Zuchtziel: gläserne Biene

Große Völkerverluste, verhungerte Bienen noch im frühesten Frühjahr, viele verunsicherte Jungimker – jetzt scheint Hilfe in Sicht:
eine neue Linie der Apis mellifera soll schon kurz vor der Verbreitung stehen: die Apis mellifera translucida. Zuchtziel: Der transparente Bienen- Hinterleib. Grund: Der Imker soll sehen können, ob der Honigmagen gefüllt oder leer ist, ganz einfach, indem er die Biene beim Anflug aufs Flugloch betrachtet!

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(Bild: Walké, wikimedia commons)

(Zur Erklärung: 39 ist der Honigmagen, 20, das große blaue drüber, ist der Luftsack, also nicht „verdeckend“)

Der Chitinpanzer der Biene wurde dafür nach und nach per Zuchtauslese von Farbpigmenten befreit, und der verunsicherte Jungimker kann nun ganz einfach sehen: tragen meine Bienen Nektar ein? (Voller Honigmagen) Oder sammeln sie nur Wasser oder versuchen verzweifelt, irgendwo honigende Pflanzen zu finden? (leerer Honigmagen) Vielleicht sind es aber ja auch räubernde Bienen anderer Völker, die vor meiner Beute schwirren  (es fliegen Bienen mit vollem Honigmagen AUS der Beute, mit leerem hinein) – eine große Hilfe für Neulinge, aber auch für erfahrene Imker nicht zu verachten!

Ich war ganz baff, als ich davon gelesen habe- und wenn es diese Bienen erst gibt, dann bin ich die erste, die sich ein Volk davon besorgt! Ich freu mich schon auf die ersten Fotos mit Brumseln mit vollen Honigmägen 🙂

Im Landeanflug

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Übrigens: offenbar gibt es derzeit Pollen von

  1. Weide (blaßgelbe Höschen)
  2. Haselnuß (giftiggelbe -„-)
  3. Scilla (vereinzelte Bienen kommen mit dunkelblauen „Jeans“) – hinter dem link verbirgt sich ein schön bebilderter Artikel aus meinem Lieblings-Gartenblog)
  4. immer noch Krokus (orangegelbe Höschen)

Ich bin stolz!

Stolz auf den Herrn F., der wieder mal was programmiert hat. Das Bildchen unten zeigt einen screenshot davon, das eigentliche ist interaktiv.

Und zwar ist das hier zu finden: beespace

Wer Bienen hat, der kann dort das Bienchen in der Karte genau dahin ziehen, wo der Bienenkasten steht. (Das Bienchen steht für das Häkchen „Bienenstandort“, das aber standardmäßig schon gesetzt ist) Dann kann er rechts oben im Kästchen zwei Häkchen setzen. Das bei „Hauptfluggebiet“ läßt den inneren, dunkleren Kreis entstehen. Man kann drunter noch angeben, ob man meint, daß die eigenen Bienen hauptsächlich 2, 2,5, 3 oder 3,5km weit fliegen. Der Kreis paßt sich an. Dasselbe gilt für das Häkchen „erreichbares Gebiet“, das den hellblauen Kreis entstehen läßt und zeigt, wie weit die Bienen zu fliegen in der Lage sind, wenn’s in diesem größeren Radius was tolles für sie gibt- oder sie Hunger leiden und deshalb ihre Kreise weiter ziehen. Ich bin allerdings der einung, daß der Herr das mit 7km viiiiel zu weit gefaßt hat, mehr als 5km weit rundum fliegen die Bienen eigentlich nicht, soweit ich das gelesen habe.

beespace

Und dann kann man noch im unteren Kästchen auf „Bing Luftbild“ klicken, und sich das ganze von oben genauer anschauen. Es geht sogar noch mehr- Permalink setzen, in website einbinden und so- das kriegt man, falls es interessiert, erklärt, wenn man oben links auf „Anleitung“ drückt.

Dolles Ding, das, und so nützlich!

Jungimker, der hier auch ab und an zu lesen ist, hat Versuchskaninchen gespielt und ist, wie auch ich, gut damit zurechtgekommen- viel Spaß beim rumprobieren wünschen wir. Feedback ist ausdrücklich erwünscht!

