Neu im Fjonk’schen Garten: eine Blutzikade. Und: Zustände, die zweite.

Was hier so niedlich ausschaut, ist eine Zikade. Und zwar die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata) In diesem Jahr habe ich sie schon mehrfach gesehen, und zwar immer im neuen Beet hinter dem Teich. Zuvor sah ich sie nie – was mich freut, denn es zeigt, daß unsere Veränderungen neue Lebensräume schaffen:

Die Zikade bevorzugt mäßig trockene bis mäßig nasse Standorte in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Sie besiedelt vor allem Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen, Weg- und Grabenränder, Hochstaudenfluren und lichte Wälder. Dort findet man die erwachsenen Tiere in tieferen Lagen von Anfang Mai bis Mitte Juli, in höheren Lagen von Juni bis Ende August. Die Tiere leben vorwiegend auf hochwüchsigen Kräutern und Gräsern

(Wikipedia)

Farblich habe ich das „neue“ hervorgehoben: dort hinten ist es für unser Grundstück recht sonnig, aber doch feucht, und das Beet hat sich in den zwei Jahren deutlich in Richtung Hochstaudenflur entwickelt. Die Zikade sahen wir auf dem großen Farn, auf Brennesseln, auf der gemeinen Nachtviole. (Brennesseln dürfen in dem Beet allerdings NICHT wachsen, die stehn weiter hinten als meterdicke Abgrenzung zum gespritzten und gedüngten Acker).

Ich hoffe, die kleinen Tierchen auch noch irgendwann zu HÖREN, denn

Die Männchen der Blutzikaden sind, wie alle Zikadenmännchen und manchmal auch die Weibchen, in der Lage, rhythmische Gesänge zu produzieren. Diese werden durch spezielle Trommelorgane (Tymbalorgane), die sich an den Seiten des 1. Hinterleibssegmentes befinden erzeugt. Durch Zug eines kräftigen Singmuskels werden die Membrane der Trommelorgane in Schwingungen versetzt. Das Geräusch wird durch Eindellen (Muskelzug) und Zurückspringen (Eigenelastizität) erzeugt.

(Wikipedia)


Zustände, die zweite: da Schulter und Rücken nach ein, zwei Stunden gesagt haben: „ja, war viel, aber wir schaffen das!“ war ich ziemlich happy. Nachmittags liess der Regen nach, und wir fuhren bei 13° (!!) los gen Flohmarkt – aber dann: auf dem Weg kamen wir an des Michelmanns Haus vorbei, und wer stand da draußen am Wegesrand?

Genau! Der Michelmann. Quietschende Bremsen und ein Klönschnack im Garten – wir sehen uns (viel zu) selten …. Für den Flohmarkt war es dann zu spät, aber als wir heim kamen, kam die Sonne raus UND der Wind ließ nach! Juchu!

Und dann hab ichs doch noch geschafft – eigentlich wollte ich dem Herrn F. nur helfen, einen neuen Zaunpfahl zu setzen, wo einer abgemodert war. Er brauchte meine Hilfe aber nicht – also tat ich, was ich nicht hätte tun sollen: ich schnappte mir die große, beidhändige Astschere. Wollte nur mal versuchen, ob…. und schon war der ganze Buchs weg, der seit letztem Jahr schon weg sollte (weil es inzwischen unmöglich geworden war, mit der Schubkarre in den Staudengarten zu fahren) und ich war glücklich.

Heute morgen dann nicht mehr *seufz*: Schulter, Arm, Nacken, Kopfweh …. ein Hoch aufs Novalgin.

Trotzdem: ich bin sehr, sehr froh, daß mein Zustand inzwischen so ist. Selbst wenns schmerzt – es ist nicht mehr so, daß ich von Grund auf jämmerlich bin und nix kann. Es sind „normale“ Schmerzen: frau hat sie halt und geht damit um. Ich bin nicht mehr, wie im Grunde ja monatelang jetzt (und sehr lange vor der letzten, kurzen Genesungsphase) lahmgelegt in meinem ganzen Leben.

