Neulich, auffe Arbeit (-66-)

Volle Einkaufswagen rollen durch den Laden. (…)
Uns gehen Konserven, Aufstriche, Flocken und Nudeln aus.
Gestern geliefertes ist heute schon wieder ausverkauft.

Na, kommt das Jemandem bekannt vor?

Im März 2020 herrschte Endzeitstimmung.
Corona stand vor der Tür.

Und jetzt?

Jetzt haben wir Zeiten, in denen wir ’ne halbe Stunde lang ganz allein im Laden sind.
Überall im Bio-Bereich gehen die Umsätze heftig zurück; einige Unverpacktläden haben schon Pleite gemacht. 2020 wurde gehamstert, was das Zeug hält, jetzt wagt man nicht mehr, bio oder unverpackt – also etwas teurer – einzukaufen.
Oder kann es sich tatsächlich nicht mehr leisten.
(Allerdings ist das Dorf nachts hell erleuchtet wie immer; man verrasenmäht, vermotorbootet, verurlaubt, verlichterkettet, verausflugt ganz selbstverständlich die Energie, deren Preisexplosion man fürchtet, weil sie knapp ist. Statt dort zu sparen, wo es Sinn hätte, spart man lieber am Essen und an der Nachhaltigkeit.)

Im August 2022 herrscht Endzeitstimmung.
Die Inflation hat an die Tür geklopft.

Was ich sehe, wenn ich über den Laden hinaus schaue, finde ich zwar absurd, dabei aber überhaupt nicht lustig:

Milliarden für Waffen sind ganz selbstverständlich, während gleichzeitig Hilfsorganisationen um Millionen betteln, um weniger Menschen verhungern zu sehen.
In Jahrzehnten erkämpfte Umweltstandards werden vom grünen Minister einfach mal eben so vom Tisch gewischt. Was ist schon ein Naturschutzgebiet wert, wenn es gilt, Frackinggas zu bunkern?
Der demokratisch gewählte Ex-Komiker gibt sich angesichts der Klage von Amnesty über in Wohngebieten stationierte ukrainische Truppen (sprich: Zivilisten als Schutzschilde) genauso selbstgerecht wie sein scheindemokratisch gewählter Bürokratenkontrahent angesichts der Klagen über Rußlands Bombardierung ebensolcher Wohngebiete – immer sind die Anderen schuld, man selbst ist armes Opfer. Kritik bedeutet, daß der Kritisierende mit DEM FEIND fraternisiert.
Im TV gibt es statt täglicher Inzidenzen tägliche Gastank-Füllstände.
Wo ich früher noch lachte über die absurde Idee, Atomkraftwerke als klimafreundlich zu reaktivieren, scheint es jetzt nur noch eine Frage von Wochen, bis ebendas beschlossen wird, sämtlicher Gegenargumente, selbst der der Betreiber selbst, zum Trotz.
Und jetzt fängt auch noch China an, rumzuspinnen. Ohgottogott, eine Gesichtsmumie hat Taiwan besucht. Mit Pech löst das jetzt das nächste Geballer aus.

Was tu ich?

Ich gucke Insekten. Ich lese. Ich versuche, meine Schmerzen in den Griff zu kriegen. Ich hoffe, daß die neue Heizung noch vor dem Winter eingebaut werden kann. Ich versuche, die Traurigkeit, die mich angesichts dieser Entwicklungen immer mal wieder erfaßt, nicht hochkommen zu lassen. Denn ich kann überlegen, bis mir ganz wuschig wird – mir fällt nichts, aber auch garnichts ein, wie ich dazu beitragen könnte, diese Lawine an FALSCH umzulenken oder gar aufzuhalten. Also bleibt mir nur, mein Leben weiter zu leben und zu hoffen, daß ich irgendwann sagen kann: Et hätt at wedder jootjejange.

Das mag sich für Energiekrise, Ukrainekrise, Taiwankrise, für Coronakrise, Inflation usw bewahrheiten – zumindest für uns Deutsche; für viele, viele Andere ist es schon längst schiefgegangen. Doch für Artensterben, Klimawandel und alles, was da dran hängt, wird mit all dem kurzsichtigen „Krisenmanagement“ immer unwahrscheinlicher, daß ein Gegensteuern noch möglich ist.

