Endlich!

Für letzten Donnerstag war es geplant, zu schauen, wo denn Karin, die Königin aus dem Hochzeitsvolk, nun abgeblieben ist – aber nix ging. Das Wetter war hier sowas von saumäßig – Sturm, Regen, Gewitter, Wolken, und dabei nicht mehr als 13°. Heute nun ist es zwar immer noch bös‘ windig, aber immerhin trocken, und es hat fast 20°. Die Sonne müht sich und schafft ab und an mal einen Durchbruch durch diesige Hochwolkenfelder. Gut genug, um endlich mal zu gucken- denn schließlich müssen wir auch aufpassen, daß uns die Sternchen nicht schwärmen, wir möchten lieber selbst handeln können und einen eventuellen Schwarm vorwegnehmen.

Erstmal träume ich ein wenig …. „wünschen hilft“, steht ja auf meinem T-shirt …..

1. Sternchen: die Sternchen haben ein großes Brutnest, es wimmelt vor Bienen. Ein Feld verdeckelter Drohnenbrut ist so schön extra unten angebaut, daß ich es problemlos abschneiden kann. Außerdem sind sie inzwischen endlich in den Honigraum vorgedrungen, haben (mindestens mal) eine Wabe dort ausgebaut und Honig eingetragen. *träum*

2. Mondvolk: Karin stiftet, ich finde Maden! Außerdem haben sie im Honigraum zu bauen und Honig einzutragen begonnen.

3. Sonnenvolk: hier sehe ich, daß die mit herübergegebene Weiselzelle ausgebaut wurde – sie ist verdeckelt, es wird also bald eine neue Königin für den Flugling da sein.

Soweit die Wünsche, mein Tipp allerdings ist, daß Karin sich im Sonnenvolk befindet – es tragen zwar alle Völker Pollen ein, aber mir kommen die Mondvolk-Bienen weniger emsig vor als sie sein müssten – dafür die Sonnenbienen viel emsiger…

Und jetzt gucken wir mal, was denn die Realität von meinen Träumen so übrigläßt….

Zwei Stunden später, ich komme von den Bienen. Die gute Nachricht ist, daß alle drei Völker sowas von superentspannt waren, daß ich meinen Anzug garnicht gebraucht hätte. Und das, obwohl…. aber bleiben wir mal beim obigen System:

1. Sternchen: Der Honigraum ist leer. Also weg damit, damit ich in den Brutraum schauen kann. Hier ist allerhand los: das Honigraum-Rähmchen, das wir ihnen zum ausbauen gegeben haben, um es in den Honigraum umzuhängen, damit sie von dem Honig oben evtl dorthingelockt werden – ist auf volle Brutraumgröße ausgebaut. Im Rähmchenbereich sind liegende Stifte zu sehen, außerdem Nektar. Ups! Ich hänge das Rämchen erstmal nach hinten. Ansonsten sieht die Sache gut aus: große Brutbretter, Maden, Stifte – allerdings wimmelt es nicht; ich beschließe, ihnen keine Brutwabe wegzunehmen. Vielleicht wenn all die Bienen geschlüpft sind, die da jetzt in den verdeckelten Zellen warten… ich hänge ihnen 2 Bruträhmchen dazu, die können sie schonmal ausbauen und bestiften, als Ersatz für die, die wir ihnen dann nehmen werden. Außerdem gibt es Spielnäpfchen, wir müssen also aufpassen, ob sie schwärmen wollen. Auch deshalb: gut, wenn sie allerhand zu bauen bekommen….. Den wild angebauten Teil vom Honigrähmchen stoße ich ab, fege die restlichen Bienen ab und schneide den Wildbau weg. Das Rähmchen kommt nach oben – die Brut wird Bienen ziehen, vielleicht gehts dann oben mal los…. ich packe ein Trenngitter zwischen Brut- und Honigraum, damit die Königin unten bleibt. Dann geht es weiter zum

