Billigbilligbillig!!!

So schreit es von allen Zeitungsseiten! Preisverfall bei Öl und Benzin!!!

Sachma‘, bin ich wirklich sooooo falsch, wenn ich diese spottbilligen Preise eigentlich ziemlich hoch finde?

Ich hab mal gesucht, und:

Quelle: Heizöl24.de

was jetzt grad superbillig schreit, war 2009 ziemlich teuer. Okay, 2009 ist lange her, und früher hatten wir auch noch ’n Kaiser, ja. Aber wenn man sich da weiter durchklickt, sieht man: ab 2010 steigen die Preise heftigst an (im Grunde ja schon seit Ende 2009 absehbar), und vorher waren sie durchgängig wesentlich niedriger. Wenn man dann noch weiß: nein, insgesamt gibt es schon länger einen tatsächlichen Preisverfall beim Öl, verursacht uA durch das monsterumweltschädliche Fracking-Öl der Amis, dann fragt man sich schon, warum davon fast nix ankommt beim Heizöl- oder Spritkäufer.

Ich hätte ja nicht allzuviel zu meckern, läge es an Preisaufschlägen, die zugunsten von Umweltschutz (neudeutsch: KLIMA-) projekten genutzt würden. Ist aber nicht so, und deshalb fühle ich mich durchaus verar***t, wenn ich die jetzigen Preise spottbillig finden soll….

Daß überhaupt Öl und Benzin grad günstiger sind als lange, das liegt – am Virus. Und ich finde es prinzipiell erfreulich: keine Flieger am Himmel, wesentlich weniger Autos etc. Ich fände es wirklich erfreulich, wenn mir nicht tatsächlich bange vor den mittel- bis langfristigen Folgen wäre. Ich kann so garnicht abschätzen, wie das nun wirklich ist und wird mit der Weltwirtschaft. Schön wäre, wenn sie umgebaut werden könnte, für uns alle. Weg vom „Wachstumsmantra“, hin zu Nachhaltigkeit. Dran glauben tu ich nicht, zu viele Interessen hängen dran. Und wenn ich jetzt schon höre, daß die Fluggesellschaften befürchten, durch Corona sei ja so vieles ohne Geschäftsreisen möglich geworden, vielleicht behielte man davon einiges ja nachher bei? – dann weiß ich, daß sie ziemlich viel tun werden, damit dieser umweltfreundliche Kollateralnutzen möglichst vollständig wieder abgebaut wird. Nur mal als Beispiel….

Mulmig

Langsam wird mir mulmig, wenn der Herr F. mir die ständig eintrudelnden Meldungen vorliest.

Geschlossene Schulen, Betriebe und Grenzen, abgesagte Veranstaltungen noch und nöcher, Empfehlungen, sich einzuigeln, de ole Lüüd besser nicht zu besuchen etc.

Langsam wird mir mulmig. Aber nicht wegen des Virus, sondern wegen all dieser Maßnahmen!

Neulich, auffe Arbeit (-60-)

Volle Einkaufswagen rollen durch den Laden.
Menschen äußern sich lobend darüber, daß wir (wie immer) Brot und Brötchen nicht mit blanken Händen in die Tüten packen.
Uns gehen Konserven, Aufstriche, Flocken und Nudeln aus.
Gestern geliefertes ist heute schon wieder ausverkauft.
Die ersten „Kleingeld nur mit Handschuhen“- KäuferInnen grobmotoriken in ihren Portemonnaies herum.
KundInnen berichten von großen Lücken in den Regalen auch der Supermärkte.

Steht der nächste Weltkrieg bevor?
Eine Hungersnot?
Oder gar ein langes Wochendende durch mehrere Feiertage in Folge?
Nein. In Hamburg ist der erste Coronainfizierte entdeckt worden.


Man verzeihe mir meinen Sarkasmus.
Ich persönlich denke, daß es absolut sinnvoll und nötig ist zu versuchen, die Infektionsketten zu unterbrechen und das Virus einzufangen, solange es für Vorerkrankte keinen Impfschutz gibt.
Vorräte zu horten scheint mir jedoch ziemlich übertrieben.
Es wird sich weisen, ob ich naiv bin.

