Grob-Einblick bei Biens (und Aktualisierung)

30.4.

Auch heute ist das Wetter schlechter als angekündigt. Zwar strahlt die Sonne, aber bei Fast-Sturm und 11° ist das auch nix dolles. Bienen sind unterwegs, mit Pollen und so, aber nicht so heftig, wie man bei besserem Wetter erwarten würde. Wie auch?

Trotzdem haben wir heute mal die Beuten geöffnet, zu bänglich waren wir, daß die armen Tiere hungern könnten – und tatsächlich, die Kringelchen waren nahezu blank mit Futter, und auch die Vorratswabe hinterm Trennschied war restlos leergeräumt. Oben im Honigraum glitzerte tatsächlich ein wenig was – das bedeutet aber nicht, daß unten im Brutraum Überfluß herrscht! Nein, es gab nichtmal einen Futterkranz zu sehen. Alles saß pickepacke voll mit Bienen, und die Annahme ist, daß die Waben mit Brut voll belegt sind und deshalb das bißchen Nektar von gestern in den Honigraum gebracht wurde. Das ist ja prinzipiell auch gut so, bloß hatten die Kringelchen auch tote Larven unten liegen, was für Futtermangel spricht – dann räumen sie nämlich in ihrer Not Brutzellen aus.

Zum Glück haben wir ja Futterwaben über. Eine davon haben wir ihnen reingehängt. Es ist hoffentlich noch nicht allzuviel Schaden entstanden, und sie können sich wieder sanieren.

Sonnen- und Mondvolk dagegen hatten noch genug Futter, und nur eine Vorratswabe hinterm Trennschied war fast geleert. Die haben wir mit rausgenommen. Beide Völker sind mit mehr Bienen als beim letzten schauen ganz gut gerade vor, aber nicht pickepacke voll, und beide haben auch noch nichts im Honigraum gemacht (kein Wunder!)

Wir hoffen nun, daß nächste Woche das Wetter endlich, wie neuerdings versprochen, wärmer wird, dann werden wir bei den Kringelchen genauer hinschauen; es ist durchaus möglich, daß sie schon mit Schwarmvorbereitungen beschäftigt sind, und da wir gern eine TBH besetzen und dazu einen vorweggenommenen Schwarm nutzen würden, wäre das auch okay. Bloß soll uns ja möglichst kein Schwarm entwischen, also müssen wir auf Habacht sein 😉

Drückt Biens die Daumen, daß möglichst schnell das Wetter gut wird, so daß sie die Möglichkeiten, die Wildkirsche und Raps ihnen bieten, nutzen können – dann sieht das so schlecht nicht aus, trotz Kältewelle und ausgeräumter Larven.

2.5.

Da ich gestern Drohnenmengen bei den Kringelchen gesehen hatte und heute das Wetter besser ist als angesagt, haben wir bei Kringelchens doch nochmal genauer hingeguckt – und ohweh: Drohnen in Massen und ganz viel frische Brut, die noch nicht verdeckelt ist. Nun ist eine andere Variante als oben geschrieben wahrscheinlich geworden: daß nämlich die Kringelchen ein Drohnenmütterchen haben (Erklärung hier *Klick*) Mist!Da vor der Kältewelle noch schöne Arbeiterinnenbrut in Mengen da war ist anzunehmen, daß die Königin die Kälte nicht überstanden hat. Am Futtermangel kanns nicht gelegen haben, schließlich wurde ja auch noch eine ganze Drohnengeneration großgezogen 😦

Wir werden aber die Verdeckelung der größten Madenzellen noch abwarten, zu oft gabs schon Fehlalarm. Vielleicht stiftet ja doch die Königin jetzt nach. In einigen tagen wissen wir’s sicher.

