Das Insekt des Jahres wohnt in unserem Garten :-) Außerdem Vermischtes.

Der Herr F. hat ein seltsames Tier abgelichtet, und bei der Suche – ich dachte erst, es müsse eine Wespenart sein – stieß ich darauf, daß diese Fliege (!) als Insekt des Jahres 2018 ausgewählt wurde!

Es ist die gemeine Skorpionsfliege

Diese Fliege lebt, ebenso wie ihre Larven, von toten oder geschwächten Insekten, und sie klaut sogar Spinnen deren Beute aus dem Netz! Das obige Exemplar ist ein Weibchen. Die Männchen haben ihr Genital hinten skorpionsartig verdickt – daher kommt der Name -, was man auf dem unteren Foto gut sehen kann – denn ganz offensichtlich ist auch das Tierchen, das Ende Juni, meine ich zu erinnern, auf GrafOlafs Arm gelandet war, eine solche Skorpionsfliege, aber eben ein Männchen:

Daß das Weibchen schwarz-gelb gestreift wirkt, das Männchen aber eher grün mit schwarz – das ist der Perspektive geschuldet: beide Tiere sind ober- und unterseits schwarz-gelb, die Flanken aber sind grün.

Die Skorpionsfliege ist übrigens ein häufig vorkommendes Insekt und in ihrem Bestand bisher nicht gefährdet. Sie mag dunkle, feuchte Lebensräume wie Wälder, Waldränder – oder unseren Garten.

In dem ist es übrigens neuerdings tatsächlich (wieder) feucht: nach dem 2. Unwetter mit Starkregen wundert man sich, wie schnell sich die Pflanzen, die ja zT tatsächlich wie tot wirkten, wieder erholen. Jetzt ist es auch noch bei um die 28° bewölkt, windstill und tropisch-schwül. DAS finde ich nicht angenehm, die trockene Hitze liegt mir deutlich mehr. Ab und an lösen sich auch Tröpfchen aus der Luft, mal nieselig-klein, mal dick, aber immer eher vereinzelt. Seltsames Wetter, aber ich behaupte mal einfach, daß das jetzt reicht zum pflanzen, rupfen, schneiden und hole nach, was in den trockenheißen Wochen liegengeblieben war: das Weidentor ist geschnitten, der Frauenmantel und so einige andere unansehnlich gewordene Stauden, die nachtreiben, wenn man sie schneidet, auch. Bei dieser Gelegenheit habe ich erstmals versucht, die Bommelblume (das Brandkraut) ein wenig zu verkleinern. Bisher war das noch nicht nötig gewesen, es wächst ja recht langsam. Jetzt stellte sich heraus: das Gewächs hat steinharte Rhizome von 5-6cm Durchmesser gleich unter der Erde, die ich zT rausgraben musste, so hart sind sie. Puh! Bin ganz schön ins schwitzen geraten!

Ich hadere übrigens: ich habe ja meine Wiese in drei Abteilungen aufgeteilt, die ich im Abstand von mehreren Wochen mähen wollte. Nun war aber seit der Mahd des 1. Stücks Mitte Juni kein Regen gefallen, das 2. Stück hab ich Anfang Juli zuversichtlich gemäht – mit dem Ergebnis, daß Stück 1 und 2 jetzt exakt gleich aussehen *g* In der letzten Naturgartenzeitschrift war zu finden, was ich zuvor vermißt hatte: ein Plan zur sinnvollen Mahd in 3 Abteilungen. Damit fange ich dann im nächsten Jahr an. Aber was tu ich jetzt mit Abteil 3? Wahrscheinlich werde ichs Mitte Oktober mähen und dann wieder im Juli, wie es für eins der 3 Abteile empfohlen wird. Demnächst mehr zum warum und wie.

