Daß nichts bleibt, daß nichts bleibt wie es war.

Das Jahr 2017 hatte, Ihr wisst es, kaum schöne Tage für uns hier im Norden. Und so kam es, daß wir vieles nicht getan haben, das wir gern getan hätten. Lagerfeuer gab es zum Beispiel nur erbärmliche zweimal, in Schlei oder Ostsee gebadet haben wir garnicht, keine Dorfspaziergänge gemacht. Auch ein Besuch im Gulde-Garten war beim Nichtstattgefundenen, und nun DAS:

Vorbei

Ach, was’n Mist! Ich war ziemlich betrübt, als ich das las, fast sogar geschockt, und beim durchgucken der Rest-Website merkte ich irgendwann, daß ich innerlich sang – immer wieder einige Zeilen aus dem einen Lied vom Herrn Wader, das ich mag:

So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar
daß nichts bleibt
daß nichts bleibt, wie es war

Mal abwarten, wohin der angekündigte Umzug geht, und ob da auch wieder ein Garten entsteht, oder ob’s bloß ein Atelier wird.

Überhaupt sind schon mehrere unserer Lieblingsstätten nicht mehr, zB das schöne Café in Ulsnis und das wunderbare Restaurant, in dem wir unsere Hochzeit gefeiert haben….. auch Café Grünlund hat nur noch sehr eng eingeschränkte Öffnungszeiten und Kuchenangebote – alles sehr schade, da sich weit und breit kein adäquater Ersatz auftut. Es gibt wohl neue Cafés, Orte und Restaurants, aber nichts annähernd ähnlich schönes oder gutes.

Was sagt uns das?

Nicht aufschieben!
Carpe diem!

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Vernissage mit Rost

Endlich kann ich mal wieder bei Frau Tonaris Rostparade mitspielen, denn ich habe ein Motiv gefunden, das ich am liebsten gleich mit heimgenommen hätte. Dieses:

Und das kam so:

Im Kultur-Newsletter Flensburgs gab es den Hinweis auf eine Vernissage zu einer Ausstellung mehrerer Töpfer. Okay, die Beispielsstücke sahen wirklich schön aus, aber was mich denken ließ „Da MUSS ich hin“ war, daß dort stand, das ganze finde in einem neuen Kunstquartier statt, in frisch renoviertem alten Gemäuer.

Da musste ich natürlich gleich nach mehr suchen, und ich fand sehr spannendes: ein Häuser-Ensemble, nach dem ich auf einem Stadtspaziergang nur wenige Wochen vorher den Hals gereckt hatte: vorn ein relativ unscheibares älteres Haus, gelegen am Hang in der Schloßstraße – dann aber, etwas weiter oben, ein altes „Nutzgebäude“ (Stall?), das ich von vorher als ziemlich baufällig in Erinnerung gehabt hatte, und das jetzt weiß und renoviert strahlte! Zwischen Stall und Haus ein Innenhof, ummauert, in den man nur wenig reinlugen konnte – aber genug, um von oben zu sehen, daß er offenbar zweistöckig ist, Und als Querriegel am Hang noch ein Haus – eine Ruine mit halb eingefallenem Dach- ob das auch dazugehört?

Also los, ab zur Vernissage!!

Fahrt mit dem Mauszeiger über die Bilder, dann kapiert Ihr die Anlage des Quartiers etwas besser

Tja, drin war auch so Einiges schönes zu sehen, von alten Türen und Balken bis zu Fliesenböden (auch alt) und Rest-Wandmalereien. Und natürlich die Kunst….. wer mehr gucken möchte, bitteschön

Es sind wirklich schöne Sachen dabeigewesen, aber fast nur Stehrümchen (bzw eher Stehrums, ganz schön groß zum Teil *g*) – Kunst aus Ton halt, und ich bin ja was das angeht, echte Banausin. Angucken, schön finden oder nicht – in einer Viertelstunde getan und gut.

Aber die Arbeit, die die Leute an den Häusern geleistet haben, die konnte ich wirklich bewundern und würdigen! Ich bin sehr gespannt, wie es dort weitergeht und sehr froh, daß sie uns zum gucken hineingelassen haben!