2. Mondvolk: hier klaffen Traum und Wirklichkeit weit auseinander: alles voller Honig, verdeckelte Brut, wenige fette Maden – und keine Karin – nirgends. Na, ich hatte es mir ja schon gedacht…. leider ist auch nirgends eine Weiselzelle zu sehen! Biens aber sind tiefenentspannt – das soll angeblich anders sein, ist keine Königin da. Nanu?? Vielleicht habe ich ja eine Weiselzelle übersehen, denn hier sitzt alles voll mit Bienen! Der Honigraum allerdings wurde auch hier bisher nicht angenommen. Wundert mich nicht, sie haben ja massig Platz unten, so ganz ohne neue Brut…. Ich gebe ein Rähmchen dazu und lege erstmal nur das Wachstuch auf – hier muß ich nochmal ran und eine Weiselprobe anlegen. Das bedeutet: man gibt Biens eine Wabe mit ganz jungen Stiften. Haben sie keine Königin, werden sie die Chance nutzen und einen Stift auswählen, um sich eine Königin aus ihm heranzuziehen. Ich werde gucken, ob ich eine passende Wabe von Karin finde – sie hat sich bisher als bessere Königin erwiesen als die vom Sternchenvolk… also weiter zum

3. Sonnenvolk: Im Sonnenvolk zeigt sich schnell, daß Karin immerhin überlebt hat: Stifte, schön!! 🙂 Verdeckelte Brut ist auch da, seltsamerweise sehe ich keine Maden… naja, aber auch hier: viele Bienen, vielleicht hab ich einfach keine gesehen. Eine Wabe hat ordentlich stehende Stifte (ganz jung, prima!), im Rest der Wabe ist Honig – ideal fürs Mondvolk. Ich hänge die Wabe nach hinten für später und gucke weiter. Die Weiselzelle und das Spielnäpfchen scheinen sie brav abgebrochen zu haben. Gut so, sie sind ja zu klein zum schwärmen, so frisch geteilt. Ich gebe ihnen ein Rähmchen und den Honigraum – wer weiß, vielleicht wird ja irgendein Volk doch nochmal da hoch gehen (wieso bloß haben wir damit immer so ein Problem????) Dann schaue ich, ob ich auf der Wabe fürs Mondvolk Karin sehen kann – aber natürlich sehe ich sie nicht; wäre ja fast ein Wunder gewesen….. also vorsichtig die Wabe abstoßen, vors Trennschied, damit Karin, falls sie mit runterfällt möglichst schnell wieder auf einer Wabe landet, nochmal die Restbienen angucken – alles normale Bienen. Die abfegen, und die leere Wabe rüber ins Mondvolk. Jetzt haben alle Völker den Honigraum aufsitzen, sind gut versorgt und munter – und ich kann meinen Kram wegräumen und mit den Ofenbauern einen Kaffee trinken…..

Keins der Völker hat so ausgesehen, wie ich es mir erträumt hatte – aber es geht auch keinem schlecht, im Gegenteil- ich finde, das sah eigentlich alles recht gut aus! Und ich hoffe, daß das Mondvolk sich nun schnell eine neue Königin heranziehen wird.

Alle 3 Völker jetzt mit dem großen Brutraum (ganz unten), darüber das Trenngitter (damit die Königin im Honigraum nicht stiftet = keine Eier legt) udn obendrauf dem Honigraum, in dem die fleißige Imkerin sich Bienen und volle Honigwaben wünscht ....

Alle 3 Völker jetzt mit dem großen Brutraum (ganz unten), darüber das Trenngitter (damit die Königin im Honigraum nicht stiftet = keine Eier legt) udn obendrauf dem Honigraum, in dem die fleißige Imkerin sich Bienen und volle Honigwaben wünscht ….

Lehrmeister Mondvolk

Samstag

Unsere neuen Bienen haben eine weitere Lehrstunde für uns anberaumt, nachdem sie uns ja erst vor wenigen Tagen gezeigt haben, wie man einen Flugling macht:
Schon am Tag der Fluglings-Aktion morgens waren mir einige wenige Kotspuren an der Beute aufgefallen, und heute, am Samstag dann, waren es deutlich mehr.
Hmmmm…. was ist da denn wohl jetzt wieder los?
Hab ich also den Computer angeworfen und im Netz ein wenig gesucht – einen Verdacht hatte ich ja – und – taraaaaa –

Die Maikrankheit!

