Wie kahl und jämmerlich würde manches Stückchen Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse!

Wilhelm Raabe, 1831 – 1910*

Genau so kahl und jämmerlich! Glyphosat-Land im Februar 2020. Zuletzt gespritzt im Spätsommer 2019.

Das konnte man sich achtzehnhundertschlagmichtot noch garnicht vorstellen, daß einmal weite Teile freien Landes für Monate so kahl und jämmerlich aussehen würden, und daß das als ganz normal empfunden werden würde! In manchen Dingen ging es den Leuten damals doch besser als heute! (Mir fallen da spontan noch die Möglichkeit von Stille und Dunkelheit ein, zumindest auf dem Land)

*Raabe beobachtete besonders stark die irreparablen Risse zwischen Altem und Neuem, zwischen Geborgenheit und technischer Industrialisierung, welche sich auf Kosten der Natur und der Gemütskultur vergrößerten und vertieften. Als einer der ersten Umweltromane gilt sein Werk Pfisters Mühle, in dem er das Schicksal eines idyllischen Ausflugslokals der Wasserverschmutzung durch eine Zuckerrübenfabrik gegenüberstellte. Das Lokal musste dann dem Neubau einer Fabrik weichen.

(Zitat aus Wikipedia)

A. Krause auf dem Acker

Beim Spaziergang mit Elsa sammeln wir regelmäßig Glasscherben, Plastik und auch Porzellanteile vom Acker. Letztens war dies interessante Ding dabei

Der Rest eines Bügelflaschenverschlusses.

Ich hab gesucht – Brandenburg/Holstein gibts nicht, aber Brandenburg/Havel, eine kreisfreie Stadt in Brandenburg. Über eine Getränkefirma namens A. Krause habe ich aber nichts gefunden…..


Ergänzung:

ICH nicht – aber herzwild!!! 🙂 (siehe Kommentare)

Es gibt historische Adreßbücher im Netz, und da isser, der A. Krause:
August hieß er, 1927 war er in der Jakobstraße 29, Brandenburg/ Havel Mineralwasserfabrikant und Bierverleger: *klick*

Frank hat auch noch Fotos von Bieretiketten ebenjenes August Krause im Netz gefunden, es ist der helle Wahnsinn!!!! 🙂 Bitte sehr: *klick*

wardawas ergänzt: ein Bierverleger bekam damals das Bier in Fässern, füllte es ab und verkaufte es in Flaschen weiter. Klar, das Bier wird vom Faß VERLEGT in die Flasche. Logisch. Oder?

Nö! Das Wort hat einen anderen Ursprung:

Das Verb „verlegen“ bedeutet im Mittelhochdeutschen „Geld ausgeben“ oder „etwas auf seine Rechnung nehmen“; in diesem Sinne ist ein Bierverlag für den Brauer, was ein Verlag für den Autor ist.

Wer noch mehr über das bierverlegen wissen möchte, bitte: *klick*

Danke, Frank, herzwild und wardawas, ich freue mich sehr über all diese Zusatzinfos! 1927 – die Zeit paßt übrigens ganz gut, offenbar war der Herr Hausbauer nicht nur erfolgfreicher Meierist und Butterverleger*, sondern auch eine echte Umweltsau! Hinten bei der Totholzmauer bis zum Teich hin ist ja seit jeher Müllkippe (verlinkt ist ein gutes Beispiel, aber unter dem tag „Fundstücke“ ist ja noch viiiiiiel mehr…), aber offenbar zieht die sich noch ein ganzes Stück in den Acker hinein. Nur gut, daß es damals wenigstens noch nicht so viel Plastik gab – und sehr vieles eh unverpackt gekauft oder selbst hergestellt wurde, sonst wäre das schlimmer als jetzt, wo’s außer Alu hauptsächlich Glas und Porzellan ist, was da wieder auftaucht

 

Guckstu …

Die neuen Kühe sind zwar schon eine Weile auf der Koppel, aber das Wetter war so schlecht, daß sie noch keine Gelegenheit hatten, uns und unser werkeln kennenzulernen. Aber jetzt!!

Jedes Jahr wieder ein Spektakel, das mir große Freude macht! (Und ich habe festgestellt: sie mögen Kletten! Wunderbar, kriegen sie jetzt die ausgerupften, dann können die wenigstens nicht mehr aussamen)

Hy(ü)ggelig

Oh, eine Bank! Laß uns mal setzen!!! 🙂

*räusper* – vielleicht doch besser nicht!?

