Ja, ist es denn die Möglichkeit????

Heute (am 13. April – KEIN Freitag, das ist wichtig für den Fortlauf der Geschichte 😉 ), an der Türe: der Hermes-Bote mit einem Paket. Das könnte jetzt eine gute Nachricht sein. Ein Paket zu bekommen ist immer was schönes, sollte man meinen – aber nuja, diesmal ist das anders. Aber von vorne:

Am 6. April habe ich in Schleswig an der Tanke ein Paket abgegeben.

Am 8. hatte ich eine Karte von Hermes im Kasten, im Carport sei ein Paket. Ich hin – lag da dasselbe Paket, allerdings ohne Adreßaufkleber. Sch***, was‘ das? Okay, kann passieren, ich also am Sonntag – ich musste ja eh zur Arbeit, die schwere Bücherbox wieder zur Tanke geschleppt, versehen mit einer Kopie des Adreßaufklebers. Wieder losschicken, alles gut, dachte ich.

Weit gefehlt: an der Tanke wollte man das Paket nur annehmen, wenn ich – bezahle. No way! Ja, neee, er sei nur Aushilfe, und er wisse auch nicht, wie man jetzt vorgehen könne, ich solle doch morgen wiederkommen, da seien Leute da, die Bescheid wissen.

Ich schon leicht genervt, aber nuja, also schleppe ich tags drauf, ich musste eh zur Arbeit, das schwere Paket zum 3. mal in die Tanke.

Also, nein, so gehe das nicht – ich müsse das mit der Hotline klären, sie könne nur das Paket ganz normal gegen Geld wieder annehmen, die Hotline gebe mir aber bestimmt einen Gutschein, wenn ich dort anriefe.

Ich reichlich genervt, aber letztlich blieb mir ja nix anderes übrig – also bezahlt, das Paket zum 2. Mal auf den Weg gebracht.

Tags drauf die Hotline angerufen, 20 Cent aus dem Festnetz…. Lage erklärt- oh, dann sind Sie ja Privatkundin? Ja, klar – ja, dann sind Sie bei der falschen Nummer, die ist nur für Geschäftskunden. Gute Frau, ich habe bei der Nummer angerufen, die auf dem Schein im Briefkasten war. Ja, aber da kann ich nichts machen, da müssen Sie die andere Nummer anrufen, ich sage sie Ihnen mal….

Die andere Nummer angerufen. SEHR genervt gewesen. Ewig rumdiskutiert, weil die in ihren Daten Chaos hatten, dann einen Gutschein versprochen bekommen. Genervt genug gewesen, um mich an den 40 Cent Telefonkosten aufzuhängen. Erfolglos geblieben.

Gestern einen Schein von Hermes im Kasten gefunden, man habe mich nicht angetroffen und komme morgen nochmal. Ja, wieso legen die das Paket nicht wie sonst ins Carport??? Wobei….ich erwarte gar kein Paket – das WIRD DOCH WOHL NICHT….

Doch. Es ist. Eben hat es geklingelt, der Hermes-Bote, im Arm – mein Paket! Den Adreßaufkleber DURCHGESTRICHEN! Ja, aber guter Mann, da steht doch ganz richtig die Adresse drauf, und die bin nicht ich, ich bin der Absender, wieso haben Sie den Adreßaufkleber durchgestrichen???? Hab ich nicht, sagt er, der war durchgestrichen. Ja, was haben Sie denn dann gescannt, wo meine Adresse stand? Hier, an der Seite! Ja, aber der ist doch garnicht von mir, warten Sie, ich hole mal einen Edding und streiche das durch!

Der Mann sagt, er kümmere sich drum. Man soll ja für die kleinen Dinge dankbar sein, dies war seit Monaten der erste Hermes-Bote, der so gut deutsch spricht, daß ich das überhaupt erklären konnte …

man darf gespannt sein…. heute ist Samstag, der 13…….

Edit Dienstag – noch nix neues, aber es war ja auch Ostern. Feiertage und so. Bei der Sendungsverfolgung behauptet man, es gäbe diese Sendung nicht – sehr beruhigend….

Erfolgreich gejagt

Das letzte „Kleinvieh“ hab ich mir zu Herzen genommen, und so habe ich gestern kaum gemault, als der Herr F. mich bei eisigen Temperaturen zum Flohmarkt am Eckernförder Hafen mitschleppen wollte 😉

Soooo kalt war’s dann auch garnicht, und der Flohmarkt riesig. Im Visier: Jeans für mich, im Bestfall auch Schuhe (bei Größe 36 allerdings nahezu aussichtslos, aber gucken schadet ja nicht), evtl eine Uhr für die Arbeit (mechanisch, natürlich), und „malsehnwasessonstnochsogibt“ natürlich. Derweil im Visier des Herrn F.: CDs.

