Kleinvieh

Kleinvieh Folge vier der Serie „Folgen Sie mir … irgendwohin wird’s schon gehen“ beschäftigt sich mit der Geschirrspülmaschine.

Verzichten mögen wir darauf nicht, haben uns ja auch erst die Minna gekauft, nachdem unser Franz das zeitliche gesegnet hatte. Aber ganz wohl war mir auch immer nicht mit den doch heftigen Mitteln, die man da reinwirft, damit sie ordentlich spült. Wir haben nie diese total unsinnigen Tabs benutzt, in denen alles drin ist, was man eigentlich nicht unbedingt braucht, und immer überdosiert*. Und doch…
Naja. Jetzt mach ichs jedenfalls seit einiger Zeit anders, und diesmal scheint das „anders“ ein ganz besonderes Kleinvieh zu sein, nämlich die eierlegende Wollmilchsau des Abwaschs 😉

Seit ich mein Geschirrspülmittel nach dem Rezept von langsamerleben selbst mache, ist das Geschirr nämlich sauber (das war’s zuvor auch), aber das ganze ist auch noch wesentlich billiger und umweltfreundlicher und verpackungssparender!

Und so geht das:

1 Teil Zitronensäure (hinter diesem Link verbergen sich noch einige Tipps mehr, was mit dieser Zutat so anzustellen ist – ich freue mich vor alllem über das Urinsteinlösen, für das ich noch einen üblen konventionellen Reiniger nutze)
4 Teile Waschsoda
1 Teil Spezialsalz für Spülmaschinen**

Zitronensäure und Waschsoda gibts im Drogeriemarkt. Erstere im Karton, letztere in Plastik, was ich jetzt aber nicht soooo schlimm finde, weil die 500g-Packung wahrscheinlich bis an unser Lebensende reichen wird*g* Sollten wir je nachkaufen müssen, werde ich mich informieren, ob und wo es auch dafür einen Karton gibt. Wahrscheinlich eher nicht, weil  Waschsoda Feuchtigkeit zieht. Deshalb muß (wichtiger Tipp!) auch das fertige Gemisch, damit’s nicht verklumpt, so aufbewahrt werden, daß es trocken bleibt. Bei mir tut ein Glas mit Weckgummi und einem Hebelverschluß bisher gute Dienste.

Jetzt aber weiter mit der Mischerei: Ich habe einfach ein Schnapsgläschen 4x mit Waschsoda, je 1x mit den beiden anderen Zutaten gefüllt – und habe jetzt genug Geschirrspülmittel für wahrscheinlich die nächsten zwei  Jahre *g* – denn man braucht bloß einen Teelöffel voll pro Waschgang. Langsamerleben empfiehlt, weniger zu nehmen, sollte das Geschirr nicht ganz sauber werden. Wir hatten aber bisher nur ab und an mal in den Kaffeetassen Reste der braunen Ablagerungen sowie 2x ein Messer, an dem noch etwas dran war – sowas kommt auch mit konventionellem Geschirrspülmittel vor. Auch Töpfe und Teller mit Soßenresten waren sauber (grobe Reste machen wir immer schon vorher ab) Das einzige, was etwas mehr Beachtung erfordert als zuvor ist der etwas muffige Geruch, wenn man nach dem Abwasch die ausgeräumte Maschine nicht lange genug offen stehend austrocknen läßt. Tut man dies, ist er weg.
Klarspüler und das Spezialsalz verwende ich weiter, aber wenn meine Buddel Klarspüler leer ist, werde ich auch da mal das Rezept, das im Blog verlinkt ist, ausprobieren. Und berichten.

Offenbar gibt es – so liest man in den Kommentaren – durchaus mal Probleme. Sei es, daß das Waschsoda verklumpt oder daß es doch Reste am Geschirr gibt. Da hab ich wohl auch ein wenig Glück gehabt, daß ich das richtige Soda erwischt und die „richtige“ Maschine habe, aber warum soll ich nicht auch mal Glück haben? 😉  Falls Ihr nun enthusiastisch in die Drogerie lauft und das kinderleicht nachzumischende Rezept ausprobiert, aber weniger Glück habt:  Hier könnt Ihr noch mehr nachlesen.

Waschsoda haben wir übrigens mal nachgeschlagen, und dank des chemikalischen Verständnisses des Herrn kann ich sagen: umweltmäßig total unbedenklich und was die Herstellung angeht (ich nehme mal stark an, daß das heutzutage nicht aus Sodaseen – gibt’s wirklich! – stammt) liest sich’s auch eher simpel und von den Zutaten her nicht  bedenklich, zumal die entstehenden Reststoffe zurückgeführt werden können und das natürlich klasse ist – ein Kreislauf.

