrede, jetzt startet das Recycling 😉 Wenn ich Lust habe, streue ich hier und da einige Worte ein – in hübsch-warmem rot 😉


Statt zu jammern laufe ich durch die Wohnung und suche nach Hilfe. Was ist es, das (ja, es gibt Leute, die sowas behaupten) den Winter zu einer angenehmen Jahreszeit machen könnte? Gibt es sowas überhaupt? (Für mich, meine ich. Denn es gibt ja Leute, die sowas….)

Und ja.

Ich, gnadenlose Optimistin die ich bin, ich werde fündig! Sogar mehrfach! Und so startet also heute die Aktion „den Winter überleben“. Mit

Katzen

Denn meine Katzen sind es, die mir zeigen, wie man am besten damit umgeht, wenn es grau, feucht und kalt ist: man sitzt die ganze Jahreszeit einfach aus.

             

Was dabei wichtig ist: eine warme, weiche Unterlage (siehe Dicker). Und: eiskalte Füße werden wärmer, wenn man sie an warmen Stellen birgt (siehe Kilian) Achja, unsere lieben beiden Kater…. die zwei „Neuen“ wissen aber auch, wie man das macht mit dem Winter: Elsa liebt es, sich auf der Ofenbank zusammenzukringeln (natürlich nur, wenn die WARM ist), und ElMauski freut sich, daß dadurch Schöße für ihn frei sind….

Mensch kann sich ja nicht so gut den Umständen anpassen- erstens muß mensch arbeiten gehn, ok, aber zweitens kann mensch meist nicht 22 von 24 Stunden verschlafen. Ich jedenfalls nicht… aber wenn ich so meine Katzen betrachte, dann nehme ich mir fest vor, täglich für einige Minuten eine warme, weiche Unterlage zu suchen (Sofa??), meine kalten Füße warm zu bergen (Herr F.? Wärmflasche??) und vor mich hin zu dösen. Richtig. Sollte ich mal wieder tun…. tu ich jetzt! *wink*

Übung macht den Meister…. *gähn* 😉

Dochdoch, es gibt wieder einen…. oder zwei…. oder drei…..

Was?
Leute, es ist der 1. Dezember! Natürlich ADVENTSKALENDER!!! 🙂

No1 kommt von der Mama – ein Märchenadventskalender! Na, wer findet die meisten?

No2 ist unser  – des Herrn F. und meiner – Päckchenkalender. JedeR darf 12 Päckle öffnen, und hier stehen sie bereit!

Und No3 kommt vom Äppelken! Das hat nämlich hier, in Deutschland(!) einen gefunden, bei dem -taraaaaa- die Bildchen hinter den Türchen zum Kontext vorn drauf passen! Hyggelig isser auch noch, bloß schwierig zu knipsen ;-):

Der finnische Pfadfinderkalender vom letzten Jahr bleibt also für später einmal in der Schublade. Auch hier werde ich versuchen, so zu öffnen, daß ich die Türchen wieder schließen kann. Zum wiederverwenden. Es kommt die Zeit des Adventskalenderdarbens, bestimmt! Dann hab ich Vorrat!! 🙂

Abgekartet No 25

Bald gehts schon wieder gen Weihnachten, da will ich doch mal diese wunderschöne Weihnachtskarte abkarten….

Die Rückseite ist genauso schön gestaltet wie die vordere 🙂 Tja – und aktuell ist das leider, leider auch immer noch, das mit der Maske ebenso wie das mit dem bevorstehenden Mäusemelk-Winter und dem besten Umgang damit.

In diesem Sinne: scannt, schmunzelt, lasst Euch nicht runterziehen von all den Krisen im kleinen wie im großen und genießt die guten Momente – die Winter-Challenge auch für diesen Winter!

Wind von Osten bringt nix gutes

5-10cm Pulverschnee über Nacht…. das ist okay, trotzdem werden wir mehrfach schippen müssen, denn es tost ein Oststurm – und der weht zwar den Acker fast frei, aber überall, wo Erhebungen sind, gibt es Verwehungen, so auch im Hof oder auf dem Bürgersteig. Am Acker weht es den Schnee zT haushoch, es ist ein echtes Schauspiel, dem aus dem Fenster zuzusehen.
Die Flensburger Freundin hat gestern angerufen und unser Treffen heute abgesagt, weil sie sich auf der spiegelglatten Straße nicht halten konnte und im fallen den Arm gebrochen hat! Hoffentlich schmerzt es nicht mehr so, Liebe – und fest gedrückte Daumen, daß keine OP sein muß!! Daraufhin hab ich mir meine unterschnallbaren Spikes wieder rausgesucht. Denn auch bei uns sind ungeräumte Bürgersteige und die nicht geräumten Nebenstraßen spiegelglatt, und sogar die Fahrspuren im Hof sind nicht ohne.