Und die Ausbeute?

Der Flohmarkt brachte eine Zuhauseschlunzleggins für mich (2,-), eine riesige Kerze (0,50 Euro) und eine DoppelCD für den Herrn F. Okay. Dann erstmal einen Cappucchino – am Ostsee-Infocenter schmeckt der erstaunlich gut, und allermeistens sitzt man auf deren Terrasse auch noch sehr windgeschützt und mit schönem Strandblick – also wirklich richtig gut. So ließ es sich auch ohne jeden Sonnenstrahl aushalten. Danach in die Stadt, und da fielen wir über einen Secondhandladen – für mich gab es dort nix, aber der Herr F. kam mit einer Schafwollstrickjacke, die richtig schön ist und einem wenig-Kunstfaser-in-Wolle-Pulli, der okay ist, wieder raus. Leider war ihm ein sich einfach wunderbar anfühlender Kaschmirpulli viel zu groß….

Ja, das kann man doch durchaus als erste Textilkauf-Erfolge durchgehen lassen, oder? Wenn konventionelle Klamotten, dann wenigstens secondhand – guter Kompromiß, schöne Beute.

Mal sehn, ob und wann es weitere Jagderfolge gibt 😉

Derweil wird auffe Arbeit müllvermeiden immer schwieriger: wir dürfen jetzt abgeschriebene Dinge nicht mehr mit nach Hause nehmen – will heißen, Kerzen mit angeschlagenen Stellen? Müll.
Notizbücher mit geknicktem Cover? Müll. Bleistiftpakete, aus denen ein Stift rausgeklaut wurde? Müll.
Schalen mit kleiner „abber Ecke“? Müll.
Geschenkschachteln mit Ratscher im Deckel? Müll.
Alles Müll jetzt, was wir vorher mitgenommen und weiterverwendet haben 😦
Warum?
Begründung gibts nicht. –
Okay, das ist normal im Sinne von „woanders auch so“. Aber wenn es vorher anders war, fragt man sich natürlich schon, was das jetzt soll. Egal, sich fügen und nicht denken ist gefragt, denn man weiß ja, was sonst kommt – das kann Dich den Job kosten, wenn Du so eine zerbrochene Kerze nicht in den Müll schmeißt….
Mir fällt das schwer, ich denke halt ganz gern, und daß es bei dieser Arbeitsstelle noch bis vor etwa einem halben Jahr geschätzt wurde, wenn man mitdachte, das wusste ich immer zu schätzen.
Things, they are a’changin‘ …. aber das werde ich jetzt nicht weiter ausführen, keine Lust auf schlechte Laune – ich geh jetzt runter ins Wohnzimmer, betrachte meine riesige 50-Cent-Kerze beim brennen und übe mich im OMMMMMMM 😉

Pipiparade *gg*

Unterwegsmitmir hat eine Blogparade gestartet, die ich erst zwar lustig fand, aber zu der ich meinte, nichts interessantes beizutragen zu haben. Bis mir „Schweden“ wieder einfiel – aber lest selbst…..

    Was ist Eure früheste Erinnerung  zum Thema Outdoor-Pinkeln?

Ich erinnere mich, irgendwann unbedingt gemußt zu haben, aber mich einfach hinhocken? Das konnte ich mir nicht vorstellen … ich weiß nicht, wie alt ich da war und auch nicht, wo das war und wie’s ausgegangen ist – aber das ist die früheste Erinnerung dazu *g*

    Was ist der am weitesten entfernte Ort, von Eurem heutigen Wohnsitz aus gesehen, beim Outdoor-Pinkeln

Ich bin ja nicht weitgereist – Südnorwegen.

    Was war Euer seltsamstes Klo?

