Lehrmeister Mondvolk

Samstag

Unsere neuen Bienen haben eine weitere Lehrstunde für uns anberaumt, nachdem sie uns ja erst vor wenigen Tagen gezeigt haben, wie man einen Flugling macht:
Schon am Tag der Fluglings-Aktion morgens waren mir einige wenige Kotspuren an der Beute aufgefallen, und heute, am Samstag dann, waren es deutlich mehr.
Hmmmm…. was ist da denn wohl jetzt wieder los?
Hab ich also den Computer angeworfen und im Netz ein wenig gesucht – einen Verdacht hatte ich ja – und – taraaaaa –

Die Maikrankheit!

Und die geht so:

  • Biens haben ordentlich Brut, und gleichzeitig
  • können sie nicht allzu viel raus aus der Beute, weil es stark schwankende Temperaturen gibt. Insgesamt
  • ist es dabei recht trocken. Dies geschieht meist im Mai. Dann bekommen die Bienen Verstopfung, weil besonders die Stockbienen zu wenig Wasser von den Flugbienen zugetragen bekommen. Sie fressen ja große Mengen Pollen, um ihn in ihrem Körper zu Futtersaft für die Maden zu verarbeiten, und das klappt dann nicht. Die Folge ist, daß
  • am Stock, aber auch auf Pflanzen ringsum braune Kotspuren zu finden sind und – wenn es schlimm wird
  • draußen am Stock sich Gruppen kranker Bienen mit geschwollenem Hinterleib sterbend zusammenballen. Das haben wir Gottseidank nicht, es gab „nur“ vor der Fluglingsaktion ein Grüppchen von vielleicht 10 Bienen auf einem der Balken des Beuten-Unterbaus. Ob das damit zu tun hat, ist unklar.

Das ganze gibt sich, sobald die Temperaturen ansteigen, so daß wieder genug Wasser eingetragen werden kann, aber darauf sollte man nicht warten, denn da die Ammenbienen, die erkrankt sind, keinen Futtersaft bereitstellen können, kann Brut verhungern!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Nun musste ich heute arbeiten und sah die Bescherung erst, als die Flugzeit schon rum und es zum öffnen der Beuten zu kalt war. Also habe ich als Sofortmaßnahme Zucker in lauwarmem Wasser gelöst und in die Beuten eine Untertasse mit Blättern und dem Zuckerwasser gleich hinters Flugloch hineingeschoben. So können Biens sich selbst Wasser holen. Ich hoffe, sie nehmen es an – wenn nicht, werde ich die 2. Maßnahme morgen ergreifen: eine Sprühflasche mit Zuckerwasser füllen, die Beute öffnen, Waben ziehen, Bienen mit Zuckerwasser besprühen. Dann sollte es weggehen.

Sonntagmorgen.

Heute ist es milder mit weniger Wolken als gestern, aber windig. Man merkt das mildere schon daran, daß um 9 morgens, als ich zum ersten Mal aus dem Fenster schaue, schon fliegende Bienen zu sehen sind. Gut für Biens, können sie besser Wasser holen- und so sehe ich auch am Teich und in den Staudenbeeten auf glatten Blättern Bienen, die Wasser sammeln. Ich stochere im Flugloch, um mir die Untertassen zu betrachten – und tatsächlich: im Sonnenvolk sitzen schlürfende Bienen. Im Mondvolk nicht, aber mir scheint, der Wasserstand ist gesunken. Gut so. Bisher sehe ich auch nur zwei neue Kotspuren. Aber es ist ja auch noch früh am Tag. Abwarten.

Sonntagnachmittag

Prima. Mein Zuckerwasser wurde angenommen, beide Untertassen sind leer; außerdem helfen sicher die milderen Temperaturen- wie auch immer: trotz starken Bienenfluges sind keine neuen Kotspuren dazugekommen. Alles gut 🙂

From Dreckwachs to Kerze – learning by doing, Teil zwei. Und auch: des Rätsels Lösung!!

Im letzten Jahr hatten wir ja schon so einiges ausprobiert, um unser „Dreckwachs“, also Wabenwachs samt Häutungsüberbleibseln der Larven, Honigresten, Pollen, Bienenbeinchen undundund zu klären und zu einer brennfähigen Kerze zu verarbeiten. Wer möchte, kann das hier nachlesen KLICK

Um einige Erfahrungen reicher, haben wir uns nun einen alten Dampfentsafter zugelegt, nachdem wir bei Sabine in Löstrup gesehen hatten, daß sie mit so einem Teil relativ einfach und mit wenig Sauerei ihr Wachs klärt, nachdem sie es (Profi, die sie ist) erst einmal im Dampfwachsschmelzer aus den Waben gewonnen hat.

