Bücher, Bienen und Skorpione

Eigentlich geht es hier im Artikel weniger um Bücher, mehr um Bienen und gar nicht um Skorpione. Oder, um es klarer zu machen: Der Bücherskorpion hält Einzug in unser Bienen-Denken!

Vor kurzem war ich auf einem Vortrag von Torben Schiffer, der in seiner Staatsexamensarbeit den Bücherskorpion und dessen symbiotische Lebensweise mit den Bienen erforscht hat. Laut Torben hat der Bücherskorpion das Zeug dazu, als natürlicher Milbenvernichter die Varroa im Bienenvolk im Zaum zu halten. Und das alles ohne Chemie und ohne den Bienen mit Säureduschen den Atem zu nehmen. Was mir so hängengeblieben ist, will ich gerne mit Euch teilen.

Wer oder was ist der Bücherskorpion?

Der Bücherskorpion ist ein sogenannter Pseudoskorpion, der nur äußerlich einem Skorpion ähnelt. Der Name kommt daher, dass er früher oft in Bibliotheken zwischen alten Büchern gefunden wurde, wo er Milben und Läusen nachgestellt hat. Verwandt ist er eher mit der Bettwanze oder dem Weberknecht als mit dem echten Skorpion. Bücherskorpione sind ein paar Millimeter groß und können gut mit bloßem Auge erkannt werden. Könnten erkannt werden, muss ich sagen, denn sie sind sehr lichtscheu. Hätte man welche in der Bienenbeute, würden sie sich sofort in dunkle Ritzen verkriechen, sobald man die Beute öffnet. Es wird nur wenig Nachwuchs in die Welt gesetzt, dafür werden Bücherskorpione aber auch bis zu dreieinhalb Jahre alt.

chelifer cancroides

chelifer cancroides
Bücherskorpion (Quelle: WikiCommons,
Erstes Bild, Zweites Bild)

Inwiefern hilft der Bücherskorpion den Bienen?

Torben hat festgestellt, dass der Bücherskorpion in den Bienenbeuten nicht nur Jagd auf Wachsmotten macht, sondern auch Varroamilben fängt, betäubt und aussaugt, dabei aber die Bienen und deren Brut in Ruhe lässt. Er schätzt, dass um die 150 Bücherskorpione in einer Bienenbeute nötig sind, um die Varroa in Schach zu halten. Wie der Bücherskorpion bei der Varroajagd vorgeht, kann man schön in diesem Film sehen:

Und warum haben wir dann die ganzen Probleme mit der Varroa?

Müssten die gegenwärtigen massiven Probleme mit Varroabefall nicht ein Schlaraffenland für den Bücherskorpion sein? Tja, das wäre wohl so, hätten wir noch Bücherskorpione in den Bienenbeuten. Dummerweise hat die gute, imkerliche Praxis der letzten Jahrzehnte unwissentlich dafür gesorgt, dass der Bücherskorpion in den Bienenbeuten keinen Lebensraum mehr hat und insgesamt inzwischen recht selten geworden ist. Damit ist folgendes gemeint:

  • Styroporbeuten
  • Bei uns ist DIE angesagte Bienenbeute die sog. Segeberger Beute aus Styropor. Messungen haben gezeigt, dass die Luftfeuchtigkeit im Tagesverlauf relativ stabil um die 60-80% pendelt. Der Bücherskorpion mag es gerne trockener. Eine Überwinterung des Bücherskorpions in Styroporbeuten ist nicht gelungen. In Holzbeuten ändert sich die Luftfeuchtigkeit viel stärker, da treten auch deutlich trockenere Phasen auf.

  • Gitterboden
  • Praktisch alle Bienenbeuten haben heutzutage einen Gitterboden. Der Gitterboden dient der Belüftung und hilft bei der Gemülldiagnose. Man kann unter dem Gitterboden auffangen, was so alles in der Bienenbeute nach unten fällt und damit den Varroabefall und einiges andere mehr abschätzen. Der Bücherskorpion bevorzugt aber weniger luftige Räume, er – oder spätestens seine Nymphen (junge Nachkommen) – wandert bei Gitterböden aus. Das Auswandern funktioniert ganz einfach mit dem Bienentaxi: Der Bücherskorpion hält sich an einer ausfliegenden Biene fest und lässt sich in ein neues Leben tragen.

  • Alles schier
  • Der Bücherskorpion braucht Spalten, Löcher oder Ritzen um sich zurückzuziehen und um seine Eier zu legen. Ideal ist Stroh, aus dem z.B. die alten Bienenkörbe bestanden. Hier kann sich eine Mikrofauna ansiedeln, die den Bienen nicht schadet, die der Bücherskorpion aber braucht, denn er lebt nicht nur von Luft und Varroen allein. Heutige Beuten sind fugenlos und glatt.

  • Chemie gegen die Varroa
  • Perizin und andere Mittel aus dem Chemielabor töten die Varroamilbe und nicht die Biene, weil sie Antimilbenmittel sind. Dumm nur, dass der Bücherskorpion eng mit den Milben verwandt ist …

  • Organische Säuren gegen die Varroa
  • Das derzeit beste Mittel gegen die Varroa, die Ameisensäure, bildet keine Rückstände und schädigt bei korrekter Behandlung die Bienen nur in gewissen Grenzen. Der Bücherskorpion reagiert aber äußerst empfindlich auf Ameisensäure und stirbt schon bei sehr geringen Dosen. Oxalsäure scheint den Bücherskorpion kaum zu stören, wenn sie verdampft wird. Geträufelte Oxalsäurelösung oder versprühte Milchsäure wurde noch nicht am Bücherskorpion getestet.