Das in meiner dritten WG: die hatte so ein Alles-aus-einem-Guß-Bad, eine Naßzelle, in die man über eine Schwelle trat, und dann gab es auf vielleicht anderthalb Quadratmetern Waschbecken mit Spiegel, Klo, dahinter Dusche. Wände, Boden, Klo, Decke – alles aus beigebraunem Plastik….. nur die Eingangstür war knallrot. Vielleicht könnte ich aber auch das Roskilde-Festival nennen – auf dem Zeltplatz war man in den ganz überfüllten Jahren (das Festival wuchs schneller, als die Organisatoren es sich hatten vorstellen können, und die Karten waren noch nicht limitiert; statt 60.000 waren 100.000 gekommen….) darauf angewiesen, sich fürs kleine Geschäft zwischen Hunderten von Menschen einfach hinzuhocken…. nicht ganz angenehm, auch geruchlich nach fünf Tagen nicht mehr, aber nuja – wir waren jung und guter Laune….

    Was war Euer schönstes Erlebnis, zB Austattung oder Ausblick?

Norwegen, outdoor „mit Blick“, im Bach hockend *gg*

    Was war der schwierigste Klogang?

Das war in Schweden. Wir, Teenie-Gruppe, erstmals allein weit von daheim, im Ferienhaus – und dort gabs ein Klo…. unterm Sitz ein großer Karton, darin ein fester Plastiksack – und eine Gebrauchsanweisung in schwedisch… wöchentlich einmal musste dieser Sack fest geschlossen werden, der Karton darum herum auch, und nach draußen an die Straße gebracht, zur Abholung. Nun waren wir zu 4. oder 5. unterwegs, dementsprechend voll war der Sack… es schwappte ordentlich und die Zumachtechnik ließ zu wünschen übrig…. tragen ging nicht, aber es gab ein Trolley-Untergestell, auf das man das ganze hieven konnte. Und dann ab durch die ganze Wohnung, raus, bis an die Straße – leider gab es Türschwellen, und so begann es zu tröpfeln….. also, der Klogang selbst war nicht soooo schwierig, aber diese Prozedur war schon – lustig *gg*

    Was war der höchste Punkt bei an dem Ihr entweder draußen oder drinnen ….na Ihr wisst schon.

Wie gesagt, ich bin nicht so weitgereist, insofern tippe ich mal auf eine Hochhauswohnung, in der ich mal zu Besuch war 😉

Es drückt der Alb in der Nacht

*

Heute gab es erst fürchterliche Balancierakte über halbkaputte, bröckelnde Rampen in mehreren Stockwerken Höhe (ich habe Höhenangst), dann einen Absturz, der glimpflich ausging, nur um danach in die Gewalt eines Kettensägenmörders zu geraten – immerhin: ich wurde erst nach vollzogener Rettung durch einen Tritt an die dafür beste Stelle wach, aber bevor die Kettensäge, jetzt in meiner Hand, in seine Gurgel eindrang.

Danach mühsam wieder eingeschlafen – um als Motorrad-Beifahrerin bei Bibo (ja, der Bibo, die hier oft kommentiert) vom Sozius zu kippen und in fremder Stadt ohne Handy, ohne Zieladresse, ohne Geld und ohne Idee, was ich jetzt tun könnte, suchend herumzuirren. Dann krallte sich auch noch eine Frau an mich, die mich nicht mehr losließ. Nichtmal als sich – nach langem rufen um Hilfe – doch noch mehrere Leute fanden, die versuchten, mich von ihr zu befreien. Ich wachte auf, als mir – endlich – die Idee kam, einen der Helfer zu bitten, doch Polizei und Notarzt zu rufen.

Daß ich dann nicht mehr einschlafen mochte, sollte klar sein, oder? Trotz Frühstück und Kaffee bin ich noch immer erschüttert.

Früher, noch vor wenigen Jahren, hatte ich oft solche Albträume. Der Vorteil des schlechten schlafens ist, daß ich offenbar jetzt immer vor den Albträumen aufwache, aber auch in Gutschlafphasen sind die Albträume selten geworden, zum Glück.

Daß einem immer nur auffällt, was gut ist, wenn es wieder schlecht ist – genau darüber hatten wir’s vor dem einschlafen, der Herr F. und ich, denn seit zwei Tagen schmerzt der Rücken wieder. Nicht schlimm, aber doch so, daß mir auffällt, daß er zuvor mehrere Wochen nicht geschmerzt hatte.

Heute werde ich mal verstärkt darauf achten, was mir NICHT wehtut, sowohl körperlich als auch emotional. Und jetzt kommt auch die Sonne hervor


*das letzte Wort: Mächten

Geplättet… (Nachtrag zum Frühjahrsputz)

Geplättet bin ich, daß Ihr offenbar Alle keinen vernünftigen Frühjahrsputz macht!
Also, ich bügle jedes Jahr meine Wände. Wie soll ich denn sonst die Falten da rauskriegen? Mache ich immer! Immer am 1. April!

