Honiggewinnung simpel- ein erster Test

Unsere Bienen haben uns ja verlassen, aber ge-lassen haben sie uns eine Menge voller Honigwaben, die wir nicht nutzen können: wir mussten lernen, daß sie als Futter für neue Bienen nicht taugen, weil von Varroen übertragene Viren drin sein könnten. Und selbst essen können wir den Honig auch nicht, weil es Honig ist, den die Bienen aus als Winterfutter gegebenem Zuckerwasser hergestellt haben, kein „echter“. Was also tun? Alles wegwerfen?
Nein, das wollten wir auch nicht.
Also haben wir mitten im Vorfrühling eine Test-Honigernte und unsere erste richtige Wachsernte gestartet.

Die Bienenkisten- Seite- Macher sind super für Hobbyimker, weil sie oft zeigen, wie einfach geht, was „echte“ Imker mit teuren Geräten tun. Nach dieser Anleitung haben wir uns dann also auch gerichtet. Wir brauchten für unsere „Honigernte“

  • Mehrere Honigeimer
  • Fliegengitter zum ausfiltern gröberer Partikel
  • ein Seihtuch (Fachhandel) für die feinen
  • ein Messer mit langer Klinge

Nun haben wir das Ganze 2 Tage stehen lassen – es war so viel, daß wir dies 2x machen mussten, weil die 12,5l-Eimer nicht groß genug waren. Wir hätten über 15 Liter Honig geerntet. Wir haben ihn in der Au hinterm Haus entsorgt, weil Mülltonne/ Klo eine Sauerei gewesen wäre, Kompost keine Option, denn wir wollen ja nicht, daß Nachbar-Imkers erste fliegende Bienen sich via unseren Honig Viren einfangen.

Nun hatten wir einen fast randvollen Eimer Wachs-Resthonigpampe. Aus dem Wachs wollen wir natürlich Kerzen machen- wie’s dazu weitergeht, zeige ich Euch in den nächsten Tagen.

Unser Test war aber schonmal ein Erfolg- wir haben festgestellt, daß wir das im Grunde genau so auch machen können, wenn wir wirklich Honig haben. Dann kommt wahrscheinlich noch ein wenig Arbeit dazu (rühren, abschäumen….), aber im Prinzip klappt das gut.

Die Brumsel – linkliste

Es gibt eben doch noch mehr als die Themen, die ich bisher in meinen „Merkzetteln“ habe. Aber nicht alles davon reicht aus, um einen Extra-Merkzettel anzulegen. Diese Dinge sollen hier gesammelt werden, wahrscheinlich hauptsächlich in Form einer Linkliste. Einiges wird auch doppelt sein – ich bin auch nur ein Mensch 😉

  • Fachchinesisch für Greenhorns – Dr. Gerhard Liebig hat eine Liste der Fachbegriffe angelegt und diese ganz gut erklärt. Leider geht das mit dem verlinken nicht so dolle- man muß also erst links auf „Infos“ und dann auf „Fachbegriffe der Imkerei“ klicken, um dahin zu kommen.
  • Forum mit aktiven TBHlern – der Umgangston ist nett und Fragen werden schnell beantwortet.
  • TBH-Neubau dort im Forum – leider auch hier ein Pferdefuß- man muß sich offenbar selbst zum nur-lesen anmelden. Schade, denn normalerweise möchte man doch erst mal gucken, was in so einem Forum los ist, bevor man sich anmeldet …
  • Pollen bestimmen
  • FAQ Bienenkiste – nicht alles, aber vieles ist auch für TBHler interessant. Und gut, weil einfach und anschaulich erklärt. Das gilt auch für den
  • TBH- Seite, die zwar leider etwas unübersichtlich ist, aber dafür exterem hilfreich, wenn man ersteinmal das findet, was man sucht.

Die Bienen und der Winter

Eine Sammlung von Infos, die mir sinnvoll erscheinen.
Dies wird ergänzt und nötigenfalls korrigiert – so ist es jedenfalls gedacht: als themenbezogener Merkzettel.