Und so haben wir auch heute wieder trotzdem schon vormittags den Kompost umgesetzt (ich dabei brav nur helfend), und ich hab eine Riege Töpfchen mit fertiger Erde befüllt, um immer, wenns paßt und ich was „über“ habe, topfen zu können, für den Wegesrand oder Naturgarten-Treffen oder….. mal gucken, was der Nachmittag bringt – der erste größere Gewitterregen ist grad vorbei, ich geh jetzt wiedrr raus…. 🙂

 

Zustände…

… sind das!

Die ganze Nacht Gewitter, 16° und dunkel um halb elf morgens, also jetzt.

Gutes Wetter also zum putzen, und ja: überall ist das bitter nötig.

Kurzerhand habe ich begonnen und ein(!) Fenster geputzt:
Man sieht, daß man was sieht. Also, durch das Fenster*g*. Und schon habe ich zitternde Knie und Hände. Kann das sein? Das darf nicht sein, aber ich liege schon wieder auf dem Sofa. Und gräme mich.

Dann fällt mir allerdings ein: gar so erbärmlich ists doch nicht:

Denn ich hatte noch fix den nassen Zustand der Wintergartentür genutzt, um die mal zu säubern, also die Türe selbst, nicht die Fenster drin, und Ute nach oben gebracht, damit sie das Schlafzimmer saugt. Nachtkästchen und Co weggerückt, damit Ute mal in Ecken kommt, in die sie sonst nicht kommt. Und da sich dort erschreckende Zustände vorfanden, hab ich den Handfeger geholt und das schlimmste selbst weggemacht, damit Utes Staubfach nicht sofort voll ist.

Das sind so Dinge, die frau gewöhnt ist, eben mal nebenbei zu machen und gleich wieder zu vergessen. Aber alles in allem ist das zusammen dann ein Pensum, da  für meinen derzeitigen Zustand eben doch groẞ ist. Eventuell ZU groß. Das merke ich heute nachmittag.

Zustände sind das!!! 🥴

Die Gratwanderung geht weiter. Es fällt mir extrem schwer, die Einschränkungen zu akzeptieren – sobald es ein winziges Bißchen besser geht, will ich ENDLICH WIEDER WAS TUN und gehe über die so, so, so engen Grenzen hinaus. Bisher sehe ich das, kann es aber nicht ändern. Deshalb schreibe ich jetzt auch dies hier: manchmal hilft verschriftlichen, etwas einsickern zu lassen.

Nuja, jetzt bleib ich also liegen, erstmal, und hoffe, daß es nicht gar so schlecht ausgeht, diesmal.

 

Neverending story!?

Nachdem in den letzten Wochen mein RECHTER Arm immer schlimmer wurde und der neue KG mir definitiv nicht geholfen hat (im Gegenteil) habe ich zweierlei getan:

Erstens habe ich den Rest Novalgin von der schmerzensreichen Zeit mit Arm No1 hervorgekramt und mir besseren Nachtschlaf per Schmerzmittel gegönnt

Zweitens habe ich mit neuem Rezept den KG gewechselt.

Beides hilft. Das Novalgin, damit ich mit den Nerven nicht mehr so zu Fuß bin (dauerhaftes schlecht schlafen ist echt schrecklich, ich werde dann total weinerlich und kann gar nix mehr) Der neue KG, weil er einen anderen Ansatz verfolgt, der mir offenbar besser taugt als das brutale Rumgezerre des ersten.

Allerdings werde ich auch sehr in die Pflicht genommen. Mehrfach täglich verschiedene Übungen, wo ich oft einfach nur k.o. bin und meine Ruhe will. Ich merke auch da deutlich, wie mich die ganze Sache anfasst; so ein Körper sollte verdammtnochmal FUNKTIONIEREN und keine zusätzliche Aufgabe darstellen!

Aber das reicht alles immer noch nicht, sagt der Orthopäde, der sichtlich erschreckt war, wie viel schlechter beweglich der Arm in den 8 Wochen seit dem Erstbesuch geworden war (wie viel mehr er schmerzt, das sieht der ja nicht) Also hat er mir mal wieder Cortison verordnet. Und in die Röhre soll ich auch – „schon“ im Juli bekam ich einen Termin….

