Auch noch unentschlossen?

Sonntag wird gewählt, und mir fällt’s schwer wie nie, denn eigentlich finde ich die mir wichtigen Themen von allen zur Wahl stehenden parteien nicht entschieden genug vertreten. Wahrscheinlich ist der Umweltgedanke nicht mehr modern genug, und auch meine Auffassungen von „richtig“ bei den sozialen Themen finde ich zwar in Wahlprogrammen wieder, nicht aber habe ich das Gefühl, daß irgendeine der Parteien sich wirklich gerademacht dafür. Die Prioritäten liegen bei Allen bei anderen Themen oder Schwerpunkten, die mich kaltlassen.

Den Wahl-O-Maten nutze ich seit Jahren, aber eher aus Info-Gründen, denn er schlägt mir jedesmal dieselbe leider aus anderen Gründen für mich nicht wählbare Partei vor. Tatsächlich überlege ich diesmal, ob ich nicht doch mal auf ihn hören soll, aber eigentlich geht das nicht….
Beruhigend allerdings ist für mich jedesmal wieder, wie weit abgeschlagen bei mir sämtliche „Extremparteien“, egal in welche Richtung, sind.
Noch eine Zusatzinfo: bei der letzten S-H-Wahl hatte die AFD, so las ich, schlauerweise Antworten vorgegeben, die zT mit ihrem Wahlprogramm nicht übereinstimmten – um beim Wahl-O-Maten bei Gemäßigteren besser abzuschneiden! Ich hoffe, daß das nur eine Ente war (allerdings hatte ich mich bei diesem Wahl-O-Maten-Durchgang gewundert, daß sie diesmal nicht gar so abgeschlagen in meinem Ergebnis gewesen waren, insofern könnte was dran sein) Sollte es so sein, hoffe ich, man hat beim Wahl-O-Maten draus gelernt…..
aber der sollte ja eh nicht die einzige Entscheidungsfindungshilfe sein….

Beim verrückten Huhn fand ich nun in den Kommentaren noch eine andere Entscheidungshilfe:

Beim Wal wird gezeigt, wie die Parteien, die in der letzten Wahlperiode im Bundestag waren, bei realen Abstimmungen gestimmt haben – verglichen mit den eigenen Entscheidungen (die man natürlich erst eintippen muß) Es kann natürlich nur mit den Parteien verglichen werden, die auch abstimmen konnten, also mit Linker, Grünen, CDU und SPD. Schade eigentlich….. denn das ganze ist ziemlich spannend, muß ich sagen – und da lande ich dann doch wieder bei meiner „Stammpartei“.

Achach……

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Ungeliebte Aufgaben, Folge eins…

Ich schiebe schon seit gestern…. ein weiterer Grund, warum das ungeliebte kochen ungeliebt ist und bleiben wird….

So. Auf jetzt, Fjonka, das macht sich nicht von alleine!!!!!

P.S. streng genommen, seh‘ ich grad, ist dies Folge zwei! Guckt mal hier 🙂

Im Allgäu befolgt man Anweisungen. Wörtlich.

Wo steht schließlich was von „antackern verboten???“
(Ich hoffe, man kann erkennen, daß rings um das Schild Hunderte Tackernadeln im Holz versenkt sind!?)

Stadtbekannt

Offenbar entwickle ich mich langsam zum Schleswiger Original:

Schon zum 4. Mal wurde ich jetzt, diesmal von der Bedienung der Eisdiele, bei der ich mir – übrigens ohne Buch vor der Nase – ein Feierabendkügelchen genehmigen wollte, drauf angesprochen:
schon lange sähe sie mich immer wieder, und jetzt endlich müsse sie mal fragen, wie das denn eigentlich möglich sei – gleichzeitig zu laufen und zu lesen!?

Dazu kann ich sagen, daß ich bloß eine halbe Stunde Mittagspause habe, und daß zu lesen für mich da geradezu essentiell für eine echte Auszeit von Kakophonie, Gehetze und Multitasking ist. Also wandert mein Buch meist schon an der Fußgängerampel vor die Nase, um erst am Kaffeetresen wieder heruntergenommen zu werden. Jahrzehntelange Übung sorgt dafür, daß ich noch nie Probleme damit hatte, bei solchen Lese-Gängen mit jemandem oder etwas zusammenzustoßen- zur Verwunderung offenbar der gesamten Schleswiger Fußgängerzonenbevölkerung…. das, in kürzerer Form, erzählte ich auch der Bedienungsfrau. Und, erklärte ich weiter, man sähe ja schließlich auch immer öfter Smartphoneguck-GängerInnen, und die habe ich schon öfter mal mit anderen zusammenstoßen sehen.