Mein Fazit:
Ach, wäre es doch immer so leicht, sich auf „umweltfreundlich“ umzustellen!
Aber auch: Ach, warum hab ich mich da nicht schon längst drum gekümmert?

EDIT 2017: leider doch nicht, es ging wieder einen Schritt retour, nachdem wir feststellen mussten, daß doch allzu häufig noch Reste am Geschirr blieben. Nun haben wir ein Öko-Mittel, gekauft.


* zum weiterlesen, was konventionelle Geschirrspülmittel angeht: Wikipedia oder Stiftung Warentest (ist zwar über Tabs, aber auch das ein wenig akzeptablere Pulver wird angesprochen)

** was das Spülmaschinenspezialsalz angeht, so sollte man wirklich das nehmen und es nicht durch Speisesalz ersetzen. Das hat nämlich Zusätze (Jod, Rieselhelfer…) die die Spülmaschine angreifen könnten


Aussortiert: ein Taschentuch, Stoff, mit Struwwelpeter. Gehört mir seit Kindertagen und war seit meiner TaTu-Umstellung wieder in Benutzung. Aber das hat es dann nicht lang durchgehalten: Verschleißlöcher überall….. ein klassischer Nostalgie-Rumlieger. Aber nein, nicht mehr jetzt ;-|

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

26 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. teff42 sagt:

    Auch wenn ich es neulich in einem anderen Kommentar erwähnte: Ich benutze nun auch dieses Rezept und habe mir einen Joghurteimer voll Spümi selbst gebaut. Inzwischen habe ich einige Erfahrungen schon gemacht und möchte die hier nun loswerden 🙂
    Das Rezept ist super, aber es klumpt 😦 Da ich inzwischen mein Waschmittel auch selber mache, fand ich bei langsamerleben einen Hinweis das Zeugs trocken zu halten, die Reissocke. Da ich keine lochlose Socke aussortiert hatte, benutze ich nun einen einen Reis-Teefilter. Eine dieser schon lange in der Schublade verrottende Fehlanschaffung wurde mit Reis befüllt (etwa 1EL) zugeknotet und in den Eimer gelegt. Eine weitere beim Waschmittel. Scheint zu funktionieren.

    Ich bin begeistert und habe bislang nur wenig Verschlechterung des Spülergebnisses festgestellt. OK mal nen Krümel hier und da daran und manche Anhaftungen gehen halt ohne mechanische Hilfe nicht ab, aber das hatte ich vorher auch immer mal.
    Beim Waschmittel ähnlich. Auf langsamerleben gab es zwei Rezepte. Ich nehme das zweite, das hat weniger Komponenten, wäscht, soweit ich das beurteilen kann, sauber genug und die Wäsche riecht garnicht (zumindest rieche ich nix) und das mag ich lieber als dieses künstliche Gemuffe. Die Handtücher sind nicht weniger weich als vorher, eher im Gegenteil und saugen so gut wie sonst auch. Als Seifenkomponente habe ich eine englische Blümchenseife genommen, die seit bestimmt 10 Jahren im Schrank lag.
    Was mir dran gefällt: Ich kann Altlasten entsorgen und ich schaffe mir nach und nach einen universellen Baukasten an, aus dem ich mir das ein oder andere Mittelchen mixen kann. Natron hat viele Optionen, Soda auch, Spülmaschinensalz braucht man immer mal. Mal gucken was als nächstes nachgekauft werden müsste und ob ich ein Rezept dazu finde, um es selbst zu mischen 😉

    • Fjonka sagt:

      Das Waschmittel hab ich noch nicht ausprobiert, bisher hatte ich noch immer genug (Öko-)waschmittel vorrätig.
      Aber geklumpt hat meins noch nie! Ich lagere es in einem 1/2 l-Weckglas mit Bügelverschluß. Aber das kann ja eignetlich nicht wirklich der Grund sein… na, Du hast ja ’ne Lösung gefunden *freu* Dafür habe ich aber nach wie vor immer mal Sauberkeitsproblemchen. Besonders Gläser + Tassen (Kaffeeränder!!) werden immer mal nicht recht sauber, und Töpfe mit Soßenresten versuche ich erst gernicht mehr – was bei uns aber – wir haben ja eine Mini-Maschine, deshalb waschen wir eh immer mal größere Töpfe und Pfannen per Hand ab) nicht so schlimm ist.
      Interessant, wie unterschiedlich das offenbar ist!