In Absprache habe ich letzten Samstag (und nicht schon mittwochs) mit der Einnahme des Cortison begonnen, weil ich, falls ich außer Gefecht bin, das nicht von einem Tag auf den anderen, sondern (wegen der Arbeit) mit etwas Vorlauf sein wollte. Es klappt ganz gut, außer Gefecht bin ich bislang nicht. K.o. schon. Aber anders k.o., es fehlt immerhin zeitweise das Gefühl der totalen Erschöpfung, des nur noch funktionierens – herrlich, erstmals wieder zu denken „das MÖCHTE ich machen“ statt immer nur „das MUSS ich auch noch machen“

Ich hoffe sehr, daß das jetzt endlich der Auftakt zur Genesung ist. Und daß der KG herausfindet, was los ist, daß nicht nach der 2. Schulter – wasweißich – das Knie oder die Hüfte oder das Handgelenk neue Baustelle werden…. mal sehen, was der Stand in zwei, drei Wochen ist, wenn im besten Fall Kortison plus Überei merkliche Wirkung zeigen.

Den Rest geben….

…tut der Herr – der Schneebeere.

Das wird auch gleich eine Art Durchstich, wo der Teich in die Au überlaufen kann, sollte er mal wieder zu doll über die Ufer treten

Der letzte große Strauch ist draußen, nun sind den Hang runter noch überall kleine Ausläufer, und natürlich müssen wir „beibleiben“: am Teich hab ich schon wieder eine gefunden und rausgegraben, und auch im Tagebau schauen wir wöchentlich nach, ob sich noch irgendwo eine Wurzel gehalten hat und jetzt austreibt.

Da liegt er nun, der letzte große Schneebeer-Busch, die Wurzeln werden in der Schubkarre gesammelt. Und irgendwannn gibt’s ein schönes Feuer…‘

Außerdem wachsen überall kleine Weiden am Teich. Ästchenstückchen, schön feucht, bilden sofort Wurzeln aus und schießen. Und Irgendjemand – Rehbock? Damhirsch? hat sich über die schwarze Johannisbeere hergemacht. Ringsum keine Rinde mehr *seufz*. Spitzwegerich, Löwenzahn, aber auch Tulpenblüten gelten derweil offenbar als gute Wegzehrung…. mal schaun, wie DAS weitergeht. Letzte Woche sahen wir ganz hinten auf der Kuhkoppel zwei Kämpfende. Zu weit weg, um sicher zu sein, aber ich glaube, es waren Rehböcke.

Dem sonnigen Wetter zum Trotz ist die Stimmung verschattet: der rechte Arm macht trotz KG und Übungen immer größere Probleme, dementsprechend schlapp und tatenlos hänge ich in der Gegend rum. Schmerzmittel gibts schon wieder täglich – ich weiß im Moment nicht weiter. In 14 Tagen ist der nächste Orthopädentermin. Zusätzlich lassen ringsum Pandemiestimmung, Kriegskrise, Arbeitskräftemangel sowie persönliche Schicksalsschläge die Nerven blankliegen… I mog nimmer!!!!

Der Herr F. ist mein Fels in der Brandung; er hat innerhalb der Firma die Arbeitsstelle gewechselt, und das bekommt ihm gut. Meist sagt er

„ganz normal“

wenn Jemand ihn fragt, wie es ihm geht. Und genau so scheint es auch zu sein mit seiner Stimmung: ganz normal.

Keine Ahnung, wie er das macht, aber ich bin darüber verdammt froh!

Hmmmmm…..

Gestern fand ich mich auf dem Sofa neben einem Mann wieder, der mit gestreifter Ringelmütze auf dem Kopf ein Buch über die Simpsons liest, das voll mit mathematischen Formeln und höchst unverständlichen mathematischen Witzen ist. (Momentaufnahme: eine Überschrift, die lautet „Anhang 5 – das Keeler’sche Theorem“, darunter Blöcke aus Formeln und Text im Wechsel 🤨)

Dieser Freak auf unserem Sofa ist seit heute genau sieben Jahren mein Ehemann.

Ehrlich gesagt: ich freu‘ mich, daß er da sitzt, noch immer!

Im Aus

Für uns gibts momentan werder Internet noch Telefon, und das kam so:

Vor 14 Tagen rief uns Jd.an, um einen Termin für den Hausanschluß und die daraus folgende Umstellung auf Glasfaser zu machen. Dieser Termin ist am Montag.

