Langkiek

Am 28.3., letzten Dienstag, haben wir bei herrlichem Sonnenschein ohne Wind und starkem Bienenflug alle drei Völker ganz durchgeschaut. Dabei sind ganz nebenbei die Sternchen zum Sonnenvolk geworden.Sie sitzen schon seit, glaube ich, vier Jahren in der Sternchen-Beute, die ich falsch bemalt hatte, und die dadurch um 90° verdreht dasteht – deshalb sitzen die Bienen parallel zum Flugloch (Warmbau) statt wie in den anderen Beuten senkrecht dazu (Kaltbau). Wahrscheinlich ist das den Bienen ziemlich egal, aber für uns bedeutet es jedesmal ein anderes rangehen. Einfacher finden wir, seitlich zu stehen und nicht ganz über die Waben greifen zu müssen. Also sind die Sternchen umgezogen. Dabei haben wir auch gleich geschaut, wie es ihnen geht. Es wird empfohlen, bei dieser ersten Durchsicht zwei volle Futterwaben an den Rändern zu belassen und auf alle Fälle Pollenbretter zu entfernen (Waben, auf denen fast nur Pollen eingelagert sind), weil diese wie ein Trennschied mitten im Nest bei kalten Temperaturen die Bienen dran hindern, zu den anderen Waben zu krabbeln. Außerdem soll man den Bienen höchstens sieben Waben drinlassen (bei unseren großen Dadant-Waben). Das Sonnenvolk hat 4 Brutwaben mit nicht riesigen, aber großen Brutfeldern und nun also zusätzlich drei Waben, die eine mit nur wenig Futter. Hinter dem Trennschied hängen nochmal Pollen – und Honigwaben, aus denen sie Futter umtragen können, sollte es nochmal eine kalte, nasse Zeit geben, in der sie nicht rauskönnen.

Allererster, frischer Weidenhonig – zum naschen, war ans Trennschied angebaut… hmmmmm, süüüüüß!

Beim Mondvolk ists ähnlich, aber mit nur drei Brutwaben, die auch noch nur spärliche, auslaufende, verdeckelte Brut zeigen. Es fliegen viele, viele Bienen, dick bepackt mit Pollen, deshalb gehen wir davon aus, daß wir mal wieder Stifte übersehen haben. Platz für Brut ist da. Genug Bienen zum füttern auch. Auch ihnen haben wir Futter und Pollen hinters Trennschied gehängt. Leider war beim Mondvolk ein Stück Wabe abgerissen und lag quer unten über drei andere Waben, natürlich festgebaut. Aber wir konnten das ganz gut entfernen, ohne viel kaputtzumachen. Das Wachs habe ich eingeschmolzen.

Die Kringelchen hatten ja schon zum einwintern weniger Waben, und dann war auch noch eine gerissen…. dadurch hatten sie beim reparieren die hinterste Wabe krumm und dick gebaut, und zusätzlich auch noch ans Trennschied festgeklebt. Hier haben wir zwei Honigwaben zerstört. Zum Glück hatten die anderen ja so viel, daß es überhaupt kein Problem war, auch sie wieder aufs rechte Maß zu bringen. Wir haben ihnen Waben der anderen Völker als Ersatz gegeben. Sie sitzen jetzt auf vier Brut – und zwei Futterwaben, hinterm Schied hängen auch noch zwei Pollen- und Futterwaben zum umtragen.

Allen drei Völkern haben wir schonmal die Honigzargen aufgesetzt. Sie hatten tatsächlich schon viel frischen Honig von den Weiden im Umkreis gesammelt – falls es ihnen zu eng wird, können sie nun nach oben ausweichen und dort auch ihren Bautrieb befriedigen.

Nachher

Aber das wird wohl noch ein Weilchen dauern. Erstmal müssen sie sich jetzt neu sortieren, und es ist ja auch noch früh im Jahr…. aber die Mirabelle öffnet schon ihre Blüten!

Ja, und ich – ich war im Wege. Will sagen: ich hab einen Stich abgekriegt, genau zwischen den Augenbrauen. Ein Bienchen hat sich in einer Ponyfranse verfangen, wurde bange und hat sich verteidigt. Bin gleich geflitzt und habe eine von des Herrn Allergietabletten eingeworfen. Deshalb und weil das Bienchen nicht die Chance hatte, den Stachel ganz zu versenken ist er nicht allzu schlimm ausgefallen

 

Bienenfleißig auch im Regen

Heute morgen nach dem Honig geschaut – und? Die regnerischen Tage haben den Biens geholfen*: einen Honigraum voll mit fast vollständig verdeckelten Waben haben wir aus den Honigräumen von Sternchen und Mondvolk, die wir ja dem Mondvolk zum pflegen übergeben hatten, zusammengestellt!

Die Bienenflucht ist eingelegt – morgen wird geerntet!!!

Den Sternchen, die ja inzwischen wieder erstarken, haben wir einen leeren Honigraum aufgesetzt – können sie schauen, was sie machen. Eine Wabe mit unverdeckeltem Honig ist drin, zum hochlocken. Und das Mondvolk hat den Honigraum mit den unverdeckelten und unausgebauten Waben der zwei Honigräume unter der Bienenflucht.

Morgen früh… ich muß noch abwaschen! Und die Küche säubern! Und ….. *g*

*Wieso hilft Regen den Bienen, ihren Honig zu verdeckeln?

Weil im Regen Biens kaum aus der Beute herauskommen. Das hat zwei Effekte: einerseits sind mehr Bienen im Kasten, die Zeit haben, den Honig wieder und wieder umzutragen (erst durch diese Prozedur und dadurch, daß dabei Wasser entzogen sowie Enzyme etc zugegeben werden wird aus Nektar Honig) und Feuchte aus dem Kasten zu fächeln. Und zweitens kommt kein neuer, wäßriger, frischerNektar herein. Jetzt ist über 2/3 verdeckelt, und Biens wissen meist ganz gut, wann der Honig reif ist (nur reifer wird verdeckelt) – wir können also ernten 🙂

Kringelchen (Flugling machen)

Vorhin, nach der Arbeit 🙂

Zweieinhalb Wochen warten wir nun schon, es ist schon gaaaanz Ende Mai, der Raps fast verblüht- und jedesmal, wenn wir Sternchens durchgeguckt haben, gab es massig Spielnäpfchen, aber keine Weiselzelle. Dabei platzen sie fast aus den Nähten! Heute nun herrscht (endlich mal wieder) eitel Sonnenschein, und wir haben für 5 Tage die letzte Chance, den geplanten Flugling zu machen. Ich hoffe auf die erwartete Weiselzelle! (Begriffserklärungen unten!!)

Also los

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Alles durchgeguckt, und zwar gründlich – und nix da. Immer noch nur Spielnäpfchen!

Spielnäpfchen

Spielnäpfchen, da links!

Aber in einer Wabe junge Stifte- okay, beschließen wir, dann müssen sie sich eben daraus eine Königin ziehen – der Flugling wird jetzt gemacht! Natürlich (!) haben wir wieder die Königin nicht entdeckt, also machen wir die kürzlich in einem Artikel gefundene „Version für Blinde“:

Die drei Waben, die den Grundstock für das neue Volk, die Kringelchen, bilden sollen, werden abgestoßen und -gekehrt, damit die Königin nicht auf ihnen sitzen kann.

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Dann kommen sie in den Kringelchen-Brutraum, zusammen mit zwei Rähmchen mit Anfangsstreifen, und werden über einem Absperrgitter auf den Sternchen-Brutraum aufgesetzt. Wegen des Absperrgitters kann die Königin nicht hoch, dafür aber die Arbeiterinnen-Bienen, die natürlich die Brut versorgen wollen, die oben ja nun ganz allein und ungewärmt sich selbst überlassen ist. Etwa eine Stunde lassen wir  den Bienen Zeit, nach oben zu krabbeln, um sich um die Brut zu kümmern.