Schluß jetzt – Demnächst hier wieder Insekten, solange es noch welche gibt…..

Grundsteuerreformneuberechnungsmitwirkungsverpflichtung

Schönes Wort, gell? Solche Bandwurmwörter gibt es, hörte ich, nur in Deutschland….

Weniger schön ist, was dieses Wort für JedeN in D bedeutet, der oder die Wohneigentum besitzt. Nämlich: Angaben zu ebendiesem Eigentum zu machen, und zwar elektronisch, über das Portal des Grauens namens ELSTER.

Etwa drei Tage bevor der Brief des Finanzamtes im Postkasten war, der mich dazu aufforderte, diese Angaben zu mache, hörte ich einen Podcast, der mir die Nackenhaare aufstellte:

  • ELSTER – und dort muß man sich erstmal registrieren, selbst das ist schon schwierig (ich habs vor Jahren mal versucht)
  • 4 verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Angaben je nachdem, in welchem Bundesland mensch wohnt
  • nur bei Härtefällen mit Antrag nichtelektronisch (also auf Papier) erlaubt
  • Angaben wie Bodenrichtwert, genaue QM-Zahl, Flurstück etc sind vonnöten

Ach Du Sch***! Und dazu noch eine relativ kurze Frist (Ende Oktober läuft sie ab) dafür, daß überhaupt erst jetzt die Infoschreiben verschickt werden und schon die Telefone bei Finanzämtern und Steuerberatern, Grundbuchämtern etc heißlaufen und ELSTER überlastet ist….

Aber dann – die gute Nachricht, und die ist der Grund, wieso ich dies hier schreibe:

Es gibt in vielen Bundesländern (uA S-H) die Möglichkeit, online OHNE Formulare und OHNE ELSTER eine vereinfachte Erklärung abzugeben, und zwar hier *klick*

Diese Möglichkeit wird weder auf der Grundsteuerreform-Internetseite von S-H noch im Anschreiben erwähnt, wurde aber im Podcast vorgestellt. Ich habe auf der S-H-Seite in der Suche „vereinfachte Abgabe“ eingegeben und es daraufhin gefunden….. keine Ahnung, warum das so versteckt wird, denn es ist recht leicht damit:

Erst einige Fragen beantworten, um klarzustellen, ob mensch zu den Glücklichen gehört, die das können (Privateigentum, einfache Besitzverhältnisse etc), wenn das so ist, auf „registrieren“ klicken, eine Mail mit Log-Link bekommen, sich durch die Fragen klicken – und fertig. Bei mir, die ich Grundrisse und Grundbuchblatt schnell parat hatte, hat das 20 Minuten gedauert – das größte Problem war, daß ich nicht gleich die versprochene Mail bekommen habe.

Eines fehlt jetzt noch, dann bin ich durch damit: man bekommt postalisch einen Freischaltcode. Erst mit dem kann mensch die Daten abschicken, dazu muß mensch sich nochmal einloggen. Was eingegeben wurde, ist gespeichert, wenn mensch dasselbe Gerät mit demselben Browser benutzt.

Also – wer hier betroffen ist: ich empfehle SEHR, den obigen Link zu nutzen!

 

Zustände…

… sind das!

Die ganze Nacht Gewitter, 16° und dunkel um halb elf morgens, also jetzt.

Gutes Wetter also zum putzen, und ja: überall ist das bitter nötig.

Kurzerhand habe ich begonnen und ein(!) Fenster geputzt:
Man sieht, daß man was sieht. Also, durch das Fenster*g*. Und schon habe ich zitternde Knie und Hände. Kann das sein? Das darf nicht sein, aber ich liege schon wieder auf dem Sofa. Und gräme mich.

Dann fällt mir allerdings ein: gar so erbärmlich ists doch nicht:

Denn ich hatte noch fix den nassen Zustand der Wintergartentür genutzt, um die mal zu säubern, also die Türe selbst, nicht die Fenster drin, und Ute nach oben gebracht, damit sie das Schlafzimmer saugt. Nachtkästchen und Co weggerückt, damit Ute mal in Ecken kommt, in die sie sonst nicht kommt. Und da sich dort erschreckende Zustände vorfanden, hab ich den Handfeger geholt und das schlimmste selbst weggemacht, damit Utes Staubfach nicht sofort voll ist.