Wenige Tage später kam eine noreply-mail von vodaphone, der Umstellungstermin sei vorgestern. Nirgends eine Nr zum nachfragen.

Weitere 2 Tage später rief Jd an, um einen Termin zu machen…. Derjenigen schilderte ich die Vorgeschichte, sie fand dann auch den Montagstermin, der im Kalender stand, nicht aber „im ticket“ – und sie bat mich um die vodaphonemail, weul sie wohl häufig das Problem mit verwirrten KundInnen haben, die garnicht mehr wissen, wann denn nun. Aber vodaphone streite schlicht ab, solche mails zu schicken, und wenn ich meine weiterleite, könne sie das endlich mal nachweisen.

Welcher Termin denn nun gelte, fragte ich noch. Der am Montag.

Vorgestern kam dann auch kein Techniker- aber wir hatten kein Telefon mehr, was ich erstspät daran merkte, daß überall besetzt war, wo ich anrief. Bis ich kapiert hatte, daß gar nicht besetzt WAR, verging ein Tag. Gestern dann war’s klar. Erste Hilfe immer: Router neustarten. Was diesmal zur Folge hatte, daß auch das Internet weg war 😣

Erst da schalteten wir, daß das mit dem Terminwirrwarr zusammenhängen könnte.  Der Herr F. suchte und fand eine Hotlinenummer, und tadaaaa, unsere Leitung war abgeklemmt. 24 Std soll das dauern, die wieder anzuklemmen. Bisher geht nix – ich tippe hier im Mobildaten- WLan, das der Herr F. über sein Handy geöffnet hat.

Bin gespannt, ob Montag ein Techniker kommt – und ob wir vorher noch erreichbar werden. Der Bafa- Antrag fir die Heizung kann nur online gestellt werden, übers Handy klappt es nicht….

Ich hatte ja von Anfang an kein gutes Gefühl bei dieser Umstellung, es ging ja schon allerhand schief…. warten wir’s ab.

Zweiter Sportversuch. Und KG.

Irgendwie ist es wirklich, wirklich frustrierend, das mit meinen Schultern/ Gelenken:

Mein Gefühl sagt mir, daß ich dringend in die Hufe kommen muß, mein Körper rebelliert bei jeder Belastung – und ich weiß nicht, ob er das tut, WEIL ich dringend in die Hufe kommen muß (so wenig Bemuskelung/ Übung, daß belasten DESHALB schmerzt), oder ob das heißt: laß es sein!

Jedenfalls war ich diese Woche erstmals bei einem anderen Sport, nachdem klar war, daß Fitneßstudio so absolut garnicht meins ist. Montagsabends (das passt so fein, weil ich ja montags frei hab) ist „Rückenfit“ in Satrup im Sportverein.

Unser Kursangebot bietet ein Trainingskonzept zur Verbesserung der Körperhaltung und Stabilität. Es wird das Zusammenspiel der Körperteile, Koordination sowie ökonomischer Krafteinsatz trainiert, um somit unnötige Spannung, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit zu verringern beziehungsweise zu vermeiden. Der Schwerpunkt dieses Trainings liegt in dem bewussten Bewegen. Dies hilft Verspannungen zu lösen und große Bewegungsweiten zu trainieren und dadurch eine bewusste Bewegungs- und Haltungskontrolle zu erhalten.

Hört sich doch ganz gut an, und war auch ganz gut. Ich kam ganz optimistisch gestimmt nach Hause: die Truppe ist lustig und aufgeschlossen, und es gibt nicht zu sportliche Übungen für den ganzen Körper, die JedeR mitmacht, so weit er/ sie kann. Und JedeR hat genug Einschränkungen, um nicht alles zu können, das ist auch gut….

Die Nacht allerdings war ziemlich folternd, auch der „Day after“  – das ist nicht wie früher „Muskelkater und das ein wenig schmerzende, aber alles in allem nicht unangenehme Gefühl, mal was getan zu haben„. Das ist eher „mir bricht, glaub ich, gleich der Nacken durch, außerdem tut mir oberhalb der Hüfte jedes Gelenk weh und das bei jeder Bewegung“

Tags drauf hatte ich dann auch erstmals wieder KG, vom Orthopäden verschrieben. Und da meine bisherige KG keine Zeit, die Praxis aber just einen neuen Kollegen hat, wurde ich gefragt, ob ich auch dorthin gehen würde. Na klar, Versuch macht kluch…..