 

Tapfere Bienchen

Keine 10° hat es, aber sobald der Regen vobei war und die Sonne auf die Kästen schien, waren/ sind alle drei Bienenvölker fleißig: Pollenträgerinnen, Totengräberinnen, Wasserholerinnen und sogar schon ein, zwei Drohnen sind unterwegs. Morgen soll es sensationelle 12° bei ganztägiger Sonne geben…. eigentlich immer noch zu kalt, und trotzdem werden wir zumindest mal gucken, ob Alle noch genügend Futter haben, denn der versprochene warme Frühling ist wiedermal verschoben worden *augenroll* (aber der menschliche Frühling, der wird kommen!)

PS wir Menschen sind nicht so tapfer: der Ofen ist an….

Alte Freunde

In solchen Zeiten wie jetzt – zum Glück sind sie so häufig nicht – kann ich mich auf ein paar alte Freunde immer verlassen, und so habe ich in den letzten Tagen Siegfried und Tristan Farnon zu mir eingeladen, Miss Pumphrey und ihr Schwein sowie Helen und Mrs Hall. Und wie immer haben sie mir zuverlässig geholfen.
Ich konnte lächeln und schniefen und mich an der Landschaft der Dales freuen, und vor allem: ich konnte darüber zeitweise mein eigenes Elend (das, wie ich weiß, inwendig  zu verorten ist, denn die äußerlichen Streßfaktoren sind für ein solches Elend einfach nicht ausreichend. Das Wissen ändert bloß leider nichts am Elend…) beiseite schieben, was sehr hilfreich ist.

Fall Jemand weder Tristan Farnon noch Ms Pumphrey kennt – sie sind stets verfügbar, denn sie sind Protagonisten in meinen liebsten „Trostbüchern“, den Tierarzt-Büchern von James Herriot. Zusätzlich sind diese Bücher auch noch sehr fein verfilmt, es gibt da eine ganze Serie, und viele Folgen sind auf dem Festplattenrekorder gespeichert. Sie kommen zwar an die Bücher nicht ran, weil der inhaltliche Teil ziemlich verstümmelt wurde, dafür aber sind die Darsteller wunderbar gewählt, ebenso wie Orte und Landschaft etc. Ich habe auch ferngesehen, wenn ich vonne Arbeit wieder daheim war…….

Viel zu schnell hatte ich die Bücher wiedermal durchgelesen, sicherlich zum mindestens 7. Mal. Danach ein weiteres „Trostbuch“, eins von Barbara Dobrick – da hilft die Art, wie sie schreibt, aber an die Herriot-Bücher kommt die Wirkung nicht ran. Und jetzt überlege ich, ob ich Mma Ramotswe oder besser Daddy Langbein zu mir bitten soll*….. bald muß es allerdings wirklich mal besser werden mit mir und dem IMMER (und nein, ich schildere jetzt mal nicht, was in den letzten zwei Tagen noch wieder dazugekommen ist. Aber es ist dazugekommen, satt sogar), sonst ist alles ausgereizt, was das Bücherregal anzubieten hat.
Aber heute Nacht kommt der Herr F. zurück, ab morgen haben wir Urlaub und das Wetter soll sich bessern. Und dann kommt auch schon bald der Frühling! Wettermäßig einerseits, aber zweitens hatten wir den – menschlichen – alten Freund, der zu Besuch kommt, so genannt, als wir ihn noch nicht kannten. Weil er immer über die Tanzfläche hüpfte wie der Frühling über die Wiesen.

Ja, ich bin zuversichtlich. Es wird besser jetzt, es muß einfach!


*Ich habe mich für Peter Gethers entschieden: „Die Katze, die nach Paris reiste“. Auch nett, aber an James Herriot kommt auch das nicht ran!

 

 

IMMER.

Ging munter weiter heute: Wollte grad los zu einem Termin, da klingelt das Telefon. Arbeit. Ausnahmesituation bei der Chefin, ob ich kommen könne. Musste ich ja wohl, würde ich mir auch wünschen, wenn bei mir die Lage wäre wie bei ihr jetzt. Sie wird diese Woche nicht mehr arbeiten können.