Splitter

EU-bio erlaubt 49 Zusatzstoffe in Lebensmitteln.
Bioland erlaubt 22, Demeter erlaubt 13.

In konventionellen Lebensmitteln sind 330 Zusatzstoffe erlaubt.

(Nein, kein Schreibfehler. Nicht 33, sondern dreiHUNDERTdreißig.)

Sabine tobt ums Haus

Der Thermokomposter ist abgedeckt. Die alte Birke am Wintergarteneck schwankt. Also, nicht die Äste meine ich jetzt, sondern der Stamm. Bei der Mirabelle in der Einfahrt könnte es sein, daß sie sich aus dem Boden hebeln läßt, so wie sie grad gegen ihre Wuchsrichtung gedrückt wird (und sie ist eh nicht mehr ganz fit), aber da würde nicht allzuviel passieren, schätze ich. Der Sturm kommt von Süden – eine sehr ungwöhnliche Richtung für uns, an die die Bäume nicht gewöhnt sind. Die Böen sind heftig, aber erst nach 16 Uhr soll es allmählich etwas weniger werden, vorher sogar noch zunehmen bis auf Christian-Niveau.

Ihr erinnert Euch? 2013? Christian?

Hier – so sah das danach bei uns aus: *klick*, und so ringsum *klack* (da müßt Ihr mal die einzelnen Artikel anklicken, das war schon echt beeindruckend!!)

Könnte ich jetzt an sowas glauben, würde ich ein paar Wünsche ins Universum/ Gebete zu einem Gott oder wasauchimmer schicken. Da mir diese Art Selbsthypnose aber (manchmal finde ich: leider) nicht zur Verfügung steht muß ich einfach hoffen, daß es bald Abend wird….


20:40 Uhr: das war nix mit 16 Uhr…. pünktlich gegen 17 Uhr wurde verkündet: ab 20 Uhr wirds RICHTIG dolle, und das ist es auch. Es heult und pfeift und tost. Bin gespannt, was ich morgen zu sehen bekomme, aber – toitoitoi – bisher gibts hier wohl nix schlimmeres, denn wäre einer der Bäume gekippt, würden wir’s mitkriegen.

Erst ab 22Uhr sollen die Windstärken langsam nachlassen…. und den Rest verfolgt Ihr ja sicher selbst in den nachrichten, bei so Einigen von Euch steht das schlimmste ja erst noch später bevor. Ich drücke allerseits die Daumen, daß nix passiert!

Uaaah.

Wie man sieht: das Uaaah fällt heute schon etwas kürzer aus: die Situation hat sich leicht entspannt:

  • offenbar gibt es keine Drittmaus im Haus – weder angespannt irgendwo hockende Katzen noch Köttel oder Angenagtes weisen in eine andere Richtung
  • das Internet ist zurück, ebenso das Telefon. Eine der schlechtesten Entscheidungen ever war, das Telefon auf Internet umzustellen. Irgendwann wäre es wohl eh nicht anders gegangen, sagt der Herr F., weil die Leitungen alle umgestellt werden. Aber es ist schon Sch***, doppelt abgeschnitten zu sein, bloß weil die olle Telekom es nicht fertigbringt, uns einen längerfristig funktionierenden Router zur Verfügung zu stellen. Ich sehe schwarz für die Umstellung auf Glasfaser, die ja auch droht
  • beide Katzen haben die Entwurmung offenbar gut weggesteckt. Es kann Durchfall als Nebenwirkung geben, und das dann mit einer Elsa, die nicht wann immer gewünscht aufs Klo kann…. et hätt jootjejange! 🙂

Das also sind die guten Nachrichten. Dazu kommt, daß ich nach viel Telefoniererei und noch mehr Falschinfos herausgefunden habe, daß es DOCH möglich ist, ein kostenfreies Girokonto bei meiner Bank zu führen UND Telefonbanking zu machen. Man zahlt halt 2,50 Euro im Vierteljahr zusätzlich – aber nicht, wie zuvor, über 8,- monatlich. Dann wieder viel Telefoniererei: das mit PIN und Key und PINänderung klappte einfach nicht – und dann war ja das Internet kaputt. Aber jetzt hab ichs endlich hingekriegt! Man lagert das drucken der Kontoauszüge nun an mich aus (wobei ich fürs schicken zuvor schon Extrageld bezahlen musste), aber ansonsten hab ich jetzt ein günstiges Konto MIT Telefonbanking (und damit ohne die umständliche TAN-Eingeberei mit Computer UND Handy. Das ist mir einfach nix!)