Außerdem haben wir gelernt:

  • das A und O des Wachreinigens ist das langsame abkühlenlassen des flüssigen Wachses, damit Schmutzpartikel viiiiiel Zeit haben, sich unten am Boden des Gefäßes abzusetzen.
  • Und : es war ziemlich schwierig, den kalten Wachsblock aus den Töpfen, die wir verwendet hatten herauszulösen.

Also alles auf Anfang. Ein neuer Versuch mit neuen Methoden.
Und los:

Wachs in den Dampfentsafter geben, vorn schön zumachen, damit nix tropft und warten.
Eine halbe Stunde später waren wir zu 2. damit beschäftigt, eine Lösung zu finden, wie wir – bei einem Entsafter voller flüssigem, heißem Wachs – den mit erkaltetem Wachs zugestopften Auslaß vorn frei kriegen, ohne daß das heiße Wachs uns über Arme und Boden spritzt…. 😦
Ein Stöckchen reinbohren und einen Tunnel schaffen? Ging nicht.
Feuerzeug drunter? Zu gefährlich, was wenn der Glaseinsatz springt?
Schließlich haben wir eine Wärmflasche gefüllt und drumgehalten (der Herr) und gleichzeitig das Gefäß unter den Auslaß, falls es losgeht (ich). Das hat denn auch gewirkt, irgendwann kam das Wachs gesprudelt…. *augenroll*
Beim nächsten Mal habe ich dann den Auslaß offen gelassen – und musste also auch dabei bleiben, falls es losgeht… das war auch nicht gut, denn nun floß laaaaangsam Wachs in die Silikonbackform, die ich „für drunter“ besorgt hatte. Laaangsam. Also wurde das Wachs hart, bevor alles drin war – nix mit allmählichem abkühlen und absinken der Schmutzpartikel.  *seufz* Also habe ich das ganze Zeug gleich wieder oben reingeschmissen, und nun den Schlauch gleich ganz oben am Entsafter abgeklemmt, hoffend, daß so nichts verstopft.
Merke: Ausguß ganz oben zuklemmen, bis sämtliches Wachs geschmolzen ist, dann auf einen Rutsch auslaufen lassen: so geht es einigermaßen gut. Vielleicht sollte man, wenn das ganze dadurch nicht allzu wacklig wird, trotzdem auch noch eine Wärmflasche oder zumindest einen erhitzten Teller oÄ drunterstellen, damit’s von unten warm ist und bleibt, bis zum nächsten Schritt. Das konnte ich noch nicht ausprobieren.
Merke: Aus Silikon kriegt man den kalten Wachsblock nachher prima raus, das hat sich bewährt.
Und fürs langsame erkalten haben unsre Sommer-Bettdecken nun einen Winter-Job bekommen.  Und damit habt Ihr auch gleich des gestrigen Rätsels Lösung 🙂 Aber
Merke: Wärmende Decken nicht nur obendrüber legen! Besonders wichtig ist ja, daß alle Schmutzpartikel später unten liegen, zum abschaben, was nicht funktioniert, wenn das Wachs unten schneller erkaltet als oben. Nicht ganz unwichtig auch, ringsum ein altes Laken oÄ zu packen, man will ja im nächsten Sommer die Bettdecken wieder als solche benutzen… und Wachs geht verdammt schlecht raus…

Am nächsten Abend ist alles hart und kalt, dann können die Wachsblöcke aus den Formen, aber
Merke: beim Dampfentsaften bleibt außer hartem Wachs auch eine ganze Menge Wasser über, und dieses Wasser ist nun, nach dem erkalten, noch in den Formen. Beim ersten Wachsrausholen hatten wir daran nicht gedacht…. tjä…. *nochmalaugenroll*

Dann läßt man den Wachsblock am besten noch gut trocknen, danach kann man prima unten den Schmutz abschaben. Viel vom Dreck bleibt übrigens auch gleich im Sieb des Dampfentsafters hängen, und das kann man dann prima mit einer Teigkarte abkriegen. Auch schon wieder Schmutz, der wech ist vom Wachs, das ganze „grobe“ hat man damit schon weg 🙂

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So haben wir also dreimal das Wachs bearbeitet, und dann habe ich den ersten Kerzen-Gieß-Versuch gemacht. Erst dachte ich: prima, gleich aus dem Entsafter-Ausguß in die Kerzenform. Aber diesmal habe ich vorher überlegt. (Ich! Vorher überlegt!!! Echt jetzt!!!!) Und mir fiel ein: achja, das Wasser….. also habe ich zum gießen das Wachs lieber in einem Topf langsam, aber ohne Wasser geschmolzen. Und siehe da- die Kerze brennt schön und knistert kaum 🙂 Und es ist noch Wachs übrig- diesmal wird’s also tatsächlich zwei oder vielleicht sogar zweieinhalb (eine niedrigere) geben, mal abwarten…

