Sachzwänge

6.2.

Heute wurde ich zwangsberadelt.

Ich musste nämlich mein Auto in die Werkstatt bringen. Es war nötig und es war der einzig mögliche Tag, angemeldet war ich auch – und ausgerechnet an DIESEM Dienstag musste der Herr F. nach Kiel auffe Arbeit (sonst ist dienstags Heimarbeitstag). Also habe ich mein Auto ins vielleicht 5 km entfernte Dorf zur Werkstatt gebracht – und bin zurückgeradelt. Mit dem Rad, das der Herr F. mir tags zuvor noch aufgepumpt und durchgeguckt hatte, und das ich im Kofferraum zur Werkstatt mitgenommen habe….. Bei -4° und: SONNE!!! Und es war sogar windstill- bei weitem das beste Wetter, das wir seit Wochen hatten 🙂

Boah, ej! Zwischendurch dachte ich, ich bekomme gleich Krämpfe im Oberschenkel. Dann wieder wurden leichte angeliter Hügel zu schier unbezwingbaren Bergen (nein, ich bin NICHT abgestiegen. Aber es war knapp) Meine Brille musste ich in die Manteltasche stecken – es gab die Wahl zwischen erfrorener Nasenspitze OHNE Tuch drüber, Blindflug wegen total beschlagener Brille MIT Tuch – oder eben brillenloser Fahrt. Ging.
Ehrlich jetzt: im Grunde war das wirklich schön. Ruhe, die hohe, klare Luft, die Landschaft mal ausgiebig angucken können, alles fein. Aber Mann was habe ich gelitten!!! *gg* Radfahren ist nix für Weicheier!!!! Da hülfe nur Gewohnheit. Aber die wird es nicht geben, schließlich ist nichts anderes so „nah bei“ wie diese Werkstatt…..

Zwei Stunden später ein Anruf – der Fehler, der zu lauten Gedröhne des Autos und Besorgnis meinerseits geführt hatte, war gefunden und behoben: ein Hitzeschutzblech, das sich gelöst hatte und deshalb ab und an – und sehr unberechenbar, also auch nicht reproduzierbar – an den Bremsen schleifte und dröhnte.

Also nochmal aufs Rad, immer noch sonnige 5 km geradelt und das Auto abgeholt. Die Rücktour war schöner, 0°, sonnig sind halt doch angenehmer zum radeln als -4°. Jetzt konnte ich nebenher ein wenig in die Landschaft und die Gärten gucken, die dicken Knick-Stubben bewundern, drei Bücher freilassen und sogar Fotos schießen.

Das ist neu. Aber mit dem Auto hätte ich nicht zum lesen angehalten.

Danke 🙂 Wünschen hilft, man sieht’s mal wieder!!

 

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Konjunktiv

Wenn es draußen so aussieht,

dann ist es schön, vom holzholen reinzukommen und sich mit auf die warme Ofenbank gelegten Füßen im Schaffellsessel aufwärmen zu lassen.

WÄRE. Dann WÄRE es schön……

Oooooh

Gestern große Kinderaugen beim Sonnen(!)spaziergang im Frost:

Am 2. niederschlagslosen Tag in Folge* gab es auf der Nebenstraße schönes zu sehen: die zwei Tage zuvor patschnaß geregneten Straßen waren relativ, aber nicht ganz abgetrocknet, dann kam der Frost – und nun, in der Sonne, gab es regenbogenfarbenes glitzern bei jedem Schritt, auf dem Rückweg, die Sonne im Rücken, dann silbriges.


*Für alle nichtganzsonorddeutschen BlogleserInnen: es ist mehr als nur die nie dagewesene Pfütze:

Hier hat es in den letzten Monaten so viel und so dauerhaft geregnet, daß Ernten ausfielen (Kartoffeln, Mais – die Bauern konnten nicht aufs Feld), ebenso wie Aussaaten fürs nächste Jahr, und die Bauern haben jetzt Sondergenehmigungen, Gülle in Erdlagern unterzubringen, weil sie seit August nicht rauskommen, um die auszufahren. (Problem: es gibt nicht genug der dazu nötigen Spezialfolie im Handel… jaja, die industrielle Landwirtschaft verursacht schon spezielle Probleme…)
Trecker versanken bis zur Achse in Feldern, Seenplatten liegen um Bäche, und hier im Garten quatscht jeder Schritt. Es ist wirklich heftig!