Heißt für mich:

bis FR jeden Tag arbeiten, und am SA schlechtes Gewissen haben, weil ich ab da Urlaub habe. Denn momentan hat Kollegin Urlaub, und das bedeutet, daß wir nur noch zu 2. sind, ohne Chefin. 2 müssen aber jeden Tag arbeiten.

Warum Kollegin am SA noch Urlaub hat, ist mir schleierhaft, denn als ich meinen Urlaub eintrug, war das nicht der Fall. Bin gespannt, was Chefs dazu sagen werden. Wir hatten um Rückruf gebeten, aber bekamen keinen. Irgendwer wird SA arbeiten müssen, und das müssen Chefs regeln….

PS das Wetter tut, als könne es kein Wässerchen trüben: Schnee weg, Sturm weg, Sonne strahlt… bloß kalt ists noch immer. ZU kalt für Biens.

Ticktack

Große Uhren machen TICKTACKTICKTACK
kleine Uhren machen ticktackticktack
und die winzigkleine Taschenuhr macht ticketacketicketacketicketacke

Kennt Ihr das?

Geht mir seit heute morgen im Kopf herum, seit ich – endlich mal, es kommt selten vor,  weil er so leise ist weil ich inzwischen offenbar einige Frequenzen nur mehr schlecht hören kann, denn der Herr F. sagt, er ist ziemlich laut* – meinen mechanischen Wecker ticken gehört habe. Ebenso lang geht mir durch den Kopf, ob wohl Kinder heutzutage diesen Reim überhaupt noch verstehen werden. Tickende Uhren? Hä?

Ich mag „echte“ Uhren. Ich mag das Gefühl des aufziehens, ich mag das Geräusch, das das macht, ich mag auch das kleine, allabendliche Ritual – und allabendlich rufe ich dem Herrn zu: „Wie spät?“, denn ganz genau richtig geht der kleine Reisewecker dann doch nie, und der Herr F. ist inzwischen auch zu so Jemandem mutiert, der immer sein Handy gleich zur Hand hat – mitsamt funkgesteuerter Uhr.

Was anderes: wenn ich den Wecker aufziehe, dann muß ich das gegen den Uhrzeigersinn tun. Weiß ein Kind heute noch, was das bedeutet? Wo es zwar noch Kirchturmuhren gibt oder mal eine Küchenuhr, wo aber diese Art Uhr ihre Wichtigkeit verlore hat, wo doch Jeder ständig ein Handy in der Hand hat.

Läuft die Zeit der „echten“ Uhren ab? Wahrscheinlich. Retro-Uhren allerdings sind ja auch wieder modern, insofern wird das Zifferblatt vielleicht doch noch für ein, zwei Generationen lesbar bleiben … dabei gibt es sie ja soooooo lange noch garnicht, die Uhren. Zumindest die überall verfügbaren. Sie sollen ja wohl überhaupt erst mit der Industrialisierung aufgekommen sein – zuvor gab es die Kirchturmuhr und das Statussymbol für die Reichen, entweder als ehrwürdige Standuhr in der Stube oder als schwere Taschenuhr an der Kette. Dem gemeinen Volk reichte die grobe Zeiteinteilung, die am Licht ablesbar war. Oder hörbar, durchs läuten der Kirchglocken.
Diese letztere Variante habe ich selbst nur ein einziges Mal erlebt: als Lehrling beim Gärtner, auf dem Feld. Da hatte ich zwar ein kleines Transistorradio zum Musikhören dabei, aber wann Frühstück oder Mittag war – das wurde durchs Kirchturmläuten angezeigt – und wenn’s heiß war, durch die Gärtnersfrau, die dann mit einer Kanne voll Apfelmost angeradelt kam, aus der wir dann reihum trinken konnten.


*Leider allerdings höre ich SEHR gut des Herrn batteriebetriebenen Wecker. Der hektikt in einer Art Rollgeräusch vor sich hin, ganz furchtbar, aber der Herr F. weigert sich aus ungenannten Gründen, einen anderen Wecker zu benutzen….

 

Sturmtief

Äußerlich wie innerlich befinde ich mich derzeit in einem Sturmtief.