Zeitvertreib für den Winter: Bienen schätzen – und es gibt sogar einen Preis!!

bienenschaetzen_20

Na? Wie viele Bienen mögen auf dieser Wabenseite wohl sitzen? (Hinweis: die Fläche dieser Wabe beträgt 11,3 dm²)

Für die meisten von Euch wird es wohl nicht fürchterlich interessant sein, zu erfahren, daß es eine website gibt, auf der man unter anderem online Bienen schätzen kann. (Das Foto oben ist von dort, und von dort weiß ich auch die -ziemlich, sie haben gezählt- genaue Anzahl der Brumseln, die man hier sehen kann) Aber gerade für Neu-ImkerInnen kann es spannend sein, das zu üben. Ich war und bin ziemlich schlecht darin- immer dachte ich, ich hätte wesentlich weniger Bienen vor mir als es dann wirklich waren. Aber auch das kann als Info interessant sein!

Also, bitte: schätzt mal! Es gibt sogar einen Gewinn, und zwar ein Exemplar des nicht nur für Bienenbegeisterte hochspannenden Hörbuches „Der Bien: Superorganismus Honigbiene“ vom Herrn Tautz

Einsendeschluß für Schätzungen ist nächster Donnerstag, 19 Uhr. Und dann verrate ich auch, welche website es ist, auf der Ihr danach kräftig üben könnt 😉

Wer nicht fragt, bleibt dumm….

Ich lese ja schon länger in einigen Bienenblogs mit, und dabei ist auch der der Imkerei Obstwiese aus Krefeld mit der immer sehr hilfsbereiten Brigitta. Jetzt gab es wieder sowas dort:

Ich las in ihrer Jahresbilanz für 2012

Alle Wirtschaftsvölker wurden reichlich mit Futter versorgt, nur die Jungvölker machen mir noch ein bisschen Sorge. Sie haben das Futter genutzt, um viel Brut anzulegen und zu wachsen und sind jetzt eigentlich zu leicht. Ich hoffe ihr Futtervorrat reicht bis ins nächste Frühjahr. Ich werde sie auf jeden Fall öfter kontrollieren und notfalls auch nachfüttern.

und hatte sofort ein riiiiesiges Fragezeichen auf der Stirn- schließlich hatte ich bisher immer gehört und gelesen: wer seine Völker nicht bis Anfang September genügend eingefüttert hat, der hat verloren: es geht nichts mehr- Futter wird nicht mehr abgenommen, und wenn sie bis dahin nicht genug eingelagert haben, dann „Gute Nacht, Marie“- sie werden jämmerlich verhungern

Da muß eine stets um ihr Bienenvolk besorgte Fjonka natürlich nachfragen, und siehe da, kaum einen Tag später hatte ich Antwort, die hoffen läßt:

na ja, grundsätzlich habe ich es auch so gelernt wie Du: Im Winter nehmen die Bienen kein Futter ab und das Winterfutter sollte spätestens Ende September drin sein.

Wenn das aber nicht klappt, aus welchem Grund auch immer, was dann? Also volle Futterwaben geben geht immer. Die Wirtschaftsvölker sind ja reichlich versorgt bei uns, da kann man ruhig mal eine Wabe klauen und einem Hungerleider geben.

Wenn man allerdings keine überschüssigen Futterwaben hat, muss man sich was einfallen lassen. Am besten funktioniert es, flüssiges Futter (Sirup) von oben zu füttern, möglichst nah am Bienensitz. (Oben und am Bienensitz ist immer die Wärme und dahin wandern die Bienen auch.)

Und möglichst vor ein paar Tagen mit etwas wärmerem Wetter. Bienenvölker verhungern meistens erst ab Februar, wenn sie wieder in Brut gehen. Da gibt es bei uns oft schon einige Tage mit Flugwetter in den Mittagsstunden. Und wenn die Bienen fliegen, nehmen sie auch Futter ab.

Eigentlich bin ich ja der Ansicht, daß die unseren ganz gut versorgt sind, und die Sache mit dem „von oben“ ist bei uns natürlich kniffelig- aber zur Not werden wir uns da sicherlich dann was einfallen lassen können-

danke!

Hier kann den ganzen Bilanz-2012-Artikel nachlesen wer möchte. Samt Fragen und Antworten, natürlich: hier klicken

Jetzet

Immer abends ab halb sieben summt die ganze Hauswand. Bis etwa halb acht. Offenbar ist dann die Zeit, in der der Wein honigt. Schön ist das 🙂 Und mir vor unserer Bienen-Zeit noch nie aufgefallen!