1. September/ Oktober

  • Fluglöcher verengen, wg. Mäusen mit Mäusegitter (5-6mm – Geflecht)!
  • Das sollte nach dem 1. Frost geschehen. Andere Quellen sagen: ab Oktober.
  • Ab Oktober sollte besser belüftet werden: die Windelschublade nicht mehr bienendicht verschließen wird bei uns wohl ausreichen. Sinn: weniger Schimmelgefahr, und durch kürzere Brutdauer weniger Varroen.
  • Falls es spät (Ende Oktober, November) noch regen Trachtflug gibt, weil da evtl Gründüngungsfelder blühen, ist das nicht wie ich gedacht hätte gut für die Bienen: 1-2 leere Waben zentral gelegen sind nötig für de warmen Sitz der Brumsel im Winter, und wenn dieser Wintersitz verhonigt- schlecht!! Was wir tun könnten weiß ich nicht, denn was in der Lektüre angeraten wird, können wir nicht tun (wir haben keine leeren Waben zum anbieten und gegen Futterwaben-austauschen) Nachfragen, falls es so weit kommen sollte.
  • Im Zeitraum von September bis Oktober verbraucht ein Volk 4-8 Kilo Futter
  • Um den Futterbestand zu prüfen, vom ermittelten Gewicht das Leergewicht der Beute plus 3 Kilo für Bienen, Waben, Pollen abziehen.
  • falls noch gefüttert werden muß, das Volk aber das Futter nicht abnimmt: Futter näher ran! Wenn’s geht, auch nachts direkt unter die Bienentraube.
  • Stärke des Volks prüfen: Als Regel gilt die Gleichung: „Von oben mindestens 4 Gassen gut(!) besetzt + von unten mindestens 2 = stark genug“. (Bezogen auf Magazinbeuten!)
  • Bienenbeine und Bienenflügel in der Windel sind Folgen von Wespenbesuch. Bei kühler Witterung zieht sich die Fluglochwache zurück. Dann können Wespen besonders frühmorgens ungehindert eindringen und zerstückeln noch im Stock am Boden liegende in der Nacht verstorbene oder altersschwache Bienen. Die „Leichenteile“ sind kein Grund, sich Sorgen zu machen. Sie sind auch in starken Völkern zu finden.

2. Im Winter

  • Immer mal die Gemüllschublade ziehen und nachschauen, was sich tut : die Anzahl der Streifen zeigt: wie viele Wabengassen sind besetzt, und man kann auch sehen, ob und wie viel  und was da sonst so liegt.
  • Oxalsäurebehandlung. Unbedingt VOR Brutbeginn!! Bzw NACH Brutende. In der Weihnachtswoche kann sicher damit gerechnet werden, daß nicht mehr gebrütet wird. In der Woche zuvor Windelschublade gucken: <1 Varroa/ Tag: ok. Mehr? Behandeln. Auch kontrollieren, ob wirklich keine Brut: nur dunkle Varroen? keine Wachsplättchen? tote, weiße Maden/ Larventeile (von der Restbrutbeseitigung)? Gut. Keine Brut. Loslegen!
  • Allerdings sollten Völker die ihren Wabensitz auf weniger als 5 Waben haben, möglichst nicht behandelt werden.
  • Wenn man öffnet und Bienen sterzeln mit überstrecktem Hinterleib, sichtbarem Stachel und 1 Gifttröpfchen: prima, hier lebt die Königin!
  • Es schneit? Aufpassen, daß die Fluglöcher offen bleiben (Flugschnee wegtun)
  • Die arme Imkerin sorgt sich um ihr Volk? Die Klopfprobe hilft: Ohr an den Kasten, einmal laut anklopfen. Das Volk summt einmal kurz auf? – Alles gut. // Es brummt länger, und einzelne Bienen heulen? – Oha, hier fehlt die Königin! (Was nun?? Keine Ahnung…)// Alles bleibt still? Tja…. will hoffen, daß ich das nie hören muß…
  • An den Winterplatz sollten die Bienen erst im Dezember gebracht werden!
  • Von November bis Januar verbraucht ein brutloses (!) Volk etwa 1 Kilo Futter