  • Hochgezüchtete Völker
  • Das hat zwar nicht direkt etwas mit dem Bücherskorpion zu tun, aber mit der Varroatoleranz. Inzwischen wurde festgestellt, dass es auch bei der westlichen Honigbiene intensives Putzverhalten gibt, wobei auch Varroen abgeputzt und getötet werden. Nur tragen die Bienen keinen Honig ein, während sie sich ausgiebig gegenseitig putzen. Bisher hat man dieses Putzverhalten, neudeutsch „Grooming“ genannt, nur bei Völkern beobachtet, die weniger schnell wachsen, weniger Honig eintragen und etwas stechlustiger sind. Also genau bei solchen Völkern, die die meisten Imker als faul oder Stecher bezeichnen und zugunster guter Völker auflösen oder umweiseln. Bienenvölker, die vermutlich alleine mit der Varroa zurecht kommen, soll man daran erkennen können, dass um die 80% der toten Varroen im Gemüll abgebissene Beinchen oder aufgebissene Ränder aufweisen, also von den Bienen gezielt getötet wurden.

Kurz zusammengefasst: Bücherskorpione haben in den heute verbreiteten Beuten keine Rückzugsmöglichkeiten. Und sollten sich doch welche einnisten wollen, wird ihnen schon mit der ersten Behandlung gegen die Varroamilbe der Garaus gemacht.

Was kann man tun?

Will man sich auf den Bücherskorpion zur Varroabekämpfung einlassen, muss man ihm die Bienenbeuten wieder wohnlich machen:

  • Holz- oder Strohbeuten
  • In Holzbeuten kann man strohgefüllte Bereiche schaffen, was natürlich bedeutet, dass weniger Waben zur Verfügung stehen. Torben empfiehlt Roggenstroh, Reet soll dafür nicht geeignet sein. Wieviel Stroh benötigt wird, ist noch nicht bekannt. Zusätzlich können Bohrungen in den Holzwänden angebracht werden. Torben experimentiert mit Beuten aus Strohwänden.

  • Geschlossener Boden
  • Will man Gemülldiagnose betreiben, muss man eine Möglichkeit schaffen, die sog. Windel (Folie oder Platte, auf die das Gemüll fällt) anders einzuschieben. Vielleicht mit einer Platte, die von vorne unter dem Fluglochkeil eingeschoben wird?

  • Keine chemische Varroabehandlung
  • Keine Behandlung mit chemischen Präparaten, Ameisensäure oder anderen Mitteln. Oxalsäure verdampfen wäre wahrscheinlich möglich, ist aber in Deutschland nicht zugelassen.

  • Vorbeugende Behandlung
  • Drohnenbrut schneiden ist eine anerkannte Möglichkeit, die Varroenzahl zu drücken. Alternativ ist auch die einmalige, komplette Brutentnahme im Juni oder Juli im Gespräch.

Was will ich tun? Will ich etwas tun? Oder wir?

Tja, gute Fragen. Den Winter über werde ich genug Zeit zum Nachdenken haben. Prinzipiell haben wir gute Voraussetzungen: Holzbeuten, zum Teil selbst gebaut, so dass Umbauten auch nicht die große Hemmschwelle haben. Und: Interesse an der Sache.

Aber bis jetzt ist die ganze Thematik noch ein einziges Forschungs- und Experimentiergebiet. Vieles ist unklar, vieles weiß man noch gar nicht. Das Bieneninstitut Kirchhain und der Bienenexperte Jürgen Tautz scheinen Interesse an weiteren Forschungen zu haben. Soll man mitexperimentieren oder lieber abwarten?

Und: Diesen Herbst sieht es nicht gut aus mit unseren Biens. Die Varroa trat in Massen auf und tut es immer noch. Ein Volk mussten wir auflösen, weil es weisellos war, ein Volk schwächelt inzwischen vor sich hin und bereitet uns Sorgen und das dritte? Mal sehen, was noch kommt. Dass da der Experimentiereifer etwas gebremst ist, leuchtet ein. Ohne Masse keine Experimente.

Also: Alles noch offen.

Fundstellen

Bücher, Bilder, Webseiten:

Peter Weygoldt, Moos- und Bücherskorpione (vergriffen)
beenature-project
Bücherskorpion bei Wikipedia
Vitale Völker durch komplette Brutentnahme (PDF)
Komplette Brutentnahme (PDF)
Bild zum Grooming
Toleranzzucht
Torben Schiffer kann man für einen Vortrag auch buchen – es lohnt sich 😉

Arznei per Bien

Kein Novemberscherz: Bienen sind jetzt für mehr nütze als „nur“ für die Honigproduktion und die Blütenbestäubung. Man hat sie nun auch als Arzneimittelkuriere angeworben: *klick* (in die heise news)

Vielleicht hilft’s ja nicht nur den Obstbauern, sondern auch den Bienen. Indirekt.


Aussortiert: Schon wieder vergessen!!! Aber nix da. Aussortiert wurde ein Paket Knotentrinkhalme, über das sich ein Besuchskind sehr gefreut hat.


PS guckt mal ins Schupfen-Blog, da gibt’s was neues. Über Toestrup.

