Leise rieselt….

… nein, nicht der Schnee *gg*

Es rieseln weiße Blütenblätter der Mirabellen! Schon jetzt! In der Nacht zum 1.4. hat es heftig gefroren, seitdem ist kein Halten mehr.

Und auf dem Weg zum Frauen-Doko-Turnier am letzten Wochenende sah ich auf einem Feld tatsächlich Raps, der schon Knospen hat, die sich gelb zu färben begannen. Ob der den Frost überstanden hat? Auf den anderen, „normalen“ Feldern beginnt der Raps sich aus den Rosetten zu erheben, auch das viel zu früh! Ich finds toll (wie ich alles toll finde, was mit Wärme und Sonnenschein zu tun hat), aber für die Insekten taugt das nicht! Mal sehn, wie das sich weiterentwickelt.

Mit den Hummeln – das ist nicht so einfach! Erstmal das grundsätzliche: man darf Hummeln nicht der Natur entnehmen! Also bin ich halb-brav. Ich gucke nur in meinem Garten, in dem sie eh fliegen. Und ich schaue natürlich, ob sie gerade auf Nistplatzsuche sind. Das kann man recht leicht erkennen: Hummelköniginnen, die suchen, fliegen dicht über dem Erdboden langsam herum und setzten sich immer wieder hin, kriechen hier unter ein Blatt, dort in einen Spalt….. weil sie eben nach einer geeigneten Höhlung suchen. So eine Hummel muß erstmal gefunden werden, dann auch gefangen – was auch nicht so leicht ist. Oft sehe ich welche an Blüten, aber da weiß ich dann ja nicht: stärkt sie sich zur weiteren Suche – oder hat sie schon ein Nest! Solche Hummeln möchte ich nicht beim Aufbau ihres Nestes behindern, auch nicht für die 20 Minuten, die einem Fang folgen: ich fange sie in einem Filmröllchen (zum Glück hab ich von denen noch einige, Ihr wißt schon, diese schwarzen, in denen früher, als man noch Filme in Fotoapparate einlegen musste, die Filme aufbewahrt wurden ….), dann gehts ab zum Nistkasten. Rein läuft Frau Königin von allein, schließlich möchte sie raus aus dem Röhrchen – dann schnell ein Klötzchen vor den Eingang. Zwanzig Minuten wird sie zwangsinhaftiert, um sich im Kasten umgucken zu können und hoffentlich festzustellen: „Och, das wäre ja geradezu i-de-al für meine Nachkommenschaft hier!!“ Dann weg mit dem Klötzchen – und bisher geschah nach wenigen Minuten dies:

Aber dann – stracks Abflug, weg!

Würde der Kasten gefallen, würde die dicke Königin sich auf ihn einfliegen: in immer größer werdenden Kreisen um ihn herum fliegen, um ihn wiederfinden zu können.

Drei Versuche hatten wir bislang, aber keine Königin mochte den Kasten annehmen. Nuja, ich habe bereits von Anderen mitgekriegt „die siebte blieb“. Oder auch nicht.

Wenn nicht, bleibt ein Trost: bei den langen Verfolgungsjagden zickzack durch den Garten habe ich gelernt, was Hummelköniginnen gefällt: Erdlöcher. Oder Spalten zwischen Steinen. Böschungen. Auch meine Totholzhecke vom letzten Jahr, die schon ein wenig zusammengesackt ist und unten mit angewehtem Laub bedeckt. Da drin suchen sie auch nach geeigneten Höhlungen, vorzugsweise dort, wo die Chance am kleinsten ist (das Gestrüpp am dichtesten liegt), aber auch der Schutz am größten, sollte sich eine Kuhle finden, die groß genug ist. Also werde ich gezielter gucken können, um vielleicht doch endlich mal den Eingang zu einem natürlichen Nest zu finden.

Aber noch haben wir Zeit – bisher waren wenige Hummeln unterwegs, doch ich habe auch schon eine mit Pollenhöschen gesehen. Die hat schon ein Nest mit Brut irgendwo angelegt, sonst bräuchte sie keine Pollen zu sammeln.

