Nochmal nachgelegt. Aber anders.

Allgemeines Unbehagen, im Allgäu offenbar schon länger ein Thema ….

Zu einem ganz anderen Thema nämlich:

Als ich letztlich über DIE MENSCHEN schrieb, über das, was sie wollen könnten oder MAN meint daß sie wollen würden und darüber, wie ignoriert ich mich dabei mit meinem Wollen fühle, da kam ein Kommentar eines mir unbekannten Menschen hereingeflattert, der sich zum echten Zeitfresser entwickeln sollte (der Kommentar, nicht der Mensch *g*). Der Kommentar wies mich auf einen Text zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen hin, den ich großartig fand. (Ihr, die Ihr Verfechter des BGE seid, laßt Euch bitte nicht vom Titel abhalten zu lesen – das ganze ist sehr viel differenzierter als der vermuten läßt!!) Darüber kam ich auf den dort verlinkten Ergänzungstext, der sich mit dem Feedback zum Text befaßt, dann wollte ich wissen: wer schreibt denn da und warum, und dann – waren Stunden vergangen…..

Ich habe nun ganz am Anfang dieses Blogs, Ende 2016,  zu lesen begonnen und bedauere sehr, daß ich zu spät dran bin, um sozusagen in Echtzeit mitzuverfolgen, was sich da getan hat – denn ich musste feststellen, daß auch die Kommentare sehr interessant und bereichernd für mich sind.

Womit startet dieser Blog? Mit einem Text über die Ursache seines Entstehens, genannt „Das große Unbehagen“ ….  und damit beißt sich die Katze sozusagen in den Schwanz, denn ein ähnlich gelagertes allgemeines Unbehagen, auf einen Punkt kristallisiert, der mich halt grad besonders genervt hatte, hat ja auch mich zu meinem Text veranlaßt.

Ich werde mich langsam aber sicher da durchackern. Vielleicht finde ich ja ein paar Antworten – auf jeden Fall aber Anregung, Ideen, Nachdenkenswertes. Und jetzt wißt auch Ihr Bescheid und könnt klicken oder nicht *g* – wer weiß?


Und jetzt noch was zum lachen, in dieser Minute beim durchforsten meiner Newsfeeds entdeckt bei Onkel Maike

Ich jedenfalls hab mich gut gehögt!!! 🙂

Advertisements

„Die Menschen wollen …“

  • nicht über Personal reden, sondern über ….
  • jetzt Antworten von uns hören zu…..
  • daß wir die Themen aufgreifen, die sie interessieren, und das sind…..
  • daß wir uns wichtigen Themen zuwenden wie……

höre ich in den letzten Wochen aus den Nachrichtensendungen tönen. Wer das sagt, das sind unsere PolitikerInnen, die ein neues Lieblings-Dummsprech gefunden haben, nämlich das von „den Menschen„, von denen sie allesamt behaupten genau zu wissen, was die wollen.

Sie wissen es aber nicht! Denn es gibt nicht „die Menschen“ – es gibt sehr unterschiedliche, und die wollen ganz unterschiedliches. Meineeine zum Beispiel möchte eine Menge Dinge, von denen keine Rede (mehr) ist. Ich möchte zB

  • eine Agrarwende hin zum ökologischen, und zwar sofort
  • die Erhöhung des Mindestlohnes, vielleicht sogar das bedingungslose Grundeinkommen – das weiß ich immer noch nicht so genau *g*
  • eine Bürgerversicherung, mindestens, lieber aber eine Änderung des ganzen Gesundheitsystems
  • das Ende der Braunkohle
  • Familiennachzug auch für subsidiär geschützte Flüchtlinge, und zwar sofort (man könnte ja, wenn man zu viel Angst vor zu vielen Flüchtlingen hat, bestimmen, daß das eine Bestandsschutzregelung für alle die ist, die schon hier sind – aber nicht gilt für Diejenigen, die meinetwegen erst ab Sommer hier ankommen. Die wissen dann, auf was sie sich einlassen. Die jetzt schon hier bzw auf dem Weg sind, sind ja unter der Prämisse der Nachzugsmöglichkeit gestartet!!! Ich finde das zutiefst unmenschlich, ihnen jetzt zu sagen „och, Du bist 2 Jahre hier und wartest, daß es endlich losgeht – jetzt erzählen wir Dir mal, daß alles anders ist und Du Deine Kinder nicht wiedersehen wirst“)
  • Umstellung der „Energiewende“ auf umweltverträgliche Maßnahmen (zB ein Ende des Vollwärmeschutzes und der Biogasanlagen, die Ackerfrüchte vergasen)
  • und ganz sicher keine Groko, lieber eine Minderheitsregierung

Ich weiß mich mit diesen Wünschen nicht alleine. „Die Menschen“ gibt es nicht, aber all die, die meine Wünsche teilen, werden derzeit einfach ignoriert. Es wird stattdessen behauptet, man wisse, was „die Menschen“ wollen, nämlich das, was man als Groko gerade so zusammengekungelt hat …. ich fühle mich bei diesem ständigen „die Menschen“ für dumm verkauft, genauso wie wenn das Immergleiche Weiterso als „Erneuerung“ tituliert wird.