Äußerlich ists ja Euch allen bekannt, es ist ja nirgends besser in Deutschland, höchstens anders. Hier: Aprilwetter bis 7° mit heftigem Sturm. An sich weder ungewöhnlich noch schlimm, bloß dauert’s mich für Biens: seit einigen Tagen blühen die Wildkirschen, auch der Raps beginnt nun, und was? Biens können nicht raus. Die Kringelchen platzen aus allen Nähten, eigentlich toll- bloß müssten wir dringend mal gucken, daß sie nicht, wie ich aus der Gemüllschublade sehen zu können meine, hinterm Trennschied wild bauen – trotz des aufgesetzten Honigraums! Das wäre nämlich echt Mist! Aber reinschauen geht ebensowenig wie sie rausschauen können…. und: ob ihnen das Futter noch reicht??? Wir haben sogar Waben im Vorrat mit Futter, aber bei dem Wetter kann ich einfach nicht ran.

Innerlich paßt sich der Zustand dem Wetter sehr gut an, was mir nicht gefällt. Derzeit ist um 5 die Nacht spätestens zuende, ich schaffe es aber nicht, aufzustehen, obwohl ich sogar wach genug bin um zu wissen, daß das besser wäre. Tags bin ich dann damit beschäftigt, mich einigermaßen ruhig zu halten und die verquollenen Augen nicht allzu doll zu beachten. Dann falle ich ins Bett, schlafe auch sofort ein, kaputt wie ich bin – und mitten in der Nacht, gegen 5 eben, ists dann wieder so weit: wach mit Bauchweh und Adrenalin pur, und dabei todmüde…. Ich hasse das, und es ist ja auch tatsächlich schon seltener geworden. Meine Maßnahmen greifen zeitweise. Aber eben nur zeitweise. Momentan nicht.

Jetzt bin ich auch noch Strohwitwe, ganz kurzfristig hat der Herr F. ein interessantes Seminar angeboten bekommen – bis Freitagnacht ist er weg. Auch nicht schön, zumal heute ja auch noch unser Hochzeitstag ist – etwas, das uns zwar beiden nicht sooooo wichtig ist, aber nuja, wenn dann sowieso alles zuquer ist, dann kommt das als Puzzleteilchen halt auch noch ungut dazu.

Ich hoffe in jedem Sinne auf die nächste Woche: da bekommen wir lieben Besuch, haben Urlaub – und das Wetter soll sich auch endlich bessern. Möge es so kommen!!!!!

P.S. Nach wie vor nix neues vom Paket, auch nicht in der Sendungsverfolgung….

P.P.S. Und heute abend geh ich zu einem Klangschalenkonzert! Bin ja sonst eher so eine Rock-, Blues- und Jazz-Tante, aber Klangschalen und Gongs finde ich ungeheuer beruhigend und entspannend. Hoffe, das wird eine sehr wirksame Maßnahme …..

Ja, ist es denn die Möglichkeit????

Heute (am 13. April – KEIN Freitag, das ist wichtig für den Fortlauf der Geschichte 😉 ), an der Türe: der Hermes-Bote mit einem Paket. Das könnte jetzt eine gute Nachricht sein. Ein Paket zu bekommen ist immer was schönes, sollte man meinen – aber nuja, diesmal ist das anders. Aber von vorne:

Am 6. April habe ich in Schleswig an der Tanke ein Paket abgegeben.

Am 8. hatte ich eine Karte von Hermes im Kasten, im Carport sei ein Paket. Ich hin – lag da dasselbe Paket, allerdings ohne Adreßaufkleber. Sch***, was‘ das? Okay, kann passieren, ich also am Sonntag – ich musste ja eh zur Arbeit, die schwere Bücherbox wieder zur Tanke geschleppt, versehen mit einer Kopie des Adreßaufklebers. Wieder losschicken, alles gut, dachte ich.

