Auf die Achterbahn

der Gefühle schickt mich unser Dicker, auch Stackel genannt, derzeit täglich.

Vorgestern wirkte er, als könne er sich kaum auf den Füßen halten. Und hat fast nichts fressen wollen. Davor und seitdem ist er wieder etwas munterer und standfester, aber egal, was wir bisher versucht haben (unterschiedliches Futter, anwärmen, pürieren ….) und wie gut die Lage ist, er mag nur etwa die Hälfte dessen fressen, was in so einen Kater täglich mindestens reinsollte.

Die beste Taktik ist: ihn immer wieder dran erinnern, daß er doch eigentlich jetzt gerade ein bißchen was essen könnte. Sprich: wir legen ihm fünf oder sechs Bröckchen vor die Nase. Vorgestern führte das nur zu einem flüchtenden Kater, gestern und heute aber frißt er die aber meist auf. An Ohren und Blicken merkt man, ob Nachschlag erwünscht ist. Sind die Ohren gespitzt und Katz guckt interessiert? MEHR! Blick weg, Ohren normal? Schluß. Legt man dann noch mehr hin, stinkts ihm: er geht weg und mag für die nächste Zeit nix mehr sehen und hören….

Eben habe ich nochmal mit der TÄ telefoniert. Einig sind wir uns, daß keine größeren Untersuchungen oder Stressereien mehr gemacht werden sollen (wie Blutuntersuchungen oder röntgen). Also wird aber auch zunächst unklar bleiben, ob wir es derzeit mit Antibiose-Nebenwirkungen zu tun haben oder mit einer Nicht-Verbesserung der Lage.

Alte oder kranke Tiere, sagt sie, mögen manchmal plötzlich Futter, das sonst nie in Frage kam – testen, testen, testen also. Und wir holen ein pastöses Kalorienbomben-Päppelfutter, davon reichen kleine Mengen, und zur Not kann mans per Spritze eingeben. Das tun wir mit seinem Schmerzmittel seit Tagen, der Druck, daß er fressen MUSS, weil sonst auch das Schmerzmittel nicht im Kater ist, ist seither raus. Gut für alle Beteiligten.

Momentan „hoffe“ ich, daß nach den 14 Tagen, die das Antibiotikum wirkt, sich ein wenig wieder alles normalisiert. Wir werden sehen, ob und auf welchem Level.

 

 

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Update: Tierarztbesuch. Jetzt mit Update *gg*

Eine Erkältung hat der Dicke!!!

Kein niesen, kein Nasetropfen, nix haben wir bemerkt, außer einem komischen Geräusch beim fressen, das ich gehört und den Herrn F. habe berichten lassen. Als Frau TÄ den Kehlkopf betastete, hat der Stackel dann auch verräterische Geräusche gemacht.
Und wenn Katz erkältet ist, dann kann er schlecht riechen, und wenn er nix riechen kann, dann schmeckt das Futter nicht und wenn er dann noch Probleme beim schlucken hat….. und daß er so besonders matt und steif ist, erklärt sich so auch.
Der Rest ist „alt“, meint sie, und sonst wirkt er ganz gut in Schuß.
Nun bekommt er heute abend eine Spritze, und wir hoffen, daß er dann wieder besser auffe Füße kommt.Dummerweise hatte sie die Medizin, die sie ihm hätte geben wollen, nicht dabei, und nun muß der Herr F. ran, er traut sich’s zu. Hoffentlich klappt das!

Update am „morning after the Spritze“:

Der eine Tag Verzögerung hatte sich bemerkbar gemacht: nun leckte ein Auge, der Katz lag platt am Boden und die Geräusche beim essen waren stärker (allerdings wäre meine Assoziation weiterhin nicht „Erkältung“ gewesen, gut, daß die TÄ da war!!) Also rein mit dem Medikament! Sowohl der Herr F. als auch der Kater haben sich gut geschlagen, was die Spritze angeht. Ich habe vorne schön abgelenkt und den Dicken auf dem Arm gehabt – er hat nichtmal gezuckt!

Jetzt warten wir auf die erhoffte Besserung. Und jedenfalls hat der Stackel über Nacht schon fast eine volle Portion Futter vertilgt. Gut so!