 

 

 

 

Schwer beeindruckt

Am Montag haben wir uns aufgerafft, nach der Arbeit gleich weiter zu ziehen.
Es gab einen Vortrag über Insekten im Garten, mit Fotos, und zwar von Lennart Bendixen, der hier gleich nahebei wohnt und sich offenbar auf der Überholspur in nur 4 oder 5 Jahren von Jemandem „für den Ökologie kein Thema war“ zu einem echten Experten gemausert hat. Ihn hat, so erzählte er, einfach interessiert, wie viele Tiere in einem Garten leben können – und er hat angefangen zu bestimmen und zu zählen.
Wie das so ist, wenn man erstmal…., hat sich sein Grundstück von etwa 3000 recht sonnigen Quadratmetern in dieser Zeit zum Naturgarten und Interesse wie Garten zum Schwerpunkt Insekten gemausert. Wiese, heimische Gehölze, Tümpel, viel auch aufrecht stehendes Totholz und ein sandiger, sonniger „Steilhang“ von 90cm sind die Zutaten, bisher bestimmt hat er um die 3000 Tiere, meine ich mich zu entsinnen.
Dreitausend Tiere!
Verschiedene!
Das größte ein Damhirsch, das kleinste (von ihm per gutem Fotoapparat bestimmbare) eine Milbe von 0,15 cm Länge, wenn ich mich recht entsinne.
Und er hat tolle Fotos gemacht, von einer parasitären Schlupfwespe zB, die gerade auf einem Raupenkopf ihr Ei ablegt. Oder von einer Grabwespe, die die von ihr gelähmte Spinne innerhalb einer sehr anstrengenden Stunde in das zuvor gegrabene Loch an einem Totholzstamm schleppt (wo die Spinne gelähmt und deshalb frischgehalten wartet, daß die Grabwespenlarven schlüpfen und von ihr essen können)
Zwei Tierarten, die er entdeckt hat, waren zuvor für S-H noch nicht als hier lebend bekannt. Ein Plattwurm und irgendwas anderes.

Also, ich habe ja was übrig für Leute, die sich so schnell und so sehr in eine Materie hineinknien. Mir ist das sowas von total fremd, es widerspricht sozusagen meinem ganzen Wesen *g* – aber ich finde es einfach großartig, daß es solche Leute gibt und stehe voller Bewunderung vor diesem Phänomen!

Nebenbei bemerkt ist der Herr F. jetzt bald NABU-Mitglied, und wir hoffen, hier in der Gegend mehr mit Gleichgesinnten tun zu können. (Ich bin ja bereits Zustifterin) Der Vortrag war nämlich vom NABU angeboten worden.

3. Advent: Schöne Ecken in Schleswig

Das St. Johannis-Kloster habe ich ja schon öfter hier gepriesen – am 1. Advent gab es dort wieder ein Konzert des Hamburger Gitarrenorchesters. Nachdem ich beim letzten Mal so begeistert davon gewesen war, wollte ich da unbedingt wieder hin, diesmal zusammen mit dem Herrn F.

Ein guter Moment, um doch noch schöne Ecken in Schleswig fotografieren zu können, bitte sehr! (Anklicken -> Beschreibung lesen)

Schleswig hat, soweit ich’s kenne, leider nicht allzu viele schöne Ecken. Aber die Altstadt um den Holm und der Teil um den Dom herum sind schon wirklich toll und bieten eine sehr schöne und sehr ruhige Atmosphäre.

Auf dem letzten Bild sieht man etwas, das ich recht schade finde: seit letztem Jahr ist der Dom in für mich zu hellem und zu kaltem Licht angestrahlt, das ist wirklich schade, denn ich mag seine Gestalt sehr, und es ist einfach was schönes, wenn man im Dunklen durch die Stadt läuft und den Turm aufragen sieht. Da wurde selbst ich, die Lichtverschmutzungs-Hasserin per se, von der Beleuchtung erfreut. Das ist leider jetzt vorbei, der Dom wirkt unfreundlich und kühl, die Kontraste von Licht und Schatten schmerzen die Augen. Trotzdem: wer nach Schleswig kommt sollte den Dom, aber unbedingt auch das Kloster anschauen! Und am Holm und in der Altstadt die breiteren Gassen verlassen und sich durch die kleinen schlängeln. Es lohnt!