Puderquaste gefunden :-)

Die rotbepuderten Bienen- das hat der Herr F. gestern aufgenommen. Heute geht’s mir schon merklich besser, und bei dem schönen Wetter dachte ich, ich lauf mal mit dem dicken Katz‘ über den Acker. Der seit der Roggenernte zwar gepflügt, aber, dem Bauer sei Dank, nicht wie viele andere auch schon wieder gespritzt wurde. Ich war ganz erstaunt, was da alles blühte! Und dann hörte ich es summen und guckte näher hin:

Diese Diashow benötigt JavaScript.


So viele Blüten! Und ganze Felder von der offenbar ergiebigen Taubnessel, von der überall zu lesen ist, daß Hummeln ihre Bestäuber sind und von der ich nirgends fand, ob sie ordentlich Nektar hat (wovon ich aber ausgehe, weil nur wenige der bepuderten Bienen die passenden Pollenhöschen tragen) Von wegen Hummeln! Unsere Bienen lieben sie!
Und es gab noch mehr, das in wenigen Tagen, so der Bauer es lässt, auch noch blühen wird: einige Braunwurze, verschiedene Disteln, Sauerampfer habe ich noch im Kopf. Herrlich!

(Nicht mit dem Klammerbeutel) gepudert


Habe im Netz gesucht, und ich finde nicht mal überhaupt Pollen in der passenden Farbem, die derzeit in Massen auftreten…. geschweige denn Hinweise, daß diese Pollen Biens am Rücken pudern.
Das Springkraut pudert den Rücken – aber mit anderer Farbe

Weiß wer was? Dann her damit, ich wüsste gern, wohin unsere Bienen da derzeit zuhauf fliegen…

Außerdem haben wir gestern zum inzwischen fünften (!) Mal unsere Schwammtücher eingelegt. Obwohl immer viele, viele Varroen fallen, kann man nicht wirklich einen Erfolg merken – denn bisher sind jedesmal, außer beim Schwarm, auch nach der Karenzzeit noch wieder fast so viele (und definitiv ZU viele) Varroen gefallen wie vor den Behandlungen. Wir hören zwar überall, daß wir damit nicht allein sind, aber das hilft auch nicht wirklich weiter. Da kann man nur eins tun: weitermachen, solange das Wetter es zuläßt, und hoffen.


Aussortiert: auch heute: nichts. Bin froh, daß ich schonmal wieder ein paar Minuten aufrecht stehn kann (die Fotos hat der Herr gemacht), und habe null Lust auf irgendwas anstrengendes (wie Gedankenmachen über „was weg kann“ zum Beispiel, denn einfach in irgendeine Richtung gucken, und schon hat man was- das ist inzwischen vorbei)

Allerdings hab ich was anzubieten, was Jd anders aussortiert hat:

Ich hab hier einen Ersatzstöpsel für Sigg-Flaschen, den würde ich verschenken, der passt nämlich auf meine Tschibo-Pseudo-Siggflasche nicht und die Dinger sind teuer.
Vielleicht hat ja einer deiner Leser Bedarf. Ich schicke per DHL
Also, wer kann einen brauchen? Einfach hier melden. Wer zuerst kommt, verstöpselt zuerst 😉

Was passiert, wenn…. (Bienen, Wespen und andere Kollateralschäden)

… man beim füttern kleckert?

Im besten Falle nur das:

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Sofort merken versprengte Bienen was los ist und begeben sich an die Theke zum Komasaufen 😉

Das ist allerdings auch der Grund, warum man, gerade um diese Jahreszeit, wenn nicht mehr allzuviel los ist in der Natur und Biens emsig suchen, um ihre Wintervorräte aufzufüllen, sehr vorsichtig sein sollte, um eben nicht zu kleckern: denn im schlechteren Fall gibt es andere Interessenten

  • Bienen anderer Völker
  • Wespen

Fremde Bienen werden, einmal angelockt, gern ein schwächeres Volk überfallen, um auf einfache Weise an dessen Honigvoorräte heranzukommen. Bienen sind da gnadenlos: es wird bis zum letzten Tropfen geholt, was man kann, wenn die Opfer sich nicht genug wehren können. Und dann stirbt das beraubte Volk den Hungertod!

Aber auch Wespen können bös wüten: bei uns sind derzeit ziemlich viele Exemplare einer recht kleinen Sorte (obwohl ich immer bei beekarma mitlese und wir schon öfter versucht haben, zu bestimmen, weiß ich nach wie vor nicht, welche Wespen das sein könnten – allzu schwierig sind die Arten auseinanderzuhalten. @Beekarma. kannst Du aus den Fotos unten vielleicht etwas erkennen und weiterhelfen??). Diese kleineren Wespen sind sehr lästig für Biens, weil jede einzelne immer wieder verscheucht wird. Oft können wir auch beobachten, daß 2 oder 3 Bienen sich zusammentun und eine Wespe dann nachher tot am Boden liegt. Ab und an kommt eine durchs Flugloch, aber auch das heißt noch nichts- wenn wir die Futterdose auffüllen, sehen wir immer wieder eine tote Wespe im Stock liegen… Trotzdem scheint das Ergebnis den Einsatz zu lohnen, denn dauernd versuchen sich neue Exemplare einzuschleichen.

Zweite Lieblingsbeschäftigung nach dem ärgern unserer Bienen ist übrigens das schlürfen am Knöterich-Nektar. Da sind sie auch leichter zu fotografieren, obwohl etwas richtig gutes mir trotzdem nicht gelingen wollte – allzu wuselig sind die Lütten.