Inzwischen stehen den Katzen wieder zwei Klos zur Verfügung, obwohl ich keine Idee habe, was das ändern könnte. Der Problempunkt ist ja, daß Mauski Elsa zeitweise(!) keine Bewegungsfreiheit zugesteht und daß sie deshalb eigentlich allermeistens nur sehr zögerlich irgendwohin geht. Das ändert sich ja nicht, wenn an mehreren Stellen Klos stehen. Es gibt nach wie vor keine Lösung für dieses Problem – und es IST eines, es betrifft ja auch das raus- und reingehen Elsas. Und in einigen Wochen fahren wir für einige Tage weg…. das wird dann entweder bedeuten, daß Elsa sich gerade macht oder, daß sie drei Tage nur drin oder irgendwann (falls sie raus- aber nicht wieder rein geht) nur draußen ist. Gestern jedenfalls ist sie, nachdem ich sie um halb eins rausgelassen hatte und zur Arbeit gefahren war, immer wieder um die Katzenklappe herumgeschlichen (Wildkamera!!), aber nicht reingegangen – erst als gegen halb sechs der Herr F. heimgekommen war und sie gelockt hat ist sie durchgegangen. Nach einigen friedlicheren Tagen war gestern auch mal wieder Großalarm samt Prügelei. Feliway scheint auch nicht die Lösung zu sein. Heute morgen dann wieder freundliche Nasenstüber… auch Elsa geht inzwischen mal einen Schritt auf Mauski zu, um ihn zu beschnüffeln. Entspannen klappt prima: Elsa hat tiefenentspannte Zeiten im Sessel, auf dem Schoß, auf der Ofenbank oder ihrem Stuhl, auch wenn Mauski auf dem Sofa liegt (er ist in den letzten Tagen meist dort, also nahebei) – aber bewegen halt nicht … und schon sind wir wieder beim Kloproblem …..

 

 

Heute gehen Sternfahrten von Landwirten gen Berlin. Man protestiert, daß die Landwirte am Limit sind, daß es so nicht weitergehe. „Recht haben sie“, dachte ich. Bis ich kapierte: die sagen das richtige, aber die Konsequenzen, die sie gezogen haben wollen, sind genau die falschen! Sie sehen ihren Berufsstand durch die Auflagen zum Naturschutz kaputtgemacht, durch Gewässerschutz und Dünger-Kontrollen. Und sie sind, wie immer, wenn man diese Art Proteste mitkriegt, wiedermal aufgewiegelt vom allmächtigen Bauernverband, der sich ganz offenbar nicht mehr als Bauern-, sondern als Agrarindustrielobbyisten versteht. Jetzt juckt es mich in den Fingern, übles zum Thema „Bauernverband“ zu schreiben, aber ich bleibe lieber konstruktiv, dieser Text fordert Euch eh längeres lesen ab 😉

Der Leiter des DNR (Deutscher Naturschutzring) sagt zu den Bauernprotesten Richtiges:

„Die heutigen Proteste zeigen: Die Landwirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Doch weder das Aktionsprogramm Insektenschutz noch die Auflagen zum Schutz unseres Grundwassers haben die Landwirte in diese Krise gebracht, sondern eine Agrarpolitik, die seit Jahrzehnten auf maximale Intensivierung und Exportorientierung setzt.

Die Fortsetzung einer solchen Politik kann daher keine Option sein. Sie treibt Landwirte in einen ruinösen Wettbewerb, in dem die Wertschätzung ihrer Arbeit und für Lebensmittel auf der Strecke geblieben ist. Und sie ist mitverantwortlich für die tiefe Biodiversitäts- und Klimakrise. Ein Fakt, der weder geleugnet noch kleingeredet werden kann.

