Neulich, auffe Arbeit (-56-)

Alter Mann anne Kasse. Grummelt vor sich hin. Erst um vier Uhr könne er wieder zum Urologen kommen, so lange warten! Er habe einen Termin…..

Ohje, sage ich, denn es ist noch vor zehn – so lange, und das trotz Termin!?

Der Termin ist um vier, sagt er. Ich hab gefragt, ob sie mich nicht vorziehen würden, aber die haben gesagt, machen sie nicht!

Naja, wende ich ein, wenn der Termin aber doch um vier….

aber beim Augenarzt letztens bin ich auch schon um neun gewesen, und der Termin erst um elf, da bin ich anstandslos drangekommen!

Keinerlei Rücksicht nehmen die auf Senioren!, grummelt er im rauslaufen weiter – und ich schwanke zwischen lachen und Verzweiflung…..

Plöd!

Gestern und heute im Laden richtig viel geschuftet, okay. Heute dann auch noch „aus Gründen“ das Kerzen-Lager sortiert- und danach hatte ich plötzlich Nacken – es knackt beim bewegen, und bei manchen Bewegungen schmerzts auch richtig doof.

Jammer!

 

 

Neulich, auffe Arbeit (-55-)

So richtig „neulich“ ist das nicht, was ich jetzt gleich erzähle – es stammt vielmehr aus der Anfangszeit bei meiner jetzigen Arbeit. Realkiku hat die Erinnerung davon durch einen Kommentar bei einem anderen Beitrag hervorgeholt!

Aber genug der Vorreden:

Ich so hinter der Kasse, kommt eine ältere Dame auf mich zu und fragt:
„Haben Sie Wünsche?“
Ich, etwas überrumpelt und irritiert
„Ja, natürlich! Wieso?“
Sie, seltsamerweise jetzt auch etwas irritiert wirkend:
„Ja, wo denn?“
An diesem Punkt  schwant mir, daß hier gerade eine Kommunikation aus dem Ruder läuft. *g* Ich hake nach:
„Ähm – habe ich Sie richtig verstanden? Sie fragten nach Wünschen?“
Die Dame:
„Ja, genau!“
„Ja, was genau meinen Sie denn damit?“
Und tatsächlich stellt sich heraus: Wünsche – so nennt man hier oben im Norden das, was ich unter Glanzbilder kenne – die altmodischen Papierbildchen, oft mit Glitter, die wir früher so gern gesammelt und/ oder in Poesiealben geklebt haben….

Inzwischen hab ich noch ein weiteres, aber nicht ganz so lustiges Wort dafür gelernt: Oblaten. Oblaten war für mich bisher das, was der Pastor einem in der Kirche in den Mund steckt (den Wein trinkt er aber alleine….)

Neulich, auffe Arbeit (-54-)

Gestern. Gearbeitet: Chefin und ich. Wir so rumspekuliert: also, das mit den Geldbörsen auf der A-Fläche (beste Verkaufsfläche, wo die Kunden direkt drauf zu laufen) sieht nicht gut aus, wir könnten das ja mit den Geschenkbändern tauschen, dann haben die auch mehr Platz. Aber nicht morgen, samstags machen wir so ’ne action nicht, ist ja so ein kurzer Tag

Heute. Gearbeitet: Chefin und ich. Ich so: „Weißt Du, die Sportecke ist zu groß jetzt, da kommt zur Mai-Kampagne wieder was, aber das ist ja noch ein ganzer Monat.“ Sie so: „Hab ich auch schon gedacht, aber ich hatte noch keine zündende Idee.“ Wir so: rumspekuliert.

Und dann war gaaaanz plötzlich die Sportecke auf die A-Fläche verkleinert, dafür die Geldbörsen auf einem kleinen Teil des Ex-Sportbereichs, und weil das ja zu wenig gewesen wäre, haben wir da dann noch die Schmuckständer hingetan, die waren vorher eh doof da beim wohnen, aber dann musste natürlich das wohnen endlich auch zusammen, also von ganz hinten die „Zweit-Wohnecke“ ganz nach vorn gebaut, wo vorher die Schmuckständer waren, und jetzt war ja da hinten Platz, und da sollte laut Plan eh mal die Geschenkbänderecke hin, also die dahingebaut, und das war gut, weil meine „Kunst“unterabteilung von „Hobby“ seit der letzten Ware so zusammengepreßt wirkte, und jetzt konnte ich die also ausweiten, weil die direkt an die Ex-Geschenkbänder anschließt. Alles klar??? 😉

Und irgendwann kam Frau Chefin und meinte nur „Hatten wir nicht gestern gsagt, Geschenkbänder und Geldbörsen tauschen wäre uns zu viel action auf einen Samstag?“

*ggggggggggggggggggggggg*

Neulich, auffe Arbeit (-53-)

Wie lange habe ich mir das gewünscht: Auffe Arbeit kosten Plastiktüten jetzt Geld! Kurzfristig wurde das angekündigt, und ich war gespannt, wie die Auswirkungen sein würden – Ihr erinnert Euch an Diskussionen mit tütenwütigen KundInnen, die für drei Gegenstände drei Tüten wollen? An die Ordentlichen, die eine kleine Tüte wollten, damit in der großen Tasche nichts umherpurzelt? Und an die Geizigen, die, gefragt, ob sie eine Tüte brauchen, antworten: „Wenn sie nichts kostet“?