Schlimmer aber als diese kleinen sind die großen Wespen. Daß sie sich vor dem Flugloch Bienen fangen, ist nicht so wild. Aber wenn die reinkommen in den Stock, dann zerstören sie auch die Waben, und das kann schon fatal sein – je nachdem, wie viele da wüten. Aber große Wespen haben wir dies‘ Jahr bisher nicht bei Biens beobachtet.

Meine Kleckerei ist gut ausgegangen: wir haben, wie man’s jetzt tun sollte, erst abends gefüttert,. als kaum noch Bienen und Wespen unterwegs waren (die Bienen, die da sitzen, waren im leergefutterten Behälter, den ich oben auf der Beute ausgekippt hatte und gehörten also zum gefütterten Volk), und nach dem Fotos haben wir Biens verscheucht und sorgfältig und mit viel Wasser den Sirup weggeputzt.


Aussortiert: Zwei dänisch-Lehrbücher und zwei dänisch-LehrCDs, die ich wahrscheinlich eh nie mehr ansehen würde, nachdem meine zwei VHS-Kurse auch schon zwei Jahre her sind und ich nie das echte Bedürfnis hatte, sie zu vertiefen.

Flitzflitz

Was ich nie wirklich hingekriegt habe, kann unsere Haus- und Hoffotografin: Bienen von Nahem im Fluge scharf fotografieren. Glück war, daß das auch noch zu einer Zeit geschah, da man bei Biens un-glaub-lich schwere, große Pollenhosen trug. Genießt die tollen Bilder (diesmal unbedingt einzeln anklicken!!) – und freut Euch vor, denn in zwei Tagen gibt’s ein „making of“ 🙂

Natur- Architektur

Pollenbürstchen

Das ist eine Biene beim wasserholen.

Interessant ist das Hinterbein, denn richtig schön scharf sind ihre Pollenbürstchen zu sehen. Das, was zunächst ersteinmal ausschaut wie Haare.

Mit Pollenhöschen vom Sammelflug zurückkehrende Bienen hatte ich ja schon öfter mal im Bild festgehalten- hier kann man nun etwas davon sehen, wie es den Bienen gelingt, die kleinen Pollenkörnchen als Klumpen zu sammeln. Man kann sich das etwa so vorstellen:

Madame lässt sich auf einer Blüte nieder. Sofort wird diese Blüte beginnen, sie mit ihren Pollen zu überziehen. Madame wird aber auch selbst aktiv, indem sie herumkrabbelt und sogar Staubbeutel aufbeißt, um an die Pollen zu gelangen. Die Pollenkörnchen befeuchtet Madame mit etwas Nektar, um sie klebrig zu machen. Dann bürstet sie sie gen Hinterbein (und diese Bürsten kann man oben gut erkennen) Aber es gibt noch mehr! Achtung:  jetzt wird’s detailliert 😉

Zwischen dem unteren Fußglied mit der Bürste und dem oberen ist ein Kamm aus steiferen Haaren. Damit kämmt Madame im Fluge zwischen den Blüten ihre Pollenbürste gen Außenseite des mittleren Fußglieds aus. Dort sitzt ein Körbchen, eine kahle Einbuchtung, , umstellt von langen, gebogenen Haaren. Mitten in dieser kahlen Einbuchtung steht ein einzelnes, steifes Haar – zum stabilisieren des Klümpchens, das sich allmählich darum herum ansammelt. Die kahle Einbuchtung kann man im Foto sogar auch erkennen

So entsteht allmählich ein – je nach Pollenart – mehr oder weniger fester Klumpen, den Madame dann gen Bienenstock trägt, wo sie ihn selbst bis zu einer passenden Wabenzelle bringt und darin ablegt – anders als beim Nektar. Der wird ihr von im Innendienst befindlichen Schwestern abgenommen und von diesen zur Wabenzelle befördert. Beim Pollen haben die Innenbienen die Aufgabe, ihn zu stampfen, damit möglichst viel aufbewahrt werden kann, und die vollen Wabenzellen mit einem Nektar-Überzug zu konservieren. Madame ist dann schon längst wieder auf Sammelmission.

Pollen sammelnde Bienen bringen übrigens gleich auch immer etwas Nektar mit heim, hat man festgestellt. Umgekehrt ist das selten so. Wer auf Nektarmission ist, belastet sich nicht mit dem zeitaufwendigen Pollen-Gebürste? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber so erklären.

Der Pollen dient übrigens hauptsächlich als Nahrung für die Brut, er ist sehr eiweißhaltig, und ein Volk benötigt im Jahr etwa vierundzwanzig Kilo davon. Vierundzwanzig Kilo!! Ein Pollenhöschen wiegt nicht einmal ein Gramm….

Was Bienen so tun außer summen (Teil drei)

Bien3Trinken die?
Müssen Bienen trinken?
Ja, müssen sie.
Aber diese hier werden mehr tun als nur das: sie sammeln Wasser für ihre Kolleginnen im Bienenstock.

Bien4

Wasser zu sammeln ist die gefährlichste Aufgabe, die eine Biene zugewiesen bekommen kann. Zu leicht kann man ertrinken, am kühlen Wasser erfrieren – oder erbeutet werden. Deshalb werden nur die ältesten Bienen mit dieser Aufgabe betraut.