Auf das Gitarrenkonzert im nächsten Jahr freue ich mich schon jetzt, nebenbei bemerkt. Die Atmosphäre in den alten Räumen, dazu die (nauch neue) Musik – wirklich etwas besonderes! Allerdings sollte man eine Decke mitnehmen – es war diesmal wärmer als letztes Jahr, aber die Kälte zog gegen Ende doch durch den Körper, trotz Jacke, Schals, Decke und Fellstück zum draufsetzen

 

Schnüff!!!

Aus dem Allgäu. Woher sonst???? *g*

Ort des Geschehens: Kreuzung Zentraldorf.
Ampelkreuzung Zentraldorf.

Ich bin auf dem Weg nach Flensburg und möchte nach rechts abbiegen. Die Ampel dort ist so geschaltet, daß die vier Richtungen nacheinander grün bekommen. Ich fahre also auf die Kreuzung zu und sehe, daß vor mir bereits drei Autos warten. In Gegenrichtung steht etwa 4-5 Autolängen hinter der Kreuzung ein LKW geparkt, bei dem gerade Leute Ware ausladen. Im anfahren sehe ich aus Richtung Flensburg einen Linksabbieger in meine Richtung einbiegen und bleibe daher ein gutes Stück hinter dem vor mir Wartenden stehen, damit der Linksabbieger gut am LKW vorbei weiterfahren kann. Das tut er auch und bedankt sich per winken höflich. Das empfinde ich auch als angemessen *g*.
Ich schließe nicht auf, schließlich meine ich zwar, daß „wir“ bald dran sind mit der grünen Ampelphase, aber man weiß ja nie – und tatsächlich: vor uns sind noch einige andere Fahrer „dran“. Von denen ziemlich viele in meine Richtung abbiegen, und

jetzt kommt’s:

Jeder einzelne davon hat sich winkend bei mir bedankt!!!

Das mag jetzt manchem übertrieben scheinen, aber ich merkte beim 5. oder 6., daß mir die Tränen in die Augen stiegen. Vor Rührung.

Engel, brav.

Begegnung an leerstehendem Gebäude in Flensburg. Verdacht nach lesen des Banners, das der Engel hält: Ex-Schule.

„Werdet stets weiser und besser“

Jo. Wird gemacht. Null Problemo.


Übrigens ists wirklich eine Schule gewesen. Ein wenig weiter an dem großen Gebäude stand noch der Name, aber ich hab ihn vergessen.

 

Dampf

Lange schon bin ich immer wieder vorbeigefahren an diesem Schild in Flensburg. Lange schon dachte ich mir „das mußt Du unbedingt mal fotografieren!“ Nun gab es gleich zwei gute Gründe: erstens, profan: ich war in der Nähe, und das auch noch zu Fuß. Und zweitens: ein anderes Schild in Rieseby, bei dem ich das auch seit Jahren gedacht hatte, ist – weg!

Dies hier allerdings war noch da, und mir gefallen sowohl die altmodischen Buchstaben als auch der ebenso altmodische Aufbau des Schildes. Tja, und dann gibt es auch noch den tagesaktuellen Bezug:

Ich hätte gern gejubelt: Ja, genau, die bleiben draußen!!! Aber nuja….. es ist Dampf im Kessel der Unzufriedenen, und dieser Dampf mußte wohl abgelassen werden 😦 Hoffen wir mal, daß es diesen Rechten genauso geht wie denen zuvor: daß sie sich selbst so zerlegen, daß sich das bis zum nächsten Mal erledigt.

Im Allgäu befolgt man Anweisungen. Wörtlich.

Wo steht schließlich was von „antackern verboten???“
(Ich hoffe, man kann erkennen, daß rings um das Schild Hunderte Tackernadeln im Holz versenkt sind!?)

Die Schlei knistert

Brodersby, heute.
Von oben kommend, war der erste Gedanke: oh, superniedriger Wasserstand, das hatten wir ja noch nie gesehen!

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Kaum waren wir etwas näher dran, sahen wir die Fehlinterpretation: was wir als „feuchter Sand“ gedeutet hatten, waren in Wirklichkeit Eis-Reste, winzige Eisschollen, die Teile des ufernahen Wassers bedecken!