Auch bei Biens hadern wir: das Mondvolk ist fertig behandelt (zumindest erstmals), und jetzt wäre jahreszeitlich gesehen eigentlich dran, mit dem auffüttern zu beginnen. Alle 3 Völker hatten von uns vor der Behandlung, also vor 10 Tagen, 1/3 Kanister etwa bekommen (Zwei Kanister wären die 20 Kilo, die sie für den Winter haben sollten), und nun haben wir gewogen. Und was? Alle Völker wiegen um die 40 Kilo – das ist normalerweise der ENDSTAND nach erfolgter Fütterung! Jetzt einfach was dazugeben ist evtl kontraproduktiv: haben Biens zu viel Futter, belegen sie damit zu viele Zellen und die Königin findet keinen Platz für die Brut.

Wahrscheinlich liegts dran, daß nach wie vor Waldtracht vorhanden ist, also nicht wie sonst um diese Zeit mal grad genug für den akuten Verbrauch der Völker. Was nun??? Warten und später in zeitlichen Konflikt mit den dann ja wahrscheinlich nötigen Varroabehandlungen der beiden anderen Völker kommen? Oder diese einfach jetzt behandeln nach dem Motto „was weg ist ist weg“, auch wenn sie noch unterhalb der Schadschwelle sind? Zu letzterem neigt der Herr F., ich bin mir noch nicht recht klar…. werde gleich mal die Schubladen einlegen und schauen, wie sich die Lage in den letzten 10 Tagen entwickelt hat bei Sonnenvolk und den Kringelchen, und dann entscheiden wir.

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Neulich, auffe Arbeit (-58-)

HEISS ist es. Deshalb soll das große Rolltor zwischen „Käfig“ (dem vergitterten Platz mit Pfandflaschen, Müllplatz etc) und Lager möglichst unten bleiben. Also gehen wir durch die kleine, normale Tür raus, dann ums Eck, dann durch die (sonst abgeschlossene) „Käfigtür“ rein. Diese Käfigtür hat – ich nehme an, als Einbruchsschutz – innen einen angeschweißten, fetten Metallwinkel überm Schloß, kurz oberhalb meiner Nase.

Ich also Tür auf, rückwärts rein, Blick abwärts auf den Einkaufswagen mit Pfandflaschen, Kopf hoch –

KNIRSCH

Das war mein Nasenbein. Die Tränen schießen in die Augen, die Knie sind weich. Ohneeee, ne?
Erstmal weitermachen, wird schon besser werden.
Tat es auch.
Aber jetzt, zwei Tage später, ist da eine blaue Stelle, leicht geschwollen, hubbelig auch. Und wenn man rangeht, schmerzt’s.

Über 50 und zum allerersten Mal was (an-)gebrochen….

Krumm ist aber nichts, zu keiner Seite. Wird von allein wieder werden – paßt, wackelt (au!) und hat Luft 😉

Imkerlatein: Beespace

So sieht das aus, wenn Biens einen friedlichen Tag haben und man den Deckel lupft. Dutzende kleine Augen schauen Einen dann an, dicht an dicht gucken alle neugierig in den Himmel und hoffen wahrscheinlich, daß es bald wieder schön geschützt-dunkel wird und ihnen Niemand ihren Honig klaut.

Zwischen den Holzrähmchen wird mit Abstandhaltern am Rand immer „ein Beespace“ freier Raum gelassen. Der Beespace ist ca 8mm breit und ist der Platz, den zwei Bienen brauchen, um aneinander vorbei zu kommen. Auf dem Foto sieht man gut, wie auf jeder Wabenseite eine sitzt/ läuft, ohne daß sie sich stören.

Diese 8mm werden die Bienen nicht mit Wachs oder Propolis zubauen, weil sie den Platz benötigen. Läßt man mehr Raum zwischen den Waben, verkleinern sie den auf den ihnen bequemen Beespace – lästig für ImkerInnen, die dann Probleme haben, die Waben zu ziehen, wenn sie nachschauen wollen, was bei Biens los ist. Läßt man weniger Raum, werden die Bienen ihre Waben ungleichmäßig bauen, um wenigstens auf dem Wachs bequem laufen zu können, wenn sie schon am Rähmchenholz nicht ordentlich aneinander vorbei laufen können. Die Waben bauen sie von ganz allein immer schön mit „einem Beespace“ Abstand.