Und die geht so:

  • Biens haben ordentlich Brut, und gleichzeitig
  • können sie nicht allzu viel raus aus der Beute, weil es stark schwankende Temperaturen gibt. Insgesamt
  • ist es dabei recht trocken. Dies geschieht meist im Mai. Dann bekommen die Bienen Verstopfung, weil besonders die Stockbienen zu wenig Wasser von den Flugbienen zugetragen bekommen. Sie fressen ja große Mengen Pollen, um ihn in ihrem Körper zu Futtersaft für die Maden zu verarbeiten, und das klappt dann nicht. Die Folge ist, daß
  • am Stock, aber auch auf Pflanzen ringsum braune Kotspuren zu finden sind und – wenn es schlimm wird
  • draußen am Stock sich Gruppen kranker Bienen mit geschwollenem Hinterleib sterbend zusammenballen. Das haben wir Gottseidank nicht, es gab „nur“ vor der Fluglingsaktion ein Grüppchen von vielleicht 10 Bienen auf einem der Balken des Beuten-Unterbaus. Ob das damit zu tun hat, ist unklar.

Das ganze gibt sich, sobald die Temperaturen ansteigen, so daß wieder genug Wasser eingetragen werden kann, aber darauf sollte man nicht warten, denn da die Ammenbienen, die erkrankt sind, keinen Futtersaft bereitstellen können, kann Brut verhungern!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Nun musste ich heute arbeiten und sah die Bescherung erst, als die Flugzeit schon rum und es zum öffnen der Beuten zu kalt war. Also habe ich als Sofortmaßnahme Zucker in lauwarmem Wasser gelöst und in die Beuten eine Untertasse mit Blättern und dem Zuckerwasser gleich hinters Flugloch hineingeschoben. So können Biens sich selbst Wasser holen. Ich hoffe, sie nehmen es an – wenn nicht, werde ich die 2. Maßnahme morgen ergreifen: eine Sprühflasche mit Zuckerwasser füllen, die Beute öffnen, Waben ziehen, Bienen mit Zuckerwasser besprühen. Dann sollte es weggehen.

Sonntagmorgen.

Heute ist es milder mit weniger Wolken als gestern, aber windig. Man merkt das mildere schon daran, daß um 9 morgens, als ich zum ersten Mal aus dem Fenster schaue, schon fliegende Bienen zu sehen sind. Gut für Biens, können sie besser Wasser holen- und so sehe ich auch am Teich und in den Staudenbeeten auf glatten Blättern Bienen, die Wasser sammeln. Ich stochere im Flugloch, um mir die Untertassen zu betrachten – und tatsächlich: im Sonnenvolk sitzen schlürfende Bienen. Im Mondvolk nicht, aber mir scheint, der Wasserstand ist gesunken. Gut so. Bisher sehe ich auch nur zwei neue Kotspuren. Aber es ist ja auch noch früh am Tag. Abwarten.

Sonntagnachmittag

Prima. Mein Zuckerwasser wurde angenommen, beide Untertassen sind leer; außerdem helfen sicher die milderen Temperaturen- wie auch immer: trotz starken Bienenfluges sind keine neuen Kotspuren dazugekommen. Alles gut 🙂

Die machen mich fertig, machen die mich!

Gestern. 1. Mai. Och, dachten wir uns, bervor wir zu ladypark fahren, bereiten wir noch den Standort für die 3. Bienenbeute vor, und ich mache die 3. Beute zur Sonnenbeute- schließlich hat uns der Mondvolk-Vorbesitzer erzählt, daß die Biens schon Spielnäpfchen hatten, und diesmal wollen wir ihnen zuvorkommen und einen Ableger bildn, bevor sie zum schwärmen kommen. Ich also ran an die Farbe, der Herr mit den Balken und der Wasserwaage ab zum Bienenplatz. Soweit, so gut. Kalt ist es, bewölkt auch. Wir sind so weit fertig. Ich zupfe noch hier ein Kräutlein und da eines, der Herr ist schon wieder drin, mein Blick schweift träge gen Biens

WAH! WAS IST DAS?

Massen von Bienen vor der Mondvolk-Behausung, Hektik, ein lautes summen in der Luft.

Och nööööööööö, bitte, Biens, macht doch nicht sowas! Ihr könnt doch nicht jetzt schon schwärmen!