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Na???
Groschen gefallen? *g*

April, April, Ihr Lieben 🙂 Ganz dollen Dank für Eure wunderbaren Kommentare, sie haben mir meine Mittagspause versüßt, und auch jetzt beim schreiben grinse ich wieder über alle Backen und Wangen!

Das Foto hat übrigens der Herr F. gemacht, als ich das Wachs, das ja im letzten Jahr bis hoch an die Decke gespritzt war, weggebügelt habe…..

Frühjahrsputz

Die alljährlichen Arbeiten sind wiedermal erledigt. So rechte Lust hab ich dazu nie, aber nuja – wat mutt, dat mutt.

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Heute habe ich Arbeits-Samstag, und der Herr F. macht den praktischen Teil – tataaaaa – seines Motorsägeschein-Kurses! Gestern abend kam er vom Theorie-Teil heim, ganz überrascht von all dem, was er bisher schon mit unserem kleinen Elektro-Säglein falsch gemacht hatte…. naja, et hätt ja joot jejange *g*. Von jetzt an läuft’s besser!

DAS Leberblümchen (EINE Blüte)

Das Wetter übrigens sommert was das Zeug hält! Gestern 20°, am letzten März-Tag!!! Die Mirabelle steht schneeweiß voller Blüten, Biens wissen garnicht, wo sie all die Weidenpollen noch verstauen sollen, die sie eintragen, und ich habe Frau Amsel aus meinem Fahrradkorb vertrieben, in den sie schon wieder ein halbes Nest gebaut hatte. Und: mein geplanter Frühlingsblütenteppich wird – drei Stellen mit üppigen (ingesamt) fast zwanzig Buschwindröschenblüten, überall kleine Lerchenspörnchen – und zu meiner Überraschung ist „die einzige“ genau das nicht mehr: an sogar zwei neuen Stellen sind kleine Leberblümchen aufgetaucht, und „DAS“ Leberblümchen (links das Foto vom 11. März) hat noch weitere zwei Blüten bekommen!

Nachtrag am 2.4.: hach, neee! Noch einmal war ich zu früh dran: immer mehr Buschwindröschenknospen schieben sich aus dem Boden, tatsächlich habe ich zwar noch keinen Teppich, aber zwei „kleine Läufer“, davon einen an einer ganz neuen Stelle, wo sie sich offenbar selbst neu angesiedelt haben, und zwei „Tischsets“, und es sind sicher an die fünfzig Blüten bzw Knospen! In diesem Jahr endlich also geht das richtig ab 🙂

So war das

Geschätzt 350-400 DemonstrantInnen (Fotos: das wirkt wenig, weil die Fläche sehr groß war, auf die sich das verteilte – eine laaaange Auffahrt zur Mühle und ein breiter Platz davor, außerdem noch längs der Straße. Unheimlich die vielen PolizistInnen, alle martialisch in schwarz mit Schußwesten und Helmen. Dabei war nix (agressives) los, nur Trillerpfeifen und Sprechchöre. Für mein Empfinden war es gut, daß so viele DemonstrantInnen da waren. Ich glaube nicht wirklich daran, daß sich die AfD „schon von selbst erledigt“ (Zitat Nachbar), denn sie ziehen ihr Potential aus der Angst vor Veränderung. Und ich denke, daß sich Vieles in den nächsten Jahren verändern wird, nicht nur zum Guten. Doch hilft das abschotten gegen alles Neue Niemandem weiter, das schüren der Ängste nicht und einfache Lösungen wird es, ganz gegen deren Propaganda, wirksam nicht geben. Deshalb denke ich, daß es nötig ist, etwas zu tun, damit sie nicht tatsächlich zur Volkspartei mutieren können.
Allerdings hätte ich lieber FÜR als GEGEN demonstriert (oder zumindest für UND gegen, aber dies war halt ausschließlich eine GEGENdemo, das wussten wir ja auch vorher) und lieber gegen Pegida als gegen die AfD – aber auch Denen (und denjenigen, die sich dort nicht öffentlich zeigen, aber sympathisieren) möchte ich zeigen, daß sie halt NICHT „das Volk“ repräsentieren, wie sie es immer für sich reklamieren. Das ist auch ein Grund, aus dem ich es für richtig halte, dorthin zu gehen – weil diese Leute dazu neigen, sich umso stärker zu fühlen, je weniger der Wind ihnen ins Gesicht bläst. Und zu proklamieren, daß Alle ihrer Meinung sind, wenn nicht deutlich ist, daß das nicht stimmt. Und weil unsere Politiker viel zu sehr auf die Schreihälse hören – also müssen wir, die wir anderer Meinung sind, auch Laut geben und in der Öffentlichkeit sichtbar sein. Ich weiß ja auch von mir selbst, daß ich erleichtert bin, wenn ich von GegendemonstrantInnen lese oder höre und mitkriege, daß deren Zahl höher war als die der Rechten, die sich versammelten.
Auch in Westerholz war das so: ich schätze etwa 50 BesucherInnen der Veranstaltung. Größtenteils die Sorte „braune Feincordhose und weißes Hemd“ (Mann, die Mehrheit) oder „marineblaues Kostüm, weiße Bluse und Halstüchlein“ (Frau), Ende fünfzig bis Mitte sechzig. Leider habe ich auch einen Laden-Kunden gesehen.