Stimmt, meint die Verkäuferin, aber mit Buch – da sei ich doch die Einzige, die sie je gesehen hätte.

Das scheint so zu sein, was ich allerdings, bevor ich immer wieder angesprochen wurde, nicht bemerkt hatte …. aber langsam überlege ich mir doch, ob ich diese Art von auffallen gut finden soll. *g* Andererseits ist das Kind ja nun schonmal in den Brunnen gefallen. Schließlich heißt es ja Ist der Ruf erst ruiniert lebt sich’s völlig ungeniert… also werde ich wohl weitere Jahrzehnte lang gehend lesen ….

 

Wackersteine purzeln…

… von meinen Schultern, von denen ich zuvor garnicht gemerkt hatte, daß sie auf ihnen lasten, seit ich – jetzt kann ichs auch ohne Paßwort schreiben, denn jetzt ists offiziell – weiß, daß ich die neue Arbeit habe und Ende September die alte Stelle verlassen werde.

Wer weiß, vielleicht kann ich ja irgendwann sogar mal wieder gemütlich aufwachen statt wie in den letzten Monaten mit Adrenalinschub. Schlafen geht eh schon besser seit ich den Entschluß gefaßt und mich beworben hatte.

Andere, kleinere Wackersteine purzeln wahrscheinlich von Tausenden kleiner Bienenschultern: erschreckt mussten wir feststellen, daß bei Mondvolk und Kringelchen ü-ber-haupt keine Futtervorräte vorhanden waren! Und das, obwohl wir ja allen Völkern vor der ersten Varroabehandlung einen halben kanister Sirup gegeben hatten! Alles weg! Und – wahrscheinlich eine Folge des Futtermangels, vielleicht aber auch der Ameisensäurebehandlung geschuldet – keinerlei Brut, auch bei beiden Völkern. Nun fließt seit zwei Tagen der Sirup, die Aufregung ist groß – und seit gestern wird ordentlich Pollen „eingefahren“! Ein gutes Zeichen, denn Pollen ist ja zur Brutfütterung nötig, und offenbar bereitet man sich auf frische Brut vor. Im Sonnenvolk ist übrigens alles besser: Brutnest und Futter vorhanden. Auch das hat aber selbstverständlich Futter bekommen.

Geplatzt sind sie,

die Hoffnungen bzgl. der Lehrstellen für die Iraker:

Ab. bekommt die Lehrstelle nicht, und A. und S. sind raus aus dem Sylt-Programm – weil sie den Integrationskurs abgebrochen hatten. Klar, daß ihnen das irgendwann auf die Füße fällt. Aber daß es bei dieser Gelegenheit wäre, hatte ich nicht vermutet.

D. droht dasselbe, bloß daß er den Kurs jetzt, frisch, WEGEN des Programms abgesagt hatte, weil er die Arbeitsagentur-Beraterin beim ausbildungssuchend-melden so verstanden hatte, daß er sich abmelden MÜSSE, um sich ausbildungssuchend zu melden. Alle dort schwören Stein und Bein, sowas nie gesagt zu haben, er wird wohl etwas falsch verstanden haben, was aber auch nicht hilft. Momentan hat die VHS Sommerpause, sobald es wieder Sprechstunden hat, versuchen wir, das Kind noch aus dem Brunnen zu holen.

Ach, Sch***!

„Abendrot…

– Schlechtwettertod, heißt es doch“, sag‘ ich heute morgen, als wir vom prasselnden Regen aufwachen, zum Herrn F. Und hatten wir nicht abends ein herrliches Abendrot über der Kuhkoppel angeschaut? Doch, hatten wir.

„Nö“, sagt der Herr F. „Es heißt: „Abendrot, Gutwetterbot“

„Hä?? Wieso Boot?“

„Nicht Boot! Bot‘, von Bote!“

„Ach so, das kenn ich nicht“

Egal, die Botschaft ist dieselbe. Und wieso, bitte, regnet das nach wie vor ununterbrochen?

Egal. Ist ja legal.