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Und deshalb das Knistern, ein nie gehörtes Geräusch: wenn kleine Wellen kommen, all die Schöllchen aneinanderstoßen oder sich gar in einer richtigen Strömung bewegen, dann dringt das als zischendes Knistern an unsere Ohren. Am Strand zusammengespülte Eis-Berge:

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Weiter hinten offenes Wasser ohne Eis. Also gab es

  • knisterndes Eis
  • plätschernde Wellen
  • hupende Gänse
  • quakende Enten
  • sowie leise sich unterhaltende F.s

zu hören. Auf dem Rückweg hab ich dann den Herrn F. gebeten, ein weiteres Foto zu machen: am Strand war das Ried gemäht worden (oder das Strandgras, oder… keine Ahnung, wie das richtig heißt) Auf dem Foto sieht man das Ergebnis von vielleicht zweieinhalb Minuten „trash out“.

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Auf dem Hinweg hatte ich auch schon zwei Hände voll gesammelt – aber richtig volle Hände voll – und in den ganzjährig dortstehenden Mülltonnen deponiert. Würde jeder Spaziergänger bloß zweieinhalb Minuten investieren, sähe unsere Rest-Natur schon ganz anders aus…..

Und ja: dies ist ein Appell, denn Müll liegt nicht nur am Strand…

Musik

Auch in der Altstadt, auch schön: der Schleswigr Dom. Auch wenn ich für Beleuchtungsorgien nicht zu haben bin, so finde ich es doch allabendlich schön, ihn in die Dunkelheit aufragen zu sehen. Ausnahmen bestätigen....

Teil der Altstadt: der Schleswiger Dom. Auch wenn ich normalerweise draußen Dunkelheit mag und suche, so finde ich es doch jeden Winterabend aufs Neue schön, ihn aufragen zu sehen*.

Bis 16 Uhr gearbeitet, dann ein wenig durch Schleswig geschlendert, mich im neuen veganen Bistro auf ein Gemüsecurry niedergelassen und danach auf den Weg durch die nun schon nächtliche Altstadt Richtung Johanniskloster  gemacht. Gaaaanz langsam, denn ich hatte noch viel Zeit und die Altstadt im Dunkeln ist einfach sehr, sehr ruhig und schön.

Um halb sechs war ich dort, und es warteten schon einige Menschen im Nieselregen auf die Öffnung der Türe zur Kapelle. Die aber nicht aufging – durchs Fenster rief man, der Schlüssel sei nicht auffindbar, wir möchten doch bitte seitlich durch den Schwahlgang eintreten. *gg* Na jut. Es ging in eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert (!) mit Resten von Renaissancemalerei und Kreuzgewölben. Und dort saß ich dann zweieinhalb Stunden in einer Kirchenbank und hörte dem neuen Gitarrenorchester Hamburg zu. Ich wusste nicht, ob ich ein Gitarrenorchester mögen würde, aber dieses Konzert war kostenlos gegen Spende – prima zum testen – und jetzt weiß ich: ich mag es sogar sehr! Sowas schönes! Von Renaissancemusik über 50erJahre bis hin zu einer Komposition von 2002 gab es Stücke zu hören. Die Akustik und Atmosphäre in der Kapelle- wunderbar. Der Abend: ruhig und schön und, mit dem Rückweg durch die schlafende Stadt (samstags um halb neun *gg*) geradezu friedvoll.


* beim einfügen des Fotos, das ich im letzten Jahr gemacht habe, wird mir klar, warum ich in den letzten Wochen immer ein vages Fragezeichen m Kopf hatte, sah ich den Dom: offenbar ist die Beleuchtung des Turms auf kühleres Licht umgestellt worden. Oder aber mein Eindruck ist dem geschuldet, was ich, wie so oft, erst zu spät (gestern nämlich, am letzten Tag, abends) mitbekommen habe, nämlich der Lichtreise. Ich werde es am Mittwoch sehen, wenn ich wieder abends zum Parkplatz gehe.