Den Herrn gerufen, Möglichkeiten beraten, während wir dem Schauspiel zusahen. Sollten sie schwärmen, können wir eh bloß gucken, ob wir den Schwarm fangen können. Aber so richtig sieht es danach auch wieder nicht aus…. langsam scheint die Masse der Bienen eher gen Beute zu strömen als hinaus … Na, auch das habe ich ja schon gesehen. Daß sie schwärmen wollten, und sich dann umentschieden haben, nur um 2 Stunden später….

Okay, nach einigem beraten lautet der Entschluß: sollten sie sich beruhigen, schreiten wir sofort zur Tat. Selbst wenn das kein Schwarmversuch gewesen sein sollte, so ist ja doch eh klar, daß wir das Volk teilen wollen, es ist superstark und würde uns sonst eh abschwärmen. Dann eben jetzt gleich.
Zehn Minuten später:
Biens beruhigten sich, wir holten die Sonnenbeute (deren Farbe noch nicht mal trocken war) und schritten zur Tat. Ein Flugling soll es werden. Dazu haben wir die Mondbeute auf den neu gerichteten Platz gestellt, die Sonnenbeute auf den alten Platz der Mondbeute. Dann kamen in die Sonnenbeute eine Futterwabe, zwei Waben mit Brut von der Mondwabe, eine halb ausgebaute Wabe und eine leere mit Anfangsstreifen. Eine der Brutwaben hat ein Spielnäpfchen, die andere eine kleine, aber noch nicht verdeckelte Weiselzelle. Leider konnten wir nicht erkennen, ob eine Made drin war. Aber da

  1. sie schon weiter ausgezogen war als normale Spielnäpfchen
  2. während wir guckten, sich eine Biene hineinversenkte (von der wir annehmen, daß sie die kleine Made versorgen wollte), und
  3. in der Wabe mit dem Spielnäpfchen liegende Stifte waren (die Biens zur Not auch noch zur Königin machen können)

sollte das klappen. In dieser Beute sitzen ja außerdem noch an den Waben viele Bienen, und die Flugbienen, die draußen unterwegs waren (oder die nachher noch aus der Mondbeute rausfliegen), kehren, weil sie auf den Ort eingeflogen sind, in die Sonnenbeute zurück.

Die Sonnenbeute

Die Sonnenbeute

Auf dem Mondvolk ist der Honigraum. Angeblich soll es möglich sein, von dem Ausgangsvolk sogar noch Honig zu ernten. Warten wirs ab....

Auf dem Mondvolk ist der Honigraum. Angeblich soll es möglich sein, von dem Ausgangsvolk sogar noch Honig zu ernten. Warten wirs ab….

In der Mondbeute bleiben sechs Waben. Zwei davon mit Futter, ein Baurahmen für Drohnenbrut, drei Brutwaben. Und hoffentlich, hoffentlich die alte Königin – denn – wie sollte es anders sein – Karin ließ sich nicht blicken (So heißt die Königin nämlich. Nach meiner Mutter, weil doch das Mondvolk ein Hochzeitsgeschenk von meinen Eltern ist, logo, gell!?)

Am nächsten Donnerstag werden wir nachsehen, so ist der Plan. In einer der 2 Beuten muß es dann Stifte und winzige Rundmaden geben- dort ist die Karin zugange. Sollte sie in der Sonnenbeute gelandet sein, müssen wir sie finden und umsetzen, wie auch immer wir das hinkriegen sollen….. oder aber in der Mondbeute wird schon an einer neuen Königin gebastelt, das würden wir dann auch sehen.

Mann. Ich bin durch für heute…

Jui!

Das war ein spannender Tag, gestern. Denn nicht nur, daß sich im Wohnzimmer einiges tat, nein, nachmittags kam auch der ersehnte Anruf, und abends dann haben wir unser neues Bienenvolk abholen dürfen, übrigens ein Hochzeitsgeschenk von meinen Eltern! 🙂

Aber erstmal zum Ofen: (anklicken bringt Bildunterschriften)

In die Staubschutz“wand“ kam übrigens später noch ein T-förmiger Schlitz – ein Durchschlupf für den katz, der auch neugierig durchwischte- aber erst nachdem die unheimlichen, lauten Silhouetten hinter der Wand zuverlässig verschwunden waren *g*

Und jetzt Abenteuer Nr.2: Darf ich vorstellen: das Mondvolk!

