Tiere säen: Mai-Langhornbiene

Sehr gefreut hatte ich mich im Winter, als dies bei mir ankam:

Ich hatte an die anderen drei Blätter unseres „Naturgarten-Regiogruppenvorstand-Kleeblatts“ den Link zu diesem Artikel verschickt – und die eine der drei Damen hat das zur Mai-Langhornbiene passende einheimische Saatgut der Zaunwicke besorgt und mir ein Tütchen davon zusammen mit dem Ausdruck des Artikels geschickt. 😃

Jetzt ist ausgesät, dann können nächstes Jahr hoffentlich in der Nähe ansässige Mai-Langhornbienen bei uns im Garten zum essen kommen 🙂 Ich habe einige Korkenzieherweiden oder -haselzweige aus einem Kompost in der Nachbarschaft gezogen und in die Lücke im Weidenzaun hinten gesteckt (nachmittags bis abends gut sonnig), damit die Wicken sich da hoffentlich gut drumwinden können.

Danke Dir R2*!!!! 🙂

*wir haben eine A., eine M. und zwei R.s im Regio-Kleeblatt

Ich habe übrigens FÜNF Tage osterfrei! 🙂 Das ist vor allem deshalb grandios, weil ich durchaus noch nicht so richtig gesund bin. Nach wie vor brennen die Augen, die Nebenhöhlen sind zu – jetzt hab ich nach dem vorösterlichen Heftigtag mit Nachwirkungen im gesamten Körper zu tun. Es ist zum Mäusemelken! Das halbe Jahr Nichtstunkönnen legt frau nicht einfach beiseite und macht weiter wie zuvor. Muskeln haben sich abgebaut, der Arm ist nach wie vor nicht voll benutzbar und beweglich, das strahlt natürlich in das gesamte System aus. Inzwischen denke ich, ich werde ganz sicher noch dieses ganze Jahr damit zu tun haben (KG läuft und hilft), wenns überhaupt je wie zuvor wird. Sollte das doofe Corona je zuende sein, werde ich sicher tun müssen, was ich nie tun wollte: gezielt Muskelaufbau im Fitnesstudio betreiben.


Aussortiert:

Tag 42, 1.4.: Eine Jogginghose vom Flohmarkt. Ich musste feststellen, daß mir gummierte Ecken auf den Beinaußenseiten so zuwider sind (haptisch. Wenn ich mit den Händen drankomme), daß ich die deshalb immer wieder ausziehe. Fehlkauf. Sozialladen.

Tag 43, 2.4.: Eine Gebrauchsanleitung für ein Telefon, das schon lange kaputt ist.

Tag 44, 3.4.: eine weitere Gebrauchsanweisung. Für ein weiteres Telefon, das auch schon kaputt ist (wie kann es angehen, daß man alle paar Jahre ein neues Telefon kaufen muß????)

 

abgekartet Nr.22

…mal wieder eine der Karten, die sehr, sehr lange gehangen haben, weil ich mich einfach nicht trennen konnte. Sie stammt aus einer längst vergangenen Zeit, nämlich der, zu der ich noch oft und gern und lange direkt vor dem Bienenkasten saß, zum gucken und hören und riechen und lernen und entspannen… und das hatte wohl die Freundin vor Augen, als sie diese Karte sah und für mich kaufte. Wie oft ich lächeln musste, weil ich mir die angeguckt habe, kann ich garnicht mehr zählen! Danke dafür MrsLion! ;-).

2011

Ich würde das ja noch immer tun, aber inzwischen sind unsere Bienen dazu zu zickig. „Wilde“ Vermehrung, in Fachkreisen auch „Standbegattung“ genannt, hat auch ihre Nachteile, nämlich, daß man nie weiß, ob verteidigungsbereites Erbgut mit übertragen wird (bei gekauften Königinnen wird ja normalerweise darauf geachtet, daß sie friedfertige Nachkommen haben)

Übrigens: da steht sogar noch der Bambus, hinter mir!!! Zehn Jahre her …. Wie dieZeit vergeht….

(Was ist denn bloß „abgekartet“? – klick)


Aussortiert

Tag 23, 12.3.: eine Postkarte 😉 Ins Altpapier.