Am Sonntag

Am Sonntag (dem hillije Sundaach mit den abendlichen Mähdreschern) hatten wir ungelogen 30° hier, bei strahlendem Sonnenschein. Das sind diese Tage, an denen ich meinen Garten ganz besonders schön finde- kann ich mich doch ohne Probleme den ganzen Tag über dort aufhalten, lesen, Bienen gucken, Scharniere fetten, ja, sogar Stauden schneiden oder dem Herrn dabei zuschauen, wie er einen abgebrochenen Ast aus der Lärche an der Einfahrt sägt. Während ich, wenn wir dann nur eben mal kurz ins nächste Dorf fahren, um uns einen fetten Eisbecher zu gönnen, dort in der knallenden Sonne nach einer halben Stunde nur noch eines möchte: WEG!!

Und wenn ich dann mal für ein Viertelstündchen in die Sonne gehe, nur so, aus Spaß, dann mag ich plötzlich auch die Villa Fjonka noch viel lieber als sonst schon. Nach dem Viertelstündchen, wenn es mir schon aus den Ohren zu qualmen beginnt, dann trete ich ein- und es ist so schön und angenehm kühl, daß ich nach wenigen Minuten schon erfrischt wieder in den Garten gehen kann. Selbst des Nachts gehören wir zu den Privilegierten, die gut schlafen – und wenn’s in unserem erster-Stock-Schlafzimmer tatasächlich mal zu warm sein sollte, dann ziehen wir um ins Gespensterzimmer. Und ists selbst da zu warm- och, da ist ja noch mein grünes Zimmer. Da war’s noch nie zu warm zum schlafen, in den ganzen Jahren nicht.

Wie auch immer- eigentlich wollte ich von einem der Viertelstündchen erzählen. Einem, als ich nach vorn raus ging, in die pralle Sonne, um zu gucken, ob die Bienen eventuell schon den Schlangenkopf entdeckt hätten, der seit gestern blüht und den sie im letzten Jahr sehr gern besucht haben. Schließlich hatte ich kurz zuvor festegestellt, daß Biens sehr hektisch wirken- ala gäbe es wieder irgendwo was Feines.

Ich sah nur winzige Ameisen eifrig aus- und eingehen. Aber ich hörte Bienen. In Mengen. Hmmmmmmm….

Immer dem Geräusch nach- und dann fand ich sie. Da, wo ich sie überhaupt noch nicht erwartet hatte, schließlich hatte ich in den letzten Tagen hier nur zune Knospen gesehen: im wilden Wein! Jetzt gab es offene Blüten. Nicht viele, aber offenbar genug, um unsere Bienen in Trachtalarm zu versetzen.

Eine Biene hab ich noch nicht erwischen können, zu schnell und eifrig sind die Damen unterwegs für meinen verzögert auslösenden Apparat. Aber das wird schon noch kommen, wenn erst mehr los ist ….

Imkerlatein: Drohne; verdeckelte Brut

Neulich war Herrentag bei Biens. Jede Menge Drohnen unterwegs, und so konnte ich (neben ungezählten „och, schon wieder nix drauf“-Bildern) auch einige Fotos schießen, auf denen gut sichtbar ist, wie gut die Herren von den Damen zu unterschieden sind. Denn Drohnen sind männliche Bienen

Aufgabe: Findet die Unterschiede

Na, gesehen? Die Drohnen sind viel größer als die Arbeiterin. Sie haben auffallend große Augen (wie die Fliege Puck bei Biene Maja!) und ihr vorderer Körperteil ist stärker bepelzt

Was man nicht sehen kann: Drohnen haben keinen Stachel, und sie summen viel lauter als die anderen Bienen.

Drohnen entsehen übrigens aus unbefruchteten Stiften, während Arbeiterinnen aus befruchteten entstehen. Die Königin weiß, wann sie Sperma aus ihrem Depot dazugeben soll, wenn sie ertastet, daß sie eine im Durchmesser viel größere Wabenzelle vor sich hat. Auf diesem Bild kann man den Unterschied ganz gut erkennen:

die Fläche rechts ist Arbeiterinnenbrut, mehr unten-bis-Mitte-links ist Drohnenbrut. Mittendrin sind ja überall einzelne leere Zellen, da sieht man den Größenunterschied ganz gut. Bei Brut, die schon verdeckelt ist, also deren Zelle oben mit einem Wachsdeckelchen verschlossen ist, (dann vollzieht sich die Entwicklung von der Made zur Larve/ fertigen Biene) sieht man außerdem an der buckligen Oberfläche, daß man Drohnenbrut vor sich hat.