Aber offenbar wird hier nur noch wenig von oben nachkommen. Puh.

Für alle hier mitlesenden hoffe ich, daß Ihr glimpflicher durch diese Winterperiode kommt als die Freundin. Vielleicht sogar ebenso glimpflich wie wir hier bisher.

A, B, C …..

…die Katze lief im Schnee

Wer lief denn da so dicht mit dran?

Ach, das war wohl mein lieber Mann!?

A, B, C…

… die Katze piescht im Schnee!

….. und danach ist sie so schnell wieder drin gewesen, so schnell könnt Ihr garnicht gucken! Geölter Blitz! Trotz des Sonnenscheins, und sie war auch nicht zu bewegen, wieder mit rauszukommen! Die Spuren sind denn auch von El Mauski, der war morgens mit dem Herrn draußen.

Splitter zum Winter

Wir Menschen haben 250 Haare pro Quadratzentimeter auf dem Kopf. (…)Schon ein Hund kann – je nach Rasse – bis zu 9.000 Haare auf der gleichen Fläche haben. Biber (Castor fiber) sind dann mit ca. 35.000 Haaren pro Quadratzentimeter dabei – und ein Fischotter (Lutra lutra)wird wohl nie frieren, denn er wird von 60.000 bis 80.000 Haaren pro Quadratzentimeter Haut gewärmt!
Unglaublich, oder? So eine feine warme Fell-„Decke“ lässt einen jeden Winter überstehen…
Auch an die Haarmenge eines Bibers kommen wir nicht heran. So bleibt uns in den kommenden Herbst- und Winterwochen nur ein „so-tun-als-ob“. Die schlauen Strategien der Tiere stehen uns nicht offen. Aber wir können uns mit Wollsocken und einer Wollmütze behelfen, wenn uns kalt wird! Und dabei sollten wir dann auch immer ein „Dankeschön!“ an das Schaf richten, dessen Wolle wir da an der eigenen Haut tragen…

Aus dem Rundbrief „trotzdem glücklich verwildern“ der Wildnis-Werkstatt

Sabine tobt ums Haus

Der Thermokomposter ist abgedeckt. Die alte Birke am Wintergarteneck schwankt. Also, nicht die Äste meine ich jetzt, sondern der Stamm. Bei der Mirabelle in der Einfahrt könnte es sein, daß sie sich aus dem Boden hebeln läßt, so wie sie grad gegen ihre Wuchsrichtung gedrückt wird (und sie ist eh nicht mehr ganz fit), aber da würde nicht allzuviel passieren, schätze ich. Der Sturm kommt von Süden – eine sehr ungwöhnliche Richtung für uns, an die die Bäume nicht gewöhnt sind. Die Böen sind heftig, aber erst nach 16 Uhr soll es allmählich etwas weniger werden, vorher sogar noch zunehmen bis auf Christian-Niveau.

Ihr erinnert Euch? 2013? Christian?

Hier – so sah das danach bei uns aus: *klick*, und so ringsum *klack* (da müßt Ihr mal die einzelnen Artikel anklicken, das war schon echt beeindruckend!!)

Könnte ich jetzt an sowas glauben, würde ich ein paar Wünsche ins Universum/ Gebete zu einem Gott oder wasauchimmer schicken. Da mir diese Art Selbsthypnose aber (manchmal finde ich: leider) nicht zur Verfügung steht muß ich einfach hoffen, daß es bald Abend wird….


20:40 Uhr: das war nix mit 16 Uhr…. pünktlich gegen 17 Uhr wurde verkündet: ab 20 Uhr wirds RICHTIG dolle, und das ist es auch. Es heult und pfeift und tost. Bin gespannt, was ich morgen zu sehen bekomme, aber – toitoitoi – bisher gibts hier wohl nix schlimmeres, denn wäre einer der Bäume gekippt, würden wir’s mitkriegen.

Erst ab 22Uhr sollen die Windstärken langsam nachlassen…. und den Rest verfolgt Ihr ja sicher selbst in den nachrichten, bei so Einigen von Euch steht das schlimmste ja erst noch später bevor. Ich drücke allerseits die Daumen, daß nix passiert!

Wie war das noch?