3. Der Winter endet allmählich

  • Beim betrachten der Windelschublade kann man auch den Brutbeginn der Königin sehen: sie läßt zu viel produzierte Eier (was anfangs geschieht, einfach fallen, und wenn man kleine Wachsplättchen sehen kann, deutet das darauf hin, daß schon verdeckelt wird. Vielleicht sieht man auch schon Deckel-Material und (*seufz*) hellbraune Jungvarroen? Dann sind schon erste Bienen geschlüpft!
  • Wenn die Bienen wieder regelmäßig zu fliegen beginnen: Fluglöcher wieder erweitern
  • Irgendwann im Februar oder März werden die Bienen ihren Reinigungsflug starten (endlich müssen sie mal „für kleine Bienen“,  nachdem sie wochenlang keine Chance dazu hatten…) Wenn man in diesen Tagen beobachten kann, daß auch Tote entsorgt werden, kann Entwarnung gegeben werden: das Volk lebt, Queen Mum auch (denn ein weiselloses Volk entsorgt die Toten nicht)
  • Jetzt kann man auch sehen, ob es evtl Probleme mit Krankheiten gibt: Ruhr und ein paar andere Krankheiten erkennt man deutlich daran, wie der Kot aussieht. Fjonka hat’s gut: im Bienen-Ordner sind dazu Fotos zu sehen, unter „März“
  • Auch im März kann man leider noch überhaupt gar nichts tun, wenn dem Volk das Futter ausgeht, denn Sirup oder Futterteig wird jetzt nicht angenommen. Ist man schon weiter als wir, sollte man gefüllte Honigwaben über haben, um sie im Notfall einhängen zu können (paar Wabenzellen anpieken, damit die Bienen das kapieren!), oder ein starkes Volk kann eine Wabe „abgeben“. Wir aber haben verloren, wenn unseren Bienen ihr Futter nicht langt…
  • eine volle Wabe langt derzeit, um das Volk etwa 2 Wochen lang zu sättigen
  • …und mehr als 1 Varroa pro Woche sollte nicht fallen. Tun kann man aber jetzt noch nix, wenn’s doch mehr sind.
  • Im Februar verbraucht ein Volk etwa 1-2 Kilo Futter
  • …und von März bis April 3-5 Kilo. Eventuell trägt es aber jetzt auch schon etwas ein- verlassen sollte man sich darauf nicht.

4. Prinzipielles

  • eine lange, brutlose Phase ist gut, denn dadurch ird die Verbreitung der Nosematose verringert: der Erreger vermehrt sich nur unter Eiweiß-Verdauung, und eine nicht-brutpflegende Bilebt auf Zucker-Diät. Sie frisst nur Pollen -> Eiweiß während sie Brut pflegt.
  • im Winter sind 30 und mehr tote Bienen täglich noch kein Grund zur Beunruhigung.

Die Bienen und der doofe Imker (der sie am schwärmen zu hindern versucht)

Die ImkerInnen haben ein paar Mittelchen erfunden, um ihre Brumseln am schwärmen zu hindern. Ich hab das mal zusammengetragen, was ich dazu gefunden habe.
Dies wird ergänzt und nötigenfalls korrigiert – so ist es jedenfalls gedacht: als themenbezogener Merkzettel.

  • Sie schaffen Platz, Platz, Platz, damit die Bienen erst gar keine Lust dazu bekommen. Oder
  • Sie schröpfen das Volk, damit es merkt, daß es gar keinen Sinn hat zu schwärmen, weil es doch sooooo klein und mickrig ist ;-).

Beides sollte wohl bis zur 1. Rapsblütenwoche passieren.

Schröpfen:  Zeitpunkt: wenn polierte Spielnäpfchen zu sehen sind. Dann 1-3 verdeckelte Brutwaben samt Bienen (aber, bittesehr OHNE Königin!) rausnehmen. Lücken zusammenschieben, außen TopBars auffüllen. Wenn man die Königin nicht findet, kann man die Brutwaben bienenfrei fegen, dann hinter ein Absperrgitter setzen und nach Wiederbesiedelung raustun. Denn durch das Absperrgitter kommt die Königin nicht, deshalb wird man sie so auf keinen Fall irrtümlich mit wegpacken.

Was aber nun mit den 3 Waben??? „Normale“ ImkerInnen gründen „Brutlinge“, d.h. ein neues Volk aus mehreren dieser abgenommenen Waben samt Bienen. Dazu muß man aber auch bereit sein, Königinnen zu ziehen, denn diese Völker haben natürlich keine.  (Falls es sie je betreffen sollte, kann Frau F. das im Bienen-Ordner unter „Schwärmen“ nachlesen)

Wir haben diese Option also (noch) nicht, denn einfach umbringen würde ich all diese Bienen und ihre Brut nicht wollen und können.