Wir brauchen daher eine Politik, die das Höfe- und Artensterben aufhält. Das kann nicht gelingen, wenn die berechtigten Interessen von Bauern und Bürgern gegeneinander ausgespielt werden. Ein Neustart in der Agrarpolitik ist überfällig. Die milliardenschweren Agrarsubventionen müssen endlich so eingesetzt werden, dass sie Landwirten und dem Klima-, Umwelt- und Tierschutz zugutekommen.

Wenn es also einen „Reset“ braucht, wie der Bauernverband fordert, dann nicht, um Umweltauflagen weiter zu schleifen, sondern um Landwirte zu unterstützen, diese besser zu erfüllen. (…)“

Dieses Zitat fand ich, als ich über den Naturgartenverein heute einen Aufruf zur Beteiligung an einer europäischen Bürgerinitiative (EBI) zugeleitet bekam. Diese Initiative hat „eine andere Form der Lebensmittelproduktion, ohne Agrochemikalien, gesünder und nachhaltiger für Natur und Mensch“ zum Ziel. damit will man „sicherstellen, dass die unschätzbare Vielfalt an Lebensmitteln und bäuerlichen Traditionen in Europa erhalten bleibt.“ Genaueres kann man hier lesen (es ist bei weitem nicht so vage, wie’s sich in meiner Kurzzusammenfassung anhört!!) *klick* und hier gehts gleich zur Unterschrift *klick*, denn es werden 1 Million Unterschriften gebraucht, um die EU dazu zu bringen, einen Gesetzentwurf vorzulegen.

Solche EBI waren schon früher erfolgreich, Ihr erinnert Euch vielleicht an die gegen die Privatisierung der Trinkwasserinfrastruktur, also lohnt es wirklich, sich zu beteiligen.

Bitte, tut das!

Dürre???

Es regnet.

Seit ein paar Wochen wieder öfter, und doch war, als ich am Donnerstag heim kam von meiner Fortbildung, der Gartenteich schon wieder sehr geschrumpft. Seit gestern abend regnets nun andauernd, zeitweise auch stärker (übrigens auch Bucheckern, unglaublich – ein kleiner Windstoß und es prasselt nur so runter!!) – Zeit für einen Rückblick auf die große Dürre. War es wirklich sooooo schlimm? Mein Gefühl war ja immer „na, sooooo schlimm ist das doch nun auch wieder nicht“ – und doch nimmt zumindest meine Lieblingsbuche, von der ich ja schonmal geschrieben hatte, die Dürre offenbar übel. Hoffentlich nicht auf Dauer!
„Gefühlte Trockenheit“ ist wahrscheinlich ähnlich zuverlässig wie „gefühlte Temperatur“. Was also ist wirklich los gewesen?

Bei naturaufdembalkon geb es letztlich einen sehr interessanten Link dazu! Es gibt nämlich einen DÜRREMONITOR! Hier kann JedeR nachgucken, wie weit sein Heimatort von der Dürre seit letztem Jahr tatsächlich betroffen ist. Insgesamt ist spannend oder besser gesagt erschreckend, daß es in den meisten Teilen des Landes lange Zeiten über bis in Tiefen von 1,80m staubtrocken ist oder zumindest war. Heftig!

Dürre bezeichnet die Abweichung der Bodenfeuchte vom langjährigen Zustand im jeweiligen Monat (statistischer Vergleich mit dem Zeitraum 1951-2015), keine absolute Trockenheit.

Will heißen, die Bilder dort sind relativ und nicht absolut zu lesen. Das zur Einordnung, es macht es allerdings nicht besser….

Wenn man sich das nun für unsere Gegend anschaut, dann siehts recht gut aus eigentlich. Weiß bis gelb, egal ob für die oberen oder die tiefen Schichten, da stimmt mein Eindruck offenbar – aber es gibt auch einen Rückblick auf letztes Jahr, und da gibts im Winter auch bei uns knalliges „rot“ für „extreme Dürre“.

Na, es wird spannend zu sehen, wie das weitergeht. Eigentlich wünscht man sich jetzt viel Nasses von oben – aber ich persönlich tendiere trotzdem ganz egoistisch dazu, mir noch einen sonnigen Herbst zu wünschen und wenig weiß im Winter. Abwarten….