Es summt

Bei weiterhin fast 30° hat sich der wilde Wein entschlossen, nach dem Regen seine Blüten zu öffnen. Die ganze Hauswand summt – ICH würde da einen Hitzschlag kriegen, aber Biens, Hummels, Wesps und Co sagen „Ui, lecker, und so schön warm hier!!“ *g*

Außerdem summt es, das aber auch schon 2 Tage vor dem Regen, in den Schneebeeren. Wollte ich einen „echten“ Naturgarten haben, müssten die weg, es sind Neophyten, und sie vergrößern, wo sie können, ihr Gebiet. Ich möchte aber den späten Nektar (sie blühen bis in den Oktober hinein – normalerweise) nicht missen, also dürfen sie bleiben. Prinzipiell sehe ich, je länger ich mich damit befasse, den Sinn des förderns von heimischen Pflanzen bis hin zur Entfernung der Neophyten immer mehr ein. Trotzdem gibt es eben für mich Ausnahmen. Solche, die ich leider(!) nicht entfernen KANN (Silber-Goldnessel), aber einzudämmen versuche. Und eben die Schneebeere und den einen, kümmerlichen Sommerflieder vorn – die WILL ich nicht wegmachen – obwohl ich den Sommerflieder nicht ersetzen werde, sollte auch er, wie seine Vorgänger, das Zeitliche segnen

Bei Biens kann man derzeit wieder richtig gut sehen, daß Bienenvölker sehr unterschiedliche Charaktere haben:

Wie man sieht: die Kringelchen sind sehr viel hitze – empfindlicher als die anderen beiden Völker. Seit 2 Wochen schon ist die Front fast ständig voller Bienen, inzwischen hat sich auch ein Bienenbart gebildet. Die anderen sammeln sich nur in den allerheißesten Stunden und ein wenig gen Nacht draußen – und das, obwohl das Mondvolk, da es gegen die Varroen den Verdunster drin hat, auch noch viel schlechter belüftet ist: wenn behandelt wird, ist der Boden unten mittels Gemüllschublade verschlossen. Bei den anderen ist da unten bloß ein luftiges Gitter. Die Kringelchen sind auch die unruhigsten mit den meisten manchmal patzigen Wächterinnen. Das Sonnenvolk dagegen ist superfriedlich, aber offenbar mag es keine Blattläuse abernten – es hatte hellen Blüten- statt dunklen Waldhonig.

Immer wieder spannend, unsere Bienchen.

Mein größtes Fragezeichen im Kopf betrifft die in diesem Jahr ü-ber-haupt nicht vorhandene Schwarmstimmung. Obwohl zumindest Mond- und Sonnenvolk schier aus den Nähten platzten, das Wetter gepaßt hat und wir nicht allzu viel geschröpft haben, gab es zum 2. Mal in Folge keine Ansätze von Schwarmlust. Letztes Jahr haben wir’s auf das superschlechte Wetter zurückgeführt (wie könnte ein geschwärmtes Volk überleben, das kaum mal die Chance hat, rauszufliegen und Nektar zu sammeln?) In diesem Jahr hab ich keine Idee…. Da sich die Kringelchen sehr gut von der Kalkbrut erholt haben, werden wir voraussichtlich 3 SEHR starke Völker einwintern können, von denen noch dazu bisher 2 kaum Varroen haben (was sich allerdings schnell ändern kann, wir halten ein Auge drauf!)