Schnee, oder: Wunder gibt es immer wieder!

Nein. Ich mag ihn nach wie vor nicht.

  • Lästig ist er, denn wir haben einen langen Gehweg zu schippen
  • weiß ist er, und das macht schlechte Laune. Mir jedenfalls. Diese Abwesenheit jeglicher Farbe ist schauderhaft – es sei denn, die Sonne scheint, was sie aber hier nur sehr selten bei Schnee tut.
  • Er macht alles rutschig und
  • es wird Salz gestreut, was die Pflanzenwelt nicht freut

Aber

wundersamerweise bin ich tiefenentspannt, was kein Mensch glauben wird, der mich vor vielleicht drei oder vier Jahren erlebt hat, wenn die ersten kleinen Flöckchen fielen.

Schon im letzten Jahr war plötzlich alles besser. Ich konnte wieder schlafen, auch wenn weiß von oben angekündigt war, und ich kam auch nicht mehr als nervliches Wrack woauchimmer an, wenn ich durch weiße Landschaften fahren musste. Aber jetzt – ich kanns selbst kaum glauben: ich sehe beim Wetterpropheten, daß genau zu meiner Heimfahrzeit ein dickes Schneegebiet mit ordentlich Masse über meinen Heimweg ziehen wird, aber es macht mir nix. Ich denke „nuja, wir werden sehen“, und bringe meine Arbeitszeit hinter mich. Pünktlich eine Stunde vor Ladenschluß seh ichs draußen wehen, und – nehme dies zur Kenntnis. Und fahre dann vorsichtig und nicht allzu schnell, aber in Ruhe nach Hause.

Nun hatten wir bisher noch keine wirklich beängstigenden Schneemassen, auch keine Verwehungen. Aber die hatte es jahrelang auch garnicht gebraucht, um mich aus der Bahn zu werfen – momentan denke ich mir: wenns richtig heftig werden sollte, dann ist es auch durchaus erlaubt, bangbüxig zu sein, aber jetzt ist es (wieder) so, daß ich mich nicht dann verrückt mache, wenn gar kein Anlaß dazu besteht, und das ist wirklich, wirklich eine große Erleichterung und sehr entspannend!

Ich fühle mich wieder wie ein normaler Mensch, es ist einfach wunderbar!

Zum Schluß noch ein kleiner Hinweis im Sinne des Tierschutzes:

gefunden bei de.webfail.com

 

 

Noch während…

… ich hier Beiträge über die paar warmen, sonnigen Augusttage mit Carl-Gustav poste, hat sich langsam Jemand angeschlichen….

Ja. Ist echt wahr, es ist, wonach es aussieht Frost. Gleich in mehreren Nächten nacheinander Aber die Tage sind windstill und sonnig, und die Sonne schafft’s weg: da hinten, wo’s so hellgrün aussieht, da ist sie schon. Da tropft es. Wo Schatten ist, bleibt der Reif.

 

 

 

Pappschnee

… liegt. Gestern abend gings los mit Schneeregen, pünktlich nach unserem Fischmarkt-Ausflug mit vier Irakern.
War kalt, aber nett, und wir haben uns in einer Bäckerei bei heißer Schokolade gründlich wieder aufgewärmt.
Jetzt also kommt der Winter doch noch. In den nächsten Tagen ist Dauerfrost angesagt. Es ist schon wunderlich: Du guckst raus, es gibt keine Farben mehr – und prompt sinkt das Stimmungsbarometer in tiefe Tiefen. Dabei war in den letzten Tagen auch nichts tolles zu sehen: es war stockfinster wegen Hoch- und zeitweise gleichzeitig auch Tiefnebel. Und der Himmel hängt jetzt höher. Aber dieses weiß, das macht mir zu schaffen, und es liegt nicht an der Rutsch-Angst, denn Angst ist nicht zu spüren. Tja, ich hab ja inzwischen einen ganz gut gefüllten Werkzeugkasten (spricht’s und dreht die Tageslichtlampe auf)

 

Geschafft…..