Das übrigens ist das, was wirklich „die Menschen“ zu bewegen scheint, egal wohin man horcht: nämlich, daß sie so dumm nicht sind und sich gegen diese Ignoranz zur Wehr setzen. Leiderleider scheint das immer mehr Denen in die Hände zu spielen, die „die Menschen“ auf noch viel schlimmere Weise für dumm verkaufen als unsere Weitersos, den Populisten. Mich gruselt!

Ich hoffe sehr auf die Basis-Abstimmung in der SPD, auch wenn es verdammt unsicher ist, was geschähe, wenn jetzt, wo es eigentlich meinem Gefühl nach eher „zu spät“ ist, die Groko noch verhindert wird.

Warten wir’s ab.

——

P.S. Kennt Ihr das auch, das sich ein Wort umso absurder anhört und anfühlt, je öfter man’s sagt oder schreibt? Mir geht das grad so – hab mich sogar kurz gefragt, ob man „die Menschen“ tatsächlich so schreibt *gg*

 

Über die Integrationsleistung von Arbeit

Wünsche M., Iraker und seit ca drei Jahren in Deutschland, per Telegram* ein gutes neues Jahr und frage, ob er inzwischen Arbeit hat. Hat er, schreibt er, in einer Autolackiererei in der Stadt.

Und, frage ich, ist die Arbeit gut, sind die Kollegen und der Chef nett?

Die Arbeit ist okay, antwortet er. Aber Chef und Kollegen sprechen nur polnisch.


* sowas wie WhatsApp ohne Datensammelei

Mannmannmann

Familienzusammenführungen weiter aussetzen – was die CSU, die christlich soziale Union, da erreicht hat, für die doch die Familie als Keimzelle der Gesellschaft oberste Priorität hat – offenbar nur dann, wenn es die deutsche Familie ist – das kann nur begrüßen, wer erstens niemals nachdenkt (wie, bitteschön, soll sich Jemand hier einfügen, der jahrelang unter der Trennung von seiner Familie leidet – der es wahrscheinlich auch noch existenziell schlecht geht, während er hier gezwungenermaßen tatenlos wartet und immer weiter vertröstet wird) und wer zweitens niemanden auch nur ansatzweise kennt, der betroffen ist.

Ihr braucht einen SEHR langen Löffel, Ihr „Christen“!

Ich allerdings kenne Jemanden, der betroffen ist*, der vorgestern abend mit Tränen in den Augen vor mir saß und zu mir sagte „Was ist Dein Rat?“

Ich konnte ihm nur einen geben: warte zumindest mit irgendwelchen Entscheidungen noch ab, bis die Koalitionsverhandlungen durch sind. Immerhin gibt es da noch die Grünen, die mitverhandeln. Was CDU und CSU da ausgekungelt haben ist unmenschlich, aber es ist noch nicht „durch“. Und dann berate Dich mit Deinem Anwalt: Immerhin hast Du subsidiären Schutz bekommen, vielleicht gilt bestandsschutzmäßig was Dir, wie Du sagtest, schriftlich zugesichert ist: daß Du Deine Familie 2018, nach dann über DREI Jahren, nachholen darfst.


*Seine Frau und seine zwei Kinder hat M. seit über zwei Jahren nicht gesehen. Sie sind inzwischen in der Türkei. Er überlegt, ob er, wenn er denn Arbeit hat, vielleicht alle paar Wochen einmal dorthin zu Besuch fahren kann


Mich macht das zynisch-unmenschliche dieser Möchtegernchristen wütend, ebenso wie mich meine eigene Hilflosigkeit wütend macht.

Dampf

Lange schon bin ich immer wieder vorbeigefahren an diesem Schild in Flensburg. Lange schon dachte ich mir „das mußt Du unbedingt mal fotografieren!“ Nun gab es gleich zwei gute Gründe: erstens, profan: ich war in der Nähe, und das auch noch zu Fuß. Und zweitens: ein anderes Schild in Rieseby, bei dem ich das auch seit Jahren gedacht hatte, ist – weg!