Es ist April, oder??? 😉

Heute erstmals in der Frühlingssonne auf der Bank gesessen, ganz wie geplant. Die Bienen flogen eifrig…

Der Bewuchs wächst auch schon, sowohl in als auch vor der Mauer 🙂

… und zwischen Gelb- und Blasenflechte was seltsames. Blasenflechte? Stimmt, die hatten wir noch nicht: Blattförmige Blasenflechte….: Hypogymnia physodes

Anderthalb Stunden zuvor gab es Graupelschauer……

Knicktag

Ich hatte ihn ja schon angekündigt – und hier ist er: der Bericht vom „Knicktag“: 🙂

Der NABU hatte angekündigt, man werde über Knicks, ihre Geschichte, ihren Aufbau und die Pflege informiert und könne auch selbst lernen, wie das gehe mit der Knickpflege. Okay, hörte sich interessant an – angemeldet!

Das allererste ist einmal, daß ich lernen mußte: das, was wir hier als Knick kennen (und damit auch das, was Ihr im letzten Beitrag von mir vorgestellt bekommen habt)- das ist eigentlich gar keiner!

Ein echter Knick ist eine Art lebender Zaun auf einem Wall. Die 10-15 Jahre alten Äste/ Schößlinge werden zT mit Beil oder Hippe bis auf 25% Rest eingekerbt. Dieser Rest wird „geknickt“, also zur Seite gelegt (wobei er eigentlich gerade nicht knicken sollte, sondern einen heilen Bogen bilden, damit das Kambium, die nährstoffführende, lebende Schicht des Holzes, auf dem unbeschädigten Rest-Ast heil bleibt) Die Äste werden ein wenig verflochten und bleiben so. Besonders, wenn, wie es häufig immer noch „übrig“ und zu sehen ist, Dornenbüsche wie Schlehe oder Weißdorn gepflanzt wurden, kann ein solcher dichter Zaun auch Kühe und Ochsen dazu bringen, auf ihrer Weide zu bleiben – dauerhaft, also auch gleich nach dem knicken (wenn es ein älterer Knick ist). Und das war früher, vor der Erfindung des Stacheldrahts, der wichtigste Sinn der Knicks: einen lebendigen Weidezaun zu bilden

So könnte so ein Knick direkt nach dem legen aussehen, ein ganz anderes Bild als das, was wir normalerweise kennen:

Knick nach Knickpflege. Das Bild ist von Jürgen Golz, dem Seminarleiter. Er hat mir netterweise erlaubt, es hier zu zeigen 🙂 Er hat sich die alten Techniken übrigens in England beibringen lassen, weil es hier nur noch wenige alte Leute gibt, die sich erinnern, daß man zu ihren Kinderzeiten mal davon erzählt hat….

 

Knick nach Knickpflege, gewohntes Bild (Wikipedia, Reinhard Kraasch)

Inzwischen sind diese Techniken allerdings tatsächlich „verlorenes Wissen“, zumindest in Deutschland. Das, was ich „wusste“ und Euch im oben verlinkten Artikel vorstellte, ist sogar gesetzlicher Stand in der Knickpflegeverordnung, und wenn man einen Knick traditionell aufbauen und pflegen möchte, muß man sich erstmal an die untere Naturschutzbehörde wenden und um Erlaubnis bitten – denn wenn man, wie in der Verordnung vrogeschrieben, den Knick bodennah geschnitten hat ist es nicht erlaubt, Totholz dazulassen oder zwischendrin aufzubringen – und das geknickte Holz wirkt natürlich erstmal so, als hätte da Jemand Totholz gestapelt. Weshalb Jürgen Golz tatsächlich schon einmal bei der Naturschutzbehörde von einem Landwirt angezeigt wurde. – Da ist Gesprächsbedarf, natürlich!

Die Tiere freuen sich über einen „gelegten“ Knick: hier können sie weiter Schutz finden, anders als auf den kahlen Flächen, die im 1. Jahr nach dem „bodennahen absägen“ entstehen, das derzeit konform zur Knickpflegeverordnung praktiziert wird. Und bereits im Frühjahr darauf schießen Triebe aus den noch lebenden horizontalen Ästen, und es entsteht etwas, das unseren Augen wieder vertrauter ist.

Aber wie geht das nun, so eine Art Knick hinzukriegen?

Erstmal muß man sich das „Vorher“ betrachten. Will man die Äste nach rechts oder links legen? Wie viel Platz hat man? Wo stehen Überhälter – die großen Bäume, die alle 20-30m stehenbleiben sollten? Dann den Knick bearbeitbar machen.