  2. DieHenkerin sagt:

    Gestern habe ich die Drogerie gestürmt und mir Waschsoda und Salz besorgt, Zitronensäure hatte ich aus den Zeiten vor dem weichen Harzwasser noch genug, auch ein Weckglas fand seinen Weg in den EInkaufswagen und dann habe ich abends noch gemischt. Bislang ist eine Ladung durchgelaufen und ich bin gespannt auf die Langzeiterfahrung. Und darauf, ob es aus der Maschine müffelt. Bei den Tabs musste ich nämlich immer ca. 1 TL oder eine Tablette Natron zugeben.

    • Fjonka sagt:

      Oh, da bin ich aber auch gespannt! Du berichtest, hoffe ich!?

      • DieHenkerin sagt:

        Dass ich hier berichten wollte, hatte ich völlig vergessen. Sorry!! Wir sind mittlerweile wieder zu normalem Geschirrreiniger zurückgekehrt, da das Geschirr einfach nicht richtig sauber wurde und es nicht sinnvoll ist, alles erst durch die Minna zu jagen, um es dann noch per Hand zu spülen und dabei richtig schrubben zu müssen, weil die Minna den Dreck festgebappt hat. :/
        Waschpulver habe ich immer noch nicht selbst gemacht, denn ich habe noch einen großen Rest normales Waschpulver und Waschnüsse da.

  3. Jungimker sagt:

    Größere Mengen von Waschsoda verwende ich zum Entfernen (Auskochen) von Wachsresten an Holzrähmchen und zum Reinigen von Wachstöpfen. Außerdem sollen sich damit Holzterrassen sehr gut von Grünbelag reinigen lassen. 500 Gramm sind dann schnell weg.

    • Fjonka sagt:

      Aha!? Da muß ich dann mal Mengenangaben von Dir bekommen (wie viel Soda auf den L Wasser zum Topfreinigen, mein ich) – das wusste ich gar nicht und kann’s gut brauchen 🙂

  4. Hat dies auf Fundstücke aus dem Internet rebloggt und kommentierte:
    Sehr informativer Bericht über die Umstellung auf ein umweltfreundliches selbst gemachtes Spülmittle für die Geschirrspülmaschine.

  5. Bibo59 sagt:

    Wenn meine Tabs alle sind, probiere ich das aus. Mit den Tabs bin ich sowieso nicht zufrieden.

  6. fiefhusen sagt:

    Hi Fjonka, wie wundebar dann werde ich jetzt in die Experimentierküche gehen. Mit dem Waschsoda wirst du allerdings nicht so lange hinkommen wenn du erstmal Waschmittel selber herstellst. Ich muss das wohl mal verbloggen aber du kannst auch bei langsamerleben nachgucken. Putzmittel habe ich auch angesetzt… das zieht noch. Ich finde das bringt total Spaß! viele Grüße Stephanie

    • Fjonka sagt:

      Mal abwarten… Waschmittel kommt dran, wenn mein jetziges sich dem Ende zuneigt, ebenso Spüli… aber das Putzmittel ist mir büschen zu kompliziert zu machen (noch!?)

      • fiefhusen sagt:

        Hi Fjonka, das Ptzmittel finde ich besonders toll. Du bekommst frisch gepressten Orangensaft 🙂 und die Schale hat auch noch einen guten Zweck. Es putzt sich damit übrigens sehr gut und riecht sooo toll orangig.

  7. Steffi sagt:

    Wo ich mir doch jetzt eine nagelneue A+++ Spülmaschine gekauft habe werde ich am Ende des Spülmittels mal dieses Rezept ausprobieren. Soda habe ich sowiso schon da, weil ich öfter mal nen verstopften Abfluss habe und mit Zitronensäure kann ich ja auch meinen Wasserkocher entkalken, glaube ich. Spüma-Salz ist ja eh da.
    Was mich an (meiner) Super-Energie- und Wassersparmaschine stört ist, dass sobald die Klappe offen ist, ein Lichtlein leuchtet. War mir beim Kauf nicht aufgefallen. Vielleicht ists LED, vielleicht auch nicht, aber zum Ausmüffelnlassen bleibt dann das Licht an. Das ist nicht so schön, vielleicht kann ichs abklemmen, wenn die Garantie abgelaufen ist.
    Danke für das Rezept 🙂

    • Fjonka sagt:

      Ohja, berichte mal, ob’s bei Dir auch so prima klappt!
      Gerade heute hat sie übrigens eine Pfanne mit angebackenem drin nicht ganz sauber bekommen, aber nuja, das hatten wir früher auch immer mal.

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