 

 

Tja

Um das mal zu vervollständigen – es wechselt heftig!

Gestern abend mochte der Dicke nur wenige Häppchen fressen, erstmals auch ging über Nacht nicht der Rest weg, und heute morgen – kein Hunger 😦

Einzeln(!) vorgelegt, hat er „mit langen Zähnen“ sieben(!) Trockenfutterbröckchen genommen.

Tja.

 

Heimliches Blog-Abo??

Ich glaube, unser Stackel liest hier mit!

Keine zwei Stunden nachdem ich über ihn geschrieben hatte, kam er ins Wohnzimmer, hat erstmal den Rest vom Frühstück verputzt (jedenfalls einen guten Teil davon) – und sich dann erst zu mir gesetzt, laut schnurrend, und danach auf des Herrn F. Bauch gelegt.

Und so liegen sie jetzt in diesem Moment da:

Wenn DAS nicht gemütlich und zufrieden aussieht!?

Wahrscheinlich hat der Katz keinen Bock auf Tierarztbesuch…….

Stackelchen

In den letzten zehn Tagen etwa ist es sehr schnell abwärts gegangen mit dem Befinden des Dicken. Er schläft fast nur noch, er zieht sich zurück, kommt höchstens einmal alle paar Tage für Minuten zum Herrn auf den Schoß. Er putzt sich nicht mehr. Er jagt keinen Bröckchen mehr nach, sondern geht nur, wenn überhaupt, SEHR gemächlich zu ihnen hin. Abends frißt er erstmal nur die kleine Medikamenten-Portion seines Futters, immerhin aber zuverlässig den Rest über die Nacht verteilt. Die Morgenportion wird meist bis abends nicht leer. All das war vor 14 Tagen noch anders.

Nach wie vor besteht er darauf, die Treppe zu des Herrn Zimmer hinaufzugehen. Dort liegt er den ganzen Tag über auf seiner Decke. Als die Malerfreundin da war, ist er auch auf das Bett im Gespensterzimmer gehopst (das Zimmer ist ihm sonst versperrt) – das geht noch, sieht aber deutlich mühsamer aus als noch vor wenigen Wochen

Nach wie vor geht er raus, um zu trinken und sich zu entleeren. Aber nur noch dafür. Da er recht lange draußen bleibt, bin ich gestern abend mal mitgegangen:

Erst ging er zur Emailleschüssel, stellte sich mit den Vorderbeinen auf den Rand und trank in mehreren Portionen. Zwischendurch längere Pausen. Dann ging er ein paar Schritte und stand rum. Das kann dauern. Er wirkte eher in sich versunken. Schließlich ein Gang unter den Buchsbaum. Hier saß er eine Weile. Dann ins Gebüsch, pinkeln, scharren, zurück zur Emailleschüssel. Trinken. Danach dann saß er lange am Eck, aber nun spielten die Ohren, reagierte er auch auf Geräusche oder wenn ein Auto an der Straße längsfuhr. Irgendwann dann, es zog doch sehr kalt, einmal ums Eck, dort ist es windmäßig ruhiger, und weiter durch die Gegend gucken, alles im sitzen. Und dann zurück in die Wohnung. Alles in allem etwa zwanzig Minuten.

Insgesamt wirkt unser Dicker sehr verlangsamt, teils auch wackelig. Besonders nach den langen Schlafphasen habe ich das Gefühl, daß es lange dauert, bis er ganz in der Welt angekommen ist. Und ich glaube, daß das hinlegen ihm wehtut, weil er’s gaaaaanz langsam und in Etappen tut. Trotz Schmerzmittel. Liegt er erst, wirkt das allerdings immerhin entspannt. Er kauert nicht, sondern rollt sich ein oder liegt platt auf der Seite

Wenn ich sicher sein könnte, daß das alles das ganz normale „jetzt gehts verstärkt dem Ende zu“ ist, wäre alles okay, wenn auch traurig. Bloß fällt es mir so verdammt schwer, dessen sicher zu sein. Es kann ebensogut sein, daß er starke Schmerzen hat, die über ein „ich bin uralt, da tun halt sämtliche Knochen weh“ hinausgehen und es nach Katzenart halt nur wenig zeigt.

