Engel, brav.

Begegnung an leerstehendem Gebäude in Flensburg. Verdacht nach lesen des Banners, das der Engel hält: Ex-Schule.

„Werdet stets weiser und besser“

Jo. Wird gemacht. Null Problemo.


Übrigens ists wirklich eine Schule gewesen. Ein wenig weiter an dem großen Gebäude stand noch der Name, aber ich hab ihn vergessen.

 

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Dampf

Lange schon bin ich immer wieder vorbeigefahren an diesem Schild in Flensburg. Lange schon dachte ich mir „das mußt Du unbedingt mal fotografieren!“ Nun gab es gleich zwei gute Gründe: erstens, profan: ich war in der Nähe, und das auch noch zu Fuß. Und zweitens: ein anderes Schild in Rieseby, bei dem ich das auch seit Jahren gedacht hatte, ist – weg!

Dies hier allerdings war noch da, und mir gefallen sowohl die altmodischen Buchstaben als auch der ebenso altmodische Aufbau des Schildes. Tja, und dann gibt es auch noch den tagesaktuellen Bezug:

Ich hätte gern gejubelt: Ja, genau, die bleiben draußen!!! Aber nuja….. es ist Dampf im Kessel der Unzufriedenen, und dieser Dampf mußte wohl abgelassen werden 😦 Hoffen wir mal, daß es diesen Rechten genauso geht wie denen zuvor: daß sie sich selbst so zerlegen, daß sich das bis zum nächsten Mal erledigt.

Im Allgäu befolgt man Anweisungen. Wörtlich.

Wo steht schließlich was von „antackern verboten???“
(Ich hoffe, man kann erkennen, daß rings um das Schild Hunderte Tackernadeln im Holz versenkt sind!?)

Die Schlei knistert

Brodersby, heute.
Von oben kommend, war der erste Gedanke: oh, superniedriger Wasserstand, das hatten wir ja noch nie gesehen!

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Kaum waren wir etwas näher dran, sahen wir die Fehlinterpretation: was wir als „feuchter Sand“ gedeutet hatten, waren in Wirklichkeit Eis-Reste, winzige Eisschollen, die Teile des ufernahen Wassers bedecken!

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Und deshalb das Knistern, ein nie gehörtes Geräusch: wenn kleine Wellen kommen, all die Schöllchen aneinanderstoßen oder sich gar in einer richtigen Strömung bewegen, dann dringt das als zischendes Knistern an unsere Ohren. Am Strand zusammengespülte Eis-Berge:

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Weiter hinten offenes Wasser ohne Eis. Also gab es

  • knisterndes Eis
  • plätschernde Wellen
  • hupende Gänse
  • quakende Enten
  • sowie leise sich unterhaltende F.s

zu hören. Auf dem Rückweg hab ich dann den Herrn F. gebeten, ein weiteres Foto zu machen: am Strand war das Ried gemäht worden (oder das Strandgras, oder… keine Ahnung, wie das richtig heißt) Auf dem Foto sieht man das Ergebnis von vielleicht zweieinhalb Minuten „trash out“.

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Auf dem Hinweg hatte ich auch schon zwei Hände voll gesammelt – aber richtig volle Hände voll – und in den ganzjährig dortstehenden Mülltonnen deponiert. Würde jeder Spaziergänger bloß zweieinhalb Minuten investieren, sähe unsere Rest-Natur schon ganz anders aus…..

Und ja: dies ist ein Appell, denn Müll liegt nicht nur am Strand…

Musik

Auch in der Altstadt, auch schön: der Schleswigr Dom. Auch wenn ich für Beleuchtungsorgien nicht zu haben bin, so finde ich es doch allabendlich schön, ihn in die Dunkelheit aufragen zu sehen. Ausnahmen bestätigen....

Teil der Altstadt: der Schleswiger Dom. Auch wenn ich normalerweise draußen Dunkelheit mag und suche, so finde ich es doch jeden Winterabend aufs Neue schön, ihn aufragen zu sehen*.

Bis 16 Uhr gearbeitet, dann ein wenig durch Schleswig geschlendert, mich im neuen veganen Bistro auf ein Gemüsecurry niedergelassen und danach auf den Weg durch die nun schon nächtliche Altstadt Richtung Johanniskloster  gemacht. Gaaaanz langsam, denn ich hatte noch viel Zeit und die Altstadt im Dunkeln ist einfach sehr, sehr ruhig und schön.