Juli

Haupt-Blühzeit für viele Pflanzen, letzte starke Tracht (Linde) für unsere Bienen. Aber dieser Juli war kalt. Und naß. Viel zu kalt und viel zu naß! 40% mehr Regen als normal, las ich. Und wir hatten oft nur 16°, selten mehr als 18. Nur in der vorletzten Juliwoche gab’s einen kurzen Hochsommer mit 28°, jetzt ist es schon wieder wechselhaft bei 18°.

Was es relativ viel gibt und was den Bienen hilft:

Weißklee, Hirtentäschel, Mauerpfeffer, Klatschmohn, Linde, Weidenröschen, Blut-Weiderich

Weißklee

Was wirklich helfen würde, es aber leider viel zu wenig gibt (bittebitte, liebe Bauern!!!):

Rotklee, Phacelia, weißer Senf

Was es viel gibt- aber viel hilft nicht immer viel…:

Geißblatt, Ruprechtkraut, Holunder

Holunder

Interessant, was den Blühkalender der Pollenmacher angeht: bei uns begann die Blütezeit der Linde am 5.7.. Im Blühkalender ist sie von Anfang bis Ende JUNI angegeben….

Und beim Geißblatt hatte ich immer im Kopf, es sei ein echtes Bienen-Schlaraffenland. Schade- stimmt nicht: mäßiges Pollen- und Nektarangebot. Immerhin.

Geißblatt

Gestatten – Bestatter.

Auch ein Job, der gemacht werden muß. Unsere Bienen nutzen jedes Mal eifrig die Chance, wenn wir den Deckel öffnen- es scheint für sie einfacher zu sein, ihre Toten nach oben auszufliegen als sie aus dem engen Flugloch zu räumen (was sie auch tun)

Gibt es viele Tote, nutzen sie auch mal einfach den Futter-Raum hinterm Trennschied als Friedhof- aber Flugbestattung ist ihnen lieber. Ist ja auch hygienischer, sie lassen ihre Verstorbenen erst weit weg vom Bienenstock fallen.

Übrigens finde ich den Stechschritt auf dem mittleren Bild einfach allerliebst, wenn ich das Mausi da so sehe, schmilze ich nur so dahin!

Diese Bilder hat übrigens ParadizeApple gemacht, während wir damit beschäftigt waren, unserem Volk Futter zu geben. Ich darf sie verwenden, danke dafür.

Honigernte – Teil 2: an der TBH

Vorbereiten/ mitnehmen:

  • Smoker (an)
  • Eimer mit Wasser
  • Geschirrtuch dafür (zum entfernen von Geschlabber)
  • Ein Brett (zum überbrücken Boden-Fluglöcher)
  • Stockmeißel
  • Flederwisch
  • Eimer mit Deckel für die Waben
  • Messer
  • Ersatz-TBs (am besten dieselben wieder rein mit kleinem Rest oben dran zum anbauen, aber wenn Wildbau, dann lieber neue)

Tun:

  • Brett schräg ans Flugloch anlehnen
  • verdeckelte Waben raussuchen (keine Pollen, keine Brut)
  • falls kleine Bereiche mit Pollen/ Brut: in Futterraum zum wiederverwerten
  • Bienen abfegen (aufs bzw. vors Brett. Sinn: sie können wieder in die Beute laufen, werden aber nicht durch mehrfaches abfegen voll-genervt und dadurch stechlustig)
  • Wabe in Eimer schneiden (oben kleinen Rest dranlassen, wenn schön gerade gebaut, zum wieder-anbauen)
  • Deckel zu
  • Honigreste mit Wasser entfernen
  • dasselbe bei nächster Wabe
  • Ersatz-TBs reingeben- oder aber die abgeernteten. Leere TB nach hinten!
  • wenn fertig, genau prüfen, ob gekleckert- wegmachen!
  • Beute schließen
  •  Umgebung von Gekleckertem säubern

Teil 1: Grundsätzliches

P.S.: wenn’s weiterläuft wie derzeit, dann werden wir tatsächlich demnächst (vielleicht in ein, zwei Wochen) 2 Waben Honig ernten!!!!