 

Wenn der Schwanz nicht weiß, was der Kopf sich ausgedacht hat…..

dann kommt sowas dabei raus:

Die Post will Büchersendungen abschaffen. Bzw will sie, daß man Bücher, die dicker als 5cm MIT VERPACKUNG sind, als Päckchen schicken muß, für 3,79 Euro statt wie bisher für 1,70 Euro.
Nun gibt es aber eine Übergangsfrist bis 31.12., und ich weiß das. Nicht aber die Angestellte- und in der neuen Preis-Info wird es nicht erwähnt. Also hat sie sich geweigert, meine Büchersendung anzunehmen.
Wenn sie’s annähme, sagte sie, dann würde sie Ärger kriegen, man sähe dann ja, daß der Kasten hinterm Tresen von ihr befüllt sei. Sie war völlig überfordert …. Ich also: okay, dann geben Sie mir die Marken, ich werf’s draußen in den Kasten …. *g*
Aber das wäre ja zu einfach: Büchersendungen dürfe man garnicht in Briefkästen werfen (!) Die müsse man abgeben, wie Päckchen, das sei immer schon so gewesen!
Ich konnte von Glück sagen, daß sie mir die Marken noch verkauft hat…..
Habe ihr gesagt, daß ich nicht die einzige bin, die seit Jahren den Postkasten benutzt, aber auch das hat sie mir nicht geglaubt. Langsam war’s mir dann auch wurscht, ich hab das Buch reingeworfen und Schluß! Zum Glück war’s nicht zu dick für den Schlitz….

Hier steht übrigens die Info, die man bei der Post offenbar nicht nötig hat, zu kommunizieren:
https://www.deutschepost.de/—/buechersendung_national.html

Das hätte jetzt nicht sein müssen!

Auf dem Weg zur Arbeit gestern wurde ich mit meinem Pedelec angefahren. Ich: Radweg. SUV steht in Ausfahrt. Ich gucke noch, weil da auch Linksabbieger und Gegenverkehr waren, da wird ja gern mal was übersehen – der Linksabbieger aber war weg, der SUV steht noch immer, also gut, dann wartet er ja – ich fahre also weiter – und fliege.
Jetzt hab ich ein gestauchtes Steißbein (evtl mit Riß, aber das war im Röntgenbild nicht abschließend zu erkennen und würde eh nix ändern) und einen so großen Bluterguß unterm Knie, daß noch nicht klar ist, ob der operiert werden muß.Musste – Arbeitswegeunfall – zum Durchgangsarzt, aber schlimmeres ist zum Glück nicht. Wurde mit Salbenverband und Ibuprofenrezept entlassen, muß morgen hin, um den Bluterguß zu kontrollieren („Sie sind ja noch eine junge Frau, mal sehen, ob der Körper das allein in den Griff kriegt“ – WAS? Wo endet „jung“, bitte???? *gg*)

Heute morgen, vor dem Ibu, wars wie Ganzkörpermuskelkater der übelsten Sorte plus Prellungen hier und da. Also, wie „junge Frau“ bewege ich mich derzeit nicht gerade…. aber nuja, das hätte schlimmer ausgehn können, und nun hab ich bei allerbestem Wetter eine Woche frei. (Das nennt man „positiv denken“! *gg*) Und meine Kolleginnen haben schon wieder „eine Urlaub und eine krank“, Schiete!!!

Und ich habe ein kaputtes Pedelec, das mir aber bezahlt wird. Der SUV- Mann hat mich zur Arbeit gefahren (anfangs dachte ich noch, nur büschen Prellung, kann arbeiten), einen Hänger geholt und das Rad zum Reparateur gebracht. Auch nicht selbstverständlich.

!?

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor gut. Obwohl der Fachkräftebedarf ständig steigt, hat Deutschland dennoch einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa. Nach einer DIW-Studie sind inzwischen – unter Berücksichtigung der Teilzeit- und Nebenjobs – bundesweit mehr als 9 Millionen Menschen davon betroffen. Der Bruttolohn von 10,80 Euro ist die nach internationalen Standards in Deutschland geltende Grenze für Niedriglohn.

Zweierlei finde ich an diesem Zitat aus dem Akopol-Blog interessant:

  1. Daß ich offenbar ganz knapp nur am Niedriglohn vorbeischramme – und dabei im Vergleich mit Anderen auf ähnlichen Arbeitsplätzen einen normalen bis höheren Stundenlohn habe
  2. Daß sich der Mangel an Arbeitskräften so nachhaltig nicht aufs Lohnniveau auswirkt.