Allerdings stellte sich heraus: Kollege neu ist eher von der Brachial-Fraktion. Okay…. ich hab erstmal 6x und werde mir ansehen, wie DAS sich in den nächsten Tagen zeigt. Abwarten, das kann gut werden oder richtig Sch***. Ich werde Zeit haben, „Sport“ von „KG“ zu trennen, was die Nachwirkungen angeht, denn Sport hat nun erstmal 2 Wochen Ferien.

Am  Nachmittag und Abend hab ich meine Freundin, die Ibu, zur Hilfe gerufen. Ich hoffe, morgen wieder einsatzbereiter zu sein als an meinem nun leider ziemlich ätzenden letzten Urlaubstag.


Tags drauf: das klappte auch – bloß, daß ich jetzt, heute, nach meinem ersten Arbeitstag, wieder ziemlich malad bin. Sogar der blöde Ellbogen meldet sich jetzt wieder – trotz Manschette, die ich brav an hatte. Meine Übungen mach‘ ich aber trotzdem.

Laune: unter null.

Schön, daß sich „wenigstens“ die Tiramisu-Freunde fürs Wochenende spontan angemeldet haben.

Wisst Ihr, was mich stört?

In Hamburg fahren Menschen mit ukrainischem Paß jetzt kostenlos in den Öffis.
Das steht groß in jedem U-Bahn-Display und ist okay.
Wenn auch Geflüchtete aus anderen Ländern und andere Menschen, die wenig Geld haben, kostenlos fahren dürfen. Dem ist aber nicht so.

Das ist ein Beispiel. Es gibt mehr davon, und was ist das?
UNGERECHT
und ein wunderbarer Nährboden für Sozialneid.

Dieselben Fehler, wieder und wieder und wieder….. weil Jeder die Anderen übertrumpfen will mit noch mehr Hilfsbereitschaft.

Beim letzten Mal hat sowas geholfen, die AFD stark zu machen und die Geflüchteten zu diskreditieren. Ihr erinnert Euch: Die kriegen Alles in den Ar*** geschoben, und wir?
Warum jetzt wieder dasselbe?

– Nein, dies ist kein Aprilscherz. Und lustig auch nicht.

Urlaub!!

Anderthalb Wochen frei – ich hoffe auf

  • Freude (ich treffe Uraltfreundin Komma aus Münnerstädter Zeiten zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder)
  • Ablenkung in RUHE (das Treffen findet in Hamburg statt, wo ich dann auch endlich mal wieder die Malerfreundin besuche)
  • Erholung (nach dem Besuch beim Orthopäden* weiß ich nun, daß die rechte Schulter Läsionen in der Rotatorenmanschette hat, verschleißbedingt – mit anderen Worten: beginnendes Impingementsyndrom. Pendeln mit einem Hammer zwischen den Fingern wurde empfohlen, außerdem gibt es KG. Die Schmerzmittel soll ich ruhig weglassen, die helfen eh nicht (ist gar keine Entzündung). Nachdem ich das nun einen ganzen Tag getan habe, ist zu merken: doch, die helefn schon. Gegen die Schmerzen halt *seufz* – aber nuja, deshalb hoffe ich ja auf „Erholung“: anderthalb Wochen mit wesentlich weniger Belastung sollten schon helfen, danach geht die KG los – auch die sind VOLL)
  • und schlicht ein wenig Freizeit und RUHE für mich und uns (also den Herrn F. und mich) nach den Tagen in der großen Stadt

* Es wird immer unverschämter: inzwischen lassen sie die auf die offene Sprechstunde hoffenden Kranken nicht nur in aller Herrgottsfrühe aufmarschieren („Wir machen um 8 auf, dann gehts der Reihe nach – wenn voll, dann voll. Wenn wir um halb acht kommen, sind da meist schon viele Patienten“ – so wars denn auch, als ich um 7 kam, war ich die 5. in der Reihe) sondern auch noch bei 0° DRAUSSEN warten statt wie letztes Mal im Treppenhaus. Erst um halb acht ließ uns eine Frau dorthin, ab Punkt 8 immer zu 2. in die Anmeldung…. ich war von 7 bis 10 unterwegs, davon ca 1/2 Std Doc und röntgen und wieder Doc, der Rest war warten. Einen Termin holen? – Den hätte ich Mitte Juli kriegen können.