Weit gefehlt: an der Tanke wollte man das Paket nur annehmen, wenn ich – bezahle. No way! Ja, neee, er sei nur Aushilfe, und er wisse auch nicht, wie man jetzt vorgehen könne, ich solle doch morgen wiederkommen, da seien Leute da, die Bescheid wissen.

Ich schon leicht genervt, aber nuja, also schleppe ich tags drauf, ich musste eh zur Arbeit, das schwere Paket zum 3. mal in die Tanke.

Also, nein, so gehe das nicht – ich müsse das mit der Hotline klären, sie könne nur das Paket ganz normal gegen Geld wieder annehmen, die Hotline gebe mir aber bestimmt einen Gutschein, wenn ich dort anriefe.

Ich reichlich genervt, aber letztlich blieb mir ja nix anderes übrig – also bezahlt, das Paket zum 2. Mal auf den Weg gebracht.

Tags drauf die Hotline angerufen, 20 Cent aus dem Festnetz…. Lage erklärt- oh, dann sind Sie ja Privatkundin? Ja, klar – ja, dann sind Sie bei der falschen Nummer, die ist nur für Geschäftskunden. Gute Frau, ich habe bei der Nummer angerufen, die auf dem Schein im Briefkasten war. Ja, aber da kann ich nichts machen, da müssen Sie die andere Nummer anrufen, ich sage sie Ihnen mal….

Die andere Nummer angerufen. SEHR genervt gewesen. Ewig rumdiskutiert, weil die in ihren Daten Chaos hatten, dann einen Gutschein versprochen bekommen. Genervt genug gewesen, um mich an den 40 Cent Telefonkosten aufzuhängen. Erfolglos geblieben.

Gestern einen Schein von Hermes im Kasten gefunden, man habe mich nicht angetroffen und komme morgen nochmal. Ja, wieso legen die das Paket nicht wie sonst ins Carport??? Wobei….ich erwarte gar kein Paket – das WIRD DOCH WOHL NICHT….

Doch. Es ist. Eben hat es geklingelt, der Hermes-Bote, im Arm – mein Paket! Den Adreßaufkleber DURCHGESTRICHEN! Ja, aber guter Mann, da steht doch ganz richtig die Adresse drauf, und die bin nicht ich, ich bin der Absender, wieso haben Sie den Adreßaufkleber durchgestrichen???? Hab ich nicht, sagt er, der war durchgestrichen. Ja, was haben Sie denn dann gescannt, wo meine Adresse stand? Hier, an der Seite! Ja, aber der ist doch garnicht von mir, warten Sie, ich hole mal einen Edding und streiche das durch!

Der Mann sagt, er kümmere sich drum. Man soll ja für die kleinen Dinge dankbar sein, dies war seit Monaten der erste Hermes-Bote, der so gut deutsch spricht, daß ich das überhaupt erklären konnte …

man darf gespannt sein…. heute ist Samstag, der 13…….

Edit Dienstag – noch nix neues, aber es war ja auch Ostern. Feiertage und so. Bei der Sendungsverfolgung behauptet man, es gäbe diese Sendung nicht – sehr beruhigend….

Aktion mit Amsel – die Ergebnisse

Das waren jetzt ereignisreiche und spannende Tage. Bzw ein Abend und ein Tag – denn abends haben wir die Netze aufgestellt und schon ein paar Vögel gefangen, und dann, am Karfreitag, ging es von frühmorgens bis 16 Uhr rund…. Aber was hat es denn nun zu sehen gegeben? Ich war ja vor allem scharf auf Vögel, die ich sonst nicht wahrnehme – als alles jenseits der alten Bekannten. Den beiden Experten war jeder Vogel recht, hier geht’s ja um die Wissenschaft – beringt wird nicht (nur) zum Spaß:

Jeder gemeldete Wiederfund eines beringten Vogels trägt dazu bei, die Ursachen der Zu- und Abnahme von Vogelarten zu verstehen. Durch Wiederfunde können wichtige Rastplätze und Winterquartiere identifiziert und somit Grundlagen für ein integriertes System von Schutzgebieten für unsere Zugvögel geschaffen werden.