…zu vergessen, Fotos zu machen 😦

Mein Garten ist nämlich um einige Kilo Gestrüpp leichter – den Flieder zu Nachbars rüber habe ich „entwildwuchst“, zumindest in die Richtungen, in die Wildwuchs nicht so willkommen ist. Und eine monströse Stachelbeere, die seit immerhin 20 Jahren (seit ich hier wohne) keine Schere mehr gesehen hatte, gestutzt. In den ersten fünfzehn Jahren war die eh eher bemitleidens- oder bewundernswert, je nach Sichtweise: Mitleid hatte sie verdient, weil sie im tiefsten Schatten stand, Bewunderung, weil sie weiterlebte. Sogar Beeren hatte, kleine, die aber nie reif wurden.

Dann fiel die Mirabelle. Licht kam an Stellen, die sonst keines sahen, so auch zur Stachelbeere. Sie dankte es mit vielen neuen Zweigen, ja sogar mit Stachelbeeren, dunklen (also wahrscheinlich Josta), die reif wurden und schmeckten. Jedes Jahr dachte ich mir „die müsste ich aber langsam mal schneiden“ – und jedes Jahr hab ichs nicht getan, weil ich nicht so die Obst-Schneide-Expertin bin und deshalb nicht richtig weiß, wie.

Obwohl ich sicher weiß, daß der Winter nun eigentlich nicht die richtige Zeit ist, habe ich sie nun geschnitten – einfach deshalb, weil ich jetzt beser erkennen kann: was ist neues Holz, was altes, und wo steht was wie. Meine allgemeine Erfahrung mit Pflanzen ist eh: solange man genug stehenläßt, sind sie nicht nachhaltig böse drum. Und genug stehenlassen hab ich. Das, was nun noch steht, wird mehr Licht haben. Ob ich im nächsten Jahr viele Stachelbeeren haben werde, weiß ich noch nicht, denn ich habe altes und neues stehen lassen, so, daß sich möglichst nichts gegenseitig behindert. Und so kann die alte, tapfere Stachelbeere nun schauen, was sie draus macht – mir kommts ja nicht auf großen Ertrag an….
Was sie in den letzten Jahren auch getan hat: per Absenker viele kleine neue Stachelbeerbüsche im Umkreis von ca 2 Metern geschaffen. Einige hab ich stehenlassen, andere (die zu dicht bei oder zu nah am Weg waren) nicht. Alle hab ich von der Mutterpflanze getrennt. Man darf gespannt sein, was geschieht. Black Box Gardening vom feinsten. Braucht Jemand einen widerstandsfähigen, kleinen Josta-Busch? Ich hätte da welche…..

Wenn das mit dem Wetter so weitergeht (Hochnebel, düster, aber windstill, relativ warm und trocken), dann geht’s morgen weiter. Das Staudenbeet will ein wenig freier werden von Blattschichten. Damit ich Schneeglöckchen, Krokus und Co auch sehen kann, wenn sie herausspitzen. Trotzig werde ich diesmal kein schlechtes Gewissen haben. Hab ich mir jedenfalls vorgenommen *g*

 

Ach, war das schön!

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Auf dieser Bank hab ich mir am Sonntag (unter anderem) die Sonne auf die Nase scheinen lassen, habe den Wellen, den kleinen, beim plätschern zugehört und den Gänsen draußen auf dem Wasser beim rufen. Und in der Siedlung die ersten Hoffnungszeichen entdeckt:

die Zaubernüßchen blühen schon

die Zaubernüßchen blühen schon

Heute

p1000204in einem Monat ist Weihnachten.

Ringsum werden überall kräftigst Plastikzweige, Kitschfiguren und Stromkabel um die Häuser verteilt….
Beleuchtungswahnsinn, Geschenkestreß, Arbeitsrummel, Inventurtage –

heute in nur anderthalb Monaten ist das alles wieder vorbei.

Und die Sonne scheint!
Prima!

Geht doch, das mit dem halbvollen Glas *gg*


PS: Sie hat gar nicht gebohrt!!!! 🙂

Och nöööö

Graupel! Jetzt schon!

Wir haben aber laut Ansage Glück – nur heut‘ nacht noch mehr davon, dann soll’s trocken bleiben. Gut so, schließlich will ich morgen meine neue Brille abholen (schon wieder sind die Augen schlechter geworden!)

Am Freitag wird’s dann eh wieder wärmer, sagen sie.

Auf die Plätze….