Was‘ los?

Mit mir nicht viel.

  • Chefin musste ins Krankenhaus, OP, Kollegin musste Urlaub verschieben, ich Überstunden machen
  • meine RECHTE Schulter spinnt mehr und mehr (zur Erinnerung: die frozen shoulder war LINKS) Tags vor der Nachricht von der Chefin hatte ich einen Arzttermin deshalb gemacht, war auch am Mittwoch dort: Verdacht auf Impingement-Syndrom. Donnerstag darf ich mich wieder beim Orthopäden auf die Treppe hocken (eine Stunde warten, dann gesagt kriegen, ob man’s in die offene Sprechstunde geschafft hat, weil man früh genug da war, dann warten, wann man tatsächlich drankommt. Es ist zum kotzen!) Vorerst hab ich mal wieder 600er Ibus 3x täglich verordnet bekommen. Jährlich grüßt das Murmeltier ….
  • Schmerzen bedeuten auch immer schlechten Schlaf. Zusätzlich hatte ich 2x Frühdienst (aufstehn vor sechs und Aufgaben, die ich sonst nie habe … ) mit anderen Worten: Schlafmangel. Allerdings ist das seit den Ibu besser, insofern bin ich seit gestern nicht mehr gar so k.o.

Besser als mit mir läufts mit den beiden Els. Die sind in letzter Zeit sehr entspannt, vor allem der Mauski lässt sich von Elsas ungeschickter Defensivtaktik (fauchen und knurren führten beim Kater eher zu „Dir zeig‘ ichs“ als zu Rückzug) nur noch selten aus der Ruhe bringen. Meist geht er einfach weiter, manchmal setzt er sich direkt vor sie und putzt sich oder blinzelt Elsa an, regelrecht niedlich ist das!! Er würde sie so gern mal gründlich beschnüffeln, aber mehr als ein robuster Begrüßungsstubs mit dem Kopf und kurzem schnuppern bei laaaaaang ausgestrecktem Hals geht nicht. Elsa knurrt und faucht in den Begrüßungssituationen aber nicht mehr, sondern hebt nur gaaaaaanz langsam ihre Vorderpfote drohend an, wenns genug für sie ist – das wirkt viel besser: das Mauski-Lämmchen versteht und dreht ab 🙂 Zuvor kann es passieren, daß Elsa einige Sxchritte auf Mauski zugeht, um ihn Nase an Nase zu begrüßen.

Elsa liegt denn jetzt auch öfter mal auf dem Teppich, was sie sich sonst nicht traute, und meist reicht es, wenn sie gaaaaanz leise knurrt, damit El Mauski sieht: die Dame will ihre Ruhe. Wenn sie mit dem Rücken zu ihm liegt und schläft, pirscht Mauski sich heran und schnuppert von hinten. Mehr tut er aber auch nicht!

Elsa kommt nun öfter von alleine durch die Klappen aus dem Garten rein, leider aber nach wie vor nur, wenn eineR von uns kurz vorher reingegangen ist (bis zu 10 Minuten, eher 5) oder nachkommt. Sind wir weg, kommt sie erst rein, wenn wir wieder da sind, kurz nach uns. Wir hoffen, daß sich das noch bessert. Irgendwann wollen wir ja mal wieder zusammen wegfahren…. Aber ich finde, da sind sehr große Fortschritte zu verzeichnen 🙂

Zu und zu gern würde ich mal Fotos davon zeigen, aber das geht immer alles so schnell ……

Der Rest ist Alltag. Hier und da mal ein Treffen mit Freunden, puzzlen, lesen, (viel zu viel) fernsehen, weil alles andere zu anstrengend ist – ich fühl mich manchmal, als wäre ich Mitte siebzig statt Mitte fünfzig, und es verlässt mich mehr und mehr die Hoffnung, daß es sich nochmal bessert.