Grüner Blütenspanner

Im Schatten unter der Kletterhortensie an der Hauswand habe ich einen echten Winzling entdeckt:

Es ist mit ziemlich großer Sicherheit der obengenannte, der laut Wikipedia ein recht verbreiteter Nachtfalter ist, dessen Raupen es mit Brombeeren, Holunder und ähnlichen Allerweltspflanzen als bevorzugtem Futter relativ leicht haben, sich „zu halten“

Von nahem ist er recht hübsch, finde ich:

Heute nachmittag

Donner.

Dann eine Regenwand, eine Stunde lang. Fontänen aus den Gullys, die Autos bis zur Oberkante Reifen im Wasser, ihre Bugwellen bis knapp vor die Ladentür.

Gerade rechtzeitig wurde es weniger, bevor das Wasser in den Laden kam. Eine Stunde später wieder Hitze und Sonne, die Straßen trocken – als wäre nix gewesen

Ich war natürlich gespannt, ob hier auch was angekommen war.

Und es war: es gibt wieder eine erwähnenswerte Wasserfläche im Teich, und auch bis unter die Bäume ist die Feuchte vorgedrungen. Außerdem deutliche Fließspuren in den Schuppen und auf den Wegen sowie total verstopfte Fallrohre (die jetzt schon wieder sauber sind) Mit anderen Worten: es ist VIEL runtergekommen. Aber als ich heimkam war es wieder sonnig und warm, draußen sitzen bis eben – herrlich!!

 

30°- Marke geknackt

Jetzt also auch wir…. und es soll noch heißer werden – und länger so bleiben.

Wollte heute eigentlich nach der Arbeit zur Schlei, büschen schwimmen, lesen, Strand – war mir einfach zu heiß! Um 19:30 Uhr immer noch 29°C! Auffe Arbeit ist die Hitze inzwischen auch im Laden angekommen (keine Klimaanlage). Wenn ICH eine feuchte Stirn habe, das heißt schon was. Und heute hatte ich zeitweise an der Kasse eine.

Biens wandern aus *g* – diekce Bienetrauben hängen außen an den Kästen. Blöd beim Mondvolk, das wir ja als einziges (weil die anderen weit unter der Schadschwelle, die im Juli bei 10 Milben/ Tag liegt, waren) gerade mit dem Verdunster behandeln. Und wenn die Tierchen draußen hängen, kriegen sie natürlich keine Ameisensäure ab. Aber die meisten Milben sind ja in der Brut, und die kann nicht flüchten ….

Dem Dicken geb ich zwischenndurch immer mal 2 oder 3 Trockenfutterbröckchen mit ordentlich Wasser. Dann schlabbert er nämlich das Wasser weg, und das tut ihm merklich gut, dem alten Kerl. Von allein trinkt er trotzdem nicht viel.

Ich überlege, mir morgen wieder das Zelt im Garten aufzubauen. Denn inzwischen ist es oben im 1. Stock ganz schön warm und kühlt auch nachts nicht mehr so recht ab. Kein Wunder, denn wenn ich jetzt die Fenster öffne, kommt ebenso warme Luft wie sie drin ist, rein. Soll nachts nicht unter 20° gehen, das war bis letzte Nacht noch anders, da kühlte es nachts noch ab.

Heute bin ich erstmals an der „es ist einfach zu warm“ – Grenze angekommen. Nuja, jetzt weiß ich das wenigstens auch, daß es diese Grenze gibt *gg*

Vorwarnlistenflattermann :-)

Das hier ist ein Stachelbeerspanner

Der Herr F. hat beim Brennholzreinholen mitten auf dem Weg in den Schuppen fast auf ihn draufgetreten. Erst dachten wir, er lebt nicht mehr, denn ich wurde gerufen, lief zur Knipse ins Haus, die lag aber im 1. Stock, also hoch, wieder runter, ganz ums Haus zum Schuppen – und nach wie vor präsentierte sich der Falter so schön wie auf dem Foto, trotz tiefen Schattens. Er ist ein Nachtfalter, vielleicht war er von einem Holzscheit gefallen und jetzt ganz irritiert – erst als ich ihn auf ein Blatt zu locken versuchte, um ihn aus dem Weg zu bekommen, ist er weggeflattert, zur Türlaibung, um sich dort wieder niederzulassen.