Um halb sechs war ich dort, und es warteten schon einige Menschen im Nieselregen auf die Öffnung der Türe zur Kapelle. Die aber nicht aufging – durchs Fenster rief man, der Schlüssel sei nicht auffindbar, wir möchten doch bitte seitlich durch den Schwahlgang eintreten. *gg* Na jut. Es ging in eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert (!) mit Resten von Renaissancemalerei und Kreuzgewölben. Und dort saß ich dann zweieinhalb Stunden in einer Kirchenbank und hörte dem neuen Gitarrenorchester Hamburg zu. Ich wusste nicht, ob ich ein Gitarrenorchester mögen würde, aber dieses Konzert war kostenlos gegen Spende – prima zum testen – und jetzt weiß ich: ich mag es sogar sehr! Sowas schönes! Von Renaissancemusik über 50erJahre bis hin zu einer Komposition von 2002 gab es Stücke zu hören. Die Akustik und Atmosphäre in der Kapelle- wunderbar. Der Abend: ruhig und schön und, mit dem Rückweg durch die schlafende Stadt (samstags um halb neun *gg*) geradezu friedvoll.


* beim einfügen des Fotos, das ich im letzten Jahr gemacht habe, wird mir klar, warum ich in den letzten Wochen immer ein vages Fragezeichen m Kopf hatte, sah ich den Dom: offenbar ist die Beleuchtung des Turms auf kühleres Licht umgestellt worden. Oder aber mein Eindruck ist dem geschuldet, was ich, wie so oft, erst zu spät (gestern nämlich, am letzten Tag, abends) mitbekommen habe, nämlich der Lichtreise. Ich werde es am Mittwoch sehen, wenn ich wieder abends zum Parkplatz gehe.

Die Läden meiner Kindheit

lc3a4den-alltagskulturMeine Erinnerungen stammen aus einer Kindheit in den 70er und 80er-Jahren. Ich nehm Euch mal mit auf einen kleinen Dorfspaziergang!

Raus aus dem Haus, links, ein Stück weit geradeaus, dann rechts, die Straße runter und nochmal links – ganz schön weit, wenn man vielleicht sieben oder acht Jahre alt ist und eine laaaaange Liste im Kopf behalten muß, um auch keinen Einkauf zu vergessen. Und so lief ich also, ununterbrochen vor mich hin singend (ob laut oder nur in meinem Kopf, das weiß ich nicht mehr):

Ich möchte drei normale Brötchen und ein kleines Eifler

, denn das Ziel war unser kleiner Bäcker. Endlich angekommen, stand ich in einem Laden, der in meiner Erinnerung sehr warm beleuchtet ist und ansonsten aus einer Theke, den Brotregalen dahinter und ein wenig Platz für Kundschaft davor bestand. Dort bekam ich, was ich, von meinem Auftrag ganz durchdrungen, bestellte und machte mich dann, erleichtert, alles behalten zu haben, auf den Heimweg.

Erschreckend, daß ich nicht mehr weiß, wie der Bäcker hieß….

Dann gab es, in der Straße, die man zum Bäcker runterlief, den kleinen Schreibwarenladen – unvergessen, weil es wichtige Dinge dort zu finden gab: die Sammelbildertütchen fürs Mainzelmännchenalbum zum Beispiel. Oder den HABENMUSS „Blimpy“ – tatsächlich habe ich ein Bild im Netz gefunden *klick*, aber natürlich auch ganz normalen Kram wie neue Heftumschläge. Sehr geliebt habe ich übrigens diese kleinen Büchlein, in denen man durch übermalen der Seiten mit einem Buntstift ein Bild hervorzaubern konnte, kennt Ihr das noch? All sowas gab es beim Trommeschläger – der mir übrigens auch in bleibender Erinnerung geblieben ist, weil er in späteren, wilden(!) Teenie-Jahren meinen ersten und dadurch auch einzigen Tramp-Versuch meinen Eltern verpetzt hat – nachdem er mich zuerst immerhin mitgenommen hatte *g*. Damals war ich ziemlich empört; heute, als gestandene ältere Dame, die auch schonmal einen Jugendlichen verpetzt hat, der sich von einem Älteren bei mir anne Tanke Schnaps hatte kaufen lassen, sehe ich das ein wenig anders.