Das sind so Dinge, die frau gewöhnt ist, eben mal nebenbei zu machen und gleich wieder zu vergessen. Aber alles in allem ist das zusammen dann ein Pensum, da  für meinen derzeitigen Zustand eben doch groẞ ist. Eventuell ZU groß. Das merke ich heute nachmittag.

Zustände sind das!!! 🥴

Die Gratwanderung geht weiter. Es fällt mir extrem schwer, die Einschränkungen zu akzeptieren – sobald es ein winziges Bißchen besser geht, will ich ENDLICH WIEDER WAS TUN und gehe über die so, so, so engen Grenzen hinaus. Bisher sehe ich das, kann es aber nicht ändern. Deshalb schreibe ich jetzt auch dies hier: manchmal hilft verschriftlichen, etwas einsickern zu lassen.

Nuja, jetzt bleib ich also liegen, erstmal, und hoffe, daß es nicht gar so schlecht ausgeht, diesmal.

 

Hmmmmm…..

Gestern fand ich mich auf dem Sofa neben einem Mann wieder, der mit gestreifter Ringelmütze auf dem Kopf ein Buch über die Simpsons liest, das voll mit mathematischen Formeln und höchst unverständlichen mathematischen Witzen ist. (Momentaufnahme: eine Überschrift, die lautet „Anhang 5 – das Keeler’sche Theorem“, darunter Blöcke aus Formeln und Text im Wechsel 🤨)

Dieser Freak auf unserem Sofa ist seit heute genau sieben Jahren mein Ehemann.

Ehrlich gesagt: ich freu‘ mich, daß er da sitzt, noch immer!

Wisst Ihr, was mich stört?

In Hamburg fahren Menschen mit ukrainischem Paß jetzt kostenlos in den Öffis.
Das steht groß in jedem U-Bahn-Display und ist okay.
Wenn auch Geflüchtete aus anderen Ländern und andere Menschen, die wenig Geld haben, kostenlos fahren dürfen. Dem ist aber nicht so.

Das ist ein Beispiel. Es gibt mehr davon, und was ist das?
UNGERECHT
und ein wunderbarer Nährboden für Sozialneid.

Dieselben Fehler, wieder und wieder und wieder….. weil Jeder die Anderen übertrumpfen will mit noch mehr Hilfsbereitschaft.

Beim letzten Mal hat sowas geholfen, die AFD stark zu machen und die Geflüchteten zu diskreditieren. Ihr erinnert Euch: Die kriegen Alles in den Ar*** geschoben, und wir?
Warum jetzt wieder dasselbe?

– Nein, dies ist kein Aprilscherz. Und lustig auch nicht.

Tante Emma in Zeiten des Strukturwandels

Großes tut sich im Dorf!

Nachdem das Vorhaben eines geförderten Dorf-Markttreffs gescheitert war, kam Jemand mit Tante Enso um die Ecke.

Ein neues Konzept ist das: ein Online-Supermarkt, der in Dörfern ohne Einkaufsmöglichkeit einen Minisupermarkt zu eröffnen verspricht, wenn sämtliche Supermärkte mehr als 7,5km entfernt sind UND mindestens 300 Menschen einen Genossenschaftsanteil von 100 Euro zeichnen (den sie zurückbekommen, sollten die 300 nicht zusammen kommen)

Wenn das also klappt, baut MyEnso einen Minisupermarkt, der stundenweise auch Personal und Öffnungszeiten hat, in der restlichen Zeit kann, wer will, mit einer Chipkarte 24/7 rein und einkaufen. Man kann sich Dinge ins Sortiment wünschen, und vor Eröffnung auch sonst Wünsche äußern, zB über die Öffnungszeiten, den Service oder auch das Sortiment

Obwohl das Ganze so ziemlich gar nicht beworben wurde haben sich kurz vor knapp über 300 Leute gefunden. (wir als Nicht-Dorfcliquenmitglieder haben es überhaupt nur mitgekriegt, weil im „Hauptdorf“ anderthalb Wochen vor Zeichnungsschluß ein Flyer in den Briefkästen verteilt wurde. Das übliche halt, hier *seufz*) Es hatte eine Zoomkonferenz gegeben, die aber auch nur mitbekam, wer eh schon auf der Seite war- oder auf der Dorf-Homepage. Auf die ich alle zwei, drei Wochen mal gucke, und deren Newsletter ich abonniert habe. Kam „nach Flyer“, aber kam – also hätten wir’s darüber etwa drei Tage vor „Einsendeschluß“ auch noch erfahren.