Ich persönlich muß feststellen, daß demonstrieren mir keinen Spaß macht. Ich bin allergisch gegen gleichgeschaltete Menschenmengen, sogar, wenn ich ganz auf deren Wellenlänge liege. Sprechchöre verursachen bei mir Übelkeit, und wenn ich merke, daß es mehr werden, die sich anschließen, rücke ich ganz automatisch weg und distanziere mich innerlich. Ich glaube, daß das immer noch die Folge von einer Art Klein-Trauma meiner Jugendzeit ist: irgendwann hatte ich Originalaufnahmen aus der Nazizeit gesehen – in demselben Film sowohl welche von den lebenden Leichnamen bei den KZ-Befreiungen als auch Bilder von den jubelnden Heil-Hitler-Menschenmassen. Das hat mich damals tagelang nicht losgelassen und nachhaltig beeindruckt – für Massendynamik bin ich offenbar nach wie vor unempfänglich. Allerdings reagiere ich leider schon immer heftig auf wabernde Stimmungen, und da war natürlich vieles, was da waberte …. dementsprechend ging es mir zwischenzeitlich mal richtig schlecht, so daß ich dachte „Das kann ich nicht! Nie wieder!!“. Aber ich habe dann hier und da mal geschnackt, unter anderem auch mit einer Polizistin, und dann ging es auch wieder.

Übrigens: der Herr Habeck war auch da, wie es schien so privat, wie das ein Herr Habeck so kann. Das finde ich richtig gut, denn sonst war bis auf einen Lokal-SPDler (die SPD hatte diese Gegenveranstaltung angemeldet) Niemand von der Polit-Prominenz zu sehen. Und auch Niemand vom NDR, geschweige denn von anderen Sendern. Ich hoffe zumindest auf einen Bericht in der Zeitung….. schließlich würde mich schon interessieren, wie die offiziellen Zahlen lauten und was es sonst zu berichten gab, was ich nicht mitgekriegt habe.


Heute, im Netz gut versteckt, Folgendes: 50-60 AfDlerInnen, 300-400 DemonstrantInnen, 150 PolizistInnen, weil sich die Antifa angekündigt hatte. Waren auch da, ein kleiner „schwarzer Block“ von vielleicht 30 Leuten. Drei Anzeigen, eine davon wegen Körperverletzung (Antifaler -> Polizist) Es muß ganz zu Beginn kleinere Rangeleien um die Räumung der Zufahrt gegeben haben, da waren wir noch nicht da.

Edit: In den Kommentaren wurde noch ein Link zu einem ausführlichen Bericht gepostet, danke dafür: *klick*

Raus aus die Pantoffeln….

Erstmals seit den Friedensdemos der 80er ist für mich heute wieder demonstrieren angesagt: die AfD hat umme Ecke die olle von Storch eingeladen (ja, eingeladen. Rein kommt nur, wer sich vorher eine Einladung per Mail erfragt): Wahlkampfauftakt in Schleswig-Holstein in der schönen Westerholzer Mühle 😦

Am späten Nachmittag gehts los (17 Uhr Treffen, um 18 Uhr Einlaß bei der Mühle). Ich bin sehr gespannt, wie viele Menschen dort (auf beiden Seiten) sein werden und wie sich das gestalten wird. Vielleicht liest ja noch Jemand mit, der oder die Zeit und Meinung dazu hat.

 

Hier werde ich geholfen!