Dies hier allerdings war noch da, und mir gefallen sowohl die altmodischen Buchstaben als auch der ebenso altmodische Aufbau des Schildes. Tja, und dann gibt es auch noch den tagesaktuellen Bezug:

Ich hätte gern gejubelt: Ja, genau, die bleiben draußen!!! Aber nuja….. es ist Dampf im Kessel der Unzufriedenen, und dieser Dampf mußte wohl abgelassen werden 😦 Hoffen wir mal, daß es diesen Rechten genauso geht wie denen zuvor: daß sie sich selbst so zerlegen, daß sich das bis zum nächsten Mal erledigt.

Auch noch unentschlossen?

Sonntag wird gewählt, und mir fällt’s schwer wie nie, denn eigentlich finde ich die mir wichtigen Themen von allen zur Wahl stehenden parteien nicht entschieden genug vertreten. Wahrscheinlich ist der Umweltgedanke nicht mehr modern genug, und auch meine Auffassungen von „richtig“ bei den sozialen Themen finde ich zwar in Wahlprogrammen wieder, nicht aber habe ich das Gefühl, daß irgendeine der Parteien sich wirklich gerademacht dafür. Die Prioritäten liegen bei Allen bei anderen Themen oder Schwerpunkten, die mich kaltlassen.

Den Wahl-O-Maten nutze ich seit Jahren, aber eher aus Info-Gründen, denn er schlägt mir jedesmal dieselbe leider aus anderen Gründen für mich nicht wählbare Partei vor. Tatsächlich überlege ich diesmal, ob ich nicht doch mal auf ihn hören soll, aber eigentlich geht das nicht….
Beruhigend allerdings ist für mich jedesmal wieder, wie weit abgeschlagen bei mir sämtliche „Extremparteien“, egal in welche Richtung, sind.
Noch eine Zusatzinfo: bei der letzten S-H-Wahl hatte die AFD, so las ich, schlauerweise Antworten vorgegeben, die zT mit ihrem Wahlprogramm nicht übereinstimmten – um beim Wahl-O-Maten bei Gemäßigteren besser abzuschneiden! Ich hoffe, daß das nur eine Ente war (allerdings hatte ich mich bei diesem Wahl-O-Maten-Durchgang gewundert, daß sie diesmal nicht gar so abgeschlagen in meinem Ergebnis gewesen waren, insofern könnte was dran sein) Sollte es so sein, hoffe ich, man hat beim Wahl-O-Maten draus gelernt…..
aber der sollte ja eh nicht die einzige Entscheidungsfindungshilfe sein….

Beim verrückten Huhn fand ich nun in den Kommentaren noch eine andere Entscheidungshilfe:

Beim Wal wird gezeigt, wie die Parteien, die in der letzten Wahlperiode im Bundestag waren, bei realen Abstimmungen gestimmt haben – verglichen mit den eigenen Entscheidungen (die man natürlich erst eintippen muß) Es kann natürlich nur mit den Parteien verglichen werden, die auch abstimmen konnten, also mit Linker, Grünen, CDU und SPD. Schade eigentlich….. denn das ganze ist ziemlich spannend, muß ich sagen – und da lande ich dann doch wieder bei meiner „Stammpartei“.

Achach……

Egal. Ist ja legal.

Vielleicht liege ich ja total falsch, aber ich dachte immer, wenn man Politiker (PARTEIpolitiker) wird, dann tut man das aus Überzeugung, nicht wegen Geld oder Pöstchen oder Macht oder…. natürlich können sich Überzeugungen ändern, und dann kann man ja auch aus der einen Partei aus- und in die andere eintreten. Alles okay.

Aber wenn man für eine Partei in eine Regierung gewählt wurde, und dann erfährt man, daß man für die nächste Wahl nicht gelistet wird – und man bespricht sich daraufhin mit einer anderen Partei. Und dann wechselt man die Partei, und weil die Regierungsmehrheit der Partei, der man vorher angehörte, sehr dünn ist, stellt das alle Mehrheiten auf den Kopf und es muß neu gewählt werden – liege ich dann total falsch, wenn ich finde: das ist aber sowas von daneben, wenn es auch legal ist!?
Meiner Ansicht nach hätte diese Dame, die das in Niedersachsen gestern genau so gemacht hat, ihr Mandat zugunsten eines Parteimitgliedes ihrer alten Partei niederlegen müssen. Aber das will sie nicht tun.
Die Dame hat selbst als Grund für ihr Verhalten angegeben, daß es nix mit Überzeugungen zu tun hat, sondern mit dem sonst verlorenen Posten. Da liegt der Gedanke nahe, daß ihr vielleicht ja doch – was die Beteiligten abstreiten – ein Pöstchen in der neuen Partei zugesichert worden war, denn sonst würde ihr der Wechsel ja nix nutzen, was ihre Versorgungssicherheit angeht. Aber vielleicht liege ich ja auch da total falsch ….