Dummerweise habe ich in der nächsten Woche nur an den Feiertagen frei, aber ich werde morgen vormittag mal die Tierärztin anrufen und bitten, sich ihn mal anzusehen. Hier, zuhause. Muß dann halt der Herr F. mit ihr reden, wenn es mir auch lieber wäre, ich wäre dabei.

Wie auch immer, es kommt mir so vor, als rücke der Abschied von unserem Stackel merklich näher.

Auf der Leitung

Setze mich aufs Sofa.
Strecke gemütlich die Beine aus, nehme einen Schluck Kaffee und klappe mein Buch auf.
Fühle mich beobachtet. Sehe hoch.
Der Dicke sitzt auf der Sofaecke und starrt mich an.
Lade ihn ein, auf meinen Schoß zu kommen.
Der Dicke sitzt auf der Sofaecke und starrt mich an.
Klopfe auf meinen Schenkel.
Flöte “ Na, Dicker, komm her!“
Der Dicke sitzt auf der Sofaecke und starrt mich an.
Sage „Was ist denn? Komm schon!“
Der Dicke sitzt auf der Sofaecke und starrt mich an.
Sage “ na, dann eben nicht“
Der Dicke sitzt auf der Sofaecke und starrt mich an.
Lese drei Sätze. Kann mich nicht konzentrieren. Schaue hoch.
Der Dicke sitzt auf der Sofaecke und starrt mich an.

Der Dicke sitzt auf der Decke auf der Sofaecke und starrt mich an.

Ach so…….

Ich klappe den freien Teil der Decke über meine Beine und den Schoß.
Der Dicke steht auf, steigt auf meinen Schoß, setzt sich und beginnt laut zu schnurren.

 

Katz, gestern

Des Abends plötzlich ein Anfall von „ich bin ein kleines, verspieltes Kätzchen“

Der Kater jagt dem Leuchtpunkt hinterher wie lang nicht mehr (normalerweise spielt er inzwischen, wenn überhaupt, eher ortsfest *g* – will heißen, mit zwei Pfoten im sitzen oder liegen) und dann flitzt er auch noch leichtfüßig die Treppe hoch statt wie sonst eher gemächlich bis mühsam, je nach Tagesform, hinaufzugehen.

Danach liegt er schnurrend auf meinem Bauch. Das macht er meist, und ich finde es sehr schön, gerade weil es meist unser einziger naher Moment am Tag ist (er sitzt lieber beim Herrn F. und ganz allgemein findet er „Schoß“ und „Bauch“ inzwischen schneller unbequem und sucht seltener unsere Nähe als früher.)

Rituaaaaaal geändert

Ein Jahr später hat sich das Morgenritual des Dicken grundlegend geändert.

Der Anfang ist ähnlich: WENN er mich hört, kommt der Dicke mich im Flur abholen und geht mit ins Bad, um sich nach seinen ersten Morgen-Streicheleinheiten, die er lautstark einfordert, zu putzen. WENN. Oft liegt er noch auf dem Sofa, auf dem er derzeit oft den zweiten Teil der Nacht verbringt (nachdem er raus musste. Dann kommt er ja durch die Einbahnstraßenklappe oben nicht mehr rein). Er merkt dann erst, daß ich aufgestanden bin, wenn ich zur Küchentüre hineinkomme.

Dann gibt es Essen.

Das olle, Müllberge verursachende und Zucker enthaltende Sh*** konnten wir zum Glück inzwischen wieder auf „Null“ zurückfahren, der Dicke bekommt blasensteinauflösendes Diätfutter. Zum Glück mag er das zumindest in Trockenfutterform inzwischen gern, sogar, wenn wir es ordentlich mit Wasser versehen reichen. So weit, so gut. Aber dann –

dann besteht unser Kater sehr rigoros darauf, seinen Vormittag oben in des Herrn F. Zimmer zu verbringen. Dazu müssen aber zwei Türen geöffnet sein, die wir oft vergessen, morgens offen stehen zu lassen. Wenn ich nicht schnell spure (schließlich frühstücke ich grad) tigert der Katz rastlos durch die Zimmer und setzt sich manchmal sogar an die Katzenklappe, nur um laut mit ihr zu klappern.