Oft habe ich so irgendwie-unkonkret-nichtformulierbar-ungute Gefühle bei irgendwelchen Sachen, die so um mich herum vorgehen.
Leider nicht immer, aber immer wieder einmal geschieht es, daß ich ein paar Tage später irgendwo im Netz einen Artikel oder auch „nur“ einen Kommentar lese, der genau dieses ungut-wabernde in klare Worte faßt und mir im besten Fall auch noch begründet, warum sich das für mich so ungut anfühlte. Meist schreibe ich dann einen dankbaren Kommentar *g*

Ein Superbeispiel ist mir jetzt erst untergekommen:  die Sache mit der Präventivhaft für Gefährder. Immer, wenn ich davon hörte, fühlte sich das ungut an, waberte irgendwie als leichtes Schaudern durch den Körper – aber so recht fassen konnte ichs auch nicht. Erst recht nicht formulieren oder gar begründen. Denn wäre es nicht eigentlich gut zu finden, wenn Leute, die im (konkreten) Verdacht stehen, Böses im Schilde zu führen, aus dem Verkehr gezogen werden?
Dann kam ein neusprech-Beitrag in meinen Reader, und jetzt weiß ich, was ich fühle und sogar warum 😉

DARUM ist das ungut! (klick)

Dankeschön an Euch da draußen, die Ihr nachdenkt, klarer seht als ich und Euch die Mühe macht, zu recherchieren!!


Einige Tage später bin ich noch über das neue „Gemeinsame Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr“ gestolpert. Hört sich ja auch nicht schlecht an – WENN man schon weniger Fremde hier haben will, dann diejenigen zu unterstützen, die zurückkehren wollen. Aber Pfeifendeckel: in diesem Zentrum sollen Sammelabschiebungen organisiert werden! Da wusste ich zwar gleich, warum ich das ungut finde, das musste mir Niemand erst erklären – aber was soll das, die Leut‘ mit solchen Worthülsen, die sich netter anhören, zu ver**schen??

Purzelbaum

Vorhin habe ich einen Purzelbaum geschlagen. Den ersten seit mindestens zwanzig Jahren. Mir war so danach, und ich wusste garnicht, ob ichs noch kann. (Ich kann)
Danach hab ich noch ’ne Rolle rückwärts versucht. (Geht auch)

Chanz alleine

Am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit

schrieb der kluge Herr Kästner. Irgendwann hat diesen Satz mal in der Mittelstufe mein Kunstlehrer bei irgendwas eingeworfen, und er ist mir nie wieder aus dem Sinn gegangen.

Es gibt da ja den großen Unterschied zwischen „allein sein“ und „einsam sein“. Beides geht allein, zu zweit und mit beliebig vielen Menschen. Wenn ich früher alleine auf Reisen war, in Norwegen meist, dann habe ich immer das alleinesein gesucht – und manchmal für Tage gefunden, manchmal war ich aber auch tagelang einsam. Und manchmal musste ich erstmal tagelang einsam sein, um dann alleine sein zu können … vielleicht ist das auch diesmal der Fall – derzeit bin ich jedenfalls allein einsam. Der Herr F. ist für drei Tage fort, und es scheint sich nicht einzustellen, was ich kenne und genieße: daß ich allein alleine bin – will sagen, daß ich allein bin und mich wohl, bei mir, fühle. Vielleicht kommt’s ja morgen so weit, oder heute abend, wer weiß – aber bisher bin ich halt eher einsam.

Dabei bin ich extra ins Gespensterzimmer umgezogen, weil ich dort ja gern schlafe, es aber zu zweit eher nicht so bequem in dem schmalen Bett ist. Heute morgen immerhin, aufgewacht vor dem Weckerklingeln, habe ich mich der Vorteile dieses Raumes erinnert und liegend die Vorhänge aufgezogen. Man kann dann in die Baumwipfel und den Himmel schauen, und auch wenn heute morgen alles grau in grau war, ist das etwas schönes.

Mein Katerchen hilft auch nicht weiter: während er jeden Tag mault, daß er nicht ins Gespensterzimmer darf (was daran liegt, daß er dort den Bettpfosten zerschreddert) kommt er nun abends zwar mit, aber nur für ein Viertelstündchen – dann verpieselt er sich und ward bis morgens nicht gesehen – und den ganzen Tag verbringt er auf der Arbeitszimmernischendecke. Nachdem er gemault hat, weil er nicht ins Gespensterzimmer darf, natürlich *g*

Tja. Morgen abend kommt der Gemahl zurück. Ich freue mich auf ihn (aber glücklicherweise nicht nur, weil das mit dem Alleinesein diesmal nicht so gut klappt)