Und drittens möchte ich Euch noch eine Straße weiter mitnehmen – vom Bäcker ein Stückchen, dann links hoch, im Grunde wieder zurück Richtung zuhause – da gab es eine Drogerie! Pickepacke vollgestellt war der kleine Laden mit unglaublich viel Krams, der mich null interessierte – aber etwas sehr wichtiges gab es: hier konnte man nach dem Urlaub die Filme abgeben, um irgendwann Fotos zu bekommen. Sooooo schnell und einfach ging das allerdings nicht! Erster Schritt: Abgeben. Dann hat man etwa eine Woche gewartet, und dann wurde es spannend: Man ging zur Drogerie und bekam eine Tüte mit Negativstreifen. Orange-bis braungetönte Dinger. Mit der ging man dann ums Eck in die hinterste Ecke des Ladens. Dort stand so eine Maschine, auf die man die Streifen, von unten beleuchtet, legte. Vorsichtig, denn Fettfingerabdrücke hätte man später auf dem Foto gesehen… Man schaute dann durch eine Art Vergrößerungslinse – und sah sich die nun ein wenig größeren, aber immer noch winzigen und negativ-orangebraun gefärbten Bildchen an. Jetzt ging die Diskussion los: war Bild 13 nicht etwas verwackelt? Und konnte man erkennen, ob bei 21 der Kopf vom Vater oben abgeschnitten war? War das überhaupt der Vater? Oder doch eher der Zimmernachbar von der Pension, in der man abgestiegen war? Und das da auf Bild 7b, war das Eutin? Oder doch Celle? Und wenn, lohnte es, genau dieses Bild zu bestellen, oder war Bild 8, das auf dem winzigen orangen Negativ eigentlich ziemlich gleich aussah, vielleicht besser?

Die Nummern der Negative, die wir ausgesucht hatten, notierten wir in der kleinen Tabelle auf der Tüte, suchten noch aus, ob es einen weißen Rand drum herum geben sollte, und dann hieß es wieder warten. Nach einer weiteren Woche dann die Auflösung der spannenden Foto-Jagd: hatten wir die richtigen Fotos rausgesucht? Mensch, die 13 war DOCH verwackelt, Mist aber auch! Aber die anderen Bilder konnten nun zuhause ins Fotoalbum eingeklebt werden, mit den Fotoecken, die wir noch in der Drogerie gekauft hatten (und die sich, inzwischen wissen wir’s, nach gerade mal 35 Jahren schon fast alle abgelöst haben. Empörend!) Dann wurde noch über den Bildunterschriften gebrütet, und endlich – endlich konnte man stolz der Verwandt- und Bekanntschaft die Fotos vom letzten Urlaub präsentieren!

Bäcker und Drogeriemarkt sind übrigens inzwischen verschwunden. Aber den Schreibwarenladen – den gibt es noch!

Im Teestübchen Trithenius kann man wunderschöne Einkaufsläden-Geschichten lesen, klickt mal rüber. Mich hat’s zum mitmachen angestiftet. Und ich habe, beim lesen der Erinnerungen Anderer, den Geruch der Heißmangel ebenso gerochen wie ich das fürchterliche Gefühl wiedergefühlt habe, wenn die Zähne aus Versehen an die Leckmuschelschale stoßen….uaaaaah! Die Gänsehaut war wieder spürbar, und der Mund verzog sich unvermittelt, um das Gefühl an den Zähnen wegzusaugen…. dies nur, weil ich das Wort „Leckmuschel“ las! Lohnt sich also, dort mal in den unterschiedlichsten Läden zu stöbern

 

 

Am Hafen.

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Das war im Juni 2015.Das große Gebäude links war in der Zeit, in der ich Flensburg kenne, erst Disco, dann Laufhaus (also ein Bordell, in dessen Innenhof wohl die Damen flanierten und dann mit den Freiern zu den außenherum liegenden Zimmern liefen) Dann schloß das, und seitdem stand dort alles leer und verfiel. In den Häusern daneben gab es Kneipen, auch Restaurants und drüber Wohnungen. Aber auch hier: lange Leerstand und Verfall. Immer wieder gab es Pläne, die dann nicht wahr wurden, und Verkäufe an Investoren, die nichts taten. Jetzt aber gehts los. Hinter der Front war ein neueres Gebäude, das auch Disco war – das wurde jetzt völlig abgerissen.