Es wurden dann tatsächlich fünf, und ein kleiner Rest ist für’s nächste Jahr noch da 🙂 Die braunen Pünktchen auf der einen Kerze – das ist die zweite, das Wachs war wohl doch noch nicht sauber genug. Aber die hat schon nicht mehr geknistert (offenbar knistern Wassereinschlüsse, nicht der Schmutz) und uns stört’s nicht … Ich habe die weiteren Durchgänge dann nicht mehr im Entsafter gemacht, alles gröbere war ja schon raus, sondern im Topf, langsam ohne Wasser und Im Wärmfach des Ofens. Wetere Durchgänge- weil wir ja immer nur eine Kerze auf einmal gießen können, wir haben ja bloß eine Form. Aber schadet nix, so haben wir jedesmal noch etwas mehr Schmutz abgeschabt. Einmal habe ich noch mehr Lehrgeld bezahlen müssen:

Merke: im Wärmfach das Wachs langsam auf dem Untersetzer schmelzen, nicht direkt auf’m Boden des Fachs. Denn: beim ausschütten des Wachses war der Topf wohl zu heiß (vorher war nichts zu merken): es gab einen riesigen BLUBB – und Wachsspritzer auf Boden, Decke, Augenbrauen…. *seufz*

TopBarHives helfen gegen Elefanten

Ja, Leute, das ist jetzt kein Scherz! Vor Elefanten brauchen wir nun keine Angst mehr zu haben, wenn sie kommen, stellen wir schnell unsere Bienenkästen vor sie hin!!

Ich musste echt grinsen, als ich das gelesen habe, guckt Ihr hier

Als Merkzettel andere interessante Artikel :

*träller* …eins von den Dingen ist nicht wie die andern….. *gg*

Nach der Ernte: Varroen bekämpfen

29.7.

Das Varroawetter sagt: heute geht’s gut. Wir gehorchen. Bei zwei Völkern hatten wir vorher den IST-Zustand gemessen, indem wir in der Gemüllschublade 3 Tage lang Varroen gezählt haben. Obwohl in diesem Jahr eine wirklich schwache Belastung festzustellen war, war der IST-Zustand mit 7 bzw 5 Varroen natürlichem Totenfall bei „über 5 Varroen/Tag: es muß bald behandelt werden“.

Die Menge der zu gebenden Ameisensäure richtet sich nach der Größe des Volkes und der Waben:

  • Zander: 2ml pro Wabe. Nach der Fütterung sind 16 Waben übrig: 32ml Ameisensäure.
  • Haus2: 3,2 ml pro voll ausgebauter TBH-Wabe. 15 besetzte Waben nach der Ernte, davon 1 noch sehr klein, minus etwas „Angstabzug“ für nicht 100%ig ausgebaute Waben: 41,6ml Ameisensäure
  • Villa Brumselia: 3,2ml pro voll ausgebauter TBH- Wabe. 11 besetzte Waben, aber es ist uns unmöglich, nachzuschauen, wie viele davon voll ausgebaut sind. Nur von der hintersten wissen wir:  grad mal handtellergroß, die Wabe. Warum? Weil jede Menge Bienen jetzt, wo nur noch Läppertracht geboten ist, rumlungern – man sieht nur BIENE, wenn man reinguckt. All diese Bienen sind in „Winterfutter muß verteidigt werden!!“- Stimmung – sorry, aber dies plus 26° (= sehr weiches Wachs) plus unbebrütete (also NOCH fragilere) Waben läßt uns fürchten, daß wir mehr zerstören als gut machen, wenn wir hier mal schätzen statt wirklich gucken. Wir haben entschieden: 24ml.

Die Ameisensäure ist seit 2 Tagen im Kühlschrank (damit der Schock für die bienen langsamer und dadurch erträglicher kommt, wenn die Säure zu verdunsten beginnt) Der Herr F. hat letztes jahr begonnen, auch noch Kühlakkus drunterzulegen, das war gut, das machen wir wieder so. Trotz aller Vorsicht und versuchter Kontrolle  ist es immer Sch**** , wenn’s dran geht, die Milben, hoffentlich aber nicht die Bienen zu verätzen.
Die TBH bekommen die Säure auf einem Schwammtuch von unten, beim Zander-Volk wird das Schwammtuch (was besser ist, da die Säure schwerer ist als Luft) von oben aufgelegt. Wir müssen aber nicht nur auf die Bienen, sondern auch auf uns aufpassen: einatmen kann Verätzungenhervorrufen, auch in Augen und eigentlich überhaupt auf die Haut sollte das Teufelszeug nicht kommen. Also mit Schutzbrille und nix da barfuß und in kurzem Höschen…