Platz schaffen durch Kunstschwarm: das hat natürlich nur Sinn, wenn es eine Behausung gibt oder einen Abnehmer für den Schwarm. 1,5 Kilo Bienen plus eine unbegattete Königin ergeben einen Kunstschwarm. Oder, so wie bei unserem Schwarm: man wartet, bis die Bienen selbst ein paar Königinnen so weit haben, daß ein Schwarm abgehen würde… wenn, ja wenn nicht – die Menschen ETWAS schneller wären und 1, 2 Tage vorher die 1,5 Kilo Bienen SAMT Königin abnehmen würden und so die im Kasten verbleibenden Bienen am schwärmen hindern sowie ihnen eine neue Königin verschaffen würden. Soll dieser Kunstschwarm bei uns im Garten gleich neben der alten Behausung bleiben, nehme ich an, daß es reichen würde, die Bienen (mit Nektar eingesprüht gegen Hunger und Durst) 2 Tage im dunklen Schwarmkasten zu lassen. Dann sollten sie den neuen Standort annehmen und nicht mehr zum alten Kasten zurückfliegen. Da müssten wir aber noch genau nachfragen!!!

Das neue Völkchen kann man dann gleich, bevor das brüten einsetzt, mit 15ml Oxalsäure pro Kilo Bienen behandeln. Oder mit Milchsäure einsprühen, bis die Bienen alle wirklich weißlich-naß sind, beides bringt schonmal die varroen um, die die Bienen mitgebracht haben. Und es muß Flüssigfutter bekommen, schließlich muß es ersteinmal bauen. Im Jungvolk setzt man später dann, um es zu erweitern, 1 TB zwischen Deckwabe und 11. Brutwabe – gleichzeitig bekommen die Bienen 1l Flüssigfutter.

Linksammlung: TopBarHive und Schwarm , weiter unten gehts auch um Verjüngung und Erweiterung

Die Bienen und die Lust zu schwärmen

Eine Sammlung der Infos, die mir wichtig scheinen.
Dies wird ergänzt und nötigenfalls korrigiert – so ist es jedenfalls gedacht: als themenbezogener Merkzettel.

  • glänzender Pollen deutet ebenso auf Schwarmstimmung wie innen polierte Spielnäpfchen (das sind napfförmige Zellen, die zu Königinnenzellen weiter ausgebaut werden können, aber nicht müssen – im Juli haben unsere Bienen welche gebaut- und ne Woche später wieder weggenommen). Schwarmstimmung zeigt sich auch,
  • wenn die Bienen im Naturbau nicht ein auf dem Kopf stehendes Herz zu bauen beginnen, sondern eher einen auf dem Kopf stehenden Zuckerhut. (Foto vom blog der Stadtimker ),
  • wenn die Wabenkanten abgerundet statt breit gebaut werden,
  • wenn es an Zellrändern Kittharz zu sehen gibt, der den Bienen anzeigt „HIER BAUSTOPP“
  • und natürlich, wenn es Bienentrauben oder -teppiche am Flugloch zu sehen gibt.

Wenn man all diese Anzeichen (oder jedenfalls mehrere davon) beobachten kann und es auch noch Mai bis Ende Juli ist, dann wird es danach kritisch für den Imker, der  nicht möchte, daß die Bienen schwärmen, denn schnell ist es dann so weit:

  • Baustopp
  • kaum noch Flugbetrieb, selbst an schönen Tagen
  • und wenn dann noch abends ein tuten (das ist die Altkönigin) und ein quäkwen (das sind dann die Jungköniginnen in ihren Zellen) zu hören ist, dann wird am nächsten Tag etwa gegen 10Uhr30 der Schwarm starten…. *räusper* eine Randbemerkung: ich bin ja wirklich ziemlich neugierig auf dieses ominöse tuten und quäken…. EDIT: inzwischen haben wir’s gehört, es ist richtig laut und wirklich unverwechselbar!

Aber was, wenn Herr und Frau F. nun eigentlich überhaupt gar nicht wollen, daß ihre Bienen schwärmen? Zum Beispiel, weil sie ja nur einen einzigen Bienenkasten haben, oder was weiß ich, wieso?