Gestern abend um zehne ist es bei uns eingezogen, und jetzt sind wir gespannt, ob die erfahrenen Flugbienen bei uns bleiben oder zurückfliegen, denn – wer hätte gedacht, daß keine 2km Luftlinie entfernt, zwischen Ziegen und Hühnern Bienenvölker auf Dadantwaben stehen – und daß eines davon den Weg zu uns finden würde! Der junge Imker dort hat uns die Biens tags umgesetzt, und abends dann, als alle daheim waren, haben wir sie dort abgeholt.

Eben mal doppelt so viele Brutwaben wie bei den Sternchen, die erste Drohnenwabe wurde noch herausgeschnitten, auch Spielnäpfchen schon herausgebrochen (Spielnäpfchen: *klick*) – will heißen: demnächst werden wir dann unseren allerersten Ableger machen können (und müssen, wenn wir nicht wieder einen Schwarm haben wollen)

Momentan ist kaum mehr los als man oben im Bild sieht – es hat allerdings auch nichtmal 10° heute … immerhin haben wir schon einige Bienen gezielt zurückkommen sehen; wie man oben sieht, ist heute bei den Sternchen trotz Kälte sogar mehr los als sonst! Meine Vermutung: der Raps hat seit gestern ordentlich Blüten geöffmnet. Sternchens kennen sich bei uns aus und fliegen schon deutlich weiter, haben also den Raps entdeckt und tanzen „los, Leute! Nektar satt in 100m Luftlinie“ Seht zu!“, während das Mondvolk so weit noch garnicht gekommen ist, bei der Kälte. Keine Ahnung, obs so ist, aber für mich ists eine plausible Erklärung.

Nachtrag um halb vier: offenbar haut das hin, was ich mir so dachte: es wurde noch ein, zwei Grad wärmer, und jetzt kommen auch die Mondbienen mit Pollen an und fliegen kräftig, sogar jetzt kräftiger als die Sternchen (wie es ihrem Gesamtstatus entspricht)

Good news

Gestern bei allerherrlichstem Wetter dann sogar zu Fuß(!) das Auto abgeholt, anderthalb Stunden zT durch Wege und Gehölze, die wir noch nicht kannten, Buschwindröschenteppiche, blühende Schlehen, Froschlaich in Massen, knarrende Froscheltern, Veilchenbüschel – ach, was ist es doch schön hier in Angeln!

Nach dem Gang: Der Herr F. hat schon die 2. Charge Bärlauchpesto gemacht...

Der Herr F. hat schon die 2. Charge Bärlauchpesto gemacht…

... das einzig gute an der vereinsamten Bienenbeute: ein sonniger Platz zum sitzen....

Das einzig gute an der vereinsamten Bienenbeute: ein sonniger Platz zum sitzen….

Wäre das nicht dieses hübsche Drehkreuz gewesen, wir hätten nicht gewußt, wo da denn nun ein Wanderweg sein soll

Wäre das nicht dieses hübsche Drehkreuz gewesen, wir hätten nicht gewußt, wo da denn nun ein Wanderweg sein soll

Bei Fraulund

Bei Fraulund

Dies' Jahr ist Veilchenjahr :-)

Dies‘ Jahr ist Veilchenjahr 🙂

"knarrknarr"

„knarrknarr“

 

Gegen Schluß auf einer Lichtung Bienenstöcke gesehen und sofort leichtes Bauchkniepen bekommen: die flogen alle, alle, alle viel stärker als unsere Sternchen! Ohje!