Tag 24, 13.3.: ein mittelgroße Glasflasche/-dose mit Glasstopfen. Eigentlich kann ich sowas IMMER brauchen, aber diese hat ein Surf-Motiv draufgedruckt, unabschabbar. Mog i net! Zum Sozialladen

Tag 25, 14.3. eine selbstgestrickte „Halskrause“. Einige Jahre lang hab ich die sehr gern getragen, SEIT einigen Jahren nicht mehr. Wird aufgeribbelt und neu verstrickt.

Lädiert

Ja. Ich weiß. Es ist Winter. Draußen ist alles weiß.

Eben drum!!!! Wir machen eine Reise in den Sommer, mit Fotos, die ich aufgenommen habe, als ich nicht viel anderes tun konnte, als mich in den Giersch zu setzen und zu gucken, as denn wohl grad los ist:

Das ist – unschwer zu erkennen – eine Honigbiene.
Aber vielleicht fällt auf, daß sie seltsam aussieht. Fast wie naß, so dunkel. Und:

Ja. Der Hinterkörper ist glatt, es fehlt fast ganz die Behaarung. Außerdem sind die Flügel ganz ausgefranst.

Zum Vergleich: helle Binden am Hinterleib, heile Flügel…. eine andere Biene:

Ja, was ist ihr denn wohl passiert, der Biene eins?

Wahrscheinlich ist sie eine alte Dame. Also, für eine Sommerbiene alt. Die werden ja eh nicht älter als etwa vier Wochen. Aber nur in der letzten Lebensphase gehen sie auf Tour draußen. Denn dann ists für das Volk nicht so schlimm, wenn sie dort umkommen: Freßfeinde, Kälte, ertrinken beim wasserholen – draußen ists gefährlich! Und diese Bienen sind eh bald am Ende ihres Lebens angekommen…. sehr pragmatisch. Natur halt.

Na, und alte Bienen können schonmal so Einiges erlebt haben. Sie haben Larven versorgt, geputzt, Futter verarbeitet, das Ältere eingetragen haben, Waben gebaut – und im Laufe des Lebens sind sie gealtert. Sie waren aber auch schon Wächterinnen, und wenn es da Kämpfe mit stockfremden Bienen gegeben hat, verliert man Behaarung, wenn man sich ineinander verbeißt. Oder ein Stück Flügel. Deshalb sehen, zB, wenn ein Bienenstock von fremden Bienen angegriffen wird, auch jüngere Bienen schonmal reichlich lädiert aus.

Okay.

Zurück in die Realität, zurück in den Winter.

Die Au fließt noch, ist aber vor dem Rohrzufluß total zugeweht. Schade, man erkennt nicht so recht, daß da ein fettes Schneebrett hängt

Momentan sitzen die langlebigen Winterbienen hoffentlich zuhaus auf den Nahrungsvorräten und halten sich durch das vibrieren der Brustmuskeln bei ausgehakten Flügeln schön warm…. die Kringelchen, unser stärkstes Bienenvolk, haben leider sehr, sehr viele Tote zu verzeichnen. Mal sehn, ob wir dieses Jahr wieder ohne Verluste ins Frühjahr starten – ich habe Bedenken, denn die anderen beiden Völker waren ja eh nicht die stärksten, und dem stärksten gehts nicht grad gut, derzeit.

Abwarten

Bienenuhr, skizzenhaft

Bienenentwicklung, vom Ei bis zum erwachsenen Tier. Die Zahlen bezeichnen die Tage der Entwicklung. Man sieht: Drohnen brauchen am längsten, bis sie ausschlüpfen, Königinnen sind am schnellsten (was wichtig fürs Bienenvolk ist, wenn es eine verstorbene Königin ersetzen muß. Nachdem sie geschlüpft ist braucht sie ja auch noch Zeit, bis sie brüten kann: ein, zwei Tage zum sich orientieren, dann der Hochzeitsflug, dann mehrere Tage „reifen“, bis sie zu stiften beginnen kann. Manchmal länger, wenn das Wetter einfach keinen Hochzeitsflug zulässt)

Unsere Bienen haben derweil zu viele Varroen. Wir werden nochmal „ran“ müssen, aber wann? Sie sollten brutfrei sein. Das sind sie 4 Wochen nach einer Frostperiode. Pffffft….  Frost. Was ist das? Es hat mal  zwei Nächte am Stück gefroren, also werden wir es vier Wochen danach probieren, das wäre dann zum Jahreswechsel.