Dann gilt es, Schwarmverhinderung zu betreiben….. und das geht (allerdings offenbar nur in engen Grenzen, denn so ein Gebrumsel möchte sich vermehren, es möchte aber auch Platz für eine Vergrößerung haben, Krankheitskeimen davonfliegen undundund. Und deshalb sind der Verhinderei wohl Grenzen gesetzt. Aber davon, was ich bisher so über die Verhinderei gefunden habe, gibt es einen eigenen Merkzettel.… 😉

Honigernte – Teil 1: Grundsätzliches

Irgendwann, nächstes oder übernächstes oder überübernächstes Jahr… nuja, jedenfalls irgendwann wird es dann vielleicht auch bei uns mal so weit sein, daß wir Honig ernten können. Dann brauchen wir diesen Merkzettel mit Infos zur Honigernte, der, wie alle Merkzettel hier, erweitert sowie korrigiert wird, wann immer es nötig scheint.

Grundsätzliches:

  • Zwei gefüllte Honigwaben immer im Volk lassen! (Also etwa 6 Kilo Honig!!) Zusätzlich zu den Futterkränzen. Als Stille Reserve fürs Volk (Noch erkunden: Rapshonig zB kristallisiert ja auch in den Zellen -> wann austauschen? Wie?) 1cm² beidseitig verdeckelte Wabe ergibt 350g Honig
  • Randwabenhonig ist feuchter als mittiger, außerdem wird der Honig feuchter, je weiter entfernt vom Brutnest er lagert.
  • Nur reifen Honig ernten. Dieses Ziel ist leicht(er) zu verwirklichen, wenn man (1.) erst nach Trachtende und (2.) unmittelbar nach einem Regentag zu Besen oder Bienenflucht greift und die Honigernte (3.) bei trockenem Wetter an einem frühen Vormittag vornimmt. Wenn am Vortag oder an den Vortagen wegen Regen keine Nektar eingetragen worden ist, kann auch der noch nicht verdeckelte Honig geerntet werden. Er ist dann häufig trockener als der verdeckelte Honig. Dennoch sollte seine Reife (4.) mit der Spritzprobe überprüft werden. (Quelle: immelieb.de)
  • wenn überall weniger als 18% Feuchte ist, ist der Honig nach DIB-Norm trocken genug. Das deutsche Lebensmittelrecht sagt, es reichen 20%. Aber feuchter dann auch nicht, denn zu feuchter Honig wird zu gären beginnen.

Linksammlung:

Ernten ohne Schleuder:
TopBarHive,
Bienenkistenblog ,
Backyardhive
Teil2: an der TBH

Die Bienen und das Futter

Infos zum einfüttern, zum auffüttern, zum anfüttern…..
dies wird ergänzt und falls nötig auch korrigiert – so ist es jedenfalls gedacht, als themenbezogener Merkzettel.

Futtersorten

  • selbst hergestellte Zuckerlösung:  3:2 Zucker mit Wasser mischen. KALT herstellen (sonst entstehen für Bienen schädliche Stoffe). Zum zwischen- oder nachfüttern, aber nicht zur Haupt-Einfütterung geeignet, da unserem weißen Zucker wichtige Inhaltsstoffe fehlen
  • Zuckersirup, extra für Bienen im Fachhandel: das Futter der Wahl zum einfüttern (also als Hauptwinterfutter), denn es ist Invertzucker, der für die Bienen besser zu verdauen ist, und außerdem angereichert mit Pollen. Unsereine hat gedacht, 14 Kilo heißt 14 Kilo (Mengenangabe auf dem Eimer)- und wenn es dann heißt, daß so ein einzargiges Volk etwa 20 Kilo Futter für den Winter brauche, dann seien wir mit so einem Eimer voll schon ganz gut dabei. Aber weit gefehlt!! Mit Schrecken stellen wir (Anfang September!! Fast schon zu spät!!) fest: die 20 Kilo, die ein Volk braucht, beziehen sich auf Trockenmasse Futter. Das heißt: ein Volk braucht etwa 2 (14-Kilo-) Eimer voll Sirup, um den Winter gut zu überstehen! Denn 10 Kilo Zucker sind zwar gleichzusetzen mit 10 Liter Sirup, aber 12 Kilo Sirup. Häh? Ja, HÄH!!! Nochmal in einfach: 2 Eimer Sirup= 28 Kilo Sirup =23,3 Kilo Zucker= genug fürs Volk im Winter. Und wenn mich jetzt Jemand fragt, warum das nicht klar und deutlich auf den Eimern draufsteht, wie viel Zucker, also Futter, da nun drin ist, dann kann ich nur sagen: KEINE AHNUNG!
  • Umrechnung 1: Sirup (kg) * 5 / 6 = Zucker (kg)
  • Umrechnung 2: Zucker (kg) * 1,2 = Sirup (kg)
  • Futterteig: gibt’s auch im Fachhandel, ist für die Bienen wesentlich schwerer und langsamer zu verarbeiten (15 kg brauchen etwa 3 Wochen). Ist daher eher für ein nebenherfüttern von Ablegern oder jungen Völkern geeignet.
  • selbst hergestellter Teig zum einfüttern eines Schwarms: 1 kg Puderzucker mit etwas Kamillentee so verrühren, daß es sehr, sehr zäh ist (gerade noch rührbar) In eine Schale legen und die Bienen knuspern lassen. Meist langt wohl 1 kg, aber vorsichtshalber Nachschub dahaben!