Bien2Hier, an einem anderen, schlechter ausgesuchten Wasserplatz, hat sich zB eine gerade noch aus dem Wasser retten können, und nun trocknet sie sich. (Ich hab’s auf Fotopirsch selbst gesehen, daß sie im Wasser zappelte. Zu weit drin, als daß ich hätte rettend eingreifen können. Aber sie hat’s ja allein geschafft. Gut, daß bei mir so viel Gezweig im Teich liegt!)
Vor einigen Tagen habe ich erstmals gelesen, daß es im Stock auch Bienen gibt, die als Wasserreservoir für Durstige dienen: sie sitzen nahe dem Brutnest herum, nehmen Wasser von den Sammlerinnen an und geben es, mit Nektar vermischt, an durstige Ammen- oder Putzbienen ab. Ob das stimmt? (Weil: erst einmal gelesen – es war aber eine Art Fachbuch.) Auf jeden Fall aber brauchen die Ammenbienen viel Wasser, um aus Nektar, Pollen und Wasser den Futtersaft für die Maden herstellen zu können. Außerdem ist Wasser nötig, um an warmen Tagen den Stock zu kühlen.

Bien1Auf diesem Bild kann man schön die ausgefahrenen Rüssel erkennen. Und überhaupt ist dies‘ Bienchen doch wirklich besonders hübsch, finde ich 🙂
Das, was auf den Bildern nach riesigem Felsen aussieht, ist eine kleine, alte, nur nach frischem Regen gefüllte Vogeltränke, die man auf dem nächsten Bild links neben dem fast dreieckigen Findling und rechts neben dem fast platten entdecken kann. Sie ist fast ebenso nah wie unser Teich, aber für die winzigen Bienen etwas sicherer – und windgeschützter.

Desktop(Was Bienen so tun außer summen, Teil eins und Teil zwei zum anklicken)

Planen und denken

Im Moment, so im Winter, von drinnen, ist unser Garten schön. Wir haben jetzt, was wir noch nie hatten:

Weitblick

Vom Küchentisch aus reicht der Blick über die Kuhkoppel bis hin zum Nadel“wädchen“, mit dem sich ein Hausbesitzer einen kleinen Lärmschutz zur großen Straße geschaffen hat. Nicht schlecht, denn „Blick“ ist etwas, was wir hier immer vermißt haben. Wobei: „Wir“ stimmt in diesem Falle überhaupt gar nicht. Der Herr hat für unseren neuen Weitblick nur Sprüche über. „Wenn ich schon heute hätte wissen wollen, wer morgen zu Besuch kommt, dann wäre ich nach Nordfriesland gezogen“ höre ich jedes Mal, wenn ich mal einen Versuch im positiven Denken starte 😉

P1060336

Plötzlicher Weitblick

Trotzdem schreiten die Planungen, was den Ersatz unserer schönen Mirabelle angeht, langsam voran. Ich erlese mir Wissen über eine geplante Sichtschutzhecke. Sie soll einerseits, das war auch vorher schon „angedacht“, wird jetzt aber wegen mehr Licht einfacher, hinter dem Frühstücksplatz bis „früher Ende Bambus“ gehen (diesen Teil sieht man oben im Bild kaum, er liegt hinter den Bienenkästen und links davon). Dort soll sie die Bienen vor Wind und uns, wenn wir uns im hinteren Gartenteil aufhalten, vor Blickkontakt zum Bürgersteig vorn schützen. Der zweite Teil betrifft dann den optischen Schutz vor Nachbars häßlichem Kinder-Stelzenhäuschen und Schuppen. Dieser Teil soll die Mirabelle zumindest bis knappp über Augenhöhe ersetzen. Er läge (klar) VOR Schuppen und Häuschen, aber rechts vom Weg, der in den hinteren Gartenteil führt. Eigentlich ist übrigens „Hecke“ nicht das richtige Wort. Es soll eher ein Gebüsch werden, denn allzuviel sollte (Bienen! Pollen! Blüten sind oft an letztjährigem Holz -> scheren heißt Nix Bienen) nicht dran rumgeschnitten werden

Was die Pflanzen können müssen:

  1. sie müssen schattenverträglich sein
  2. sie sollen nicht zu wüchsig sein
  3. sie sollen den Bienen Pollen und Nektar bieten, und das
  4. sollen sie möglichst zu Zeiten tun, wo sonst nicht genug Angebot da ist (frühes Frühjahr, zwischen Raps und Linde, ab September)

Gar nicht so einfach, stelle ich fest, zumal Bienenweide-Aufstellungen Lichtangaben vermissen lassen, dort wo’s um Licht geht, steht nix zu den Bienen und an vielen Stellen fehlen Größenangaben bzw wie schnell und unbedingt der jeweilige Strauch seine Maximalgröße erreicht haben will.
Und so sitze ich im Internet-Zeitalter mit Zettel und Stift und suche mir die Angaben langsam zusammen:

Momentaner Zwischenstand, noch ohne sämtliche Infos zu allem Gesträuch

Momentaner Zwischenstand, noch ohne sämtliche Infos zu allem Gesträuch

Heute waren dann auch die Erlen-Entferner vom Auenverband da. Mit Bagger und Motorsäge. Absägen, per Bagger den ganzen Stamm rausziehen, den Stubben wieder graderichten und festklopfen (alles mit der Baggerschaufel) . Keine halbe Stunde, dann waren sie wieder weg, mit dem in 2 oder 3 Teile geschnittenen Stamm in der Schaufel….

TopBarHives helfen gegen Elefanten

Ja, Leute, das ist jetzt kein Scherz! Vor Elefanten brauchen wir nun keine Angst mehr zu haben, wenn sie kommen, stellen wir schnell unsere Bienenkästen vor sie hin!!