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Was aber soll dort entstehen? – Ein großes Hotel soll es werden. Außer den Front-Häusern wurden auch noch hinten raus einige einbezogen, so daß es insgesamt sieben Bestandshäuser sind, die nun zu dem Komplex gehören. Hier, auf der Seite der Baufirma, gibt es mehr Bau-Bilder. Allerdings habe ich die aktuelleren 😉

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Kann man mögen oder nicht – ich persönlich finde es bisher ganz schön, trotz der Rost-Fassade auf dem (vorher) leeren Grundstück. Hinten drin ist es hauptsächlich voll- aber das ist leider inzwischen normal, wenn neu gebaut wird. Kein Platz für einen Platz, für etwas Natur oder auch nur eine kleine Grünanlage. Es muß sich ja lohnen, und das tut es nur, wenn alles zugeknallt wird. Eine insgesamt traurige Entwicklung, wobei ich allerdings Einfamilienhaus-Neubaugebiete da oft trostloser finde als Verdichtungen im Stadtgebiet.

Ich bin schon gespannt, wie’s am Ende aussehen wird. Herbst ist jetzt – aber ob es wirklich bald schon eröffnet wird? (Im Text der Baufirma steht, im Herbst 2016 solle Eröffnung sein)

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In der Spiegelgrotte, Flensburg. Geöffnet nur am Tag des offenen Denkmals. Unterirdisch gelegen, als Ruhe-Raum geplant, ansonsten zweckfrei und teuer im Unterhalt, aber saniert (und schon wieder seeeeeehr feucht)

Tag des offenen Denkmals


Wir waren wieder unterwegs. Der Friedhof in Flensburg im Christiansenpark ist zwar immer geöffnet, aber wir waren noch nicht drübergeschlendert. Diesmal schon, nachdem wir uns einiges über seine Geschichte angehört hatten und die an diesem Tag geöffnete Aussegnungshalle anschauen durften. Ohne Führung unspektakulär – mit extrem beeindruckend, denn wir konnten hören, was sie sich damals gedacht haben dabei. Und das war: viel. Und spannend. Meine Empfehlung: hin, wenn Ihr mal die Gelegenheit habt!!

Premiere: Die ersten „Wasserspiele Arnis“

Ganz zufällig sind wir in einer Premiere gelandet – und das bloß, weil ich so ein Weichei bin!

Aber von vorn:

Abends: Musik am Noor.

In einer Werfthalle, umgeben von lichterkettenleuchtenden Segelschiffen im Noor und Bier- und Essensstand (nein, nicht -ständen! *g*) viele Grau- und Weißköpfe, vier Bands, sagenhafte Stimmung, tanzende und lachende Leut‘, Freunde waren da und wir auch. Bis Mitternacht.

Und weil ich gleich von der Arbeit aus losgefahren und abends todmüde war und ein Weichei bin, bin ich mit dem Herrn F. und Ab. zurückgefahren und hab mein Auto in Arnis stehenlassen.

Das bedeutete: am Sonntag Ausflug nach Arnis zum autoholen, natürlich verbunden mit einem Cappuccino im freien Café (und im strömenden Regen, der zum Glück erst einsetzte, als wir „unter Segel“ waren und rechtzeitig vor Beginn der Wasserspiele wieder aufhörte) Und dort stolperten wir also ganz zufällig in das große (naja *g*. Aber auf jeden Fall das lustige) Spektakel: die ersten „Wasserspiele Arnis“:

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Der Herr in Gummistiefeln oben auf den Fotos hat eine Strandmanufaktur zur Bearbeitung von Seegras eröffnet, für die er den frisch renovierten Kahn (früher, noch bis in die 60er, so erklärte er, „Brot-und-Butter“-Arbeitsboot auf der Schlei) und einen Arbeitskatamaran aber nur winters braucht. Was liegt näher, als Sinnvolles damit zu tun, im Sommer – müllfischen!

Unter dem Link der Strandmanufaktur gibt’s näheres dazu sowie einen Seegras-Shop – und eine Bitte um Spenden, denn das ganze kann nur über Crowdfunding funktionieren. Und man erfährt, daß das Projekt (nicht nur das müllfischen, auch die Seegrasnutzung) eine nachhaltige, umweltschonende Sache ist. Und eine sehr alte Tradition, gab es doch noch bis vor wenigen Jahrzehnten

  • seegrasgedeckte Häuser
  • Seegras als Stopfmaterial für Kissen, Matratzen, Polstermöbel
  • Seegras als Dämmaterial

Da die Homepage recht unterhaltsam geschrieben ist, kann ich nur empfehlen, selbst mal ein wenig weiterzulesen. Und vielleicht einzukaufen. Ich hoffe, das ganze entwickelt sich gut. Ich werde ein Scherflein beitragen und dann mal gucken, was entsteht 🙂

 

 

Mühlentag

Gestern haben wir einen vergnüglichen und interessanten Mühlentag-Nachmittag mit F. aus dem Jemen und Ab. bei der Mühle Renata verbracht.