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Wie man sieht, kann Katz‘ auch wortlos sehr deutlich klarmachen, was Mensch zu tun hat. Man beachte, daß stets ein Ohr nach hinten gedreht ist. „Sie wird doch wohl mitkommen…!?“ *gg*

Liegt er erst oben, ward der Dicke meist stundenlang nicht mehr gesehen. Er schläft tief. Soll er, heißt das doch, er muß nicht pinkeln oder ist sonstwie „getrieben“. Wenn er allerdings mitkriegt, daß der Ofen angeschürt wurde, dann kommt er manchmal runter und legt sich ins Fell

Die Decke in der Ecke, über lange Monate DER Platz des Katz, ist seit Monaten total abgemeldet ….

 

Katze mit Steinen …

Wir haben eine Urinprobe abgegeben: Bakterien waren zum Glück nicht mehr zu finden, wohl aber Blasensteine. Zum Glück die harmlosere, basische Art. Die ist mit speziellem Futter wohl einigermaßen gut in den Griff zu kriegen. Jetzt gibts also spezielles Urin-Diätfutter, das den Säuregehalt des Urins hochsetzt, zusätzlich ins Futter noch so viel Wasser wie der Katz akzeptiert. Nach einigen Wochen wird dann der PH-Wert des Urins kontrolliert und ggfls nochmal eine Probe auf Steine geprüft.

Erstmal habe ich Naß- und Trockenvariante des Diätfutters mitbekommen. Gestern Abend zeigte der 1. Versuch: das Naßfutter mag der Diva schonmal überhaupt nicht 😦 . Da ist er mal eben schlicht in den Hungerstreik getreten. Dabei hatte ich auf die Naß-Variante gehofft, denn „möglichst viel trinken“ gehört auch zu den Wünschen der TÄ zur möglichst schnellen Behebung der Beschwerden. Also die Trocken-Variante, mit möglichst viel Wasser im Freßnapf dabei – das haben wir ja beim anderen Futter sommers auch schon gemacht, das hat der Katz immer ganz gut weggeschlabbert. Das ging gestern abend auch. Mal sehen, wie es weiter läuft *seufz*


Übrigens: falls sich hier jetzt Jemand fragt, wie man wohl bei einer Katze eine Urinprobe abnimmt – ich wusste das auch nicht: es gibt spezielle Katzenstreu, die das Gepinkel nicht aufnimmt, so daß mans dann zusammenlaufen lassen und auf eine Spritze ziehen kann. Allerdings mochte diese Streu, ganz gegen die Vorhersage der TÄ, unser Katz NICHT. Er hat, vermenschlicht gesagt, ziemlich geflucht – zum Glück aber hat er dann in merklich großer Not (der Weg nach draußen abgesperrt, das Klo mit normaler Streu weg; der Dicke tigernd, immer wieder in der „falschen“ Streu scharrend und weggehend, doch wieder in den Klo-Raum, wieder raus, maunzend, wieder rein…..) doch das Klo gewählt und nicht (wie ich schon zu befürchten begann) aus lauter Protest den Teppich oder den Boden oder….. der Liebe!!! 🙂

Kaum zu glauben, aber….

…. die TÄ hat mal wieder recht behalten:

Rückruf vorhin, Alles geschildert. Absprache: Antibiotikum absetzen, das nützt so nix*, den Magen sich beruhigen lassen – und: S**** ausprobieren, das Markenfutter mit dem Petersiliensträußchen.

Ich noch so: neee, der liebt Trockenfutter, das wird bestimmt nix. Sie so: Die meisten Katzen lieben das. Ich so: naja, probieren kann ja nix schaden, ab ins Auto, zum Supermarkt, zurück – und:

1x unter die Nase gehalten, der Kater steht auf und frißt eine halbe Dose leer! Und das ganz ohne Petersiliensträußchen! *g* Der hätte auch noch mehr genommen, suchte rundum – aber ich will nicht, daß er nach der Fasterei und mit dem Durchfall und Co das gleich wieder auskotzt. Kriegt er lieber in zwei Stunden wieder was.

Aber was für eine Erleichterung!!!! Nie, nie, nie hätte ich gedacht, daß das klappt!!!!!