Vielleicht liege ich ja total falsch, aber ich dachte immer, wenn man Politiker (PARTEIpolitiker) wird, dann tut man das aus Überzeugung, nicht wegen Geld oder Pöstchen oder Macht oder…. natürlich können sich Überzeugungen ändern, und dann kann man ja auch aus der einen Partei aus- und in die andere eintreten. Alles okay.

Aber wenn man für eine Partei in eine Regierung gewählt wurde, und dann erfährt man, daß man für die nächste Wahl nicht gelistet wird – und man bespricht sich daraufhin mit einer anderen Partei. Und dann wechselt man die Partei, und weil die Regierungsmehrheit der Partei, der man vorher angehörte, sehr dünn ist, stellt das alle Mehrheiten auf den Kopf und es muß neu gewählt werden – liege ich dann total falsch, wenn ich finde: das ist aber sowas von daneben, wenn es auch legal ist!?
Meiner Ansicht nach hätte diese Dame, die das in Niedersachsen gestern genau so gemacht hat, ihr Mandat zugunsten eines Parteimitgliedes ihrer alten Partei niederlegen müssen. Aber das will sie nicht tun.
Die Dame hat selbst als Grund für ihr Verhalten angegeben, daß es nix mit Überzeugungen zu tun hat, sondern mit dem sonst verlorenen Posten. Da liegt der Gedanke nahe, daß ihr vielleicht ja doch – was die Beteiligten abstreiten – ein Pöstchen in der neuen Partei zugesichert worden war, denn sonst würde ihr der Wechsel ja nix nutzen, was ihre Versorgungssicherheit angeht. Aber vielleicht liege ich ja auch da total falsch ….

Im Grunde ists mir ja ziemlich latte, wer in Niedersachsen regiert, aber dieses Verhalten finde ich einfach unerhört! Oder übersehe ich da was? Sagt’s mir!

😦

… und noch’n Update

  • Vor der Arbeit zwei Stunden telefoniert: Ausländerbehörde und Frau vom Programm. Ungeahnte Komplikationen …. Was mich immer wieder freut ist, wie sich die Leute – wenn man sie dann erstmal an der Strippe hat, was allerdings nicht leicht ist – Zeit nehmen und nachfragen und hilfsbereit und informativ sind. Auch bei den Behörden, soweit es in ihrer Macht steht. Ich glaube aber, um jetzt mal ein wenig eingebildet zu sein, daß ich sowas auch ganz gut kann: in Situationen, wo es nicht NUR sachlich sein sollte, sondern man bei den Leuten etwas erreichen möchte, das ganze dann etwas persönlich zu gestalten (ohne sie mit Blödsinn zuzutexten) Von Angesicht zu Angesicht kann ich das nicht so gut, aber telefonisch oder per Mail schon. „Rein sachlich“ kann der Herr F. besser, oder Gespräche, wo’s Einem persönlich nahegehen könnte. Die überlasse ich gern ihm *g*
  • Mail vom anderen Lotsen: Ab. darf eine Woche Praktikum machen. Davon, wie er sich dabei anstellt, wird es dann abhängen, ob er eine Ausbildungsstelle bekommt.
  • Nach der Arbeit weitergeregelt, Mails und Co.

Jetzt ab aufs Sofa!

Update zum weiteren Daumendrücken

Heute Telegram-Nachrichten von S., wir sind dann hingefahren und erfuhren, daß es recht gut aussieht für die drei – von denen dann zweie Koch werden würden und der 3. Hotelfachmann.

16 Ausbildungsplätze, 25 BewerberInnen.

Sie haben den „Auftrag“ mit heim bekommen, bei der Ausländerbehörde nachzuhaken, ob sie mit Ausbildungsplatz „umverteilt“ werden können. Ja, so heißt das – sie müssen einen Umverteilungsantrag stellen, um vom einen Landkreis in den anderen, enachbarten umziehen zu dürfen. Von hier aus kann man unmöglich nach Sylt pendeln.
Für S. hatten wir um eine Umverteilungserlaubnis vor kurzem erst wegen einer evtl Arbeitsstelle in NRW nachgefagt – nix da. Aber für eine Ausbildungsstelle müsste es doch wohl möglich sein, zumal sie dort ja erwünscht wären! Daumen also weiter drücken 😉

Der Tag auf Sylt muß übrigens sehr spannend gewesen sein, mit schriftlichen und mündlichen Sprachtests, Videos zu den Arbeitsstellen und Gesprächen mit potentiellen Chefs („Haben Sie ein Problem, Schweinefleisch zuzubereiten?“ „Neinnein, kein Problem. Ist mein Job!“)

Und No. 4, Ab., der Jüngste, hat morgen ein Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz bei einer metallverarbeitenden Firma ganz in der Nähe. Ein anderer Lotse hat sich drum gekümmert. Ein weiterer Anlaß. die Daumen gedrückt zu halten.