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Dann kommt die eigentliche Aktion: Runter mit der Kringelbeute, die Sternchen auf den neuen Platz gestellt, die Kringelchen auf den alten Sternchen-Platz, fertig

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Nun sind all die Flugbienen, die emsig draußen Nektar sammeln, irritiert: als sie heimkommen, steht da ein ganz anderer Kasten!? Und drin bloß 5 Rähmchen statt, wie vorher, 10!? Kein Honigraum, nirgends – und, schlimmer: keine Königin! Tja, damit müssen sie nun klarkommen. Schnell werden sie schalten, wenn alles so geht, wie die Natur es vorsieht, und aus einem der Stifte eine Weiselzelle ziehen. Die Kringel-Beute hat durch all die Flugbienen, die ja auf den Ort eingeflogen sind, an dem ihr Zuhause steht, ordentlich Verstärkung bekommen, um die Zeit, bis ihre neue Königin zu brüten beginnt, überstehen zu können. Und aus den hineingehängten Waben werden ja auch noch viele Bienen schlüpfen. Wir werden nur aufpassen müssen, daß das Futter den Bienen nicht ausgeht….

Irritierter Flugverkehr

Irritierter Flugverkehr

Na, hoffentlich klappt das alles so, wie’s soll….

Die Sternchen aber haben nun ordentlich Bienenmasse verloren: erstmal haben wir ja zwei Brutwaben weggenommen, und dann sind auch noch all ihre Flugbienen zu den Kringelchen umgezogen. Sie haben aber noch sechs Waben voller Brut – es werden Bienen, die normalerweise noch im schützenden Stock blieben, vorzeitig zur Flugbiene „umschulen“ müssen, damit weiterhin die Versorgung mit Nektar und Pollen gewährleistet ist – aber auf sowas sind Bienen eingestellt, es dauert halt ein Weilchen…..

Und das alles konnte so prima dokumentiert werden, weil das Äppelken zu Besuch ist 🙂 Danke für die Fotos!!!


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Weiselzelle

Spielnäpfchen seht Ihr oben im Foto. Es sind die Anfänge von Weiselzellen, den Zellen, in denen Biens ihre neuen Königinnen heranziehen, bevor sie schwärmen. Ihren Namen haben Spielnäpfchen von ihrer Napfform.

Wenn die Königin dann ein solches Spielnäpfchen befruchtet, dann wird das lang ausgezogen wie links im Bild. Die Made darin wird mit anderem Futter versorgt als Arbeiterinnen oder Drohnen, dem Gelée Royal. Und sie wird anders temperiert. Nur durch diese Sondermaßnahmen wird der völlig normale Stift nicht zur Arbeiterin, sndern zur Königin (ein weiteres Bienen-Wunder!!!)

 

Imkerlatein: Bannwabe, Ammenbiene

Letzten Sonntag hatten wir uns mit der Antigenfoodfrau ( 😉 ) verabredet. Sie hatte im letzten Jahr zu imkern begonnen und jetzt nahe bei unserem Dorf ein Bienenvolk in einer Golzbeute (hatte ich ja letztlich schon verlinkt, Ihr wißt ja, schon, was das ist *g*) Nun soll in die frisch gekaufte Zweitbeute unser letztes Pflegevolk einziehen, das ja bisher in einer Zanderbeute gesessen hatte.
Problem: die Rähmchen der Zanderbeute sind breiter als die der Golzbeute. Deshalb müssen Biens ohne ihr Wabenwerk umziehen. Eine Woche zuvor hatten wir die Bienen schon an ihren neuen Platz gebracht, damit sie sich nach diesem rigorosen Einschnitt in ihr Leben zumindest schonmal in der Gegend auskennen (sich eingeflogen haben) Und dann gings los: Zuerst die Zanderbeute zur Seite rücken, die neue Golzbeute an den Platz stellen, den Biens kennen. Und dann….

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Das ging sehr friedlich vonstatten, wenn man bedenkt, daß es ein harter Eingriff ist, der auch noch bei knapp 10° und Sturmböen passierte… damit die Bienen im neuen Zuhause bleiben würden, haben wir zuvor vom schon alteingesessenen Volk eine Brutwabe mit frischer Brut herausgenommen und in die neue Beute gehängt. Bienen haben ja je nach Lebensalter bestimmte „Berufe“. Und die Bienen, die nun gerade Ammenbienen sind, d.h. mit der Pflege der Maden beschäftigt, die sind so auf ihre Aufgabe gepolt, daß sie auch in der neuen Beute sofort beginnen werden, die Brut zu pflegen. Und damit halten sie das ganze Volk sozusagen fest im neuen Zuhause, das sie evtl empört verlassen würden, wenn wir ihnen eine solche Bannwabe (also eine Wabe mit noch nicht verdeckelter Brut, die die Bienen sozusagen an ihr neues Zuhause „bannt“, weil sie niemals zu pflegende „Kinder“ dem Hunger- oder Kältetod überlassen würden) nicht gegeben hätten. Außerdem gibt es als „Grundausstattung“ noch zwei Waben mit Futter  für die Erstversorgung, denn das Wetter ist nicht so gut, daß Biens gute Chancen haben, schnell ihre Vorräte neu anzulegen.

Das alles hat erstaunlich gut geklappt und speziell für dieses Volk noch einen echten Nutzwert: es war das Volk, das auch jetzt, im Frühjahr, noch zu stark mit Varroen belastet war. Und die sitzen ja zu über 80% in der verdeckelten Brut – und sind somit jetzt aus dem Volk entfernt! Den restlichen Varroen geht die Antigenfoodfrau in 10 Tagen, wenn die Königin hoffentlich schon wieder angefangen hat, zu stiften, noch mit Milchsäure zuleibe. Und damit hoffen wir dann, das Volk für die Zukunft gut aufgestellt zu haben. Abwarten ….

Vielleicht überlegt jetzt Mancher hier, was denn nun mit all den alten Waben geschieht!? Wir haben die Brutwaben eingefroren (für den schonenden Tod der armen Maden) – die bekommen nun nach und nach die Vögel. Zwei sind schon leergefuttert. Die anderen Waben haben wir vom meisten Futter freigeschnitten, diese Teile gestampft und den Bienen in einem Topf neben ihr neues Nest gestellt. Können sie leerschluppen und zusätzlich als Futter verwenden. Der Rest wird später eingeschmolzen. Gibt bestimmt nochmal wieder eine hübsche Kerze….