*was das absetzen des Antibiotikums angeht: sie meinte, da er ja schon auf viel längeren Intervallen ist, hofft sie, es langt so damit. Aber so würde es bloß immer schlimmer (was wir ja auch festgestellt hatten, der Durchfall ist heftig geworden) In einigen Tagen ist dann eine Urinprobe angesetzt, um rauszufinden, was genau da ist, und gezielter vorgehen zu können. Mal gucken….

Blütezeit? Jetzt!!

Es ist keine einheimische Pflanze. Aber es blüht JETZT! Und es blüht hübsch!! Und es duftet noch dazu (wobei es derart stark riecht, daß „Duft“ eigentlich schon wieder das falsche Wort ist…. es sei denn, man mag’s wie Oma in den 60ern *g* Stechend-parfümig)

Ja, aber was ist es denn nun???

Es ist ein Wintergeißblatt, Lonicera purpursii.

Wir haben zwei davon, gepflanzt damals, nachdem Christian uns den Garten verwüstet hatte.

Als Teil eines Gebüschs, für das wir uns tierfreundliche Pflanzen ausgesucht hatten. Solche, die Nektar und/ oder Pollen bieten zu Zeiten, in denen es sonst wenig gibt.

„Und wer braucht JETZT Nektar oder Pollen?“ fragt Ihr Euch wahrscheinlich grad.
Niemand. Alle sind in Winterruhe, die was brauchen könnten. Aber das Wintergeißblatt blüht auch im Januar und Februar noch, wenn erste adult überwinternde Insekten an schönen Tagen mal aus ihren Verstecken herausgucken und nach einem stärkenden Schlückchen suchen. Und die Blüten werden später zu Früchten, die viele Vögel mögen.

Also: zwar nicht ganz im Sinne der mir damals noch nicht bekannten Naturgarten-Idee, aber doch im Sinne meiner damaligen persönlichen Garten-Idee: ein möglichst großes Angebot für die Tiere.
Heute wäre mir lieber, ich hätte zwei Faulbäume gepflanzt, oder zwei Mispeln, oder…. aber: ich freue mich an den frühen und hübschen Blüten und denke mir: frau lernt nie aus.

Das hier links büht noch nicht ganz, aber bald schon – die Knospen sind schon dick … und es ist einheimisch, es ist die stinkende Nieswurz. In unserem Garten wohnt sie schon länger als ich. Mal blühen viele mit großen, aber immer unscheinbar-grün-nickenden Blüten, mal nur eine. Mal gibt es Sämlinge noch und nöcher …. Bisher aber gab es immer mindestens ein kleines Nieswürzchen irgendwo, das wacker sagte: „doch, es gibt uns noch, und nächstes Jahr blühe ich dann auch und sorge dafür, daß wir bleiben!“ Wer mit dafür sorgt, sind Ameisen. Sie finden nämlich an den Samen nahrhafte Ölkörperchen. Die Ameisen nehmen die Samen deshalb mit in den Bau, wo sie in Ruhe das nahrhafte vom nutzlosen trennen können. Der nutzlose Müll, das sind die Samen, wird wieder nach draußen gebracht und dort entsorgt. Eine Win-win-Situation für Ameise und Saat: die eine wird satt, die andere kommt an neue Standorte.

And now something completely different:

Erstmals konnte unser Kater gestern fünf Stunden am Stück schlafen, bevor er wieder pinkeln musste. Meist liegt er 2-3 Stunden, immerhin. Trotzdem ists großer Mist, denn er frißt nur wenig: gestern etwa 3/4 des Morgenmahls über den ganzen Tag verteilt. Die Tabletten mussten wir ihm mit der Hand ins Mäulchen stopfen, Schmerzmittel ist ganz ausgefallen. Heute morgen hatte er dann den Rest vertilgt, insgesamt also immerhin die Hälfte dessen, was er eigentlich bräuchte. Zusätzlich ein Würstchen Hefe-Vitaminpaste. Und will morgens wieder absolut nichts fressen.

Wir gehen davon aus, daß ihm von den Antibiotika schlecht ist, denn er hat auch Durchfall, und die letzten beiden Male hatte er auch mit Appetitmangel und Durchfall zu tun, nur nicht so arg. Werde bald mit der TÄ telefonieren, ich mache mir große Sorgen. Die Sprechstundenhilfe dort meinte auch: nicht gut. Sie gibt der TÄ bescheid, die grad auf Hausbesuchen unterwegs ist und zurückrufen wird.