Ich würde es ihnen so sehr gönnen!

Was richtig gemacht! :-)

Ich erwähnte ja, daß zwei Iraker beim „Festmachen auf Sylt“ morgen einen Termin bekommen haben. Drei aber hatten sich beworben und auch eine Bestätigung bekommen. HEUTE nun dachte ich: „Eigentlich kann es doch nicht sein, daß die für nur 16 Lehrstellen zweimal einladen. Und aufgrund von was sollen sie vorher schon sieben? Also, irgendwie kommt mir das komisch vor, vielleicht besser doch nochmal nachfragen? Nicht, daß da was schiefgegangen ist?“

Also hab ich den Herrn F. angestiftet, dort nochmal anzurufen und zu fragen, wieso D. nicht mit eingeladen ist. (Ich meine immer, sowas kann der Herr F. besser als ich. Eben so sachlich, ohne daß es wie ein Vorwurf rüberkommt odr anders doof oder so)

Das hat er auch getan – und was? Nein. D.s Unterlagen habe man nicht! Aber er hat doch eine Bestätigung bekommen, bloß keine Einladung!? Tja, aber da sei nichts. Das tue ihr leid, aber vielleicht wolle er ja trotzdem kurzerhand einfach noch kommen, könne er! Und ob es irgendwie noch möglich sei, die Unterlagen nochmal zuzuschicken.

Also meldet sich der Herr F. bei D. per Telegram, der kurz drauf anruft, weil er verständlicherweise garnichts versteht *g* – und sich freut, und ja, er fährt hin, klar! Der Herr F. schickt die Unterlagen und fragt nochmal nach, ob sie denn auch angekommen sind – und bekommt noch ne Mail, in der steht, daß es einen sehr guten Eindruck macht, daß D. so spontan willens ist, noch loszufahren.

Und ich freu mich wie Hulle, daß ich da noch nachgehakt habe 🙂

„Festmachen auf Sylt“

Auch bei den Irakern tut sich was – am Mittwoch dürfen Daumen gedrückt werden:

Vor einiger Zeit las ich zufällig von einem Programm namens „festmachen auf Sylt„. Es richtet sich an Flüchtlinge auf Ausbildungssuche, und das Gute ist: im Gegensatz zu allem anderen helfenden reicht dort ein Sprachniveau von A2 erstmal aus, um sich zu bewerben. Es geht darum Flüchtlingen für drei Berufe einen Ausbildungsplatz zu verschaffen: als Koch, als Restaurant- oder als Hotelfachmann (oder Köchin/ -fachfrau) Auf Sylt leidet die Gastronomie schon sehr unter Personalmangel, deshalb haben sie sich mit der IHK zusammengetan – und zu Mittwoch sind nun zwei von Dreien eingeladen worden:  ein ganzer Tag Vorstellung des Programms, Sprachtest, Bewerbungsgespräche.

Ehrlich gesagt bin ich nicht allzu zuversichtlich. Keine Ahnung, wie viele Leute sich um die (meine ich zu erinnern) 16 Plätze mit Sprachkurs und Unterstützung durch die IHK bewerben werden, ich denke aber, es werden viele sein. Aber die Chance will genutzt sein, und das sehen auch die Drei so. Nur Ab. wollte sich nicht bewerben. Warum? Er mochte es mir nicht sagen.