Damit war es entschieden – daheim angekommen, habe ich den Smoker angeworfen und wir haben endlich mal jede einzelne Wabe durchgeguckt! Und was soll ich sagen? Das wird, glaube ich! Auf dreieinhalb Waben sitzt massig verdeckelte Brut, drumherum Maden, und auch ein paar Stifte haben wir letztendlich noch entdeckt (daß die aber auch so schwierig zu sehen sind!! Erst sahen wir nur fette Rundmaden, und ich dachte schon, Frau Königin sei vielleicht entschwunden) Das ist jetzt nicht monsterviel, aber es ist so, daß sie wollen und mehr werden. Rundherum waren dann noch vier Waben mit Nektar und Pollen – viel zu viel, schließlich sollen sie ihren Nektar in den Honigraum bringen, nicht im Brutraum verstauen! Also haben wir ihnen rechts und links je eine Wabe gelassen, die anderen beiden hinters Schied gehängt – als Vorrat, wenn wir später einen Ableger machen oder doch noch eine Schlechtwetterzeit kommt – und vielleicht tragen sies dann ja sogar noch nach oben um. Beim imkern auf Dadant hält man die Bienen im Brutraum relativ eng. Der Effekt soll sein, daß sie die ganzen Brutwaumwaben auch wirklich mit Brut belegen. Die Honigkappen, die Biens naturgemäß über der Brut anlegen, sollen sie dann im Honigraum anlegen. Mal sehn, obs klappt. Man muß halt immer wieder nachschauen, damit sie auch genug Platz zum brüten haben – nach Bedarf hängt man dann eben Waben dazu. Dafür braucht man etwas Erfahrung und Fingerspitzengefühl….. und da wir Biens ja nur gutes wollen, haben wir ihnen zu viel Raum gegeben. Mal sehn, was nun geschieht. Ich bin sehr froh und erleichtert, und hoffe bloß, daß Madame Königin sich nun ranhält und ordentlich weiter stiftet!

Zum Schluß noch was zum Thema Bahnstreik:

Die Freundin kam am Tag VOR dem Streik aus Hamburg mit zwei Stunden Verspätung an.
Der Freund kam am Streiktag aus Nürnberg. 10 Minuten Verspätung.

 

Traurig

Wir haben es uns ja schon gedacht. Jetzt wissen wir es: nur unser Sternchen-Volk lebt noch. Bei den Grauen war keine einzige lebende Biene mehr zu finden, es gab Nosema-Indizien (Nosema ist eine Durchfall-Erkrankung, bei der man im Bienenstock Kotspuren in gelben Streifen über den Waben findet). Ich nehme aber an, daß sie nicht an der Nosema letztlich eingegangen sind, sondern einfach viel zu geschwächt durch die Varroa waren, die wir, wie Ihr wisst, im Spätsommer einfach nicht in den Griff bekommen haben. Futter war genügend übrig, verhungert sind sie nicht.

Bei den Roten gab es noch wenige Lebende, vielleicht drei Dutzend, die aber durchwegs sehr schlecht aussahen – keine flog mehr, alle waren dunkel und sehr träge in den Bewegungen. Durchfallspuren gab es hier nicht, Futter war in genügend großer Menge da – so wie die restlichen Bienen aussahen, waren es noch Überlebende der langlebigen Winterbienen. Wir haben sie abgefegt und totgetreten – diese kranken Bienen mochten wir so nicht weitersterben lassen.

Bei den Sternchen haben wir genügend Futter und ein Brutnest über 2-4 Waben gefunden (wir haben von einer Seite aus gesucht und beim Beginn des Brutnestes aufgehört, es war zu kalt, um alles auseinanderzurupfen) Da Biens schon wieder Nektar eintragen, haben wir 3 volle Futterwaben hinters Schied gehängt (da können sie sich noch bedienen), eine am Brutnest belassen und die anderen beiden rausgenommen. Leider gab es keine vollständig verdeckelte Wabe, die wir für einen Ableger oÄ hätten aufheben können, in allen Waben war 3/4 verdeckelt, der Rest aber voll mit ganz frischem, noch ganz flüssigem Nektar. Wir haben ohne Trenngitter schonmal den Honigraum aufgesetzt, damit sie genug Platz für den Honig und das hoffentlich bald große Brutnest haben. Das soll man, lasen wir, damit sie nicht durch zu wenig Platz wegen der frühen Tracht der Weiden schon früh ans schwärmen zu denken beginnen.

Ja, das sind keine guten Nachrichten, ich bin grad traurig – wir trösten uns mit Arbeit: die toten Völker werden uns noch das Wachs für die ein oder andere Kerze schenken, die wir zu ihrem Gedenken anzünden können, und so läuft unten in der Küche der Dampfentsafter, während ich dies schreibe: beim letzten Treffen sagte und Sabine Imkerin, daß man auch nektarschwere Waben so einschmelzen kann, weil das Wachs sich beim erkalten oben auf Wasser und Honig absetzt. (Den Honig können wir eh nicht nutzen)

im…

20….