Prozedur, die zweite

Geschrieben eine Stunde später als Teil eins, gestern also:

  1. Ich gehe zum Computer und versuche erneut, an meine Dokumente heranzukommen. Ich rufe die D****-Seite auf. Übrigens heißt sie irreführenderweise „Arbeitnehmer online“. Ich bin eine ArbeitnehmerIN – vielleicht lassen sie mich ja deshalb nur unter größten Sicherheitsvorkehrungen da rein!? ;-|
  2. „Sie wurden erfolgreich vom gesicherten Bereich des D****-Portals abgemeldet. Schließen Sie bitte nun aus Sicherheitsgründen den Browser und starten ihn neu, bevor Sie andere Angebote im Internet aufrufen“ Die ticken doch nicht sauber!
  3. Ich drücke „refresh“. TADAAAA, jauchzet und jubilieret: mir wird ein Versuch zugestanden, mich anzumelden! Ich melde mich an.
  4. Ich fordere eine TAN an
  5. Die TAN kommt (glücklicherweise gleich, ich hatte es auch schon, daß die SMS länger brauchte, und ich deshalb dann nicht weiterkam – Nase gedreht – zu spähäääät…..)
  6. Ich tippe sie ein, das Handy liegt ja noch oben neben dem Computer, slso muß ich nicht extra nach unten laufen….
  7. „Sie haben sich beim letzten Mal leider nicht abgemeldet. Nur durch einen Klick auf den Logout-Button wird Ihre aktuelle Sitzung sicher beendet und zuverlässig verhindert, dass Unbefugte in Ihre Privatsphäre eindringen können.“
  8. Innerlich bin ich schon beim HB-Männchen, schließlich konnte ich mich nicht abmelden, und eigentlich wollte ichs ja auch (noch) gar nicht. Bangend, daß man mich, wenn ich mich zu lange aufrege, wieder rausschmeißt, drücke ich aber schnell auf den „Jetzt mit der Anmeldung fortfahren“- Link und
  9. BIN DRIN!!!! Jetzt beginnt der Teil der Prozedur, für den weder Arbeitgeber noch D**** was können, sondern nur mein Ehegatte *gg*: mein schicker, schneller, neuer Computer läuft mit Linux, weil der Herr F. das gern mal ausprobieren wollte. Einer der drei Nachteile ist, daß unser Drucker keinen Treiber für Linux hat. Gibbet nich….Wenn ich also irgendetwas drucken will, beginnt ein langer Weg:
  10. Ich speichere das Dokument. Das macht „der Bildschirm“ (wie mein Vater hartnäckig alle Computer nennt) allerdings nicht gleich dorthin, wo ich das haben will, sondern immer nur auf den Desktop. Ist nicht zu ändern, sagt der Herr F. Liegt an dem Online- PDF- Anzeiger. Nicht schlimm, aber lästig.
  11. Nun verschiebe ich das Dokument in einen Ordner, den Computer und Smartphone gemeinsam haben.
  12. Ich laufe die Treppe runter, denn unten liegt das Musikabspiel-Smartphone mit WLAN-Option, und ich muß das WLAN anschalten, damit die Ordner abgeglichen werden
  13. Ich lese ein Weilchen, denn bis das passiert, dauert es eine Weile
  14. Ich laufe die Treppe wieder hoch, denn ich habe vergessen, den Drucker anzuschalten. (Dieses eine Mal jetzt übrigens nicht, weil ich die Prozedur ab Punkt 10 vor dem Tun beschreibe. Sonst jedes verdammte Mal)
  15. Ich laufe die Treppe runter, rufe im Smartphone die App mit dem gemeinsamen Ordner auf, woran ich ab und an scheitere, weil, wenn, was ab und an passiert, nicht sofort auf der Anfangseite dieser App dieser gemeinsame Ordner steht, es mir unmöglich ist, ihn in der App zu finden
  16. Ich rufe das Dokument auf
  17. Ich drücke „drucken“
  18. Ich laufe die Treppe hoch und nehme das gedruckte Dokument in Empfang, um es abheften zu können.