Splitter

Es braucht nur eine einzige Biene, die davon überzeugt ist, auch noch in 25m Entfernung vom Stock ihr Volk unter Einsatz ihres Lebens verteidigen zu müssen, um zwei Menschen dauerhaft aus dem eigenen Garten zu vertreiben.

Und um zwei Menschen davon zu überzeugen, daß eine elektrische Fliegenpatsche eine sinnvolle Anschaffung ist.

Weltbienentag

heute, am 20. Mai.

Daran erinnert hat mich der Vogelknipser. Ich zitiere aus dem Beitrag, in dem auch sehr schöne Wildbienenfotos zu sehen sind:

Eigentlich sollte dieser Tag ein Tag der Freude und der Hoffnung sein, was er aber bei Weitem nicht ist. Während ich diese Zeilen schreibe, werden wahrscheinlich schon wieder Tonnen von Gift auf Felder, Wiesen, Wälder und Weinberge in der ganzen Welt verspritzt. Der ehemalige Bundeslandwirschaftsminister (Schmidt CSU bis März 2018), hat in einem Alleingang mit seiner Unterschrift bei der EU dafür gesorgt, dass Glyphosat heute noch zum Einsatz kommt. Einige Länder haben wegen des umstrittenen Einsatz mittlerweile einen nationalen Ausstieg dieses Giftes ausgesprochen. Landwirtschaftsministerin J. Klöckner sperrt sich gegen ein nationalen Verzicht von Glyphosat und stellt erst 2022 solch einen Ausstieg in Aussicht. Was nutzt ein Abkommen der Vereinten Nationen, wenn weiter bienen-vernichtendes Gift auf unserer Felder gespritzt wird. Heute ist durch Untersuchen bekannt, dass dieses Ackergift mit verantwortlich für den Verfall unserer Bienen ist.

Ja. Ja, ja, ja!!! Es ist unerhört!! Und eigentlich braucht man gar keine Untersuchungen, man mu0ß nur mal in die Landschaft gucken: Glyphosat sorgt dafür, daß es nahezu keine Blütenpflanzen mehr gibt – auf Äckern, aber auch an Wegrändern und immer noch sogar in Gärten. Dazu kommen Hochleistungssaatgut und Überdüngung, aber auch das viel zu häufige mähen der Wiesen (und Gartenrasenflächen – ich sag nur Mähroboter) Und wo keine Blüten, da keine Bienen.

Und hier bei uns? Da habe ich heute morgen, noch bevor der Vogelknipser mich an diesen Tag erinnert hat, zum Herrn F. gesagt: „ich glaube, heute musst Du immer mal bei den Kringelchen gucken, das wäre so ein Schwärm-Tag….“ Wäre ja passend, am Weltbienentag. Und trotzdem hoffe ich, daß sie’s nicht tun!

Wachdienst

23.4. Wie effektiv Bienen ihr Zuhause bewachen wurde mir grad eben wieder plastisch vor Augen geführt *seufz*:

Ich dachte, im Frühjahr sind Biens friedlich, da kann ich ohne Probleme mal am Teich rumraken.

Habe also erst tote Schneebeerenzweige abgeknickt und entsorgt, damit ich mir an der Böschung nicht die Augen aussteche. Dann die Schubkarre geholt (vor den Bienenbeuten längsgeschoben, was im Herbst nicht zu empfehlen ist, jetzt aber tatsächlich keine Reaktion verursachte) und eine erste Karre voll Blättermodder vom derzeit trockengefallenen Teichrand entfernt. Der liegt etwa 10-15m und anderthalb Höhenmeter von den Bienenstöcken entfernt, außerdem liegt die Stelle nicht in ihrer Hauptflugrichtung. Einige Bienen flogen auf und waren etwas aufgeregt, aber eher auf wegkommen gepolt, wie erwartet. Das hört man leicht am Summton. (Die sind immer noch dort am Teich unterwegs, um Wasser zu holen – trotz Raps- und Wildkirschenblüte etc. Es ist VIEL zu trocken, die Pflanzen haben zu wenig Nektar im Angebot – schade!!) Als ich aber die Karre ausgeleert hatte und zurückkam (NICHT wieder an den Stöcken vorbei, denn ich hatte den Modder in anderer Richtung abgekippt), da konnte ich nur noch zwei Schaufeln voll draufschippen – und hatte plötzlich eine Drohbiene vor mir. Okay dachte ich, geh ich mal kurz hoch, die beruhigt sich schon wieder. Weit gefehlt! Ich wurde verfolgt, und todesmutig stürzte sich die Biene in meine Haare und begann sich zur Kopfhaut vorzuarbeiten.