Heute dann haben wir – die wir mit Schrecken festgestellt hatten, wie enorm hoch derzeit der Futterverbrauch bei Biens ist (sie brüten ordentlich, aber können kaum raus; und selbst wenn: bei unter 10° honigen nur sehr wenige Pflanzen…) – nochmal nach unseren eigenen Bienen geguckt. Und tatsächlich nachgefüttert! Alle hatten nur noch wenige Vorräte! Ansonsten sahs aber bei Sonne und Sternchen sehr schön aus, ein großes, geschlossenes Brutnest und viele Bienen zum pflegen. Das Mondvolk allerdings schwächelt extrem. Die Königin ist da, ein wenig auslaufende Brut – aber soweit wir sahen keien frische Brut – und nur wenige Bienen! Außerdem viel zu wenig Futter – und vielleicht liegt’s (auch, das Volk war eh schwach aus dem Winter gekommen) daran. Bei zu wenig Futter stellen die Königinnen das stiften ein und Maden – die ja nicht vernünftig versorgt werden können – werden aufgefressen. Wir haben ordentlich Futter gegeben, als (letzte) Chance für dieses Volk (Völkchen), sich noch aufzurappeln. Ob das gelingt, ist nicht klar. Wir wollen aber, auch weil sie seit der Auswinterung Durchfall haben, dieses Volk nicht auflösen und einem anderen Volk vorfegen. Die Königin ist da, Futter ist da – jetzt müssen sie gucken, ob sie was draus machen können…

Imkerlatein – die Brutwabe

Als wir unsere Pflegevölker zum ersten Mal durchgeguckt haben, kam uns auch ein „Unfall“ des Vorbesitzers in die Finger:
er hatte eine Lücke gelassen, wo eigentlich ein Rähmchen hingehört hätte, mitten zwischen den anderen Rähmchen – und mittig ist das Brutnest! Biens mögen das gar nicht – und haben sich beholfen: in die Lücke haben sie ans Absperrgitter* eine Brutwabe gebaut, die voller Brut gewesen war. Nun waren die allermeisten Bienen geschlüpft, und wir haben die Wabe entnommen. Eine wunderbare „Erklärbär“- Wabe!

Wer genau hinguckt, sieht Pfeile, Kreise, Zahlen. Und ich erkläre jetzt, was Ihr da seht 🙂 Das Foto (und auch das 2. weiter unten) hab ich extra groß gelassen – wer das in einem zweiten Tab öffnet, kann noch besser gucken!
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  1. Ein Spielnäpfchen*. Sowas weist den Imker zur Schwarmzeit im Frühsommer darauf hin, daß Biens schwarmlustig werden. Später im Jahr bauen sie auch noch manchmal sowas – den Anfang einer Weiselzelle* – wenn es ernst wird, würden sie aus diesem Anfang eine Weiselzelle ausziehen und darin eine neue Königin heranziehen
  2. Wenn man das Bild anklickt, kann man es in größer sehen, und dann kann man wunderbar erkennen, wie schön so ein Wabenwerk gebaut ist – genau in der Mitte jeder diesseitigen Zelle treffen die Ränder dreier anderer auf der Rückseite aufeinander. Diese hellen Waben waren noch nicht bebrütet.
  3. Hier sieht man das Absperrgitter und daß die Wabe einfach an dieses Gitter rangebaut sind.
  4. Am Rand der Wabe sind noch verdeckelte* Brutzellen, in denen Bienen sich entwickeln. Die Bienenlarven da drin wurden nach dem Foto eingefroren – ein hoffentlich sanfter Tod. Sie werden im Winter den Vögeln als Futter dienen.
  5. Hier glitzert ein wenig Nektar.
  6. Hier ist zu sehen, was mir immer so richtig leidtut: man wird es nie schaffen, eine solche Wabe herauszuholen und einzufrieren, ohne daß ein oder zwei Bienen währenddessen schlüpfen. Diese Bienen finden aber nicht in ihre Beute zurück, sie müssten ja auch ersteinmal ein wenig Zeit haben, sich zu putzen, gefüttert zu werden etc. Zwei haben wir zur Beute getragen und direkt ans Flugloch gesetzt. Ob sie drin angenommen werden – ich weiß es nicht. Reingekrabbelt sind sie. Übrigens: wer sucht, der sieht auch die 2. Jungbiene schlüpfen….
  7. Normalerweise hat so eine Brutwabe oft einen Pollenkranz (3-4 Reihen von Zellen voller Pollen oberhalb vom Brutnest) und darüber einen Futterkranz (einige Reihen Nektar zur Sofortversorgung). Diese Wabe war so vollständig bebrütet, daß es das nicht zu sehen gibt, aber in diesem Kreis sieht man mehrere Zellen mit Pollen in verschiedenen Farben.

Ein zweites Foto zeigt eine andere Wabe:

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  1. In dieser Wabe war eine Mittelwand* eingelötet, denn der Vorbesitzer läßt nicht im Naturbau* bauen wie wir. Im Kreis sieht man die Mittelwand, unten, und weiter oben, wie die Bienen die vorgeprägten Zellenanfänge mit ihrem Wachs ausgezogen haben, bis sie die richtige Tiefe haben.
  2. Das frische Wachs ist fast weiß. Dieser unbebrütete Wabenteil hat bräunliche Ränder obendrauf, weil die Bienen die Wabenzellen mit Propolis überziehen. Wirkt antibakteriell etc (Link anklicken für mehr Info)
  3. Zellen, aus denen bereits Bienen geschlüpft sind. Da diese Wabe frisch ist, erkennt man in der Vergrößerung sehr gut die Häutchen. Von jeder Generation schlüpfender Bienen bleibt in jeder Zelle ein Häutchen, dadurch werden die Waben immer dunkler.
  4. Vergessen habe ich, daß ich noch zeigen wollte, wie Biens die Drähtchen in den Rähmchen (die die Mittelwand stabilisieren) mit einarbeiten. Man sieht den Draht vorblitzen, wenn man am rechten unteren Ende des dunkleren Kreises der bebrüteten Zellen genau hinschaut. Entdeckt Ihr’s??

* Sternchen an Wörtern weisen darauf hin, daß diese Begriffe in anderen „Imkerlatein“-Folgen bereits erklärt wurden 🙂


Aussortiert: eine hübsche Dose. Die ich aber nicht brauche. Kann als Geschenkverpackung wiederverwendet werden.

Imkerlatein: Drohnenmütterchen, drohnenbrütig, Buckelbrut

Es kann sein, daß unser Schwarm ein Drohnenmütterchen gebildet hat, das die neuen Königinnen abgestochen hat. Als der Herr nämlich am Samstag reinschaute, war alle bisher verdeckelte Brut Drohnenbrut. Aber mehrere Weiselzellen waren ausgeschlüpft.

Was heißt das?

Wenn ein Volk lange ohne Königin ist, kann es sein, daß eine Arbeiterinnenbiene versucht, die Rolle, der Königin zu übernehmen und zu stiften. Da sie aber ja nicht befruchtet wurde, kann sie nur Drohnen produzieren (die ja aus unbefruchteten Eiern schlüpfen), das Volk ist drohnenbrütig. Das läßt das Volk natürlich langfristig sterben. Als wir die frische Brut vom Mondvolk einhängten, waren ja noch keine Stifte da, und Biens haben sofort die Weiselzellen ausgebaut – da müsste das also genau dazwischen, während sich eine neue Königin entwickelte, passiert sein. Nun kann zweierlei geschehen:

  • das „Drohnenmütterchen“ ist so stark und überzeugt, daß es die schlüpfenden Königinnen als Konkurrenz absticht. Schade, denn dann ist dies Volk verloren.
  • Oder eine junge Königin konnte sich durchsetzen und hat das Drohnenmütterchen abgestochen (oder es wird aufgrund der königlichen Pheromone wieder zur normalen Arbeiterin), dann sind – hoffentlich – die frischen Stifte, die der Herr auch gesehen hat, Arbeiterinnen. Das bleibt für uns jetzt abzuwarten…. Da nach „Zeitplan“ der Königinnenentwicklung die junge Königin tatsächlich frühestens letztes Wochenende zu stiften begonnen haben kann, könnte das sein. Abwarten.

Man nennt den Zustand des drohnenbrütigseins auch „Buckelbrut“; ein anschaulicher Name, denn das Drohnenmütterchen zieht ja große Drohnen auch in den kleineren Arbeiterinnenzellen – da schaffen die Bienen dann Platz, indem die Zellen buckelig verdeckelt werden – ein buckeliges Brutbrett ist die Folge. (und die Drohnenzellen sind ja eh nicht so glatt verdeckelt wie die Arbeiterinnenzellen)

Imkerlatein: die Entwicklung der Biene nach dem Schlupf; sich einfliegen

Heute scheint die erwartete Verstärkung im Sonnenvolk eingetroffen zu sein (heißt: es sind Bienen aus der Wabe vom Mondvolk, die wir beim Sonnenvolk dazugehängt hatten, ausgeschlüpft)

Wie ich darauf komme?