Ich musste echt grinsen, als ich das gelesen habe, guckt Ihr hier

Als Merkzettel andere interessante Artikel :

*träller* …eins von den Dingen ist nicht wie die andern….. *gg*

Propolis

Nein, keine neues Metropolis, keine Abstimmung für oder gegen Nord- oder Südpol, und auch nicht der nächste griechische Finanzkrisenretter- hier geht das um ein Wunderstöffchen aus Baumharz und Pollenbalsam (zusammen über 50%), ätherischen Ölen (10%), Wachs, Pollen, Honig und noch ein paar Zutaten in kleinsten Dosen.

P1050534Hier, auf dem Flugbrett- da hat eine das mühsam gesammelte Tröpfchen des einen Grundstoffes, des Harzes, vorzeitig verloren- das orangene, das etwas glänzt.  Spezialisierte Sammlerinnen fliegen zu Baumknospen, um dort Harz zu sammeln. Die Bäume schützen mit diesem Harz ihre Knospen vor Pilzen und Fraßfeinden. Es verhindert, dass vor dem Frost Wasser eindringt und dass die Blatt- und Blütenanlagen vertrocknen, weil zu viel Wasser verdunstet. Aber auch an Wunden in der Baumrinde wird Harz abgegeben. Die Bienen sammeln am liebsten noch frisches Harz, und beim sammeln wird es schonmal mit Sekret aus der Mandibeldrüse der Bienen vermischt und erfährt so eine erste Weiterverarbeitung.  Eingetragen werden diese Propoliströpfchen wie Pollen als kleine Klumpen an den Hinterbeinen.

Im Stock angekommen, wird das Propolis weiterverarbeitet. Besser und anschaulicher schildern als die Honigmacher kann ich das nicht, also klickt bitte hier, um das genauer nachzulesen. Einfach nur abschreiben möchte ich nämlich auch nicht.

Nun haben die Bienen also das Propolis da. Sie dichten damit Ritzen ab, verkleinern zum Winter hin das Flugloch (falls ich das nicht vorher mit Korken tue ;-)), aber sie überziehen auch die Zellen der letzten, hintersten Futterwabe mit einem Propolisrand, um im Dunklen im Winter zu merken: oh, hier komme ich ins futterlose Gebiet- dann bleib ich mal lieber hier oder suche in anderer Richtung weiter! Deshalb müssen wir aufpassen, daß wir, wenn wir meinen, den Bienen noch mehr Platz geben zu wollen, die neuen TB nicht hinter dieser Wabe, die sie als letzte markiert haben, aufhängen. Dann werden sie nämlich den Raum nicht nutzen, selbst wenn sie ihn dringend brauchen, um ihr Winterfutter noch unterzubringen.

Das Propolis ist aber nicht nur ein prima Dämm- und Klebstoff (letzteres merken wir derzeit jedes Mal, wenn wir an die Bienen gehen- immer ist jede TB mit der Unterlage verkleistert, wir müssen den Stockmeißel mit Kraft einsetzen, um die TB anzuheben) Propolis wirkt auch desinfizierend, wasserabweisend und konservierend!
Ist ein Feind eingedrungen, der zu groß zum Abtransport ist, aber totgestochen werden konnte (zB eine Maus), so überziehen die Bienen diesen mit Propolis, und er bleibt so als das Volk nicht schädigende Mumie im Stock liegen. Etwas, was wir noch nicht selbst gesehen haben, wovon aber viele Imker berichten. Unser größter toter Feind war eine Erdhummel. Die haben sie in den Leerraum hinter dem Trennschied geschafft, den unsere Brumseln von Anfang an als „Draußen“ angesehen haben. Auch ihre eigenen Toten ziehen sie nicht nur aus den Fluglöchern nach draußen, sondern auch dorthin.

*Grüßchen aus dem Off*

Fly like a Bombus

Es ist weithin unbekannt, daß JedeR fliegen kann. Man muß sich bloß mit aller Kraft zu Boden werfen – aber daneben, und schon fliegt man! Wichtig: während des Falls auf gar keinen Fall darüber nachdenken, daß das eigentlich nicht klappen kann. Das führt nämlich unverzüglich dazu, daß es wirklich nicht klappt und kann ziemlich schmerzhaft sein!

Dieses Wissen haben nur wenige Menschen (die, die „Per Anhalter durch die Galaxis“ gelesen haben)- und seltsamerweise alle Hummeln. Die können nämlich rein anatomisch auch nicht fliegen, genau wie wir Menschen.

Hier sieht man's ganz klar: kann nicht fliegen. Aber fliegt.

Hier sieht man’s ganz klar: kann nicht fliegen. Aber fliegt.