Da er in Deutschland seltener wird, ist er auf der Vorwarnliste gelandet – willkommen hier an unseren Stachelbeeren, kleiner Falter. Lege viele Eier, uns stört es nicht, wenn Deine Raupen sich sattfressen….

Trocken und sonnig…..

ist es ja bekanntermaßen hier oben in diesem Jahr schon ziemlich lange. Aber WIE lange denn eigentlich genau genau hier bei uns? Diese Frage trieb uns gestern abend um. Im Netz hab ich dazu nirgends was finden können, aber ich hab ja noch mein Tagwerk….. und in dem skizziere ich immer auch kurz das Wetter. Die letzten „Regen-Strichlein“ gab es am 21. Juni. Aber das waren ein paar nieselige Minuten mehrfach am Tag, dasselbe am 18. und am 19.6 ein halber Tag Landregen, immerhin, wenn ich mich recht entsinne. Danach gab es dann auch wieder Wasser im Teich, der 1000-L-Tank war etwa halbvoll. Davor ein fetter Platzregen Ende Mai – und das war’s: von Anfang Mai bis jetzt.

Nicht immer war es sonnig, es gab Wind und Wolken – aber kein Naß. Und so weit die Trends tragen (16 Tage) ist auch keines in Sicht: 20% Wahrscheinlichkeit von 0.7l/qm ist schon das dollste, das uns vorhergesagt wird.
Inzwischen sind 2 Büsche tot (die sehen auch nicht so aus, als ob sie von unten wieder ausschlagen würden), allen Holundern trocknen die Blätter am Busch ein und die Kirschen werfen Ballast in Form von langen, stackeligen Trieben ab. ERstaunlicherweise sind in der Au immer noch kleine Pfützen und auch der Teich hat seinen nassen Flecken behalten – da kommt uns der ununterbrochene Regen des letzten Jahres zugute, das Grundwasser steht noch recht hoch offenbar. An vielen Stellen sind Risse im Boden, da sacken die Wühlmausgänge ab, merkt man, wenn man mit dem Fuß mal nachbohrt. Mal sehn, was geschieht, wenn es wieder regnet…. sowas wie in diesem Jahr gab es noch nicht, seit ich hier wohne – sowas wie im letzten aber auch nicht…… Mir tun die Pflanzen leid, ja. Aber ich selbst blühe bei so einem Wetter auf! Ich schlendere viertelstundenweise von drin nach draußen, die Temperaturen sind irgendwo immer im Wohlfühlbereich; ich lese, gucke Garten, putze auch mal Fenster oder sauge durch, die Gelenke tun nicht weh, die Schultern sinken entspannt nach unten, weil sie sich nicht im Dauerfrösteln verkrampfen müssen – das ist mein Wetter!

Die Insektentränke erfreut sich regen Besuchs- und wieder finde ich neue Tiere. Außer den „normalen“ Wespen sind da auch andere. Habe sie in der Insektenlupe fotografiert und werde mal sehen, was sich herausfinden läßt.

Und jetzt stürze ich mich in den Trubel: bin mit einer Freundin in Westerholz verabredet, direkt neben dem malleähnlichsten Strand Angelns 😉 , Langballigau. Normalerweise kriegt mich da an sonnigen Feriensonntagen Niemand hin, aber es sind besondere Umstände…. und nur so 2-3 Stunden…. *g*
Nehme meinen Bikini mit, da kann ich nix werden mit „Nackedei schwimmen“, da gibt es keine ruhigen Strandstückchen, an dem das keinen schert. Nichtsdestotrotz: ich freu mich auf Freundin, Wasser, Strand und auf Wellengeplätscher (falls das bei dem Kindergeschrei zu hören sein sollte, aber egal)