—-
So. Beim Zander und Haus 2 ist Ruhe, nachdem in Haus2 ersteinmal aufbrausen und heftiger Flugverkehr angesagt war. Der Schwarm wollte aber nicht so wie wir, binnen einer Minute eine große Bienentraube draußen. Schnell haben wir das Schwammtuch wieder rausgeholt, nun ziehen Biens langsam wieder ein, das Schwammtuch liegt im Gefrierfach und wir versuchen’s mit mehr Kühlung und weniger Säure (einiges ist ja nun schon weggedunstet) nochmal, wenn’s dunkel wird.

—-
Wieder nix- auch diesmal kamen Biens wieder aus den Fluglöchern gequollen. Nun haben wir das Schwammtuch zum ausdünsten draußen hingelegt und müssen es morgen abend mit deutlich weniger Ameisensäure noch einmal versuchen. Na ja, , we schon Meatloaf sang:
„Two out oft three ain’t bad“

—-
The day after, 30.7.
Während beim Zander-Volk, dem einzigen, wo wir ganz sicher sein konnten, alles entsprechend der Literatur richtig gemacht zu haben, einfach gar nichts passiert (Die Bienen benahmen und benehmen sich als wäre keine Säure in der Luft, fliegen morgens ganz normal – aber es ist auch keine einzige varroe gefallen, bisher) ist bei Haus 2 nichts schönes zu sehen: nur vereinzelte Bienen sind unterwegs, keine Pollensammlerinnen, dafür werden Tote entsorgt. Ich habe dann mal die hintere Schublade (auf der kein Säure-Tuch liegt) geöffnet – und wo man sonst keine einzige Wabenzelle sah, kann man jetzt die hinteren beiden erkennen. Und es liegen Tote am Boden. Wir haben beschlossen, das Schwammtuch erauszuholen, obwohl es noch nicht trocken ist und man durchaus noch Säure merkt, wenn man darüberhängt und Varroen zählt. Denn auch die sind gestorben, immerhin: 80 Stück habe ich gezählt.

Jetzt können wir nur hoffen, daß Brut und Königin nicht geschädigt sind. Wir haben beschlossen, daß 3,2ml pro Wabe dann wohl doch zu viel sind – obwohl wir das ja in Relation zu den Angaben zu anderen maßen und den jeweilgen Wabenflächen ausgerechnet haben. Wir werden den nächsten Versuch mit nur 3ml pro Wabe starten.

Drückt den Mausis die Daumen – es ist nicht schön, wenn man das Gefühl haben muß, seine eigenen Tiere umzubringen. Ich kann mir das schlecht angucken, sie tun mir so leid! Nichtsdestotrotz müssen wir heute abend nochmal beim Schwarm ran.

Johanni

Vor Johanni sollte der Imker auf die Brut achten
danach auf die Bienen

hat uns Guido Eich als Faustregel mitgegeben, als wir einen Vortrag über die möglichen Gründe hörten, wieso ein Volk stirbt. Meist, sagte er, machen das die Imker falsch. Vor Johanni ist die Zukunft des Volkes die Brut, danach die jetzt lebenden Bienen (obwohl natürlich ohne Brut auch zu diesem Zeitpunkt ein Volk nicht überleben kann)

Ich bin stolz!

Stolz auf den Herrn F., der wieder mal was programmiert hat. Das Bildchen unten zeigt einen screenshot davon, das eigentliche ist interaktiv.

Und zwar ist das hier zu finden: beespace

Wer Bienen hat, der kann dort das Bienchen in der Karte genau dahin ziehen, wo der Bienenkasten steht. (Das Bienchen steht für das Häkchen „Bienenstandort“, das aber standardmäßig schon gesetzt ist) Dann kann er rechts oben im Kästchen zwei Häkchen setzen. Das bei „Hauptfluggebiet“ läßt den inneren, dunkleren Kreis entstehen. Man kann drunter noch angeben, ob man meint, daß die eigenen Bienen hauptsächlich 2, 2,5, 3 oder 3,5km weit fliegen. Der Kreis paßt sich an. Dasselbe gilt für das Häkchen „erreichbares Gebiet“, das den hellblauen Kreis entstehen läßt und zeigt, wie weit die Bienen zu fliegen in der Lage sind, wenn’s in diesem größeren Radius was tolles für sie gibt- oder sie Hunger leiden und deshalb ihre Kreise weiter ziehen. Ich bin allerdings der einung, daß der Herr das mit 7km viiiiel zu weit gefaßt hat, mehr als 5km weit rundum fliegen die Bienen eigentlich nicht, soweit ich das gelesen habe.

beespace

Und dann kann man noch im unteren Kästchen auf „Bing Luftbild“ klicken, und sich das ganze von oben genauer anschauen. Es geht sogar noch mehr- Permalink setzen, in website einbinden und so- das kriegt man, falls es interessiert, erklärt, wenn man oben links auf „Anleitung“ drückt.