Aber sie tun es! Täglich! Und in unserem Garten in diesem Jahr besonders häufig und in besonders großer Arten vielfalt.
Der Herr F. ist inzwischen fast so etwas wie ein Hummelexperte geworden, er erkennt einigen Arten „freihändig“ und andere nach 1x nachschauen. Das ist gar nicht so leicht, denn die Sumseln unterscheiden sich fast nur durch verschiedene Färbungen:
Die einen haben dunkle Körper mit weißen Hinterteilen (Kuckuckshummel), die anderen mit roten (Steinhummel).
Dann gibt es die , die das rostrot nicht am Hintern haben, sondern am Oberkörper. Hat so eine einen weißen Hintern, dann sieht man gerade eine Baumhummel. Ist der Hintern aber schwarzweiß gebändert, oder auch einfach rot – Farbmuster variabel – *gg*dann ist es „nur“ eine Ackerhummel. „Nur“, weil die bei uns so oft zu sehen ist, genau wie die Erdhummel. Letztere hat am Oberkörper einen gelben Streifen, einen weiteren in der Mitte – und ein weißes Hinterteil.
Aber nicht, daß nun Jemand denkt, nur weil eine Hummel gelbe Streifen hat, ist es auch eine Erdhummel! Nein, so leicht ist das nicht! Denn gelbe Streifen hat auch die Gartenhummel. Bloß ist da der mittlere Streifen breiter, bis in den Brustbereich… Und außerdem gibt’s die Erdhummel noch gleich in zwei Arten: die dunkle und die helle!
Mit den Kuckuckshummeln von ganz am Anfang ist das übrigens nochmal ganz was diffiziles- die heißen nämlich so, weil sie wie Kuckucke ihren Nachwuchs als Schmarotzer in fremde Völker einschleusen- und da gibt es so einige Arten von, und die sehen dann aus wie ihre Wirtshummeln…. es soll ja nicht so einfach werden mit der Hummelbestimmerei. Der Herr hat aber bei uns im Hof eine gesehen, die so aussah wie oben beschrieben, und wenn man im Netz nach so einer sucht, dann ist es eindeutig: man findet nur – die Kuckuckshummel.

Kaum zu glauben, aber: das hat mir der Herr jetzt alles direkt ohne nachzuschauen in die Tasten diktiert! Und wer jetzt mal gucken möchte, oder weiter üben, dem empfehlen wir diese schicke Seite  Hat man die Hummel gerade zur Hand. ists auch lustig mit dieser Seite, auf der man praktisch im K.O.-Verfahren seine Hummel bestimmen kann. Alle Arten findet man allerdings auf beiden Seiten nicht so fix, aber die meisten doch. Spezieller ist dann noch diese Seite. Wer nun ein wenig üben will, der gucke und bestimme und fahre erst DANACH mit dem Mauszeiger über die Bilder, um zu erfahren, wer da sumst. Die Fotos stammen alle von gestern aus dem Garten!

Man muß sie ja nicht auswendig lernen wie der Herr F.- mir wollen die Farb-Namen-Verbindungen auch nach Dutzenden von Wiederholungen einfach nicht ins Langzeitgedächtnis rutschen… aber es ist schon spannend, mal ein bißchen über den Tellerrand zu schauen- ich habe noch vor vielleicht 3 oder 4 Jahren gar nicht geahnt, daß es so viele Hummelarten gibt!

Viel Spaß!

Und übrigens: Ich gehe davon aus, daß Ihr jetzt alle kräftig anfangt, das fliegen zu üben!! Als zusätzlicher Anreiz: Der oder die erste BlogmitleserIn, der oder die mir was vorfliegt, bekommt einen Hummelnistkasten von mir geschenkt!!!! 🙂

Die Fjonka rhabarbert über Bienchen und Eichen

Pfingstmontag bei der Freundin. Wir schnorren Rhabarber. Die Freundin und der Mann dazu haben nämlich 2 große Pflanzen, aber die Freundin mag keinen Rhabarber und macht deshalb auch nix damit, und der Mann dazu mag ihn zwar, hat aber auch keine Lust auf „was damit machen“. DIE Chance für mich 😉 Ich nämlich mag Rhabarber, habe aber auch nicht viel Lust, was damit zu machen und mache deshalb seit letztem Jahr Saft. Das ist easy, man spart sich die mühselige Schälerei und zu viel Geschnipsel. Der Mann dazu kriegt ein Fläschchen ab, und schon sind alle zufrieden….

Aber nun muß ich, bevor ich vom Rhabarbersaftmachen berichte, die Eichen zwischenschieben:
Die Freundin nämlich hat direkt vor dem Haus eine gewaltige Eiche stehen und ein Stückchen weiter noch eine. Und beim Rhabarber-in-den-Kofferraum-bringen fiel dem Herrn F. da, unter der Eiche, ein großes Summen auf. Davon berichtete er, als wir um den Gartentisch saßen, und wir haben spekuliert…
Honigbienen?
Kaum. Schließlich sind Eichen windbestäubt, da ist nicht viel zu holen, und in Zeiten der Obst- und Rapsblüte ist kaum zu erwarten, daß die Brumseln in Eichen summen.
„Gallwespen“ war die Freundinnen-Vermutung. Denn in der Eiche sind jedes Jahr viele davon, und jedes Jahr hört sie auch dieses Summen aus den Eichen.
Aber ist das wahrscheinlich? Gallwespen sind Einzelgänger, da wird doch nicht so viel zusammenkommen, daß ein Gesumm im ganzen Baum ist!?
Nuja, irgendwann ging’s heim, und auf dem Weg haben wir dann mal gründlich geguckt.

Wer war’s also?
Honigbienen, tatsächlich! Was wollen die da?

Daheim angekommen, hab ich mich erstmal hingesetzt und die Rhabarber grob geschnitten und in den Entsafter geworfen (Dampfentsafter), büschen Zucker drüber, und dann hatte ich Zeit zu suchen. Ich fand dieses Zitat:

Unsere heimischen Eichen bieten hunderten von Insektenarten und deren Larven Futter und Lebensraum. Den Bienen liefern die Eichen im Mai Pollen, im Juni Blatthonig

Hmmmm, aber während der Raps-Vollblüte? Direkt nebenan blühende Apfelbäume und Löwenzahn- alles anerkannt gute Bienenweiden!? Ein Rätsel!!!