Im Grunde ists mir ja ziemlich latte, wer in Niedersachsen regiert, aber dieses Verhalten finde ich einfach unerhört! Oder übersehe ich da was? Sagt’s mir!

😦

(Ich bekam einen) Denkanstoß

(…)Auch in anderen Artikeln wurde erwähnt, dass der Anteil der Leute mit rechten oder migrantenfeindlichen Einstellungen in den neuen Bundesländern höher ist, aber hier wurde eindeutig differenzierter berichtet.
Dabei könnte man deren Lebenserfahrungen auch nutzen, um vielleicht den Flüchtlingen, die jetzt hier ankommen, besser helfen zu können, finde ich. Die ehemaligen DDR-Bürger wissen nämlich genau, wie das ist, wenn man in ein völlig fremdes Gesellschaftssystem kommt und auf einmal alles, bis in den Alltag hinein, anders ist und die bisher gemachten Erfahrungen überhaupt nichts mehr nützen. Sie kennen das Gefühl, den einst in unerreichbarer Ferne liegenden „Goldenen Westen“ zu erreichen und nun zu sehen, dass der gar nicht so golden ist. Sie wissen, wie es ist, in einem Land zu stehen und nicht zu wissen, wie es weiter geht, was nun kommt, keine Arbeit und kein Geld zu haben und sich aus dieser Situation mit Zukunftsangst und dem Gefühl, Menschen zweiter Klasse zu sein, nicht aus eigener Kraft befreien zu können. Und sie wissen, was aus solchen Gefühlen entstehen kann! Sie haben gelernt, mehr oder weniger gut mit der Frustration und Enttäuschung klar zu kommen und sich von 0 etwas aufzubauen. Ich finde, man sollte diese Erfahrungen nutzen, aber damit man das kann, darf man nicht weiterhin einfach über die Ängste und Sorgen der Menschen hier hinwegschauen, sondern muss ihnen auf einer Höhe begegnen, ihnen wirklich zuhören und sie so mit ins Boot holen.

(aus einem Journal-entry für ein BookCrossing-Buch)

(Jetzt folgen spontan geschriebene Überlegungen nach dem lesen dieses Journal-entrys)

Schwupps, kamen bei mir Fragen über Fragen hoch:
Warum ist denn dann die Fremdenfeindlichkeit im Osten so markant stärker als im Westen? Und warum gibt es so wenig Empathie Leuten gegenüber, denen es doch ähnlich geht, und die man vielleicht gerade aufgrund ähnlicher Erfahrungen gut unterstützen könnte (den Flüchtlingen)?
Ich habe mich das schon oft gefragt, und ich komme zu keiner Antwort.

  • Ist es wirklich die andere Kultur, das andere Aussehen (also das „keine Deutschen“-Thema)?
  • Oder ist es Angst davor, etwas weggenommen zu kriegen?
  • Neid? (Es gehen ja immer wieder so Gerüchte um, daß „die alles kriegen und wir nichts“ und so, aber das wäre ja hier im Westen dasselbe, eigentlich)

Ich versteh’s einfach nicht 😦
Dann taucht beim schreiben grad noch eine andere Frage bei mir auf: ich bin noch nie auf die Idee gekommen, daß es ja wirklich schlau sein könnte, die „Ossi- Erfahrungen“ zu nutzen, um als Gesellschaft nicht dieselben Fehler immer wieder zu machen. Ich als Ur-Wessi habe diese Erfahrungen aus dem Zitat damals überhaupt nicht wahrgenommen – und ehrlich gesagt bis jetzt nicht – , sondern war von all den enthusiasmierten Menschen beider Seiten völlig genervt: ich konnte den Enthusiasmus nicht teilen und habe eigentlich überhaupt nicht eingesehen, warum ich froh sein soll, daß ein fremdes Land plötzlich zu Deutschland gehören soll (ich bin aufgewachsen damit, daß die DDR ein anderes Land ist wie Spanien, Italien oder die Schweiz, nichts anderes) Ja, und dann sollte ich nicht nur über Jahre Geld geben (Solidaritätszuschlag), sondern mich auch noch fortwährend  freuen *g* Irgendwie ging es den Leuten aus der DDR nicht schlecht genug, um mein Mitgefühl zu bekommen – und dann forderten sie auch noch. Will sagen, ich bin eigentlich genau so Eine, die wahrscheinlich als der überhebliche Arrogant-Klischee-Wessi wahrgenommen wurde, tatsächlich aber auch den selbstmitleidigen, aber dreisten Klischee-Ossi vor sich sah….. ohje!