Die Läden meiner Kindheit

lc3a4den-alltagskulturMeine Erinnerungen stammen aus einer Kindheit in den 70er und 80er-Jahren. Ich nehm Euch mal mit auf einen kleinen Dorfspaziergang!

Raus aus dem Haus, links, ein Stück weit geradeaus, dann rechts, die Straße runter und nochmal links – ganz schön weit, wenn man vielleicht sieben oder acht Jahre alt ist und eine laaaaange Liste im Kopf behalten muß, um auch keinen Einkauf zu vergessen. Und so lief ich also, ununterbrochen vor mich hin singend (ob laut oder nur in meinem Kopf, das weiß ich nicht mehr):

Ich möchte drei normale Brötchen und ein kleines Eifler

, denn das Ziel war unser kleiner Bäcker. Endlich angekommen, stand ich in einem Laden, der in meiner Erinnerung sehr warm beleuchtet ist und ansonsten aus einer Theke, den Brotregalen dahinter und ein wenig Platz für Kundschaft davor bestand. Dort bekam ich, was ich, von meinem Auftrag ganz durchdrungen, bestellte und machte mich dann, erleichtert, alles behalten zu haben, auf den Heimweg.

Erschreckend, daß ich nicht mehr weiß, wie der Bäcker hieß….

Dann gab es, in der Straße, die man zum Bäcker runterlief, den kleinen Schreibwarenladen – unvergessen, weil es wichtige Dinge dort zu finden gab: die Sammelbildertütchen fürs Mainzelmännchenalbum zum Beispiel. Oder den HABENMUSS „Blimpy“ – tatsächlich habe ich ein Bild im Netz gefunden *klick*, aber natürlich auch ganz normalen Kram wie neue Heftumschläge. Sehr geliebt habe ich übrigens diese kleinen Büchlein, in denen man durch übermalen der Seiten mit einem Buntstift ein Bild hervorzaubern konnte, kennt Ihr das noch? All sowas gab es beim Trommeschläger – der mir übrigens auch in bleibender Erinnerung geblieben ist, weil er in späteren, wilden(!) Teenie-Jahren meinen ersten und dadurch auch einzigen Tramp-Versuch meinen Eltern verpetzt hat – nachdem er mich zuerst immerhin mitgenommen hatte *g*. Damals war ich ziemlich empört; heute, als gestandene ältere Dame, die auch schonmal einen Jugendlichen verpetzt hat, der sich von einem Älteren bei mir anne Tanke Schnaps hatte kaufen lassen, sehe ich das ein wenig anders.

Und drittens möchte ich Euch noch eine Straße weiter mitnehmen – vom Bäcker ein Stückchen, dann links hoch, im Grunde wieder zurück Richtung zuhause – da gab es eine Drogerie! Pickepacke vollgestellt war der kleine Laden mit unglaublich viel Krams, der mich null interessierte – aber etwas sehr wichtiges gab es: hier konnte man nach dem Urlaub die Filme abgeben, um irgendwann Fotos zu bekommen. Sooooo schnell und einfach ging das allerdings nicht! Erster Schritt: Abgeben. Dann hat man etwa eine Woche gewartet, und dann wurde es spannend: Man ging zur Drogerie und bekam eine Tüte mit Negativstreifen. Orange-bis braungetönte Dinger. Mit der ging man dann ums Eck in die hinterste Ecke des Ladens. Dort stand so eine Maschine, auf die man die Streifen, von unten beleuchtet, legte. Vorsichtig, denn Fettfingerabdrücke hätte man später auf dem Foto gesehen… Man schaute dann durch eine Art Vergrößerungslinse – und sah sich die nun ein wenig größeren, aber immer noch winzigen und negativ-orangebraun gefärbten Bildchen an. Jetzt ging die Diskussion los: war Bild 13 nicht etwas verwackelt? Und konnte man erkennen, ob bei 21 der Kopf vom Vater oben abgeschnitten war? War das überhaupt der Vater? Oder doch eher der Zimmernachbar von der Pension, in der man abgestiegen war? Und das da auf Bild 7b, war das Eutin? Oder doch Celle? Und wenn, lohnte es, genau dieses Bild zu bestellen, oder war Bild 8, das auf dem winzigen orangen Negativ eigentlich ziemlich gleich aussah, vielleicht besser?