SCHON fertig!!!!!! *ggggg*

Ab und an fluche ich übrigens bei Punkt 15, weil: das zu druckende Dokument muß ein Pdf sein. JPGs, ODTs und andere kann nämlich die App nicht drucken. Dann muß ich nochmal die Treppe rauf, denn daran denke ich ebenfalls niemals vorher, und muß am Computer das Dokument in ein PDF umwandeln, was ich inzwischen meist hinkriege.

Liebe Leute, sagt selbst: bin ich nicht ein Lämmchen?

JEDER ANDERE MENSCH WÄRE SCHON AMOK GELAUFEN, nur ich, sanft und geduldig wie ich bin ……. bin auch deshalb noch einmal froh, bald eine andere Arbeit zu haben, in der Dienstpläne noch per Hand geschrieben statt per (anderem) Computerprogramm online eingestellt zu werden- ich vermute, daß ich dort auch wieder einen einfachen, unkomplizierten Zettel mit meiner Gehaltsabrechnung in die Hand gedrückt bekommen werde – und werde diesen Zettel mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit entgegennehmen!!

wirkt recht behaglich, gell?

P.S. KATER- UPDATE nachdem der Kater endlich einmal über drei Stunden am Stück hatte schlafen können, kam er mit Hunger in diese Welt zurück und hat eine kleine Futterportion samt Tabletten zügig aufgegessen. Eine Hoffnung keimte, daß es jetzt doch noch besser werden möge, obwohl er danach direkt gen Garten ging und immer wieder sich hinhockte, auch mehrfach wieder rausging, immer mehrmals weniges aus der Blase drückend…. Den Rest des Tages lag er relativ gemütlich da, auch (was in den letzten beiden Tagen nicht ging) zeitweise auf dem einen oder anderen Schoß. Und die Klozeiten waren länger als zuvor, aber weit entfernt von „normal“

Heute morgen: Durchfall, der Katz weigert sich, die Tabletten zu fressen, frißt nur ihm „jagdmäßig“ hingerollte Bröckchen. Bekommt die Medizin also ins Mäulchen „gestopft“, danach frißt er – etwa eine halbe Portion dessen, was er sonst kriegt. Daß er von den Antibiotika Durchfall und Appetitlosigkeit bekommt, kennen wir ja schon. Aber die schmecken eigentlich – bisher hat er sie immer mitgegessen…. ich bin gespannt, wie sich die „Klosituation“ entwickelt hat – nach dem Essen war er mehrfach draußen und am Klo, aber jetzt liegt er oben in des Herrn Zimmer.

Btw.: mir ist klar, daß das Niemanden da draußen in dieser Ausführlichkeit interessieren kann – mich erleichtert aber das aufschreiben, und da dies ja nunmal MEIN Blog ist und durchaus auch so ein wenig ein Tagebuch für mich, müsst Ihr da jetzt durch 😉 Einfach drüber weglesen ist absolut erlaubt, aber Eure netten Worte sind auch sehr erwünscht.

 

 

 

Et ärme Dier

Ja, bitte, Du fieser Keim!!

… hat seit gestern schon wieder „Blase“ 😦 Zum dritten Mal seit September!

Weil jetzt die Feiertage kommen, hat die TÄ nochmal Antibiotika mitgegeben, aber da werden wir wohl doch mal ranmüssen, das anders zu beheben. WIE????? Keine Ahnung, aber grundsätzlicher.
Erster Schritt wird sein, etwa eine Woche nach Ende der Antibiotikagabe eine Urinprobe abzugeben, etwas, das ich mir erspart hatte mit der Hoffnung „ist ja jetzt vorbei“.

Aber zuallererst einmal hoffe und bitte ich, daß die Antibiotika dieses eine Mal noch anschlagen und die blöden Keime noch nicht resistent sind!

Erster Hoffnungsschimmer: der arme Katz hat jetzt eine ganze Stunde geschlafen statt wie zuvor bloß immer eine halbe….

Ole Katz

Die Ofenbank ist wirklich SEHR warm, und nach einiger Zeit springt der Dicke immer runter und legt sich flach auf den kalten Boden …. ich mache mir stets ein wenig Sorgen, wenn er dort länger liegt, daß das alte Herz das vielleicht nicht mitmacht – andererseits: einen schöneren Tod kann man sich doch eigentlich garnicht vorstellen, als dort einzuschlafen….