(Ich bekam einen) Denkanstoß

(…)Auch in anderen Artikeln wurde erwähnt, dass der Anteil der Leute mit rechten oder migrantenfeindlichen Einstellungen in den neuen Bundesländern höher ist, aber hier wurde eindeutig differenzierter berichtet.
Dabei könnte man deren Lebenserfahrungen auch nutzen, um vielleicht den Flüchtlingen, die jetzt hier ankommen, besser helfen zu können, finde ich. Die ehemaligen DDR-Bürger wissen nämlich genau, wie das ist, wenn man in ein völlig fremdes Gesellschaftssystem kommt und auf einmal alles, bis in den Alltag hinein, anders ist und die bisher gemachten Erfahrungen überhaupt nichts mehr nützen. Sie kennen das Gefühl, den einst in unerreichbarer Ferne liegenden „Goldenen Westen“ zu erreichen und nun zu sehen, dass der gar nicht so golden ist. Sie wissen, wie es ist, in einem Land zu stehen und nicht zu wissen, wie es weiter geht, was nun kommt, keine Arbeit und kein Geld zu haben und sich aus dieser Situation mit Zukunftsangst und dem Gefühl, Menschen zweiter Klasse zu sein, nicht aus eigener Kraft befreien zu können. Und sie wissen, was aus solchen Gefühlen entstehen kann! Sie haben gelernt, mehr oder weniger gut mit der Frustration und Enttäuschung klar zu kommen und sich von 0 etwas aufzubauen. Ich finde, man sollte diese Erfahrungen nutzen, aber damit man das kann, darf man nicht weiterhin einfach über die Ängste und Sorgen der Menschen hier hinwegschauen, sondern muss ihnen auf einer Höhe begegnen, ihnen wirklich zuhören und sie so mit ins Boot holen.

(aus einem Journal-entry für ein BookCrossing-Buch)

(Jetzt folgen spontan geschriebene Überlegungen nach dem lesen dieses Journal-entrys)

Schwupps, kamen bei mir Fragen über Fragen hoch:
Warum ist denn dann die Fremdenfeindlichkeit im Osten so markant stärker als im Westen? Und warum gibt es so wenig Empathie Leuten gegenüber, denen es doch ähnlich geht, und die man vielleicht gerade aufgrund ähnlicher Erfahrungen gut unterstützen könnte (den Flüchtlingen)?
Ich habe mich das schon oft gefragt, und ich komme zu keiner Antwort.

  • Ist es wirklich die andere Kultur, das andere Aussehen (also das „keine Deutschen“-Thema)?
  • Oder ist es Angst davor, etwas weggenommen zu kriegen?
  • Neid? (Es gehen ja immer wieder so Gerüchte um, daß „die alles kriegen und wir nichts“ und so, aber das wäre ja hier im Westen dasselbe, eigentlich)

Ich versteh’s einfach nicht 😦
Dann taucht beim schreiben grad noch eine andere Frage bei mir auf: ich bin noch nie auf die Idee gekommen, daß es ja wirklich schlau sein könnte, die „Ossi- Erfahrungen“ zu nutzen, um als Gesellschaft nicht dieselben Fehler immer wieder zu machen. Ich als Ur-Wessi habe diese Erfahrungen aus dem Zitat damals überhaupt nicht wahrgenommen – und ehrlich gesagt bis jetzt nicht – , sondern war von all den enthusiasmierten Menschen beider Seiten völlig genervt: ich konnte den Enthusiasmus nicht teilen und habe eigentlich überhaupt nicht eingesehen, warum ich froh sein soll, daß ein fremdes Land plötzlich zu Deutschland gehören soll (ich bin aufgewachsen damit, daß die DDR ein anderes Land ist wie Spanien, Italien oder die Schweiz, nichts anderes) Ja, und dann sollte ich nicht nur über Jahre Geld geben (Solidaritätszuschlag), sondern mich auch noch fortwährend  freuen *g* Irgendwie ging es den Leuten aus der DDR nicht schlecht genug, um mein Mitgefühl zu bekommen – und dann forderten sie auch noch. Will sagen, ich bin eigentlich genau so Eine, die wahrscheinlich als der überhebliche Arrogant-Klischee-Wessi wahrgenommen wurde, tatsächlich aber auch den selbstmitleidigen, aber dreisten Klischee-Ossi vor sich sah….. ohje!

Ich hoffe, jetzt nicht selbst die Antwort gegeben zu haben auf meine Fragen – daß dieses gegenseitige totale Unverständnis dazu geführt hat, daß sich „eine Dynamik des geschlagenen Kindes“ entwickelt hat – das mißhandelte (Ossi-)Kind, benimmt sich jetzt, erwachsen geworden, den neuen (Flüchtlings-)Kindern gegenüber genauso, wie man es einmal behandelt hat 😦 – und das meine ich jetzt wirklich überhaupt nicht ironisch, ich überlege im schreiben, sozusagen.

Puh.