Inzwischen ist es selbst hier auf dem Land angekommen: unsere Eisdiele zB hat wg. Personalmangel mitten in der Saison mittwochs Ruhetag, fast jeder Handwerkerbus trägt einen „Wir suchen Verstärkung“- Aufdruck, in jedem Laden, den ich kenne, werden VerkäuferInnen gesucht. Es betrifft inzwischen nicht mehr nur FacharbeiterInnen, auch Ungelernte wie ich haben sehr gute Chancen (wie man hier lesen konnte), wenn sie versuchen, die Arbeitsstelle zu wechseln.

Nun kann man natürlich schon fragen, ob höhere Löhne denn auch wirklich helfen würden, wenn es nunmal nicht genug Menschen für die Arbeit gibt. Aber gibt es wirklich nicht genug Menschen für die Arbeit? Oder hapert es daran, daß zu Viele einfach keine Lust haben, sich beim arbeiten die Hände schmutzig zu machen? („Berater“, „Manager“ und „Coaches“ etc gibt es ja zuhauf, genau wie Studierende, die eigentlich nicht wirklich wissen, was sie denn wohl nachher mit ihrem Studium anfangen können) Und andererseits: kommt die o.g. Eisdiele billiger weg, wenn sie einen Tag schließt statt besser zu bezahlen (Nicht, daß ich wüsste, was die bezahlt!!)?

Ein Gedanke ist ja auch, daß bessere Arbeitsbedingungen nicht nur in Euro und Cent zu messen sind. Man betrachte sich die KrankenpflegerInnen, bei denen es nach wie vor Dreierwechselschichten Früh/ Spät/ Nacht gibt. Dazu würde man mich auch mit dem besten Gehalt nicht bringen, solange es IRGENDEINE Alternative gibt.

Na, sicher ist jedenfalls: Höhere Löhne sind gerade im Niedriglohnsektor dringend nötig, unabhängig davon, ob sie mehr Leute zur Arbeit locken könnten. Beispiel: eine Exkollegin, die, soweit ich weiß, ebenso knapp UNTER der oben genannten Niedriglohngrenze liegt wie ich inzwischen drüber liege, ist alleinstehend. Sie hat eine kleine Mietwohnung, und arbeitet Vollzeit. Das Geld ist so knapp, daß jede größere Reparatur/ Anschaffung auf Pump bezahlt werden muß. (Es passiert ja mal, daß eine Waschmaschine kaputtgeht oÄ) Ganz zu schweigen von der (Un-)Möglichkeit, in die Betriebsrente einzuzahlen. Sie steuert als zeitlebens in Vollzeit Arbeitende (sie arbeitet, seit sie 16 ist) also auch noch stracks Richtung Altersarmut. Und das liegt NICHT daran, daß sie in anderen Bereichen so prassen würde, soweit ich das beurteilen kann.

Wie kann dann Jemand vernünftig leben, der nicht nur „Oberkante Niedriglohn“, sondern „gesetzlichen Mindestlohn“ hat!? Eben gar nicht, jedenfalls nicht alleinstehend mit einer Vollzeitarbeit. (Btw.: Ich finde gut, daß es inzwischen überhaupt einen Mindestlohn gibt!)

Wie auch immer: warum der Mangel an arbeitenden Menschen nicht dazu führt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, das verstehe ich einfach nicht. In diesem Sektor klappt der Angebot/ Nachfrage-Mechanismus einfach nicht (mehr), aber wieso?

Fragen über Fragen….

 

 

Nochmal „Fridays for future“

Bin grad im Rheinland (natürlich mit Zug) und war vorhin per Straßenbahn in Bonn unterwegs. Die kam aber nicht, und warum? Weil die Fridays for future-Demo lief, genau an mir an der Haltestelle vorbei.