Egal, es hat also geklappt.

Wir haben kurz überlegt, ob wir das unterstützen, aber besser eine solche Lösung als gar keine. Inzwischen haben wir auch bei einer Umfrage, die TanteEnso wg Corona statt einer Dorfkonferenz anbietet, mitgemacht und sind nun gespannt, wie das weitergeht, und vor allem, wie lange es dauert, bis gebaut wird.

Wir werden sicher nicht allzu großes zum Umsatz beitragen, kaufen wir doch hauptsächlich im Laden, in dem ich arbeite, und eh vor allem bio. Aber es gibt ja doch einiges, das „bio“ einfach nicht hinkriegt. Leckere Chips oder „Würmchen“ herzustellen, zB Oder Brot, das mir schmeckt. Also, das kriegen jedenfalls die Biobäckereien nicht hin, die unseren Laden beliefern, deshalb kaufen wir Brot hauptsächlich konventionell bei den handwerklichen Bäckereien in der Gegend – und da MyEnso Werbung damit macht, regionale AnbieterInnen mit ins Boot zu nehmen, habe ich mir die zwei guten Bäckereien sowie mehrere Bio-Bauernhöfe als Liefernde gewünscht (gewünschte Regio-Liefernde wurden in der Umfrage auch abgefragt)

TanteEnso ist relativ neu, hat aber schon ein paar Mini-Supermärkte eröffnet. Es bleibt abzuwarten, ob das Konzept funktioniert. Ich finde, im Prinzip ist es bitter nötig, irgendwie Infrastruktur in die Dörfer zurück zu bringen; insofern: auf alle Fälle erstmal eine gute Idee, die hoffentlich so funktionieren kann.


Es hat sowas von aber auch garnichts damit zu tun – und will doch erwähnt sein: auf dem Wieseltier-Blog ist tags nach dem Beitrag, aus dem ich zitiert habe, ein weiterer die Ukraine-Lage betreffender erschienen, der mir sehr lesenswert scheint. Der Blick ist ein anderer als der, der momentan überall dominiert. Und mir ist einmal mehr klargeworden, wie schnell ich vergesse, das, was hier war und umso mehr das, was die Ukraine – auch – war und zT noch immer ist. Und wie schnell ich mich vereinnahmen lasse, von allen Seiten.

Bin ich überhaupt in der Lage, mir ein eigenes Bild zu machen – geschweige denn ein eigenes Urteil zu bilden? Wohl nicht. Aber das Unbehagen angesichts von Waffenlieferungen, Aufrüstung und Co steigt.

Klare Leseempfehlung: *klick*

Einige kritische Anmerkungen dazu: zB sind die Ukrainer keine Vertriebenen (das Wort hat völkerrechtlich eine klare Definition), Jugoslawien ist nicht vom Westen zerschlagen worden, und die Sache mit dem passiven Widerstand scheint mir reichlich unrealistisch. Das füge ich noch hinzu, weil der Herr F. grad den Beitrag zerlegt. Wobei auch er Vieles richtig und bedenkenswert findet, interessant eh.

Mir zeigt sowas schlicht, wie wenig Ahnung ich habe und wie wichtig es ist, kontroverses zu lesen, um sich ein Bild machen zu können


Was auch gruselig ist, ist: plötzlich nimmt Polen Flüchtende auf. Aber nur hübsch weiße. Schwarzafrikanische Studierende aus der Ukraine werden nicht über die Grenze gelassen, liest man.

Dazu merkt der Herr F. an, daß Polen sagt: nur Ukrainer haben freie Ein- und Durchreise, bei Anderen muß erst mal der Status festgestellt werden, und das dauert auch mal.