Anfang April kommt der Heizungsbauer, danach kann er ein Angebot machen, die Förderung beantragt werden und dann die Heizung bestellt. Lieferzeit momentan: 12 Wochen! Dann wird’s schon wieder Herbst *seufz*

Luxusprobleme.

Ich hoffe, das bleibt so.

 

Tante Emma in Zeiten des Strukturwandels

Großes tut sich im Dorf!

Nachdem das Vorhaben eines geförderten Dorf-Markttreffs gescheitert war, kam Jemand mit Tante Enso um die Ecke.

Ein neues Konzept ist das: ein Online-Supermarkt, der in Dörfern ohne Einkaufsmöglichkeit einen Minisupermarkt zu eröffnen verspricht, wenn sämtliche Supermärkte mehr als 7,5km entfernt sind UND mindestens 300 Menschen einen Genossenschaftsanteil von 100 Euro zeichnen (den sie zurückbekommen, sollten die 300 nicht zusammen kommen)

Wenn das also klappt, baut MyEnso einen Minisupermarkt, der stundenweise auch Personal und Öffnungszeiten hat, in der restlichen Zeit kann, wer will, mit einer Chipkarte 24/7 rein und einkaufen. Man kann sich Dinge ins Sortiment wünschen, und vor Eröffnung auch sonst Wünsche äußern, zB über die Öffnungszeiten, den Service oder auch das Sortiment

Obwohl das Ganze so ziemlich gar nicht beworben wurde haben sich kurz vor knapp über 300 Leute gefunden. (wir als Nicht-Dorfcliquenmitglieder haben es überhaupt nur mitgekriegt, weil im „Hauptdorf“ anderthalb Wochen vor Zeichnungsschluß ein Flyer in den Briefkästen verteilt wurde. Das übliche halt, hier *seufz*) Es hatte eine Zoomkonferenz gegeben, die aber auch nur mitbekam, wer eh schon auf der Seite war- oder auf der Dorf-Homepage. Auf die ich alle zwei, drei Wochen mal gucke, und deren Newsletter ich abonniert habe. Kam „nach Flyer“, aber kam – also hätten wir’s darüber etwa drei Tage vor „Einsendeschluß“ auch noch erfahren.

Egal, es hat also geklappt.

Wir haben kurz überlegt, ob wir das unterstützen, aber besser eine solche Lösung als gar keine. Inzwischen haben wir auch bei einer Umfrage, die TanteEnso wg Corona statt einer Dorfkonferenz anbietet, mitgemacht und sind nun gespannt, wie das weitergeht, und vor allem, wie lange es dauert, bis gebaut wird.

Wir werden sicher nicht allzu großes zum Umsatz beitragen, kaufen wir doch hauptsächlich im Laden, in dem ich arbeite, und eh vor allem bio. Aber es gibt ja doch einiges, das „bio“ einfach nicht hinkriegt. Leckere Chips oder „Würmchen“ herzustellen, zB Oder Brot, das mir schmeckt. Also, das kriegen jedenfalls die Biobäckereien nicht hin, die unseren Laden beliefern, deshalb kaufen wir Brot hauptsächlich konventionell bei den handwerklichen Bäckereien in der Gegend – und da MyEnso Werbung damit macht, regionale AnbieterInnen mit ins Boot zu nehmen, habe ich mir die zwei guten Bäckereien sowie mehrere Bio-Bauernhöfe als Liefernde gewünscht (gewünschte Regio-Liefernde wurden in der Umfrage auch abgefragt)

TanteEnso ist relativ neu, hat aber schon ein paar Mini-Supermärkte eröffnet. Es bleibt abzuwarten, ob das Konzept funktioniert. Ich finde, im Prinzip ist es bitter nötig, irgendwie Infrastruktur in die Dörfer zurück zu bringen; insofern: auf alle Fälle erstmal eine gute Idee, die hoffentlich so funktionieren kann.