Dolles Ding, das, und so nützlich!

Jungimker, der hier auch ab und an zu lesen ist, hat Versuchskaninchen gespielt und ist, wie auch ich, gut damit zurechtgekommen- viel Spaß beim rumprobieren wünschen wir. Feedback ist ausdrücklich erwünscht!

Wer nicht fragt, bleibt dumm….

Ich lese ja schon länger in einigen Bienenblogs mit, und dabei ist auch der der Imkerei Obstwiese aus Krefeld mit der immer sehr hilfsbereiten Brigitta. Jetzt gab es wieder sowas dort:

Ich las in ihrer Jahresbilanz für 2012

Alle Wirtschaftsvölker wurden reichlich mit Futter versorgt, nur die Jungvölker machen mir noch ein bisschen Sorge. Sie haben das Futter genutzt, um viel Brut anzulegen und zu wachsen und sind jetzt eigentlich zu leicht. Ich hoffe ihr Futtervorrat reicht bis ins nächste Frühjahr. Ich werde sie auf jeden Fall öfter kontrollieren und notfalls auch nachfüttern.

und hatte sofort ein riiiiesiges Fragezeichen auf der Stirn- schließlich hatte ich bisher immer gehört und gelesen: wer seine Völker nicht bis Anfang September genügend eingefüttert hat, der hat verloren: es geht nichts mehr- Futter wird nicht mehr abgenommen, und wenn sie bis dahin nicht genug eingelagert haben, dann „Gute Nacht, Marie“- sie werden jämmerlich verhungern

Da muß eine stets um ihr Bienenvolk besorgte Fjonka natürlich nachfragen, und siehe da, kaum einen Tag später hatte ich Antwort, die hoffen läßt:

na ja, grundsätzlich habe ich es auch so gelernt wie Du: Im Winter nehmen die Bienen kein Futter ab und das Winterfutter sollte spätestens Ende September drin sein.

Wenn das aber nicht klappt, aus welchem Grund auch immer, was dann? Also volle Futterwaben geben geht immer. Die Wirtschaftsvölker sind ja reichlich versorgt bei uns, da kann man ruhig mal eine Wabe klauen und einem Hungerleider geben.

Wenn man allerdings keine überschüssigen Futterwaben hat, muss man sich was einfallen lassen. Am besten funktioniert es, flüssiges Futter (Sirup) von oben zu füttern, möglichst nah am Bienensitz. (Oben und am Bienensitz ist immer die Wärme und dahin wandern die Bienen auch.)

Und möglichst vor ein paar Tagen mit etwas wärmerem Wetter. Bienenvölker verhungern meistens erst ab Februar, wenn sie wieder in Brut gehen. Da gibt es bei uns oft schon einige Tage mit Flugwetter in den Mittagsstunden. Und wenn die Bienen fliegen, nehmen sie auch Futter ab.

Eigentlich bin ich ja der Ansicht, daß die unseren ganz gut versorgt sind, und die Sache mit dem „von oben“ ist bei uns natürlich kniffelig- aber zur Not werden wir uns da sicherlich dann was einfallen lassen können-

danke!

Hier kann den ganzen Bilanz-2012-Artikel nachlesen wer möchte. Samt Fragen und Antworten, natürlich: hier klicken

Honigernte – Teil 2: an der TBH

Vorbereiten/ mitnehmen:

  • Smoker (an)
  • Eimer mit Wasser
  • Geschirrtuch dafür (zum entfernen von Geschlabber)
  • Ein Brett (zum überbrücken Boden-Fluglöcher)
  • Stockmeißel
  • Flederwisch
  • Eimer mit Deckel für die Waben
  • Messer
  • Ersatz-TBs (am besten dieselben wieder rein mit kleinem Rest oben dran zum anbauen, aber wenn Wildbau, dann lieber neue)

Tun:

  • Brett schräg ans Flugloch anlehnen
  • verdeckelte Waben raussuchen (keine Pollen, keine Brut)
  • falls kleine Bereiche mit Pollen/ Brut: in Futterraum zum wiederverwerten
  • Bienen abfegen (aufs bzw. vors Brett. Sinn: sie können wieder in die Beute laufen, werden aber nicht durch mehrfaches abfegen voll-genervt und dadurch stechlustig)
  • Wabe in Eimer schneiden (oben kleinen Rest dranlassen, wenn schön gerade gebaut, zum wieder-anbauen)
  • Deckel zu
  • Honigreste mit Wasser entfernen
  • dasselbe bei nächster Wabe
  • Ersatz-TBs reingeben- oder aber die abgeernteten. Leere TB nach hinten!
  • wenn fertig, genau prüfen, ob gekleckert- wegmachen!
  • Beute schließen
  •  Umgebung von Gekleckertem säubern

Teil 1: Grundsätzliches

P.S.: wenn’s weiterläuft wie derzeit, dann werden wir tatsächlich demnächst (vielleicht in ein, zwei Wochen) 2 Waben Honig ernten!!!!