Gerade habe ich mich einen Moment lang aus dem Windschutz gewagt (es STÜRMT! Bei 27°!), und sah, daß beim Sonnenvolk viele Bienen sich einfliegen.

Heißt: Wenn junge Bienen schlüpfen,

  • dann wird das Jungvolk für die ersten drei Tage zum reinigen der Zellen herangezogen
  • am 4. und 5. Tag bereiten sie die Pollen vor, damit die an die Maden verfüttert werden können
  • vom 6.-13. Tag sind die jungen Bienen dann Ammen; die Futtersaftdrüse ist voll entwickelt. Futtersaft wird für die jüngsten Maden und für die Königin benötigt
  • am 14. – 16. Tag: Wachsproduzentinnen: sie bauen Waben und verdeckeln Brut
  • vom 17.-19. Tag dann sind die Jungen als Wächterinnen am Flugloch „eingeteilt“, und danach dann werden sie zu
  • Sammlerinnen, gehen also erstmals aus dem sicheren Stock hinaus. Und damit sie sich dort auch zurecht- und wieder zurückfinden, fliegen sie sich ein. Man sieht dann viele Bienen für etwa 10-20 Minuten vor dem Flugloch auf- und abfliegen, Blick zum Flugloch. Oft sterzeln andere Bienen unten am Flugloch als zusätzliche Orientierungshilfe. Die Jungbienen fliegen dann kleine, später größere Kreise um ihren Bienenstock, und schließlich beginnen sie ihre Sammeltouren.

Im Sonnenvolk waren ja sehr wenige Bienen, da war nicht für alle Aufgaben genug Masse – wenn akuter Bedarf herrscht, können auch ältere Bienen die Jobs Jüngerer übernehmen und umgekehrt – und sicher wurde, was ging, im Stock gehalten, um die Brut auf der richtigen Temperatur zu halten und die Königin zu umsorgen, was ja das allerwichtigste fürs Volk ist.  Aber jetzt, wenn dafür junger „Nachschub“ ausgeschlüpft ist, können die Älteren raus! Und das war nun heute zu beobachten 🙂

Imkerlatein: Weiselprobe

Die Weisel ist die Königin.

Eine Weisel zu haben ist für jedes Bienenvolk überlebenswichtig! Schließlich ist sie die einzige im Volk, die befruchtete Eier legen kann und somit für den Fortbestand des Volkes sorgt. Deshalb guckt man auch gern immer, wenn man eh ins Volk guckt, ob man die Königin zu sehen bekommt. Alternativ (da die Königinnen sich immer gern verstecken und auch noch von Arbeiterinnen um sie herum geschützt werden) kann man gucken, ob man frische Stifte sieht. Wenn man welche findet, weiß man: okay, vor 1-3 Tagen war die Königin zumindest noch da und hat Eier gelegt, gestiftet eben.

Nun waren wir gestern bei unserem Schwarm und haben weder die Weisel gesehen noch junge Stifte oder auch „nur“ Maden. Huh! Was ist da los? Ist Karin, die ja mit dem Schwarm in die TBH gekommen war, verunglückt? Dafür sprach auch die Unruhe, die wir ja immer wieder im Volk wahrgenommen hatten, aber nicht auf Weisellosigkeit, das Fehlen einer Königin also, bezogen hatten.

Was tun?

Wir legten eine Weiselprobe an, und das geht so:

Aus einem anderen Volk – in unserem Fall den Sternchen – haben wir ein Stück Wabe mit Stiften herausgenommen. Das Wabenstückchen versuchten wir an den Oberträger zu kleben, indem wir’s oben warm machten. Da das nicht geklappt hat, haben wir’s mit einem Draht am Oberträger festgemacht.

Die verdeckelte Brut kann schlüopfen, in den

Die verdeckelte Brut kann schlüpfen, in den „leeren“Zellen sind Stifte.

Diese Konstruktion haben wir nun bei der Villa hineingehängt. Und so werden wir in einigen Tagen sehen können, was die Weiselprobe ergibt: wenn die Bienen tatsächlich keine Königin haben, werden sie ihre Chance nutzen und sich aus den Stiften eine heranziehen. Ist doch eine da, so werden sie schlicht Arbeiterinnen daraus „machen“. Das können nämlich die Bienen selbst entscheiden: die Temperatur und das Futter machen den Unterschied: die Königin wird mit Gelée Royale gefüttert und (glaube ich, korrigiert mich, wenn ich falsch liege) ein wenig wärmer gehalten als die Arbeiterinnenbrut.

Wir hoffen, daß unsere Weiselprobe so oder so gut endet – nämlich mit einem starken, brütenden Volk in der Villa Brumselia.

Imkerlatein: in der Beute

  • Die Beute ist ganz allgemein die Bienenbehausung, ganz egal, wie sie aussieht. Wir haben
  • TopBarHives (TBH), das sind die „Kindersärge“
  • und Dadant-Beuten, benannt nach ihrem Erfinder. Die Dadant-Beute gehört in die Kategorie der
  • Magazinbeuten. Das sind die, bei denen man Türme stapelt, bestehend aus einzelnen
  • Zargen. Jede der Kisten, die da übereinandergestapelt werden, ist eine Zarge. Es gibt
  • Bruträume, das sind die Zargen, in denen die Bienen ihr Brutnest bauen, und
  • Honigräume, das sind die Zargen, in denen von Biens Honig gelagert wird; damit der Imker es leichter hat, wird bei den meisten Imkereien zwischen diese zwei Sorten Zargen ein
  • Bild: AxelHH, Wikipedia

    Bild: AxelHH, Wikipedia

    Trenngitter gelegt. Das hat genau so breite Zwischenräume zwischen den Gitterstangen, daß zwar die kleineren, Waben bauenden und honigsammelnden Arbeiterinnen durchkrabbeln können, nicht aber die größere Königin, die deshalb dazu gezwungen ist, nur im Brutraum zu stiften (wer diesen Ausdruck noch nicht kennt – dazu gibts schon ein Extra-Imkerlatein). Bei unseren Dadant-Beuten ist nur ein einziger, dafür größerer Brutraum, auf den die kleineren Honigräume gestapelt werden. In die Zargen werden meist

  • Rähmchen eingehängt. Das nützt auch dem Imker, weil dadurch die Bienen die Waben nur wenig am Zargenrand festkleben und schön gerade bauen, wenn man – wie die meisten Imker- eine
  • Bild: AxelHH, Wikipedia

    Bild: AxelHH, Wikipedia

    Mittelwand einlötet. Mittelwände sind aus Wachs gepreßte Waben-Anfänge (die Wabengröße für Arbeiterinnenbrut ist schon eingeprägt, die Bienen müssen nur noch „ausbauen„, also die nötige Tiefe daranbauen) Manche, wie wir, lassen aber die Bienen auch im

  • Naturbau bauen, das heißt, daß die Bienen die ganze Wabe selbst bauen. In den Dadant-Beuten haben wir dafür Rähmchen, in deren Falz oben wir nur einen
  • Anfangsstreifen einkleben (mit Wachs), einen etwa 3 cm langen Streifen eines Mittelwändchens. Damit die Bienen den als Orientierung nehmen und daran schön gerade herunterbauen, was auch fast immer klappt. Noch freier sind sie in der TBH, da haben sie nur
  • Naturbau an einem OT

    Naturbau an einem OT

    Top Bars, auf deutsch Oberträger (OT), heißt: Leisten, an die Dreiecksleisten angebracht sind. Diese Dreiecksleisten bestreichen wir mir Wachs- auch das mit dem Ziel, den Bienen einen hübsch geraden Anfang zu geben, an dem sie hüsch gerade Waben bauen. Das allerdings klappt manchmal nicht so dolle, dann errichten sie

  • Krumm- oder Schrägbau. Den Bienen ist das egal, aber unsereins kann dann die Waben nicht mehr gut (oder garnicht) herausziehen, deshalb ist das äußerst unbeliebt bei Imkern 😉
    Wichtig ist dann noch das
  • Trennschied, sozusagen eine mobile Wand, die man je nach dem Platz, die das Volk im wachsen und gen Winter im verkleinern braucht, versetzen kann.
    Unter dem Zargenstapel ist ein
  • Gitterboden (luftig),unter den man zum zählen der Varroen eine
  • Das ist die ganze Schublade.