Ich hoffe, jetzt nicht selbst die Antwort gegeben zu haben auf meine Fragen – daß dieses gegenseitige totale Unverständnis dazu geführt hat, daß sich „eine Dynamik des geschlagenen Kindes“ entwickelt hat – das mißhandelte (Ossi-)Kind, benimmt sich jetzt, erwachsen geworden, den neuen (Flüchtlings-)Kindern gegenüber genauso, wie man es einmal behandelt hat 😦 – und das meine ich jetzt wirklich überhaupt nicht ironisch, ich überlege im schreiben, sozusagen.

Puh.

Sonntag in Schleswig-Holstein:

„Der Bienenfreund“ Hans Thoma, 1863

Heute im Plan:

  • wählen gehen
  • Bienen durchgucken

Daumen drücken, bitte sehr

  • daß die AFD unter 5% kommt (GANZ unrealistisch ist das nicht, die Prognosen gehen gen 6%. Aber nuja, Prognosen….)
  • daß wir zumindest nur EIN Volk auflösen müssen (die Kringelchen sind zu 98% sicher buckelbrütig) und einige Drohnenbeobachtungen beim Mondvolk nichts böses bedeuten

Tschä, das also habe ich gestern, Samstag, Mittag geschrieben. Und dann bin ich rausgegangen, wo zu meiner großen Verwunderung trotz Bewölkung und nicht gerade warmen Temperaturen knapp über 10° vor allen Völkern die Bienen in Massen unterwegs waren. Aber was für Töne musste ich hören? Es summte viel zu hoch, viel zu laut – und auch beim Mondvolk: DROHNEN! Jemine…. Also haben wir umdisponiert, nachdem der Herr F. auch dazugekommen war, und haben gleich heute geschaut, hoffend, daß wir abends noch Bienenbesitzer sein würden….

Die Bienen sind immer, aber auch immer für Überraschungen gut!
Diesmal für schöne Überraschungen: Mondvolk und Sonnenvolk hatten zwar nicht gerade üppige und lückenlose, aber doch vorhandene Brutnester mit Arbeiterinnen- und Drohnenbrut. Das war prima, denn bei diesen Witterungen ist nicht zu erwarten, daß die Königinnen sehr viel stiften. Trotz Raps- und Obstblüte haben wir Futterwaben dringelassen, denn Biens haben keine Chance, die schönen Trachten genügend zu nutzen, um auch nur ihre Brut zu versorgen, geschweige denn, Honig einzutragen. Außerdem ist es außer zu kalt auch viel zu trocken (jetzt auch bei uns), was durch den dauernden starken Wind noch verstärkt wird. Und wenn es sehr trocken ist, dann honigen die Pflanzen auch nicht gut. Aber uns ist ja alles recht, wenn es den Bienen bloß gut geht, selbst wenn wir gar keinen Honig bekommen ….

Und dann zu den Kringelchen – und: juchhu! Tatsächlich waren größere Flächen inzwischen verdeckelt – und nicht buckelbrütig, die Königin lebt also und kann befruchtete Eier legen 🙂 Alle drei Völker wohlauf!!!

Wir sind uns einig, noch nie im Mai so viele Drohnen gesehen zu haben – aber offenbar meinen die Bienen, daß sie das so haben wollen, jedenfalls liegt es nicht daran, daß die Völker ihre Königinnen verloren haben 🙂

Unsere Pläne, doch noch einen vorweggenommenen Schwarm zu machen, mit dem wir eine der TBH neubesiedeln könnten, sind damit wieder in erreichbare Nähe gerückt. Und Honig gibt’s dann vielleicht ja noch von der Linde….. oder eben nicht…..

Ja, ist es denn die Möglichkeit????

Heute (am 13. April – KEIN Freitag, das ist wichtig für den Fortlauf der Geschichte 😉 ), an der Türe: der Hermes-Bote mit einem Paket. Das könnte jetzt eine gute Nachricht sein. Ein Paket zu bekommen ist immer was schönes, sollte man meinen – aber nuja, diesmal ist das anders. Aber von vorne:

Am 6. April habe ich in Schleswig an der Tanke ein Paket abgegeben.

Am 8. hatte ich eine Karte von Hermes im Kasten, im Carport sei ein Paket. Ich hin – lag da dasselbe Paket, allerdings ohne Adreßaufkleber. Sch***, was‘ das? Okay, kann passieren, ich also am Sonntag – ich musste ja eh zur Arbeit, die schwere Bücherbox wieder zur Tanke geschleppt, versehen mit einer Kopie des Adreßaufklebers. Wieder losschicken, alles gut, dachte ich.

Weit gefehlt: an der Tanke wollte man das Paket nur annehmen, wenn ich – bezahle. No way! Ja, neee, er sei nur Aushilfe, und er wisse auch nicht, wie man jetzt vorgehen könne, ich solle doch morgen wiederkommen, da seien Leute da, die Bescheid wissen.

Ich schon leicht genervt, aber nuja, also schleppe ich tags drauf, ich musste eh zur Arbeit, das schwere Paket zum 3. mal in die Tanke.

Also, nein, so gehe das nicht – ich müsse das mit der Hotline klären, sie könne nur das Paket ganz normal gegen Geld wieder annehmen, die Hotline gebe mir aber bestimmt einen Gutschein, wenn ich dort anriefe.

Ich reichlich genervt, aber letztlich blieb mir ja nix anderes übrig – also bezahlt, das Paket zum 2. Mal auf den Weg gebracht.

Tags drauf die Hotline angerufen, 20 Cent aus dem Festnetz…. Lage erklärt- oh, dann sind Sie ja Privatkundin? Ja, klar – ja, dann sind Sie bei der falschen Nummer, die ist nur für Geschäftskunden. Gute Frau, ich habe bei der Nummer angerufen, die auf dem Schein im Briefkasten war. Ja, aber da kann ich nichts machen, da müssen Sie die andere Nummer anrufen, ich sage sie Ihnen mal….

Die andere Nummer angerufen. SEHR genervt gewesen. Ewig rumdiskutiert, weil die in ihren Daten Chaos hatten, dann einen Gutschein versprochen bekommen. Genervt genug gewesen, um mich an den 40 Cent Telefonkosten aufzuhängen. Erfolglos geblieben.

Gestern einen Schein von Hermes im Kasten gefunden, man habe mich nicht angetroffen und komme morgen nochmal. Ja, wieso legen die das Paket nicht wie sonst ins Carport??? Wobei….ich erwarte gar kein Paket – das WIRD DOCH WOHL NICHT….

Doch. Es ist. Eben hat es geklingelt, der Hermes-Bote, im Arm – mein Paket! Den Adreßaufkleber DURCHGESTRICHEN! Ja, aber guter Mann, da steht doch ganz richtig die Adresse drauf, und die bin nicht ich, ich bin der Absender, wieso haben Sie den Adreßaufkleber durchgestrichen???? Hab ich nicht, sagt er, der war durchgestrichen. Ja, was haben Sie denn dann gescannt, wo meine Adresse stand? Hier, an der Seite! Ja, aber der ist doch garnicht von mir, warten Sie, ich hole mal einen Edding und streiche das durch!

Der Mann sagt, er kümmere sich drum. Man soll ja für die kleinen Dinge dankbar sein, dies war seit Monaten der erste Hermes-Bote, der so gut deutsch spricht, daß ich das überhaupt erklären konnte …

man darf gespannt sein…. heute ist Samstag, der 13…….

Edit Dienstag – noch nix neues, aber es war ja auch Ostern. Feiertage und so. Bei der Sendungsverfolgung behauptet man, es gäbe diese Sendung nicht – sehr beruhigend….

Geschützt: :-(

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben. Veröffentlicht inTagesgeschehen

So war das

Geschätzt 350-400 DemonstrantInnen (Fotos: das wirkt wenig, weil die Fläche sehr groß war, auf die sich das verteilte – eine laaaange Auffahrt zur Mühle und ein breiter Platz davor, außerdem noch längs der Straße. Unheimlich die vielen PolizistInnen, alle martialisch in schwarz mit Schußwesten und Helmen. Dabei war nix (agressives) los, nur Trillerpfeifen und Sprechchöre. Für mein Empfinden war es gut, daß so viele DemonstrantInnen da waren. Ich glaube nicht wirklich daran, daß sich die AfD „schon von selbst erledigt“ (Zitat Nachbar), denn sie ziehen ihr Potential aus der Angst vor Veränderung. Und ich denke, daß sich Vieles in den nächsten Jahren verändern wird, nicht nur zum Guten. Doch hilft das abschotten gegen alles Neue Niemandem weiter, das schüren der Ängste nicht und einfache Lösungen wird es, ganz gegen deren Propaganda, wirksam nicht geben. Deshalb denke ich, daß es nötig ist, etwas zu tun, damit sie nicht tatsächlich zur Volkspartei mutieren können.
Allerdings hätte ich lieber FÜR als GEGEN demonstriert (oder zumindest für UND gegen, aber dies war halt ausschließlich eine GEGENdemo, das wussten wir ja auch vorher) und lieber gegen Pegida als gegen die AfD – aber auch Denen (und denjenigen, die sich dort nicht öffentlich zeigen, aber sympathisieren) möchte ich zeigen, daß sie halt NICHT „das Volk“ repräsentieren, wie sie es immer für sich reklamieren. Das ist auch ein Grund, aus dem ich es für richtig halte, dorthin zu gehen – weil diese Leute dazu neigen, sich umso stärker zu fühlen, je weniger der Wind ihnen ins Gesicht bläst. Und zu proklamieren, daß Alle ihrer Meinung sind, wenn nicht deutlich ist, daß das nicht stimmt. Und weil unsere Politiker viel zu sehr auf die Schreihälse hören – also müssen wir, die wir anderer Meinung sind, auch Laut geben und in der Öffentlichkeit sichtbar sein. Ich weiß ja auch von mir selbst, daß ich erleichtert bin, wenn ich von GegendemonstrantInnen lese oder höre und mitkriege, daß deren Zahl höher war als die der Rechten, die sich versammelten.
Auch in Westerholz war das so: ich schätze etwa 50 BesucherInnen der Veranstaltung. Größtenteils die Sorte „braune Feincordhose und weißes Hemd“ (Mann, die Mehrheit) oder „marineblaues Kostüm, weiße Bluse und Halstüchlein“ (Frau), Ende fünfzig bis Mitte sechzig. Leider habe ich auch einen Laden-Kunden gesehen.

Ich persönlich muß feststellen, daß demonstrieren mir keinen Spaß macht. Ich bin allergisch gegen gleichgeschaltete Menschenmengen, sogar, wenn ich ganz auf deren Wellenlänge liege. Sprechchöre verursachen bei mir Übelkeit, und wenn ich merke, daß es mehr werden, die sich anschließen, rücke ich ganz automatisch weg und distanziere mich innerlich. Ich glaube, daß das immer noch die Folge von einer Art Klein-Trauma meiner Jugendzeit ist: irgendwann hatte ich Originalaufnahmen aus der Nazizeit gesehen – in demselben Film sowohl welche von den lebenden Leichnamen bei den KZ-Befreiungen als auch Bilder von den jubelnden Heil-Hitler-Menschenmassen. Das hat mich damals tagelang nicht losgelassen und nachhaltig beeindruckt – für Massendynamik bin ich offenbar nach wie vor unempfänglich. Allerdings reagiere ich leider schon immer heftig auf wabernde Stimmungen, und da war natürlich vieles, was da waberte …. dementsprechend ging es mir zwischenzeitlich mal richtig schlecht, so daß ich dachte „Das kann ich nicht! Nie wieder!!“. Aber ich habe dann hier und da mal geschnackt, unter anderem auch mit einer Polizistin, und dann ging es auch wieder.

Übrigens: der Herr Habeck war auch da, wie es schien so privat, wie das ein Herr Habeck so kann. Das finde ich richtig gut, denn sonst war bis auf einen Lokal-SPDler (die SPD hatte diese Gegenveranstaltung angemeldet) Niemand von der Polit-Prominenz zu sehen. Und auch Niemand vom NDR, geschweige denn von anderen Sendern. Ich hoffe zumindest auf einen Bericht in der Zeitung….. schließlich würde mich schon interessieren, wie die offiziellen Zahlen lauten und was es sonst zu berichten gab, was ich nicht mitgekriegt habe.


Heute, im Netz gut versteckt, Folgendes: 50-60 AfDlerInnen, 300-400 DemonstrantInnen, 150 PolizistInnen, weil sich die Antifa angekündigt hatte. Waren auch da, ein kleiner „schwarzer Block“ von vielleicht 30 Leuten. Drei Anzeigen, eine davon wegen Körperverletzung (Antifaler -> Polizist) Es muß ganz zu Beginn kleinere Rangeleien um die Räumung der Zufahrt gegeben haben, da waren wir noch nicht da.

Edit: In den Kommentaren wurde noch ein Link zu einem ausführlichen Bericht gepostet, danke dafür: *klick*

Raus aus die Pantoffeln….

Erstmals seit den Friedensdemos der 80er ist für mich heute wieder demonstrieren angesagt: die AfD hat umme Ecke die olle von Storch eingeladen (ja, eingeladen. Rein kommt nur, wer sich vorher eine Einladung per Mail erfragt): Wahlkampfauftakt in Schleswig-Holstein in der schönen Westerholzer Mühle 😦

Am späten Nachmittag gehts los (17 Uhr Treffen, um 18 Uhr Einlaß bei der Mühle). Ich bin sehr gespannt, wie viele Menschen dort (auf beiden Seiten) sein werden und wie sich das gestalten wird. Vielleicht liest ja noch Jemand mit, der oder die Zeit und Meinung dazu hat.

 

Hier werde ich geholfen!

Oft habe ich so irgendwie-unkonkret-nichtformulierbar-ungute Gefühle bei irgendwelchen Sachen, die so um mich herum vorgehen.
Leider nicht immer, aber immer wieder einmal geschieht es, daß ich ein paar Tage später irgendwo im Netz einen Artikel oder auch „nur“ einen Kommentar lese, der genau dieses ungut-wabernde in klare Worte faßt und mir im besten Fall auch noch begründet, warum sich das für mich so ungut anfühlte. Meist schreibe ich dann einen dankbaren Kommentar *g*

Ein Superbeispiel ist mir jetzt erst untergekommen:  die Sache mit der Präventivhaft für Gefährder. Immer, wenn ich davon hörte, fühlte sich das ungut an, waberte irgendwie als leichtes Schaudern durch den Körper – aber so recht fassen konnte ichs auch nicht. Erst recht nicht formulieren oder gar begründen. Denn wäre es nicht eigentlich gut zu finden, wenn Leute, die im (konkreten) Verdacht stehen, Böses im Schilde zu führen, aus dem Verkehr gezogen werden?
Dann kam ein neusprech-Beitrag in meinen Reader, und jetzt weiß ich, was ich fühle und sogar warum 😉

DARUM ist das ungut! (klick)

Dankeschön an Euch da draußen, die Ihr nachdenkt, klarer seht als ich und Euch die Mühe macht, zu recherchieren!!


Einige Tage später bin ich noch über das neue „Gemeinsame Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr“ gestolpert. Hört sich ja auch nicht schlecht an – WENN man schon weniger Fremde hier haben will, dann diejenigen zu unterstützen, die zurückkehren wollen. Aber Pfeifendeckel: in diesem Zentrum sollen Sammelabschiebungen organisiert werden! Da wusste ich zwar gleich, warum ich das ungut finde, das musste mir Niemand erst erklären – aber was soll das, die Leut‘ mit solchen Worthülsen, die sich netter anhören, zu ver**schen??

Freumich!

Manchmal sind so Statistikseiten ja doch zu was nütze:

Ich sehe in den Blogstatistiken unter „Referrer“ (das sind die Seiten, von denen aus Jemand auf meinen Blog geklickt hat) die openpetition-Seite. Denke

???

klicke drauf, komme auf die Petition gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Überlege, wie von dort aus Jemand auf meinen Blog gefunden haben sollte. Sehe seitlich eine furchtbar schlecht zu lesende „Woher kamen Unterstützer?“-Cloud. Verrenke mir die Augen, bis ich feststelle: beim drüberfahren erscheinen nicht nur die Links, sondern auch sogar Zahlen, und:

von meinem Link aus haben (bisher) zwei von Euch die Petition unterzeichnet!

Freumich 🙂


Nun schiebt ja Schleswig-Holstein bisher eh nicht nach Afghanistan ab – aber das kann sich schnell ändern, außerdem sind ja längst nicht alle, die hier mitlesen, aus S-H. Ich kenne selbst flüchtig einige AfghanInnen, die fürchterliche Angst haben, doch noch abgeschoben zu werden. Drei waren schon kurzzeitig im Kirchenasyl „gefangen“, einer hat inzwischen eine Arbeit im Ort und hat nun trotzdem den Abschiebebescheid für sich und seine Familie bekommen. Gut, daß er in S-H lebt, und doch – jetzt mit dieser Unsicherheit leben zu müssen! Alle drei Monate wird nun neu entschieden, furchtbar!

„Unsere“ Iraker übrigens haben nach wie vor keine Nachricht vom BAMF. Ab. hat als letzter jetzt auch bald seine Anhörung, dann warten alle vier auf ihre Bescheide.
Mir graust ein wenig: sie sind so zuversichtlich, zumindest erstmal ein Jahr Aufenthalt genehmigt zu bekommen – mir fehlt inzwischen, wo wir so oft von Ablehnungen hören, diese Zuversicht. Und die neueste schlechte Nachricht ist, daß es auch nicht mehr klar ist, danach klagen zu können: obwohl sehr viele Klagen durchkommen, ist die steigende Zahl der abgelehnten Klagen Anlaß, nun immer öfter Prozeßkostenbeihilfe für die Klagen nicht zu genehmigen – wegen fehlender Erfolgsaussichten.