Froschland

Juchhu, es geht los! Unser Teich wird amphibienfreundlich optimiert!! Der Vertrag mit „Froschland“ ist unterschrieben, der Bagger kommt, wenn der Mais nebenan abgeerntet ist und die Molche an Land ihre Winterverstecke aufgesucht haben. Also wohl gen Oktober.

Und das ist Froschland:

Alte Gewässer werden saniert, neue angelegt und die Habitate möglichst großräumig vernetzt. Das Projekt startete Ende 2009 und wird zu 100 % vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert. Die Anlage von Teichen wird komplett aus diesen Mitteln finanziert, so dass die Eigentümer, die der Natur ein Stück zurück geben möchte, selbst kein Geld in die Hand nehmen brauchen. Sie verpflichten sich im Gegenzug, die Gewässer langfristig zu erhalten und nicht für private Zwecke zu nutzen.

Seit dem Jahr 2009 sind schon mehr als 400 Teiche im Rahmen des Projektes entstanden oder konnten wiederhergestellt werden. Die Zielarten sind vor allem Amphibien wie Laubfrosch, Moor- und Grasfrosch, die Wasserfrösche, Erd- und Knoblauchkröten sowie Berg-, Teich- und Kammmolche. Gewässer sind aber immer ein Kristallisationspunkt für die Artenvielfalt in einer Landschaft. Insekten wie Libellen und Wasserkäfer gehören zu den ersten Bewohnern der neuen Lebensräume, gefolgt von Wasserpflanzen, Reptilien und – meist zuletzt – den Brutvögeln der Feuchtgebiete.

(Zitat von www.komittee.de)

Hier ist die Internetseite, verlinkt ein Beitrag, in dem auch ein „Krater“ wieder zum Teich wurde.

Leider endet das Projekt in diesem Jahr wohl endgültig, d.h. unser Teich wird einer der letzten sein, die noch in diesen Genuß kommen…. Ganz so wie im verlinkten Text wird es bei uns nicht werden, dafür fehlt der Platz. Aber zu Nachbars hin wird die Schneebeere weggeschoben (ich hoffe, mit VIEL Wurzelwerk!!!), so daß dort ein flacherer Bereich, der auch Sonne bekommt, entstehen kann. Die Iris kommt weg, ebenso die Weide, die sich nach Sturm Christian aus einem ins Wasser gefallenen Ast selbst angesiedelt hatte. Und es wird viel Aushub anfallen, Schmodder und Blätter von mindestens 35 Jahren…. der wird wohl erstmal auf dem Rasendreieck gelagert werden müssen, bis wir ihn per Schubkarre langsam abtragen können …. mal sehn, wie viel es wird – Ideen zur sinnvollen Entsorgung habe ich, es hängt aber natürlich alles von der Masse ab….

Mit Glück ist beim modellieren des Flachwasserbereichs Lehm zu finden, der würde dann gen Au geschoben, um zu versuchen, den Teich etwas langsamer Wasser verlieren zu lassen. Das wars dann auch schon. Der Sinn des ganzen: mehr Licht, mehr Wärme, flachere Bereiche – damit die Frösche wärmeres Wasser finden, in dem sie dann auch laichen können/ mögen. Und vielleicht taucht dann ja auch mal eine Ringelnatter auf. Oder mehr Molche. Oder andere/ mehr Frösche…..

Damit allerdings der Bagger aufs Land kommt, müssen wir zuvor eine Zweimeter-Schneise in die Weidenhecke hinten zum Maisacker schlagen (macht nix, wächst nach). Und danach ist sicher erstmal ordentlich Wüstenei und Chaos – die ganzen Schneebeeren müssen ja auch irgendwohin und später zerkleinert und aufgebrannt werden. Ich hoffe bloß, daß ich bis dahin wieder fit bin.

Nochmal Teich

Zum Vergleich: 29.4., vor dem Regen

2.Mai, nach zweieinhalb Tagen mit „immer wieder Regen“

So schnell tut sich da was, das sind locker mal 20cm mehr Pegelhöhe!