Es geht nun schneller, daß der Dicke „weniger wird“, finde ich.

Hier sieht mans: zauselig, hinten etwas eingefallen …

Die Augen sind trüb, trotz Schmerzmitteln sind die Bewegungen oft steif, der Appetit ist nicht der beste, oft merkt man, wie mühsam das hinlegen ist. Und manchmal steht er in Wohnung oder Garten ein, zwei Minuten rum „wie bestellt und nicht abgeholt“. Dann wird mir ganz weh ums Herz, mein Eindruck: er weiß in dieser Zeit gar nicht, was er gerade eben noch wollte (im besten Fall. Im schlechteren: wo er grad ist)

und nein, er hat nicht zugenommen – bei alten Leuten verteilt sich das vorhandene bloß manchmal ein winziges Bißchen ungünstig *gg*

Aber solange er noch so wohlig liegen kann, auch manchmal auf dem Schoß, und schnurrt, manchmal auch spielt; solange er uns, wenn er denn mitkriegt, daß wir kommen, noch von der Tür abholen kommt; solange er noch aufs Sofa hüpft und sich dort gemütlich einkringelt (wenns auch länger dauert); solange er noch rausgeht, nicht nur um schnell zu pinkeln sondern auch um sein Revier zu inspizieren (das Klo drin steht wieder leer da, seit der Infekt weg ist – möge er endgültig weg bleiben, bitte); solange er sogar noch Nachbars Luzie im Sprint vertreibt – solange ist er einfach nur ein alter Herr mit allen blöden Zipperlein, die dazu gehören.

 

Armer Kerl

Geradezu rasend schnell hat sich des Dicken Leiden verschlimmert. Abends nach der „Pipi“- Notiz und bis vorgestern mittag noch sah es so aus, als gäbe sich das Ganze von allein, und dann – keine Ruhe mehr, Klo- und Rausgänge im Viertelstundentakt, und das für uns Menschen schlimme daran: der Dicke suchte wieder offenbar nach Orten, an denen es weniger unangenehm wäre, zu pinkeln. Und er suchte erfolgreich aus:

einen Kleiderhaufen

einen Trolley

*seufz*

Also zur nächstmöglichen Gelegenheit, gestern morgen, ab zur Tierärztin. Zwei Arbeitshypothesen (die aber auch zusammenhängen):

  1. alte Katze -> Griesel in der Blase -> in den Furchen dieser Griesel können sich Krankheitserreger wunderbar halten, und schon kann schnell so eine Infektion wieder aufflammen
  2. Evtl PH-Wert im Urin zu hoch, dann durch (alte Katze…) nicht mehr so tolles Immunsystem die sich im sauren Milieu pudelwohlfühlenden Krankheitskeime schwerer kleinzuhalten -> Infektion

Also gibts wieder Antibiotikum, und ich werde versuchen, Urin zum testen aufzufangen. Dafür gibt es – böseböse, aber in diesem Fall leider nötig – winzigkleinkörnige PLASTIK-Streu, die alles durchleitet und nichts aufsaugt und eine nadellose Spritze zum aufziehen des durchgelaufenen Urins. Die Menge dieser Streu ist immerhin WINZIG (ungefähr ein Handteller voll) Mir ist schleierhaft, wie der Dicke das in einem Katzenklo als Streu identifizieren können soll, aber die TÄ hat Erfahrungswerte, die sagen: doch, das klappt. Mal abwarten. Zuerst aber soll es ihm wieder besser gehen. Wenn das so schnell anschlägt wie letztlich, sollte das schon heute der Fall sein.

Wollen wir’s hoffen!

Update 8.11.: scheint schon besser zu gehen, aber so ganz leicht machts uns der Dicke nicht, das zu beurteilen: er geht manchmal stundenlang nicht raus, manchmal dann aber auch 2x kurz nacheinander. Das Klo beschnüffelt er nur und geht dann raus, ich kann also auch nicht sehen, ob die Pinkelmengen mehr werden geschweige denn was auffangen – und in die Zimmer mit den potentiellen „ich such mir ein Ersatzklo“-Stellen mögen wir ihn noch nicht wieder lassen. Anstalten, sich in den anderen Zimmern Stellen zu suchen macht er aber nicht.