Hier sammelte Jemand einige Zitate aus Berichten aus aller Welt, die latent und zT auch ausdrücklich deutlich machen, daß in Polen sehr deutlich, aber auch in anderen Ländern zumindest manche Berichterstattung einen latenten Rassismus zeigt; es ist erschreckend! *klick*


Nur fünf Staaten haben gegen die UN-Resolution zur Ächtung des russischen Vorgehens gestimmt. Rußland, Belarus, Syrien, Eritrea, Nordkorea. Eine für sich sprechende Liste. China (und auch Indien, ebenfalls Atommacht und 32 Andere) haben sich enthalten. Schade!

Da mir mal wieder Worte fehlen

zitiere ich mal

Die, die weniger naiv sind*, haben genau fünf Tage gebraucht, um ihre Überzeugung, dass Waffen nicht die Antwort und nie die Lösung sein können, über Bord zu werfen. Wie schon im Jugoslawienkrieg fahren die Volksvertreter:innen der Grünen für ein paar Tage „an die Front“, und schon befürworten sie die Beteiligung an Kampfeinsätzen und Waffenlieferungen in Kriegsgebiete. Es ist zum Kotzen.

(*als das wieseltier, das sich friedlichen, passiven Widerstand erträumt, wissend, daß der in dieser Lage wohl nur ein Traum ist)

Das beschreibt ganz gut meine eigenen inneren Widersprüche. Auch ich finde das zum kotzen, habe aber keine bessere/ andere Idee und gehe deshalb irgendwie trotzdem damit konform.

Was bleibt vom Pazifismus, wenn GewalttäterInnen Tatsachen schaffen und müde lächelnd zynisch grinsend Diplomatie und Kompromißverhandlungen nutzen, um sich Zeit zu verschaffen, gemütlich ihre Panzer in Position zu bringen?

Bleibt wirklich nur das „Gleichgewicht des Schreckens“ zu reaktivieren?

Wirklich?

Übergelaufen

Ihr müsst verzeihen, wenn ich Euch momentan damit zuspamme.

Nach zwei Stunden Regen war gestern der Teich wieder übergelaufen. Ich brauche für mich diese Filmchen, ich erzähle Euch da auch, wozu.

Es zwingt Euch ja Keiner, Euch das Elend anzusehen, und ab Mittwoch soll’s dann auch trocken bleiben – ich hoffe sehr, Euch dann nicht vom leerschöpfen des Kellers berichten zu müssen 😉

Also NOCH ein Teichrundgang, hier:

Doch noch landunter.

Gestern Abend war der Teich übergelaufen. Das Gebüsch, der Gierschgraben hinterm Hügelbeet, der gesamte Weg hinter den Teichumrandungssteinen – alles unter Wasser, die Steine nicht mehr zu sehen.

blau: die Oxbek. Kreuz o.l.: Böel, Kreuz u.r.: Brebel. Die Straße sieht man ja.

Es ist so unklar, wohin das Wasser als nächstes geht. Kein gutes Gefühl. Wir werden, wenn wir das alles soweit „durch“ haben, im nächsten Jahr doch noch einen Überlauf in die Au anlegen, und wenn wir den die nächsten 30 Jahre niemals brauchen, dann freuen wir uns. Das kann übrigens sein, denn so viel Wasser wie jetzt hatten wir eigentlich erst ein einziges Mal . Ich messe es gedanklich immer über die Senke kurz vor Brebel. Da fließt die Oxbek durch ein weites, tiefes Tal, obendrüber geht die Straße. Im Tal sind nur Pferde- und Kuhkoppeln, und das hat einen Grund, denn die Oxbek entwässert ein weites Land (unter anderem fließt auch die Entwässerungsau hinterm Haus irgendwann in sie), und schwillt oft ordentlich an. Zur Zeit ist dort ein einziger, großer See bis weit ins Höhergelegene, das Wasser füllt nach und nach das Tal. Ein einziges Mal zuvor habe ich das so gesehen, das war vor Jahren: die Pferde und Kühe hatten nur noch wenig Platz an den oberen Rändern ihrer Koppeln, alles andere war Wasser. Und wenn wir uns recht entsinnen, war DAS die Zeit, in der wir dann den Keller unter Wasser kriegten. Jetzt ists wieder so.