Das ist eine evolutionär angenommene Kamikazetechnik: wenn der Bär kommt, um den Honig aus der Baumhöhle zu holen, dann hilft es nix, sich oben auf den Pelz zu setzen. Biene muß sich durcharbeiten bis zur Haut, um stechen zu können. Und genau das tat diese Biene!

Nicht evolutionär, aber in nunmehr zehn Jahren schmerzhaft erlernt ist meine Reaktion: inzwischen versuche ich in diesem Stadium nicht mehr, die Biene aus den Haaren rauszukriegen. Sie will das ja garnicht, sie will jetzt stechen. Und ich will nicht gestochen werden, also heißt es „schneller sein und zuschlagen“ Das tat ich und wurde wieder einmal nicht gestochen. Aber die arme Biene ließ ihr Leben dabei (und das, obwohl ich überhaupt keine Ambitionen hatte, irgendwas an ihrem Zuhause zu tun- aber das weiß die Biene ja nicht….) Sie wurde nicht älter als 19 Tage. Woher ich das weiß? *klick*

…. R:I:P …

Obwohl die Dame oberflächlich gesehen keinen Erfolg gehabt hat (sie ist tot, ich bin ohne Stich), hat sie doch gewonnen: bei ihrem Verteidigungsflug setzt sie Duftstoffe ab, die anderen Wächterinnen klarmachen: HIER ist die Gefahr!! Und das bedeutet: heute werde ich nicht mehr am Teich weitermachen, denn es wird andere tapfere Wächterinnen geben, die mich auf dem Kieker haben werden. Das muß man sich nicht so vorstellen, daß sich nun 30 wütende Bienen auf mich stürzen, sobald ich in die Nähe komme. Aber auch eine einzige mißtrauische Biene, die mit hohem Sumnen direkt vor dem Gesicht frontal herumswchirrt, und bei der ich genau weiß: bleibe ich, wird auch sie sich opfern, um mich zu vertreiben, ist sehr fies. Auch die Karre hole ich besser erst, wenn es dunkel ist und Biens nicht mehr fliegen.

Wenn ich Glück habe, darf ich mich in den Windschutz setzen und lesen, weil das ganze eine recht kurze Sequenz war. Habe ich Pech, bin ich dauerhafter markiert und mißtrauische Bienen werden mich auch dort umkreisen und nicht aus den Augen lassen. Mal sehen…

P.S. jahreszeitgemäß war man freundlich: ich konnte in Ruhe im Windschutz sitzen 🙂

 

 

Reinigungsflug

19. März, 15 Uhr, 8°, Sonne, wenig Wind

Vor den Bienenkästen seit einer Stunde Massenflugbetrieb! Zum ersten Mal in diesem Jahr ist richtig was los – und aus Mangel an frisch aufgehängter Wäsche suchen sich unsere Bienen – die Narzissen aus, um nach einem halben Jahr eingesperrtsein endlich mal zu kacken.

Reinigungsflug nennt man das, und warum sie so gern helle Dinge bekacken, das weiß ich nicht, aber es ist wirklich so.

Man muß sich das mal vorstellen: die meisten Bienen waren wirklich seit Oktober oder November nicht mehr draußen! Irgendwann ist die Kotblase voll, und wenn dann das Wetter paßt….