Abwarten und weiter gucken….

 

12 Kommentare zu “Leise rieselt….

  1. pflanzwas sagt:

    Ich würde ehrlich gesagt abwarten, nicht eingreifen und die Hummeln machen lassen. Auch wenn ich wie du vielleicht versucht wäre, welche einzufangen. Lieber würde ich den Kasten mehr ins Unterholz rücken, da, wo sie ohnehin schon suchen. Ich drück die Daumen, daß eine Hummelkönigin von sich aus dort einzieht 🙂

  2. Muri sagt:

    Danke für den interessanten Bericht. Seit Februar steht eine Hummelburg in meinem Garten und ich habe mich nicht getraut sie zwangst zu besiedeln. Ich hatte Sorge das schon eine Hummel dort wohnt und ich Streitigkeiten auslöse.
    Leider kann ich im Moment kaum die Burg beobachten und so warte ich erstmal ab, spätestens im Sommer sollte so viel Flugaktivität sein das ich Sicherheit habe ob es eine Burgherrin gibt.

    • Fjonka sagt:

      Das ist dann sicherlich auch besser – ich habe Zeit zu gucken, insofern ist das bei uns nicht das Problem.
      Heute habe ich einige Hummeln beim suchen verfolgt – und keine „eingedost“ – sie sind einfach zu schnell, obwohl ich ihnen völlig schnurz bin und sie also nicht flüchten.

  3. Bibo59 sagt:

    Statt Hummelkasten und Fangaktionen: einen alten Blumenpott aus Ton, mit Stroh, Moos oder Holzwolle füllen und eingraben. Loch nach oben und abwarten.

  4. Richard sagt:

    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit den Hummeln gemacht. Den selbst gebastelten Hummelkasten wollten sie nicht. Im Holzschuppen ganz hinten hat es ihnen besser gefallen, und unter dem Holzstapel haben sie sich erfolgreich vermehrt.
    Nicht immer ist ihre Wahl eine gute. Ich hatte ein Volk mit Erdhummeln unter dem Dach. Da war wirklich viel los. Aber im Sommer hat sich der Platz als Missgriff herausgestellt. Mit der ersten Hitze im Juni war das Volk Geschichte. Der Misserfolg gehört wahrscheinlich auch zum Lauf der Natur. Sonst hätten wir überall nur noch Hummeln. Trotzdem wünsche ich deinem Kasten natürlich Besiedelung – schon allein wegen der Fotos, die ich mir dann anschauen kann.
    LG, Richard

    • Fjonka sagt:

      Im Grunde hätte mir das dicke ausgereicht: ein natürliches Hummelvolk zu entdecken und beobachten zu können. Aber unsere verstecken sich einfach zu gut, ich habe mehrere Jahre lang versucht, eines ausfindig zu machen. Der Kasten ist bloß ein weiterer (anderer) Versuch, ans Ziel zu gelangen.
      Das Volk unterm Dach – traurig 😦 Ich hatte mal ein Bachstezennest, dem dasselbe Schicksal beschieden war: erste Hitze – alle Küken tot 😦 Das schlimmste: ich trug gefühlt Mitschuld, denn ich hatte einen Kasten an der fatalen Stelle aufgehängt, weil ich’s nicht besser wusste.
      Beim Hummelkasten hab ich mich besser informiert! Ist ganz wichtig, daß der ganztägig im Schatten steht!!

      • Richard sagt:

        Es irrt der Mensch solang er strebt. Doch wenn er redlich sich bemüht… oder irgendwie so geht es im Faust. Diese Fehler gehören auch dazu. Die Meisen, die sich auf meinen ersten Nistkasten eingelassen haben, sind auch der Katze zum Opfer gefallen. Mittlerweile hängt der Kasten anders, und die Aufzucht ist erfolgreich. Man muss nur daraus lernen, dann haben auch die Fehler ihre Berechtigung.

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