Schnell! Raus!

einen ganzen halben Tag schon haben wir grad Tropensommer. Alles patschenaß von den Wolkenbrüchen der letzten Tage, aber locker 25° bei nur lauem Lüftchen- UND ich hab frei!!!!!!!!!!

Biens machen’s wie ich: nix wie raus – eben dachte ich wirklich, das Sonnenvolk wolle nochmal einen Schwarm losschicken. Dann waren’s aber nur Tausende von Jungbienen vor allen 3 Völkern, die sich einflogen und einen Riesenlärm veranstalteten – und beim Sonnenvolk quollen sie halt grad aus dem Flugloch… Puh!

Hinten auf der Koppel läuft dies‘ Jahr ein Jungbulle mit – so jung und so schwarzbunt-klapprig (bei den Milchrassen sind ja die Bullen leider nicht so Kraftpakete wie bei den Fleischrindern), daß die Malerfreundin ihn letzte Woche überhaupt erst entdeckt hat, und erkennbar nur an den schwingenden Klöten *g* – ich gucke ja unglaublich gern Kraftpaketen beim gehen zu. Vielleicht entwickelt er sich ja noch’n bißchen bis sie alle zum Winter in den Stall geholt werden.

Hinten im Hof wohnen auf der Fensterbank im ersten Stock, geschützt und gestützt von der Kletterhortensie, zwei Jungamseln in ihrem Nest. Die hab ich auch erst entdeckt, als ich der Malerfreundin ihr Gespensterzimmer-Bett richten wollte – zum Entsetzen von Mutter Amsel. Wir haben dann den Vorhang zugezogen, mit Schemen und Licht müssen sie klarkommen. Tun sie auch. Seit 4 Tagen sind die Augen der Lütten offen, und jetzt haben sie auch schon mehr Federn als Federkiele – es geht fix, das großwerden, bei Amsels.

So, nun hab ich mich genug abgekühlt, nix wie raus in die feuchte Wärme solange sie noch da ist (und ich frei habe)

*winke*

Allerlei

  • Bei der Ölbestellung gut gepokert: den bisher billigsten Tag des Jahres erwischt.
  • Den Schwarm immer noch nicht aufgelöst: das Wetter läßt es einfach nicht zu. Und immer, wenn’s es zuließe, gehts nicht (Arbeit, gestern vormittag Besuch vom Naturgartenverein – sowas).
  • Der Alltag hat mich schon so heftig wieder, daß ich heute morgen dachte, wir wären schon anderthalb Wochen wieder daheim statt der tatsächlichen halben.
  • Es gibt wieder „Hundeprofi“! Aber bloß Wiederholungen. Meist kommen nach ein paar Wiederholungen neue, mal sehen, ob’s diesmal auch so ist
  • Auffe Arbeit ist die Situation während meines Urlaubs dermaßen eskaliert, daß sich in absehbarer Zeit das in sieben Jahren Aufgebaute in Luft auflösen wird (näher will ich das hier nicht schildern, aber es entbehrt nicht einer gewissen Dramatik- schließlich waren sich alle Kolleginnen vor nichtmal einem Jahr noch einig, daß wir gern bis zur Rente dort arbeiten würden) Der Fisch stinkt vom Kopf her, es liegt nicht an der Situation unter uns.
  • Begann heute zur Entspannung sowie aus Interesse mit der Erstellung einer (zugegeben groben, Beispiel: Storchenschnabel, 13 Sorten….) alphabetischen Liste der Tiere und Pflanzen im Garten. Sind viele.
  • Auf dem Flohmarkt haben wir einen absolut fitten und qualitativ guten Trolley einfach so geschenkt bekommen.
  • Mitte der Woche kommt lieber Besuch.
  • Des Herrn Tarkha Dhal schmeckt GUT
  • Die Tage sind okay, die Nächte würde ich mir gern ersparen. Was naturgemäß schwierig ist.
  • Einen weiteren Garten-Neuling mit Hilfe des Natuirgarten-Besuchs identifiziert: die schlitzblättrige Karde lebt jetzt im Fjonk’schen Garten.

Das war’s.

Ach nein, doch nicht!

Noch das Wort zum Tage, gefunden im Allgäu, unter dem Abbild eines Gefolterten (die gibt’s da viel, irgendwie scheint man dort auf gefolterte Menschen zu stehen….

Ich werde versuchen, mich dran zu halten.