Vorbei. Alles vorbei.

Denn auch die Tütenwütigen und die Ordentlichen sind, wenns drauf ankommt, auf ihre Cents bedacht – und wenn so eine Tüte 10, 20 oder 30 Cents kostet (je nach Größe), dann nehmen sie in Kauf, daß die Tasche unordentlich ist oder daß der neugekaufte Kuli ohne Tüte in der Jackentasche steckt ….

Bisher hat es nur wenige Genervte gegeben; da fruchtet immernoch die schöe „Planet Plastik“-Doku. Denn wenn die Tüte Geld kostet, dann besinnen sich die Leut‘ plötzlich, wie umweltfreundlich sie doch sind:

„Geben Sie mir dann bitte eine Tüte dazu!?“
„Gern, die kostet aber jetzt 10 Cent“
„Naja, ich kann das auch so nehmen, ist ja sowieso viel umweltfreundlicher“

( Nur gaaaaaanz leicht süffisantes) Lächeln meinerseits:  „Ja, da haben sie Recht, deshalb hat die Firma das auch eingeführt“ Denn so sollen wir’s den Kunden gegenüber vermitteln: damit, daß EU-weit Plastiktüten eingespart werden sollen, aus Umweltgründen….. na, wenns denn dem Zweck dienlich ist, dann erzähle ich natürlich allen KundInnen gern, wie vorbildlich umweltfreundlich sie sich nun verhalten …. und wenns sein muß, sogar meinen Arbeitgebern….

 

Neulich, auffe Arbeit (-52-)

Ich steh‘ an der Kasse. Tote Hose – Januar eben. Gähnende Langeweile. Kommt eine Frau mit Kinderwagen rein. Kommt stracks zu mir.

Ein Anliegen habe sie, wenn man das so nennen könne.

Ja!?

Da draußen, da laufen so zwei Jungs. Die laufen jetzt schon fünf oder sechs Mal hier auf und ab in der letzten Stunde, mal allein, dann trennen sie sich wieder, dann telefonieren sie…. da, da ist der Eine, der mit dem Rucksack

???

Ja, sie habe das gesehen, weil Ihr Mann arbeitet ja nebenan

?????

„Und was genau ist nun Ihr Anliegen?“

Naja, sie habe nur gemeint, wer weiß, ob die nicht was aushecken, und ob man da nicht die Polizei, oder ob ich meine, nicht….

Naja, auf- und ablaufen ist ja nun nicht verboten, solange sie da nichts gesehen hat, daß die lange Finger machen oder so…. also, ich wäre nicht der Ansicht, daß man die Polizei rufen solle, weil Jemand mehrmals die Fußgängerzone auf- und abläuft…. aber wenn sie das tun wolle, dann könne sie ja….

Neinnein, sie doch nicht!

Nun – hier sei ja nichts los- ich könne ja mal ein Auge drauf halten, wenn sie das beruhige…

Ja, gut, schönen Abend noch

??????????????????????????????????????

Falschrummer Wind

Seit vorgestern bläst es eisig aus Osten.
Aus Osten bläst es nur selten, die Wolken fliegen „gefühlt falschrum“. Ofen und Heizungen tun ihr bestes, aber vernünftige Temperaturen gibt es nur immer für wenige Stunden, wenn der Ofen richtig loslegt. Die Wärme halten bis morgens? Bei -6° plus Sturm in einem Haus, das von 1920 ist und in dem es durch alle Ritzen zieht? Nein, das schafft auch der beste Ofen nicht, und so sind erstmals in diesem Jahr (nein, in diesem WINTER) morgens die Heizungen warm.
Auffe Arbeit aber ist die Heizung kaputt – ich hoffe, wir kriegen heute noch Jemanden ran zur Reparatur. Gestern hatten wir die Wärme der Lampen und einen kleinen Heizstrahler, aber da gings, weil alle Türen zu waren. Im Verkauf, mit offener Türe – das ist ein Spaß…. ich komme mir doof vor, habe aber meine warme, schöne Fellweste jetzt zur Berufskleidung erklärt. Darunter einen dicken Pullunder, drunter Sweatjacke, Rolli, Unterhemd. Lederhose ist im Winter eh Standard, jetzt auch noch Pulswärmer. Und, sowieso und immer: Schlauchschal oder Buff-Tuch.
Wahrscheinlich werde ich heute aber eh nur die letzten paar Stunden an der offenen Tür verbringen. Schließlich ist noch das Lager zu zählen, und in dieser Zeit wird unsere Aushilfe wohl die Kasse hüten.
Wie auch immer: die Erkältung wittert schon ihre Chance, und ich schätze, sie wird sie bekommen.
Bald ist aber auch der Erkältungshonig (von dem ich noch berichten werde) fertig, dann wollen wir mal sehn, wer stärker ist!