Währenddessen hat  der Rhabarber vor sich hin gesaftet. Letztlich haben wir 3,5 Flaschen aus einer Entsafterfüllung herausbekommen. Nicht gerade furchtbar viel, aber nuja- lecker!!! Und dann doch mehr Arbeit als gedacht- hatte ich doch das Entsafter-reinigen erfolgreich verdrängt…. *g*

A propos Entsafter: in den nächsten Tagen müsste ein Zweit-Entsafter hier ankommen. Gebraucht ersteigert, und dann wird die Wachsschmelzerei in der Villa Fjonka revolutioniert: nix mehr Kochtopf und fast überkochen und Sauerei und so. Nein, rein in den Entsafter- draußen, auf der elektrischen Kochplatte, die wir seit anderthalb Wochen besitzen- und büschen warten- und schon kommt unten sauberes, feines Wachs herausgelaufen, ganz ungefährlich und ohne tagelang klebende Küche! Ha!!

So. Das war jetzt ein „Ich schwatze mal ein bißchen vor mich hin“-Beitrag. Merke ich grad, aber beim nochmal-drüberlesen gefällt er mir ganz gut, so wie er ist, und bleibt deshalb so 🙂

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Nachtrag: Ich hab dann wegen der Eichen auch nochmal im Bienenforum nachgefragt und von dort zwei interessante Links bekommen, also- wer sich für’s fachliche interessiert, der möge bitte hier klicken, um die für die Waldhonigtracht wichtigen Läuschen in der Eiche kennenzulernen. Kurz zusammengefaßt, was dort und im Forum herauskam: In manchen Jahren gibt es richtigen „Eichenhonig“, sogar in Schleswig-Holstein. Hängt von der Menge der Läuse ab und ist recht unberechenbar, fällt zeitlich aber mit der Rapsblüte zusammen.

Wachs

Ich lese gerade ein grandioses Buch- nämlich „Phänomen Honigbiene“, von Jürgen Tautz- demselben Würzburger Bienenforscher, von dem auch das  Hörbuch ist, das ich letzten Winter mal verlost hatte (bzw verlosen wollte– es wurde ja als Preis verschmäht, wandert dafür jetzt aber durch die Lande zu diversen interessierten BookCrosserInnen)

Ja, und in diesem Buch geht es in einem Kapitel nun um die Bienenwaben, und da habe ich nun folgendes gelesen:

Eine Biene kann aus bestimmten Drüsen ja zu bestimmten Zeiten ihres Lebens Wachsplättchen „ausschwitzen“, 8 in einem Arbeitsgang, jede so groß wie eine Schuppe eines Menschen mit trockener Kopfhaut. Diese Wachsschuppen befördert die Biene dann mittels eines speziellen „Nagelbrettes“ am Hinterbein nach vorn zu ihren Mundwerkzeugen, wo sie jede einzelne Schuppe durchknetet und mit einem Sekret aus der Mandibeldrüse vermischt. Damit bringt sie das Wachs in eine Konsistenz, mit der sie gut arbeiten kann.
So weit, so gut
Für jede einzelne Schuppe aber dauert dieser Aufbereitungsprozeß, so lese ich, vier Minuten!!!
Das ist viel! Ich frage mich, wie viele Plättchen wohl für eine Wabe verbaut werden und komme nicht weit mit meinen Vermutungen. Doch einen Abschnitt weiter werde ich aufgeklärt:
100g Wachs sind 8.000 Wabenzellen sind 125.000 Wachsplättchen.
Und, noch etwas weiter: ein Bienenschwarm legt für sein Nest mittlerer Größe zunächst etwa 100.000 Wabenzellen an.

So. Ich war beeindruckt. Und habe  den Taschenrechner geholt. Das wollte ich wissen!

12,5x 8.000= 100.000 Also: 12,5x 125.000 Wachsplättchen= 1 Million 562.500 Wachsplättchen
à 4 Minuten Zeitaufwand = 6 Millionen 250.000 Minuten =

104.167 Stunden Arbeitsaufwand

nur zum herstellen des benötigten Baumaterials für ein Bienennest aus etwa 1,2 Kilo Wachs!!!
Das sind

4.340 24-h-Arbeitstage!!!

(@Jungimker: Ich hab den Herrn F. meine krausen Gedankengänge nachvollziehen sowie nachrechnen lassen- es sollte diesmal stimmen! *g*)
Und dann ist noch nichts gebaut (denn diese Zeit brauchen sie ja erstmal nur zum bearbeiten des Wachses, damit es baubar wird), noch kein Nektar rangeschafft (ist ja auch wichtig, so ganz zu Anfang) – nichts!

Wie schaffen die das? Wie schaffen die es, nach 5 Tagen dann schon 7 Waben gebaut zu haben wie auf dem Foto (von 2012)?

Ich beuge meine wachsweichen Knie vor dieser wahnwitzigen Leistung unserer Brumseln – beim nächsten mal ernten werde ich ganz anders daran denken, was ich da zerstöre!!

Boah!

Mal wieder: ein Rätsel.

Frage: auf welcher Pflanze tummeln sich derzeit unsere Brumselchen?

Lesen Sie auch morgen wieder dieses spannende und abwechslungsreiche Blog und erfahren Sie, wie es ist, wenn Couchpunker die Villa Fjonka mit serbischen Speedfolk infizieren … wat’n cliffhanger, hähä!!!