Heute morgen plätschert zwar weiter das Bächlein vom Acker in den Teich, doch die Steine sind wieder zu sehen, der Gierschgraben auch, nur noch der unterste Strauch des Gebüschs hat die Füße im Wasser.

Blöder als das mit dem Teich (da nervt mich vor allem der massive Nährstoffeintrag vom Acker samt Pestiziden. Ich hoffe, der Teich kippt im Sommer nicht) ist, daß jetzt doch wieder Wasser im Kellerloch steht, das wir ja extra, um den Erfolg unserer Maßnahmen zu kontrollieren, offen gelassen hatten. Bisher stehts bis knapp unterm Estrich. Ich schätze, das das jetzt kein Oberflächenwasser ist, sondern daß bei diesen Wassermengen schlicht das Grundwasser drückt. Müssen wir im Auge behalten und rechtzeitig Alles hochstapeln, sollte es naß werden. Habe mal das Loch soweit leergeschöpft (kleines Loch, 3 10-L-Eimer. Das drückt ordentlich nach), zum beobachten.

Übrigens: es regnet. Zwar nicht heftig und nicht ohne Unterlaß, aber es regnet. Erst für Mittwoch ist ein Ende der Sturm- und Regengebiete angesagt.

Man darf gespannt sein.

Heute nachmittag gegen fünf

Der Acker hat jetzt einen großen See….

….und dieser See fließt übers Beet ….

plätschernd in den Teich ab 😦

hier, rechts, sieht man die braune Brühe als Strich. Das Zuflußrohr ist schon ein gutes Stück unter Wasser, und gegenüber ist fast der Uferrand erreicht. Im nächsten Bild rechts zu sehen.

Es ist erschreckend,

wie groß der Teich ist, und wie dicht am überfließen- in so kurzer Zeit

Diese Fotos hat der Herr F. gemacht, als ich auffe Arbeit war.

Es regnet weiter.

Der Keller ist noch trocken. Der Orkan hat gerade seine höchste Windstärke erreicht, wird aber noch die Nacht über anhalten. Wie es wohl morgen bei uns aussieht?

Tosen

Das ist das richtige Wort für das, was da draußen grad abgeht.

Zwischendurch ist auch ein heulen und ein pfeifen zu hören, je nachdem, aus welcher Richtung die Böen kommen. Die grundsätzliche Windrichtung ist „Xaver“ – also wie beim 2. üblen Sturm 2013 aus Richtung Acker, also Nordwest.

Orkanböen sind vorausgesagt, für die Nacht, noch sollen es nur „orkanartige“ sein. Ich hoffe nur, daß unsere Buchen, Eichen, Birken und Erlen das aushalten und keine uns oder den Nachbarn auf den Kopf fällt.

Wer erinnert sich noch an all die zusammengekrachten Schupfen?

Hier hab ich einige dokumentiert

Bei uns war ja damals die große Mirabelle gefallen, außerdem eine Erle, und eine Weide war auf ca 3 Metern Höhe abgeknickt. Und auch ringsum fehlen seitdem viele, viele alte Bäume.

Drückt uns die Daumen!

Abgekartet, No.23

Wann ich diese Karte bekam, kann ich leider nicht mehr erkennen. Aber sie ist im Jahr 2021 von den Jungimkern – denen ich hier eigentlich unbedingt einen anderen Namen zuteilen müsste, weil sie schon seit Jahren keine Bienen mehr haben, aber das nur nebenbei – gekommen und hatte daher eine ganz besondere Aktualität! Ich denke zB an die Wahlen in den USA.

Leider ist diese Aktualität ungebrochen und auch hier bei uns akut. Ich höre so einiges, was mich am Verstand der SprecherInnen zweifeln lässt.

Beispiel gefällig?

Erst vor wenigen Wochen wurde mir die eventuelle Einführung eines elektronischen Impfpasses als Beweis dafür angeführt, daß der Rechtsstaat untergraben werden soll (Von wem? Natürlich „den Superreichen“, man sähe ja in China und Rußland, wohin das führt. Hä? China und Rußland sind Länder, in dem es einen Rechtsstaat bisher garnicht gegeben hat. Denkbar ungeeignet als Beispiel für die Untergrabung eines solchen mittels Impfpaß …)

Der Rechtsstaat hat allen Grund, ganz, ganz traurig zu sein. Die Leute, die Angst um ihn haben, protestieren, weil sie Angst um ihn haben, zusammen mit AFD und Schlimmeren. Wie blöd kann man sein, wenn man nicht merkt merken will, daß die, mit denen man sich da zusammentut, genau DIE sind, die zu fürchten man Anlaß hätte?