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Sonne: vom Schuppen heruntergeholt, um die Kringelbeute bemalen zu können (als Schablone benutzt)

Die Flora steht in den Startlöchern. Gestern, am eisekalten, aber zeitweise sonnigen und immer windstillen Sonntag sind wir raus gegangen.

Die Zierjohannisbeeren, das Geißblatt, der Holunder haben nicht nur Blatttknospen, sondern schon kleine Blattzacken vorgeschoben. Die Mirabelle zeigt weiße Tupfen, sie will blühen. Krokusse werden täglich mehr, Winterlinge und Schneeglöckchen auch. Auf der Koppel, über die wir mit dem Dicken liefen, blühen an geschützten Stellen schon wieder die kleinen, lila Taubnesseln, die den Bienen im Herbst die roten Pollenkeile auf den Rücken zauberten. Die Vögel singen, die Buchfinken sind im Hochzeitskleid.

Erster Tagesordnungspunkt: Bienen wiegen (um zu sehen, ob noch genügend Winterfutter drin ist) Da wir kaum glauben konnten, was wir wogen (nämlich daß seit September kaum ein Gewichtsverlust zu protokollieren ist), haben wir bei zwei Völkern kurz den Deckel gelupft und gesehen: überall Futterkränze. Okay. Haben unsere Bienen offenbar nicht getan, was überall besprochen wird: durchgebrütet nämlich und dadurch viel Futter verbraucht. Außerdem haben wir, gerade noch rechtzeitig, die Sternchenbeute umgestellt. Einzelne Bienen kamen etwas später aus den Beuten, die tapferen – wahrscheinlich um Wasser zu holen, ein gefährlicher Job bei diesen Temperaturen, aber Wasser ist nötig, will man als Bien brüten.

Wir wollten das Insektenhotel, aus dem immer mehr Elemente herausbrechen/-fallen, renovieren und dafür reinholen. Aber viele Bambusröhrchen sind fein säuberlich zugemauert, auch einige Baumscheibenlöcher (gelernt: Stirnholz ist eigentlich nicht so geeignet, lieber seitlich einbohren. Aber ein paar Muttis haben es doch gewagt, in ausfransenderen, die zarten Flügel gefährdenden Stirnholzlöchern ihre Brut zu plazieren…) und zwei Lehmlöcher sind geschlossen worden. Also haben wir das doch lieber hängenlassen.

Frau Tonari ruft zur Rostparade. Verlinken kann ich erst abends – wenn Ihr das lest, bin ich auffe Arbeit. Der Zahn der Zeit nagt an der Sonne, siehe Bild oben. Auch bei ihr gilt „Der Lack ist ab!“, aber ich finde, es steht ihr ganz gut. Sie wird auch schon kräftiger, trotz Rost 😉 Wo sie durch die Wolken kommt, wirkt es kurzfristig frühlingshaft warm, aber insgesamt ruft zwar die Natur laut „FRÜHLING!!!“, aber der läßt sich Zeit – wir kommen kaum über den Gefrierpunkt hinaus.

 

Warum es winters schön ist, nach der Arbeit ein Stück bis zum Parkplatz zu laufen

P1070836Ich kann ergänzen, daß wir momentan so eine Art „Winterwonderland“ hier haben – vorgestern ein wenig Schnee, dann nachts Nebel und starker Frost (das habe ich ja gestern gezeigt) – alles ist weiß umhüllt. Es fehlt nur bisher die schon gestern versprochene Sonne. Und das allerbeste: schon am Sonntag solls alles vorbeisein, Plusgrade 🙂

Das glaubt mir sonst ja keiner

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Leider hab ich zu spät dran gedacht zu fotografieren – als ich um 8 das erste Mal geguckt habe, waren’s noch -10°!

P1110379Ja, und in der oberen Ecke des Elch-Fensters ein besonderes Spinnennetz – mit Eckverstrebungen! Okay, das ist ’ne windige Ecke – muß ja bedacht sein 🙂 Der Spinnerich allerdings war nirgends zu sehen- verständlich- bei so einem Frost würde ich mich auch in eine geschützte Ecke verziehen und auf besseres Wetter warten. Heut‘ nachmittag soll’s schon so weit sein: der Nebel soll sich verziehen und die Sonne scheinen, bei dann um die 0°C. Mal abwarten…