    Das ist die ganze Schublade.

    Varroaschublade (seltsamerweise auch Windel genannt) einschieben kann.

  • Achja, und dann gibt es noch den Fluglochkeil. Bei der Magazinbeute ist das ein Holzstück, das genau in das große, breite Flugloch paßt. Wenn das Volk noch klein ist, kann man dieses Holzstück so drehen, daß nur vielleicht 40-50 Bienen gleichzeitig rein oder raus können. Im Winter wird sogar nochmal gedreht (oder bei Räuberei), die Öffnung ist dann so winzig, daß immer nur 1- vielleicht 2 Bienen zur Zeit durchkommen – und keine Spitzmäuse. Im Sommer ist der Fluglochkeil bei großen Völkern meist im Haus zu finden 😉 Bei den TBH können wir Korken in die Fluglöcher stecken und so vergrößern oder verkleinern. Für den Notfall haben wir sogar korkengroße Holzstücke halbiert und bei einem sogar nur einen kleines Dreieck rausgeschnitten. Das ist dann die Größe der kleinsten Keil-Stellung.

Imkerlatein: schröpfen; Sammelbrutableger

Aus aktuellem Anlaß (damit Ihr gleich kapiert, was Ihr morgen lesen werdet ;-)) gleich noch ein Ausdruck der Imkersprache:

schröpfen

Heißt: einem Volk werden Arbeiterinnenbrutwaben entnommen. Aber warum tut man dies?

  • Der Grund ist, daß man durch vorsichtiges schröpfen (man spricht dabei von vielleicht 4-5 Arbeiterinnen-Brutwaben über die Saison) den Schwarmtrieb niedrig halten kann. Die Königin legt in der Saison ja extra viele Stifte*, die Bienen möchten ihr Volk teilen. Sind aber nicht genug Bienen da, dann sehen sie, daß sie ihr eigenes Volk zu stark schwächen würden, wenn sie schwärmen würden. Und der (konventionelle) Imker freut sich. Wir auch, weil wir nie sicher sein können, Schwärme zu bemerken und deshalb lieber keine haben.
  • Es gibt noch einen gewichtigen Grund, Brut zu entnehmen, und der heißt: Varroabekämpfung (Varroen, das sind die fiesen Milben, die, tut man nichts gegen sie, unsere Bienenvölker so schwächen, daß sie zugrunde gehen. Bei uns gibt es sie erst seit den 70er-Jahren, deshalb haben unsere Bienen noch keine Möglichkeit gefunden, sich selbst ihrer zu erwehren) Die Varroen vermehren sich nämlich in den verdeckelten Brutzellen, wo die Mütter sich von Maden und Larven ernähren, ihre Eier legen und zusammen mit der fertigen Biene schlüpfen. Wenn man also eine Brutwabe mit verdeckelter Brut entnimmt, dann entnimmt man dem Volk auch gleich viele erwachsene und auch junge Varroen. Besonders gut geht das bei Drohnenbrut* – die mögen die Varroen besonders gern, weil sie etwas länger brauchen, bis sie schlüpfen. Die Entnahme von Drohnenbrut ist aber nicht eigentlich ein „schröpfen“

Nun hat man also Brutwaben entnommen – was macht man aber damit?

Hat man mehrere Völker und möchte noch mehr ;-), dann kann man einen Sammelbrutableger basteln: man nimmt aus mehreren Völkern je eine Brutwabe mit Arbeiterinnenbrut samt den Bienen, die dransitzen (Achtung: vorher Königinnen suchen – die sollen ja in ihren Stammvölkern bleiben – ein Grund, warum das für uns schon kaum in Frage kommt – wir sehen so gut wie nie eine Königin….) und tut sie zusammen in eine frische Beute. Damit Biens dableiben und nicht in ihre Stammvölker zurückfliegen, bringt man sie 4km weit weg (Grund 2, warum wir das nicht machen können) an einen anderen Stellplatz. Dort läßt man entweder der Natur ihren Lauf (Achtung: drauf achten, daß junge Stifte* mit auf den Waben sind), dann basteln Biens sich eine neue Königin. Oder man setzt eine Königin dazu (kann man kaufen oder auf Vorrat züchten. Auch keine Option für uns)

Ja, das also tun wir nicht. Was aber tun Imker, die das nicht tun, mit ihren Brutwaben? Und was tun Imker mit den zur Varroabekämpfung entnommenen „überflüssigen“ Drohnenbrutwaben?

Ich musste hören, daß die meisten sie wohl einfach in den Müll oder ins Feuer schmeißen. Ersteres finde ich richtig übel. Denn immerhin sind auch überflüssige Drohnenlarven Leben. Und man schmeißt tausende lebendiger Larven in den Müll, wo sie langsam verkühlen und/ oder verhungern. Geht garnicht!!! Ins Feuer- okay, das geht immerhin schnell! Wir haben uns für eine andere Methode entschieden: wir frieren die Brutwaben ein. Erfrieren ist ja ein vergleichsweise angenehmer Tod. Und dann gibt es Müllvermeidung der etwas anderen Art- und das lest und seht Ihr morgen 🙂


* diese Ausdrücke wurden bereits erklärt. Du findest sie, wenn Du den tag „Imkerlatein“ anklickst

 

Imkerlatein: sterzeln; sich einfliegen

Heute eine weitere Folge der Imkerfachsprachen-Erklärungen, diesmal zu dem schönen Wörtchen

 sterzeln

Das ist zumindest mal kein Wort, bei dem man denkt „ja, warum hat sie das denn nicht gleich gesagt“ – denn es gibt kein einfaches, sich selbst erschließendes Wort für das, was die Bienen da tun. So sieht es aus, wenn sie’s machen:

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das helle vor dem letzten, spitz zulaufenden Segment des Hinterleibs, ist die Duftdrüse

Sie tuns vor den Eingängen zu ihrer Bienenbehausung, und was sie da tun ist: eine Wegmarkierung setzen. Denn sie sitzen mit dem Kopf zum Einflugloch, recken ihr Hinterteil in die Höhe und knicken dabei das allerletzte Stückchen davon ab, um ihre Duftdrüse freizulegen. Das ist deutlich zu sehen, es ist der hellere Teil, zwischen vorletztem und letztem  Segment des Hinterleibs. Dort sondern sie dann Duftstoffe ab, die sie mit den emsig schlagenden Flügeln in die Luft vor ihrer Behausung verteilen. Und so können Flugbienen gut heimfinden. Genutzt wird diese Art Wegweiser

  • wenn Jungbienen sich zum ersten Mal hinausbegeben, was sie meist in Gruppen tun, und sich in der Umgebung orientieren – das nennt man „sich einfliegen“
  • wenn ein Schwarm abgeflogen ist – dann sterzeln Bienen am Bienenstock – immer gibt es auch Bienen, die mit dem Trubel herausgesogen wurden, aber garnicht schwärmen wollen, die finden dann besser zurück
  • und auch an der Sammelstelle des Schwarms sterzeln viele Bienen, damit versprengte Schwarmbienen sie finden
  • außerdem natürlich immer dann, wenn das Bienenvolk eine neue Heimat gefunden hat – der Schwarm im neuen Bienenstock, oder das Volk, wenn der Imker es woandershin gebracht hat, oder ein Ableger, der in eine neue Behausung gebracht wurde

Übrigens hat jedes Volk seinen eigenen Duft – für Menschennasen nicht zu unterscheiden, aber selbst bei direkt nebeneinanderstehenden Völkern wird jede Biene riechen können, wohin sie gehört, wenn überall sterzelnde Bienen stehen!