(Vogelwarte Helgoland) hier gibt’s noch detailliertere Infos über den Sinn des beringens

Deshalb wäre es auch wirklich klasse, wenn jeder aufgefundene beringte Vogel gemeldet würde! Im Ring steht, wo – bei unseren Vögeln/ Ringen ist es hier Und übrigens: Niemand schimpft dort, wenn der gemeldete Vogel ein Katzen-Opfer war – man freut sich über JEDE Meldung, wurde mir versichert!!! 🙂

Und jetzt zeige ich Euch also endlich, was hier im Garten so alles los ist. Erstmal die „alten Bekannten“: (Bild anklicken, Namen lesen)

*Brutfleck: nicht ausgezupft, sondern ausgefallen sind die Bauchfedern, damit die Kohlmeise es leichter hat, die Wärme ihres Bauches an ihre Eier abzugeben. Verrückt: man sieht die riesenhafte nackte Fläche nicht! Dafür muß man erst die Federn auseinanderblasen!

Hier die (mir) Neuen:

 

Insgesamt haben wir  54 Vögel gefangen, Das sind viel mehr als die von den beiden Erfahrenen erwarteten 20-30, trotz des schlechten Wetters. Kann ich stolz sein auf meinen Garten? Neeee: „Das liegt sicher zum guten Teil an der Futterstelle“, sagt der Herr I. Nuja….

Hier die genaue Liste:

  1. Hausspatz: 14
  2. Kohlmeise: 9
  3. Blaumeise: 7 (7 VERSCHIEDENE – die mit der Ring-Endnummer 56 ist echt döschig, die war bestimmt 4x im Netz….)
  4. Feldspatz: 6
  5. Amsel: 5
  6. Buchfink: 4
  7. Heckenbraunelle: 3
  8. Zilpzalp: 2
  9. Singdrossel: 1
  10. Rotkehlchen: 1
  11. Mönchsgrasmücke: 1
  12. Buntspecht: 1 (FRAU Specht konnte sich 2x befreien und war dann aus Schaden klug geworden…)

Der schwerste war eine Amsel mit 93,2 Gramm, der leichteste ein Zilpzalp – das kleine Federbäuschlein wog gerade mal 6,9 Gramm!

Der Herr I. meinte, hätten wir nicht so schlechtes Wetter gehabt, wären mehr Arten ins Netz gegangen. Die einzige Zug-Art ist die Singdrossel, alle anderen sind Stand-Arten, will heißen, solche, die hier im Garten oder in der Nähe wohnen. Bei besserem Wetter wäre noch die ein oder andere Zug-Art zu finden gewesen …

gesehen, aber nicht erwischt haben wir in der Zeit noch:

  • Grünfinken
  • Stockenten
  • Stare
  • eine Elster
  • Ringeltauben
  • einen Storch!!! Echt jetzt, der zog gleich über uns weg gen Kuhkoppel 🙂
  • Und genau jetzt, während ich hier schreibe, soll mich der Teufel holen, wenn ich nicht in der Mirabelle erstmals in diesem Jahr auch wieder die Klappergrasmücke, die immer im wilden Wein über der Tür ihr Nest baut, gesehen habe….

Zum guten Schluß ein Wort zum Streßfaktor: ja, die Vögel haben Angst. Der Herr I., Biologe und seit Jahrzehnten im Vogelschutz tätig, hat es so erklärt:
Vögel sind von ihrer ganzen Lebensweise darauf ausgelegt, sehr schnell in Streß zu kommen – aber auch sehr schnell wieder zu entspannen:

„Ein Schatten über mir? ADRENALIN! Ein Raubvogel! – Puh, nur eine Wolke. – Da, eine Bewegung im Augenwinkel! ADRENALIN! Eine Katze!? – Puh, nur ein Kaninchen!“.