So. Ihr wisst ja jetzt, wie das geht, weiter runterzählen könnt Ihr selbst, i mog nimmer *g*


Am Donnerstag war ja noch einer der schöneren Tage, es schien die Sonne, und tatsächlich hatte es 11°! Die magische Grenze war überschritten, und der Herr F. hatte Heimarbeit – und so konnte er sehen, daß auch unsere beiden Zandervölker sich wieder mal aus dem Bau wagten. Er hatte nicht so viel Zeit zu schuen, aber Pollen war leider wieder nicht zu sehen, als er schaute. Immerhin haben die Roten Tote aus dem bau geschafft, das soll ja wohl auch ein Zeichen für eine vorhandene Königin sein…. Abends haben wir die Völker dann gewogen- die Grauen müssten noch etwas 6 Kilo Futter haben, das ist etwas kritisch. Die anderen beiden sind mit 10 und X Kilo gut versorgt. Allerdings waren bei den Roten wieder sehr viele Bienen auf dem Boden vor der Beute unterwegs – merkwürdigerweise, wie auch schon am Flugtag zuvor, sind die meisten davon keine „Krabbler“ (kranke, flugunfähige Bienen, die sozusagen nur auf den Tod warten, die armen) sondern fliegen durchaus auf und weg oder in die Beute zurück- wir wissen nicht so recht, was wir darüber denken sollen. Da wir momentan aber eh nicht wirklich was tun können, bleibt nur: zur Kenntnis nehmen und abwarten.

 

Kann losgehn jetzt!!!

Sonntag. Sonne satt, über 10°, leider sehr windig (zwar kein eiskalter Wind, aber warm ist der auch nicht grad.

Sonst:

eine Hummelkönigin und einen Zitronenfalter gesehen, Vögel singen um die Wette, kleine Triebe am Geißblatt, Knospen an der Linde. Und da bei den Grauen im Gegensatz zu den Roten nichts in der Gemüllschublade zu sehen war, haben wir vorsichtig den Deckel gelupft, und siehe da: sie sind noch genauso „das Grauen“ wie letztes Jahr: erst sekundenlang NICHTS, dann kamen sie vorgeschossen, verteidigungsbereit… zum Glück war Folie zwischen ihren Stacheln und uns…. da ist also auch noch Leben drin! 🙂 Offenbar brauchen Zanders noch ein paar Grad mehr, bis sie sich rauswagen. Das mit dem Durchfall ist nicht toll, aber so erstmal auch nicht schlimm: wenn die Bienen monatelang ihren Kot in ihren Kotblasen gesammelt haben und kommen dann zum ersten Mal raus, schaffen einige das nicht, erstmal auch noch weit vom Stock wegzufliegen, sondern erleichtern sich, sobald sie draußen sind.  Zwei Stunden später war es dann tatsächlich auch für Zanders soweit: beide Völker flogen. Das ganze wirkte recht unkoordiniert und aufgeregt, Pollen wurden nicht eingetragen. Aber da lassen wir ihnen mal ein, zwei Tage Zeit – schließlich wurden sie ja gestern auch umgestellt, und eine weitere Stunde später war auch bei allen dreien schon wieder Ruhe angesagt…

Fazit: 3 lebende Völker sind da- wie weit sie überleben, bis die kritische Zeit, die man Durchlenzung nennt, mit der Obstblüte endet, kann man jetzt noch nicht sagen.


Aussortiert: ein altes Autoradio

Kleine Fluchten

Wenn bitter sich die Menschen streiten
mit Grösse wie mit Kleinigkeiten –
da weiche ich am liebsten aus
und flüchte mich ins Bienenhaus.
Hör ich das friedliche Gesumm,
vergess ich Schelten und Gebrumm,
und aller Krieg und Krach auf Erden
kann mir sogleich gestohlen werden.

( J.W. von Goethe )

Gestern haben wir die beiden Zander-Völker umgestellt, damit wir nicht dann doch noch den Zeitpunkt verpassen (wenn sie erst fliegen ists zu spät, und fürs Wochenende waren endlich „Flugtemperaturen“, also Sonne bei 10° und mehr, angesagt) – und während wir noch danach beim aufräumen waren, haben sich tatsächlich bei den Sternchen zaghaft einige Bienen gezeigt, als kurz die Sonne durchkam! So ein richtiger Reinigungsflug war DAS noch nicht, aber heute solls besser werden, bis 15° und sonniger. Ich bin gespannt und freue mich, daß zumindest ein Volk noch lebt!!!!! Beide Zanders waren gestern noch ohne Bienenflug… mein Tipp lautet: Graue tot, Rote leben – habe Windelschubladen eingelegt, denn wenn nun der Bienenflug beginnt, müssen wir „tote“ Beuten aus dem Garten holen. Also, Biens, so oder so: morgen zeigt sich, ob noch Leben da ist!