P.S. ich habe vor, nicht weiter für jedes Bienenjahr eine neue Kategorie aufzumachen. Das meiste hab ich schon erzählt, was für Nicht-ImkerInnen interessant sein könnte, und wenn ich jetzt was zu berichten habe, dann kommts, wie dies hier, unter den tag „Imkerlatein“, wenn es eine Begriffserklärung oÄ beinhaltet. Oder es kommt einfach in einer anderen Kategorie unter. Jedes Jahr neu zu berichten, was man jedes Jahr wieder tut hab ich keine Lust (und Ihr mögt das sicher auch nicht immer wieder lesen)

Die Linde blüht!!!

Endlich ist die Lindenblüte auch hier bei uns angekommen! Sehnlichst erwartet, weil wir letzte Woche unsere Bienen noch zwischenfüttern mussten – so gut wie kein Futter war in den Beuten. Und so bin ich eben fernglasbewehrt zu Nachbars drei Häuser weiter gestapft, um zu gucken, ob nicht vielleicht endlich – ganz oben – auf der Sonnenseite – vielleicht….., denn es war doch ganz schön viel los bei Biens. Aber gestern war noch nix!

Und dann hab ich das Fernglas gar nicht gebraucht: auch unten und im Schatten waren schon Blüten geöffnet, und Bienen überall 🙂

Also nix wie zurück, den Schutz und Handschuhe und die fürs füttern aus dem Honigraum entfernten leeren Rähmchen geholt. Auf die Deckel, raus die Futterschalen (waren eh leergeputzt – da sieht man, daß sie’s noch nötig gehabt hatten) und rein die Rähmchen. Alles bei großem Tummelum im Honiraum *freu*

Jetzt bin ich gespannt. Eigentlich dürfte ordentlich was abfallen: feucht ist es im Boden immer noch, sonnig ists auch, und allzuviel Wind, der den Nektar gleich wieder wegverdunsten ließe, ist auch nicht.

Abwarten….

Imkerlatein – still umweiseln, Landbiene (und ein Kater-Update)

Es ist zwar schon wieder eeeeewig her, daß ich gefragt wurde, was für Bienen wir denn haben, trotzdem – jetzt kommt die Antwort. Besser spät als nie! 😉

Wir haben die „norddeutsche Landbiene“ – da wir keine Königinnen zukaufen und auch nicht künstlich befruchten (was m.E. eine üble Tierquälerei ist) weiseln unsere Völker immer mal still um, wenn sie nicht abschwärmen und sich dabei eine neue Königin zulegen (es schwärmt ja immer die alte mit ab) Still umweiseln bedeutet: wenn die Königin alt wird oder unfit, dann legen Biens eine neue Weiselzelle* an und ziehen sich eine frische, junge Königin selbst ran. Die paart sich dann „wild“ mit im Umkreis fliegenden Drohnen*, und das Ergebnis ist genetische Vielfalt.
Das Ergebnis WÄRE auch eine Auslese auf für hiesige Gegebenheiten passende Bienen – bloß sind ja die allermeisten Imker „voll auf Carnica“ oder Buckfast (das sind Bienenrassen, die auf bestimmte Eigenarten wie zB guten Honigertrag, Friedfertigkeit oder/ und wenig Schwarmbereitschaft hin gezüchtet wurden), und so stammen inzwischen viel zu viele Bienen aus einem viel zu kleinen Genpool. Dazu kommt, daß immer mehr ImkerInnen auch noch Königinnen von Werweißwo kaufen, selbst aus weit entfernten Ländern wie Spanien oder Polen oÄ. Weil die im Netz oft günstiger angeboten und heftiger angepriesen werden als hiesige. Die kommen dann per Paketpost mit ein paar Arbeiterinnen angereist und bringen zwar wieder mehr genetische Vielfalt, aber auch Krankheiten und weniger Angepaßtheit an hiesige klimatische Verhältnisse mit
Trotzdem ist es wohl noch immer so, daß hiesige Bienen härter im nehmen sind, was das Wetter angeht: vor wenigen Jahren gab es einen Versuch: ein hiesiger Imker stellte mehrere seiner Völker auf einen BaWü-Standplatz direkt neben dortige. Ergebnis: hiesige Völker flogen bei kühleren Temperaturen, also morgens früher und abends länger, wenn die südländischen Verwandten noch dachte „uh, ist das unfreundlich, ich warte auf bessere Zeiten“ – das Leben ist hart an der Küste!! 🙂