Die ersten paar Tage des Schwarms im neuen Heim

  • Etwas Futter sollte der Schwarm mitbekommen- ein Stück Futterwabe oder Futterteig (Rezept:1 kg Puderzucker mit etwas Kamillentee so verrühren, daß es sehr, sehr zäh ist (gerade noch rührbar) In eine Schale legen und die Bienen knuspern lassen. Meist langt wohl 1 kg, aber vorsichtshalber Nachschub dahaben! Oder flüssig füttern: 3:2 Zucker mit Wasser mischen, kalt herstellen, da sonst bienenschädliche Stoffe entstehen (Wenn der Schwarm trotz Polleneintrag nicht zu bauen beginnt, kann es dran liegen, daß sie nicht genug (Flüssig-)futter haben. Evtl nachfüttern/ deutlich zeigen, wo das Futter ist (2,3 Bienen hineinschubsen)
  • nach 4-5 Tagen wird der Schwarm mit Milchsäure behandelt, um eventuell aufsitzende Varroen umzubringen, bevor es Brut gibt. Dazu 15%ige Milchsäure so auf die Bienen aufsprühen, daß noch Tröpfchen zu sehen sind, sie aber nicht durchnässen (Schutzbrille!), maximal 8ml pro besetzter Wabenseite von schräg unten aufsprühen (DNM/ Zander, also schön wenig!!)
  • Nach einigen Tagen nochmals wiederholen, spätestens bis Tag 9 nach Einzug, damit noch keine verdeckelte Brut da ist.  Denn durch die Wachsdeckel hindurch kann die Milchsäure nicht wirken – und in den Brutzellen sitzen viele Varroen.(Diese Empfehlungen stammen von der LWG)
  • Wenn dies getan ist, können die Bienen ungestört weiterleben, erst 20 Tage nach Einschlagen des Schwarms wird erstmals geguckt, ob es schon verdeckelte Drohnenbrut gibt, die es von nun an regelmäßig auszuschneiden gilt, um die auf ihr lebenden Varroen zu beseitigen.
  • Nachschwarm mit unbegatteter Jungkönigin: ab dem Schlupftag (am Tag des Schwarmabgangs) dauerts ca 10 Tage, bis die Jungkönigin zu legen beginnen kann: 5-6 Tage bis zum Begattungsflug (gutes Wetter!), danach 1-3 Tage bis sie zu legen beginnt

Wir haben eine Milchsäurebehandlung erstmals am 24.5. 2012 gemacht, abends um 21 Uhr, als fast alle Damen wieder daheim waren. Einige haben wir damit umgebracht, einige sind geflohen, aber am FR abend waren insgesamt 12 Varroen tot am Boden gelegen. Das ist eine gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis, wenn man bedenkt, daß eine einzige jetzt lebende Varroa bis Herbst TAUSEND Kinder und Kindeskinder haben kann. Am Morgen nach der Behandlung kamen die Bienen deutlich schwerer „in Gang“, aber nachmittags flogen sie wieder ganz normal.

27.5.:   2. Behandlung – es fielen keine weiteren Varroen, das Verhalten der Bienen war ziemlich genau so wie beim ersten Mal.

Schwarm einfangen

Vielleicht passiert mir ja auch mal tatsächlich, was toll wäre: einen herumhängenden Schwarm zu finden, der erreichbar ist!

Dann, liebe Fjonka,

  • Deinen SchwarmFANGkasten nicht vergessen (den hatte ich letztes Jahr schon gebaut, unten seht Ihr ihn), außerdem
  • einen Wasserzerstäuber,
  • einen Eimer,
  • Bienenbesen und evtl
  • eine Leiter,
  • zum Schluß fix nochmal diesen Artikel durchlesen
  • und dann los!

Ein ganz normaler Karton?

 

Nein, denn es gibt 2 mit Fliegengitter (hoffentlich) bienendicht verklebte Klappen.

