Kleinvieh

KleinviehDiesmal ein wirklich echtes KLEINvieh, sozusagen der Chihuahua unter den Kleinviechern, bei dem ich mich allerdings frage: wie viele Tomaten vor den Augen und Bretter vor dem Kopf kann eigentlich eine einzige Fjonka haben?

Aber lasst mich berichten:

Es begann mit einem Berg. Dem „Berg der noch zu lesenden Bücher“, hier, in BookCrosser-Fachchinesisch, von nun an MTBR („Mount to be read“) genannt.

Dieser MTBR wuchs in des Herrn F.s Zimmer. Und wuchs. Und wuchs. Und das, obwohl der Herr F. eigentlich viel beherrschter im Bücher-mitnehmen auf Treffen ist als ich. Aber er liest halt gern dicke Wälzer oder schwierige Sachbücher, und außerdem liest er viel im Computer rum und daher wesentlich weniger in Büchern als ich. Und so wuchs der Berg… Mir fiel dabei auf, daß sehr viele der Bücher schon sehr lange das Fundament dieses Berg(-zuges) bildeten und schon lange beispielsweise im Regal in 2. Reihe standen oder auf dem Stapel daneben ganz unten. Und dann passierte gleichzeitig zweierlei: des Herrn Geburtstag rückte näher, und ich las irgendwo von einem Geschenk, das ich wunderbar fand!

So bekam der Herr F. Zum Geburtstag vor zwei Jahren ein Glas, in dem lauter kleine, bunte Lose waren, hübsch durchnumeriert. Und auf jedem Los stand ein Buchtitel seines MTBR. Immer, wenn er nun ein Buch ausgelesen hat – so die Idee – läuft er zum Glas und zieht ein Los. Geht dann zum MTBR und sucht das Buch heraus – und liest es.

Okay, fragt Ihr nun ganz zu Recht, schön und gut, aber was, bitte, hat das mit „Kleinvieh“ zu tun, mit Müllreduktion und Nachhaltigkeit? Ja, sage ich, ein wenig Geduld, ich komme ja schon zur Sache!

Es gab, wie erwähnt, viele bunte kleine Lose, anfänglich, meine ich, über hundert – und jedes davon ist ein bunter Papierstreifen, zusammengehalten von einer Heftklammer. Und immer, wenn neue Bücher dazukommen, bekomme ich diese seither, um ein weiteres Los anzufertigen, das dann ins Glas wandert.

Na? Kapiert Ihr jetzt, was ich endlich, nach mehr als einem Jahr und sicherlich hundertfünfzig Heftklammern auch kapiert habe?

Eben!

Man muß die Dinger garnicht tackern, der Herr F. macht das ja freiwillig und spinkst nicht – man kann die einfach nur falten, und es gibt mal eben ganz einfach: weniger sinnlosen Müll!

Tja. Ein wunderbarer Denkanstoß, mal über die kleinen Selbstverständlichkeiten um uns herum nachzudenken, und deshalb kommt dieses winzigkleine Chihuahua- Kleinvieh auch direkt zu Einab im November! 🙂 Und im Sinne des „denk nach“ noch ein 2. Chihuahua: gestern machte mich eine Kollegin darauf aufmerksam, daß ich, wenn ich zu bestimmten Gelegenheiten (die soooo selten nicht sind) eine andere Taste am Touchscreen nutze als die, die ich bisher immer nahm, einen Bon (Thermopapier!) einsparen kann. Sie hat das zwar in leicht süffisantem Tonfall geäußert (man amüsiert sich auffe Arbeit eher über meine Bemühungen als mir nachzueifern *g*), aber what shall’s? – Ich werde übers Jahr sicherlich ’ne viertel Bonrolle Thermopapier-Müll damit einsparen können.

vorher-nachher

vorher-nachher

Ach ja: übrigens hat funktioniert, was der Sinn des Zettelchen-Geschenks war: seither hat sich das Bergmassiv zwar nicht zum sanften Hügel, aber doch zum, um im Bild zu bleiben, deutlich unter 4000-er reduziert 😉 , denn auch die dicken Schinken mit den dünnen Seiten, die sonst immer wieder beiseite gestellt wurden, werden jetzt gelesen – oder zumindest in Angriff genommen und dann wegen Unlesbarkeit oder Desinteresse aussortiert