Prinzipielles

  • nicht gleichzeitig füttern und gegen Varroa behandeln (denn das noch flüssige Futter nimmt Ameisensäure auf und mindert damit den Behandlungserfolg). Konsequenz aus Wabenabrissen: Honigernte -> 1 Futterstoß -> 1. Behandlung -> Restauffütterung -> weitere Behandlungen
  • Wintereinfütterung mit Zuckersirup (selbsthergestellt): Der Zucker muß noch invertiert und reduziert werden (Wasser raus), das braucht Zeit, deshalb spätestens Ende September fertig sein mit einfüttern
  • 1cm² beidseitig verdeckelte Wabe ergibt 3,5g Honig
  • Eine unserer Waben hat ca 888 cm² und enthält also, wenn sie voll ausgebaut ist und beidseitig verdeckelt ist, knappe 3 Kilo Honig.
  • Eine Zarge DNM hat 11  Waben. Unsere Waben sind, wenn sie ganz ausgebaut sind, etwa 10% größer. Das heißt, wenn etwa 10 Waben in unserer TBH besetzt sind, haben wir das was in der Literatur ein „einzargiges Volk“ genannt wird.
  • Futterverbrauch eines brütenden Volkes:  ca 10 g/ ausgebaute TB/ Tag (ausgehend von dieser DNM-Info:100g Futter/Tag/Zarge. 100:11=9,1g/ Wabe DNM)
  • Futterverbrauch eines brutlosen Volkes:  ca 2,1-5g/ausgebaute TB/Tag  (ausgehend von dieser DNM-Info:20-50g Futter/Tag/Zarge)

Die Bienen, die TopBarHive und die Varroa

Nachdem unser letzter Varroa-Schwammtuch-Behandlungsversuch ziemlich schiefgegangen ist (die Bienen sind geflohen, jedenfalls zum Teil, und wir haben das Schwammtuch schleunigst entfernt) haben wir auf Annes Anraten dann doch mal genauer gemessen, wie groß denn nun eine große, ausgebaute Wabe bei uns im Verhältnis zu einer DNM-Wabe ist. Denn für DNM-Waben wissen wir, wie viel der verschiedensten Säuren pro besetztem  Wabengang oder pro Wabe genommen wird, aber für unsere Kiste hatten wir nur geschätzt. – Die ganze Literatur ist ausgerichtet auf DNM (heißt übrigens „DeutschNormalMaß“), allenfalls noch Zander-Maß. Wir müssen also, Neulinge, die wir sind, rechnen…

Also: eine DNM-Wabe hat 800 cm², unsere ganz ausgebauten Waben haben 888 cm².  Das heißt, unsere Waben sind 10% größer als die DNM-Rähmchen- Wabe. 10 unserer Waben sind also so viel wie eine Zarge DNM

Wenn nun also eine DNM-Wabe, von unten behandelt (denn von oben können wir nicht) 3 ml Ameisensäure 65% ig bekommt, dann bekommt eine von unseren 3,3 ml. Aber die Bienen bauen ja nicht bis zum Rand, weder an den Seiten noch unten, also ziehen wir wieder ein bißchen davon ab – alsp pi mal Daumen 3,2 ml pro großer Wabe.