Karton oben öffnen, Schwarm reinfegen, etwas abwarten, noch mal mit dem Eimer die neu gesammelte kleine Schwarmtraube abschütteln/- fegen, die Schwarmkiste einmal kräftig aufstoßen, so dass alle Bienen auf den Boden fallen, schnell den Deckel auf und die weitere Portion Bienen hineinschütten. Schwarmkiste sofort wieder verschließen. Ggf. noch ein bis zwei Mal wiederholen. Karton oben zukleben, Klappen zu, heimtransportieren, Klappen zur Belüftung etwas öffnen, TBH bereitmachen zur Aufnahme, Schwarm in die TBH einlaufen lassen- fertig.

Wenn’s denn so einfach wäre….

 

An der Schmalseite gibt’e ein verschließbares Flugloch, um weitere Bienen selbst in den Kasten einlaufen lassen zu können, falls der Schwarm nicht so günstig hängt, daß man ihn ohne Probleme ziemlich vollständig in den Kasten fegen kann. Wenn die Königin drin ist, dann laufen die Bienen ihr ja freiwillig hinterher 🙂 Rechts sieht man das angelegte Einlauf“brettchen“. Ergänzung am 12. Mai 2014: Endlich, bach zwei Jahren, haben wir das Teil nun auch gewogen, um zu wissen, wie viel Schwarm denn da nun jeweils drin ist.

Der Karton wiegt 580 Gramm.

 

Schwarm-Lockkiste

Es wäre doch nett, wenn wir einen eventuell mal abgehenden Schwarm gleich selbst wieder „einfangen“ könnten, auch wenn wir gar nicht mitkriegen, daß er abgeht (was uns sicherlich passieren wird). Zu diesem Behufe werde ich wohl demnächst mal eine Schwarm-Lockkiste bauen- und dafür hab ich schonmal Tipps zusammengesammelt:

Konstruktion:

  • Breite so, daß man Oberträger (OT) reintun kann, die man dann samt der schon gebauten Wabenanfänge umhängen kann.
  • Volumen 20-40 Liter. Nachtrag: Das bedeutet: 20cm tief, 55 breit(wg. der OT), 40 hoch
  • Sperrholz 1,2 cm
  • Flugloch 10-15 cm², also 5cm breit, 2cm hoch. Nagel einschlagen gegen Spechte/ Mäuse
  • trocken und luftdicht soll sie innen sein

Zum anlocken:

  • Zitronengrasöl. 8 Tropfen auf ein Küchentuch, Taschentuch. In Ziplockbeutel, zumachen. Erst in der Kiste am Standort wird der Beutel in die Kiste gelegt und leicht geöffnet. Der Beutel verhindert einen zu intensiven Geruch und eine zu schnelle Verdunstung des Öls.
  • Oder Propolisreste verstreichen (innen; anwärmen zur Verstreichbarkeit)
  • Alte erfolgreiche Fallen mit Schwarmduft fangen deutlich besser.
  • Wachs – Wabe einhängen oder einstreichen

Zeitpunkt: April/Mai aufstellen, Anfang Juli einholen

Aufhängung und Standort:

  • Mindestens in 2m Höhe aufhängen oder -stellen
  • Man soll sich an Geländepunkten und -linien orientieren, da sich die Bienen entlang von Zäunen, Hecken und sichtbaren Geländeelementen bewegen. Waldkante. Die Bienen fliegen entlang dieser Linien im Gelände.
  • Gut sind einzelnstehende Bäume und Gebäude. Verlassene Bäume. Markante Punkte. Leerstehende Gebäude.
  • 10-20 m neben den bewohnten Beuten geht wohl, eine andere Quelle sagt: mindestens 100m Abstand zu bewohnten Beuten
  • pralle Sonne mögen die Bienen nicht
  • Ausrichtung Süd/ Südwest funzt am besten

Kontrolle: Jede Woche/alle 10 Tage

Bei Erfolg: Erst wenn die Bienen mit Pollenhöschen in die Kiste fliegen, ist ein Schwarm drin. Es sollte eine, besser zwei Wochen gewartet werden, damit junge Königinnen begattet sind und die erste Brut angelegt ist. Sonst verschwinden die Bienen wieder.

Offene Frage: aber wie kriege ich dann die Bienen dazu, sich an einen anderen Standort zu gewöhnen – davon ausgehend, daß ich den Kasten ja im Garten aufhängen möchte, um eigene Schwärme möglichst abzufangen. Dunkelhaft?

Dies ist eine Zusammenfassung aus verschiedenem, was ich  im Forum der Immenfreunde   und in einem Artikel eines Amerikaners, der Versuche dazu gemacht hat, gelesen habe.  Auch hier gilt: Ergänzungen/ Änderungen will ich immer nachtragen, wenn ich was finde/ selbst merke.