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

17 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. teff42 sagt:

    sonen klammerlosen Hefter gibts in der Werkstatt meines Vertrauens auch. Da machts Sinn. Bei mir in der Firma habe ich einen Klammerhefter, der bestimmt noch biszur Rente reichen würde. Ich tacker aber auch nicht viel, also werden auch die Metallklammern noch ne Weile reichen. Ich nehme Büroklammern oder Maulys. Oder diese seitlich offenen Aktenhüllen, weil ich mit denen am Besten klar komme.

    • Fjonka sagt:

      Maulys!?
      Wat’n dat?

      • teff42 sagt:

        Das sind sogenannte Foldbackklammern. Ein Wort was sich niemand merken kann, wie ich finde. Maulys sind diese Klammern von einer Firma, dessen Name im Wort enthalten ist 😉
        Wenn ich sie beschreiben müsste sind das Metallklammern mit Ohren, die übrigens vielfach verwendbar sind. Man kann Geschirrtücher daran hängen, man kann USB Kabel damit fixieren. In einem Asiatischen Restaurant mit Live Küche hatten sie die als Tischnummermarkierung für die Teller verwendet. Tolle Dinger. Für ein BIld einfach go…gel fragen 😉

        • Fjonka sagt:

          Ah! So ’ne gibts sogar bei uffe Arbeit zu kaufen! Hatte aber nicht die geringste Ahnung, daß die so heißen – wieder was gelernt! Bei uns heißen die einfach „Clips“ oder, hübsch ge-denglisht „Metallclips“

  2. Hallo Fjonka!

    Also Deinen Tipp finde ich ganz wunderbar, nur die Diskussion, ein neues Teil zu kaufen, um doch etwas zu heften, was man nicht mit Metallklammern heften will, ist nun genau das Gegenteil (egal ob aus Plastik oder Holz, das Ding ist so überflüssig wie ein Kropf sagt man bei mir).

    Du machst das schon perfekt, wer Fingernägel oder ein Messer zu Hause hat, braucht kein neues Teil kaufen um etwas zu knicken.

    Ich mag Deine Serie Kleinmist, weil sie so ganz kleine Handlungen hinterfragt, das finde ich super!

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      Da stimme ich Dir nur bedingt zu – wie gesagt, daheim würde ich so ein Prägeding auch (für mich) Quatsch finden – aber als Anregung für Leute, die viel heften (müssen) und sich ihr Büro-Equipment selbst aussuchen können, finde ich prima, daß es hier erwähnt wird.
      Im Büro müssen eben manchmal Seiten auch wirklich zuverlässig zusammenhalten, da kann ich mir nicht vorstellen, daß man mit der „Fingernagel-Idee“ weiterkommt….

  3. Marlene sagt:

    Super Geschenk, wirklich – und toll, dass Herr F. es akzeptiert hat. Würde sicher nicht jeder machen. Ich weiß nicht mal, ob ich mir per Los vorschreiben lassen wollen würde, was ich zuerst lesen sollte 🙂
    Süffisante Tipps zur Müllvermeidung werden auch akzeptiert, wenn sie zielführend sind 🙂 Finde ich super, dass du da drüber stehst!
    Viele Grüße,
    Marlene

    • Fjonka sagt:

      *lol* – andere als süffisante bekomme ich eigentlich nur hier im Blog oder im BookCrossing-Forum, nicht in meiner „echten“ Umwelt – da ists eher so, daß ich ein wenig die Tippgeberin bin – sofern das überhaupt erwünscht ist…. *g*

  4. Bibo59 sagt:

    Ich habe mal irgendwo Klammern aus Pappe gesehen. finde ich aber nicht mehr.

  5. dschinny sagt:

    Wenn man das Papier noch etwas fester zusammenbasteln möchte, gibt es die Hefter ohne Klammern: http://heften-ohne-klammern.de/ Gut, das Teil ist aus Kunststoff und muss angeschafft werden, aber wo einfaches Falten nicht reicht, ist das eine Alternative, finde ich.

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s