Und jetzt könnt Ihr gleich mal anwenden,was Ihr gelernt habt, denn es gibt Neues von Biens, und das hat sehr damit zu tun:

Freitag
Als ich von der Arbeit kam, erzählte mir der Herr, begleitet von Fotos, dies:
mittags lief er durch den Garten, als ihm auffiel, daß am Mondvolk auffallend viele Bienen saßen und sterzelten

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Er fragte sich, warum wohl dies. Aber da das Volk ja garnicht schwärmen KONNTE (schließlich hatten sie erst vor kurzer Zeit Weiselzellen auszubauen begonnen, die neue Königin konnte noch garnicht geschlüpft sein), hat er sich zunächst nicht viel dabei gedacht. Vielleicht viele Jungbienen auf ihrem ersten Flug unterwegs oder so. Aber da sterzeln schon bemerkenswert viele Bienen! Naja. Okay. So dachte er. Bis er dann hinten im Garten dies sah:

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Noch immer war nur beim Mondvolk auffälliges zu sehen (die sterzelnden Bienen). Er hat dann das Schwärmchen abgefegt (er sagt, das Bild täuscht, es war weniger als es scheint) und vor dem Mondvolk abgestoßen. Es geschah dies:

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und nach einer Weile waren sämtliche Bienen ohne Kämpfe (also waren es wohl auch keine aus einem anderen Volk, oder??) wieder im Flugloch verschwunden.
Tja. Und jetzt? Ein Volk ohne Königin schwärmt doch nicht! Wir haben große blinkende Fragezeichen auf der Stirn.


Samstag

Der Herr F. muß ran, schließlich wollen wir wissen, was da los ist – und möglichst nicht, daß mittags wieder ein Schwärmchen irgendwohin fliegt. Ich muß arbeiten, blöd! Und was sieht der Herr F., als er das Mondvolk öffnet? Dies:

von der Sorte gab es zwei!

von der Sorte gab es zwei!

Zwei Weisel (Königinnen-)zellen mit säuberlich geöffneten Deckelchen. Da waren also gleich zwei Jungköniginnen geschlüpft!! Und beide Zellen an einer der alten Waben! Die jedeR von uns einmal in der Hand gehabt hatte, um zu suchen – ohne Weiselzellen zu entdecken!! Deshalb hatten wir ja frisches Wabenwerk mit Stiften (Stifte – nachzugucken unter der Rubrik „Imkerlatein!! *g*) zugehängt – und komischerweise hatten die Bienen ja auch daran einige Weiselzellen angesetzt – warum sie das getan haben, wenn sie doch offenbar schon auf der ursprünglichen Wabe 2 Zellen in Arbeit hatten – das ist mir ein Rätsel. Diese Zellen (die jüngeren) waren übrigens auch noch da – aber mindestens eine davon hatten die Bienen zerstört. Vielleicht also wollten sie auf Nummer sicher gehen, 2 Zellen waren ihnen zu wenig – und nun, wo gleich 2 Königinnen geschlüpft waren, konnten sie die jüngeren aufgeben? Wie auch immer – der Herr F. hatte also am Freitag tatsächlich ein Schwärmchen abgefegt und in den Bienenstock zurückgebracht …. da sie heute nicht wieder zu schwärmen versucht hatten, wird entweder die abgeschwärmte Königin beim fegen gestorben sein, oder sie haben das anders gelöst- so wie es eigentlich hätte sein sollen und normal gewesen wäre: eine Königin wird vom Volk „gekrönt“, die andere totgestochen. Aber unsere Bienen machen ja immer alles gaaaaanz anders *seufz*.

Wo er dabei war, hat der Herr F. auch noch in die anderen Völker geschaut und festgestellt: auch das Sonnenvolk wollte schwärmen. Mehrere Weiselzellen hat der Herr entfernt… auch seltsam – normalerweise soll ein per Flugling geteiltes Volk zuverlässig die Schwarmlust verlieren. Unseres nicht. *nochmalseufz*

Die Sternchen sind auch ordentlich stark geworden, aber die haben keine Weiselzellen, sind also (noch) nicht in Schwarmstimmung. Zumindest hat der Herr F. nichts gesehen – inzwischen traue ich uns da nicht mehr über den Weg….. Wir haben eine verdeckelte Brutwabe mit (hauptsächlich) Drohnenbrut entnommen – einerseits um die Varroen zu dezimieren (die sich in den verdeckelten Brutzellen, besonders gern bei den Drohnen, vermehren) und andererseits, um die Sternchen nicht in Schwarmstimmung kommen zu lassen.

Wieder ein Bienen-Abenteuer …..

Imkerlatein: Stifte

Aaaalso, ich werde von heute an hin und wieder büschen was grundsätzliches über Bienen erzählen, mit Erklärungen von Fachbegriffen. Der Grund: ich habe in den Kommentaren mitgekriegt, daß es für nicht imkernde Bieneninteressierte durchaus interessant ist, Begriffe nochmal erklärt zu bekommen. Es gibt dann auch einen tag „Imkerlatein“, in dem ich diese Beiträge sammeln werde. Wenn Ihr dann wiederrmal denkt „Verdammtnochmal, was zur Hölle war nochmal eine Drohne?“, oder „Mannmann, was ist nun schon wieder ein Stift?“, dann könnt Ihr diesen tag anklicken und bekommt eine Übersicht, aus der Ihr dann den betreffenden Beitrag anwählt und Euch den fehlenden Begriff fix nochmal erklären lassen könnt. Na, ist das was? Servicewunderland Bloggolei! 😉

Die Serie beginnt mit dem Begriff „Stifte„.

Und wenn man dies Bild hier anschaut, das ich letzte Woche gemacht habe, dann weiß man auch, warum

die Eier, die die Königin legt

so genannt werden:

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Sie stehen in den ersten zwei Tagen wie kleine Stifte aufrecht (meist) genau in der Mitte auf dem unteren Zellenboden – die kleinen weißen, die man da sieht – das sind sie. Nach zwei Tagen legen sie sich dann hin, und weitere 4 Tage später schlüpfen auch schon die kleinen Maden aus. Die Stifte im Bild sind wohl gerade dabei, sich zu legen.

Also ganz einfach:

  • die Königin stiftet heißt: die Königin legt Eier.
  • Junge Stifte: einen bis zwei Tage alte Eier

Wichtig ist dieser Begriff schon (warum man nicht einfach „Eier“ sagt, wenn man „Eier“ meint, ist eine andere Frage. Ich verstehs auch nicht….): sind junge Stifte da, weiß ich: in diesem Volk ist eine lebende Königin. Bzw war gestern noch eine. Außerdem kann ich eine Wabe mit jungen Stiften in ein Volk hängen, das keine Königin hat – wie letzte Woche. Aus den jungen Stiften kann es sich dann selbst eine großziehen, denn die kleinen Stifte, die bis zu zwei Tage alt sind, sind noch nicht festgelegt: ob eine Arbeiterin daraus wird oder eine Königin – das bestimmen Biens über Futter und Bruttemperatur. Nur muß ich drauf achten, daß ich den königinnenlosen Bienen befruchtete Stifte gebe … das ist im Beitrag über Drohnen erklärt :-), einem älteren Beitrag, den ich nochmal überarbeitet habe, so daß er jetzt in die Rubrik „Imkerlatein“ paßt.