Wir werden sehen, was 2022 für uns in petto hat.

P.S. heute morgen kocht die Geschichte um diesen Tennistypen hoch, von dem Australien verlangt, daß er sich an deren Einreisebestimmungen hält und den Serbien nun zum Freiheitskämpfer aufzubauen versucht, weil er Sonderbehandlung verlangt…. *klick*


…und was bedeutet „abgekartet“? DAS!

De ole Lüüd

Beim ole Mann im Altenheim ist Corona angekommen. Vorerst in einer anderen Station, aber auch für ihn bedeutet das: kein Besuch, nicht raus.

Erst wurde vom Gesundheitsamt nur die betroffene Wohngruppe (eine, auf der de ole Mann nicht ist) PCR-getestet, danach ging die Quote von einem auf fünf angesteckte BewohnerInnen hoch. Jetzt wurde Freitag wohl

„alles getestet, was rein und raus geht, auch die Putzfrauen, ALL-ES!“ – O-Ton ole Mann.

Der Plan war ja, den ole Mann zu Hl. Abend zur ole Fru zu bringen und gemeinsam Kaffee zu trinken. Fraglich, ob das klappt. Danke, Ihr grundlos Ungeimpften! Heute eine neue Studie erklärt bekommen: 50% der Infektionen gehen von Ungeimpft zu Ungeimpft, weitere größere Teile von Geimpft zu Ungeimpft und von Ungeimpoft zu Geimpft. Geimpft steckt nur sehr selten Geimpft an…. aber klar, alles Fakewissenschaft*

De ole Fru hat andere Sorgen:

jetzt wo sie so gut wie blind ist, hat sie sich endlich entschlossen, ihren grauen Star behandeln zu lassen. Ein Auge ist schon zu kaputt, das andere hat „eine gewisse Chance darauf, daß es etwas besser wird“, mit neuer Linse. Vor zehn Jahren wurde ihr das lasern empfohlen …. nein, Madame hat sich geweigert.

Am Mittwoch letzter Woche war die OP.

Ist problemlos gelaufen, und danach kam es mir so vor, als sähe sie (jetzt einäugig, nur mit dem schlechteren Auge, weil das operierte einen Verband trägt) eigentlich auch nicht schlechter als vorher. Da sieht man, WIE schlecht sie die ganze Zeit schon gucken kann, im Grunde tastet sie sich durchs Leben… donnerstags die 1. Nachsorge, dabei kam der Verband ab, danach 4x täglich Augentropfen. Die Freunde haben die Sozialstation aktiviert. Der Freund berichtet, de ole Fru könne offenbar tatsächlich schon etwas besser gucken, schon einen Tag nach der OP. Das lässt hoffen.

Gestern war ich dann zur 2. Nachsorge mit ihr. Sie sagt, sie sieht besser als vor der OP, mir kommts auch so vor (zB sah sie auf der Fahrt nicht nur, daß auf dem Acker nebendran Schwäne grasten sondern sogar, daß einige graue Jungtiere dabei waren), und der Doc ist zufrieden mit dem verheilen. Prima!

*

(Danke, Ladypark – das trifft so traurig gut auf den Punkt!)

Preisrätsel

Was ist hier passiert? Was mag der Grund sein, daß unser Wohnzimmer an einem gewöhnlichen Mittwochabend, 21 Uhr, kurzfristig so ausgesehen hat?

Wer’s als ersteR errät gewinnt ein kleines(!) „umweltfreundlich putzen“ – Paket (und nein, das ist kein Hinweis! Ich hab bloß fix überlegt, was ich ohne großen Aufwand, aber mit Sinn für JedeN zusammenstellen kann.)