* – Fachworte wurden schon in anderen Imkerlatein-Beiträgen erklärt


Unser Kater: gestern vormittag hatten wir uns schon entschlossen, heute die TÄ anzurufen, mit der Bitte um kommen mit einschläfer-Option. Zu ruhig war uns der Dicke – kein „mrrrr“ mehr, wenn er EineN von uns sah; wohl ging er raus, dort lag er bei 12° aber ohne sich groß für irgendwas zu interessieren (Ohren!!) nur rum. Wollte man sich ihm zuwenden, wandte er sich demonstrativ ab.
Gefressen hat er seit über einer Woche nur noch halb so viel wie nötig wäre, anderes als sein Urin-Futter weigert er sich seit Tagen anzurühren, auch das Päppelfutter bleibt unbeachtet.

Nachmittags dann fraß er, saß mit gespitzten Ohren im Garten, kam gar auf den Schoß und schnurrte dort eine Stunde lang vor sich hin, köpfelte und reckte den Kopf: „HIER KRAULEN, BITTE!!“

Gestern, abends dann, konnten wir seit langem stolz feststellen: unser Kater hat eine volle Tagesration gefressen (nach wie vor nur „nach Vorlage“ im liegen, aber er hat!) Es lebt eine kleine Hoffnung auf, weil er auch sonst munterer wirkt. 🙂

Wir werden sehen, was der heutige Tag bringt. Aber heute arbeiten wir beide: wenig Zeit zum beobachten oder ihm alle Stunde eine kleine Trockenfutterportion zu verabreichen (die einzige Art, zumindest die halbe Tagesration in den Katz zu kriegen. Legen wir ihm nichts vor, frißt er 2-3x am Tag ein paar Bröckchen, wenn überhaupt)

Imkerlatein: Beespace

So sieht das aus, wenn Biens einen friedlichen Tag haben und man den Deckel lupft. Dutzende kleine Augen schauen Einen dann an, dicht an dicht gucken alle neugierig in den Himmel und hoffen wahrscheinlich, daß es bald wieder schön geschützt-dunkel wird und ihnen Niemand ihren Honig klaut.

Zwischen den Holzrähmchen wird mit Abstandhaltern am Rand immer „ein Beespace“ freier Raum gelassen. Der Beespace ist ca 8mm breit und ist der Platz, den zwei Bienen brauchen, um aneinander vorbei zu kommen. Auf dem Foto sieht man gut, wie auf jeder Wabenseite eine sitzt/ läuft, ohne daß sie sich stören.

Diese 8mm werden die Bienen nicht mit Wachs oder Propolis zubauen, weil sie den Platz benötigen. Läßt man mehr Raum zwischen den Waben, verkleinern sie den auf den ihnen bequemen Beespace – lästig für ImkerInnen, die dann Probleme haben, die Waben zu ziehen, wenn sie nachschauen wollen, was bei Biens los ist. Läßt man weniger Raum, werden die Bienen ihre Waben ungleichmäßig bauen, um wenigstens auf dem Wachs bequem laufen zu können, wenn sie schon am Rähmchenholz nicht ordentlich aneinander vorbei laufen können. Die Waben bauen sie von ganz allein immer schön mit „einem Beespace“ Abstand.

Schlitzblättrige Karde

Ein Tütchen mit Saat bekam ich von Anja geschenkt, ich hab sie mit ins neue Beetstückchen gepackt, und nuja – sie ist GUT aufgegangen *g* – allerdings gabs erstmal nur jede Menge riesige Blattrosetten. Aber jetzt!

Jetzt blüht sie, und die Naturgartenfrau hat mir auch gesagt, wer GENAU sie ist (anhand des einen früher blühenden Exemplars, das bei ihrem Besuch schon hochgeschossen war): es ist die schlitzblättrige Karde.

Ich finde es fein, daß sie jetzt erst blüht, denn derzeit gibts ja kaum was für Bienen und noch übrige Hummeln. Und in den wenigen sonnigen Momenten, die es derzeit gibt, fliegen die ordentlich und suchen.