 

Lehrmeister Mondvolk

Samstag

Unsere neuen Bienen haben eine weitere Lehrstunde für uns anberaumt, nachdem sie uns ja erst vor wenigen Tagen gezeigt haben, wie man einen Flugling macht:
Schon am Tag der Fluglings-Aktion morgens waren mir einige wenige Kotspuren an der Beute aufgefallen, und heute, am Samstag dann, waren es deutlich mehr.
Hmmmm…. was ist da denn wohl jetzt wieder los?
Hab ich also den Computer angeworfen und im Netz ein wenig gesucht – einen Verdacht hatte ich ja – und – taraaaaa –

Die Maikrankheit!

Und die geht so:

  • Biens haben ordentlich Brut, und gleichzeitig
  • können sie nicht allzu viel raus aus der Beute, weil es stark schwankende Temperaturen gibt. Insgesamt
  • ist es dabei recht trocken. Dies geschieht meist im Mai. Dann bekommen die Bienen Verstopfung, weil besonders die Stockbienen zu wenig Wasser von den Flugbienen zugetragen bekommen. Sie fressen ja große Mengen Pollen, um ihn in ihrem Körper zu Futtersaft für die Maden zu verarbeiten, und das klappt dann nicht. Die Folge ist, daß
  • am Stock, aber auch auf Pflanzen ringsum braune Kotspuren zu finden sind und – wenn es schlimm wird
  • draußen am Stock sich Gruppen kranker Bienen mit geschwollenem Hinterleib sterbend zusammenballen. Das haben wir Gottseidank nicht, es gab „nur“ vor der Fluglingsaktion ein Grüppchen von vielleicht 10 Bienen auf einem der Balken des Beuten-Unterbaus. Ob das damit zu tun hat, ist unklar.

Das ganze gibt sich, sobald die Temperaturen ansteigen, so daß wieder genug Wasser eingetragen werden kann, aber darauf sollte man nicht warten, denn da die Ammenbienen, die erkrankt sind, keinen Futtersaft bereitstellen können, kann Brut verhungern!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Nun musste ich heute arbeiten und sah die Bescherung erst, als die Flugzeit schon rum und es zum öffnen der Beuten zu kalt war. Also habe ich als Sofortmaßnahme Zucker in lauwarmem Wasser gelöst und in die Beuten eine Untertasse mit Blättern und dem Zuckerwasser gleich hinters Flugloch hineingeschoben. So können Biens sich selbst Wasser holen. Ich hoffe, sie nehmen es an – wenn nicht, werde ich die 2. Maßnahme morgen ergreifen: eine Sprühflasche mit Zuckerwasser füllen, die Beute öffnen, Waben ziehen, Bienen mit Zuckerwasser besprühen. Dann sollte es weggehen.

Sonntagmorgen.

Heute ist es milder mit weniger Wolken als gestern, aber windig. Man merkt das mildere schon daran, daß um 9 morgens, als ich zum ersten Mal aus dem Fenster schaue, schon fliegende Bienen zu sehen sind. Gut für Biens, können sie besser Wasser holen- und so sehe ich auch am Teich und in den Staudenbeeten auf glatten Blättern Bienen, die Wasser sammeln. Ich stochere im Flugloch, um mir die Untertassen zu betrachten – und tatsächlich: im Sonnenvolk sitzen schlürfende Bienen. Im Mondvolk nicht, aber mir scheint, der Wasserstand ist gesunken. Gut so. Bisher sehe ich auch nur zwei neue Kotspuren. Aber es ist ja auch noch früh am Tag. Abwarten.

Sonntagnachmittag

Prima. Mein Zuckerwasser wurde angenommen, beide Untertassen sind leer; außerdem helfen sicher die milderen Temperaturen- wie auch immer: trotz starken Bienenfluges sind keine neuen Kotspuren dazugekommen. Alles gut 🙂

Imkerlatein: Preßhonig und die Bienenflucht

28. Juli

Gestern und heute haben wir erstmals eine Bienenflucht benutzt, erstmals Honig aus einer Magazinbeute (der roten mit den Leiharbeiterinnen) geerntet, erstmals Preßhonig gemacht.  Lauter Premieren! Das war mal wieder ausgesprochen spannend.

Aber von vorne:

Gestern, nach der Arbeit und vor dem Gewitter, hieß es „Bienenflucht einlegen“. Eine Bienenflucht ist eine furchtbar praktische Einrichtung. Man legt sie einfach zwischen den Brutraum und den Honigraum, einen Tag, bevor man ernten möchte, und wartet. Technisch gesehen ist so ein Teil eine Sperrholzplatte mit 2 kreisrunden Plastikteilen drin.  (Auf den Fotos liegen sie AUF dem Holz, sie sind aber natürlich eingepaßt)

P1050512 Von oben: Bienchen riecht durch die winzigen Löchlein: da will ich hin! krabbelt rein, es geht in 2 Richtungen längs dem Plastikrand leicht abwärts (sieht man nicht)

Von unten: und aus einem der zwei größeren (im Bild oben) Löchlein kommt Bienchen wieder raus. Unten, im Brutraum. Wieder hoch findet es nicht: zu eng, und duften tut’s ja von der anderen Seite her …. P1050513

Das ganze hat zur Folge, daß man nach einem Tag einen fast bienenfreien Honigraum hat- und viel entspanntere Bienen – fegt Ihr man mit dem Flederwisch bei 28° in schwüler Gewitterluft Tausende Bienen von X Waben herunter (derzeit lungern ganz viele im Stock herum, es gibt ja kaum Nektar). Macht keinen Spaß!

Also sind wir, völlig gespannt, ob das denn nun auch wirklich klappt, vorhin gen Bienen gelaufen. Da standen sie und ahnten nichts… das hellbraune mittig ist die Bienenflucht – Bild 1.  Wir also die obere Zarge abgehoben, und gen vorbereiteten Platz vor dem Wintergarten gebracht, wo schon 2 Bretter warteten (weil die Bienen unten etwas anbauen, und das ja nicht im Gras stehen soll) – Bild 2… derweil noch fix die Bienenflucht samt der oben und unten dransitzenden Bienen vor den Stock gestellt, damit sie wieder rein finden- Bild 3 Die Plastikeinsätze hatten Biens schon mit Propolis bearbeitet, die waren unter der oberen Zarge festgeklebt- Gut, daß die nicht gleich auf dem Boden steht…

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Dann also los, jetzt wird das spannend: haben sie während der Lindenblüte endlich ordentlich Honig eingetragen? Ist der schon genügend verdeckelt? Wie viele Bienen sitzen noch dran?