Andererseits: das erratet Ihr NIE!!! 😃

Ich mach mir die Welt….. oder: mein privates 2G

Ich bin – nicht als Einzige – ziemlich gefrustet von Welle vier: wieder Einschränkungen, wieder viele Kranke und Tote – und anders als im letzten Jahr müsste das nicht sein. Danke, liebe Impfmuffel 😦

Die Miesi hat eine gute Idee gehabt: sie hat ihre eigene 2G-Regel aufgestellt:

Jeden Tag 2 Maßnahmen gegen Corona-Frust und November-Trübsinn. Freuen an dem, was da ist….

Das finde ich eine schöne Idee – mal gucken, ob ichs auch jeden Tag hinkriege. Gestern bin ich gut gestartet, allerdings noch ganz ohne Wissen um Miesis Idee:

1. Gesonnt (seit einer Woche die ersten Strahlen, angesagt NUR für vormittags und dann gut genutzt: wir sind einmal um den Sankelmarker See gelaufen)
2. Geputzt (das Wohnzimmerfenster, damit die Sonne auch durchkommt)
Danke 🙂

Mal gucken, was heute kommt. Es gibt eine gute Chance, „genossen“ sagen zu können, denn seit letzter Woche mache ich einen Kursus mit! Es geht um hören. Geschichtliches, persönliches, musikwissenschaftliches rund ums hören soll in sechs mal anderthalb Stunden geboten werden.

Letzte Woche haben wir unterschiedlichste Tanzmusiken von Barock über Wiener Walzer, Volkstanz, Ballett (modernes) und Pop bis zu Musical gehört, drüber gesprochen und sie erklärt bekommen. Heute wird es um Hausmusik gehen – die „Hör-Aufgabe“ war, sich mal zu überlegen, welche Musik für uns „Zuhause“ ausdrückt. Vielleicht Musik aus der Kindheit? Oder Musik, die unser jetziges Zuhausegefühl zeigt? Wer Lust hat, sollte „ihre“ Zuhausemusik gern auch hinschicken, damit sie als Beispiel genommen werden kann.

Ich bin bei letzterem gelandet. Kindheitsmusik wäre für mich „Ein Loch ist im Eimer“, zum Beispiel, das war mir schnell klar. Aber Zuhausefühlmusik jetzt – das fand ich spannend, mir darüber Gedanken zu machen.

Habe also in der letzten Woche ziemlich viel Musik gehört. Zum Schluß blieben Dire Straits, Dizzy Gillespie, J.J.Cale, Albert King, Tom Waits und Lenny Kravitz mit unterschiedlich vielen Titeln über. Und GANZ zum Schluß dies (Für Diejenigen, die gut englisch können: wenn Ihr nachvollziehen wollt, was daran für mich Zuhausemusik ist, achtet ausschließlich auf die Musik und die Stimmung – ich versteh nämlich nix vom Text, insofern hat der aber auch garnichts damit zu tun *gg*):

 

Ich bin sehr gespannt auf die Hörbeispiele der anderen Kursteilnehmerinnen!

Sehr spannend finde ich übrigens auch die Räumlichkeiten, in denen das ganze stattfindet: eine private Musikschule (oder so) – ein R-I-E-S-E-N-Kasten von Villa, bestens in Schuß, in Flensburgs altem Villenviertel in der Wrangelstraße. Dort wohnt die Kursleiterin mit ihrem Mann, dort wohnt – in einer anderen Wohnung – deren Mutter, dort ist – in einer weiteren Wohnung – das „Studio: altes Eichenparkett, Stuck an den mindestens 3,50m hohen Wänden, in diesem – ja, das ist schon ein SALON – also: im Salon ist leicht Platz für eine Bühne samt Beleuchtung und Vorhängen, vor der wir mit anderthalb Metern Abstand zueinander im Halbkreis sitzen können- es ist unglaublich!! Allein das Treppenhaus ist einen Besuch wert, mit uralten, schönen Bodenfliesen und einer sagenhaften Holztreppe – okay, das 2. G kann ich auch schon vorwegnehmen, denn ich kann ganz sicher sein, innerlich auch beim 2. Besuch dort wieder geschwelgt zu haben, geschwärmt hab ich Euch ja jetzt schon was vor 😉

P.S.: ich wäre gespannt zu lesen, ob Euch zum Thema „Zuhausefühlmusik“ was einfällt – und wenn ja, was