Vielleicht ist das Wetter ja heute mal gnädig – nachmittags fahren wir mit de ole Lüüd zum Friedhof, de ole Mann mag/ kann nicht mehr autofahren, und sie legen Wert auf diesen Todestagsbesuch bei Folgä. De ole Fru ist langsam und stackelig auf den Beinen, und auch er läuft nicht mehr so sicher wie noch vor einem Jahr – da wäre es schön, wenn wir bei Sonnenschein diesen Gang antreten könnten….

Im Allgäu….

haben wir einfach so, am Wegesrand, allerhand Bienenhäuser vorgefunden. Bitteschön:

Okay, Campus Galli ist nicht am Wegesrand, sondern ein sehr beeindruckendes Projekt, das wir extra besucht haben. (Lohnt!!)

Aber die anderen. Und bei dem großen Haus – da fliegen Biens tatsächlich an einer Kreuzung einer nichtmal allzu kleinen Dorfstraße direkt über die Straße aus. Dafür braucht’s schon eine tolerante Dorfgemeinschaft, ich würde das nicht wagen – laß mal aus dummem Zufall Jemanden einen Stich bekommen….

Es gibt ja so viel Wissenswertes…

… über Erlangen, ich weiß!! Kennt Ihr das Lied? Musste ich grad dran denken….. aber eigentlich wollte ich Euch mal berichten, wie das mit den fleißigen Bienchen und dem Honig ist (danke, unterwegsmitmir, für die Anregung im Kommentar gestern)

Es ist nämlich schier unglaublich, was diese Tierchen in welcher Geschwindigkeit schaffen – manchmal sammeln sie an einem einzigen Tag mehrere Kilo Nektar, und wenn man dann weiß, daß

  • eine Biene 50 mal ausfliegen muss, um 1 Gramm Nektar zu sammeln weil in die Honigblase nicht so viel reinpaßt, Bienchen muß ja auch noch fliegen können…..
  • für 1 Kilo Honig also 150.000 Ausflüge notwendig sind!!
  • eine Biene pro Tag 40 Ausflüge macht, und pro Ausflug etwa 100 Blüten besucht
  • eine Biene für 1 Kilo Honig bis zu sieben Mal die Erde umfliegen müsste (von der Flugstrecke her gesehen)
  • die höchste Fluggeschwindigkeit von Bienen „leer“ etwa 70 km/h beträgt, und „beladen“ etwa 20 km/h
  • 1 Kilo Honig die Lebensarbeit von 350-400 Bienen darstellt
  • für 1 Kilo Honig die dreifache Menge Nektar benötigt wird (weil Nektar sehr viel mehr Wasseranteil hat als Honig)
  • ein Bienenvolk etwa 50-80 Kilo Honig im Jahr zur eigenen Ernährung benötigt*

dann muß man schon hartgesotten sein, um nicht vor Ehrfurcht zu erstarren….

So ein Bienenvolk hat im Sommer, wenn es sehr groß ist, etwa 40.000 Bienen, davon sind etwa 10.000 in dem Alter, in dem sie Nektar sammeln. Wenn also 10.000 Bienen am Tag mal sagen wir mal 3 Kilo Nektar sammeln, dann sammelt eine 0,3 Gramm, macht also etwa 15 Ausflüge am Tag. Das liest sich jetzt schon etwas humaner *g* – die schiere Masse ists, die die Zahlen so riesig macht. Und doch….. immer, wenn ich solche Zahlen lese, bin ich beim nächsten Gang zum Honigeimer plötzlich viel geiziger damit, wie viel „Rest“ nach dem umfüllen ins Spülwasser darf….. so viel Arbeit, einfach weggespült!

Nebenbei gefundene Info, die ich auch noch extrem doll finde: Um ein Kilo Honig einzulagern, braucht es nur 20g Wachs als Material für die Wabe. Unglaublich, wie stabil so eine Wabe ist!*


Nachtrag: ich sollte wohl erwähnen, daß ich beim suchen nach den Infos oben auf dieser Seite fündig geworden war, und daß obiges von dort abgekupfert ist. Denn mir Zahlen zu merken, das fällt mir immer wieder schwer, und dieser Imker hat alles schon so wunderbar zusammengetragen 🙂

Der ideale Wohnort

Nein, es geht nicht nochmal um unseren eierlegenden Wollmilchplatz – es geht um den für ein Bienenvolk.