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Die Mühle zu besichtigen war schon fein, wir waren alle vier recht beeindruckt von den riesigen Holzkonstruktionen, dem zuschaltbaren Motor aus den 30ern (der zu Showzwecken trotz reichlicher Windstärken lief) und den großen Mühlsteinen. Für die beiden Araber aber war der Hit der Leierkastenmann im Hof – F.wäre am liebsten in den Kasten hineingekrochen, war mein Eindruck, und hat sich sehr in die Drucklufttechnik vertieft (es war ein echter Leierkasten!)

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Lochkarte einlegen – Bei „Donna Klara“ haben ein alter Mann und ich laut mitgesungen…

Der Leierkastenmann hat gern erklärt und war auch sonst recht kommunikativ, und so wurden Filme und Fotos gemacht ohne Ende. Im Schuppen gab’s Kaffee und Kuchen, und zu dem haben wir zum Wetter passende Themen gehabt: Eisbaden zum Beispiel. Und skifahren *gg*

Danach sind wir dann zum aufwärmen noch ein Stück gelaufen, bis zum Reiterhof in der Nähe – und der kam dann so richtig gut an! F. hat fast die ganze Stunde, die wir dort verbracht haben, mit dem Herrn F. bei den ersten drei Pferdeboxen verbracht. Ist ja auch was schönes, so eine weiche Pferdenase … währenddessen haben Ab. und ich den ganzen Stall besichtigt und auf dem Platz den Leuten beim reiten zugeschaut. Und ganz zum Schluß hat ein Pferd noch eine besondere Überraschung parat gehabt- eine Selbsttränke hatten alle beide offenbar noch nie gesehen „Deutschland gut!“, war der Kommentar, nachdem erstmal die erstaunte Frage „was ist das“ und dann ein fassungsloses „Warum???“ zu hören war *gg*

Auf dem Weg habe ich dann noch vieles von Ab. erfahren, z.B. warum er überhaupt nach Deutschland gekommen ist (Zusammenfassend könnte man sagen: „Sch***-Krieg und, dadurch, null Perspektive“), und der Herr F. hat Heftiges von F. erzählt bekommen. F. kann nicht zurück, er würde, wenn stimmt, was er sagt (wovon ich ausgehe) nicht lange überleben.

Ich habe F. gestern zum ersten Mal über längere Zeit präsent (geistig) und dazu auch noch gutgelaunt erlebt. So oft hatten wir noch nicht miteinander zu tun, aber immer war er nach kurzer Zeit in sich zusammengesunken und wie abwesend gewesen. Heute gab es das nur ein-, zweimal ganz kurz, dann war er wieder „anwesend“. Ein schönes Erlebnis. Es war sehr deutlich, daß die beiden den Nachmittag genossen haben, und sie haben das auch beim Abschied sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Und wir haben auch wieder viel ausgiebiger geschaut und mehr mitgekriegt als wenn wir allein losgewesen wären.

Vormittags waren wir übrigens trotz kalter 12° mit Sturmböen bei erstaunlich friedlichen Biens. Musste sein, denn einerseits kann jetzt jederzeit die Schwarmzeit losgehn, andererseits müssen wir auch zusehn, daß sie genug Platz haben. Wir hatten ja vor einer Woche versuchsweise das Absperrgitter entnommen, hoffend, daß sie dann den Honigraum besser annehmen würden. Die Sternchen habens auch getan (UND ihre zwei neuen Waben fast vollständig ausgebaut), sie bauen, und was bebaut ist, das ist auch mit Nektar gefüllt. Beim Mondvolk will man weiterhin leiber im Brutraum Honig haben – oben waren sie aber immerhin bei einer Wabe auch mit bauketten aufgehängt…. wir haben die Absperrgitter wieder eingelegt und durchgeschaut: riesige Brutnester mit größtenteils verdeckelter Brut, und auch genug Futtervorräte. Alles gut. Keine Weiselzellen, aber Spielnäpfchen. Wenn all die Brut ausgeschlüpft ist, wirds wohl lisgehn mit dem schwärmenwollen, schätze ich… Schade natürlich, daß JETZT alles blüht, aber DANN die vielen Bienen schlüpfen – bis das soweit ist, ist die Haupttracht rum…. nuja, kannste machen nix

 

 

Wech gewesen. Wieder da.