Die knotige Braunwurz

Solche Blumennamen liebe ich! Meist sind ja die wirklich klangvollen Namen den Pilzen vorbehalten, mit denen ich mich so gar nicht auskenne- aber nun hab ich wild ausgesät einen Vertreter mit einem Namen im Garten, dem das ziemlich unscheinbare Auftreten seines Inhabers so garnicht entspricht

das ist sie- genau hingucken, sonst kann man sie glatt übersehen. Obwohl sie fast einen Meter hoch ist. und in voller Blüte steht

…. aber was soll’s- die knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa) entfaltet beim näheren hingucken und kennenlernen allerhand Reize:

Sie ist eine absolute Insektenpflanze, immer umschwirrt von den verschiedensten Hummeln, kleinen Fliegen und Wespen. Wenn sie in größeren Mengen auftritt, dann gesellen sich wohl auch die Bienen gern dazu- das haben wir gelernt, als wir letztlich auf dem Biohof zu Besuch waren, von dem wir unser Schweinefleisch beziehen: Dort baut man seit kurzem versuchsweise Kräuter an, die später in regionalen Saatmischungen für Einsaaten nach Baumaßnahmen eingesetzt werden sollen. Und dort wurde uns berichtet, daß die ansässigen Bienen gar nicht genug von den Braunwurzen bekommen konnten, genau wie übrigens auch von der Kuckuckslichtnelke, von der in einigen Veröffentlichungen behauptet wird, die Bienen könnten sie mit ihren Rüsseln nicht nutzen.

Außerdem sieht die Blüte unsere Braunwurz so richtig hübsch aus- sie ist nur eben so klein, daß das kaum Jemand bemerkt… deshalb hab ich mal ein Mittel- und ein Großbild gemacht:

Sieht doch schick aus, als hätte sie ein Baseballkäppi mit Ohrenschutz aufgesetzt…. *g*

Als sie vor 3 Jahren zum ersten mal hinten im Garten auftauchte, hätte ich meine knotige Braunwurz (ich MUSS das immer nochmal tippen, so schön!!) fast als Unkraut ausgerissen. Aber dann hab ich rechtzeitig bemerkt, daß so viel Gesumme um sie rum war und hab sie stehenlassen- und in diesem Jahr gibt’s erstmals ZWEI Pflanzen. Wer weiß, vielleicht sind’s ja in 20 Jahren genug, daß auch unsere Bienen sich mal blicken lassen….

Linda

Als Teenie hatte ich eine Freundin. Wann immer ich konnte- und das war immer dann, wenn ich bei einer (anderen) Freundin mit ins Wochenendhaus im Bergischen fahren durfte- haben wir sie besucht. Es war eine alte Dame, groß, stämmig und aufrecht, tief im Bergischen verwurzelt und sie strahlte eine große Gelassenheit aus, die wir deutlich spüren konnten und die uns immer wieder zu ihr hinzog.

Sie hieß Linda.

Das war auch naheliegend, denn ihr Nachname war höchstwahrscheinlich Tilia- sie war eine große, alte, schöne Linde, an der wir uns gern anlehnten, sie anschauten, ihre Ruhe aufnahmen.

Was wir damals nicht wussten: Die Linde Linda und ihre Artgenossen sind nicht nur hübsch anzusehen und duften während der Blüte toll, sondern sie sind auch die letzte Chance für Bienen in unserer Gegend, noch einmal richtig Nektar zu sammeln, bevor es gen Winter geht. Das Bienenjahr ist etwas verschoben zu unserem Menschenjahr- nach der Linde kommt nicht mehr viel.

Wie auch immer- in den letzten Tagen habe ich schon gewartet und gehofft- denn daß die Linde blüht, das heißt ja noch nicht unbedingt auch, daß sie honigt!