Infos (Dies wird ergänzt und nötigenfalls korrigiert – so ist es jedenfalls gedacht: als themenbezogener Merkzettel)

Rezepte

  • 60% Ameisensäure:  3,2 ml pro fertig ausgebauter (!) TopBar-Wabe
  • 85% Ameisensäure:  ca 2,25 ml pro Wabengasse, wenns schon recht kalt ist. Im Sommer 1/4 weniger, also ca 1,7 ml (Angaben über ein Bienenforum)
  • Oxalsäure: 2,7 ml pro besetzter Wabengasse. Oxuvar nutzen, das sei in der Anwendung (mischen) idiotensicher, heißt es. Für Restentmilbung im Spätherbst und Winter
  • Milchsäure: bei Jungvolk, das noch nicht brütet. 15%ige verwenden. Waben ziehen, 45°halten, einsprühen, bis Bienen silbrig glänzen

Sonstiges

  • Trachtschluß ist, wenn Drohnenschlacht beginnt und evtl Bienenbärte am Flugloch hängen. Jetzt eine Gemüllprobe machen: <5 Milben/ Tag: ok. 5-mehr als 10/ Tag: bald behandeln. > 30/ Tag: dies Volk ist nicht mehr zu retten.
  • Temperatur sollte zwischen 12 und 24°liegen
  • Luftfeuchte nicht ZU hoch (genaues nirgends zu finden)
  • Langzeitbehandlung noch nicht im August- die Königin könnte zu stiften aufhören
  • zwischen August und Oktober kommen häufig Reinvasionen durch Bienen anderer Völker vor- daher alle 4-6 Wochen eine Gemüll- und/ oder Puderzuckerkontrolle vornehmen!
  • Tuch nach Behandlung noch naß? – Dann war die Behandlung nicht erfolgreich
  • unbedingt Nachkontrolle (nach 12 Tagen, weil da dann die letzte mitbehnandelte Brut draußen ist?), denn nur so kann man sehen, ob die Behandlung auch wirklich Erfolg hatte
  • Abstand zwischen 2 Schwammtuchbehandlungen 3-5 Tage
  • wenn natürlicher Totenfall VOR Behandlung < 10/ Tag: 1x vor der Auffütterung, 2x danach. Wenn >10/ Tag: 2x vorher, 2x nachher

Linksammlung: 


Gucken mit Hilfe

Heute war’s dann soweit:

Die Bienerin (die letztlich beim Steinofenbacktag kennengelernte Imkerin) ist hergekommen und hat sich mit uns unser Volk angeschaut. Das Wetter war leider nicht optimal: windig, Nieselregen, 18° – aber naja, besser allemal als nicht gucken. Für uns jedenfalls.

  • Was sie meint: das ist ein mittelstarkes, aber gut dasitzendes Volk, das auf alle Fälle gute Chancen hat, über den Winter zu kommen.
  • Wir haben zu spät mit der Varroa-Behandlung angefangen, denn es waren tote, „halbfertige“ Bienen zu finden (keine Maden mehr, aber noch weiß), die verstümmelte Flügel haben, was bedeutet, daß ein Virus in Gange ist, das von der Varroa übertragen wird. Und es gab tote Bienen, deren Hinterleib viel zu kurz war- denen hatten Varroen als Maden so viel ausgesaugt, daß sie sich nicht vollständig entwickeln konnten.
  • Wir müssen also im nächsten Jahr früher ran und jetzt dringend nochmal was tun- wobei sie uns vom Plan „heute Abend 2. Schwammtuch“ abgeraten hat: zu kalt, zu viel Luftfeuchte, um gut zu verdunsten. Also vielleicht morgen!? Da soll’s etwas besser werden.
  • Auch sollten wir im nächsten Jahr etwas früher einfüttern und auch jetzt noch während der Einfütterung versuchen, die Bienen dadurch, daß wir ins Brutnest eine leere TopBar hängen, zum weiter-bauen zu bewegen. Damit wir auch gleich eine Waben-Auffrischung bekommen, denn unsere Waben sind schon jetzt, nach 1 Sommer, sehr dunkel – und das bedeutet: so verbraucht, daß wir lieber frische bauen lassen sollten.
  • Unsere Bienen brauchen noch mehr Futter. Aber das wußten wir ja, wir haben ja noch vor, mindestens die restlichen 4l einzufüttern- wenn das Schwammtuch wieder draußen ist.
  • Es gibt wieder etwas Drohnenbrut im Volk- wenn es nicht die ausgiebige Drohnenschlacht gegeben hätte, hätte sie vermutet, daß unsere Königin, die ja nicht mehr die allerjüngste ist, schwächelt, und sich über Drohnenbrut abzusichern versucht – d.h., daß das Volk evtl jetzt noch umzuweiseln versuchen könnte.  Dann hätten wir evtl überlegen sollen, zur Sicherheit (damit’s per Natur nicht zu spät käme), eine neue Königin zu erwerben und einzusetzen. Aber als wir dann von der heftigen eindeutigen Schlacht erzählt hatten, war das wohl dann doch nicht so akut wie zuvor vermutet.
  • inzwischen wurde ordentlich Honig verdeckelt, und auch Arbeiterinnenbrut gibt es nach wie vor- so weit alles gut