 

Hilfsbereit

Kam ich, samstags nachmittags, vonne Arbeit, stieg in mein Auto, drehte den Zündschlüssel – und was geschah?
NICHTS.
Drehte nochmal. Immer noch
NICHTS
Ohje. Und da sah‘ ichs auch schon: der Licht-Hebel stand auf Fahrtlicht, ich hatte morgens vergessen, das Licht auszuschalten! 😦
Neeee ne? Gibt es dafür nicht so einen Warnton?
Doch.
Und?
Ja, jetzt fiel es mir ein: beim aussteigen hatte was gepiept – und meine Gedanken dazu: „Oh, Mann, ich steige AUS, da muß mir dieses blöde Auto nicht erzählen, daß ich mich anschnallen soll“.
Tschä.
Frühmorgens ist nicht meine Zeit.
Und jetzt????

Rumstehend und um mich blickend erfasste ich zunächst, daß ich auch noch total sch**** da stand: vorwärts eingeparkt, vor mir ein Auto, hügelabwärts.
Na, toll. Immerhin habe ich seit ewigen Jahren immer ein Überbrückungskabel im Auto, bisher hatte ichs nur gebraucht, um selbst Hilfe zu leisten.

Noch immer stand ich ziemlich dämlich rum, da sah ich etwas weiß blitzendes. Und hörte ein Röhren – ah! DAS Auto erkenne selbst ich, die ich meinem eigenen auf jeder Seite einen Aufkleber verpaßt habe, damit ichs auch finde zwischen all den identisch aussehenden Wagen auf großen Parkplätzen: ein immer blinkendes, tiefergelegtes Sportteil mit Spoilern und goldenen Felgen. Das steht immer in der Parklücke am Haus schräg gegenüber und paßt normalerweise, besonders wenn auf der Straße hinter mir, prima in mein Feindbild. Aber ich habe ja keine Vorurteile (wenn ich grad Hilfe brauche jedenfalls) und tatsächlich: das Teil parkte ein! Ich nix wie hin, und heraus stieg ein junger Mann in weißen Arbeitsklamotten, der, als ich um Hilfe bat, noch fix abfragte „Automatik? Überbrückungskabel da?“ und dann anbot, seinen Kumpel oben zu holen, damit sie mein Auto aus der Lücke holen können.

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Schnittige Gefährte – zu allen Zeiten ein Statussymbol!

Dann gings zackzack: Auto rausgeschoben (zum Glück kann ich, die ich komfortabel am Steuer geparkt wurde, gut rückwärts fahren und blamierte mich nicht, gings doch rückwärts um zwei Ecken, bis wir so standen, daß Jungmann eins nah genug heranröhren konnte), Motorhauben auf, Kabel dran, gestartet, und schon fuhr ich glücklich gen Heimat, nachdem ich mich etwa fünfundsiebzig Mal bei der Sorte Jungmann bedankt hatte, die ich sonst eher schräg von der Seite anschaue 😉 aber ich weiß ja aus Tankezeiten, daß ein röhrender Auspuff, Spoiler, blinkende LED und wummernde Bässe in tiefergelegten Angeberautos Sportwagen oft Jungmänner beherbergen, die, sobald sie aus dem Gefährt steigen, durchaus freundlich und sogar witzig sein können.

Dankeschön, Ihr zwei!!!


Aussortiert: eine Tischdecke. Lila, rund. Dabei hätte ich gern eine Tischdecke, rund – aber in weiß (altmodisch) oder auch einem warmen rot… hat vielleicht Jd. sowas liegen? Lila paßt hier einfach nirgends, wo ein Tisch ist. In der Sozialladen-Tüte. Noch kann man sich melden….

Neulich, auffe Arbeit (-51-)

Steh ich so an der Kasse rum, morgens gleich, kommt Chef rein.
Chef, das muß ich dazu sagen, sehen wir nur noch äußerst selten, bei inzwischen mehr als 20 Läden in Deutschland (als ich dort anfing waren es – mit uns – gerade mal vier) kein Wunder.
Jetzt aber ist er also da, kommt zu mir zur Kasse, strahlt mich an – und zieht einen Blumenstrauß hinterm Rücken vor! Zur Hochzeit, mit Glückwünschen, auch wenns schon viel zu spät sei – er hats nicht früher geschafft, sagt er.

Die Überraschung ist geglückt! Ich habe mich arg drüber gefreut!!!

🙂