Jetzt, wissend, mal genau hingucken: die ganze Bank versinkt langsam im großen Waldameisenhaufen!  🙂 Und wo? Am Konik-Weg an der Geltinger Birk

Haus am See

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Im größeren Haus dahinter wohnen die Besitzer, und nebenan sind Isländer auf der Koppel. Das Häuschen selbst hat nur um die 50qm, aber es ist richtig gemütlich eingerichtet und absolut ausreichend für 2 Leute. Mitten in der holsteinischen Schweiz liegt es, bei der Plöner Seenplatte, dichter an Eutin als an Plön – schön!! Die Gegend dort ist wirklich toll, viele uralte Eichen, all die Seen, Wald, Koppeln, die alten Häuser…. doch, da läßt sich gut Urlaub machen!
Okay, Eutin ist jetzt nicht gerad eine Metropole – zwei Tage langen da aber sowas von dicke zum angucken, sogar samt Schloß und Museum – aber hübsch ist das Städtchen schon, und wers gern ruhig hat und wandern mag, der ist da in der Gegend gut aufgehoben

Daß nichts bleibt, daß nichts bleibt wie es war.

Das Jahr 2017 hatte, Ihr wisst es, kaum schöne Tage für uns hier im Norden. Und so kam es, daß wir vieles nicht getan haben, das wir gern getan hätten. Lagerfeuer gab es zum Beispiel nur erbärmliche zweimal, in Schlei oder Ostsee gebadet haben wir garnicht, keine Dorfspaziergänge gemacht. Auch ein Besuch im Gulde-Garten war beim Nichtstattgefundenen, und nun DAS:

Vorbei

Ach, was’n Mist! Ich war ziemlich betrübt, als ich das las, fast sogar geschockt, und beim durchgucken der Rest-Website merkte ich irgendwann, daß ich innerlich sang – immer wieder einige Zeilen aus dem einen Lied vom Herrn Wader, das ich mag:

So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar
daß nichts bleibt
daß nichts bleibt, wie es war

Mal abwarten, wohin der angekündigte Umzug geht, und ob da auch wieder ein Garten entsteht, oder ob’s bloß ein Atelier wird.

Überhaupt sind schon mehrere unserer Lieblingsstätten nicht mehr, zB das schöne Café in Ulsnis und das wunderbare Restaurant, in dem wir unsere Hochzeit gefeiert haben….. auch Café Grünlund hat nur noch sehr eng eingeschränkte Öffnungszeiten und Kuchenangebote – alles sehr schade, da sich weit und breit kein adäquater Ersatz auftut. Es gibt wohl neue Cafés, Orte und Restaurants, aber nichts annähernd ähnlich schönes oder gutes.

Was sagt uns das?

Nicht aufschieben!
Carpe diem!

Schwer beeindruckt

Am Montag haben wir uns aufgerafft, nach der Arbeit gleich weiter zu ziehen.
Es gab einen Vortrag über Insekten im Garten, mit Fotos, und zwar von Lennart Bendixen, der hier gleich nahebei wohnt und sich offenbar auf der Überholspur in nur 4 oder 5 Jahren von Jemandem „für den Ökologie kein Thema war“ zu einem echten Experten gemausert hat. Ihn hat, so erzählte er, einfach interessiert, wie viele Tiere in einem Garten leben können – und er hat angefangen zu bestimmen und zu zählen.
Wie das so ist, wenn man erstmal…., hat sich sein Grundstück von etwa 3000 recht sonnigen Quadratmetern in dieser Zeit zum Naturgarten und Interesse wie Garten zum Schwerpunkt Insekten gemausert. Wiese, heimische Gehölze, Tümpel, viel auch aufrecht stehendes Totholz und ein sandiger, sonniger „Steilhang“ von 90cm sind die Zutaten, bisher bestimmt hat er um die 3000 Tiere, meine ich mich zu entsinnen.
Dreitausend Tiere!
Verschiedene!
Das größte ein Damhirsch, das kleinste (von ihm per gutem Fotoapparat bestimmbare) eine Milbe von 0,15 cm Länge, wenn ich mich recht entsinne.
Und er hat tolle Fotos gemacht, von einer parasitären Schlupfwespe zB, die gerade auf einem Raupenkopf ihr Ei ablegt. Oder von einer Grabwespe, die die von ihr gelähmte Spinne innerhalb einer sehr anstrengenden Stunde in das zuvor gegrabene Loch an einem Totholzstamm schleppt (wo die Spinne gelähmt und deshalb frischgehalten wartet, daß die Grabwespenlarven schlüpfen und von ihr essen können)
Zwei Tierarten, die er entdeckt hat, waren zuvor für S-H noch nicht als hier lebend bekannt. Ein Plattwurm und irgendwas anderes.