Die Biologin von „Froschland“ war da und meinte, sie läßt sich das nochmal durch den Kopf gehen übers Wochenende, aber sie meint schon, unser Tümpel lohnt den Einsatz. Sie hat gesehen, was ich nie gesehen hatte, jetzt aber plötzlich auch alleine sehe: Wasserasseln und jede Menge Wasserflöhe („Wasserfloh“ ist ein verallgemeinernder Oberbegriff für alle möglichen Arten winziges Gewusel *g*) Und war beeindruckt von den Kammmolch-Fotos 🙂

Wasserassel, sich auf dem Rücken liegend totstellend

… und gen Wasser flüchtend

Prinzipiell: „der Teich funktioniert“. Aber er könnte besser funktionieren.

  • wenn einmal grundsätzlich der jahrzehntealte Modder aus Tonnen von Blättern entfernt würde. Der sich, klar, danach wieder sammelt. Aber dann gäbe es wieder Jahrzehnte Aufschub, bis der Teich „umkippen“ könnte – was prinzipiell durch die Faulgase passieren könnte oder aber durchs langsame verlanden. Beim reinstecken eines Stocks begann es zu blubbern und hörte minutenlang nicht wieder auf – nicht gesund für die Teichbewohner.
  • Außerdem würde die Schneebeere auf der Au-zugewandten Seite weggeschoben und dort ein Flachwasserbereich entstehen. Gut für viele Tiere – und mehr wärmere Bereiche (Flachwasser) und Sonne (Gebüsch weg), so daß sich zB die Frösche auch noch wohler fühlten und evtl mal laichen würden
  • Iris und Weide (die sich aus einem reingefallenen Ast der Christian-abgeknickten Weide selbst angesiedelt hat) kämen weg (die Iris wird zu schnell zu groß -> Verlandung; die Weide ist per se problematisch -> Wachstum/ fallende Zweige führen zu weiteren Weiden….)
  • und man würde gucken, ob es Lehm zu finden gibt, den man dann, im Versuch die Wasserstandswechsel etwas zu entschleunigen, abdichtend gen Au schieben würde. ODER man fände beim auskoffern tatsächlich eine Rohrleitung, die man dann wegnähme – sie vermutet aber, nein. Die Au ist ja eine tief gelegene Entwässerungsau aus der Flurbereinigung. Wahrscheinlich fließt das Wasser einfach durch die Bodenschichten so schnell ab
  • Der Rest wäre „in Ruhe lassen“ – also nix bunter „Vorzeigenaturgartenteich“ – das ist ein Waldtümpel, das bleibt ein Waldtümpel. Und daß wir Molche und (seit es durch den Mirabellenfall mehr Licht gibt) auch Frösche da haben heißt: der ist okay

Das also läßt sich die Biologin durch den Kopf gehn, und dann ist da noch die Frage: wie kriegt man einen wenn auch kleinen Bagger auf unser Grundstück…. WENN das losgeht, dann gegen Oktober, wenn man am wenigsten Schaden in der fauna anrichtet. Ich bin sehr gespannt, ob nun ein Vertrag zustandekommt und was von den angedachten Dingen geht und getan wird.

Teich

Unser Teich hat viele Gesichter….

Idealzustand

 

Sommer 2019

 

Winter 19/20

 

meistens ist es irgendwas dazwischen („vor dem Regen“, gestern)

 

und auch das gab es einstmals… …in der Wintersonne 2011…

Da die Wasserstände so extrem wechseln, außerdem der Teich eher so eine Art Krater ist (wie tief isser eigentlich wirklich, da sind ja noch meterweise Blättermodderschichten… keine Ahnung), bis die Mirabelle in Sturm Christian fiel auch noch zappenduster lag und mit großem Gerät nicht zugänglich ist, liegt er da so rum. Vielleicht ändert sich das demnächst – nachher kommt M. von der Initiative „Froschland“. Erstmal zum gucken. Eventuell zum Tippgeben. Und wer weiß – ganz vielleicht werden wir in deren Programm mit aufgenommen, dann passiert größeres. Ich bin hammergespannt!