So geht es den ganzen Tag. Und so konnten wir dann auch sehen: Gleich nach dem freilassen aus der Hand hatte so mancher Spatz, so manche Meise nichts anderes vor – als stracks wieder zu genau der Futterstelle zu fliegen, bei der eben das Netz zur Falle wurde – aber nun obendrüber, und ab, fressen… Wenn eine echte oder vermeintliche Gefahr vorbei ist, wird halt unmittelbar entspannt – alles ist gut.

Wir jedenfalls fanden die Aktion großartig. Wie klein, wie leicht so ein Vogel ist! Wie unterschiedlich sich bei den Arten das Federkleid anfühlt, wie viel zarter die Zeichnung des Gefieders als man von weitem sieht! Wie viele Vögel bei uns sichere Nahrung finden (heute morgen geguckt beim Frühstück: an der Futterstelle jede Menge Vögel – nur einer davon mit Ring….), wie viele Arten da leben, auch solche, die ich noch nie gesehen habe! Und das jetzt waren ja bloß die Vögel …. *g* Mein Garten? Ha! Von wegen! – Allerdings habe ich es in der Hand, ob all die anderen sich dort wohlfühlen! Ein bißchen Gebüsch für Die, die sich gern verstecken, ein paar Bäume, uneinsichtige Ecken mit Laub zum futterfinden, eine Wasserstelle, eine freie Fläche für Diejenigen, die gern sehen, ob sich eine Gefahr nähert – und überall ist Leben, auch wenn ich gar nichts davon mitkriege.

🙂

 

Aktion mit Amsel – Und? Was macht man da so??

Zuallererst wartet man. Darauf, daß Vögel sich in den Netzen fangen. Dummerweise (für Spätaufsteher wie mich) tun sie das am allerhäufigsten morgens „ab Sehhelligkeit“, um diese Jahreszeit also etwa ab halb sechs….


Die tapfere Amsel und der ebenso tapfere Herr I. hatten denn auch schon fleißig gefangen, als ich mich um sieben Uhr rum aus dem Bett quälte (natürlich waren die Netze über Nacht eingeklappt, man will ja nicht, daß Jemand stundenlang da rumhängt) Was hier hängt,

das ist Vorrat 😉 Zeitweise flogen (gleich morgens halt) so viele Vögel in die Netze, daß da fünf oder sechs Überraschungstüten hingen, jeweils mit einem Vogel drin. Als ich runterkam, entspannte sich die Lage insofern, als ich „den Schreibjob“ übernehmen konnte, so daß die BunteAmsel weitere Vögel aus den Netzen befreien konnte.

Was pro Vogel getan wird:

Beringen (hier: ein Herr Amsel), Ringnummer notieren, Vogelart und Geschlecht. Bei manchen Arten, zB Meisen, kann der Experte auch erkennen, ob es ein vorjähriger oder ein noch älterer Vogel ist (unterschiedliche Farben an bestimmten Feder-Stellen am Flügel)

Flügellänge messen und notieren (eine Kohlmeise)

Teilfederlänge messen (3. Schwingenfeder) und notieren

Vogel einglasen 😉 und Gewicht notieren

….und dann vielleicht noch ein Foto für die Laien (morgen…..*g*), und ab nach draußen…..

Aktion mit Amsel – Vorbereitung

Wie man sieht ist das Wetter nicht optimal für-

ja, für was?

Für eine Vogel-Beringungsaktion im Garten, zu der sich die Amsel und der Herr I. zu meiner Freude bereitgefunden haben, mit sämtlichem Equipment im Gepäck – wie eben Fangnetzen….

Morgen mehr – die Netze haben wir gestern abend gestellt, aber wir sind noch mittenmang…. *wink* (bzw *flatter*)

 

Heute mal lyriken?

Unser Leben gleicht der Reise
Eines Wandrers in der Nacht;
Jeder hat in seinem Gleise
Etwas, das ihm Kummer macht.

So geht das Beresina-Lied an; ich fand diese Strophe in einem Historienschmöker einem Kapitel vorangesetzt. Mich haben Klang und Rhythmus angesprochen. Und der Inhalt ist auch stimmig …. also hab ich mal gesucht im Netz, weil dort nichts weiter stand – und fand die restlichen Strophen, die zweite geht so:

Aber unerwartet schwindet
Vor uns Nacht und Dunkelheit,
Und der Schwergedrückte findet
Linderung in seinem Leid.