Weg waren wir, übers lange Wochenende und des Herrn F. 50. vor nun schon wieder einiger Zeit. Lüneburg haben wir angeschaut. Durchaus ’ne schöne Stadt, die Einiges zu bieten hat:

  • Große (und prächtige) Altstadt
  • schöne Cafés
  • Läden auch jenseits der allgegenwärtigen Ketten mit
  • einer Unzahl nie gesehener und richtig netter Postkarten – ich habe ZUGESCHLAGEN – es gibt bald für viele LeserInnen Post 😉
  • Das Salzmuseum – lohnt!!
  • Ein richtig guter Buchladen – auch da: ich habe zugeschlagen!
  • Und ich habe endlich (nach anderthalb Jahren etwa….) einen zumindest wesentlich plastikärmeren Rucksack gefunden als ich sonst je sah. Und auch da: zugeschlagen!! 🙂
  • Unbedingt buchen: Stadtführung. Wir hatten eine mit einem Nachtwächter, 500 Jahre alt. Ich glaube, das war eine sehr gute Wahl, denn des nachts ist Lüneburg in der Altstadt besonders schön, einerseits, und andererseits haben wir wirklich was gelernt UND es war sehr, sehr gut aufgemacht

Was Lüneburg leider nicht zu bieten hatte, waren Sonne und Temperaturen jenseits der 5°. Das hatte zur Folge, daß wir nicht so viel gesehen haben wie wir gern gesehen hätten, weil wir uns viel zum aufwärmen irgendwo „drin“ aufgehalten haben. Außerdem hatte das Lüne-Kloster noch zu, das wir gern angesehen hätten, und im Sommer kann man sicher super draußen rumgammeln dort – und wir haben zu spät festgestellt, daß wir noch eine Rathausführung hätten machen sollen. Heißt: wir kommen wieder, in einer wärmeren Jahreszeit irgendwann.

Anklicken zeigt die Fotos besser (jedenfalls zT) und die Texte dazu, was in diesem Fall mal ganz sinnvoll ist, um drunter den Text ganz zu verstehen 😉

Der Herr. dem Lüneburg seine Altstadt verdankt, das ist ein Architekt aus Hamburg, der Ende der 60er nach Lüneburg kam, um dort Zeichnungen der alten Häuser zu machen. Damals war der ganze Altstadt-Teil, der in der Senkung lag, schon fest zum Abriß vorgesehen, ein Parkplatz und eine Stadtautobahn geplant.

Die Senkung: der Salzstock, der in Lüneburg an die 1000 Jahre lang (!) per ausspülen der Sole ausgebeutet wurde, ist ca 4km tief, aber nur ca 1x1km breit (sofern ich mich recht erinnere). Und voll bebaut mit uralter Stadt. All die Häuser, die dort standen, waren inzwischen krumm und schief und voller Risse, weil durch die im Salz entstandenen Höhlen der Boden sich senkte. Und übrigens immer noch senkt, um 20cm JÄHRLICH)

Nun, jedenfalls hat der Herr Architekt sich in diese halbverfallenen Häuser verliebt und in kurzer Zeit die noch dort auf gepackten Koffern sitzenden Bewohner gegen die Abrißpläne aufgebracht – so nachhaltig, daß tatsächlich nicht abgerissen, sondern saniert wurde. Nur deshalb ist Lüneburg jetzt so ein Touristenziel, so schön und hat einen so wertvollen Altbaubestand! Allerdings sind doch immer wieder ganze Häuserzeilen und auch zwei Kirchen an die Senkung verlorengegangen (ich weiß allerdings nicht, wann genau) Wir wohnten in einem alten Haus in der Straße „Auf dem Meere“. Und die verdankt ihren Namen einem solchen Geschehen: Irgendwann vor ein paar hundert Jahren hatte sich in der Straße plötzlich ein großes Loch aufgetan, das sich schnell mit Salzwasser gefüllt hat ….

Eingetragen bei stories&places

Ein Bett am Waldesrand

… fanden wir gestern in Ekenis:

Genial, oder?

Wer die Matratze genauer betrachten möchte, das Ekenisser Hügelgrab oder eine lange Marienkäferreihe bewundern, den bitte ich ins Schupfenblock: bitte hier lang 🙂

P.S. Mir fällt grad auf, daß man das auf dem Foto nicht sieht – dieser Garten liegt tatsächlich direkt am Waldesrand, Ihr müsste t Euch nur umdrehen, dann würdet Ihr’s sehen können 😉