P1050489  P1050490 P1050492 So sieht das also aus, wenn eine Bienenflucht benutzt wurde- unendlich nützlich und entspannend für ImkerInnen und Bienen…. toll!!! selbst die paar Dutzend, die da noch waren, wurden beim abfegen relativ zickig, je länger das ganze dauerte. Gut, daß es nicht tausende waren! Wir haben jede Wabe gezogen, geschaut, ob schon genug verdeckelt war (voller Nektar waren sie alle!!! :-)) und die, die schon genug verdeckelt hatten, haben wir bienenfrei gefegt und dann sofort in den Wintergarten gebracht (TÜRE ZU; SCHNELLL! *g*), wo eine Leerzarge auf Zeitungspapier und Bretter gestellt schon auf sie wartete. Vielleicht erkennt Jemand, wieso das Foto mit dem ganz wenigen verdeckelten Honig interessant ist? Da sitzt nämlich eine Mitesserin, die sehr, sehr hartnäckig darauf bestand, auch da schlurpsen zu wollen. Wir dagegen wollten sie nicht mit im Bienenstock haben – es war nicht einfach, sich durchzusetzen 🙂

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Hier sind die vier Waben, die wir letztlich geerntet haben, schon in der Küche. Mindestens 2/3 verdeckelt ist die Faustregel für Honig, der dann hoffentlich schon unter den 18% Feuchtigkeit ist, die er höchstens haben soll, um erntereif zu sein. Wir haben sogar ein Refraktometer, mit dem man das genau messen kann- aber entweder wir sind zu doof, das zu benutzen- oder es taugt nüscht: tut man Wasser auf die Fläche, klappt das wunderbar- aber mit Honig sieht man auf der %-Skala: NICHTS. Tja.

Nun geht’s also in der Küche weiter. Die Zarge haben wir, nun gänzlich ohne Bienen, reingebracht, der Euch bekannte Eimerturm aus Honigeimer, Fliegengitter, Seihtuch und Löchereimer steht, und wir haben beschlossen, diesmal Preß-Tropfhonig zu ernten 😉

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Zum Glück sind wir zu zweit: der Herr schneidet die Streifen zwischen den Drähten der Waben heraus (hier gibt es ja Rähmchen mit verdrahteten Mittelwänden, das hatte ich anfangs, als wir diese Bienen neu bekamen, mal erklärt), ich darf matschen 😉 (Ähm: ich hab mir vorher ordentlich die Hände geschrubbt, keine Bange!!) So hat man das früher auch gemacht: um die verdeckelten Zellen zu öffnen, so daß der Honig gut abfließen kann, hat man sie einfach gequetscht.

Wir hatten ja zuvor gestampft (Ergebnis: einer unserer Honige schmeckte arg nach Wachs, da hatte ich zu klein gestampft) bzw geschnitten (Ergebnis: guter Honig, aber zu viele Reste, weil zu viele Zellen heile bleiben) Wenn ich mir anschaue, was jetzt im Honigeimer so rumtropft, dann denke ich, das haben wir gut entschieden. Das Ergebnis sehen und schmecken wir natürlich erst später, aber ich bin sehr zuversichtlich, daß das die Erntetaktik unserer Wahl werden wird 🙂

Jetzt steht der Eimerturm oben und tropft schön vor sich hin, der Honig schmeckt deutlich nach Linde, ist aber dunkler, nicht so flüssig und würziger- da haben sie glücklicherweise (weil ich den reinen Lindenhonig ja nicht so gerne mag) ordentlich gemischt 😉

Jetzt kommt noch das langweiligste und leider auch langwierigste: säubern! Aber vorher haben wir natürlich die Zarge mit den restlichen 6 Honigwaben sowie 4 leeren Rähmchen mit Anfangsstreifen aus Mittelwändchen drin oben aufgesetzt. Diesmal ohne Trennschied, d.h. ab jetzt darf die Königin auch in die obere Zarge, und sie soll sogar dorthin: man hofft als ImkerIn (das hab ich mir gestern in einem Telefonat nochmal vom Jungimker erklären lassen, weil wir und dann doch ein wenig unsicher mit einigen Verfahrensdingen waren), daß die Bienen bis zum richtigen einwintern nach oben „umziehen“ –  wenn sie, was ich bei unseren annehme, auf nur einer Zarge überwintern – man nähme dann die untere heraus, und könnte die alten, bebrüteten Waben gleich einschmelzen – Hygienemaßnahme!!

Noch Deckel und Stein drauf- und die Bienen können erstmal aufatmen…

Theoretisch hätten wir natürlich in wenigen Tagen noch die dann verdeckelten restlichen Waben ernten können, aber: erstens wäre das viel zu viel Honig!!! *g* Zweitens käme unser Zeitplan durcheinander- wir fahren ja Ende der Woche ein paar Tage weg, und bis dahin müssen wir noch die erste Varroabehandlung hinter uns bringen – und dann kann man nicht mehr ernten. Und drittens finden wir’s auch schön, wenn sie eigenen Honig zum überwintern haben (Futter bekommen sie natürlich auch noch)- es ist ja nicht ganz von der Hand zu weisen, daß eigener Honig rein „menschenverstandsmäßig“ sicherlich gesünder für Biens ist als so ein angereicherter Zuckerrübensaft.

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So. Erstmal ist alles saubergespritzt, aber nuja… Wachsreste …. an den Rähmchen, am Absperrgitter- das wird noch ein Getüddel, bis wir das abgepult haben…. das ist mal bei den TBH einfacher: mit dem Stockmeißel die OT längs, dann mit dem „Flammenwerfer“ abgebrannt – fertig!

Der Herr und ich haben eine kleine Wette laufen, wie viele Liter (!) Honig wir nun aus diesen vier Waben ernten werden. Wer Lust hat, kann mitschätzen.  Als Anhaltspunkt: unsere Ernte am 21.7. (eine TBH-Wabe plus Bruch aus dem Schwarm) ergab fünf Liter schönen Honigs, der jetzt täglich im Keller gerührt wird 🙂 Aber TBH-Waben sind größer als diese Zander-Waben….

P.S.: Unsere Brumseln haben (etwas zu) gute Nasen: in dem Zeug, das ich gestern zu Honigernte anhatte, kann ich jetzt nicht frühstücken: immer mehr kamen an, und suchten bei mir nach gutem Nektar, und so musste ich mich mitten im Frühstück ersteinmal umziehen gehen *g* Überflüssig, zu sagen: keine Honigkleckse waren auf die Sachen gekommen, und ich rieche nix.

Imkerlatein: Drohne; verdeckelte Brut

Neulich war Herrentag bei Biens. Jede Menge Drohnen unterwegs, und so konnte ich (neben ungezählten „och, schon wieder nix drauf“-Bildern) auch einige Fotos schießen, auf denen gut sichtbar ist, wie gut die Herren von den Damen zu unterschieden sind. Denn Drohnen sind männliche Bienen

Aufgabe: Findet die Unterschiede

Na, gesehen? Die Drohnen sind viel größer als die Arbeiterin. Sie haben auffallend große Augen (wie die Fliege Puck bei Biene Maja!) und ihr vorderer Körperteil ist stärker bepelzt

Was man nicht sehen kann: Drohnen haben keinen Stachel, und sie summen viel lauter als die anderen Bienen.

Drohnen entsehen übrigens aus unbefruchteten Stiften, während Arbeiterinnen aus befruchteten entstehen. Die Königin weiß, wann sie Sperma aus ihrem Depot dazugeben soll, wenn sie ertastet, daß sie eine im Durchmesser viel größere Wabenzelle vor sich hat. Auf diesem Bild kann man den Unterschied ganz gut erkennen:

die Fläche rechts ist Arbeiterinnenbrut, mehr unten-bis-Mitte-links ist Drohnenbrut. Mittendrin sind ja überall einzelne leere Zellen, da sieht man den Größenunterschied ganz gut. Bei Brut, die schon verdeckelt ist, also deren Zelle oben mit einem Wachsdeckelchen verschlossen ist, (dann vollzieht sich die Entwicklung von der Made zur Larve/ fertigen Biene) sieht man außerdem an der buckligen Oberfläche, daß man Drohnenbrut vor sich hat.