Ich hatte wirklich Mühe, die Tränen bei mir zu behalten – eine Mischung aus Beeindrucktsein (VIELE Menschen, die meisten jung, alle unterwegs für etwas, das mir sehr wichtig ist; selbstgebaute Schilder mit liebevollen Eisbär-Zeichnungen etc …) und meinem Gruppendynamik- Problem (Slogans skandierende Massen, Laute Menschen – UAAAAH, Fluchtreflex, auch wenn die Anliegen, wie in diesem Fall, ganz die meinen sind)

Als ich aus Hunderten Kehlen, gerichtet an uns, die wir an der Haltestelle standen, hörte: „Leute, laßt das glotzen sein- reiht Euch in die Demo ein“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil IHR uns die Zukunft klaut“ wurde ich allerdings bockig. Nur weil ich nicht mitmarschiere, egal wofür, werde ich (als pauschales Teil des „Ihr“) so fies angegangen! Wo ich sehr wahrscheinlich doch mehr für deren Ziele tu als viele der Marschierer! Ganz schlechte Taktik, Leute, die potentielle MitstreiterInnen sind, agressiv anzugehen! (Ja, ich empfinde „glotzen“ als agressiv, ebenso wie die Unterstellung, daß ICH Diejenige bin, die Jemandem die Zukunft kaputtmacht)

Ganz schön spannend, was so eine Demo mit einer alten Frau nebedran so tun kann 😉

Bionade-Biedermeier ….

Ein schöner Begriff – aber als ich ihn letztlich erstmals hörte und dann las, was er bedeutet, fühlte ich mich unangenehm betroffen…. denn

Das politische Schlagwort Bionade-Biedermeier soll demnach ausdrücken, dass Formen des nachhaltigen Konsums „echtes“ gesellschaftliches oder politisches Engagement ersetzen und in erster Instanz das Wohlbefinden der handelnden Personen steigern

(Wikipedia)

U’o’g’nähm, sich in einer solchen Definition wiederzufinden – zumal, wenn man, wie ich, eh ein wenig dazu neigt, sich unwohl damit zu fühlen, dem eigenen Anspruch in dieser Hinsicht nicht gerecht zu werden.

Ich weiß, ich bin einfach mental nicht geeignet, mich anzulegen, Kontroversen auszuhalten und zu stehen, wenn ich angegangen werde. Viel zu dünn ist meine Haut. Trotzdem denke ich immer wieder, ich müsste eigentlich. Und jedes Mal, wenn ich dem „müsste“ nachgebe, finde ich mich über kurz oder lang in einer Situation wieder, in der es mir schlicht schlecht geht. Überfordert, niedergeschlagen, gestreßt. Mit über 50 sollte ich es gelernt haben (und habe es hoffentlich auch gelernt – aber ich habe nach wie vor sowas wie ein schlechtes Gewissen deshalb und bewundere JedeN, die oder der sowas kann und auch tut)

Ich tröste mich damit, daß ich immerhin im Naturgartenverein Flagge zeige – politisch ist das zwar eher in weiterem als in engerem Sinne, aber gesellschaftliches Engagement ist es immerhin. Morgen übrigens stehe ich wiedermal in Gottorf auf dem Landmarkt am Infostand – wer da ist: vom Eingang links, und dann im Gelände links vom Cafè-Pavillon könnt Ihr mich besuchen 🙂

Brrrrrrrrr – exit

(Diese Kolumne hat Tonio Keller geschrieben und es mir netterweise erlaubt, sie hier zu veröffentlichen. Ich fand sie so witzig und treffend, daß ich ihn darum gebeten hatte. Danke, Tonio!)

Jeder sich selbst

Der italienische Schriftsteller Leonardo Sciascia hat einmal beschrieben, wie er als Lehrer im Sizilien der 1950er Jahre in einer verwilderten Schulklasse das Amt des Klassensprechers einführen wollte, um sie zur Demokratie zu erziehen. Beim ersten Wahldurchgang stellte er fest, dass jeder sich selbst gewählt hatte. Das blieb noch ein paar Mal so, bis den Schülern allmählich dämmerte, dass es so wohl nicht geht.

Ähnliches können wir derzeit im britischen Parlament beobachten, der ältesten noch bestehenden Demokratie der Welt. Da werden gerade immer wieder aufs Neue verschiedene Vorschläge zum Brexit zur Abstimmung gebracht. Auch hierbei sollte es rein rechnerisch klar sein, dass schon bei mehr als zwei Anträgen mit genügend großer Unterstützung nie einer von diesen die Mehrheit bekommt, wenn jeder immer alle außer dem eigenen ablehnt – erst recht bei acht oder zwölf Anträgen, wie sie in London derzeit vorgelegt werden.