From Dreckwachs to Kerze per trial and error

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Hm. So weit, so gut. Irgendwie hat das alles nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben extrem wenig Wachs gewonnen, das Gefühl ist: sehr viel ist in den Schmutzresten, die wir weggeworfen haben, hängengeblieben. Vor allem bei der ersten Hälfte. Wir haben aber nicht wirklich eine Idee, wo unser Fehler liegt, schließlich haben wir’s so gemacht, wie es im zuvor erwähnten Bienenkisten-blog beschrieben ist. Und was ich bislang ausprobiert habe von dem, was die beschrieben haben, hat immer wunderbar geklappt.

Letztlich werden wir, auf unseren Erfahrungen von heute basierend, beim nächsten mal so vorgehen:

  1. Wachspampe mit Wasser aufsetzen, erwärmen (nicht „mit Wasser auffüllen“, es reicht so viel Wasser, daß unten vielleicht 5 cm stehen)
  2. Wenn das Wachs flüssig ist, zur Grobreinigung die Pampe durch ein Sieb oder Fliegengitter in einen anderen Topf gießen.
  3. Nochmal erwärmen (WASSER!)
  4. Topf einwickeln, langsam abkühlen lassen
  5. Wachsplatte rausnehmen (durch das abgeschiedene Wasser geht das erstaunlich gut!), Schmutz mit dem Stockmeißel abschaben
  6. Wenn nötig, ab Schritt 3 wiederholen, bis das Wachs sauber ist.
  7. Wachskerzen brennen offenbar nur mit Runddocht gut. Und der muß richtigrum einliegen. Richtigrum ist: die Spitze der kleinen Vs, die man im Flechtwerk des Dochts erkennen kann, muß zur Kerzenunterseite zeigen. Aber Achtung: die spätere Unterseite ist beim gießen oben!

Wachsgewinnung simpel

Naja, simpel… wirklich simpel ist das nicht mit dem „aus benutzten Waben Kerzen machen“. Es ist nämlich eine ganz schöne Sauerei und auch noch recht arbeitsintensiv dazu. Ich hoffe, das Ergebnis rechtfertigt das…. noch ists nicht klar, denn noch gibt’s nur – aber seht selbst:

So weit also… nun fehlt „nur noch“ Kerzen machen. Aber das muß noch auf Zeiten mit mehr Zeit warten. Und darauf, ob Marga in ihren schier unendlichen Beständen einen großen, alten Topf hat, den sie uns überlassen mag, oder ob wir noch danach suchen müssen. Zum Beispiel auf dem Schrottplatz. Und das erfahren wir bald.

Honiggewinnung simpel- ein erster Test

Unsere Bienen haben uns ja verlassen, aber ge-lassen haben sie uns eine Menge voller Honigwaben, die wir nicht nutzen können: wir mussten lernen, daß sie als Futter für neue Bienen nicht taugen, weil von Varroen übertragene Viren drin sein könnten. Und selbst essen können wir den Honig auch nicht, weil es Honig ist, den die Bienen aus als Winterfutter gegebenem Zuckerwasser hergestellt haben, kein „echter“. Was also tun? Alles wegwerfen?
Nein, das wollten wir auch nicht.
Also haben wir mitten im Vorfrühling eine Test-Honigernte und unsere erste richtige Wachsernte gestartet.

Die Bienenkisten- Seite- Macher sind super für Hobbyimker, weil sie oft zeigen, wie einfach geht, was „echte“ Imker mit teuren Geräten tun. Nach dieser Anleitung haben wir uns dann also auch gerichtet. Wir brauchten für unsere „Honigernte“

  • Mehrere Honigeimer
  • Fliegengitter zum ausfiltern gröberer Partikel
  • ein Seihtuch (Fachhandel) für die feinen
  • ein Messer mit langer Klinge

Nun haben wir das Ganze 2 Tage stehen lassen – es war so viel, daß wir dies 2x machen mussten, weil die 12,5l-Eimer nicht groß genug waren. Wir hätten über 15 Liter Honig geerntet. Wir haben ihn in der Au hinterm Haus entsorgt, weil Mülltonne/ Klo eine Sauerei gewesen wäre, Kompost keine Option, denn wir wollen ja nicht, daß Nachbar-Imkers erste fliegende Bienen sich via unseren Honig Viren einfangen.

Nun hatten wir einen fast randvollen Eimer Wachs-Resthonigpampe. Aus dem Wachs wollen wir natürlich Kerzen machen- wie’s dazu weitergeht, zeige ich Euch in den nächsten Tagen.

Unser Test war aber schonmal ein Erfolg- wir haben festgestellt, daß wir das im Grunde genau so auch machen können, wenn wir wirklich Honig haben. Dann kommt wahrscheinlich noch ein wenig Arbeit dazu (rühren, abschäumen….), aber im Prinzip klappt das gut.