Ein Mutmach-Text also eigentlich, denn in diesem Tenor geht es weiter…

Meine Postkartenwand sagt dazu folgendes:

Das Leben ist kein Ponyschlecken

und Karte zwei, passend zur Strophe zwei:

Am Ende wird alles gut.
Und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende.

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Erfolgreich gejagt

Das letzte „Kleinvieh“ hab ich mir zu Herzen genommen, und so habe ich gestern kaum gemault, als der Herr F. mich bei eisigen Temperaturen zum Flohmarkt am Eckernförder Hafen mitschleppen wollte 😉

Soooo kalt war’s dann auch garnicht, und der Flohmarkt riesig. Im Visier: Jeans für mich, im Bestfall auch Schuhe (bei Größe 36 allerdings nahezu aussichtslos, aber gucken schadet ja nicht), evtl eine Uhr für die Arbeit (mechanisch, natürlich), und „malsehnwasessonstnochsogibt“ natürlich. Derweil im Visier des Herrn F.: CDs.

Und die Ausbeute?

Der Flohmarkt brachte eine Zuhauseschlunzleggins für mich (2,-), eine riesige Kerze (0,50 Euro) und eine DoppelCD für den Herrn F. Okay. Dann erstmal einen Cappucchino – am Ostsee-Infocenter schmeckt der erstaunlich gut, und allermeistens sitzt man auf deren Terrasse auch noch sehr windgeschützt und mit schönem Strandblick – also wirklich richtig gut. So ließ es sich auch ohne jeden Sonnenstrahl aushalten. Danach in die Stadt, und da fielen wir über einen Secondhandladen – für mich gab es dort nix, aber der Herr F. kam mit einer Schafwollstrickjacke, die richtig schön ist und einem wenig-Kunstfaser-in-Wolle-Pulli, der okay ist, wieder raus. Leider war ihm ein sich einfach wunderbar anfühlender Kaschmirpulli viel zu groß….

Ja, das kann man doch durchaus als erste Textilkauf-Erfolge durchgehen lassen, oder? Wenn konventionelle Klamotten, dann wenigstens secondhand – guter Kompromiß, schöne Beute.

Mal sehn, ob und wann es weitere Jagderfolge gibt 😉

Derweil wird auffe Arbeit müllvermeiden immer schwieriger: wir dürfen jetzt abgeschriebene Dinge nicht mehr mit nach Hause nehmen – will heißen, Kerzen mit angeschlagenen Stellen? Müll.
Notizbücher mit geknicktem Cover? Müll. Bleistiftpakete, aus denen ein Stift rausgeklaut wurde? Müll.
Schalen mit kleiner „abber Ecke“? Müll.
Geschenkschachteln mit Ratscher im Deckel? Müll.
Alles Müll jetzt, was wir vorher mitgenommen und weiterverwendet haben 😦
Warum?
Begründung gibts nicht. –
Okay, das ist normal im Sinne von „woanders auch so“. Aber wenn es vorher anders war, fragt man sich natürlich schon, was das jetzt soll. Egal, sich fügen und nicht denken ist gefragt, denn man weiß ja, was sonst kommt – das kann Dich den Job kosten, wenn Du so eine zerbrochene Kerze nicht in den Müll schmeißt….
Mir fällt das schwer, ich denke halt ganz gern, und daß es bei dieser Arbeitsstelle noch bis vor etwa einem halben Jahr geschätzt wurde, wenn man mitdachte, das wusste ich immer zu schätzen.
Things, they are a’changin‘ …. aber das werde ich jetzt nicht weiter ausführen, keine Lust auf schlechte Laune – ich geh jetzt runter ins Wohnzimmer, betrachte meine riesige 50-Cent-Kerze beim brennen und übe mich im OMMMMMMM 😉