Es hat sowas von aber auch garnichts damit zu tun – und will doch erwähnt sein: auf dem Wieseltier-Blog ist tags nach dem Beitrag, aus dem ich zitiert habe, ein weiterer die Ukraine-Lage betreffender erschienen, der mir sehr lesenswert scheint. Der Blick ist ein anderer als der, der momentan überall dominiert. Und mir ist einmal mehr klargeworden, wie schnell ich vergesse, das, was hier war und umso mehr das, was die Ukraine – auch – war und zT noch immer ist. Und wie schnell ich mich vereinnahmen lasse, von allen Seiten.

Bin ich überhaupt in der Lage, mir ein eigenes Bild zu machen – geschweige denn ein eigenes Urteil zu bilden? Wohl nicht. Aber das Unbehagen angesichts von Waffenlieferungen, Aufrüstung und Co steigt.

Klare Leseempfehlung: *klick*

Einige kritische Anmerkungen dazu: zB sind die Ukrainer keine Vertriebenen (das Wort hat völkerrechtlich eine klare Definition), Jugoslawien ist nicht vom Westen zerschlagen worden, und die Sache mit dem passiven Widerstand scheint mir reichlich unrealistisch. Das füge ich noch hinzu, weil der Herr F. grad den Beitrag zerlegt. Wobei auch er Vieles richtig und bedenkenswert findet, interessant eh.

Mir zeigt sowas schlicht, wie wenig Ahnung ich habe und wie wichtig es ist, kontroverses zu lesen, um sich ein Bild machen zu können


Was auch gruselig ist, ist: plötzlich nimmt Polen Flüchtende auf. Aber nur hübsch weiße. Schwarzafrikanische Studierende aus der Ukraine werden nicht über die Grenze gelassen, liest man.

Dazu merkt der Herr F. an, daß Polen sagt: nur Ukrainer haben freie Ein- und Durchreise, bei Anderen muß erst mal der Status festgestellt werden, und das dauert auch mal.

Hier sammelte Jemand einige Zitate aus Berichten aus aller Welt, die latent und zT auch ausdrücklich deutlich machen, daß in Polen sehr deutlich, aber auch in anderen Ländern zumindest manche Berichterstattung einen latenten Rassismus zeigt; es ist erschreckend! *klick*


Nur fünf Staaten haben gegen die UN-Resolution zur Ächtung des russischen Vorgehens gestimmt. Rußland, Belarus, Syrien, Eritrea, Nordkorea. Eine für sich sprechende Liste. China (und auch Indien, ebenfalls Atommacht und 32 Andere) haben sich enthalten. Schade!

Da mir mal wieder Worte fehlen

zitiere ich mal

Die, die weniger naiv sind*, haben genau fünf Tage gebraucht, um ihre Überzeugung, dass Waffen nicht die Antwort und nie die Lösung sein können, über Bord zu werfen. Wie schon im Jugoslawienkrieg fahren die Volksvertreter:innen der Grünen für ein paar Tage „an die Front“, und schon befürworten sie die Beteiligung an Kampfeinsätzen und Waffenlieferungen in Kriegsgebiete. Es ist zum Kotzen.

(*als das wieseltier, das sich friedlichen, passiven Widerstand erträumt, wissend, daß der in dieser Lage wohl nur ein Traum ist)

Das beschreibt ganz gut meine eigenen inneren Widersprüche. Auch ich finde das zum kotzen, habe aber keine bessere/ andere Idee und gehe deshalb irgendwie trotzdem damit konform.

Was bleibt vom Pazifismus, wenn GewalttäterInnen Tatsachen schaffen und müde lächelnd zynisch grinsend Diplomatie und Kompromißverhandlungen nutzen, um sich Zeit zu verschaffen, gemütlich ihre Panzer in Position zu bringen?

Bleibt wirklich nur das „Gleichgewicht des Schreckens“ zu reaktivieren?

Wirklich?

Übergelaufen

Ihr müsst verzeihen, wenn ich Euch momentan damit zuspamme.

Nach zwei Stunden Regen war gestern der Teich wieder übergelaufen. Ich brauche für mich diese Filmchen, ich erzähle Euch da auch, wozu.

Es zwingt Euch ja Keiner, Euch das Elend anzusehen, und ab Mittwoch soll’s dann auch trocken bleiben – ich hoffe sehr, Euch dann nicht vom leerschöpfen des Kellers berichten zu müssen 😉

Also NOCH ein Teichrundgang, hier: