Dürre???

Es regnet.

Seit ein paar Wochen wieder öfter, und doch war, als ich am Donnerstag heim kam von meiner Fortbildung, der Gartenteich schon wieder sehr geschrumpft. Seit gestern abend regnets nun andauernd, zeitweise auch stärker (übrigens auch Bucheckern, unglaublich – ein kleiner Windstoß und es prasselt nur so runter!!) – Zeit für einen Rückblick auf die große Dürre. War es wirklich sooooo schlimm? Mein Gefühl war ja immer „na, sooooo schlimm ist das doch nun auch wieder nicht“ – und doch nimmt zumindest meine Lieblingsbuche, von der ich ja schonmal geschrieben hatte, die Dürre offenbar übel. Hoffentlich nicht auf Dauer!
„Gefühlte Trockenheit“ ist wahrscheinlich ähnlich zuverlässig wie „gefühlte Temperatur“. Was also ist wirklich los gewesen?

Bei naturaufdembalkon geb es letztlich einen sehr interessanten Link dazu! Es gibt nämlich einen DÜRREMONITOR! Hier kann JedeR nachgucken, wie weit sein Heimatort von der Dürre seit letztem Jahr tatsächlich betroffen ist. Insgesamt ist spannend oder besser gesagt erschreckend, daß es in den meisten Teilen des Landes lange Zeiten über bis in Tiefen von 1,80m staubtrocken ist oder zumindest war. Heftig!

Dürre bezeichnet die Abweichung der Bodenfeuchte vom langjährigen Zustand im jeweiligen Monat (statistischer Vergleich mit dem Zeitraum 1951-2015), keine absolute Trockenheit.

Will heißen, die Bilder dort sind relativ und nicht absolut zu lesen. Das zur Einordnung, es macht es allerdings nicht besser….

Wenn man sich das nun für unsere Gegend anschaut, dann siehts recht gut aus eigentlich. Weiß bis gelb, egal ob für die oberen oder die tiefen Schichten, da stimmt mein Eindruck offenbar – aber es gibt auch einen Rückblick auf letztes Jahr, und da gibts im Winter auch bei uns knalliges „rot“ für „extreme Dürre“.

Na, es wird spannend zu sehen, wie das weitergeht. Eigentlich wünscht man sich jetzt viel Nasses von oben – aber ich persönlich tendiere trotzdem ganz egoistisch dazu, mir noch einen sonnigen Herbst zu wünschen und wenig weiß im Winter. Abwarten….

 

Wenn der Schwanz nicht weiß, was der Kopf sich ausgedacht hat…..

dann kommt sowas dabei raus:

Die Post will Büchersendungen abschaffen. Bzw will sie, daß man Bücher, die dicker als 5cm MIT VERPACKUNG sind, als Päckchen schicken muß, für 3,79 Euro statt wie bisher für 1,70 Euro.
Nun gibt es aber eine Übergangsfrist bis 31.12., und ich weiß das. Nicht aber die Angestellte- und in der neuen Preis-Info wird es nicht erwähnt. Also hat sie sich geweigert, meine Büchersendung anzunehmen.
Wenn sie’s annähme, sagte sie, dann würde sie Ärger kriegen, man sähe dann ja, daß der Kasten hinterm Tresen von ihr befüllt sei. Sie war völlig überfordert …. Ich also: okay, dann geben Sie mir die Marken, ich werf’s draußen in den Kasten …. *g*
Aber das wäre ja zu einfach: Büchersendungen dürfe man garnicht in Briefkästen werfen (!) Die müsse man abgeben, wie Päckchen, das sei immer schon so gewesen!
Ich konnte von Glück sagen, daß sie mir die Marken noch verkauft hat…..
Habe ihr gesagt, daß ich nicht die einzige bin, die seit Jahren den Postkasten benutzt, aber auch das hat sie mir nicht geglaubt. Langsam war’s mir dann auch wurscht, ich hab das Buch reingeworfen und Schluß! Zum Glück war’s nicht zu dick für den Schlitz….

Hier steht übrigens die Info, die man bei der Post offenbar nicht nötig hat, zu kommunizieren:
https://www.deutschepost.de/—/buechersendung_national.html

Das hätte jetzt nicht sein müssen!

Auf dem Weg zur Arbeit gestern wurde ich mit meinem Pedelec angefahren. Ich: Radweg. SUV steht in Ausfahrt. Ich gucke noch, weil da auch Linksabbieger und Gegenverkehr waren, da wird ja gern mal was übersehen – der Linksabbieger aber war weg, der SUV steht noch immer, also gut, dann wartet er ja – ich fahre also weiter – und fliege.
Jetzt hab ich ein gestauchtes Steißbein (evtl mit Riß, aber das war im Röntgenbild nicht abschließend zu erkennen und würde eh nix ändern) und einen so großen Bluterguß unterm Knie, daß noch nicht klar ist, ob der operiert werden muß.Musste – Arbeitswegeunfall – zum Durchgangsarzt, aber schlimmeres ist zum Glück nicht. Wurde mit Salbenverband und Ibuprofenrezept entlassen, muß morgen hin, um den Bluterguß zu kontrollieren („Sie sind ja noch eine junge Frau, mal sehen, ob der Körper das allein in den Griff kriegt“ – WAS? Wo endet „jung“, bitte???? *gg*)

Heute morgen, vor dem Ibu, wars wie Ganzkörpermuskelkater der übelsten Sorte plus Prellungen hier und da. Also, wie „junge Frau“ bewege ich mich derzeit nicht gerade…. aber nuja, das hätte schlimmer ausgehn können, und nun hab ich bei allerbestem Wetter eine Woche frei. (Das nennt man „positiv denken“! *gg*) Und meine Kolleginnen haben schon wieder „eine Urlaub und eine krank“, Schiete!!!

Und ich habe ein kaputtes Pedelec, das mir aber bezahlt wird. Der SUV- Mann hat mich zur Arbeit gefahren (anfangs dachte ich noch, nur büschen Prellung, kann arbeiten), einen Hänger geholt und das Rad zum Reparateur gebracht. Auch nicht selbstverständlich.

!?

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor gut. Obwohl der Fachkräftebedarf ständig steigt, hat Deutschland dennoch einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa. Nach einer DIW-Studie sind inzwischen – unter Berücksichtigung der Teilzeit- und Nebenjobs – bundesweit mehr als 9 Millionen Menschen davon betroffen. Der Bruttolohn von 10,80 Euro ist die nach internationalen Standards in Deutschland geltende Grenze für Niedriglohn.

Zweierlei finde ich an diesem Zitat aus dem Akopol-Blog interessant:

  1. Daß ich offenbar ganz knapp nur am Niedriglohn vorbeischramme – und dabei im Vergleich mit Anderen auf ähnlichen Arbeitsplätzen einen normalen bis höheren Stundenlohn habe
  2. Daß sich der Mangel an Arbeitskräften so nachhaltig nicht aufs Lohnniveau auswirkt.

Inzwischen ist es selbst hier auf dem Land angekommen: unsere Eisdiele zB hat wg. Personalmangel mitten in der Saison mittwochs Ruhetag, fast jeder Handwerkerbus trägt einen „Wir suchen Verstärkung“- Aufdruck, in jedem Laden, den ich kenne, werden VerkäuferInnen gesucht. Es betrifft inzwischen nicht mehr nur FacharbeiterInnen, auch Ungelernte wie ich haben sehr gute Chancen (wie man hier lesen konnte), wenn sie versuchen, die Arbeitsstelle zu wechseln.

Nun kann man natürlich schon fragen, ob höhere Löhne denn auch wirklich helfen würden, wenn es nunmal nicht genug Menschen für die Arbeit gibt. Aber gibt es wirklich nicht genug Menschen für die Arbeit? Oder hapert es daran, daß zu Viele einfach keine Lust haben, sich beim arbeiten die Hände schmutzig zu machen? („Berater“, „Manager“ und „Coaches“ etc gibt es ja zuhauf, genau wie Studierende, die eigentlich nicht wirklich wissen, was sie denn wohl nachher mit ihrem Studium anfangen können) Und andererseits: kommt die o.g. Eisdiele billiger weg, wenn sie einen Tag schließt statt besser zu bezahlen (Nicht, daß ich wüsste, was die bezahlt!!)?

Ein Gedanke ist ja auch, daß bessere Arbeitsbedingungen nicht nur in Euro und Cent zu messen sind. Man betrachte sich die KrankenpflegerInnen, bei denen es nach wie vor Dreierwechselschichten Früh/ Spät/ Nacht gibt. Dazu würde man mich auch mit dem besten Gehalt nicht bringen, solange es IRGENDEINE Alternative gibt.

Na, sicher ist jedenfalls: Höhere Löhne sind gerade im Niedriglohnsektor dringend nötig, unabhängig davon, ob sie mehr Leute zur Arbeit locken könnten. Beispiel: eine Exkollegin, die, soweit ich weiß, ebenso knapp UNTER der oben genannten Niedriglohngrenze liegt wie ich inzwischen drüber liege, ist alleinstehend. Sie hat eine kleine Mietwohnung, und arbeitet Vollzeit. Das Geld ist so knapp, daß jede größere Reparatur/ Anschaffung auf Pump bezahlt werden muß. (Es passiert ja mal, daß eine Waschmaschine kaputtgeht oÄ) Ganz zu schweigen von der (Un-)Möglichkeit, in die Betriebsrente einzuzahlen. Sie steuert als zeitlebens in Vollzeit Arbeitende (sie arbeitet, seit sie 16 ist) also auch noch stracks Richtung Altersarmut. Und das liegt NICHT daran, daß sie in anderen Bereichen so prassen würde, soweit ich das beurteilen kann.

Wie kann dann Jemand vernünftig leben, der nicht nur „Oberkante Niedriglohn“, sondern „gesetzlichen Mindestlohn“ hat!? Eben gar nicht, jedenfalls nicht alleinstehend mit einer Vollzeitarbeit. (Btw.: Ich finde gut, daß es inzwischen überhaupt einen Mindestlohn gibt!)

Wie auch immer: warum der Mangel an arbeitenden Menschen nicht dazu führt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, das verstehe ich einfach nicht. In diesem Sektor klappt der Angebot/ Nachfrage-Mechanismus einfach nicht (mehr), aber wieso?

Fragen über Fragen….

 

 

Nochmal „Fridays for future“

Bin grad im Rheinland (natürlich mit Zug) und war vorhin per Straßenbahn in Bonn unterwegs. Die kam aber nicht, und warum? Weil die Fridays for future-Demo lief, genau an mir an der Haltestelle vorbei.

Ich hatte wirklich Mühe, die Tränen bei mir zu behalten – eine Mischung aus Beeindrucktsein (VIELE Menschen, die meisten jung, alle unterwegs für etwas, das mir sehr wichtig ist; selbstgebaute Schilder mit liebevollen Eisbär-Zeichnungen etc …) und meinem Gruppendynamik- Problem (Slogans skandierende Massen, Laute Menschen – UAAAAH, Fluchtreflex, auch wenn die Anliegen, wie in diesem Fall, ganz die meinen sind)

Als ich aus Hunderten Kehlen, gerichtet an uns, die wir an der Haltestelle standen, hörte: „Leute, laßt das glotzen sein- reiht Euch in die Demo ein“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil IHR uns die Zukunft klaut“ wurde ich allerdings bockig. Nur weil ich nicht mitmarschiere, egal wofür, werde ich (als pauschales Teil des „Ihr“) so fies angegangen! Wo ich sehr wahrscheinlich doch mehr für deren Ziele tu als viele der Marschierer! Ganz schlechte Taktik, Leute, die potentielle MitstreiterInnen sind, agressiv anzugehen! (Ja, ich empfinde „glotzen“ als agressiv, ebenso wie die Unterstellung, daß ICH Diejenige bin, die Jemandem die Zukunft kaputtmacht)

Ganz schön spannend, was so eine Demo mit einer alten Frau nebedran so tun kann 😉

Bionade-Biedermeier ….

Ein schöner Begriff – aber als ich ihn letztlich erstmals hörte und dann las, was er bedeutet, fühlte ich mich unangenehm betroffen…. denn

Das politische Schlagwort Bionade-Biedermeier soll demnach ausdrücken, dass Formen des nachhaltigen Konsums „echtes“ gesellschaftliches oder politisches Engagement ersetzen und in erster Instanz das Wohlbefinden der handelnden Personen steigern

(Wikipedia)

U’o’g’nähm, sich in einer solchen Definition wiederzufinden – zumal, wenn man, wie ich, eh ein wenig dazu neigt, sich unwohl damit zu fühlen, dem eigenen Anspruch in dieser Hinsicht nicht gerecht zu werden.

Ich weiß, ich bin einfach mental nicht geeignet, mich anzulegen, Kontroversen auszuhalten und zu stehen, wenn ich angegangen werde. Viel zu dünn ist meine Haut. Trotzdem denke ich immer wieder, ich müsste eigentlich. Und jedes Mal, wenn ich dem „müsste“ nachgebe, finde ich mich über kurz oder lang in einer Situation wieder, in der es mir schlicht schlecht geht. Überfordert, niedergeschlagen, gestreßt. Mit über 50 sollte ich es gelernt haben (und habe es hoffentlich auch gelernt – aber ich habe nach wie vor sowas wie ein schlechtes Gewissen deshalb und bewundere JedeN, die oder der sowas kann und auch tut)

Ich tröste mich damit, daß ich immerhin im Naturgartenverein Flagge zeige – politisch ist das zwar eher in weiterem als in engerem Sinne, aber gesellschaftliches Engagement ist es immerhin. Morgen übrigens stehe ich wiedermal in Gottorf auf dem Landmarkt am Infostand – wer da ist: vom Eingang links, und dann im Gelände links vom Cafè-Pavillon könnt Ihr mich besuchen 🙂

Brrrrrrrrr – exit

(Diese Kolumne hat Tonio Keller geschrieben und es mir netterweise erlaubt, sie hier zu veröffentlichen. Ich fand sie so witzig und treffend, daß ich ihn darum gebeten hatte. Danke, Tonio!)

Jeder sich selbst

Der italienische Schriftsteller Leonardo Sciascia hat einmal beschrieben, wie er als Lehrer im Sizilien der 1950er Jahre in einer verwilderten Schulklasse das Amt des Klassensprechers einführen wollte, um sie zur Demokratie zu erziehen. Beim ersten Wahldurchgang stellte er fest, dass jeder sich selbst gewählt hatte. Das blieb noch ein paar Mal so, bis den Schülern allmählich dämmerte, dass es so wohl nicht geht.

Ähnliches können wir derzeit im britischen Parlament beobachten, der ältesten noch bestehenden Demokratie der Welt. Da werden gerade immer wieder aufs Neue verschiedene Vorschläge zum Brexit zur Abstimmung gebracht. Auch hierbei sollte es rein rechnerisch klar sein, dass schon bei mehr als zwei Anträgen mit genügend großer Unterstützung nie einer von diesen die Mehrheit bekommt, wenn jeder immer alle außer dem eigenen ablehnt – erst recht bei acht oder zwölf Anträgen, wie sie in London derzeit vorgelegt werden.

Wie ging übrigens die sizilianische Geschichte aus? Nach zähem Ringen gelang es einem, durch Versprechungen und Drohungen genügend Anhänger um sich zu scharen. Kaum gewählt, sah er es als seine Hauptaufgabe an, die anderen zu drangsalieren. Dies nur der Vollständigkeit halber, mit den Briten hat das natürlich nichts zu tun.

 

freitags für die Zukunft

Nicht „auf der Straße“, sondern in einem Naturgarten – schon lange VOR Beginn der Schülerdemos gesehen. Ist durchaus kompatibel (der Garten mit den Demos) 🙂

Heute „streiken“ sie wieder, die jungen Leute. Immer freitags, immer „für die Zukunft“

Inzwischen habe ich verstanden, für was sie auf die Straße gehen – das hat eine ganze Weile gedauert, weil ich zu Beginn nur Allgemeinplätze auf den Schildern las, nur Wortblasen in den kurzen Interviews hörte. Oder „gegen“s, nicht „für“s. (Gegen den Kohleabbau, gegen ein „weiter so“ ) Außer „für das Klima“ – najaaaaaa …. ein ganz winziges bißchen konkreter dürfte das schon sein – Atomkraftwerke sind auch klimafreundlich. Also, nur zum Beispiel mal. *gg*

Inzwischen aber haben sie ein wenig konkretisiert, worum es ihnen geht, und ich finde toll, was sie auf die Füße stellen, jede Woche wieder – und in welchen Mengen (mehr als 1,5 Millionen letztens), in wie vielen Ländern (120, laut „Time“)!

Schade finde ich nach wie vor, daß sie das in der Schulzeit machen. Anfangs konnte ich die Gründe einigermaßen nachvollziehen und glaube tatsächlich, daß sie das auch richtig eingeschätzt haben: ohne die „Schulschwänzdebatte“ hätte man sie einfach totgeschwiegen. Inzwischen denke ich, dies Argument zählt nicht mehr – und sie könnten viel mehr Leute mobilisieren, wenn sie ihre Demos auf den späteren Nachmittag legen würden. Kann doch nicht schaden, arbeitende Menschen mit einzubeziehen!?

Trotzdem kann ich die Selbstgefälligkeit, mit der die Herren und Damen, die normalerweise in der Öffentlichkeit vornan stehen, das Geschehen kommentieren, nur erbärmlich finden: Streik dürfe man das nicht nennen, weil das Wort den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen bezeichne, so wortklauben die einen. Die anderen sprechen den Jugendlichen das Recht auf Protest ab „weil sie nicht alle globalen Zusammenhänge verstehen können“. Und die nächsten hängen sich am Schulschwänz-Thema auf und lassen das, worum es geht, links liegen.

Daß die SchülerInnen und StudentInnen sich durch sowas nicht entmutigen lassen, finde ich gut. Ich hoffe, sie beweisen langen Atem, auch wenn sie nicht mehr jede Woche die große Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben und auch, wenn es wieder mal seeeeeeeehr lange dauert, bis sich was ändert. Und ich hoffe, sie machen mehr als demonstrieren: ich hoffe, sie alle ändern bei sich selbst daheim im kleinen, was sie ändern können. Lassen sich nicht vom Mutti-Taxi überall hin chauffieren, sondern setzen sich aufs Rad. Nehmen sich auf die Demo eine Trinkflasche mit, statt sich zum aufwärmen in der Bäckerei Kaffee im ToGo-Becher zu kaufen. Gucken sich mal den Fellbüschel an ihrem Mantelkragen an und kaufen das nächste Mal keine 100%-Polyacryl mit Echtfellkragen. Nur mal so als Beispiel.

So viel dazu, wie ich ganz persönlich diese „jungen Demos“ sehe – wer ein paar mehr Fakten möchte und ein gut fundiertes Plädoyer für mehr Respekt für sie und ihre Anliegen lesen mag (das mich zu diesen Zeilen veranlaßt hat), der klicke hier

 

 

Hilfreich!

Habe von Ladypark den Link zu einem Artikel geschickt bekommen, der mir mit meiner Frage danach, was wohl all die Anti -Flüchtlings/ -Merkel/ -wasauchimmer-Demonstranten umtreibt, weitergeholfen hat.

Ist nicht allzu lang, lesen lohnt:

*klick*

Erschreckend, in mehr als einer Hinsicht:

  • Jemand beschimpft Leute, rudert aber dann zurück, wenn er feststellt, daß es LEUTE – also, ECHTE Leute – sind?
  • Social media – ich bin dort nicht vertreten, aber in irgendwelchen Filterblasen sicherlich auch, allein dadurch, daß ich lese, was ich lese (zB Printmedien, und da bestimmte, statt FB und Co) sehe, was ich sehe (zB Tagesthemen statt RTL-news) und höre, was ich höre (zB DLF statt RSH) Daß es SO heftig sein kann, war mir allerdings nicht klar und IST erschreckend,
  • denn: bin ich weniger naiv als beliebige andere Nachrichtenkonsumenten, was das Faktum angeht, daß ich erstmal Nachrichten als echt ansehe, die ich lese/ sehe? Nein.
  • Ich wüßte übrigens auch garnicht, wie ich Nachrichten auf ihren Echtheitsgehalt überprüfen könnte. (Wie geht eine Rückwärts-Bildsuche??? Nur als Beispiel)

Allerdings ist der Artikel auch erfreulich – dahingehend, daß dieser Mensch Konsequenzen gezogen hat. Wobei dann ja gleich das nächste Erschreckende auf dem Fuße folgt: daß seine „Freunde“ ihn so anfeinden, als er sie aufmerksam machen will, daß er den Rückzug antritt. Was ich verständlich, aber schade finde. Wer könnte besser als so Jemand als Multiplikator wirken??

Wobei der Artikel mir allerdings nicht hilft: bei der Antwort auf die Frage „Und jetzt???“ Jeden Hetzer persönlich aufzusuchen ist ja wohl keine realistische Option. Was aber ist eine?

(Der verlinkte Artikel ist ein Kapitel eines neuen Buches. Dessen Rezension hab ich gleich mal gelesen, aber der Schwerpunkt des Buches scheint anders zu liegen. Schade! Falls es doch jemand besorgt, bin ich aber an einer Ausleihe interessiert, vielleicht ist ja nur die Rezension unvollständig)


Nachtrag. Gestern nicht Tagesthemen, aber heute-journal gesehen. Die Umfragen des Politbarometers liessen mich hoffen, daß die ganze Berichterstattung eben doch das Problem nochmal größer erscheinen läßt als es ist – und daß mein Empfinden, daß in meiner realen Umgebung eigentlich nix zu merken ist vom Rechtsruck, nicht der Filterblase, sondern der Realität entspricht:
77% der Befragten sehen rechtsextremes Gedankengut in der AfD weit verbreitet. Und, andere Frage, ergänzend-erhellende Antwort: für 79 Prozent der Befragten stellt der Rechtsextremismus eine große Gefahr für unsere Demokratie dar. (Bleibt nur eine Frage offen: wie viele davon sind FROH, daß die Demokratie in Gefahr geraten könnte?? Fällt mir gerade jetzt erst beim schreiben ein – vorher hatte ich einfach mal als gesetzt gesehen, daß die 79% allesamt ERSCHRECKT sind von dem Gedanken, aber das muß ja garnicht sein….)

Das Ding ist….

… daß ich inzwischen schon viele Zeitungs- und Blogartikel zum Thema gelesen habe, Interviews und Radiobeiträge gehört – und doch noch immer nicht verstanden habe, was all die Anti -Flüchtlings/ -Merkel/ -wasauchimmer-Demonstranten umtreibt. (Also jetzt mal die, denen ich erstmal keinen Radikalismus unterstelle. Von den anderen will ich hier mal nicht schreiben, was die wollen und daß sie sich derzeit grinsend die Hände reiben, das ist klar)

Ja, es sind einige hunderttausend Flüchtlinge gekommen.
Ja, es gab kurzfristig „ungeordnete Zustände“.
Ja, auch unter den Gekommenen sind Kriminelle, Ar***lö****, Spinner, Fanatiker, sogar einzelne Terroristen.

Und jetzt?

Wären letztere nicht als Flüchtlinge gekommen, wären sie unter anderer Flagge eingereist. Sind sie ja zum größten Teil auch, übrigens. Kriminelle gibt es nunmal in allen Völkern, ebenso wie Ar***lö****, Spinner, Fanatiker (was man ja leider bei besagten Demos auch immer wieder beobachten kann). Und sogar Terroristen, ich sag mal nur NSU.

Die Allermeisten leben ganz normal vor sich hin, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg. Die Allermeisten aller Nationalitäten.

Inzwischen kommen kaum noch Flüchtlinge nach (daß der Preis ist, daß sie in „ihren Ländern“ umkommen, auf dem Meer ertrinken oder unter menschenunwürdigen Umständen in anderen Ländern in Lagern leben, what shall’s? Hier ist Ruhe….), alles hat seine Ordnung, auch wenn nach wie vor an den hohen Bergen von Asylanträgen herumgearbeitet wird – also, wo um Himmels willen liegt das Problem??????

Ich verstehe es einfach nicht!


Nachtrag:

Aber immer noch sind es doch NUR UM DIE 20%, die die Rechten unterstützen!!!
80% tun das nicht!!!!!!

Und offenbar (grün ist die Farbe der Hoffnung) beginnen die 80% jetzt auch mal, sich zu rühren. In Blogs oder auf Demos oder per Twitter oder…. aber immerhin, sie rühren sich. Es wird Zeit!

 

 

Nix klappt…

Bin einer Online-Betrugsfirma aufgesessen, habe per Vorkasse bestellt, gleich eine Bestätigung und Kontodaten bekommen, bezahlt, dann nie wieder was gehört – keine Antwort auf Mails und ständig besetzte Telefonnummer. Länger gehofft und gewartet, aber, wie mein Vater immer zitiert: „Hoffen und harren hält manchen zum Narren“….

Ist nicht viel Geld, denn viel Geld würde ich nicht per Vorkasse geben, aber so stehen lassen will ich das nicht.

Nach Wochen im Netz ein wenig gesucht, eine Seite namens „shopauskunft“ gefunden, dort waren schon viele Doofe, denen es genauso gegangen ist mit dieser Firma, offenbar läuft das seit etwa einem Jahr so bei denen.

Also Anzeige. Vor 14 Tagen Anruf bei der örtlichen Zentraldorf-Polizei: man sei immer donnerstags von 8-12 dort, einfach alles mitbringen und Anzeige erstatten.

Also heute, endlich mal Zeit, um 9 hin. Keiner da. Angerufen – keiner geht ran. Ja, kann das wahr sein??

Zentrale in FL angerufen (Nr. stand an der Tür) – dort war man – ich sag mal etwas irritiert. Der Mann dort hat selbst zu kontaktieren versucht, rief mich dann schnell zurück, nachdem er ebensowenig Erfolg damit gehabt hatte wie ich. „Dann müssen die halt bei Ihnen vorbeikommen, nach 13 Uhr wäre das!“ Tja, leiderleider…. da arbeite ich schon. Ich könne dann nur noch wann anders oder woanders meine Anzeige erstatten, oder ich könne die Onlinewache nutzen. Sei recht einfach. Ich bedanke mich, der ist ja selbst genervt und kann nix dafür, und er hat sich sehr nett bemüht.

Von der Onlinewache komme ich jetzt grad. Internetbetrug war auswählbar, und nach Eingabe meiner ganzen persönlichen Daten – bietet man mir ausschließlich an, eine Plattform anzugeben, eine Artikelnummer und später dann auch den Nickname des Verkäufers – alles nicht zutreffend für mich, weil ich ja bei einer richtigen Firma bestellt habe, aber anscheinend gibt es für die Polizei Internetbetrug nur auf e***, Am**** und Co.

Leckt mich doch alle, ich fahr halt nächste Woche nochmal los, oder in zwei Wochen oder drei…. wenn ich halt mal wieder donnerstags morgens Zeit finde – und rufe vorher an, ob auch wirklich wer da ist ….

Lesen! ;-)

Wieder einmal hat sich Jemand die Mühe gemacht, einen wirklich guten Artikel zu schreiben. Ich warne: es ist ein langer, und er enthält auch noch interessante Links (@teff: zB neue Nahrung für den Nestlé-Boykott *g*) Es braucht also etwas Zeit, ihn zu lesen. Der für mich interessantere Teil ist die zweite Hälfte, in der es um den Anteil geht, den JedeR an dem hat, was gerade aktuell passiert. Und in dem Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Der Beitrag heißt, bitte schön:

Das sind die Grenzen

Einen offenen Brief

an den neuen Herrn Innenminister betreffend seine Aussagen über die NGO, die auf Lebensrettungsmission unterwegs sind, habe ich heute zugeschickt bekommen. Einen offenen Brief, der manches klar und deutlich sagt, was ich in dieser Deutlichkeit noch nirgends gehört oder gelesen habe. Leider auch nicht von Seiten der Opposition oder der sich, soweit ich das mitkriege, inhaltlich wegduckenden Koalitionspartnerin SPD.

Ein Auszug:

Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Menschen gefoltert und versklavt und vergewaltigt werden – ganz bildlich in Libyen. Stellen Sie sich vor, wie diese Menschen in ihrer Verzweiflung alles tun, um Libyen entkommen zu können. Stellen Sie sich vor, dass der einzige Weg ein Schlauchboot ist und dass man für diesen lebensgefährlichen Weg dann noch viel Geld bei kriminellen und gewalttätigen Schlepperbanden bezahlen muss.

Stellen Sie sich vor, dass dort Männer, Frauen und Kinder – die nie schwimmen gelernt haben – auf überfüllten Booten ins Wasser fallen – ohne Schwimmweste. Stellen Sie sich den Kampf gegen das Wasser vor, das langsam aber sicher ihre Lungen füllt, bis sie ertrinken. Stellen Sie sich vor, dass Sie fordern, dass diesen Menschen nicht geholfen wird.

Und wenn Sie bereit sind, sich das vorzustellen und nun sagen: “Aber ohne die Nichtregierungsorganisationen gäbe es das ja nicht”, dann müssen wir Ihnen sagen: Sie liegen falsch. Nicht weil wir eine andere Meinung haben, sondern weil die meisten Menschen in den letzten Jahren gar nicht von NGOs gerettet wurden und weil wir wissen, dass die Menschen auch höhere Risiken eingehen. Wir haben uns als NGOs gegründet, nachdem tausende ertrunken sind – nicht davor.

Quelle und gesamter Brief: Mission Lifeline

Es ist so unsagbar peinlich, was die CSU da momentan aufführt – ja, aufführt – ich kann das nur als Theaterstück sehen, aber leider wird dieses Theater auf den Rücken von Menschen gespielt. Und unsere sich christlich nennenden „Volksparteien“ sind bereit, dies hinzunehmen.

Ich warte schon seit bummelig anderthalb Jahren darauf, daß sich CDU und CSU endlich trennen. In den letzten Tagen sieht es leider so aus, als ob das auch diesmal nichts wird. WARUM bloß halten Merkel und Co so an diesen Kasperles fest, die immer unmenschlicher, immer dreister, immer zynischer versuchen, ihre Machtwünsche durchzusetzen, und die den Populisten hinterherzulaufen versuchen, obwohl das nicht glücken KANN. Ich verstehe es einfach nicht!

Just my 2 cents….

Nochmal nachgelegt. Aber anders.

Allgemeines Unbehagen, im Allgäu offenbar schon länger ein Thema ….

Zu einem ganz anderen Thema nämlich:

Als ich letztlich über DIE MENSCHEN schrieb, über das, was sie wollen könnten oder MAN meint daß sie wollen würden und darüber, wie ignoriert ich mich dabei mit meinem Wollen fühle, da kam ein Kommentar eines mir unbekannten Menschen hereingeflattert, der sich zum echten Zeitfresser entwickeln sollte (der Kommentar, nicht der Mensch *g*). Der Kommentar wies mich auf einen Text zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen hin, den ich großartig fand. (Ihr, die Ihr Verfechter des BGE seid, laßt Euch bitte nicht vom Titel abhalten zu lesen – das ganze ist sehr viel differenzierter als der vermuten läßt!!) Darüber kam ich auf den dort verlinkten Ergänzungstext, der sich mit dem Feedback zum Text befaßt, dann wollte ich wissen: wer schreibt denn da und warum, und dann – waren Stunden vergangen…..

Ich habe nun ganz am Anfang dieses Blogs, Ende 2016,  zu lesen begonnen und bedauere sehr, daß ich zu spät dran bin, um sozusagen in Echtzeit mitzuverfolgen, was sich da getan hat – denn ich musste feststellen, daß auch die Kommentare sehr interessant und bereichernd für mich sind.

Womit startet dieser Blog? Mit einem Text über die Ursache seines Entstehens, genannt „Das große Unbehagen“ ….  und damit beißt sich die Katze sozusagen in den Schwanz, denn ein ähnlich gelagertes allgemeines Unbehagen, auf einen Punkt kristallisiert, der mich halt grad besonders genervt hatte, hat ja auch mich zu meinem Text veranlaßt.

Ich werde mich langsam aber sicher da durchackern. Vielleicht finde ich ja ein paar Antworten – auf jeden Fall aber Anregung, Ideen, Nachdenkenswertes. Und jetzt wißt auch Ihr Bescheid und könnt klicken oder nicht *g* – wer weiß?


Und jetzt noch was zum lachen, in dieser Minute beim durchforsten meiner Newsfeeds entdeckt bei Onkel Maike

Ich jedenfalls hab mich gut gehögt!!! 🙂

„Die Menschen wollen …“

  • nicht über Personal reden, sondern über ….
  • jetzt Antworten von uns hören zu…..
  • daß wir die Themen aufgreifen, die sie interessieren, und das sind…..
  • daß wir uns wichtigen Themen zuwenden wie……

höre ich in den letzten Wochen aus den Nachrichtensendungen tönen. Wer das sagt, das sind unsere PolitikerInnen, die ein neues Lieblings-Dummsprech gefunden haben, nämlich das von „den Menschen„, von denen sie allesamt behaupten genau zu wissen, was die wollen.

Sie wissen es aber nicht! Denn es gibt nicht „die Menschen“ – es gibt sehr unterschiedliche, und die wollen ganz unterschiedliches. Meineeine zum Beispiel möchte eine Menge Dinge, von denen keine Rede (mehr) ist. Ich möchte zB

  • eine Agrarwende hin zum ökologischen, und zwar sofort
  • die Erhöhung des Mindestlohnes, vielleicht sogar das bedingungslose Grundeinkommen – das weiß ich immer noch nicht so genau *g*
  • eine Bürgerversicherung, mindestens, lieber aber eine Änderung des ganzen Gesundheitsystems
  • das Ende der Braunkohle
  • Familiennachzug auch für subsidiär geschützte Flüchtlinge, und zwar sofort (man könnte ja, wenn man zu viel Angst vor zu vielen Flüchtlingen hat, bestimmen, daß das eine Bestandsschutzregelung für alle die ist, die schon hier sind – aber nicht gilt für Diejenigen, die meinetwegen erst ab Sommer hier ankommen. Die wissen dann, auf was sie sich einlassen. Die jetzt schon hier bzw auf dem Weg sind, sind ja unter der Prämisse der Nachzugsmöglichkeit gestartet!!! Ich finde das zutiefst unmenschlich, ihnen jetzt zu sagen „och, Du bist 2 Jahre hier und wartest, daß es endlich losgeht – jetzt erzählen wir Dir mal, daß alles anders ist und Du Deine Kinder nicht wiedersehen wirst“)
  • Umstellung der „Energiewende“ auf umweltverträgliche Maßnahmen (zB ein Ende des Vollwärmeschutzes und der Biogasanlagen, die Ackerfrüchte vergasen)
  • und ganz sicher keine Groko, lieber eine Minderheitsregierung

Ich weiß mich mit diesen Wünschen nicht alleine. „Die Menschen“ gibt es nicht, aber all die, die meine Wünsche teilen, werden derzeit einfach ignoriert. Es wird stattdessen behauptet, man wisse, was „die Menschen“ wollen, nämlich das, was man als Groko gerade so zusammengekungelt hat …. ich fühle mich bei diesem ständigen „die Menschen“ für dumm verkauft, genauso wie wenn das Immergleiche Weiterso als „Erneuerung“ tituliert wird.

Das übrigens ist das, was wirklich „die Menschen“ zu bewegen scheint, egal wohin man horcht: nämlich, daß sie so dumm nicht sind und sich gegen diese Ignoranz zur Wehr setzen. Leiderleider scheint das immer mehr Denen in die Hände zu spielen, die „die Menschen“ auf noch viel schlimmere Weise für dumm verkaufen als unsere Weitersos, den Populisten. Mich gruselt!

Ich hoffe sehr auf die Basis-Abstimmung in der SPD, auch wenn es verdammt unsicher ist, was geschähe, wenn jetzt, wo es eigentlich meinem Gefühl nach eher „zu spät“ ist, die Groko noch verhindert wird.

Warten wir’s ab.

——

P.S. Kennt Ihr das auch, das sich ein Wort umso absurder anhört und anfühlt, je öfter man’s sagt oder schreibt? Mir geht das grad so – hab mich sogar kurz gefragt, ob man „die Menschen“ tatsächlich so schreibt *gg*