Gestern dann war schon recht viel los bei Biens. Ich hab so für mich überlegt: von den 500g Zuckerwasser, das ich ihnen vorgestern abend gegeben habe, ist sicher nichts mehr über- wieso also ist so ein Alarm?- Heute, 18°, bewölkt und hohe Luftfeuchte- also nicht unbedingt dolles Bienenflugwetter, dieses Bild:

– großes Getümmel um’s Flugloch, Gedränge, weil garnicht alle, die wollen, gleichzeitig rein und raus kommen, außerdem zickeln die Brumseln wieder so komisch. Zickeln- das ist ein Ausdruck, der in der Fachliteratur bisher noch fehlt 😉 Unsere zeigen dadurch Aufregung an: in Bewegung wirkt das Ganze irgendwie so, als ob jede einzelne Biene die ganze Zeit winzigen Zickzackkurs liefe statt geradeaus wie sonst. Genau betrachtet, tut sie’s aber nicht! Und doch: das Gezickel ist deutlich sichtbar und war jedesmal bei starker Tracht, Futtergabe oder auch Räuberei zu sehen- also wenn Aufregung im Volk herrscht.

Wir haben dann einen Kurzspaziergang unternommen- denn etwa 4 Häuser die Straße runter steht ein von großen, sonnig stehenden Linden umgebenes Haus. Und siehe da:

schon von weitem sah man, daß diese Linden deutlich heller wirkten als sonst- und von Nahem hat man schon gehört, was man dann auch sah: die Blüten hatten sich geöffnet- und offensichtlich gibt’s auch was zu holen, denn die Linden summten nur so.

Ob es nun Sommer- oder Winterlinden sind, weiß ich nicht. Ich hoffe auf „Sommer“, denn dann gibt’s danach noch die Winterlinden als Futterquelle für Familie Bien.

Jedenfalls freu ich mich sehr, daß es jetzt doch noch was zu holen gibt für unsere Bienchen – danke an die Linde Linda und ihre Verwandten!!!

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P.S.: Fakten:

–  Sommerlinde: gute Bienenweide aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts ihres Nektars (bis zu 94 %) und seines hohen Zuckerwerts (bis zu 7,7 mg Zucker/Tag je Blüte). Honigerträge von rund 0,8 kg pro Blühsaison und Baum sind möglich

Winterlinde: gute Bienenweide aufgrund des hohen Zuckergehalts ihres Nektars (30–74 %) und seines hohen Zuckerwerts (bis zu 3,57 mg Zucker/Tag je Blüte)  Honigerträge bis etwa 2,5 kg je Baum und Blühsaison sind möglich

Ekelwarnung für zart Besaitete: tote Drohnenlarven.

Wenn ich schon Drohnenlarven einfrieren und damit umbringen muß, dann kann ich das wenigstens nutzen, um mal zu gucken. Diese Larve ist schon richtig als spätere Biene erkennbar.

Und so sieht das aus, wenn man eine Brutwabe quer durchschneidet (so wie im Bild würden sie im Bienenkasten hängen, deshalb ist das Bild gedreht): Rechts sind die Deckelchen der Zellen erkennbar (links sind natürlich auch welche), dicht an dicht stecken die Larven in ihren Zellen. Man kann deutlich erkennen, daß sie unterschiedlich weit entwickelt sind- meist sind Vorder- und Hinterleib schon unterscheidbar, aber zwei sehen noch aus wie große Maden.

Ich habe bei den wenigen, die ich rausgepult habe, keine Varroa gefunden. Das heißt nicht, daß da keine sind…. die meisten Larven hab ich nicht angerührt, denn allzu lange mochte ich nicht in den Toten stochern

Lila Liebling

Der absolute Liebling des Tages (und wahrscheinlich auch noch der nächsten Tage) ist bei unseren Bienchen der Kugellauch.

Natürlich ist es mir nicht gelungen, die (häufigen) Momente einzufangen, zu denen sich auf jeder Kugel 8-10 Bienen tummelten. Aber ein paar kann man sehen 🙂

Der Bienenweidekalender findet den Sternkugellauch überhaupt nicht, aber die Bienen sagen: doch, der hat ein reiches Nektarangebot (Pollen scheinen sie dort nicht zu sammeln)

Wie gut, daß ich damals, vor etwa 5 Jahren, angehalten habe, um auf dem Weg eine Zwiebel auszubuddeln von den vielen Pflanzen, die plötzlich blühen konnten, weil ein Knick auf den Stock gesetzt worden war! Jedes Jahr hatte ich mehr Blüten, und letztes Jahr habe ich schon ein paar Zwiebeln ausgegraben und an eine andere Stelle versetzt. Die Bienen freuen sich, ich mich auch, denn ich finde ihn sehr hübsch! Diese schöne Zwiebelblume darf sich gern noch weiter ausbreiten – und zum Glück scheint das doofe Reh nicht so gern Lauch zu essen!