 

Ein Sommernachmittag, drei Minuten nachdem der Regen aufgehört hat. Kein Mensch weit und breit. Ein Reh schaut mit nassen Ohren aus dem Wald, erste Schmetterlinge fliegen schon wieder, die Luft schwer, naß, Vögel rufen, K. legt den Arm um mich. Das einsehen: Besser wird es nicht. All die Arbeit, das Geld, die Mühe, diese verfluchte Energie, die man aufbringt, um das alles irgendwie zu schaffen, den Alltag zu überstehen, der Welt zu widerstehen, alles irgendwie zu verstehen, all das mündet hier. Wo eigentlich gar nichts ist. Und dieses gar nichts ist so großartig, dass man es nicht zu spät begreifen sollte. Glaube ich.

Zitat vom Wieselblog.

Gerade eben gelesen. Gedacht: ganz genau so ist es. Danke, daß Sie das ganz genau so formuliert haben!

Schidde, secht Fidde

Man soll ja immer aufpassen, was man sich wünscht….

Ich zum Beispiel wünschte mir ja viele neue Tiere in Haus und Hof zum kennenlernen – und nun weiß ich: ich hätte präziser formulieren sollen…

Neulich nämlich sind wir zu Biens gegangen, um die Bienenflucht aufzusetzen. Die Lindenblüte war vorbei, einige Tage vergangen, in denen die Bienen unserer Meinung nach genug Zeit gehabt hatten, den Honig zur Reife zu bringen, und so haben wir die vom Frühjahr aufgehobenen übrigen und seither gut „verpackten“ Futterwaben mitgenommen, um Biens die hungrige Zeit zwischen Lindenblüte und dem aufpäppeln per Winterfutter zu überbrücken. Und was soll ich sagen?

Schidde, secht Fidde!

Trotz guter Verpackung (verschlossene Fluglöcher, oben ritzfrei zugemacht, unten Gitterboden, drunter Gemüllschublade) – also trotz Sorgfalt unsererseits, trotzdem lebten die Waben…. die große Wachsmotte Galleria Melonella war sowohl in mehreren stattlichen ewachsenen Exemplaren als auch mit Fraßgängen, Gespinsten, Puppen eingezogen….

Was eklig aussieht und für uns ziemlich blöde war.  – „Ach ja“, sprach der Herr F., „jetzt fällt mir ein, daß ich mal irgendwo gelesen habe, daß in den Waben schon Eier sein können, und dann hilft alles verpacken nichts“ Genauso wird es wohl dazu gekommen sein, aber wenn Einem das im Nachhinein einfällt nützt es auch nix mehr….

Ein Bild des „herrlichen Tieres“ (O-Ton GrafOlaf, dessen Foto ich benutzen darf, dankeschön 🙂

Für ImkerInnen ist die Wachsmotte also wahrlich nichts schönes, in der Natur aber hat sie durchaus ihre Berechtigung: sie ernährt sich von den Hinterlassenschaften (Kot, Verpuppungshäutchen usw) in den mehrfach bebrüteten Bienenwaben, die sie durch ihre Fraßgänge nachhaltig zerstört. Sie sorgt dadurch dafür, daß die Bienen frische Waben bauen und sich Krankheiten so im alten Wabenwerk nicht festsetzen und verbreiten können. Und sie nervt die Bienen zwar (nehme ich an), aber sie schadet ihnen nicht wirklich. Und so lebt sie auch in den meisten Bienenstöcken, ohne groß aufzufallen, weil sie vom Bienenvolk offenbar nur in den gerade wenig genutzten Wabenbereichen geduldet wird und durch des Imkers ständiges Wabenerneuern und eingreifen auch keine größeren Bestände bildet. Aber in den von uns aufgehobenen und mehrere Monate nicht beachteten Restfutterwaben (die ja im letzten Jahr bebrütet gewesen waren und dadurch auch für Wachsmotten interessant – und halt wahrscheinlich auch bereits mit Eiern besiedelt), in denen konnten sie sich wunderbar aufhalten und vermehren.