Die Nummern der Negative, die wir ausgesucht hatten, notierten wir in der kleinen Tabelle auf der Tüte, suchten noch aus, ob es einen weißen Rand drum herum geben sollte, und dann hieß es wieder warten. Nach einer weiteren Woche dann die Auflösung der spannenden Foto-Jagd: hatten wir die richtigen Fotos rausgesucht? Mensch, die 13 war DOCH verwackelt, Mist aber auch! Aber die anderen Bilder konnten nun zuhause ins Fotoalbum eingeklebt werden, mit den Fotoecken, die wir noch in der Drogerie gekauft hatten (und die sich, inzwischen wissen wir’s, nach gerade mal 35 Jahren schon fast alle abgelöst haben. Empörend!) Dann wurde noch über den Bildunterschriften gebrütet, und endlich – endlich konnte man stolz der Verwandt- und Bekanntschaft die Fotos vom letzten Urlaub präsentieren!

Bäcker und Drogeriemarkt sind übrigens inzwischen verschwunden. Aber den Schreibwarenladen – den gibt es noch!

Im Teestübchen Trithenius kann man wunderschöne Einkaufsläden-Geschichten lesen, klickt mal rüber. Mich hat’s zum mitmachen angestiftet. Und ich habe, beim lesen der Erinnerungen Anderer, den Geruch der Heißmangel ebenso gerochen wie ich das fürchterliche Gefühl wiedergefühlt habe, wenn die Zähne aus Versehen an die Leckmuschelschale stoßen….uaaaaah! Die Gänsehaut war wieder spürbar, und der Mund verzog sich unvermittelt, um das Gefühl an den Zähnen wegzusaugen…. dies nur, weil ich das Wort „Leckmuschel“ las! Lohnt sich also, dort mal in den unterschiedlichsten Läden zu stöbern

 

 

Am Hafen.

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Das war im Juni 2015.Das große Gebäude links war in der Zeit, in der ich Flensburg kenne, erst Disco, dann Laufhaus (also ein Bordell, in dessen Innenhof wohl die Damen flanierten und dann mit den Freiern zu den außenherum liegenden Zimmern liefen) Dann schloß das, und seitdem stand dort alles leer und verfiel. In den Häusern daneben gab es Kneipen, auch Restaurants und drüber Wohnungen. Aber auch hier: lange Leerstand und Verfall. Immer wieder gab es Pläne, die dann nicht wahr wurden, und Verkäufe an Investoren, die nichts taten. Jetzt aber gehts los. Hinter der Front war ein neueres Gebäude, das auch Disco war – das wurde jetzt völlig abgerissen.

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Was aber soll dort entstehen? – Ein großes Hotel soll es werden. Außer den Front-Häusern wurden auch noch hinten raus einige einbezogen, so daß es insgesamt sieben Bestandshäuser sind, die nun zu dem Komplex gehören. Hier, auf der Seite der Baufirma, gibt es mehr Bau-Bilder. Allerdings habe ich die aktuelleren 😉

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Kann man mögen oder nicht – ich persönlich finde es bisher ganz schön, trotz der Rost-Fassade auf dem (vorher) leeren Grundstück. Hinten drin ist es hauptsächlich voll- aber das ist leider inzwischen normal, wenn neu gebaut wird. Kein Platz für einen Platz, für etwas Natur oder auch nur eine kleine Grünanlage. Es muß sich ja lohnen, und das tut es nur, wenn alles zugeknallt wird. Eine insgesamt traurige Entwicklung, wobei ich allerdings Einfamilienhaus-Neubaugebiete da oft trostloser finde als Verdichtungen im Stadtgebiet.

Ich bin schon gespannt, wie’s am Ende aussehen wird. Herbst ist jetzt – aber ob es wirklich bald schon eröffnet wird? (Im Text der Baufirma steht, im Herbst 2016 solle Eröffnung sein)

Fjonkenspiegelei

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In der Spiegelgrotte, Flensburg. Geöffnet nur am Tag des offenen Denkmals. Unterirdisch gelegen, als Ruhe-Raum geplant, ansonsten zweckfrei und teuer im Unterhalt, aber saniert (und schon wieder seeeeeehr feucht)