Wie ging übrigens die sizilianische Geschichte aus? Nach zähem Ringen gelang es einem, durch Versprechungen und Drohungen genügend Anhänger um sich zu scharen. Kaum gewählt, sah er es als seine Hauptaufgabe an, die anderen zu drangsalieren. Dies nur der Vollständigkeit halber, mit den Briten hat das natürlich nichts zu tun.

 

freitags für die Zukunft

Nicht „auf der Straße“, sondern in einem Naturgarten – schon lange VOR Beginn der Schülerdemos gesehen. Ist durchaus kompatibel (der Garten mit den Demos) 🙂

Heute „streiken“ sie wieder, die jungen Leute. Immer freitags, immer „für die Zukunft“

Inzwischen habe ich verstanden, für was sie auf die Straße gehen – das hat eine ganze Weile gedauert, weil ich zu Beginn nur Allgemeinplätze auf den Schildern las, nur Wortblasen in den kurzen Interviews hörte. Oder „gegen“s, nicht „für“s. (Gegen den Kohleabbau, gegen ein „weiter so“ ) Außer „für das Klima“ – najaaaaaa …. ein ganz winziges bißchen konkreter dürfte das schon sein – Atomkraftwerke sind auch klimafreundlich. Also, nur zum Beispiel mal. *gg*

Inzwischen aber haben sie ein wenig konkretisiert, worum es ihnen geht, und ich finde toll, was sie auf die Füße stellen, jede Woche wieder – und in welchen Mengen (mehr als 1,5 Millionen letztens), in wie vielen Ländern (120, laut „Time“)!

Schade finde ich nach wie vor, daß sie das in der Schulzeit machen. Anfangs konnte ich die Gründe einigermaßen nachvollziehen und glaube tatsächlich, daß sie das auch richtig eingeschätzt haben: ohne die „Schulschwänzdebatte“ hätte man sie einfach totgeschwiegen. Inzwischen denke ich, dies Argument zählt nicht mehr – und sie könnten viel mehr Leute mobilisieren, wenn sie ihre Demos auf den späteren Nachmittag legen würden. Kann doch nicht schaden, arbeitende Menschen mit einzubeziehen!?

Trotzdem kann ich die Selbstgefälligkeit, mit der die Herren und Damen, die normalerweise in der Öffentlichkeit vornan stehen, das Geschehen kommentieren, nur erbärmlich finden: Streik dürfe man das nicht nennen, weil das Wort den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen bezeichne, so wortklauben die einen. Die anderen sprechen den Jugendlichen das Recht auf Protest ab „weil sie nicht alle globalen Zusammenhänge verstehen können“. Und die nächsten hängen sich am Schulschwänz-Thema auf und lassen das, worum es geht, links liegen.

Daß die SchülerInnen und StudentInnen sich durch sowas nicht entmutigen lassen, finde ich gut. Ich hoffe, sie beweisen langen Atem, auch wenn sie nicht mehr jede Woche die große Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben und auch, wenn es wieder mal seeeeeeeehr lange dauert, bis sich was ändert. Und ich hoffe, sie machen mehr als demonstrieren: ich hoffe, sie alle ändern bei sich selbst daheim im kleinen, was sie ändern können. Lassen sich nicht vom Mutti-Taxi überall hin chauffieren, sondern setzen sich aufs Rad. Nehmen sich auf die Demo eine Trinkflasche mit, statt sich zum aufwärmen in der Bäckerei Kaffee im ToGo-Becher zu kaufen. Gucken sich mal den Fellbüschel an ihrem Mantelkragen an und kaufen das nächste Mal keine 100%-Polyacryl mit Echtfellkragen. Nur mal so als Beispiel.

So viel dazu, wie ich ganz persönlich diese „jungen Demos“ sehe – wer ein paar mehr Fakten möchte und ein gut fundiertes Plädoyer für mehr Respekt für sie und ihre Anliegen lesen mag (das mich zu diesen Zeilen veranlaßt hat), der klicke hier