Schön ist, daß die Bienerin unsere Bienen-Villa sehr interessant findet und gern mitverfolgen würde, wie so ein Bienenjahr darin sich entwickelt – und wir sind froh, wenn wir uns dadurch dann nicht so doll als Bittsteller fühlen müssen. Insgesamt war das eine wirklich hochspannende und sehr angenehme Durchsicht. Und wir sind nun schlauer – unsere Sorge von letzter Woche war wohl – wie ja auch schon birgitta per Ferndiagnose gemeint hatte- überflüssig.

Input

Heute waren wir auf Hof Lücke, denn dort war heute wieder Backtag: regelmäßig schüren sie dort ihren in den 80ern renovierten Steinbackofen an, und wir sind dann oft dort, um leckeres Brot zu kaufen und Kaffee zu trinken. So auchvorhin, diesmal sogar mit dem Fahrrad.

Unseren Kuchen hatten wir gegessen, das Brot eingepackt. Nun standen wir vor der Kräuterspirale. Ich wollte dem Herrn F. zeigen, daß dort die Minze schon blüht, damit er sehen konnte, wie etwa die unsere (andere Sorte) aussehen würde. Da sprach uns die eine „Chefin“ an, auf die Kräuter, und ratzfatz waren wir bei den Bienen – und schon stellte sie uns „unsere A.“ vor. Und die ist, wie im Laufe des Gespräches klar wurde, Besitzerin von bummelig 90 Bienenvölkern sowie Obmann für Bienengesundheit…. oha!! Eine chte Bienerin- und das wird auch der Name, den ich ihr von jetzt an hier verpassen werde: die Bienerin. Ich hoffe, er gefällt ihr, falls sie ihn je hört oder liest 😉

Wir haben laaaaaange gesprochen …. aber hier nur mal die Quintessenz:

  • Unseren vor 5 Tagen eingehängten Verdunster haben wir statt, wie gedacht, nächsten Sonntag, heute bereits aus der Kiste geholt – sagte sie uns doch, daß um diese Zeit eine Langzeitbehandlung überhaupt nicht angesagt sei, weil die Queenmum sonst eventuell zu legen aufhört – und auch nicht wieder beginnt!! Schreck!!! Sollen doch die Winterbienen überhaupt erst noch im September schlüpfen!! Glücklicherweise sollte schlimmste noch abgewendet sein: nach 5, 6 Tagen kann das passieren – und heute ist der 5., außerdem hatten wir erst gestern den Docht des Verdunsters vergrößert, weil zu wenig Ameisensäure entwichen war. Also sollte das hoffentlich noch gut gegangen sein….
  • Uns wurde geraten, den Futterteig durch Flüssigsirup zu ersetzen, weil die Bienen es dann leichter haben, den einzutragen- sie müssen nicht so viel Wasser holen, und er ist einfacher „einzuschlürfen“ Der Futterteig ist wohl besser für Zwischenfütterungen oder Notfütterungen, aber ab Ende August sollte – gerade, wenn, wie bei uns, fraglich ist, ob’s noch reichen wird mit dem einlagern, besser Sirup gegeben werden. Das ist dann was für morgen: einkaufen fahren, und dann- oweh, wie kriegen wir die vielen Bienen aus dem Teig, die da dran sitzen und knuspern?? Na, das wird ein Spaß!!
  • Imkerverein Mittelangeln, ab September 1. Montag im Monat 20 Uhr Hamester Süderbrarup- ruhig hintrauen.

Und wir haben Adressen/ Tel.nrn. ausgetauscht, denn sie würde gern mal unsere TBH angucken, und wir sind natürlich glücklich über fachkundigen input.

Ja. Das war ein lohnender Nachmittag. Puh.

BTW: Varroafall in den letzten Tagen: 9,10,10,24,19. Das geht ja noch, finde ich!