Aus aktuellem Anlaß einen Link betreffend Pfandflaschen contra Einweg – nun geht es wohl sogar noch abwärts selbst mit den eh schon schlechteren Plastik-Mehrwegflaschen, Coca-Cola macht den Anfang *klick*


Aussortiert: Radierer, die nicht vernünftig radieren. Was bedeutet, daß ich wieder – immer noch – mit einem kleinen Reststummel von vor zig Jahren weiterradiere. Der radiert wenigstens!! *kopfschüttel*

 

Nageln für Fortgeschrittene

Will die Rähmchen für die neuen Beuten zusammennageln.
Nagele das erste zusammen und stelle fest, daß beide Nägel an der Unterseite hinten ein Stückchen rausgucken.
Wie das?
Rähmchenteile sowie Nägel sind vom letzten Jahr, und die Sternchen-Rähmchen hatte ich doch ohne Probleme zusammengenagelt!?
Halte alles andersrum.
Ändert nix.
Versuche, logisch zu denken und die Nägel gedanklich anders reinzuschlagen (in die Richtung, in die’s längenmäßig passen würde)
Stelle fest, daß das dann zwar längenmäßig passen, die Teile aber nicht zusammenhalten würde.
Verwerfe diesen Gedanken.
Überlege weiter: falsche Nägel können es nicht sein, die waren ja extra dafür gekauft und extra im Bienenregal bei den Einzelteilen gelagert worden.
Drehe alles nochmal um.
Ändert wieder nix.
Frage den Herrn F.
Der sagt dasselbe: das paßt nicht.
Aber es muß gehen, letztes Jahr gings doch auch! Diese Haltung versuche ich dem Herrn F. zu vermitteln, der (nicht ganz ohne Grund) recht ungehalten reagiert.
Bin wütend.
Gehe nochmal gucken.
Drehe.
Ändert nix.
Schlage schonmal oben einige Nägel ein, da passen sie ja.
Das bringt mir jetzt auch nix, stelle ich fest.
Rufe die Seite von Bienenweber auf, wo wir die Rähmchen gekauft haben. Gucke mir deren Hinweise an (ja, sowas haben die!) Da steht man brauche Nägel 1,4x35mm. Genau die habe ich unten. Genau die sind zu lang.
Rufe bei Bienenweber an. Man bittet mich, nachmittags nochmal anzurufen, da ist die Kollegin da, die selbst schon Rähmchen zusammengebaut hat.
Tigere durch die Wohnung.
Gehe nochmal gucken.
Setze mich aufs Sofa, beschließe zu lesen.
Geht nicht, kann mich nicht konzentrieren.
Schnappe mir ein Rähmchen und gehe in den Keller. Gucke, ob es dort vielleicht zufällig genauso dünne und kürzere Nägel gibt (eine Option übrigens, die der Herr mir vorhin vorgeschlagen hatte, die ich aber wütend abgelehnt hatte: letztes Jahr gings doch auch, es muss mit diesen Nägeln irgendwie passen!)
Im Keller herrscht Ordnung, fast sofort finde ich ein großes Paket 1,4x20mm- Nägel, auf dem ordentlich notiert ist „Dadant-Beuten, unten“.
In meiner Handschrift.
Weiß nicht, wen ich hauen soll.
Beschließe, daß es die Nägel sein sollen, die sind ja schließlich schuld!
Haue die Nägel (in die Rähmchen)
Klappt tadellos….

P.S. Nach der Lektüre dieses Berichts fiel dann auch dem Herrn ein, daß wir ja noch extra kürzere Nägel gekauft hatten…. Warum die auf der Website nicht erwähnt werden? Warum ich sie im Keller gelagert habe und nicht auch gleich bei den Rähmchen, wie die langen? ICH WEISS ES NICHT!!