Wenn ein Bienenvolk sich selbst einen Ort zum leben aussuchen könnte, dann würde der so aussehen:

  • Eine Höhle läge mit der Flugöffnung gen Süden
  • hätte ein Volumen von 12-80 Litern (optimal: 40 Liter)
  • das Flugloch hätte etwa 3cm Durchmesser und befände sich etwa 5cm über dem Boden der Höhle.

Dies sind die wirklich wichtigen Kriterien, hat Herr Seeley, von dessen Forschungen ich Euch ja vor kurzem erst berichtet hatte, in langen, schwierigen Experimenten auf einer kleinen Insel herausgefunden, auf der es einerseits keine konkurrierenden Bienen zu seinen künstlichen Schwärmen gab und andererseits ausschließlich von ihm bereitgestellte Nistplätze, die er beliebig variieren konnte. Zusätzlich zu diesen Kriterien würden die Bienen es noch schön finden, wäre ihre Höhle aus Holz und läge sie in über 2,5 Metern Höhe – aber Biens entscheiden sich lieber zB für eine niedrig liegende Höhle, die die richtige Größe und Ausrichtung hat als für eine hochliegende, die zu groß ist.

Wie aber finden die Bienen heraus, wie groß eine Höhle ist?

Ich berichtete ja schon, daß alte, erfahrene Sammlerinnen beginnen, nach potentiellen Nistplätzen zu suchen, sobald sie dadurch, daß der gesammelte Nektar ihnen von den Stockbienen mangels Platz im Nest nicht mehr abgenommen wird, signalisiert bekommen: es wird Zeit, zu schwärmen. Hat so eine Biene eine Höhlung gefunden, dann geht und fliegt sie die Innenmaße ab (gucken kann sie ja nicht, es ist dunkel in so einem Baum *g*). Was ideal ist, das ist laut Seeley genetisch bestimmt und deshalb nicht Geschmackssache der jeweiligen Späherin. Seeley hat das Verhalten in der Höhle beobachten können (und aufgezeichnet), weil er die Kästen, die er anbot, so gebaut hat, daß das möglich war.
Wenn die Biene meint, diese Höhle sei gut geeignet als Nistplatz, dann tanzt sie daheim den Platz, umso länger, je besser sie ihn findet, und animiert damit Andere, auch „gucken zu gehen“. Auch die kommen heim und tanzen umso länger, je besser der Ort ist. Seeley hat zeigen können, daß mehrere Nistplätze miteinander konkurrieren, und daß es mehrere Tage(!) dauern kann, bis eine Einigung gefunden wurde. Diese Einigung findet nicht über einen Konsens statt, sondern über ein Quorum: wenn eine bestimmtes Maß an Zustimmung für einen bestimmten Ort da ist, wird der genommen, nicht erst, wenn Alle überzeugt sind.

Um das herauszufinden, hat Seeley auch fiese Sachen gemacht wie einen guten Kasten, für den es schon recht viel Zustimmung gab, verschlechtert, indem er zB verschiebbare Wände so verändert hat, daß der vorher tolle Kasten plötzlich zu klein war – und siehe da: schnell verschob sich die Zustimmung beim Tanz. Spannend!

Insgesamt kennen allerdings, bevor der Schwarm loszieht, nur etwa 400 Bienen, 3-4% des Schwarms, den Zielort. Die flitzen, auch das hat Seeley nachgewiesen, am oberen Rand des Schwarmes auf geradem Weg hin und her Richtung Zielort und weisen so den anderen den Weg.

Faszinierend, das!
Rein praktisch ist für mich die ideale Größe und Beschaffenheit des Nistplatzes am interessantesten: 40 Liter Volumen, das ist eine Größe von zB 37x37x35 Zentimetern. Unsere Dadant-Beute mißt ca 48x48x28 Zentimeter (der Brutraum), liegt damit also noch im „guten Maß“, ist aber als Idealbeute etwas zu groß. Andererseits verhungern in der Natur deutlich mehr Bienenvölker und sie schwärmen viel schneller als ein Imker das wollen würde. Deshalb die größeren Beutenmaße.