Also, ich habe ja was übrig für Leute, die sich so schnell und so sehr in eine Materie hineinknien. Mir ist das sowas von total fremd, es widerspricht sozusagen meinem ganzen Wesen *g* – aber ich finde es einfach großartig, daß es solche Leute gibt und stehe voller Bewunderung vor diesem Phänomen!

Nebenbei bemerkt ist der Herr F. jetzt bald NABU-Mitglied, und wir hoffen, hier in der Gegend mehr mit Gleichgesinnten tun zu können. (Ich bin ja bereits Zustifterin) Der Vortrag war nämlich vom NABU angeboten worden.

Schnüff!!!

Aus dem Allgäu. Woher sonst???? *g*

Ort des Geschehens: Kreuzung Zentraldorf.
Ampelkreuzung Zentraldorf.

Ich bin auf dem Weg nach Flensburg und möchte nach rechts abbiegen. Die Ampel dort ist so geschaltet, daß die vier Richtungen nacheinander grün bekommen. Ich fahre also auf die Kreuzung zu und sehe, daß vor mir bereits drei Autos warten. In Gegenrichtung steht etwa 4-5 Autolängen hinter der Kreuzung ein LKW geparkt, bei dem gerade Leute Ware ausladen. Im anfahren sehe ich aus Richtung Flensburg einen Linksabbieger in meine Richtung einbiegen und bleibe daher ein gutes Stück hinter dem vor mir Wartenden stehen, damit der Linksabbieger gut am LKW vorbei weiterfahren kann. Das tut er auch und bedankt sich per winken höflich. Das empfinde ich auch als angemessen *g*.
Ich schließe nicht auf, schließlich meine ich zwar, daß „wir“ bald dran sind mit der grünen Ampelphase, aber man weiß ja nie – und tatsächlich: vor uns sind noch einige andere Fahrer „dran“. Von denen ziemlich viele in meine Richtung abbiegen, und

jetzt kommt’s:

Jeder einzelne davon hat sich winkend bei mir bedankt!!!

Das mag jetzt manchem übertrieben scheinen, aber ich merkte beim 5. oder 6., daß mir die Tränen in die Augen stiegen. Vor Rührung.

Im Allgäu befolgt man Anweisungen. Wörtlich.

Wo steht schließlich was von „antackern verboten???“
(Ich hoffe, man kann erkennen, daß rings um das Schild Hunderte Tackernadeln im Holz versenkt sind!?)

Die Schlei knistert

Brodersby, heute.
Von oben kommend, war der erste Gedanke: oh, superniedriger Wasserstand, das hatten wir ja noch nie gesehen!

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Kaum waren wir etwas näher dran, sahen wir die Fehlinterpretation: was wir als „feuchter Sand“ gedeutet hatten, waren in Wirklichkeit Eis-Reste, winzige Eisschollen, die Teile des ufernahen Wassers bedecken!

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Und deshalb das Knistern, ein nie gehörtes Geräusch: wenn kleine Wellen kommen, all die Schöllchen aneinanderstoßen oder sich gar in einer richtigen Strömung bewegen, dann dringt das als zischendes Knistern an unsere Ohren. Am Strand zusammengespülte Eis-Berge:

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Weiter hinten offenes Wasser ohne Eis. Also gab es

  • knisterndes Eis
  • plätschernde Wellen
  • hupende Gänse
  • quakende Enten
  • sowie leise sich unterhaltende F.s

zu hören. Auf dem Rückweg hab ich dann den Herrn F. gebeten, ein weiteres Foto zu machen: am Strand war das Ried gemäht worden (oder das Strandgras, oder… keine Ahnung, wie das richtig heißt) Auf dem Foto sieht man das Ergebnis von vielleicht zweieinhalb Minuten „trash out“.

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Auf dem Hinweg hatte ich auch schon zwei Hände voll gesammelt – aber richtig volle Hände voll – und in den ganzjährig dortstehenden Mülltonnen deponiert. Würde jeder Spaziergänger bloß zweieinhalb Minuten investieren, sähe unsere Rest-Natur schon ganz anders aus…..

Und ja: dies ist ein Appell, denn Müll liegt nicht nur am Strand…