„vorher“. Brombeeren und Co sind schon beseitigt, man sieht die ca vor 10 Jahren zum letzten Mal auf den Stock gesetzten Stubben und die Austriebe

Hier liegen schon mehrere. Rechts noch nicht versäubert, hinten und vorn eine fertige Lasche mit versäubertem Reststück. Man sieht: nicht ABgeknickt, aber es ist nur noch ein dünnes Holz über, das seitlich abgelegt wird.

So sieht das aus, wenn man das kann (ein weiteres Danke, auch das Bild ist von Jürgen, den man dort arbeiten sieht) sauberes arbeiten, „eben mal“ reinhauen und legen … dies ist aber kein Knick, sondern eher eine Flechthecke. Es fehlt der Wall.

Und so sieht das aus, wenn blutige Anfänger am Werk sind. *g* Wir „hobeln“ statt einmal zu hauen. Entweder der Ast ist immer noch zu dick, oder er bricht: zu doll gebogen, zu dünn der Rest … das macht irgendwann die Erfahrung, normalerweise soll man mit einem Hieb die 75% reinhauen und dann nur noch senkrecht runter die Lasche entstehen lassen ……

Nicht fertig, aber Übung beendet 😉 man muß sich „fertig“ so vorstellen, daß keine Äste mehr hochstehen, dafür aber viel mehr liegen, und das „auf Strecke“ . Wie im allerersten Bild halt …

Der Busch versorgt durch das übrige, lebende Kambium den gelegten Ast problemlos weiter, der schon im nächsten Frühjahr austreibt – dadurch wird das ganze viel dichter und bleibt sofort ein lebendiger Lebensraum.

Hier kann man erkennen, daß die Natur auch knicken kann 😉 aus dem dicken Windbruch wachsen, wie später beim Knick aus den gelegten Ästen, viele neue Triebe hoch. Ein Knick ist das nicht, dafür ist die Lasche viel zu hoch und natürlich macht man das nicht mit dicken Bäumen. Aber das Prinzip funktioniert sogar noch bei einem so dicken Stamm

Bei dem, was man heutzutage macht (alle 10-15 Jahre wird, was hochgewachsen war, bodennah abgeschnitten, zwischendurch nur in der Breite eingekürzt – siehe*), braucht der Knick einige Jahre, bis er wieder seine Funktionen erfüllen kann. Die sind heutzutage:

  1. Lebensraum, Nahrungsquelle, Brutgebiet für viele Tiere (interessant: bei Fledermausschützern gibt es Geräte, die die Flüge der Fledermäuse aufzeichnen. Und da sieht man dann genau, wie die Knicks verlaufen – weil die Fledermäuse bei ihren Flügen deren Verläufen folgen. In der Nähe der Knicks gibt es nämlich Insekten zu fangen – auf dem offenen Feld nicht!)
  2. Lebensraum für Pflanzen
  3. Erosionsschutz (man denke an die Sandstürme der letzten Jahre!!)
  4. halten von Feuchtigkeit (sehr wichtig in immer trockeneren Zeiten)
  5. und, sehr wichtig: Vernetzung von Lebensräumen! Ohne Knicks kommen die Tiere im landwirtschaftlich industriell genutzten Land nicht von Biotop zu Biotop, Bestände können sich nicht austauschen, Pflanzen- und Tierarten nicht verbreiten

Logisch, daß all das einige Jahre nicht mehr passiert, wenn sämtliches Holz bodennah abgeschnitten wird. Bei der traditionellen Art dagegen bleibt der Knick funktionell, und bereits im Frühjahr nach dem knicken gibt es auch wieder Blattmasse. Beim Erosionsschutz ist es sogar noch doppelt besser so wie’s früher war, denn selbst wenn der heutige „Knick“ hoch wächst, so ist er doch spätestens nach sechs, sieben Jahren wieder am Boden recht licht.


*Knickpflege aktuell: dieser Link ist interessant, weil sich, wie ich gestern erfuhr, der Knickpflegeerlaß zu 2014, meinem verlinkten Bericht, geändert hat: das mit der schrägen Neigung gilt nicht mehr, man darf/ soll zwischendurch, wenn der Knick zu breit wird, gerade hoch schneiden – aber erst ab einem Meter neben dem Knickfuß. Das schließt so dünne Heckchen wie im 2014er-Bericht gezeigt weiter aus. Sie gibt es aber trotzdem nach wie vor. Es soll aber ab 2020 endlich stärker kontrolliert und geahndet werden, immerhin.


So. Nun, liebe Leute „spread the words“ 😉 Es wäre doch toll, wenn unser gesetzlich geschütztes Knick-Netz nicht nur endlich wieder gesetzeskonform bewirtschaftet würde, sondern auch historisch und ökologisch richtiger!