Was haben wir mit den betroffenen Waben getan?

Verbrennen wäre eine Option gewesen, wenn nicht die wochenlange Trockenheit, gepaart mit Hitze UND Wind das zu gefährlich gemacht hätten. Also habe ich ein größeres Loch ausgehoben, die Waben vergraben und ordentlich Erde draufgehäuft. Und das ganze festgestampft. Denn diese Melange zum kerzenmachen aufzubereiten, das war mir dann doch zu eklig….

Schade drum!!

Klassischer „einmal-und-nie-wieder“-Fehler, jeder alte Imker sagt „nur unbebrütete Waben ins Lager“, und jeder, der Futterwaben wieder benutzen will, wird beim 2. Mal besser vorsorgen. Im Nachhinein haben wir da durchaus im Kopf, dazu was gelesen zu haben….. aber nuja, im Nachhinein…. siehe oben…..

 

… und dann:

vorgestern nachmittag, hinten, das:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Art des Sonnebades habe ich letztens von ganz nahem bei einem Herrn Amsel beobachten dürfen. Erst dachte ich, der ist krank, als er sich so breit ausgestreckt, Flügel und Schwanz gespreizt, hinlegte und sich dann mehrere Minuten lang bei halb offendem Schnabel nicht rührte. Aber nein, auch er putzte sich danach ausgiebig und flog dann weg.

Sssssso sssssüß!!!

Ich hatte Euch ja schonmal gezeigt, daß der Zaunkönig in der Schuppentür-Laibung brütet.

Nun waren wir am 8.7. mal unterwegs gucken, weil noch immer/ schon wieder ein Elterntier aus dem Nest huschte, als ich den Schupf betrat – und mit vereinten Kräften, einer kleinen Leuchte und ein paar Blindfotos (richtig reingucken konnten wir nämlich nicht, dazu ist der Eingang zu klein) konnten der Herr F. und ich ein schöne Kükenfotos schießen:

hier sieht man schön die Größe (bzw Kleine) der Öffnung und des Kükens

Und hier, wie sorgsam das Nestchen gerichtet ist – und es sind drei Küken drin! Auf einem schlechteren Foto konnten wir noch Schnabel und Kopfrundung eines dritten sehen, hier erkennt man bloß zwei Kleine

Das muß eine Zweitbrut sein – jetzt Sonntag, am 15. also, war das Nest leer, und der Herr F. konnte ohne zu stören unser Brennholz reinbringen 🙂 Mal sehen, ob sie noch eine Drittbrut anlegen…..

Zum Baumeister bin ich nicht geboren…..

…das kann man hier deutlich sehen. Aber es hält. Zumindest bis zur nächsten Böe. In die Röhren, die nicht mit Lehm gefüllt sind (zu den lehmgefüllten gibts demnächst noch was), sollen noch hohle Stengel oder Bambus oder …. , und aufs Dach Hauswurz. Aber damit warte ich man lieber bis nach der nächsten Böe 😉

 

Außerdem habe ich noch eine Tränke gebaut -angesichts dessen, daß vom Teich ja nur noch ein feuchter Fleck übrig ist, der sich allerdings bisher trotz weiter anhaltender Trockenheit unverändert hält.

Diese Tränke sieht etwas solider aus, war aber auch deutlich einfacher zu bauen: eine alte Schüssel, Steine, Moos, ein Loch ausheben, Schüssel rein, Steine rein, Wasser rein, Moos rein und büschen hübschen, damit das olle Plastik nicht so zu sehen ist.

Das Moos ist übrigens nicht „für hübsch“. Aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers können selbst kleinste Wasserflächen ohne „Rettungshilfe“ dazu führen, daß Insekten auf dem Wasser quasi festkleben und ertrinken.